Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextBoris Becker in anderes Gef├Ąngnis verlegtSymbolbild f├╝r einen Text├ťberfall auf Sebastian VettelSymbolbild f├╝r einen TextMark Zuckerberg pers├Ânlich verklagtSymbolbild f├╝r einen TextAirline ignoriert MaskenpflichtSymbolbild f├╝r einen TextDepp-Prozess: Kate Moss muss aussagenSymbolbild f├╝r einen TextUrteil zu Sektenmord an vierj├Ąhrigem Jungen aufgehobenSymbolbild f├╝r einen TextWetter: Sommer pausiert in DeutschlandSymbolbild f├╝r einen TextBrisante Fotos belasten Boris JohnsonSymbolbild f├╝r einen TextBekannte Modekette wird verkauftSymbolbild f├╝r einen TextPolizistin verungl├╝ckt im Einsatz schwer Symbolbild f├╝r einen Watson TeaserSelbstbefriedigung: Therapeutin packt aus

Sorgt Omikron in Deutschland f├╝r leere Supermarktregale?

  • Florian Schmidt
Von Florian Schmidt, Frederike Holewik

Aktualisiert am 27.01.2022Lesedauer: 5 Min.
Ein Einkaufswagen im Supermarkt: Bleiben Hamsterk├Ąufe aus, d├╝rfte es in Deutschland keine Warenengp├Ąsse geben.
Ein Einkaufswagen im Supermarkt: Bleiben Hamsterk├Ąufe aus, d├╝rfte es in Deutschland keine Warenengp├Ąsse geben. (Quelle: imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

In den USA hat die Omikron-Welle den Einzelhandel empfindlich getroffen. Viele Regale blieben leer, weil das Personal krank war. In Deutschland ist die Lage derweil entspannt. Noch.

Das Wichtigste im ├ťberblick


Die Omikron-Variante breitet sich rasant in Deutschland aus. Auch vor den Mitarbeitern im Einzelhandel und in der Logistik macht das Virus nicht halt. L├Ąngst ist klar, dass es in den kommenden Wochen zu krankheitsbedingten Ausf├Ąllen kommen wird, die sich auch auf die Lieferketten und die Verf├╝gbarkeit von Waren auswirken d├╝rften.

In einzelnen Superm├Ąrkten zeigt sich das schon jetzt. Mal ist das Nudelregal halb leer, mal fehlt ÔÇô schon wieder ÔÇô der Deutschen liebstes Pandemieprodukt Toilettenpapier.

M├╝ssen wir uns darauf einstellen, dass sich die Lage zuspitzt? Sollten Verbraucher schon jetzt gro├če Vorr├Ąte anlegen, wozu unl├Ąngst der Virologe Alexander Kekul├ę im t-online-Interview riet? Und wie bereiten sich H├Ąndler und Logistiker auf die Spitze der Omikron-Welle vor? t-online beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie gro├č sind die Krankenst├Ąnde bei Superm├Ąrkten und Drogerien?

Zu dieser Frage halten sich die gro├čen Ketten sehr bedeckt, konkrete Zahlen nennt auf Nachfrage niemand. Wie t-online aus Einzelhandelskreisen erfuhr, sind hohe Krankenst├Ąnde aktuell jedoch bei fast allen H├Ąndlern ein gro├čes Thema. Die Lage sei angespannt und k├Ânne sich auch weiter versch├Ąrfen. Vor allem bei der Belieferung der M├Ąrkte komme es derzeit h├Ąufiger zu Verz├Âgerungen und Ausf├Ąllen (siehe n├Ąchster Abschnitt).

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
"2023 ist Putin weg ÔÇô wahrscheinlich im Sanatorium"


Offiziell jedoch ist insbesondere den Superm├Ąrkten daran gelegen, Panik vorzubeugen und Gelassenheit zu verbreiten. Die Lieferketten seien nicht grunds├Ątzlich in Gefahr, es gebe einge├╝bte Notfallpl├Ąne, alles halb so wild, lautet die Botschaft.

Rewe etwa betont, dass es seit Beginn der Pandemie ein Hygienekonzept gebe. Durch eine enge ├ťberwachung w├╝rden Probleme in der Logistik schnell erkannt. "Die Warenversorgung ist gesichert, die Lager sind gut gef├╝llt", so ein Sprecher. Personalengp├Ąsse w├╝rden seit M├Ąrz 2020 durch Besch├Ąftigte aus anderen Bereichen oder anderen M├Ąrkten aufgefangen.

Von Aldi S├╝d hei├čt es, sie seien wie alle Einzelh├Ąndler durch Omikron betroffen. Aber, so ein Sprecher auf t-online-Anfrage: "Die Verf├╝gbarkeit von Lebensmitteln sehen wir als gesichert an. Es existieren Notfallpl├Ąne, um auf m├Âgliche Eventualit├Ąten reagieren zu k├Ânnen."

