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Umweltbundesamt-Chef: "Wir werden Kröten schlucken"

Von dpa, t-online
Aktualisiert am 11.04.2022Lesedauer: 2 Min.
Bergbaumaschinen arbeiten im Braunkohletagebau Garzweiler, im Hintergrund das Braunkohlekraftwerk Neurath (Archivbild): Deutschland wird zumindest für eine Übergangszeit mehr Kohle verbrennen müssen.
Bergbaumaschinen arbeiten im Braunkohletagebau Garzweiler, im Hintergrund das Braunkohlekraftwerk Neurath (Archivbild): Deutschland wird zumindest für eine Übergangszeit mehr Kohle verbrennen müssen. (Quelle: Federico Gambarini/dpa-bilder)
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Deutschland wird wohl wieder auf Kohle setzen müssen – zumindest eine Zeit lang. Das Umweltbundesamt hat sich jetzt zu Alternativen zu russischem Gas geäußert, spricht aber auch eine Mahnung aus.

Das Umweltbundesamt (UBA) hält als Folge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine den Ersatz von russischem Erdgas durch Kohle für unvermeidbar, warnt aber davor, grundsätzlich Klimaziele in Frage zu stellen. "Wir werden in der Übergangsphase Kröten schlucken", sagte der Präsident des Amtes, Dirk Messner, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Montag). "Für kurze Zeit wird Kohle Gas ersetzen. Wichtig ist, dass insgesamt an den Klimazielen nicht gerüttelt wird."

Der Klimawandel mache auch im Krieg keine Pause, mahnte Messner. "Wenn wir kurzfristig mehr Kohle verbrennen, um russisches Gas zu ersetzen, müssen an anderer Stelle Emissionen zusätzlich eingespart werden: durch Effizienz und Reformen etwa im Mobilitätsbereich, durch Sanierungsmaßnahmen im Gebäudesektor und durch zügigere Planungen und Genehmigungen von erneuerbaren Energieträgern", sagte der UBA-Chef.

Wirtschaft auf Kohle-Embargo vorbereitet

Der Grünen-Politiker Anton Hofreiter hatte am vergangenen Sonntag in der Sendung "Markus Lanz" erklärt, dass man zum Äußersten bereit sein müsse. "Wir müssen die Kohlekraftwerke stärker laufen lassen, so bitter es ist", sagte er.

Die EU hatte vergangenen Woche einen Importstopp für russische Kohle beschlossen. Deutschland wird aber wohl ausreichend Brennstoff haben. Der Energiekonzern Uniper reagiert zum Beispiel gelassen auf das von der EU beschlossene Kohle-Embargo gegen Russland. Uniper habe bereits Monate vor der Invasion Russlands in die Ukraine technische Lösungen geprüft, um die eigenen verbliebenen Steinkohle-Kraftwerke unabhängiger von russischer Kohle zu machen. Im Fortschrittsbericht Energiesicherheit wird von einer Umstellung der Lieferverträge gesprochen. Schon bald würde die Abhängigkeit von Russland von 50 Prozent auf 25 Prozent sinken. Dennoch kann mit höheren Kosten beim Einkauf von Kohle aus anderen Ländern gerechnet werden – die Preise sind im Vergleich zu Vorjahren deutlich höher.

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