• Home
  • Gesundheit
  • Krankheiten & Symptome
  • Infektionskrankheiten
  • Virologe Schmidt-Chanasit: Darum werden die Affenpocken nicht das neue Corona


Interview
Unsere Interview-Regel

Der GesprĂ€chspartner muss auf jede unserer Fragen antworten. Anschließend bekommt er seine Antworten vorgelegt und kann sie autorisieren.

"Virus unterscheidet nicht zwischen mÀnnlich oder weiblich"

Von Christiane Braunsdorf

Aktualisiert am 24.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit: Wie gefÀhrlich können uns die Affenpocken werden?
Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit: Wie gefÀhrlich können uns die Affenpocken werden? (Quelle: IMAGO / teutopress)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextRussland droht NorwegenSymbolbild fĂŒr einen TextWĂ€rmepumpen fĂŒr alle? Neue OffensiveSymbolbild fĂŒr einen TextEx-FDP-Chef ist totSymbolbild fĂŒr ein VideoRussische Panzerkolonne fĂ€hrt in eine FalleSymbolbild fĂŒr einen TextTennis: Deutsche attackiert PartnerinSymbolbild fĂŒr einen TextArmut in Deutschland auf HöchststandSymbolbild fĂŒr einen TextWerder Bremen mit Transfer-DoppelschlagSymbolbild fĂŒr ein Video"Große Tennis-Karriere geht zu Ende"Symbolbild fĂŒr einen Text"Bauer sucht Frau"-Paar erwartet BabySymbolbild fĂŒr einen TextZDF-Serienstar von Freundin getrenntSymbolbild fĂŒr einen TextLeipzigerin von Scientology verschleppt?Symbolbild fĂŒr einen Watson TeaserLena Meyer-Landrut plant radikalen SchrittSymbolbild fĂŒr einen TextSchlechtes Hören erhöht das Demenzrisiko

Am 7. Mai tauchte das Affenpockenvirus erstmals wieder außerhalb Afrikas auf. Bislang zĂ€hlt die WHO 131 bestĂ€tigte InfektionsfĂ€lle weltweit. Kommt die nĂ€chste Pandemie auf uns zu?

Die Zahl der Infektionen mit dem Affenpockenvirus steigt. 131 bestĂ€tigte und 106 VerdachtsfĂ€lle wurden bislang von der WHO gemeldet – aus Kanada, den USA und mehreren europĂ€ischen LĂ€ndern. Auch in Deutschland wurden erste FĂ€lle bekannt.

DĂŒstere Erinnerungen werden bei vielen Menschen wach. Denn: Auch die Corona-Pandemie begann mit kleineren AusbrĂŒchen außerhalb Chinas und Virus ĂŒberrollte dann die ganze Welt. Stehen wir erneut vor einer weltweiten Seuche? t-online hat den Virologen Jonas Schmidt-Chanasit befragt.

t-online: Herr Schmidt-Chanasit, werden die Affenpocken das neue Corona?

Jonas Schmidt-Chanasit: Nein, das ist sehr unwahrscheinlich.

Warum nicht?

Weil sich das Affenpockenvirus nicht so leicht ĂŒbertrĂ€gt wie das Coronavirus. GrundsĂ€tzlich kann man sagen: In den meisten beschriebenen FĂ€llen war ein enger körperlicher Kontakt notwendig, um sich anzustecken. Und man kann dadurch die Kontaktnachverfolgung natĂŒrlich besser durchfĂŒhren als bei einem Virus, das sich viel leichter ĂŒbertrĂ€gt, wie zum Beispiel das neue Coronavirus.

Jonas Schmidt-Chanasit
Jonas Schmidt-Chanasit (Quelle: IMAGO / teutopress)


Professor Jonas Schmidt-Chanasit ist Virologe am Bernhard-Nocht-Institut fĂŒr Tropenmedizin in Hamburg.

Es ist aber keine "Schwulenkrankheit", wie das ist den letzten Tagen kommuniziert wurde?