Im Nachbarland ├ľsterreich hat die Drogeriekette dm j├╝ngst ihren Notfallplan sogar ├Âffentlich gemacht (t-online berichtete). So wurde bekannt, dass manche M├Ąrkte im schlimmsten Fall sogar schlie├čen m├╝ssten.

In Deutschland gibt sich dm dagegen schmallippig. Auf Anfrage hei├čt es von Gesch├Ąftsf├╝hrer Christian Harms, dass der Betrieb und die Warenverf├╝gbarkeit sichergestellt sei. "Nicht nur f├╝r die dm-M├Ąrkte, sondern auch f├╝r unsere Verteilzentren haben wir umfassende Hygienekonzepte, Testangebote und ├ähnliches erarbeitet", so Harms weiter.

Wie ist die Lage bei den Logistikunternehmen?

Sowohl aus Kreisen des Handels als auch aus der Logistikbranche hei├čt es: Die Lkw-Fahrer sind das Nadel├Âhr der Lieferketten. Ausf├Ąlle machen sich hier besonders deutlich bemerkbar, weil sie schwer zu ersetzen sind. Das wei├č auch Martin Bulheller, Sprecher des Bundesverbandes G├╝terkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). Noch w├╝rden die Lieferketten zwar halten, jedoch gebe es branchenweit "erh├Âhte" Krankenst├Ąnde: "In einigen Unternehmen liegt dieser f├╝nf bis zehn Prozentpunkte h├Âher als vor der Corona-Pandemie."

Die Folge: Schon jetzt bleiben einzelne Regale leer, kommen manche Produkte nicht in ausreichender Menge an. Als Leiter des Logistikunternehmens BplusZ bei Berlin hat Marc Kampmann daf├╝r eine einfache Erkl├Ąrung: "Bei uns f├Ąllt es direkt auf: Wenn einer fehlt, f├Ąhrt der Lkw nicht."

Er rechnet damit, dass sich die Lage zuspitzen kann. "Wir haben deutlich erh├Âhte Krankenst├Ąnde", sagte er t-online. Die Situation sei "sehr dynamisch". "Bis Ende M├Ąrz kann es zu gr├Â├čeren Lieferschwierigkeiten kommen."

Der Verband BGL weist derweil auf weitere Probleme hin. "F├╝r viele Logistikunternehmen ist es aktuell schwer, kostendeckend zu arbeiten, da auf vielen Strecken die R├╝ckladung fehlt oder eine Dreiecksroute gefahren werden muss", erkl├Ąrt Sprecher Martin Bulheller. Hei├čt: Durch weltweite Lieferprobleme, gerade auch in der Industrie, lohnen sich die Fahrten nicht so, wie es vor Corona der Fall war. Das kann dann auch Auswirkungen auf die Lieferung heimischer G├╝ter haben, es k├Ânnte zu Verz├Âgerungen kommen.

Kann Omikron f├╝r leere Superm├Ąrkte sorgen?

Nein, eine Situation, wie sie j├╝ngst in den USA zu beobachten war, l├Ąsst sich f├╝r Deutschland derzeit ausschlie├čen ÔÇô zumindest, wenn es nicht zu Hamsterk├Ąufen kommt. Davon jedenfalls ist Eva St├╝ber ├╝berzeugt. St├╝ber arbeitet am K├Âlner Institut f├╝r Handelsforschung (IFH), sie sieht die Lage ├Ąhnlich wie es die Supermarktketten darstellen: "Es wird sicherlich an der einen oder anderen Stelle haken. Grunds├Ątzlich aber sind der Handel und die Logistikbranche gut aufgestellt."

Das Liefersystem sei sehr komplex, biete aber auch genug Spielraum zur flexiblen Anpassung. So k├Ânnten die Logistiker etwa Lieferungen anderer Waren verschieben, um priorisiert die Superm├Ąrkte anzusteuern. "Die M├Ąrkte werden also auch dann genug Waren haben, wenn es zu vermehrten Krankheitsausf├Ąllen kommt."

Handelsforscherin Eva St├╝ber: "Es gilt daher ma├čvoll zu bevorraten."
Handelsforscherin Eva St├╝ber: "Es gilt daher ma├čvoll zu bevorraten." (Quelle: IfH)

Gleichwohl m├╝ssten Verbraucher in den kommenden Wochen damit rechnen, dass bestimmte Produkte nicht immer in gro├čer St├╝ckzahl verf├╝gbar sind ÔÇô oder eine bestimmte Marke fehlt. "Regional und vereinzelt kann es durchaus zu leeren Regalen kommen", so St├╝ber. "Doch auch dann gilt: Niemand wird in der Omikron-Welle verhungern. Wom├Âglich sind dann eben statt f├╝nf nur drei Nudelsorten im Angebot. F├╝r einen kurzen Zeitraum reicht das aber auch."

