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Studie: Deutsche Konzerne Spitzenreiter bei CO2-Einsparungen


Neue Klimastudie  

Deutsche Konzerne Spitzenreiter bei CO2-Einsparungen

25.02.2020, 10:20 Uhr | top, dpa

Studie: Deutsche Konzerne Spitzenreiter bei CO2-Einsparungen. Der Braunkohletagebau im Garzweiler (Nordrhein-Westfalen) steht im Kontrast zu den Windkraftanlagen. Deutsche Konzerne investieren laut einer neuen Studie mehr in erneuerbare Energien.  (Quelle: imago images/Jochen Tack)

Der Braunkohletagebau im Garzweiler (Nordrhein-Westfalen) steht im Kontrast zu den Windkraftanlagen. Deutsche Konzerne investieren laut einer neuen Studie mehr in erneuerbare Energien. (Quelle: Jochen Tack/imago images)

Deutsche Unternehmen leisten den Löwenanteil der Investitionen gegen CO2-Emissionen in Europa. Insgesamt reichen die Bemühungen innerhalb der EU für Klimaneutralität noch nicht aus, ergibt eine Studie.

Deutsche Konzerne investieren mehr Geld in die Verringerung ihrer CO2-Emissionen als Unternehmen jedes anderen europäischen Landes. Knapp 900 Börsenunternehmen aus Europa haben im vergangenen Jahr 124 neue Milliarden Euro in die Verringerung ihrer CO2-Emissionen gesteckt oder entsprechende Investitionen angekündigt.

59 Milliarden davon seien in CO2-arme Technologien gegangen, 65 Milliarden in Forschung und Entwicklung, erklärte die Non-Profit-Organisation CDP (Carbon Disclosure Project) in Paris. CDP sammelt Daten zu Emissionen und Klimastrategien von Unternehmen.

Die gemeldeten Investitionen von 69 deutschen Unternehmen betrugen demnach 44,4 Milliarden Euro – ein Anteil von rund 36 Prozent. Platz zwei und drei unter den europäischen Ländern nehmen Spanien (37,9 Milliarden Euro) und Italien (24,3 Milliarden) ein.

Großbritannien nur auf hinterem Rang 

Konzerne aus Großbritannien – dem Land, in dem im November die diesjährige Weltklimakonferenz stattfinden soll – kommen in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht hinter Frankreich (6,0 Milliarden) und Dänemark (4,5 Milliarden) mit Investitionen von 4,0 Milliarden nur auf Rang sechs. Das hängt zum Teil damit zusammen, dass in Großbritannien mehr Firmen aus dem Dienstleistungssektor mit geringeren Emissionen ansässig sind als etwa in Deutschland.

"Dieser Bericht zeigt, dass einige die Umstellung ernst nehmen", erklärte der geschäftsführende CDP-Europadirektor Steven Tebbe. Die für 2019 gemeldeten Investitionen in die Emissionsverringerung führten vermutlich dazu, dass langfristig 2,4 Gigatonnen CO2-Äquivalente eingespart werden könnten – das entspreche dem jährlichen Ausstoß von Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Polen zusammen.

Im Vergleich zum Vorjahr sanken die europäischen Neuinvestitionen indes um fast ein Drittel, was laut CDP vor allem mit größeren Einmal-Investitionen 2018 zusammenhängt.

Erneuerbare Energien und E-Mobilität im Fokus

Rund neun Zehntel der gemeldeten Investitionen werden in den Sektoren Transport, Energie und Rohstoffe – darunter vor allem für erneuerbare Energien oder E-Fahrzeuge – getätigt, wie aus dem Bericht der unabhängigen Organisation hervorgeht. Er umfasst die von 882 europäischen Unternehmen gemeldeten Daten, deren Emissionen nach CDP-Angaben drei Viertel des gesamten EU-Ausstoßes entsprechen. Unter ihnen sind 69 deutsche Konzerne wie Adidas, BASF, BMW, die Deutsche Bahn, Eon, Hochtief, SAP und VW.

Die 882 Unternehmen werden laut CDP eine enorm wichtige Rolle dabei spielen, ob die EU ihre Klimaziele erreichen kann oder nicht. Insgesamt sei das Investitionsniveau jedoch noch zu niedrig, monierte Tebbe.

Um das EU-Klimaziel zur Emissionsfreiheit bis 2050 zu erzielen, müssten die Investitionsausgaben für kohlenstoffarme Technologien mehr als verdoppelt werden. In absoluten Zahlen müssten diese Investitionen demnach von 59 auf 122 Milliarden Euro pro Jahr gesteigert werden.

Aus wirtschaftlicher Sicht ergebe das eindeutig Sinn, erklärte Tebbe. Die Geschäftsmöglichkeiten bei der Entwicklung CO2-armer Produkte und Dienstleistungen werden von den Konzernen auf mehr als 1,2 Billionen Euro geschätzt. Dieser Wert sei sechs Mal so hoch wie die damit verbundenen Investitionskosten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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