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Corona-Tests für Rückkehrer: Diese Länder zählen zu den Risikogebieten

Corona-Tests für Reiserückkehrer  

Diese Urlaubsländer zählen zu den Risikogebieten

05.08.2020, 21:13 Uhr
Das sind Europas Corona-Hotspots: Hier stecken sich die Deutschen an

Weltweit bestimmen Brasilien oder die USA die Corona-Schlagzeilen, doch auch in der EU gibt es Hotspots. Daten zeigen zudem, dass sich zahlreiche Deutsche im Ausland anstecken. (Quelle: t-online.de)

Datenalyse im Video zeigt: Hier liegen die Corona-Hotspots der EU und in dieser Region stecken sich zahlreiche Deutsche mit dem Virus an. (Quelle: t-online.de)


Wegen der Corona-Pandemie fällt dieses Jahr für viele der Sommerurlaub in der Türkei, Ägypten oder Luxemburg aus. Die Länder zählen zu den Risikogebieten. Dafür gibt es nun Tests für Reiserückkehrer aus diesen Ländern 

Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes wurde zwar für viele europäische Urlaubsländer aufgehoben – dennoch gilt sie für zahlreiche andere beliebte Reiseziele weiter. Viele der Länder gelten als Risikogebiete. Trotzdem könnten Sie in einigen dieser Regionen einen Urlaub planen. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten. Unter anderem sollen künftig Tests für Reiserückkehrer angeboten werden. 

Was sind Risikogebiete und wie werden sie eingestuft?

Das Bundesministerium für Gesundheit definiert als Corona-Risikogebiet einen Staat oder auch eine Region außerhalb Deutschlands, für die ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 gilt. 

Welches Land oder welche Region als Risikogebiet eingestuft wird, entscheiden das Bundesministerium für Gesundheit, das Innenministerium sowie das Auswärtige Amt. Dabei wird zunächst festgestellt, in welchen Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gab. In einem zweiten Schritt wird überprüft, ob die Staaten, die diesen Wert unterschreiten, trotzdem ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen. Auch die aktuellen Corona-Maßnahmen des jeweiligen Landes sowie Infektionszahlen, Testkapazitäten und durchgeführte Tests spielen bei der Bewertung eine Rolle. Liegen keine verlässlichen Informationen vor, wird auch das berücksichtigt. 

Die Bundesregierung überprüft regelmäßig, inwieweit Gebiete (weiterhin) als Risikogebiete einzustufen sind. Deshalb kann es bei der Liste der Risikogebiete zu kurzfristigen Änderungen kommen. 

Was ist der Unterschied zur Reisewarnung?

Zusätzlich zur Kennzeichnung als Risikogebiet gibt es die offizielle Reisewarnung sowie Reisehinweise des Auswärtigen Amtes. Die Behörde schätzt dazu die Gefahrenlage in einem Land ein und entscheidet, ob es von einer Reise abrät (Reisehinweis) oder davor warnt (Reisewarnung). 


Die Reisewarnung gilt aktuell (Stand: 23. Juli 2020) für mehr als 160 Staaten weltweit bis zum 31. August. Für einzelne Länder könnte sie vorher aufgehoben werden. Allerdings eher nicht, wenn das Land als Risikogebiet gilt. Umgekehrt gibt es aber Länder wie Australien oder die Malediven, für die zwar eine Reisewarnung gilt, die aber nicht als Risikogebiet ausgeschrieben sind. Gilt für ein Land die Reisewarnung, können Sie in der Regel eine Pauschalreise kostenfrei stornieren. Die Reisewarnung wird in diesen Fällen als außergewöhnlicher Umstand gewertet. Da meist für Länder, die als Risikogebiet ausgeschrieben sind, gleichzeitig eine Reisewarnung besteht, gilt hier in der Regel das gleiche. 

Können Sie in Risikogebiete reisen?

Grundsätzlich kommt die Einstufung als Risikogebiet ebenso wenig wie die offizielle Reisewarnung einem Reiseverbot gleich. Sofern Flüge stattfinden, Hotels Sie aufnehmen und Sie einreisen dürfen, können Sie Ihren Urlaub trotzdem planen. Sie sollten dabei jedoch einiges beachten. 

Was gilt für Reiserückkehrer aus Risikogebieten?

An den deutschen Flughäfen wird es künftig Corona-Teststellen für Reiserückkehrer aus Risikogebieten geben. Sie sollen sich dort kostenlos auf das Virus testen lassen können, wie die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sagte. Auch für Rückkehrer aus Nichtrisikogebieten sollen Corona-Tests künftig kostenlos sein, allerdings nicht direkt bei der Einreise angeboten werden.

