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Rendite versus Risiko: Reichen sieben Aktientitel im Depot?

Rendite versus Risiko  

Reichen sieben Aktientitel im Depot?

03.07.2019, 04:34 Uhr | dpa

Rendite versus Risiko: Reichen sieben Aktientitel im Depot?. Wer auf Einzelaktien setzt, muss sein Investment beobachten.

Wer auf Einzelaktien setzt, muss sein Investment beobachten. Denn nur dann kann man bei Kursrückgängen schnell reagieren. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn. (Quelle: dpa)

München/Bremen (dpa/tmn) - Wer sein Risiko bei Aktienanlagen mindern will, sollte sein Investment breit streuen. So lautet eine gängige Empfehlung. Vermögensverwalter Michael Thaler schlägt einen anderen Weg vor. Ihm zufolge reichen sieben Aktientitel im Depot. Doch ist das nicht riskant?

Der Finanzexperte aus dem oberbayerischen Starnberg sieht das nicht so: Bei Aktien von sieben Unternehmen hält er das sogenannte unsystematische Risiko für weit genug eingeschränkt. Vereinfacht gesagt mache es bei einem derartigen Portfolio nichts aus, falls es bei einem der sieben Unternehmen mal schlecht laufe, sagt Thaler.

Dass sieben verschiedene Titel im Depot genügen können, hält auch Jürgen Kurz für möglich. "Es ist aber sehr abhängig davon, was das für Aktien sind", schränkt der Experte der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ein. Das Risiko muss gestreut sein, die Aktien sollten also unterschiedliche Branchen und Weltregionen abbilden.

Zyklische und nicht-zyklische Branchen

Wie das aussehen könnte, erläutert Thaler. Ein wichtiger Faktor sei die Empfindlichkeit von Unternehmen gegen Konjunkturschwankungen. Man unterscheidet hier zwischen zyklischen und nicht-zyklischen Branchen. Zykliker wie Maschinenbauer profitieren im Aufschwung oft von einem Auftragsplus, ihr Aktienkurs steigt. Bei einer Flaute fällt er wieder. Antizyklische Firmen etwa aus dem Pharma- und Lebensmittelbereich sind diesen Schwankungen weniger stark ausgesetzt. Man sollte eine Mischung von beiden in seinem kleinen Siebener-Portfolio haben, rät Thaler.

Wer sich ein ausgewogenes Portfolio mit nur einer guten Handvoll Titel zusammenstellen möchte, braucht dafür laut Kurz eine Strategie, Grundwissen und vor allem Interesse. "Man muss Spaß daran haben und sich damit auseinandersetzen", sagt der DSW-Experte.

Gemütlich sein Investment laufen lassen und nur alle paar Jahre einmal schauen, wie es sich entwickelt - das ist vielleicht bei einem breit gestreuten Indexfonds (ETF) denkbar, bei Einzeltiteln allerdings kaum ratsam, wie Kurz betont.

Gewinne mitnehmen

Läuft es bei einem Unternehmen gut, kann es sinnvoll sein, Teile dieser Aktien zu verkaufen, um Gewinne mitzunehmen. Läuft es schlecht, muss sich der Anleger entscheiden: aussitzen oder abstoßen? "Da machen viele Leute den Fehler, dass sie zu emotional sind und zu sehr an einer Aktie hängen."

Auch das Investment in Einzeltitel sollte eher als langfristige Anlage gedacht werden, sagt Thaler. Mit dieser Form könnten "überdurchschnittliche Renditen" erzielt werden, aber Anleger brauchen "ein gewisses Durchhaltevermögen".

Kritisch sieht dagegen Verbraucherschützer Thomas Mai ein Portfolio mit nur sieben Akten. "Bei wenigen Aktien hat man das Risiko eines Totalausfalls, etwa durch eine Insolvenz", sagt der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Selbst eine ordentliche Streuung über die Branchen hinweg schützt nicht zwangsläufig vor großen Verlusten. Hat man beispielsweise in den vergangenen Jahren auf Aktien von Bayer, Commerzbank und E.ON gesetzt, habe man zwar im Pharma-, Banken- und Energiesektor gestreut - und dennoch drei Mal danebengegriffen.

Prinzipiell hält der Verbraucherschützer Investitionen am Aktienmarkt aber für sinnvoll. Wer sich nicht in Details vertiefen und sein Risiko möglichst breit streuen wolle, könne zum Beispiel auf ETFs setzen. "Wer breit streut, ist immer unter den Gewinnern - zumindest langfristig."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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