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Inflationssorgen wachsen: Teuerungsrate ĂŒber 5 Prozent

Von dpa
Aktualisiert am 10.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Die Inflation hat im November einen Sprung gemacht und erstmals seit rund 29 Jahren wieder die FĂŒnf-Prozent-Marke erreicht.
Die Inflation hat im November einen Sprung gemacht und erstmals seit rund 29 Jahren wieder die FĂŒnf-Prozent-Marke erreicht. (Quelle: Annette Riedl/dpa./dpa)
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Wiesbaden (dpa) - Die Menschen in Deutschland mĂŒssen einen weiteren Preisschub verkraften: Die Inflationstieg im Novemberauf den höchsten Stand seit fast 30 Jahren. Angeheizt insbesondere von gestiegenen Energiepreisen legten die Verbraucherpreise gegenĂŒber dem Vorjahresmonat um 5,2 Prozent zu.

Das Statistische Bundesamt bestÀtigte damit eine erste SchÀtzung. Eine höhere Teuerungsrate wurde zuletzt im Zuge des Wiedervereinigungsbooms im Juni 1992 mit 5,8 Prozent gemessen. Im Oktober des laufenden Jahres hatte die Rate bei 4,5 Prozent gelegen.

Kaufkraft Ärmerer und Älterer besonders geschwĂ€cht

Eine höhere Inflation schwĂ€cht die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich fĂŒr einen Euro dann weniger kaufen können als zuvor. Nach einerStudiedes Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) treffen die Folgen auf lĂ€ngere Sicht vor allem Ă€rmere und Ă€ltere Menschen.

Demnach stiegen Lebenshaltungskosten der einkommensĂ€rmsten Haushalte seit 1995 um fast 34 Prozent und die der einkommensstĂ€rksten um rund 28 Prozent. Ärmere Haushalte "geben einen großen Teil ihres Einkommens fĂŒr lebensnotwendige GĂŒter aus. Steigt dort der Preis, gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten", erlĂ€uterte Studienautor Markus Demary.

Betroffen sind zudem auch Ă€ltere Menschen. Ein 80-JĂ€hriger mit durchschnittlichem Konsumverhalten zahlt den Berechnungen zufolge heute knapp 43 Prozent mehr fĂŒr seinen Lebensstandard als ein Altersgenosse 1995. Bei 18- bis 24-JĂ€hrigen sind es rund 19 Prozent mehr. Ein Grund: JĂŒngere leben hĂ€ufig in kleineren Wohnungen oder Wohngemeinschaften, geben also weniger fĂŒr Miete und Nebenkosten aus. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" darĂŒber berichtet.

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Energiepreise sind Haupttreiber der Inflation

Besonders tief mussten die Menschen in Deutschland im November erneut fĂŒr Energie in die Tasche greifen. Haushaltsenergie verteuerte sich innerhalb eines Jahres insgesamt um 22,1 Prozent. Der Heizölpreis verdoppelte sich. Sprit kostetet 43,2 Prozent mehr als im November 2020. Auch Erdgas (plus 9,6 Prozent) und Strom (plus 3,1 Prozent) wurden teurer. FĂŒr Nahrungsmittel mussten die Menschen 4,5 Prozent mehr zahlen.

Ohne BerĂŒcksichtigung der Energiepreise hĂ€tte die Inflationsrate im November bei 3,4 Prozent gelegen. Die Teuerung wird seit Monaten von steigenden Energiepreisen im Zuge der weltweiten Konjunkturerholung nach der Corona-Krise 2020 angeheizt.

Zudem schlĂ€gt die RĂŒcknahme der vorĂŒbergehenden Mehrwertsteuersenkung durch: Seit Januar 2021 gelten wieder die regulĂ€ren SĂ€tze, Waren und Dienstleistungen werden also tendenziell teurer. Hinzu kommen Materialmangel und LieferengpĂ€sse sowie die EinfĂŒhrung der CO2-Abgabe Anfang des Jahres.

GegenĂŒber dem Vormonat Oktober sanken die Verbraucherpreise im November um 0,2 Prozent. Ein wesentlicher Grund dafĂŒr war den Angaben zufolge der saisonbedingte PreisrĂŒckgang bei Pauschalreisen.

EZB in der Kritik - die aber ist gelassen

DieInflationist ein wichtiger Gradmesser fĂŒr die Geldpolitik der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt fĂŒr den WĂ€hrungsraum der 19 LĂ€nder eine jĂ€hrliche Teuerungsrate von 2 Prozent an und ist zumindest zeitweise bereit, ein moderates Über- oder Unterschreiten zu akzeptieren.

Die EZB steht unter Druck von Kritikern, ihre lockere Geldpolitik angesichts der steigenden Preise zu straffen. Aus Sicht der Notenbank ist der Anstieg der Inflation jedoch vorĂŒbergehend.

Die vergleichsweise hohen Teuerungsraten machten vielen Menschen Sorgen, sagte EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde jĂŒngst. "Wir erwarten aber, dass dieser Anstieg der Inflation nicht von Dauer sein wird. Im nĂ€chsten Jahr wird sich das wieder beruhigen. Schon von Januar an erwarten wir, dass die Inflationsraten beginnen zu sinken", sagte Lagarde der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Zuversicht auch bei Ökonomen

Der Ökonom Sebastian Dullien sieht gute Chancen, "dass wir mit dem aktuellen Anstieg den Höhepunkt der Inflation erreicht haben oder dass dieser spĂ€testens im Dezember erreicht wird". Es könnte allerdings bis in die zweite JahreshĂ€lfte 2022 dauern, bis die Inflationsrate wieder unter die Marke von 2 Prozent falle.

Der wissenschaftliche Direktor des Instituts fĂŒr Makroökonomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung sieht angesichts der jĂŒngsten LohnabschlĂŒsse auch keine Anzeichen fĂŒr eine gefĂ€hrliche Spirale aus steigenden Löhnen und steigenden Verbraucherpreisen.

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