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Weltwirtschaftsforum in Davos: Worum geht es beim Treffen in der Schweiz?

Gipfeltreffen in den Bergen  

Die wichtigsten Antworten zum Weltwirtschaftsforum in Davos

21.01.2020, 07:48 Uhr
Weltwirtschaftsforum in Davos: Worum geht es beim Treffen in der Schweiz?. Klaus Schwab ist Gründer und Vorsitzender des Weltwirtschaftsforums (WEF) (Quelle: dpa/Markus Schreiber)

Klaus Schwab ist Gründer und Vorsitzender des Weltwirtschaftsforums (WEF) (Quelle: Markus Schreiber/dpa)

Das Weltwirtschaftsforum in Davos ist das Klassentreffen für CEOs und Staatenlenker aus aller Welt. t-online.de gibt Antworten auf die fünf wichtigsten Fragen zum Gipfel in den Bergen.

Seit Montagabend blickt die Welt auf die Schweiz, genauer gesagt auf ein kleines Dorf im Kanton Graubünden, mitten in den Bergen: Davos, ein verschlafener Luftkurort mit etwas mehr als 10.000 Einwohnern, bekommt dieser Tage prominenten Besuch aus mehr als 100 Ländern. Anlass ist das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums, zu dessen Start am Dienstag mehr als 3.000 Teilnehmer erwartet werden, darunter Hunderte Staats- und Wirtschaftslenker.

Das jährliche Treffen, kurz WEF (engl.: "World Economic Forum"), dauert bis Freitag und gilt als bedeutend für die politische und wirtschaftliche Agenda des anbrechenden Jahres. Warum aber ist das so – und welche Auswirkungen hat das WEF für Anleger in Deutschland? Die fünf wichtigsten Fragen und Antworten Überblick:

Das Weltwirtschaftsforum ist eigentlich eine Stiftung, gegründet 1971 von dem deutschen Ökonomen Klaus Schwab. Die zentrale Veranstaltung des Forums ist das jährlich im Januar angesetzte Treffen gleichen Namens. Dem Weltwirtschaftsforum gehören rund 1.000 große Unternehmen aus der ganzen Welt an, die das WEF durch ihre Mitgliedsbeiträge finanzieren. Das Forum ist dadurch politisch unabhängig und verfolgt oder vertritt keine nationalen Interessen.

Das Jahrestreffen in Davos gleicht einem Klassentreffen für Wirtschafts- und Staatschefs der Superlative: Bei mehr als 200 Podiumsdiskussionen, Vorträgen und vielen weiteren Veranstaltungen tauschen sich neben Vertretern der Mitgliedsunternehmen, Journalisten und Angehörige von NGOs auch zahlreiche Politiker in Davos aus. Ziel des WEF ist es, Impulse für den politischen und wirtschaftlichen Fortschritt zu geben.

Im Fokus der diesjährigen 50. Ausgabe des Weltwirtschaftsforums stehen vor allem die Klimakrise sowie geopolitische Probleme wie die Krisen im Nahen Osten und in Libyen. Das Motto der 50. Ausgabe des Weltwirtschaftsforums lautet: "Stakeholders for a Cohesive and Sustainable World", zu deutsch "Interessenvertreter für eine zusammenhaltende und nachhaltige Welt". Außerdem beschäftigen sich die Teilnehmer mit Themen wie Unternehmensführung und sozialer Ungleichheit.

Die Bedeutung des WEF bemisst sich maßgeblich an der Prominenz seiner Teilnehmer – und weniger an konkreten politischen Beschlüssen. Umgekehrt heißt das aber nicht, dass das WEF keine politische Relevanz hat. Denn abseits der Diskussionsrunden dient das Treffen auch als Möglichkeit zum bilateralen Austausch zwischen Politikern, die sich sonst nur selten begegnen.

Zudem nutzen zahlreiche Organisationen, Forschungseinrichtungen und NGOs das Forum als Anlass, um Studien und Wirtschaftsprognosen zu präsentieren, die auch Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte haben können. Den Auftakt machten am Vortag zum Start des WEF der Internationale Währungsfonds (IWF), der seine Konjunkturprognose gegenüber dem Vorjahr leicht anhob. Auch die Nichtregierungsorganisation Oxfam stellte bereits am Montag eine Studie vor, in der sie die wachsende Ungleichheit in vielen Ländern kritisierte.

Insgesamt reisen mehr als 3.000 Teilnehmer zum WEF nach Davos, darunter vornehmlich Unternehmens- und Verbandsvertreter, Ökonomen, Journalisten, aber auch zahlreiche Politiker. Als wichtigster Redner wird am Dienstag US-Präsident Donald Trump erwartet. Erstmals seit dem US-Drohnenangriff in Bagdad trifft er am Rande des Forums auch auf seinen irakischen Amtskollegen Barham Saleh.

Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am Donnerstag in die Schweiz, um vor dem Plenum des Forums zu sprechen. Ebenfalls vor Ort ist EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg ist für zwei Podiumsdiskussionen am Dienstag eingeplant. Termine im Vorfeld des WEF hatte die 17-Jährige jüngst kurzfristig abgesagt – Medienberichten zufolge wegen Fieber.

Formal gar nichts. Das WEF und sein Plenum ist kein Beschlussorgan. Weder gibt es ein Abschlusskommuniqué noch verbindliche Versprechen der Unternehmen, zum Beispiel zur Bekämpfung der Klimakrise. Kritiker bemängeln deshalb immer wieder, dass das WEF nicht vielmehr sei als eine große Show, die vor allem die anwesenden Unternehmenschefs in ein gutes Licht rücke. WEF-Gründer Klaus Schwab hingegen beansprucht für das Forum den Status eines wichtigen Impulsgebers für die großen Fragen des jeweiligen Jahres.

Das WEF gilt als Stimmungsbarometer für die geopolitische Lage in der Welt, die globale Konjunktur und die Finanzmärkte. Oft sind es Nuancen in den Reden von Unternehmenschefs und Politikern, die Analysten und Investoren für ihr Anlageverhalten interpretieren.

Die größte Auswirkung auf die Börsen haben in der Regel prominente Studien und Konjunkturprognosen wie etwa die des IWF am Montag. Dass der IWF von einem weltweiten Wachstum ausgeht, ist angesichts der politischen Spannungen im Nahen Osten für Anleger ein gutes Signal.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, dpa-afx, Reuters
  • Handelsblatt
  • Neue Zürcher Zeitung
  • weitere Quellen
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