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Volkskrankheit Rheuma: Ausbruch kann verhindert werden | Neue Studie


"Bahnbrechende" Studienergebnisse
Volkskrankheit könnte künftig verhindert werden

  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow

Aktualisiert am 22.02.2024Lesedauer: 2 Min.
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Volkskrankheit Rheuma: Bei der schweren Form der rheumatoiden Arthritis sind mehrere Gelenke dauerhaft entzündet. (Quelle: Bernd Thissen/imago images)

Medizinischer Fortschritt aus Deutschland: Forschern ist es gelungen, Rheuma bei Risikopatienten noch vor dem Ausbruch zu hemmen. Dafür nutzten sie einen Trick.

Gelenkschmerzen sind weit verbreitet. Bei manchen Menschen sind sie allerdings auch das erste Anzeichen einer schweren Erkrankung – der rheumatoiden Arthritis. Diese häufigste Form von Rheuma beginnt schleichend und kann in jedem Lebensalter auftreten. In Deutschland ist etwa einer von 200 Menschen betroffen.

Unbehandelt zerstört die Krankheit langsam, aber sicher die Gelenke. Je früher die Behandlung daher eingeleitet wird, desto größer sind die Chancen, die Symptome abzumildern. Eine Heilung ist nicht möglich.

Doch nun gibt eine Studie Anlass zur Hoffnung: Könnte der Ausbruch von Rheuma zukünftig verhindert werden? Deutsche Wissenschaftler sind dieser Frage nachgegangen – und haben einen Durchbruch in der Rheuma-Forschung erzielt.

Symptome der rheumatoiden Arthritis

Typische Beschwerden der rheumatoiden Arthritis sind Schmerzen, Schwellungen und Steifheit an den Gelenken beider Körperhälften. Durch die voranschreitende Zerstörung des Knorpels und Knochens kommt es häufig zu bleibenden Funktionseinschränkungen wie Schwierigkeiten beim Greifen oder beim Gehen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ein Forscherteam des Uniklinikums Erlangen und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat Personen, die ein sehr hohes Rheuma-Risiko haben, mit einer völlig neuen Methode behandelt, um den Ausbruch der Erkrankung zu verhindern. Die Ergebnisse der Studie sind kürzlich in dem renommierten Fachjournal "The Lancet" veröffentlicht worden.

Deutschen Forschern gelingt es, Rheuma frühzeitig aufzuhalten

Wie die Universität mitteilt, nutzten die Forscher dafür einen Trick: Bereits vor Ausbruch der Erkrankung ist demnach im Blut ein spezieller Antikörper zu finden, der sich gegen veränderte Eiweiße, sogenannte Citrullinierte Proteine (CCP) richtet. Diesen Antikörper findet man bei Gesunden normalerweise nicht. Das heißt, Menschen mit CCP haben ein hohes Risiko, in nächster Zeit eine rheumatoide Arthritis zu entwickeln. Und genau dort setzt dann eine medikamentöse Behandlung an.

"Wir haben in dieser Studie, die elf Zentren in Deutschland und drei Zentren im Ausland umfasst, Menschen mit CCP mit dem immunregulatorischen Medikament Abatacept für ein halbes Jahr behandelt und dann die Behandlung beendet", erklären die Studienautoren. Das Ergebnis: Tatsächlich wurde bei diesen Personen viel seltener eine rheumatoide Arthritis diagnostiziert als bei jenen, die ein Placebo erhielten.

Info

Das Medikament Abatacept wird als Basistherapeutikum zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis eingesetzt. Es reguliert das fehlgeleitete Immunsystem und vermindert so Schmerzen, Schwellungen und das Fortschreiten der Erkrankung.

"Durch diese Studie eröffnen sich für Menschen, die in ihren Blutuntersuchungen einen positiven Test auf Antikörper gegen CCP aufweisen, neue Möglichkeiten, den Ausbruch einer rheumatoiden Arthritis zu verhindern", so die Wissenschaftler. In der Pressemitteilung der Universität wird diese Erkenntnis als bahnbrechend bezeichnet.

Weitere Forschung nötig

Auch eine zweite unabhängige Studie einer britisch-niederländischen Forschergruppe bestätigt die Ergebnisse. Sie belegte ebenfalls, dass eine Behandlung mit Abatacept den Ausbruch von rheumatoider Arthritis verhindern kann.

Es scheint also möglich zu sein, die Volkskrankheit Rheuma frühzeitig zu bekämpfen und somit Millionen Menschen vor chronischen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zu bewahren. Doch noch sind weitere Untersuchungen nötig, um die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit dieser Behandlung sicherzustellen.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
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