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Weihnachtsbäume: Deutsche kaufen im Corona-Jahr deutlich früher


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Deutsche kaufen im Corona-Jahr früher Weihnachtsbäume

Von dpa, cho

Aktualisiert am 07.12.2020Lesedauer: 2 Min.
Ein Mann trägt einen Weihnachtsbaum (Archivbild): Die Corona-Pandemie lässt die Deutschen offenbar früher zum Weihnachtsbaum greifen.
Ein Mann trägt einen Weihnachtsbaum (Archivbild): Die Corona-Pandemie lässt die Deutschen offenbar früher zum Weihnachtsbaum greifen. (Quelle: Rene Traut/imago-images-bilder)
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Die Pandemie macht das Geschäft mit Tannenbäumen zwar schwieriger, dafür melden viele Verkäufer aber eine deutlich frühere Nachfrage. Grund zur Euphorie sei das jedoch nicht.

Im Corona-Jahr ist vieles anders – das scheint auch für den Kauf von Weihnachtsbäumen zu gelten. Während die Händler in der ersten Dezemberwoche normalerweise noch fast Däumchen drehen können, ist die private Nachfrage nach Tannen und Fichten in dieser Adventszeit spürbar stark angelaufen.

"Es ist zu erkennen, dass die Kunden die Bäume deutlich früher nachfragen. Es wurden bereits deutlich mehr Bäume verkauft als in den Vorjahren zur gleichen Zeit", sagte die Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Weihnachtsbaumerzeuger, Saskia Blümel, im Gespräch mit t-online. Sie vermutet: "Die Leute wollen es sich in diesem Jahr eher zu Hause gemütlich machen."

Grund zur Euphorie sei das aber nicht, schließlich seien wegen der Pandemie zahlreiche Geschäftskunden weggebrochen. "Der gesamte Bereich Gastronomie, Hotels, Weihnachtsmärkte fällt fast komplett weg. Auch Firmen benötigen weniger Weihnachtsbäume, wenn die Mitarbeiter ohnehin im Homeoffice arbeiten", sagte Blümel.

Weihnachtsbäume etwas teurer als im Vorjahr

Der Verband hofft, dass sich in diesem Jahr mehr Menschen für einen eigenen Tannenbaum zum Weihnachtsfest entscheiden und so den Verlust ausgleichen. Die frühzeitigere Nachfrage sei dafür kein zuverlässiger Indikator, so die Verbandschefin. "Es ist sehr schwierig zu sagen, ob das reicht."

Die meisten der Weihnachtsbäume werden wohl auch in diesem Jahr erst rund um den vierten Advent verkauft. Der Gipfel werde also diesmal etwa am 19. Dezember erwartet, dem Samstag vor dem vierten Advent. Da Heiligabend auf einen Donnerstag falle, gingen viele wohl auch erst am 21., 22. und 23. Dezember auf Baum-Suche.

Kundinnen und Kunden müssen dabei allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen als im Vorjahr: Für einen Meter Nordmanntanne in bester Qualität werden zwischen 20 und 27 Euro verlangt, Blautannen kosten zwischen 12 und 16 Euro je Meter und Fichten gibt es je Meter für 9 bis 12 Euro. Der Preisanstieg liegt unter anderem am deutlichen höheren Aufwand etwa für Hygienekonzepte. Auch müsse mehr Personal eingesetzt werden.

Sauerland größtes Anbaugebiet in Deutschland

Nach Angaben der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald verstärkt sich der Trend zur Regionalität. Etwa 30 Prozent der Weihnachtsbäume werden direkt bei den landwirtschaftlichen Betrieben gekauft, weitere 30 Prozent im Straßenhandel. Auch der Online-Verkauf nimmt zu. Nach einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom gaben 11 Prozent der Befragten an, ihren Baum im Internet bestellen zu wollen. 10 bis 12 Prozent der Weihnachtsbäume würden im Topf gekauft.

90 Prozent der Weihnachtsbäume kommen aus Deutschland, der Rest überwiegend aus Dänemark. Das größte Anbaugebiet ist das Sauerland in Nordrhein-Westfalen. Auch in Niedersachsen und Schleswig-Holstein gibt es größere Flächen. Aus den drei Bundesländern stammen rund zwei Drittel der in Deutschland gewachsenen Weihnachtsbäume.

Größter Abnehmer von deutschen Tannen und Fichten sind indes die Niederlande. Mehr als ein Drittel der rund 980.000 exportierten Bäume ging 2019 ins Nachbarland, wie das Statistische Bundesamt auf Anfrage von t-online mitteilte.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Gespräch mit Saskia Blümel
  • Statistisches Bundesamt
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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