• Home
  • Politik
  • Ausland
  • Krisen & Konflikte
  • So aussichtslos ist die Situation von Gefl├╝chteten in Bosnien


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextFormel 1: Festnahmen nach ProtestaktionSymbolbild f├╝r einen TextSch├╝sse in Kopenhagen: KonzertabsageSymbolbild f├╝r einen TextSechs Tote bei Gletscherbruch in ItalienSymbolbild f├╝r einen TextGeorg Kofler best├Ątigt seine neue LiebeSymbolbild f├╝r einen Text"Tatort"-Umfrage: Stimmen Sie jetzt abSymbolbild f├╝r einen TextWeiteres Opfer bei Haiangriff in ├ägyptenSymbolbild f├╝r einen TextTheater-Star Peter Brook ist totSymbolbild f├╝r einen TextWimbledon: Sensationslauf geht weiterSymbolbild f├╝r einen TextBadeunfall bei Summerjam ÔÇô Gro├čfahndungSymbolbild f├╝r einen TextFiona Erdmann bringt Baby in NotaufnahmeSymbolbild f├╝r ein VideoGro├če Nackt-Parade in MexikoSymbolbild f├╝r einen TextNachbarin findet Blutspritzer an Haust├╝rSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserCathy Hummels: Neue Liebes-Spekulation

Sie stecken in der Sackgasse

  • Camilla Kohrs
Eine Reportage von Camilla Kohrs

Aktualisiert am 08.03.2021Lesedauer: 8 Min.
Ein Mann steht mit seinen zwei S├Âhnen an einer Busstation in Tuzla, Bosnien: Die Familie versucht, nach Frankreich zu gelangen.
Ein Mann steht mit seinen zwei S├Âhnen an einer Busstation in Tuzla, Bosnien: Die Familie versucht, nach Frankreich zu gelangen. (Quelle: Camilla Kohrs/T-Online-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Tausende Migranten und Gefl├╝chtete stecken in Bosnien und Herzegowina fest. Der Balkanstaat ist ├╝berfordert, die EU macht Druck. Doch die Lage f├╝r die Menschen ist aussichtslos.

Eine schmale, marode Stra├če entlang der Bahnschienen f├╝hrt von der Kleinstadt Hadzici zum Fl├╝chtlingslager U┼íivak. Ein schiefes Gittertor markiert das Ende der Stra├če, und den Beginn einer anderen Welt. W├Ąhrend die bosnischen Bewohner ihre Kinder von der Schule abholen, Mittagspause machen und zu Terminen eilen, steht das Leben der Menschen auf der anderen Seite des Zaunes still.

Loading...
Symbolbild f├╝r eingebettete Inhalte

Embed

Etwa 700 leben hier, jeden Tag kommen und gehen welche. Sie alle aber eint, dass sie als besonders schutzbed├╝rftig gelten. Es sind Familien, Minderj├Ąhrige, Frauen, die sich aus Afghanistan, Syrien, dem Irak, Iran oder Marokko auf den Weg gemacht haben. Sie alle wollen weiter nach Westen, wo schon Familienmitglieder leben, wo sie sich ein besseres Leben erhoffen, Bildung, Arbeit und Sicherheit. Sie geh├Âren zu den sch├Ątzungsweise 8.000 bis 15.000 anderen Migranten, die sich hier in Bosnien aufhalten ÔÇô einem Land, das zu den ├Ąrmsten Europas geh├Ârt. Eigentlich wollten sie hier nur durchreisen, doch ihr Weg endete in einer Sackgasse.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
"Wir nehmen eure Hauptst├Ądte ins Visier"
Alexander Lukaschenko schaut in die Kamera (Archivbild): Der Pr├Ąsident vom Belarus hat jetzt dem Westen gedroht.


Flucht vor den Taliban

Einer der Gestrandeten ist der Afghane Mehdi Haidari. Es ist ein sonniger Nachmittag, und er steht vor seinem Container, in dem er mit seiner Frau und zwei seiner S├Âhne lebt. Der Eingang ist mit einem schwarz-roten Handtuch verh├Ąngt, dahinter schl├Ąft sein 15-j├Ąhriger Sohn. Vor f├╝nf Jahren hat die Familie ihre Heimat verlassen, aus Angst vor den Taliban. Haidari sagt, er habe in seinen letzten Monaten zu Hause immer seine Papiere in seiner Hosentasche mit sich getragen. "Falls etwas passiert". So h├Ątte seine Leiche schneller identifiziert werden k├Ânnen.

