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Verbraucher haben Angst vor Rezession – Konsumklima steigt trotzdem


Kommt die Rezession?  

Verbraucher verlieren das Vertrauen in die Konjunktur – Arbeitgeber auch

28.08.2019, 11:26 Uhr | AFP, rtr, sah, t-online.de

 (Quelle: Reuters)
Ifo-Institut: Deutsche Wirtschaft erwartet bestenfalls Stagnation

Die aktuelle Umfrage des Münchner Ifo-Instituts zeigt schlechte Stimmung bei deutschen Führungskräften. Für die schlechten Prognosen ist auch der Handelsstreit zwischen den USA und China verantwortlich. (Quelle: Reuters)

Ifo-Index fällt: Deutsche Führungskräfte haben Angst vor einer Rezession und sehen dafür vor allem einen Treiber. (Quelle: Reuters)


Die Furcht der Verbraucher vor einer Rezession in Deutschland nimmt weiter zu. Für den Pessimismus gibt es gleich mehrere Gründe.

Wie das Marktforschungsinstitut GfK in Nürnberg mitteilte, verlor der Indikator Konjunkturerwartung satte 8,3 Zähler und fiel damit auf minus zwölf Punkte. Ein niedrigerer Wert wurde demnach zuletzt im Januar 2013 gemessen. Grund für den Pessimismus der Verbraucher sind demnach die anhaltenden Handelskonflikte, die schwächelnde globale Konjunktur und die Brexit-Debatte.

Konsumklima trotzt schwächelnder deutscher Konjunktur

Im Vergleich zu August 2018 verlor die Konjunkturerwartung der Bürger sogar über 30 Punkte, damals stand sie im Plus bei einem Wert von 18,6. Die Einkommenserwartung der Verbraucher büßte im August leicht ein und betrug 50,1 Punkte, bewegte sich damit aber noch immer auf einem "hohen Niveau". Ob dieser Indikator auch künftig sein gutes Niveau behaupten könne, werde indes vor allem von der Arbeitsmarktsituation abhängen, prognostizierte die GfK.

Indes erholte sich die Anschaffungsneigung im August – sie legte um 2,5 Punkte auf 48,8 Punkte zu. Damit trotze die Konsumneigung der "gegenwärtigen konjunkturellen Abwärtsspirale", analysierte das Marktforschungsinstitut. Für September prognostiziert die GfK daher insgesamt ein stabiles Konsumklima von 9,7 Punkten – nach ebenfalls 9,7 Punkten im August.

Wann Deutschland eine Rezession droht

Für eine weiterhin stabile Binnennachfrage sei es indes wichtig, "dass die Situation auf dem Arbeitsmarkt stabil bleibt", teilte die GfK mit. Sollte also der Arbeitsmarkt künftig an Stabilität einbüßen und ein spürbarer Anstieg der Arbeitslosigkeit drohen, "müsste auch die Konsumkonjunktur einen deutlichen Dämpfer hinnehmen". Eine Rezession droht in Deutschland dann, wenn auch im dritten Quartal die deutsche Wirtschaft schrumpft – im zweiten Quartal war sie bereits leicht zurückgegangen.

Für ihre repräsentativen Studien zum Konsumklima führt das Marktforschungsinstitut monatlich rund 2.000 Interviews mit Verbrauchern zu ihrer Konjunkturerwartung, ihrer Einkommenserwartung und ihrer Anschaffungsneigung.

Ifo-Beschäftigungsbarometer auf schlechtestem Wert seit 2014

Nicht nur die Konjunktur, auch das Beschäftigungsbarometer schwächelt. Die Personalabteilungen in deutschen Unternehmen schreiben dem Ifo-Institut zufolge angesichts der Konjunkturflaute immer weniger neue Stellen aus. Das Beschäftigungsbarometer fiel im August um 1,4 auf 98,1 Punkte, wie die Münchner Wirtschaftsforscher am Mittwoch zu ihrer Umfrage unter 9.000 Firmen mitteilten. Das ist der schlechteste Wert seit annähernd fünf Jahren.

Im bislang robusten Dienstleistungssektor brach das Barometer so stark ein wie zuletzt im Dezember 2007. "Die Dienstleister fallen als Beschäftigungsmotor nach und nach aus", erklärte das Ifo-Institut. "Die Rezession in der Industrie schlägt sich nun mit Verzögerung auch bei den Dienstleistern nieder."


Auch im Baugewerbe sank das Barometer, doch sind hier weiter Neueinstellungen geplant. Im Handel bleibt das Beschäftigungsniveau konstant. Im Verarbeitenden Gewerbe stieg das Barometer zwar. "Jedoch sind die Unternehmen, die Personal eher abbauen wollen, weiter in der Mehrzahl", so das Ifo-Institut.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen AFP, Reuters

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