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Tulavirus erstmals bei einem Menschen in Deutschland nachgewiesen

Von dpa
Aktualisiert am 24.03.2021Lesedauer: 2 Min.
Tulavirus: Die Tulaviren werden ĂŒber Nagetiere wie Ratten und MĂ€use ĂŒbertragen.
Tulavirus: Die Tulaviren werden ĂŒber Nagetiere wie Ratten und MĂ€use ĂŒbertragen. (Quelle: Arno Burgi/dpa-bilder)
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Bisher wurde das Tulavirus bei MĂ€usen festgestellt – nun gibt es auch einen jungen Patienten in Deutschland, der das Virus in sich trĂ€gt. Welche Symptome treten auf? Und wer ist kĂŒnftig der ÜbertrĂ€ger?

Das hĂ€ufig bei FeldmĂ€usen vorkommende Tulavirus ist direkt als Ursache einer Erkrankung bei einem Menschen in Deutschland festgestellt worden. Der molekularbiologische Nachweis des zu den Hantaviren gehörenden Erregers wurde gemeinsam von Forschern des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) und der CharitĂ© in Berlin erbracht, wie das FLI berichtet. Bislang gab es in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) nur sehr wenige indirekte Hinweise fĂŒr eine solche Infektion.


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Bedenkliche Symptome bei Patienten festgestellt

Laut FLI zeigte ein junger Mann im Krankenhaus Symptome eines akuten Nierenversagens. Weitere Untersuchungen bestÀtigten den Verdacht einer Hantaviruserkrankung. Welches Virus genau die Erkrankung auslöste, konnte aber zunÀchst nicht geklÀrt werden. Eine molekulare Analyse erbrachte dann den erstmaligen molekularen Nachweis einer Tulavirus-Infektion bei einem Patienten in Deutschland. Die Arbeit ist im Journal "Emerging Infectious Diseases" veröffentlicht.

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"Dieses Ergebnis rĂŒckt nun auch die Feldmaus und das mit ihr assoziierte Tulavirus stĂ€rker in den Fokus der Hantavirus-Epidemiologie und erfordert zukĂŒnftig eine bessere Typisierung von Hantaviruserkrankungen", sagt Rainer Ulrich, Leiter des Nationalen Referenzlabors fĂŒr Hantaviren bei Tieren am FLI.

Gemeinsame Folgeuntersuchungen mit dem Julius-KĂŒhn-Institut sollen demnach die Verbreitung des Tulavirus bei FeldmĂ€usen und anderen WĂŒhlmĂ€usen genauer bestimmen. "Gerade wegen der bei der Feldmaus auftretenden Massenvermehrungen sollte das Auftreten von humanen Infektionen mit dem Tulavirus stĂ€rker beobachtet werden", betont Ulrich.

Übertragung auf den Menschen nur durch Tiere

Hantaviren werden ĂŒber Nagetiere wie Ratten und MĂ€use auf den Menschen ĂŒbertragen. Meist werden die Viren eingeatmet, etwa durch kontaminierten Staub. Von Mensch zu Mensch breiten sich die Viren in Deutschland nicht aus. Die Fallzahlen schwanken nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI).

Infektionen mit dem Hantavirus rufen meist Erkrankungen mit grippeĂ€hnlichen Symptomen hervor – hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen; zudem Übelkeit oder Erbrechen. Auch die Nieren können beeintrĂ€chtigt werden, bis hin zu akutem Nierenversagen. Nur die Symptome können behandelt werden. Es gibt weder spezifische Medikamente noch eine Impfung.

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In Deutschland wurden Hantavirus-Erkrankungen bei Menschen den Angaben zufolge bisher vor allem auf das Puumala-Virus bei RötelmĂ€usen zurĂŒckgefĂŒhrt. Dieses Virus komme nur im westlichen, nordwestlichen und sĂŒdlichen Teil Deutschlands vor. Das mit dem Puumala-Virus eng verwandte Tulavirus komme dagegen in allen Teilen Deutschlands vor.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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