Wenn Sie aus dem Ausland nach Deutschland einreisen und sich innerhalb der vergangenen 14 Tage in einem Risikogebiet aufgehalten haben, waren Sie bisher zudem verpflichtet, sich direkt nach der Ankunft für zwei Wochen in häusliche Quarantäne zu begeben. Zusätzlich müssen Sie die für Ihren Wohnort zuständige Behörde – in der Regel das lokale Gesundheitsamt – informieren.

Ausnahmen gelten nur in einigen Bundesländern zum Beispiel dann, wenn Sie keine Symptome haben. Das kann auch der Fall sein, wenn Sie nur auf der Durchreise sind oder einen negativen Corona-Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist und in Deutschland anerkannt wird. Hinzu kommen die Quarantäne-Bestimmungen im Reiseland bei einem positiven Corona-Test: Meist ist eine Rückreise nach Deutschland innerhalb der Quarantäne nicht möglich.  

Wegen der Quarantäne-Regelungen sollten besonders Familien mit schulpflichtigen Kindern darauf achten, dass sie mindestens zwei Wochen vor Schulbeginn wieder zurück sind. In einigen Bundesländern gilt die Quarantäne als unentschuldigtes Fehlen. Auch Arbeitnehmer sollten beachten, dass es nach dem Infektionsschutzgesetz in vielen Bundesländern nur dann Lohnentschädigungen im Quarantäne-Fall gibt, wenn die Quarantäne nicht aufgrund einer Reise in ein Risikogebiet angeordnet wurde. 

Sollten Sie im Urlaubsland an dem Coronavirus erkranken, übernimmt normalerweise Ihre Auslandsreisekrankenversicherung die Behandlungskosten. Doch wer trotz Reisewarnung und Einstufung als Risikogebiet in ein Land reist, ist in der Regel nicht durch diese Versicherung geschützt. Sie sollten sich daher zuvor gut beraten lassen und eine spezielle Krankenversicherung abschließen. Dabei müssen Sie mit deutlich höheren Kosten und eingeschränkten Leistungen rechnen. 

Welche Länder zählen zu den Risikogebieten?

Folgende Staaten werden vom Robert Koch-Institut aktuell (Stand: 31. Juli 2020) als Gebiete, in denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit Covid-19 besteht, ausgewiesen:

  • Afghanistan
  • Ägypten
  • Albanien
  • Algerien
  • Angola
  • Antigua und Barbuda
  • Äquatorialguinea
  • Argentinien
  • Armenien
  • Aserbaidschan
  • Äthiopien
  • Bahamas
  • Bahrain
  • Bangladesch
  • Barbados
  • Belarus
  • Belize
  • Benin
  • Bhutan
  • Bolivien
  • Bosnia und Herzegowina
  • Brasilien
  • Burkina Faso
  • Burundi
  • Cabo Verde
  • Chile
  • Costa Rica
  • Côte d'Ivoire
  • Dominica
  • Dominikanische Republik
  • Dschibuti
  • Ecuador
  • El Salvador
  • Eritrea
  • Eswatini
  • Gabun
  • Gambia
  • Ghana
  • Grenada
  • Guatemala
  • Guinea
  • Guinea Bissau
  • Guyana
  • Haiti
  • Honduras
  • Indien
  • Indonesien
  • Irak
  • Iran
  • Israel
  • Jamaika
  • Jemen
  • Kamerun
  • Kasachstan
  • Katar
  • Kenia
  • Kirgisistan
  • Kolumbien
  • Komoren
  • Kongo DR
  • Kongo Rep
  • Korea (Volksrepublik)
  • Kosovo
  • Kuba
  • Kuwait
  • Lesotho
  • Libanon
  • Liberia
  • Libyen
  • Luxemburg
  • Madagaskar
  • Malawi
  • Malediven
  • Mali
  • Marokko
  • Mauretanien
  • Mexiko
  • Mongolei
  • Montenegro
  • Mosambik
  • Namibia
  • Nepal
  • Nicaragua
  • Niger
  • Nigeria
  • Nordmazedonien
  • Oman
  • Pakistan
  • Palästinensische Gebiete
  • Panama
  • Papua-Neuguinea
  • Paraguay
  • Peru
  • Philippinen
  • Republik Moldau
  • Russische Föderation
  • Saint Kitts und Nevis
  • Saint Lucia
  • Saint Vincent and the Grenadines
  • Sambia
  • São Tomé und Príncipe
  • Saudi Arabien
  • Senegal
  • Serbien
  • Seychellen
  • Sierra Leone
  • Simbabwe
  • Somalia
  • Spanien - folgende autonome Gemeinschaften gelten derzeit als Risikogebiete: Aragón, Katalonien, Navarra
  • Sri Lanka
  • Südafrika
  • Sudan
  • Südsudan
  • Surinam
  • Syrische Arabische Republik
  • Tadschikistan
  • Tansania
  • Timor Leste (Osttimor)
  • Togo
  • Trinidad Tobago
  • Tschad
  • Türkei
  • Turkmenistan
  • Ukraine
  • USA
  • Usbekistan
  • Venezuela
  • Zentralafrikanische Republik

Wie ist die Lage in beliebten Reiseländern?

