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Protest-Aktion: Greenpeace zieht Zündschlüssel von VW-Autos ab

Protest gegen Verbrenner-Export  

Greenpeace zieht VW-Autos den Schlüssel

26.05.2021, 13:29 Uhr | dpa

Protest-Aktion: Greenpeace zieht Zündschlüssel von VW-Autos ab. Greenpeace-Aktivisten gehen von Auto zu Auto und sammeln die darin steckenden Zündschlüssel ein. (Quelle: dpa/Michael Bahlo)

Greenpeace-Aktivisten gehen von Auto zu Auto und sammeln die darin steckenden Zündschlüssel ein. (Quelle: Michael Bahlo/dpa)

Um das Verladen von VW-Autos im Emdener Hafen zu verhindern, haben Greenpeace-Aktivisten Schlüssel von zahlreichen Wagen abgezogen. Der Protest der Umweltschützer richtet sich gegen Autos mit Verbrennermotoren.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat mit einer Protestaktion nahe dem Volkswagen-Werk in Emden den Autobauer zu einem schnellen Ausstieg aus Verbrennungsmotoren aufgefordert. Mehrere Aktivistinnen und Aktivisten verschafften sich am Mittwochmorgen Zugang zum Verladehafen und zogen bei Dutzenden dort für den Export geparkten, unverschlossenen Autos die Zündschlüssel ab.

Greenpeace sprach von rund 20 Aktivisten. Die Polizei meldete etwa 15 Menschen, die über einen Zaun auf das Gelände geklettert waren. Der Seehafen in Emden dient vor allem dem VW-Konzern als Basishafen im Autoumschlag. Über einige Wagen breiteten Aktivisten ein gelbes Banner mit einem ölverschmutzten VW-Logo.

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Die Polizei traf am Vormittag auf dem Gelände ein und stellte Personalien fest. Was mit den Schlüsseln passierte, war zunächst unklar. Eine Greenpeace-Sprecherin sagte, 1.000 Schlüssel seien zum Teil mit einem Elektroboot weggeschafft worden – sie sollten nun an einen "Ort der Klimazerstörung" in Deutschland gebracht werden. Eine VW-Sprecherin bestätigte, dass Schlüssel aus den Zündschlössern abgezogen wurden - der Schaden war zunächst nicht bekannt.

VW mache "auf grün", exportiere aber weiter Verbrenner

"Dieser Hafen ist ein Schauplatz der Scheinheiligkeit von Volkswagen", sagte Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan vor Ort. Der Konzern mache "auf grün", doch im vergangenen Jahr habe er über Emden vor allem Verbrenner-Autos ins Ausland verschifft, die zusammengenommen über ihre Lebenszeit einen CO2-Ausstoß hätten, der in etwa so groß wie die Jahresemissionen der Schweiz sei. Nach Greenpeace-Berechnungen kamen die 735.000 in Emden verschifften Autos im vergangenen Jahr demnach auf 42 Millionen Tonnen CO2.

"Wir brauchen keine weiteren Klimakiller aus Wolfsburg, die Welt braucht die nicht, sondern wir brauchen einen schnellen Umstieg auf Elektromobilität", sagte Stephan. Geld sollte nach Ansicht von Greenpeace statt in neue Verbrenner in die Entwicklung der E-Mobilität investiert werden. Die Umweltschutzorganisation fordert, dass in Deutschland ab 2025 keine Verbrenner mehr verkauft werden.

VW verzichtete im Gegensatz zu anderen ausländischen Autobauern bislang darauf, ein Datum für den Abschied von Benziner und Diesel zu nennen. Vorstandschef Herbert Diess setzt auf eine Steuerung über Angebot und Nachfrage. "In einigen Regionen werden Verbrenner noch länger als in anderen Regionen verkauft werden", erklärte er etwa im März.

VW beruft sich auf eigene Klimaschutzstrategie

Je nach Land seien unterschiedliche Geschwindigkeiten beim Wechsel zur Elektromobilität zu erwarten, sagte eine VW-Sprecherin am Mittwoch in Emden. Feste Ausstiegsdaten würden in Ländern wie Norwegen Sinn ergeben, wo es bereits hinreichend CO2-freie Primärenergie gebe. "In anderen Ländern mit einem hohen Anteil von Kohleverstromung leistet der schnelle Umstieg auf E-Mobilität noch keinen nachhaltigen Beitrag zur CO2-Reduktion", sagte die Sprecherin.

VW ging in einer Stellungnahme nicht näher auf die Aktion ein, teilte aber mit, das Unternehmen sei offen für einen kritischen Dialog und lade regelmäßig etwa Umweltschutzorganisationen ein und biete so eine "geeignete Plattform für die inhaltliche, sachliche und friedliche Auseinandersetzung bei kontroversen Standpunkten". Klimaschutz und Dekarbonisierung seien zentrale Themen der Konzernstrategie.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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