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GDL: Keine Bahnstreiks vor dem 9. August geplant


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Keine Rücksicht auf Sommerferien – GDL gibt Streikdetails bekannt

Von rtr, neb, fls

Aktualisiert am 24.06.2021Lesedauer: 3 Min.
Kurze Entwarnung für Urlauber: Bis zum 9. August drohen vorerst keine Bahnstreiks, danach schließt die Gewerkschaft aber nichts mehr aus.
Kurze Entwarnung für Urlauber: Bis zum 9. August drohen vorerst keine Bahnstreiks, danach schließt die Gewerkschaft aber nichts mehr aus. (Quelle: imago-images-bilder)
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Die Lokführergewerkschaft GDL hat angekündigt, bis zum 9. August nicht zu streiken. Zuerst sollen die Mitglieder abstimmen – bis dahin hätte die Bahn Zeit, ein besseres Angebot zu machen.

Fahrgäste der Deutschen Bahn können vorübergehend aufatmen: Bis August müssen sie sich nicht auf einen Streik einstellen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will zunächst ihre Mitglieder zu einer Urabstimmung aufrufen, wie der Vorsitzende Claus Weselsky am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Berlin sagte.

"Wir erwarten vonseiten der DB auch den Angriff über die Gerichte", sagte er. Die Gewerkschaft hätte sich daher dazu entschieden, zunächst eine Urabstimmung durchführen.

"Die Urabstimmung selbst ist eine Arbeitskampfmaßnahme", so Weselsky, zudem bilde sie eine bessere Rechtsbasis für einen Streik. Die Deutsche Bahn selbst hatte bereits im Vorfeld der Pressekonferenz der GDL angedeutet, dass sie im Streikfall rechtliche Schritte gegen die Gewerkschaft nicht ausschließe.

Bahn: "Streiks sind unverantwortlich"

Die Auswertung der Urabstimmung der GDL findet am 9. August statt. Sollte die Bahn bis dahin nicht ein neues Angebot der Gewerkschaft vorlegen, werde es "zu weiteren Kampfmaßnahmen kommen", so Weselsky.

Bahnpersonalvorstand Martin Seiler betonte auf einer Pressekonferenz der Deutschen Bahn dagegen am Donnerstag: "Es ist unverantwortlich bei dem Angebot, das auf dem Tisch liegt, zu Streiks aufzurufen. Es ist alles angerichtet, wir fordern die Gewerkschaft auf, weiterzuverhandeln".

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Seiner Meinung nach sei die Gewerkschaft "auf einer Geisterfahrt unterwegs" und würde das zarte Pflänzchen der wirtschaftlichen Erholung bei der Bahn mit ihrem Verhalten kaputtmachen. "Die Bahn will mit Ferienstreiks das Sommermärchen bedrohen", so Seiler.

GDL: "Warten Sommerferien nicht ab"

Sollte sich keine Einigung im Tarifstreit abzeichnen, dürften Bahnkunden offensichtlich keine Rücksicht auf etwaige Urlaubspläne erwarten: "Wir sind nicht bereit, nach der Urabstimmung weitere anderthalb Monate Sommerferien abzuwarten, damit wirklich niemand tangiert ist", sagt der GDL-Chef.

Nach seiner Einschätzung sei die Streikbereitschaft in der Gewerkschaft hoch. Er schätzt, dass 90 Prozent der Mitglieder die Züge zum Stillstand bringen, wenn die Bahn im Tarifstreit kein weiteres Angebot vorlegt.

"Der Raum ist gefüllt mit einem explosivem Gasgemisch, wir müssen nur mit einem Streichholz vorbeigehen", beschreibt Weselsky die Stimmung im Tarifstreit.

Weselsky stellt härtere und längere Streiks in Aussicht

Vor wenigen Tagen noch hatte Weselsky in einem Interview mit t-online angekündigt, dass die Streiks härter und länger als in der Vergangenheit würden (mehr dazu lesen Sie hier). In den Jahren 2014/2015 hatten GDL-Mitglieder in acht Wellen gestreikt und die Arbeit zunächst stundenweise und nach einer Urabstimmung auch über mehrere Tage niedergelegt.

Bahn und GDL machen sich gegenseitig für das Scheitern der bisherigen Tarifverhandlungen verantwortlich gemacht. Die Gewerkschaft forderte eine Gehaltssteigerung von 1,4 Prozent in diesem Jahr und weitere 1,8 Prozent 2022 mit einer Tariflaufzeit von 28 Monaten. Dazu soll ein einmaliger Corona-Bonus von 600 Euro für die Gewerkschaftsmitglieder kommen.

Die Bahn dagegen soll einen Notlagentarifvertrag vorgeschlagen haben, wie er an Flughäfen beschlossen wurde. Die Einkommenserhöhung von 1,4 Prozent gibt es dort erst im Oktober 2022, die weiteren 1,8 Prozent erst im April 2023. Ein Corona-Bonus ist nach Angaben der Bahn ebenfalls nicht im Paket enthalten.

Konkurrenz-Gewerkschaft erhält nur 1,5 Prozent mehr Lohn

Die Arbeitgeber erhalten bei dem Notlagentarif außerdem die Möglichkeit, die Arbeitszeit 2022 um sechs Prozent zu kürzen. Der Tarifvertrag würde nach Aussage der GDL zudem bis 2024 laufen – und damit deutlich länger als die geforderten 28 Monate der GDL.

Die Konkurrenzgewerkschaft EVG hatte schon im vergangenen Herbst einen Tarifabschluss unterschrieben. Ab Anfang 2022 erhalten die Beschäftigten 1,5 Prozent mehr Geld – wenig im Vergleich zu Tarifrunden in besseren Zeiten. Dafür sind bis Ende 2023 betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Die GDL will nun mit Arbeitskampfmaßnahmen mehr herausholen.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur Reuters
  • Pressekonferenz DB
  • Pressekonferenz GDL
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Von Mario Thieme
Claus WeselskyDeutsche BahnGDL
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