So stellt es auch der Bundesverband des Lebensmittelhandels dar. "Im Allgemeinen blicken wir weiterhin auf eine stabile Versorgungslage mit G├╝tern des t├Ąglichen Bedarfs", sagt Sprecher Christian B├Âttcher t-online. Zwar k├Ânne es "punktuell zu Lieferverz├Âgerungen und Lieferausf├Ąllen" kommen.

"Diese k├Ânnen aber ├╝ber den aufgestockten Warenbestand und durch Alternativprodukte im Sortiment ausgeglichen werden." Problematisch aber k├Ânnte die Lage werden, wenn es zus├Ątzlich zu den Lieferschwierigkeiten auf der Angebotsseite zu Hamsterk├Ąufen auf der Nachfrageseite k├Ąme (siehe n├Ąchster Abschnitt).

Sollte ich jetzt noch schnell viel einkaufen, ehe alles weg ist?

Nein, denn genau das k├Ânnte am Ende dazu f├╝hren, dass es tats├Ąchlich zu Warenengp├Ąssen kommt. IFH-Expertin St├╝ber warnt: "Hamsterk├Ąufe sind jetzt die gr├Â├čte Gefahr. Es darf keine Panik auftreten. Erst wenn auf einen Schlag zu viele Menschen ganze Jahresrationen von Konserven oder Toilettenpapier kaufen, kann das System kollabieren."

Umgekehrt hei├čt das: Wenn alle Deutschen gelassen bleiben und weiter einkaufen wie gehabt, geht niemand leer aus. "Es gilt daher ma├čvoll zu bevorraten, vielleicht f├╝r eine Woche mehr einzukaufen, aber nicht gleich f├╝r einen ganzen Monat", so St├╝ber. "Dann wird es auch von allem genug geben."

Loading...
Loading...
Loading...

Wie lie├čen sich die Probleme vermeiden?

F├╝r Entspannung an der Versorgungsfront k├Ânnten unter anderem gelockerte gesetzliche Regeln sorgen. So dringt etwa der Chef des Handelsverbandes HDE, Stefan Genth, darauf, das Verbot n├Ąchtlicher Anlieferungen aufzuheben. "F├╝r eine unter Extrembedingungen arbeitende Logistik ist es zudem entscheidend, die Sonntagsarbeits- und -fahrverbote sowie Lenk- und Ruhezeiten zu entsch├Ąrfen", so Genth.

Die Auslieferung der Waren lie├če sich so besser ├╝ber die Woche verteilen, auch w├╝rden so die Kontakte zwischen den Mitarbeitern in den Logistikzentren und Superm├Ąrkten verringert. Beide Regelungen galten in dieser Form bereits in der ersten Corona-Welle im Fr├╝hjahr 2020 und k├Ânnten von den Landesregierungen leicht wieder eingesetzt werden.

Weitere Artikel

Belastungen durch Corona
Galeria erh├Ąlt weitere Millionen vom Staat
Das Logo der Galeria Karstadt Kaufhof (Symbolbild): Das Unternehmen steht schon seit L├Ąngerem auf wackligen Beinen, nun soll der Wirtschaftsstabilisierungsfonds helfen.

10 Jahre nach dem Aus
Kommt jetzt das gro├če Schlecker-Comeback?
Eine Mitarbeiterin der Drogeriemarktkette Schlecker rei├čt das Firmenlogo von der Eingangst├╝r einer Filiale (Archivbild): Vor zehn Jahren endete die europaweite Erfolgsgeschichte des Unternehmens.

Eskalierende 2G-Kontrollen
Handel schl├Ągt wegen gewaltbereiter Impfgegner Alarm
Polizisten vor einem Laden in L├╝denscheid w├Ąhrend einer Corona-Demonstration: Gewaltbereite Impfgegner bereiten auch dem Handel zunehmend Probleme.


Abhilfe schaffen k├Ânnte au├čerdem eine einfachere Form der sogenannten Arbeitnehmer├╝berlassung, ebenfalls ein Instrument, das 2020 vielerorts Anwendung fand. Gemeint ist damit, dass Mitarbeiter anderer Branchen kurzfristig im Einzelhandel einspringen k├Ânnen, zum Beispiel, um Regale einzur├Ąumen. Genth: "Die Politik muss jetzt die passenden Instrumente schaffen, damit im eventuell eintretenden Krisenfall schnell reagiert werden kann."

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Florian Schmidt
Von Frederike Holewik, Florian Schmidt
ALDIDeutschlandEinzelhandelOmikronReweSupermarktUSA├ľsterreich
Ratgeber

t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website