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Mittelstand in der Krise: Kleine und mittlere Unternehmen sind zu Recht zornig!


Gerechter Zorn

Eine Kolumne von Ursula Weidenfeld

Aktualisiert am 13.09.2022Lesedauer: 3 Min.
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Kleine und mittlere Unternehmen beschweren sich zu Recht über die Wirtschaftspolitik. Denn die kümmere sich nur um die Großen.

Die Unternehmen könnten doch Staatshilfe beantragen, wenn sie mit ihren immensen Energierechnungen nicht zurechtkommen. So oder ähnlich kontern die Wirtschaftspolitiker der Bundesregierung die Vorwürfe der Bäcker, Schuhhändler und Toilettenpapierhersteller, sie würden in dieser Krise alleingelassen.

Was sie verschweigen: Hilfe gibt es bisher nur für jene, die im internationalen Wettbewerb stehen. Diese Regel schließt die meisten kleinen und mittleren Unternehmen aus. Dabei sind diese in Krisen ohnehin benachteiligt.

Über 99 Prozent der Firmen in Deutschland werden dem Mittelstand zugerechnet. Sie beschäftigen mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer im Land und erwirtschaften rund ein Drittel des Umsatzes aller Firmen. Doch in Krisen und schweren Rezessionen konzentrieren sich die Wirtschaftspolitiker zuerst auf die Großunternehmen.

Mittlere Unternehmen von der Regierung vergessen

Handwerksbetriebe und viele kleine Unternehmen gehen dagegen auf die Barrikaden: Dass der 5 Milliarden Euro dicke Hilfstopf der Bundesregierung ursprünglich nur für Großunternehmen gemacht sei, zeige, wie egal das Schicksal der kleinen und mittleren Unternehmen der Regierung sei.

"You´ll never walk alone"? Diesem Versprechen des Bundeskanzlers trauen die Eigentümerinnen und Unternehmer nicht.

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Schon in der Finanzkrise war "Too big to fail" das Argument für die milliardenschweren Stützungsprogramme der Bundesregierung und der Europäischen Union. In der Corona-Pandemie wurden der Lufthansa-Konzern und der Touristikriese TUI mit Krediten und Staatsbeteiligungen vor der Pleite bewahrt. Nun also schon wieder nur die Großen?

Eilig besserte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nach. Seit dieser Woche können auch kleine und mittlere Unternehmen Zuschüsse und Kredite aus dem Energiehilfe-Topf beantragen. Doch die Existenzsorgen des Mittelstands werden dadurch nicht beseitigt.

Hilfsprogramme allein reichen nicht

Sind große Unternehmen gefährdet, rufen nicht nur die Manager, sondern auch die Arbeitnehmervertreter nach Rettung. Denn meist geht es nicht nur um die Jobs in der Firma selbst. Auch die Zulieferer machen sich für Zuschüsse und Extra-Kreditlinien stark. Sie wissen: Macht der Großbetrieb zu, sind auch die kleinen und mittleren Partnerunternehmen in Gefahr, könnte die Wirtschaftsstruktur ganzer Regionen leiden.

Das sichert den großen Unternehmen die politische Aufmerksamkeit, und geholfen wird am Ende meistens auch. Der Erfolg solcher Hilfen ist zwar überschaubar. Der Baukonzern Holzmann (2002), oder die Opel-Fabrik in Bochum (2014) gingen aller Fürsorge zum Trotz unter.

Milliardenschwere Hilfsprogramme haben die Werften in Mecklenburg-Vorpommern oder den Warenhauskonzern Galeria Kaufhof Karstadt noch lange nicht über den Berg gebracht. Doch mit den Hilfen wird nicht nur Zeit gekauft.

Denn über alle Krisen hinweg entsteht nicht nur bei den Großkonzernen selbst die Erwartungshaltung, dass sie im schlimmsten aller Fälle gerettet werden. Auch die Geschäftspartner gehen davon aus.

"Zum Nachteil der Kleinen"

Diese versteckte Bestandsgarantie bringt ihnen handfeste Vorteile im Vergleich zu kleinen und mittleren Firmen. Die Banken finanzieren sie großzügiger und zu geringeren Preisen, die großen Firmen können höhere Geschäftsrisiken eingehen als diejenigen, die für jede Investition mit dem eigenen Kapital haften.

Auf die Dauer verschiebt das die Gewichte zwischen kleinen, mittleren und großen Unternehmen in vielen Bereichen zum Nachteil der Kleinen. Für Innovationen müssen sie mehr Energie und Geld aufbringen als die Konzerne. Investitionen in zukunftsfähige Technologien sind für die aufwendiger.

Ausgerechnet in dieser Wirtschaftskrise wird das zum Teufelskreis. Die meisten kleinen und mittleren Unternehmen müssten jetzt in neue Technik und nachhaltige Energiekonzepte investieren. Weil sie dafür mehr bezahlen müssten als die Großen, lassen es zu viele bleiben – und riskieren damit, im Wettbewerb zurückzufallen.

Sich darum zu kümmern, wäre die strategische Aufgabe für die Bundesregierung. Die Unternehmer wären mit fairen Wettbewerbsbedingungen besser bedient als mit der Versicherung, man werde auch sie nicht alleinlassen.

Ursula Weidenfeld ist Wirtschaftsjournalistin in Berlin. Ihr neues Buch heißt: Die Kanzlerin. Porträt einer Epoche.

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