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In Shenzhen fährt die größte E-Bus-Flotte der Welt

Finn Mayer-Kuckuk, Peking

Aktualisiert am 09.04.2018Lesedauer: 4 Min.
Ein Bus in Shenzhen: In der chinesischen Stadt fahren 16.500 Elektrobusse – Weltrekord.
Ein Bus in Shenzhen: In der chinesischen Stadt fahren 16.500 Elektrobusse – Weltrekord. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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China fördert die Elektromobilität nach Kräften. In der 13-Millionen-Einwohner-Stadt Shenzhen fahren jetzt nur noch E-Busse. So weit ist Deutschland noch lange nicht.

Deutschland, der Umwelt-Vorreiter? Die Zweifel an einer Spitzenstellung mehren sich. Denn China meldet derzeit eine Reihe von spektakulären Erfolgen: die dortige Energiewende kommt überraschend schnell voran – ebenso wie die Umstellung auf Elektromobilität. Während Deutschland vor allem über Schwierigkeiten und Kosten redet, probiert die Techniknation in Asien neue Konzepte einfach im großen Stil aus.

Bestes Beispiel ist die Industriestadt Shenzhen ganz im Süden des Landes. Sämtliche Busse der Stadt fahren bereits elektrisch. Das Ziel ist vor allem sauberere Luft: In den dicken Brummern des öffentlichen Nahverkehr tuckerten bisher meist Dieselmotoren. Diese gelten als die Hauptverursacher von Feinstaub und anderen Schadstoffen. In Shenzhen ist die Luft nun bereits merklich sauberer geworden.

16.500 E-Busse fahren durch Shenzhen

Zwischen den Wolkenkratzern der Innenstadt, den Fabriken am Stadtrand und den Wohnblöcken surren in Shenzhen nun 16.500 E-Busse. Das ist eine enorme Zahl. Weltweit hat es bisher keine andere Großstadt geschafft, den öffentlichen Verkehr so radikal auf Elektrizität umzustellen. Zum Vergleich: In ganz Deutschland gibt es 35.000 Linienbusse, fast alle davon dieselgetrieben. Die Bundesregierung fördert derzeit zwar die Umstellung auf Elektrizität aus dem Mobilitätsfonds mit Hunderten Millionen Euro, doch nur in Hamburg hat sich bisher nennenswert etwas getan – die Hansestadt will schon ab 2020 ausschließlich E-Modelle anschaffen.

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Die Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) haben 1.300 Busse. Die Linie 204 dient derzeit als Teststrecke für E-Busse. Ein geeignetes Modell für den Masseneinsatz hat man aber noch nicht gefunden. Deutschlands größter Verkehrsbetrieb hat zwar einen Auftrag für 45 Elektrobusse ausgeschrieben, doch angeblich finden sich keine Anbieter, die liefern können. Im Sommer will nun eine Delegation aus Berlin nach China reisen, um sich dort über den Einsatz von Elektrobussen zu informieren.

Shenzhen ist doppelt so groß wie Berlin

In Shenzhen werden die Vertreter von Senat und BVG ein gut funktionierendes E-Busnetz vorfinden. Dabei fahren die neuartigen Verkehrsmittel dort unter westlich härteren Bedingungen als in der deutschen Hauptstadt. In Shenzhen leben 13 Millionen Menschen. Die Stadt erstreckt sich über 2000 Quadratkilometer Fläche, mehr als doppelt so viel wie Berlin.

Shenzhen ist zudem Taifunen und extremen Regenfällen ausgesetzt. Im Sommer wird es so heiß, dass die Busse klimatisiert fahren müssen. Millionen von Angestellten streben morgens gleichzeitig an ihre Arbeitsplätze. Anders als Berlin ist die Stadt einer der produktivsten Orte der Welt: Die Stadt stellt jährlich Waren und Dienste im Wert von 260 Milliarden Euro her.

Die Einwohner sind glücklich mit ihren Elektrobussen. Es sind keine Klagen zu hören, dafür sind die Leute stolz auf die technische Leistung „Made in China“. In einem Land, das wie kaum ein anderes unter Luftverschmutzung leidet, ist emissionsfreies Fahren ein echter Standortfaktor.