Viele der Risikogebiete sind unabhängig vom Coronavirus keine klassischen Reiseziele. Andere zählen bei deutschen Urlaubern zu den beliebtesten Urlaubsländern überhaupt. Teilweise können Sie Ihre Reise trotz Ausschreibung als Risikogebiet und Reisewarnung wie geplant antreten, teilweise haben die Länder aber selbst ein Einreiseverbot verhängt. 

Türkei

Das wohl wichtigste Beispiel ist die Türkei: Für den Staat gilt sowohl weiterhin eine Reisewarnung, als auch die Einstufung als Risikogebiet. Mittlerweile hat das Auswärtige Amt die Reisewarnung allerdings zumindest teilweise aufgehoben: Die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla entfällt.

Bei allen vier Provinzen handelt es sich um Urlaubsregionen an der Westküste. Bisher zählte die Türkei zu den etwa 160 Ländern außerhalb der Europäischen Union und des Schengen-Raums, für die die Reisewarnung eigentlich bis zum 31. August galt. Mit dem jetzigen Schritt macht die Bundesregierung erstmals eine Ausnahme.

Das Auswärtige Amt betonte, dass sie die Reisewarnung "unter der Voraussetzung der strikten Einhaltung des von der türkischen Regierung verfügten umfassenden Tourismus- und Hygienekonzepts" aufgehoben habe. "Dieses beinhaltet unter anderem eine verpflichtende PCR-Testung für alle Reisenden in der Türkei innerhalb von 48 Stunden vor Rückreise nach Deutschland."

Die Kosten von umgerechnet 15 Euro in einem zertifizierten Labor beziehungsweise 30 Euro am Flughafen müssten die Reisenden selbst tragen. Positiv Getestete müssen sich in der Türkei in Quarantäne beziehungsweise in ärztliche Behandlung begeben.

Die Türkei hatte viele Wochen auf diesen Schritt gedrungen. Die deutschen Urlauber gehören zu den größten Touristengruppen in der Türkei. Die Luft-, Land- und Seegrenzen sind schon einige Wochen wieder offen, seit Mitte Juni gibt es kein Einreiseverbot mehr für Deutsche.

Istanbul: Die Türkei hat ihre Grenzen zwar geöffnet, es besteht allerdings weiterhin eine Reisewarnung.  (Quelle: imago images/Arabian Eye)Istanbul: Die Türkei hat ihre Grenzen zwar geöffnet, es besteht allerdings weiterhin eine Reisewarnung. (Quelle: Arabian Eye/imago images)

Zusätzlich gibt es wieder regelmäßige Flüge zwischen Deutschland und der Türkei. Wenn Sie dorthin in den Urlaub reisen, müssen Sie allerdings mit Temperaturmessungen bei der Einreise und eventuellen Corona-Tests rechnen. Bei positivem Test erwarten Sie zudem Quarantänemaßnahmen. Das RKI hält zunächst an der Einstufung als Risikogebiet fest. 

Ägypten 

Auch Ägypten galt vor der Corona-Pandemie als beliebtes Urlaubsziel. Jetzt ist das nordafrikanische Land allerdings stark von Covid-19 betroffen. Die Infektionszahlen steigen und das Gesundheitssystem ist stark belastet. Dennoch haben die ägyptischen Flughäfen seit Juli wieder für den Tourismus geöffnet. Wenn Sie einreisen, müssen Sie jedoch mit Kontrollen und Temperaturmessungen rechnen sowie eine Gesundheitskarte ausfüllen. Auch die Reisemöglichkeiten im Land selber sind eingeschränkt. 

Dominikanische Republik

Sonne, Strand und Meer lockten sonst zahlreiche Urlauber in die Dominikanische Republik. Der Staat hat zwar am 1. Juli seine Grenzen wieder für Touristen geöffnet und auch den Flugverkehr wieder aufgenommen – dennoch kommen bisher nur wenige Urlauber. Hotels dürfen nur eine begrenzte Zahl an Touristen aufnehmen und an den Flughäfen finden Fiebermessungen statt.

USA 

Die USA haben bereits seit dem 13. März 2020 ein Einreiseverbot für Deutsche verhängt. Zusätzlich gilt von deutscher Seite die Einstufung als Risikogebiet sowie die weltweite Reisewarnung. Reisen in die USA sind damit nur in wenigen Ausnahmefällen möglich. 

Verwendete Quellen:
  • Auswärtiges Amt
  • Robert Koch-Institut
  • Bundesministerium für Gesundheit
  • Nachrichtenagentur dpa
  • ADAC: "Einreisebestimmungen und Corona-Risikogebiete"
  • Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland
  • Verbraucherzentrale Bundesverband
  • Reiseversicherungsportal: reiseversicherung.com
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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