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So sparen Sie mit Spenden Steuern

  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff

Aktualisiert am 22.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Ein Mann zÀhlt Geld (Symbolbild): Spenden zahlt sich steuerlich aus.
Ein Mann zÀhlt Geld (Symbolbild): Spenden zahlt sich steuerlich aus. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn-bilder)
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Ob Kleider fĂŒr BedĂŒrftige oder Geld fĂŒr gemeinnĂŒtzige Einrichtungen – Spenden können Sie als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Wie das geht und welche neue Regel seit 2021 gilt.

Das Wichtigste im Überblick


  • Wie werden Spenden steuerlich berĂŒcksichtigt?
  • Kann ich Spenden ohne Beleg absetzen?
  • Kann ich Sachspenden steuerlich absetzen?
  • Richtig spenden: Wie finde ich die passende Organisation?

Gutes tun und Steuern sparen – das ist einfacher als gedacht. Denn Spenden an gemeinnĂŒtzige Organisationen können Ihre Steuerlast reduzieren. Dazu gehören beispielsweise Kirchen, Museen, gemeinnĂŒtzige Vereine, Stiftungen oder politische Parteien.


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Wir erklĂ€ren Ihnen, wie Spenden steuerlich berĂŒcksichtigt werden, bis zu welchem Betrag Sie sie ohne Beleg absetzen können und wie Sie ĂŒberhaupt die richtige Organisation finden.

Wie werden Spenden steuerlich berĂŒcksichtigt?

Spenden gelten in der SteuererklÀrung als Sonderausgaben. Man unterscheidet dabei drei Arten:

  • Spenden zur Förderung gemeinnĂŒtziger und steuerbegĂŒnstigter Zwecke
  • Spenden in den Vermögensstock einer Stiftung
  • Spenden an politische Parteien.

Allen dreien ist gemein, dass Ihre Zuwendungen nur dann als Spenden anerkannt werden, wenn die Einrichtung nicht gewinnorientiert arbeitet. Dazu zĂ€hlen auch zahlreiche Vereine. Erhalten die Spender jedoch eine Gegenleistung – zum Beispiel in Form von Eintrittsgeldern oder verringerten VereinsbeitrĂ€gen – können Sie die Spenden nicht absetzen.

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FĂŒr Spenden an gemeinnĂŒtzige und steuerbegĂŒnstigte Organisationen gilt: Privatpersonen können in der SteuererklĂ€rung bis zu 20 Prozent ihres Jahreseinkommens sofort als Spende geltend machen (§10b EStG). Wollen Sie einen grĂ¶ĂŸeren Betrag geben, können Sie den ĂŒberschießenden Teil aufs Folgejahr ĂŒbertragen (Spendenvortrag).

Spenden an Stiftungen

Spenden Sie in den Vermögensstock einer Stiftung, begĂŒnstigt der Staat BetrĂ€ge von bis zu einer Million Euro – unabhĂ€ngig vom Einkommen. Sie können die Zuwendung entweder auf einen Schlag oder verteilt ĂŒber die neun folgenden Jahre geltend machen.

Spenden an politische Parteien

Aus finanzieller Sicht lohnt es sich fĂŒr Spender besonders, politische Parteien zu unterstĂŒtzen. Denn Spenden sind fĂŒr Singles bis zu einer Höhe von insgesamt 3.300 Euro steuerbegĂŒnstigt, fĂŒr Verheiratete und Lebenspartner bis zu 6.600 Euro. BerĂŒcksichtigt werden sie in zwei Schritten:

  • Bis zu einem Betrag von 1.650 Euro fĂŒr Singles und 3.300 Euro fĂŒr Paare können Sie Ihre Spende direkt zur HĂ€lfte von der Steuerschuld abziehen lassen. Sie zahlen also maximal 825 Euro beziehungsweise 1.650 Euro weniger an Steuern.
  • Spenden Sie ĂŒber diese BetrĂ€ge hinaus, können Sie diesen Teil zusĂ€tzlich als Sonderausgabe eintragen – begrenzt bis zu einer Höhe von weiteren 1.650 Euro fĂŒr Singles und 3.300 Euro bei Paaren.

