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Wendelin Wiedeking: Ex-Porsche-Chef muss sich vor Gericht verantworten

Vorwurf der Marktmanipulation  

Ex-Porsche-Chef Wiedeking muss doch vor Gericht

26.08.2014, 19:00 Uhr | rtr , dpa

Wendelin Wiedeking: Ex-Porsche-Chef muss sich vor Gericht verantworten. Um Haaresbreite wäre er einem Prozess entgangen: Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking (Quelle: dpa)

Um Haaresbreite wäre er einem Prozess entgangen: Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking (Quelle: dpa)

Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking muss sich wegen der letztlich gescheiterten Übernahme von Volkswagen (VW) vor Gericht verantworten. Das Stuttgarter Oberlandesgericht habe entschieden, das Hauptverfahren wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation gegen Wiedeking sowie Ex-Finanzvorstand Holger Härter zu eröffnen, teilte das Gericht am Dienstag mit.

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Es hob damit eine Entscheidung des Stuttgarter Landgerichts auf, das das Strafverfahren nicht zugelassen hatte. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt. Das Oberlandesgericht hält eine Verurteilung demnach zumindest nicht für unwahrscheinlich. Zur Begründung führte das Gericht eine Vielzahl von Indizien an, die eine "verdeckte Beschlusslage" von Porsche zur Aufstockung der Beteiligung an VW nahe lege.

Anders als die Vorinstanz schloss der erste Strafsenat des Oberlandesgerichts in seiner 20 Seiten umfassenden Entscheidung daraus, dass zur Klärung eine Hauptverhandlung vor Gericht nötig sei. Dabei verwies der Senat konkret auf Unterlagen über die Beratung von Porsche durch eine Großkanzlei für die Kommunikationsstrategie sowie auf Zeugenaussagen im Zusammenhang mit den Ermittlungen. Mit dem Prozess wurde die 13. Wirtschaftstrafkammer des Landgerichts beauftragt.

Bis zu fünf Jahre Haft drohen

Mit Wiedeking sitzt dann auch der damalige Finanzvorstand Holger Härter auf der Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage wegen Marktmanipulation gegen die Manager erhoben, weil sie den Finanzmarkt aus Sicht der Behörde zwischen 2007 und 2009 nicht ausreichend über Porsches VW-Einstieg informiert haben. Die Manager ließen über ihre Anwälte mitteilen, sie seien "zuversichtlich, dass sich die Vorwürfe in der Hauptverhandlung als ausnahmslos unberechtigt erweisen werden". Bei einer Verurteilung drohen eine Geldstrafe oder sogar bis zu fünf Jahre Haft.

Die Ankläger sehen es so: Während die Porsche-Chefs zwischen Frühling und Herbst 2008 mehrfach gegenüber der Finanzwelt dementierten, bei VW nach der Macht greifen und beim Anteil die 75-Prozent-Schwelle erreichen zu wollen, hätten sie heimlich genau diesen Plan vorangetrieben. Ihre Angaben seien alle zutreffend gewesen, betonten Wiedeking und Härter in einer Mitteilung.

Wiedeking und Härter stehen schon jahrelang im Fokus der Ermittler - vom Bündel der anfänglichen Anschuldigungen ist allerdings nicht mehr viel übrig. So hatte es zunächst sogar Vorwürfe wegen zweierlei Straftatbestände möglicher Marktmanipulation gegeben. Auch den Vorwurf der Untreue ließ die Staatsanwaltschaft fallen.

Gescheiterte Übernahme zieht mehrere Klagen mit sich

Die Porsche SE hat wegen der letztlich gescheiterten Übernahme zahlreiche Klagen am Hals, weil Anleger damals viel Geld verloren haben und sich rückblickend fehlinformiert fühlen. Schadensersatzklagen von Hedge Fonds und anderen Investoren haben die Landgerichte Braunschweig und Stuttgart zum Teil bereits abgewiesen. Weitere Zivilverfahren laufen noch. Härter wurde wegen Kreditbetrugs verurteilt.

Seit Februar 2013 ermittelt die Staatsanwaltschaft zudem gegen mehrere Aufsichtsratsmitglieder der Porsche SE, darunter die Porsche-Großaktionäre Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche, wegen Beihilfe zur Marktmanipulation. Ob auch hier Anklage erhoben wird, hängt vom Ausgang der Verfahren gegen Härter und Wiedeking ab.

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