Mehdi Haidarin, sein Sohn Ebad und seine Frau Leiluma: Die afghanische Familie ist vor f├╝nf Jahren in Afghanistan aufgebrochen.
Mehdi Haidarin, sein Sohn Ebad und seine Frau Leiluma: Die afghanische Familie ist vor f├╝nf Jahren in Afghanistan aufgebrochen. (Quelle: Camilla Kohrs/T-Online-bilder)

Haidari ist ein hagerer Mann, der Bart ist sorgf├Ąltig gestutzt, die Haare ordentlich zur Seite gek├Ąmmt. Seine Augen aber sind tr├╝b. Seine S├Âhne liegen nur noch im Bett, sagt er. Sie k├Ânnen nicht zur Schule gehen, wissen nicht, was morgen passiert. "Wir sind aufgebrochen, weil wir ihnen ein besseres Leben bieten wollen. Nicht, damit sie hier sind und nur schlafen", sagt er. Er f├╝rchtet, dass seine Kinder die Situation psychisch nicht mehr ertragen. Gleichzeitig plagt ihn die Sorge um seinen anderen Sohn. Der 18-J├Ąhrige ist seit vier Jahren im sicheren Deutschland, leidet aber an Diabetes. "Wir m├╝ssen zu ihm und ihm helfen", sagt Haidari.

Gewalt an der EU-Grenze

Es ist nicht so, dass er nicht schon versucht h├Ątte, aus Bosnien herauszukommen. Fast zehn Mal sei die Familie schon an der EU-Grenze zu Kroatien im Norden Bosniens gewesen, sagt er. Doch immer wurden sie zur├╝ckgewiesen. Ihnen wurde ihr Geld abgenommen, die Handys kaputtgemacht, berichtet er. Beim letzten Mal sei die Kleidung seines j├╝ngeren Sohnes verbrannt worden.

Der Eingang zum Camp U┼íivak in der N├Ąhe von Sarajewo: In dem eigentlichen tempor├Ąren Lager ist Platz f├╝r 800 Menschen.
Der Eingang zum Camp U┼íivak in der N├Ąhe von Sarajewo: In dem eigentlich tempor├Ąren Lager ist Platz f├╝r 800 Menschen. (Quelle: Camilla Kohrs/T-Online-bilder)

So wie Haidiri berichten viele Migranten ├╝ber Gewalt und Dem├╝tigungen an der Haust├╝r der EU, die nicht nur die kroatische Polizei bewacht, sondern auch Einsatzkr├Ąfte der europ├Ąischen Agentur Frontex. Grenzbeamte weisen die Menschen demnach nicht einfach nur zur├╝ck, ohne dass sie um Asyl bitten k├Ânnen. Es gibt unz├Ąhlige Berichte ├╝ber gewaltvolle Pushbacks: Polizisten schlagen Menschen mit Kn├╝ppeln, zwingen sie, sich auszuziehen, sogar von sexuellem Missbrauch ist die Rede. Den Versuch, die Grenze zu ├╝berqueren, nennen die Menschen hier "The Game", das Spiel.

EU macht Druck auf Bosnien

Ein Mann aus Marokko berichtet t-online, dass er sogar nach Kroatien gelangt ist, in die Stadt Osijek etwa 70 Kilometer von der Grenze entfernt. Dort sei er aber von Polizisten aufgegriffen worden, die ihn geschlagen und ihm zwei Finger gebrochen h├Ątten. Dann sei er nach Bosnien zur├╝ckgefahren worden. Seine Geschichte ist schwer nachpr├╝fbar. Allerdings berichten auch Menschenrechtsorganisationen und Medien, dass Migranten aus der EU ohne Verfahren nach Bosnien abgeschoben werden ÔÇô teilweise sogar aus ├ľsterreich ├╝ber Slowenien und Kroatien. Ein solcher Fall wird derzeit in Graz vor Gericht verhandelt, das ├Âsterreichische Innenministerium dementiert die Vorw├╝rfe.

Auch Kroatien bestreitet die illegale Praxis der Pushbacks, nennt die Berichte "Falschmeldungen". Wegen der erdr├╝ckenden Beweislage fordert nun aber auch die EU nach langem Schweigen Aufkl├Ąrung. Gleichzeitig macht sie Druck auf Bosnien und Herzegowina. Das kleine Land, das etwa so viele Einwohner wie Berlin hat, lag lange abseits der sogenannten Balkanroute, die viele Gefl├╝chtete auf dem Weg in die EU nehmen. Seit aber Ungarn seine Grenzen immer sch├Ąrfer kontrollierte, verlagerte sich die Route ab 2017 auf Bosnien und Herzegowina. Viele gelangen von der T├╝rkei ├╝ber Bulgarien oder Griechenland und Mazedonien in das Nachbarland Serbien und von dort nach Bosnien.

