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Benko übernimmt Galeria Karstadt Kaufhof komplett

Schwieriges Deutschlandgeschäft  

Benko übernimmt Galeria Karstadt Kaufhof komplett

11.06.2019, 10:46 Uhr | dpa

Benko übernimmt Galeria Karstadt Kaufhof komplett. Filialen von Karstadt und Galeria Kaufhof liegen sich an einer Straße gegenüber: Das kanadische Unternehmen HBC war bislang mit 49,99 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. (Quelle: dpa/Marius Becker)

Filialen von Karstadt und Galeria Kaufhof liegen sich an einer Straße gegenüber: Das kanadische Unternehmen HBC war bislang mit 49,99 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. (Quelle: Marius Becker/dpa)

Karstadt und Galeria Kaufhof kommen nicht zur Ruhe: Nach nur sieben Monaten als Gemeinschaftsunternehmen ändert sich die Eigentümerstruktur erneut. 

Die Signa-Holding des österreichischen Geschäftsmanns René Benko wird zum alleinigen Eigentümer von Galeria Karstadt Kaufhof. Signa teilt mit, die restlichen Anteile der Warenhausgruppe vom kanadischen Einzelhandelskonzern Hudson's Bay Company (HBC) zu übernehmen. Bislang war HBC mit 49,99 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. Signa sicherte sich zudem sämtliche Anteile am bislang gemeinsamen Immobilienbestand.

HBC zieht sich aus Deutschlandgeschäft zurück

Der Kaufpreis liegt einer Mitteilung von HBC zufolge bei insgesamt rund einer Milliarde Euro. Die Kanadier ziehen sich damit – wie von einigen Investoren schon länger gefordert – aus dem schwierigen Geschäft in Deutschland zurück. HBC-Chefin Helena Foulkes spricht von einem "Meilenstein", der es ermögliche, Kapital aus dem deutschen Immobilienbestand zu schlagen und so die Bilanz zu stärken.

Signa-Geschäftsführer und Galeria-Karstadt-Kaufhof-Chef Stephan Fanderl spricht von einer "guten Nachricht" für das Unternehmen. Knapp sieben Monate nach dem Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof könne der "für alle Mitarbeiter anspruchsvolle und herausfordernde Sanierungs- und Integrationsprozess mit hoher Verlässlichkeit auf der Eigentümerseite" fortgeführt werden. "Die Entscheidungswege werden kürzer und einfacher – das ist wichtig und richtig."

Wer Kaufhof und Karstadt Konkurrenz machte

Signa und HBC hatten den Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof erst im Dezember offiziell vollzogen und so einen neuen Warenhausriesen mit europaweit rund 243 Standorten und rund 32.000 Mitarbeitern geschaffen. Die Allianz war jedoch aus der Not geboren. Kaufhof und Karstadt machte seit Jahren der Siegeszug von Billiganbietern wie Primark und Online-Händlern wie Amazon Amazon.com, Inc. Aktie oder Zalando ZALANDO SE Aktie zu schaffen, aber auch die Konkurrenz der großen Einkaufszentren.

Unter dem Dach der neuen Holding waren nicht nur die deutschen Kaufhof- und Karstadt-Filialen vereint worden, sondern auch

  • die Karstadt-Sporthäuser,
  • die europäischen Filialen der Outlet-Kette Saks Off 5th,
  • die Galeria-Inno-Kaufhäuser in Belgien,
  • die erst kürzlich gegründeten Hudson's-Bay-Warenhäuser in den Niederlanden
  • sowie eine Reihe von Internet-Anbietern.

Kaufhof-Eigentümer HBC hatte eigentlich als Minderheitseigentümer mit an Bord bleiben sollen.

HBC kämpft schon länger mit Problemen

Während das Deutschlandgeschäft nun an Signa geht und auch Galeria Inno aus Belgien bei Benkos Holding verbleibt, wird die verlustreiche niederländische Gesellschaft im Gegenzug wieder zu einer hundertprozentigen Tochter von HBC. Der 1670 gegründete kanadische Handelskonzern steckt schon länger in Schwierigkeiten. Parallel zum Deal mit Signa teilte HBC am Montag mit, ein milliardenschweres Privatisierungsangebot von einer Investorengruppe um Verwaltungsratschef Richard Baker unabhängig prüfen zu lassen.



Die von Benko 1999 gegründete Signa-Gruppe hatte zunächst in mehreren Schritten Karstadt übernommen und im vergangenen Jahr dann nach mehreren Anläufen auch die Mehrheit bei Kaufhof. Die Holding gehört mit einem Immobilienvermögen von laut eigenen Angaben mehr als 14 Milliarden Euro zu einem der größten Immobilieninvestoren in Europa. Benko hatte zuletzt auch die Möbelketten Kika und Leiner übernommen und sich bei zwei der größten Tageszeitungen Österreichs eingekauft.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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