Nein, natĂŒrlich nicht. Das Virus unterscheidet nicht zwischen mĂ€nnlich oder weiblich, heterosexuell oder homosexuell. Es konnte aber beobachtet werden, dass die meisten der aktuellen FĂ€lle bei MĂ€nnern aufgetreten sind, die Sex mit MĂ€nnern hatten. Daher ist es fĂŒr die PrĂ€vention wichtig zu kommunizieren: Wenn jemand Fieber, BlĂ€schen oder Pusteln hat und ein entsprechendes Risikoverhalten mit mehreren Sexualpartnern in kurzer Zeit, dann sollte man die Affenpocken differenzial-diagnostisch mit abklĂ€ren.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Polizei nimmt "Querdenken"-GrĂŒnder Michael Ballweg fest
Michael Ballweg: Er ist GrĂŒnder der Initiative "Querdenken"


Wie wird das Virus ĂŒbertragen? Es gab Meldungen, es habe sich verĂ€ndert, sei mutiert?

Die neuen Affenpockenvirus-Genomsequenzen sind den bereits bekannten Sequenzen zum Beispiel aus dem Jahr 2018 sehr Ă€hnlich. Weitere Analysen werden jetzt zeigen, ob die geringen Sequenz-Unterschiede in Hinblick auf eine mögliche bessere Übertragbarkeit eine Rolle spielen.

Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

Bei diesem zoonotischen Virus finden die Übertragungen im Regelfall vom Tier auf den Menschen statt. Nun gab es mehrere Mensch-zu-Mensch-Übertragungen, die zu den bisher bestĂ€tigten Infektionen gefĂŒhrt haben. Übertragungen etwa durch kontaminierte OberflĂ€chen sind aber eher unwahrscheinlich.

Aber es wird ĂŒber Tröpfcheninfektion diskutiert 


Ja, aber das ist nicht dasselbe wie beim Coronavirus. Man muss also nicht nachvollziehen, wer mit wem eine Minute im selben Raum gewesen ist, sondern nur, mit wem man engen körperlichen Kontakt hatte.

Unter Corona war ja das besondere Problem, dass infizierte Menschen ohne Symptome das Virus weitergeben konnten 


Auch das ist beim Affenpockenvirus nicht sehr wahrscheinlich. Damit ist die Kontaktnachverfolgung wesentlich einfacher.

Und: Es gibt eine Impfung?

Ja, und die wirkt gut. Daher wird man diesen Ausbruch in den Griff kriegen können. Man könnte zum Beispiel alle Kontaktpersonen impfen oder besonders gefÀhrdete Risikogruppen.

Nun sind ja die Pocken seit Ende der 70er Jahre als ausgerottet erklÀrt. Es gibt also derzeit in Deutschland nicht in jeder Apotheke Impfstoff gegen Pocken, der ja nachweislich eine KreuzimmunitÀt zu Affenpocken aufweist?

Ich weiß nicht genau, wie hoch die eingelagerten BestĂ€nde in Deutschland sind, das ist richtig. Aber wir werden diesen Impfstoff auch nicht in einem so großen Ausmaß benötigen wie beim Coronavirus.

Wie gefÀhrlich sind denn die Affenpocken?

In Afrika gibt es je Affenpockenvirus-Stamm eine Fallsterblichkeit von ca. drei bis zehn Prozent. Allerdings kann man diese Situation nicht eins zu eins auf Europa ĂŒbertragen, da unser Gesundheitssystem ganz anders aufgestellt ist und die Menschen in Afrika auch andere Grunderkrankungen haben. Wir haben in Europa also alle Möglichkeiten, diesen Ausbruch einzudĂ€mmen.

Herr Schmidt-Chanasit, wir danken Ihnen fĂŒr das GesprĂ€ch!

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Astrid Clasen
AffenpockenChinaCoronavirusDeutschlandEuropaKanadaUSAWHO

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website