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OECD: Flüchtlinge in Deutschland sind oft überqualifiziert

OECD-Studie überrascht  

Flüchtlinge in Deutschland sind oft überqualifiziert

07.09.2016, 14:33 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

OECD: Flüchtlinge in Deutschland sind oft überqualifiziert. Gerade hochqualifizierte Flüchtlinge haben in Deutschland große Schwierigkeiten, ihren Qualifikationen entsprechende Arbeitsstellen zu finden.  (Quelle: dpa)

Gerade hochqualifizierte Flüchtlinge haben in Deutschland große Schwierigkeiten, ihren Qualifikationen entsprechende Arbeitsstellen zu finden. (Quelle: dpa)

Bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt hat Deutschland nach Einschätzung der OECD aus Fehlern der Vergangenheit gelernt und den richtigen Weg eingeschlagen. Die Organisation kommt allerdings auch zu einer überraschenden Erkenntnis: Flüchtlinge sind oft überqualifiziert.

Eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) offenbart ein Phänomen: Hoch qualifizierte Flüchtlinge haben in Deutschland vergleichsweise große Probleme, ihre Fähigkeiten im Arbeitsmarkt anzubringen. Sie sind für die Jobs, die sie hier ausüben, überqualifiziert.

Deutschland lag dabei 2014 mit einem Anteil von über 70 Prozent der hochqualifizierten Flüchtlinge, die nicht adäquat beschäftigt sind, europaweit an der Spitze. Thomas Liebig, Arbeitsexperte der OECD, hob aber hervor, dass es in Deutschland in diesem Punkt zuletzt "wesentliche Fortschritte" gegeben habe.

Eingliederung durch Arbeit

Liebig lobte die im Vergleich bei Flüchtlingen stärker als bei anderen Migranten ausgeprägte Bereitschaft, die Staatsbürgerschaft ihres Ziellandes anzunehmen. Das sei "ein wichtiger Indikator für Integration" in Gesellschaft und Arbeitsmarkt.

"Die Flüchtlingskrise wird als Chance genutzt, das Integrationssystem erheblich zu verbessern!", sagte der Arbeitsmarktexperte bei der Vorstellung der Vergleichstudie. Am Ende seien alle Bemühungen, Flüchtlinge möglichst frühzeitig in Jobs zu bringen, auch hilfreich für ihre Eingliederung in die deutsche Gesellschaft.

"Erhebliche Fortschritte" bei Sprachvermittlung

Die europaweite Untersuchung von OECD und Europäischer Kommission bezieht sich im wesentlichen auf das Jahr 2014, gibt aber nach den Worten Liebigs viele Hinweise für die Lage nach dem Andrang von rund einer Million Flüchtlinge im Vorjahr.

"Erhebliche Fortschritte" habe Deutschland bei der Sprachvermittlung gemacht, die entscheidend für die Arbeitsmarkt-Integration sei. Vor zwei Jahren lag der Anteil der Flüchtlinge, die hierzulande nach zehn Jahren Deutsch auf dem fortgeschrittenen B1-Niveau sprachen, bei nur gut 40 Prozent - bei anderen Migranten waren es 70 Prozent. Inzwischen werde dafür gesorgt, dass schon etwa 60 Prozent der Geflüchteten die Landessprache schnell auf B1-Niveau beherrschen.

Integration teuer und langwierig

Nach den August-Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren zuletzt 153.000 Geflüchtete als arbeitslos registriert - 13.000 mehr als im Juli. Zusammen mit den rund 193.000 Asylsuchenden, die in Integrations- und Berufseingliederungskursen auf Alltag und Arbeitsleben in Deutschland vorbereitet werden, beläuft sich die Zahl der arbeitsuchenden Flüchtlinge auf 346.000.

BA-Chef Frank-Jürgen Weise ist zwar grundsätzlich optimistisch. "Aber es wird viel Geld kosten und lange dauern." Eine Gesamtbilanz, ob es sich die Aufnahme der Flüchtlinge auch für den deutschen Arbeitsmarkt gelohnt habe, werde erst in einigen Jahren vorliegen. Auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) rechnet nur längerfristig mit spürbaren Erfolgen bei der Job-Integration von Flüchtlingen.

OECD: Deutschland ist effizienter geworden

Insgesamt sieht die OECD Gründe für die Hoffnung, dass Deutschland die Job-Integration besser und schneller hinbekommt als früher - und auch als andere Länder: die sehr gute Lage am Arbeitsmarkt, die Verbesserungen der Integrationspolitik an wichtigen Stellschrauben, eine frühzeitige Erfassung von Kompetenzen, niedrigere Verwaltungshürden bei fehlenden Dokumenten oder schwer nachweisbaren Qualifikationen.

Früher dauerte es 15 bis 20 Jahre, ehe Flüchtlinge bei der Beschäftigungsquote auf Inländer-Niveau waren - nun seien die von der BA erwarteten fünf bis sechs Jahre realistisch, sagte Liebig.

Besonderes Augenmerk auf Frauen

Nach Auffassung der OECD sollten die Zielländer der Flüchtlinge ein Hauptaugenmerk auf die Beschäftigung von Frauen legen - diese täten sich auch wegen der familiären Rollenaufteilung oft schwer auf dem Arbeitsmarkt. 

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