Chinas Elektropionier BYD

Im Herzen des Elektro-Wunders von Shenzhen steht ein bestimmtes Unternehmen: Der Auto- und Batteriehersteller BYD. Das Unternehmen ist als Innovator und Elektropionier bekannt: Das erste in Serie hergestellte Steckdosen-Hybridauto der Welt kam 2009 von BYD. US-Investor Warren Buffet war so begeistert von dem Unternehmen, dass er mit einer dicken Finanzspritze nachgeholfen hat.

Eine glückliche Wahl: BYD war zwischenzeitlich immer wieder der global absatzstärkste Anbieter von Elektrofahrzeugen (inklusive Lastern und Bussen) und ist der zweitgrößte Hersteller von Batterien für die neue Mobilität. Das Unternehmen gibt viel Geld für die Forschung aus und ist beispielsweise auch der wichtigste Partner von Daimler bei der Herstellung von reinen Elektroautos für China.

Die deutschen Marktführer scheinen den Trend dagegen zum Teil verschlafen zu haben. Weder Mercedes noch MAN bietet bereits ein gebrauchsfertiges Modell an. Mercedes will zwar noch in diesem Jahr einen Bus auf den Markt bringen – doch die Asiaten haben ganz klar die Nase vorn.

Ein Bus in Shenzhen: 13 Millionen Einwohner hat die chinesische Stadt auf einer Fläche von 2000 Quadratkilometern.
Ein Bus in Shenzhen: 13 Millionen Einwohner hat die chinesische Stadt auf einer Fläche von 2000 Quadratkilometern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Das Münchner Fernbusunternehmen Flixbus hat deshalb ebenfalls chinesische Fahrzeuge angeschafft, um mit den Möglichkeiten der Elektromobilität zu experimentieren. Zwischen Paris und Amiens sowie zwischen Frankfurt und Mannheim können die Kunden des Unternehmens künftig testweise mit Elektrobussen reisen.

E-Bus verursacht in China ähnliche Kosten wie Dieselmodell

Dabei arbeitet Shenzhen gar nicht mit allzu hohen Zuschüssen, um das E-Wunder möglich zu machen. Da die Strompreise niedrig sind, verursacht ein E-Bus dort in acht Betriebsjahren inklusive Anschaffung und Energie sehr ähnliche Kosten wie ein Dieselmodell. Das geht aus einer Studie der Weltbank hervor. Der Diesel ist zwar beim Kauf billiger, der Elektrobus holt jedoch im Betrieb wieder auf. Oft werden die Busse in Shenzhen daher von BYD geleast, um Anschaffungskosten zu sparen.

Die Busmodelle in Shenzhen laden ihre Lithiumbatterie typischerweise für fünf Stunden und kommen damit 250 Kilometer weit. Die Stadt braucht auf langen Linien nun mehr Busse als vorher, doch die Fahrzeuge können während Standzeiten an vielen Punkten ihrer Strecke nachladen. Die Ladepausen sind fest in den Fahrplan eingebaut. Wenn gerade kein Bus den Strom braucht, stehe die Ladestationen auch Elektroautos von Privatleuten offen. Das spielt einen Teil der Kosten wieder ein.

Weltweiter Vorreiter elektrischer Mobilität

Die Ladestationen für E-Busse fügen sich dabei bestens in die chinesische Klimastrategie ein. Sie sind hervorragende Abnehmer von erneuerbarer Energie, wenn diese gerade wieder überreichlich zur Verfügung steht. Nachts ist der Strom besonders billig: Die Kernkraftwerke der Region laufen durch und liefern genau dann sauberen Ladestrom, wenn die Busse ohnehin im Depot stehen. Morgens zur Hauptverkehrszeit sind sie dann pünktlich voll geladen.

Shenzhen ist damit weltweiter Vorreiter der elektrischen Mobilität. Die Stadt verfügt zusätzlich über ein gut ausgebautes U-Bahnnetz – und fast alle Taxis sind ebenfalls schon Hybrid- oder Elektroautos.

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