Viele leben in irregul├Ąren Camps ÔÇô ohne Versorgung

Die EU hat seit 2018 etwa 90 Millionen Euro an Bosnien gezahlt, damit das Land die Zust├Ąnde f├╝r die Migranten verbessert. Das Camp U┼íivak etwa wurde auch mithilfe des Technischen Hilfswerks aus Deutschland aufgebaut. Hinzu kommen weitere Millionen, mit denen sich das Land auf den EU-Beitritt vorbereiten soll. Doch trotz der Zahlungen sind die Zust├Ąnde vor Ort teilweise schlecht und in einigen F├Ąllen sogar katastrophal. Nachdem im Dezember das Camp Lipa im Nordwesten Bosniens abbrannte, verteilten sich die Menschen von dort ├╝ber das Land. Einige blieben in der Gegend, schlafen dort im Wald, in Fabrikhallen ÔÇô ohne jegliche Versorgung bei eisigen Temperaturen. Auch in der Hauptstadt Sarajevo gibt es irregul├Ąre Camps. Die Zust├Ąnde seien "alarmierend", wie es in einem Statement der EU hei├čt. Die Beh├Ârden m├╝ssten endlich kooperieren und diese "herausfordernde Situation" bew├Ąltigen.

Doch wieso funktioniert es trotz der Millionen nicht?

Die Suche nach Antworten f├╝hrt nach Tuzla, eine etwas triste Industriestadt im Nordosten von Bosnien, die sich an einer Fernstra├če entlangschl├Ąngelt. Es liegt nur 60 Kilometer von der serbischen Grenze entfernt und ist oft die erste Anlaufstation in Bosnien. Die Menschen bleiben mal eine Nacht, mal mehrere Wochen, je nachdem wie ersch├Âpft sie sind und wie das Wetter ist. Bei gutem reisen sie weiter Richtung Grenze, bei schlechtem warten sie ab. Sammelpunkt ist die zentrale Busstation nahe der Altstadt. Weil es hier kein offizielles Lager gibt, ├╝bernachten viele an der Station.

Loading...
Loading...
Loading...

Wenn die Menschen hier ankommen, blicken sie oft in das Gesicht von Emima Imamovi─ç. Die junge Frau mit der bunten Schleife in den Haaren steht fast t├Ąglich an der Busstation und verteilt Essen, Hygieneartikel und was sonst noch gespendet wird ÔÇô Unterst├╝tzung vom Staat bekommt sie nicht. Etwa zehn Menschen stehen heute auf dem Platz zwischen parkenden Autos und einer Bar mit roter Markise. Das Wetter ist gut, viele sind schon am Tag zuvor aufgebrochen.

Emina Imamovi─ç verteilt Hilfsg├╝ter an Fl├╝chtlinge und Migranten in Tuzla: Sie berichtet, dass sie aus der Bev├Âlkerung angefeindet und bedroht wird.
Emina Imamovi─ç verteilt Hilfsg├╝ter an Fl├╝chtlinge und Migranten in Tuzla: Sie berichtet, dass sie von der Bev├Âlkerung angefeindet und bedroht wird. (Quelle: Camilla Kohrs/T-Online-bilder)

"Heute sind vor allem Migranten und Fl├╝chtlinge aus Nordafrika hier", sagt Imamovi─ç. Von Kontakten auf der serbischen Seite der Grenze hat sie geh├Ârt, dass mehrere Familien aus Afghanistan und Pakistan auf dem Weg sind und in den n├Ąchsten Tagen in Tuzla eintreffen. Nun, da das Wetter wieder besser ist, machen sich wieder mehr Menschen von Serbien aus auf den Weg. Teilweise kommen nun mehr als 200 Menschen am Tag in der Stadt an.

Als Imamovi─ç und ihre Mitstreiterin eintreffen, st├╝rzen sich die Menschen auf sie. Ein junger Mann zeigt auf seine verschlissene Jogginghose, sagt auf Bosnisch: "Die trage ich schon seit Wochen, habt ihr eine andere f├╝r mich?" Imamovi─ç hat keine. Daf├╝r verteilt sie Schlafs├Ącke, die sie von der Hilfsorganisation Care bekommen hat.

Ein Mann steht mit seinen zwei S├Âhnen an einer Busstation in Tuzla, Bosnien: Die Familie versucht, nach Frankreich zu gelangen.
Ein Mann steht mit seinen zwei S├Âhnen an einer Busstation in Tuzla, Bosnien: Die Familie versucht, nach Frankreich zu gelangen. (Quelle: Camilla Kohrs/T-Online-bilder)

Einen davon nimmt ein Mann aus Algerien, der seinen Namen nicht nennt. Er steht mit seinen zwei kleinen S├Âhnen vor der Bar mit der roten Markise. Der j├╝ngere habe eine Erbkrankheit, er sei geistig und k├Ârperlich behindert. Er zeigt auf die verformte Wirbels├Ąule seines Jungen. "Ich habe den ganzen Weg zur├╝ckgelegt, um nach Europa zu gelangen", sagt er. Er erhofft sich eine bessere Behandlung f├╝r sein Kind. Sein eigentliches Ziel ist Frankreich, dort lebt schon seine Frau. Erst einmal aber m├Âchte er Kroatien erreichen und dort Asyl beantragen.

