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  • Von der Ukraine-Krise zur Weltwirtschaftskrise? Unsichere Zeiten fĂĽr Anleger


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Kommt nun eine Weltwirtschaftskrise wie zuletzt 1929?

Eine Kolumne von Ursula Weidenfeld

Aktualisiert am 16.02.2022Lesedauer: 3 Min.
Ukrainische Zivilisten beim Kriegstraining: Sie bereiten sich auf den Ernstfall, einen Einmarsch der russischen Armee, vor.
Ukrainische Zivilisten beim Kriegstraining: Sie bereiten sich auf den Ernstfall, einen Einmarsch der russischen Armee, vor. (Quelle: Chris McGrath/getty-images-bilder)
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Der Aktienmarkt ist aufgepumpt und nun droht die Eskalation in der Ukraine. Die Börse könnte das schwer treffen, womöglich in historischem Ausmaß. Anleger müssen sich auf unsichere Zeiten einstellen.

Lange haben Aktionäre und Anleger nicht so besorgt auf ihr Vermögen geschaut wie in den vergangenen Tagen. Der Kursrutsch seit Jahresbeginn, der Einbruch des Leitindexes Dax um zwei Prozent am gestrigen Montag: War das nur der Anfang einer Baisse, wie es sie seit der Weltwirtschaftskrise des Jahres 1929 nicht mehr gegeben hat? Auch wenn es wahrscheinlich so schlimm nicht kommen wird: Möglich ist es dennoch.

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Die Nervosität an den Börsen wächst mit jeder Woche. Nicht nur, weil die Kurse von Aktien und Immobilien vielen ohnehin schon übertrieben erscheinen, sondern auch, weil niemand weiß, welche mittelfristigen Folgen die Ukraine-Krise für die Weltwirtschaft hat. Auch wenn die Drohkulisse in den kommenden Tagen zusammenfallen sollte, ahnen alle Beteiligten, dass die Erleichterung nur vorübergehend sein wird. Denn ein paar Risiken und Konsequenzen sind schon jetzt sichtbar.

1. Unruhige Zeiten für Aktionäre kommen

Dass es nach dem nächsten Kursrutsch wie bisher schnell wieder aufwärts geht, ist lange nicht sicher. Denn die Frage ist nicht nur, ob und wann Russland in die Ukraine einmarschiert. Die Frage ist auch, ob die gespaltene Reaktion des Westens beispielsweise China ermutigt, den Taiwan-Konflikt eskalieren zu lassen.

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Oder Nordkorea, seine Raketentests zu intensivieren. Oder den Iran, sein Atomprogramm hochzufahren. Je brĂĽchiger die alte Weltordnung erscheint, desto riskanter werden auch Anlagen, die sich auf die bisherige Regelhaftigkeit des Welthandels stĂĽtzen.

2. Ă–l und Energie bleiben teuer

Autofahrer, Industrie und Energieversorger können nicht hoffen, dass sich die Öl- und Gaspreise kurzfristig entspannen. Auch wenn der Westen seine Abhängigkeit von russischen Lieferungen reduziert: Es wird eine Weile dauern, bis die neuen Lieferanten und Handelswege etabliert sind. Bis dahin wird bei jeder neuen Sorge vor einem Krieg zwischen Russland und der Ukraine die Öl- und Gasrechnung für das Fahren, Heizen oder die Stromproduktion teurer – egal, woher die Energie kommt.

Das trifft nicht nur Deutschland hart, dessen Abhängigkeit von russischem Gas in den vergangenen Tagen immer wieder kritisiert wurde. Auch die USA sind keineswegs so unabhängig von russischen Energielieferungen, wie sie glauben machen wollen: Sie beziehen einen guten Teil ihrer Ölimporte aus Russland.

3. Steigende Zinsen

Wenn alles teurer wird, werden die Notenbanken schneller und entschlossener versuchen müssen, die Zinsen zu erhöhen – und damit die Nach-Corona-Konjunktur ausbremsen. Der Konflikt mit Russland verstärkt diese Befürchtung vor allem in Amerika, wo die Inflation noch schärfer ausfällt als in Europa.

Wegen des Russlandkonflikts werden Anleger und Verbraucher vorsichtiger, das bremst das Wachstum. Höhere Zinsen nützen zwar im Kampf gegen die Inflation, sind aber ein zusätzliches Bremsmanöver für die Konjunktur. In den USA fürchten inzwischen viele Wirtschaftswissenschaftler, dass das Bremsmanöver zu scharf ausfällt. In Europa kommt dazu, dass sich die Schuldensituation der südlichen Euroländer schnell wieder zuspitzen könnte.

4. Klimaschutz wird schwerer

Auch für den Kampf gegen den Klimawandel werden die Bedingungen wieder härter. Noch vor wenigen Wochen waren sich viele Experten sicher, dass niemand, der bei Trost ist, jetzt noch in fossile Energien investieren würde. Die Ausstiegspläne der entwickelten Welt aus Kohle, Öl und Gas schienen so ambitioniert zu sein, dass kaum noch jemand eine Wette auf die alten Ölkonzerne machen wollte.

Jetzt ist alles anders. Rating-Agenturen bewerten Öl- und Gasunternehmen immer höher, Anleger kaufen die Firmenanleihen von Shale-Gas-Firmen in den USA wieder, oder investieren in Unternehmen, die noch vor zwei Jahren am Rande des Bankrotts standen. Auch Rohstoff- und Bergbaufirmen stehen seit einigen Wochen hoch in der Gunst der professionellen Anleger.

5. Gold bleibt sicher

In solchen Situationen ist Gold der klare Gewinner. Je entschlossener sich die Notenbanken gegen die Inflation stemmen und je intensiver die Bemühungen um eine Entschärfung der Lage an der ukrainischen Grenze sind, desto kürzer könnte die Gold-Hausse sein.

Historische Einschnitte drohen an der Börse

Kaufen, wenn die Kanonen donnern? Diese alte Börsenweisheit ist in diesen Tagen nur begrenzt anwendbar. Denn unabhängig von dem Konflikt mit Russland sind die Börsen durch die jahrelange Geldschwemme und durch die Inflation sehr hoch bewertet.

Dasselbe gilt für die Immobilienmärkte. Der Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller warnte im Januar, ein Crash sei nicht unwahrscheinlich. Er zog den Vergleich zur Lage vor 1929 – und zwar vor der Eskalation in der Ukraine.

Ursula Weidenfeld ist Wirtschaftsjournalistin in Berlin. Ihr neues Buch heißt: Die Kanzlerin. Porträt einer Epoche.

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