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Greenpeace-Untersuchung: Antibiotikaresistente Keime im Abwasser nachgewiesen

In Proben von Schlachthöfen  

Gesundheitsgefährdende Keime im Abwasser nachgewiesen

13.05.2021, 19:33 Uhr | AFP

Greenpeace-Untersuchung: Antibiotikaresistente Keime im Abwasser nachgewiesen. Mastschweine: Die Unwirksamkeit von Antibiotika sei eine Folge der Massentierhaltung, sagt ein Greenpeace-Experte. (Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild)

Mastschweine: Die Unwirksamkeit von Antibiotika sei eine Folge der Massentierhaltung, sagt ein Greenpeace-Experte. (Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild)

Im Abwasser aus Schlachthöfen hat Greenpeace antibiotikaresistente Keime entdeckt. Die Organisation warnt: Infektionskrankheiten seien dadurch "immer schwerer zu behandeln" – und fordert Konsequenzen.

Mit Abwässern aus Schlachthöfen gelangen einer Greenpeace-Untersuchung zufolge antibiotikaresistente Keime direkt in die Umwelt. Greenpeace ließ 33 Proben aus sieben Schlachthöfen in drei Bundesländern analysieren – 30 von ihnen enthielten antibiotikaresistente Keime.

"Auch Schlachthöfe verbreiten Resistenzen gegen überlebenswichtige Antibiotika und tragen damit dazu bei, dass Infektionskrankheiten immer schwerer zu behandeln sind", erklärte Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Dirk Zimmermann.

Tönnies, Westfleisch und Wiesenhof

Keime (Symbolbild): Die zunehmende Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika stellt ein großes Problem dar. (Quelle: Armin Weigel/dpa)Keime (Symbolbild): Die zunehmende Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika stellt ein großes Problem dar. (Quelle: Armin Weigel/dpa)

Die Abwasserproben wurden im November und Dezember 2020 genommen und an der Universität Greifswald analysiert. Fast alle untersuchten Schlachtbetriebe – darunter von den großen Konzernen Tönnies, Westfleisch und Wiesenhof – leiten laut Greenpeace ihr Abwasser direkt in die Umwelt ein und sind daher eindeutig als Verursacher der mikrobiellen Belastung des Wassers auszumachen.

In elf der 33 Proben seien auch Resistenzen gegen das wichtige Reserve-Antibiotikum Colistin nachgewiesen worden, erklärte Greenpeace. Reserveantibiotika sollen dann zum Einsatz kommen, wenn herkömmliche Antibiotika beim Menschen aufgrund von Resistenzen nicht mehr wirken.

Globale Bedrohung in der Human- und Veterinärmedizin

Der Einsatz von Tierarzneimitteln dient dem Ziel, kranke Tiere zu behandeln und damit die Tiergesundheit und den Tierschutz zu fördern. Zugleich stellt jedoch die zunehmende Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika eine globale Bedrohung in der Human- und Veterinärmedizin dar.

Greenpeace-Experte Zimmermann mahnte: "Wir alle sind von der 'schleichenden Pandemie' der zunehmenden Unwirksamkeit von Antibiotika betroffen. Sie ist eine Folge der Massentierhaltung, die wir nur in den Griff bekommen, wenn deutlich weniger Tiere besser gehalten werden." Anders lasse sich der Einsatz von Antibiotika in den Mastanlagen nicht weiter effektiv reduzieren.

Zimmermann forderte als Konsequenz aus den Ergebnissen der Untersuchung die "bestmögliche Klärung des Abwassers". Neben den Schlachthöfen sei auch die Politik in der Pflicht, entsprechende Vorgaben zu machen – etwa mit fairen Preisen eine bessere Tierhaltung zu ermöglichen. Billigfleisch zu Ramschpreisen etwa dürfe es nicht mehr geben; Greenpeace fordere daher ein Verbot der Werbung für Billigfleisch.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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