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Grippeimpfung: Deshalb ist sie dieses Jahr besonders wichtig


Grippeimpfung: Warum sie dieses Jahr besonders wichtig ist

Von Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 31.10.2022Lesedauer: 4 Min.
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Risikogruppen wird eine Grippeimpfung empfohlen.
Risikogruppen, wie Schwangere oder Erwachsene ab einem Alter von 60 Jahren, wird eine Grippeimpfung empfohlen. (Quelle: YurolaitsAlbert/Getty Images)
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Masken tragen, Abstand halten und regelmäßige Händedesinfektion haben nicht nur vor Ansteckungen mit Corona geschützt, sondern auch vor Erkältungen.

Das Risiko für andere Infektionskrankheiten, etwa Erkältungen und Grippe, wurde deutlich gesenkt. Einhergehend mit den gelockerten Corona-Schutzmaßnahmen befürchten Experten diesen Winter nun eine heftigere Grippewelle als in den Jahren zuvor und raten zur Grippeimpfung. Für wen die Grippeimpfung sinnvoll ist und ob sie einer Corona-Impfung im Weg steht.

Wie gefährlich ist die Grippe?

Die echte Grippe, Influenza genannt, ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem im schlimmsten Fall lebensbedrohlich werden kann. Gefährdet für schwere Krankheitsverläufe sind vor allem ältere Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranke und Schwangere. Die häufigste Komplikation einer Ansteckung mit Grippeviren ist eine Lungenentzündung. Seltener entwickeln sich Entzündungen des Herzmuskels oder des Gehirns. Die Grippeimpfung soll helfen, schweren Verläufen vorzubeugen.

Da sich das Grippevirus immer wieder verändert, wird über die Zusammensetzung der Grippeimpfung jedes Jahr erneut beraten und die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht entsprechende Empfehlungen aus. In Deutschland ist das am Robert Koch-Institut angesiedelte Nationale Referenzzentrum für Influenza dafür zuständig.


Was Sie zur Influenza-Impfung wissen müssen

Eine Impfung gegen Influenzaviren schützt vor Grippe - allerdings nie hundertprozentig.
Idealerweise sollte die Grippeschutzimpfung zwischen Ende Oktober und Anfang November erfolgen.
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Droht im Winter 2022/2023 eine schwere Grippewelle?

Experten rechnen diesen Winter mit einer stärkeren Grippewelle als die Jahre zuvor. Das liegt unter anderem daran, dass die reduzierten Kontakte, das Tragen von Masken sowie die verstärkten Hygienemaßnahmen das Ansteckungsrisiko in den letzten zwei Jahren gesenkt hatten. Mit der Lockerung dieser Maßnahmen ist davon auszugehen, dass Erkrankungen wie Erkältung, die Grippe und Magen-Darm-Infekte wieder zunehmen. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat mit Stand 16. Oktober 2022 bereits mehr als 26 Millionen Impfdosen gegen die Grippe freigegeben. Darunter auch eine Hochdosis-Impfung.

"Vorhersagen lässt sich die Schwere der Grippesaison nicht. Es ist aufgrund der aktuellen Situation aber nicht auszuschließen, dass die Grippesaison dieses Jahr deutlich stärker ausfällt als die Jahre zuvor", sagt Christine Neumann-Grutzeck, Präsidentin des Berufsverbandes Deutscher Internistinnen und Internisten e.V. (BDI). "Käme zu einer starken Grippewelle noch eine starke Corona-Welle hinzu, bestünde nicht nur ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe. Auch droht dann eine Überlastung des Gesundheitssystems und damit eine Unterversorgung von Patienten."

Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen schweren Grippeverlauf?

Für Risikogruppen ist die Grippeimpfung laut der Fachärztin für Innere Medizin und Diabetologie in jedem Fall empfehlenswert, um einer Infektion entgegenzuwirken beziehungsweise einem schweren Verlauf vorzubeugen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Grippeimpfung für:

  • Menschen ab 60 Jahren
  • Schwangere ab dem vierten Schwangerschaftsmonat
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch ein Grundleiden
  • Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten oder HIV-Infektion
  • Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle im selben Haushalt lebende oder von ihnen betreute Risikopersonen gefährden können
  • Medizinisches Personal und Personal in Pflegeeinrichtungen

"Darüber hinaus gilt die Impfempfehlung für alle Personen, die durch Kontakt zu vielen Menschen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben", sagt Neumann-Grutzeck. "Das gilt auch für junge Menschen."

Wann soll man sich gegen Grippe impfen lassen?

Die Impfung gegen Grippe sollte jedes Jahr, vorzugsweise ab Oktober bis Mitte Dezember, durchgeführt werden, um zu Beginn der Grippewelle einen ausreichenden Schutz gegen die Grippeviren aufgebaut zu haben. "Lassen Sie sich jetzt impfen und nicht erst dann, wenn die Grippewelle bereits da ist", so die Empfehlung der Internistin. Wer unsicher ist, ob er sich impfen lassen soll – oder darf –, kann mit seinem Hausarzt oder der Hausärztin ins Gespräch gehen. Auch zu einem späteren Zeitpunkt kann die Impfung gegen Grippe noch sinnvoll sein.

