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Kommentar zur Bahneinigung: Jetzt lässt Weselsky seine Maske fallen


Jetzt lässt Weselsky seine Maske fallen

Ein Kommentar von Mauritius Kloft

Aktualisiert am 16.09.2021Lesedauer: 2 Min.
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Lokführergewerkschaft und Bahn einigen sich: Das sagt Weselsky jetzt. (Quelle: Reuters)
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Nachdem sich die Lokführer von der GDL mit der Bahn geeinigt haben, soll der neue Tarifvertrag auch für die Konkurrenzgewerkschaft EVG gelten. GDL-Chef Weselsky findet das nicht gut. Damit zeigt er, wie wenig ihm die Beschäftigten bedeuten.

Eigentlich hätte GDL-Chef Claus Weselsky Grund zum Jubeln: Die Bahn und die Lokführer haben eine Einigung in ihrem unsäglichen Tarifstreit erzielt, weitere Bahnstreiks sind damit erst einmal vom Tisch.

Doch Weselsky ist offenkundig nicht froh, wie sich an einem einzigen Satz zeigt, mit dem er am Donnerstag seine gesamte Durchtriebenheit, seine Verlogenheit, seinen Egoismus offenbarte: "Wir geben Millionen aus, gehen in den Streik, lassen uns beschimpfen, und am Ende des Tages dürfen wir zuschauen, wie der Tarifabschluss den anderen hinterhergetragen wird", sagte er in Richtung der Deutschen Bahn.

Hintergrund für diese Äußerung: Die Einigung, die die GDL mit der Bahn ausgehandelt hat, soll nach dem Willen der Bahn nun auch für die Konkurrenzgewerkschaft EVG gelten, obwohl die schon Ende 2020 einen eigenen Tarifvertrag bekommen hatte.

Was Weselsky also eigentlich sagt: Ihm ging es im Tarifstreik gar nicht zuerst um bessere Arbeitsbedingungen für die Bahnbeschäftigten, nicht um höhere Löhne, nicht um einen Ausgleich für die schwere Corona-Zeit. Das wären – auch wenn ein Bahnstreik nervig und teuer für Reisende und die Wirtschaft ist – alles legitime Forderungen und gute Gründe für einen Streik.

Weselsky schadet der GDL

Nein, für Weselsky stand allein die Gier nach Macht im Fokus. Die Tausenden Züge, die Hunderttausenden Reisenden, die Milliarden Kosten: Mit dem Ego-Trip der vergangenen Streiks versuchte Weselsky bloß, die Beschäftigten, die bei der EVG Mitglied sind, zu sich zu bewegen, frei nach dem Motto: Wir haben das bessere Angebot rausgehandelt, kommt zu uns!

Denn eines ist klar: Mehr Gewerkschaftsmitglieder bedeuten auch mehr Beiträge – und eine höhere Chance im internen Zwist mit der EVG zu überleben. Jetzt, da die Einigung auf dem Tisch liegt, kann Weselsky all das klar und deutlich sagen, kann seine Maske fallen lassen. Zuletzt schob er nur Scheinargumente vor.

Die gute Nachricht: In wenigen Jahren geht Weselsky in Rente, diese Streikrunde wird wohl seine letzte gewesen sein. Der Schaden für die GDL jedoch, den er hinterlassen wird, ist kaum wieder gut zu machen.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
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BahnstreikClaus WeselskyGDL
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