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Das ist die größte Gefahr für deutsche Exportfirmen – "kommt zur Unzeit"


Das ist die größte Gefahr für deutsche Exportfirmen

Von Mauritius Kloft

Aktualisiert am 06.05.2021Lesedauer: 2 Min.
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Containerschiff im Hamburger Hafen (Symbolbild): Die Exportwirtschaft hat Probleme.
Containerschiff im Hamburger Hafen (Symbolbild): Die Exportwirtschaft hat Probleme. (Quelle: Chris Emil Janßen/imago-images-bilder)
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Die deutsche Exportindustrie gilt als Motor der wirtschaftlichen Erholung nach Corona. Doch zurzeit behindern Lieferengpässe die Firmen. Und ein anderes Problem ist noch viel größer.

Seit einigen Wochen bedrohen Lieferengpässe die deutsche Industrie. In 45 Prozent der deutschen Industriebetriebe fehlt es an Teilen oder Materialien, wie eine Umfrage des Münchner ifo-Instituts ergeben hat. Die Folge: Bänder stehen still, die Erholung von der Corona-Krise wird ausgebremst, und so manches Produkt dürfte teurer werden.

Besonders die Autoindustrie ist davon betroffen, es fehlen etwa wichtige Mikrochips. Manche Autobauer meldeten gar wieder Kurzarbeit an – so wie zu Hochzeiten der Pandemie.

Doch die Lieferschwierigkeiten stellen nicht die einzige Gefahr für die Wirtschaft dar – und schon gar nicht die größte, warnt das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW). "Die gestörten Lieferketten sind nicht das alleinige Problem für den deutschen Export", sagte Hubertus Bardt, Geschäftsführer des IW, im Gespräch mit t-online. "Vielmehr spielt eine Rolle, dass Mitarbeiter der Exportbranche nicht mehr oder nur mit Problemen reisen können."

Viele Firmen sehen Geschäftstätigkeit eingeschränkt

Dazu verweist der Ökonom auf eine aktuelle Studie des IW, die t-online exklusiv vorliegt. Demnach sehen 28 Prozent aller Industrieunternehmen, aber 36 Prozent der Exportfirmen ihre internationale Geschäftstätigkeit noch bis zur Jahresmitte 2021 stark eingeschränkt.

Damit sind etwa Dienstreisen gemeint, die nicht stattfinden können – oder nur unter Quarantänevorschriften. "Die Firmen können niemanden in ihre Zielländer schicken, um dort die Produktion oder Lieferanten zu überwachen", sagte Bardt.

Auch könnten neue Verträge nur schwer verhandelt oder neue Geschäftskontakte geknüpft werden. "Über Videokonferenzen funktioniert das auf Dauer leider nicht", so Bardt. "Das ist eine schleichende Gefahr von Corona."

"Die Probleme kommen zu einer Unzeit"

Die gestörten Lieferketten seien dagegen ein "akutes Problem" – und zwar der gesamten Industrie. So gab jede fünfte Exportfirma an, wegen fehlender Vorleistungen aus dem Ausland in den kommenden Monaten eingeschränkt zu sein.

Die Umfrage unter 2.800 Unternehmen fand zwischen Mitte März und Anfang April statt, also noch zu Beginn der aufgetretenen Lieferengpässe. Daneben leiden 22 Prozent der Exportfirmen unter Logistikproblemen – auch verstärkt durch die tagelange Blockade des Suezkanals Ende März.

"Die Probleme der Exportunternehmen kommen zu einer Unzeit. Schließlich ist die Industrie der Treiber der Konjunkturerholung." Das zeigen auch die Konjunkturzahlen: Die Bundesregierung rechnet im laufenden Jahr mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 3,5 Prozent – statt wie bisher mit 3,0 Prozent. Das liegt maßgeblich an der Industrie.

Die Weltwirtschaft wächst wieder, vor allem die für deutsche Firmen herausragend wichtigen Absatzmärkte in China und den USA. Der "Exportmotor" sei angesprungen, sagte Wirtschaftsminister Altmaier bei Vorstellung der Prognose Ende April. Für 2021 rechnet die Bundesregierung im deutschen Export mit einem Plus von 9,2 Prozent.

"Wir können nur hoffen, dass die Mehrheit der Bevölkerung bald geimpft ist", so Bardt, "und berufliche Reisen wieder möglich sind. Viel länger sollte die Krise nicht mehr dauern." Sonst drohten bleibende Schäden.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Gespräch mit Hubertus Bardt
  • IW-Kurzbericht: "Corona behindert auch die Exportwirtschaft"
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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