(Quelle: Privat)

Christine Neumann-Grutzeck ist Präsidentin des Berufsverbandes Deutscher Internistinnen und Internisten e.V. (BDI). Die Fachärztin für Innere Medizin und Diabetologie arbeitet in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis im Hamburg.

Wie sicher schützt die Grippeimpfung?

Nach der Impfung gegen die Grippeviren – dieses Jahr enthält der Impfstoff Antigene für die Virusstämme Influenza A(H1N1) und A(H3N2) sowie die zwei Influenza-B-Viren Austria und Phuket – dauert es etwa 10 bis 14 Tage, bis ein ausreichender Immunschutz aufgebaut ist. Bei einer sehr guten Übereinstimmung der vorherrschenden Grippeviren mit dem Impfstoff kann die Schutzwirkung bei jungen Erwachsenen mit Blick auf die letzten Grippeimpfungen bis zu 80 Prozent betragen. Bei älteren Erwachsenen liegt die mittlere Wirksamkeit bei 40 Prozent.

"Eine Impfung schützt nie zu 100 Prozent. Das hat mehrere Gründe. Beispielsweise ist es möglich, dass man sich kurz vor oder nach der Impfung ansteckt, wenn noch kein ausreichender Impfschutz besteht. Auch kann es passieren, dass der Körper keinen ausreichenden Impfschutz aufbaut – etwa aufgrund eines höheren Alters", sagt Neumann-Grutzeck. "Auch spielt es eine Rolle, wie gut die Voraussage zu den vermutlich dominierenden Grippeviren war, auf der die Zusammensetzung des Impfstoffs basiert. Doch auch, wenn man trotz Grippeimpfung erkrankt: Bei Geimpften verläuft die Grippe meist milder und schwere Verläufe sind seltener."

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Für wen ist ein Hochdosis-Impfstoff empfohlen?

Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko, aufgrund einer Komplikation infolge einer Grippe im Krankenhaus behandelt werden zu müssen. Die meisten Todesfälle durch Grippe betreffen Ältere. Ein Grund ist eine schwächere Immunantwort. Das Immunsystem älterer Menschen kann Krankheitserreger schlechter abwehren – und oftmals auch keinen vollständigen Impfschutz aufbauen. Aus diesem Grund ist für ältere Menschen die Impfung mit einem Hochdosis-Impfstoff gegen Grippe empfohlen.

"Die Hochdosis-Impfstoffe haben im Vergleich zu den Standard-Impfstoffen gegen Grippe eine bessere Wirksamkeit bei Älteren gezeigt", sagt Neumann-Grutzeck. "Hochdosis-Impfstoffe können daher helfen, in dieser Risikogruppe Grippefälle und schwere Verläufe zu verhindern. Die Stiko empfiehlt für Personen ab 60 Jahren eine Hochdosis- Grippeimpfung."

Grippeimpfung und Corona-Impfung zusammen – geht das?

Viele sind verunsichert: Sowohl die Impfung gegen Grippe als auch gegen Covid-19 wird empfohlen. Doch kann man ohne Risiko beide Impfungen bekommen? Oder ist das Immunsystem dann überfordert und die Gefahr einer Ansteckung gegeben? Experten zufolge, darunter das RKI und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), ist die gleichzeitige Verabreichung beider Impfstoffe möglich. Die saisonale Grippeimpfung sowie die Impfung gegen Covid-19 seien in der Regel gut verträglich.

"Es ist nicht ungewöhnlich, dass gegen mehrere Erreger zeitgleich geimpft wird. Das sehen wir beispielsweise an den Mehrfach-Impfstoffen für Kinder. So ist es auch möglich, zeitgleich gegen Grippe und das Coronavirus zu impfen. Allerdings sollten die Impfungen nicht in den gleichen Arm, sondern in verschiedene Extremitäten injiziert werden", so die Internistin.

Bei einer gleichzeitigen Verabreichung kann es allerdings häufiger zu Impfreaktionen kommen. Das betrifft laut der Ärztin vor allem lokale Nebenwirkungen an der Injektionsstelle wie Schmerz, Rötung und Schwellung sowie systemische Reaktionen wie Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen und Müdigkeit. Die Beschwerden würden in der Regel nach einigen Tagen verschwinden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • rki.de: "Grippeschutzimpfung". Online-Information des Robert Koch-Instituts (RKI). (Stand: 16. September 2022)
  • impfen-info.de: "Grippeimpfung bei Erwachsenen". Online-Information der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). (Stand: Aufgerufen am 17. Oktober 2022)
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