Wichtig: Damit Spenden Ihr zu versteuerndes Einkommen mindern, mĂŒssen Sie den Pauschbetrag fĂŒr Sonderausgaben ĂŒbersteigen. Da dieser allerdings nur bei 36 Euro fĂŒr Alleinstehende liegt, ist die HĂŒrde nicht besonders hoch. Mehr zu Sonderausgaben lesen Sie hier.

Kann ich Spenden ohne Beleg absetzen?

Ganz ohne Beleg geht es nicht, wohl aber ohne "ZuwendungsbestĂ€tigung nach amtlichem Muster", besser bekannt als Spendenbescheinigung oder Spendenquittung. Seit dem Steuerjahr 2021 gilt dafĂŒr eine neue Höchstgrenze von 300 Euro (bisher 200 Euro). Überschreitet Ihre Spenden diesen Betrag nicht, reicht dem Finanzamt ein "vereinfachter Nachweis", beispielsweise ein Kontoauszug.

Spenden Sie im Katastrophenfall, gilt die vereinfachte Regelung auch fĂŒr BetrĂ€ge oberhalb von 300 Euro. Haben Sie also zum Beispiel fĂŒr die Opfer der Flutkatastrophe im Juli 2021 in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern gespendet, genĂŒgt ein einfacher Zahlungsbeleg als Nachweis – bei jeder Summe. Voraussetzung ist, dass Sie das Geld auf ein extra fĂŒr die Flutopfer eingerichtetes Sonderkonto ĂŒberwiesen haben.

Gut zu wissen: Seit 2017 gilt, dass Sie Spendenquittungen und Belege nicht mehr einreichen mĂŒssen. Aufbewahren sollten Sie diese aber trotzdem, falls das Finanzamt RĂŒckfragen hat.

Kann ich Sachspenden steuerlich absetzen?

Ja, das geht. Das Finanzamt erkennt auch Kleider fĂŒr BedĂŒrftige oder BĂŒcher fĂŒr die Bibliothek als Sonderausgaben an. DafĂŒr mĂŒssen Sie als Spender aber ihren Wert ermitteln.

Ist der gespendete Gegenstand neu, ergibt sich der Wert aus der Rechnung. Bei gebrauchten Dingen muss der Marktwert geschĂ€tzt werden. DafĂŒr können Spender zum Beispiel Preise Ă€hnlicher Artikel in Kleinanzeigen vergleichen. Auch der ursprĂŒngliche Wert, der Zustand und das Alter der Spende spielen eine Rolle.

Damit das Finanzamt die Spende anerkennt, braucht der Spender eine ZuwendungsbestĂ€tigung. Dieser Nachweis muss die genaue Bezeichnung des gespendeten Gegenstandes enthalten sowie das Alter, den Zustand und den ursprĂŒngliche Kaufpreis.

Richtig spenden: Wie finde ich die passende Organisation?

Wer spendet, möchte sichergehen, dass sein Geld auch seriös eingesetzt wird. Die Stiftung Warentest hat eine Checkliste aufgestellt, anhand der Sie prĂŒfen können, ob Ihre Spende aller Voraussicht nach in guten HĂ€nden ist.

  • Siegel: Achten Sie darauf, ob eine Organisation ein Siegel oder Zertifikat hat. Besonders gut ist das Siegel des Deutschen Zentralinstituts fĂŒr soziale Fragen (DZI).
  • Information: Die Organisation sollte idealerweise umfassend ĂŒber ihre Projekte informieren und einen Jahresbericht zu ihren Finanzen veröffentlichen.
  • Kontaktmöglichkeit: Es sollte Ihnen möglich sein, unkompliziert Auskunft ĂŒber die Arbeit der Organisation zu erhalten.
  • Kosten: Je mehr von Ihrem Geld dem eigentlichen Zweck zugute kommt, desto besser. Die Kosten fĂŒr Werbung und Verwaltung sollten sich deshalb in Grenzen halten und nicht mehr als 30 Prozent der Ausgaben darstellen.
  • HaustĂŒrgeschĂ€fte: Ist die Organisation seriös, drĂ€ngt Sie sie niemals zu einer sofortigen Unterschrift.
  • GemeinnĂŒtzigkeit: Die Organisation kann ihre GemeinnĂŒtzigkeit dank des Freistellungsbescheids vom Finanzamt belegen.
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