Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern >

Finanzhof-Präsident für Abschaffung von Steuerzins

Steuernachforderungen  

Finanzhof-Präsident spricht sich für Abschaffung von Steuerzins aus

01.03.2018, 16:59 Uhr | AFP, sm

Finanzhof-Präsident für Abschaffung von Steuerzins. Formular zur Einkommensteuererklärung: Die Abschaffung des Steuerzinses sowohl für Nachzahlungen als auch Erstattungen wäre ein Beitrag zur Vereinfachung des Steuerrechts, sagt der Finanzhof-Präsident Rudolf Mellinghoff. (Quelle: dpa/Oliver Berg)

Formular zur Einkommensteuererklärung: Die Abschaffung des Steuerzinses sowohl für Nachzahlungen als auch Erstattungen wäre ein Beitrag zur Vereinfachung des Steuerrechts, sagt der Finanzhof-Präsident Rudolf Mellinghoff. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Der Präsident des Bundesfinanzhofes (BFH), Rudolf Mellinghoff, hat sich für die vollständige Abschaffung des Rechnungszinses von sechs Prozent bei Steuernachforderungen und -erstattungen ausgesprochen.

"Ich finde, dass eine völlige Abschaffung der Verzinsung von Steuernachforderungen und -erstattungen ein Beitrag zur Vereinfachung des Steuerrechts wäre", sagte Mellinghoff der "Wirtschaftswoche". Der 3. Senat des BFH hatte erst vor kurzem entschieden, dass der Zinssatz nicht verfassungswidrig sei. Lesen Sie mehr: Satte 6 Prozent – Überall Niedrigzinsen, doch der Fiskus langt zu.

Zukunft der Zinshöhe für Steuernachforderungen offen?

"Die Frage der Verzinsung ist hoch umstritten", so Mellinghoff weiter. "Daher weiß man nicht, wie der Bundesfinanzhof weitere Verfahren entscheiden wird." Im Übrigen zeigten die Verfahren, "dass es ein erhöhtes Unwohlsein bei den Steuerpflichtigen gibt".

Bei der Verzinsung von Steuernachforderungen und Steuererstattungen gilt ein Satz von 0,5 Prozent pro Monat, also sechs Prozent pro Jahr. Da die Zinsen in den vergangenen Jahren stark gesunken sind, setzte sich der Steuerzahlerbund bislang für eine Anpassung des Zinssatzes auf 0,25 Prozent pro Monat, also drei Prozent pro Jahr ein.

Einträgliches Geschäft für den Staat

Gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase trifft der Zinssatz, den der Fiskus auf Steuernachforderungen erhebt, bei den Steuerzahlern auf Unverständnis. Doch ungeachtet einer Hoch- oder Niedrigzinsphase – die Höhe sowohl der Nachzahlungszinsen als auch der Erstattungszinsen liegt seit 1961 unverändert bei sechs Prozent pro Jahr. Begründet wird dies – ebenfalls – mit der Vereinfachung der Steuerverwaltung.

Unterdessen sind die sechs Prozent Zinsen für den Staat ein einträgliches Geschäft. Im Jahr 2016 nahm der Bund durch Nachzahlungen unter dem Strich 670 Millionen Euro ein.

Verwendete Quellen:
  • AFP

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Finanzen > Steuern

shopping-portal