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"The Sun": Britisches Boulevardblatt soll nichts mehr wert sein


Britisches Boulevardblatt  

"The Sun" soll nichts mehr wert sein

13.06.2021, 17:34 Uhr | mak, t-online

"The Sun": Britisches Boulevardblatt soll nichts mehr wert sein. Ausgabe "The Sun" (Symbolbild): Das Boulevardblatt ist offenbar nichts mehr wert. (Quelle: imago images/PA Images)

Ausgabe "The Sun" (Symbolbild): Das Boulevardblatt ist offenbar nichts mehr wert. (Quelle: PA Images/imago images)

Das Boulevardblatt "The Sun" verdient sein Geld mit Geschichten über Promis und Politiker – oftmals stark überspitzt. Nun wird öffentlich: Der Bilanzwert liegt bei Null.

Die Boulevardzeitung "The Sun" ist eines der schillerndsten Blätter in Großbritannien. Täglich lesen die Zeitung Millionen Menschen. Politiker und Promis fürchten sie, wenn sie wieder eine Schmutzkampagne startet.

Doch nun wird öffentlich: Die Zeitung soll überhaupt nichts mehr wert sein, keinen einzigen Cent.

Denn der Multimilliardär und Eigentümer Rupert Murdoch, dem auch der Trump-freundliche US-Sender Fox gehört, hat das Boulevardblatt vollends abgeschrieben und den Bilanzwert auf Null herabgesetzt. Dies geht aus Bilanzunterlagen hervor, über die mehrere Medien unabhängig voneinander berichten.

Ein alter Skandal haftet an

Grund für die Abschreibung sind enorme Verluste, jedoch nicht nur wegen fehlenden Werbeeinnahmen in der Corona-Krise. Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das bereits Ende Juni 2020 endete, beläuft sich der Vorsteuerverlust des Unternehmens auf 200 Millionen Pfund (umgerechnet rund 233 Millionen Euro). Der Umsatz fiel um 23 Prozent.

Vielmehr hat das Blatt mit einem 15 Jahre alten Abhörskandal zu kämpfen. Damals schnitten Redakteure der Zeitung Telefongespräche Tausender Politiker und Prominente mit, um an exklusive Geschichten zu gelangen.

164 Millionen für "Einmalzahlungen"

Murdoch stritt solche Praktiken stets ab, in den Unterlagen findet sich nun aber offenbar ein Posten von 164 Millionen Pfund, die für "Einmalzahlungen" im Zuge des Skandals tituliert sind, also etwa Schmerzensgelder an die Opfer der damaligen Schmutzkampagne.

Der britischen Zeitung "Guardian" sagte die "News Group", zu der auch "The Sun" gehört, man bilde Rückstellungen für die juristische Verteidigung gegen die Ansprüche aus solchen Verfahren.

Ob sich die Zeitung jedoch jemals wieder von dem Skandal erholt, ist fraglich. Murdoch glaubt offenbar nicht daran, dass sie künftig profitabel betrieben werden könne.

Verwendete Quellen:

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