Er ├╝bernachtet nicht an der Station, sondern in einem "Safe House", einem sicheren Haus. Dort versucht die Organisation, f├╝r die Imamovi─ç arbeitet, zumindest die Familien und Minderj├Ąhrigen unterzubringen. Zemlja djece, "Land der Kinder", hat nach dem Bosnienkrieg begonnen, Jugendliche von der Stra├če zu holen. Nun k├╝mmert sich die Organisation um die Kinder, die hier durchreisen. Sie veranstalten mit ihnen Sportturniere, erst vor Kurzem fand eine "Mini-Olympiade" statt. Und weil sich sonst keiner k├╝mmert, versorgen sie die Erwachsenen gleich mit.

Beliebteste Videos
1
Tour de France-Profi packt Gegner am Kopf
Symbolbild f├╝r ein Video

Alle VideosPfeil nach rechts

Von "sehr kompliziert" bis "unregierbar" bezeichnen Experten das politische System von Bosnien und Herzegowina. Das Land besteht aus zwei Entit├Ąten: Der F├Âderation Bosnien und Herzegowina mit wiederum zehn Kantonen und der zentralistischen, serbisch gepr├Ągten Republik Srpska. Es ist ein Relikt aus den Friedensverhandlungen nach dem B├╝rgerkrieg 1995 und sollte die Belange der Serben, Kroaten und Bosniaken gleicherma├čen ber├╝cksichtigen. Doch w├Ąhrend es diesem System zu verdanken ist, dass das Land nach dem dreij├Ąhrigen Krieg mit etwa 100.000 Toten Frieden fand, erschwert es heute die allt├Ągliche Politik. Die Kantone besitzen so viel Macht, dass die Regierung in Sarajevo ihnen kaum etwas anordnen kann, der Republik Srpska schon gar nicht.

Wenig Perspektiven f├╝r Teile der eigenen Bev├Âlkerung

Der Generalsekret├Ąr der Hilfsorganisation Care, Karl-Otto Zentel, rechnet damit, dass noch mehr Menschen nach Bosnien kommen und der Druck weiter steigen wird. Dabei steht das Land jetzt schon vor zahlreichen Problemen: Die Corona-Krise hat das Land schwer getroffen, ein Impfstoff ist in der F├Âderation noch nicht verf├╝gbar. Schon zuvor haben viele junge Menschen das Land verlassen, um etwa in Deutschland oder ├ľsterreich zu leben.

Minderheiten, wie Juden und Roma, haben bis heute weniger Rechte. Angeh├Ârige der Roma leben zu gro├čen Teilen in extremer Armut, mit wenig Chancen auf Arbeit. Roma aus Bosnien beantragen teilweise selbst in Deutschland Asyl, 2014 wurde das Land jedoch als "sicheres Herkunftsland" klassifiziert.

Hinzu kommt, dass der Krieg 26 Jahre nach Ende noch immer pr├Ąsent ist. "Das Land steckt selbst eigentlich noch im Nachkriegstrauma", sagt Zentel, dessen Organisation Projekte mit Migranten und zur Friedenssicherung unterst├╝tzt und durchf├╝hrt. Zwar gibt es keine offenen Konflikte, aber das Misstrauen zwischen den Volksgruppen ist geblieben. Und es zeigt sich auch im Umgang mit den Gefl├╝chteten: Es erinnert viele Bosnier schmerzhaft an die Zeit, als sie selbst fliehen mussten.

Diese Frau lebt mit ihren vier Kindern (drei im Bild) in einer Romasiedlung nahe Tuzla: Ihr Haus ist nicht an die Stromversorgung angeschlossen.
Diese Frau lebt mit ihren vier Kindern (drei im Bild) in einer Romasiedlung nahe Tuzla: Ihr Haus ist nicht an die Stromversorgung angeschlossen. (Quelle: Camilla Kohrs/T-Online-bilder)

"Jeder in diesem Land muss in der Migrationsfrage seinen Teil der Verantwortung wahrnehmen", sagt Zentel. Aber auch die EU habe eine Verantwortung: "Es geht hier auch um die europ├Ąischen Werte". Doch die EU kann sich bisher nicht einmal auf eine Verteilung der Fl├╝chtlinge aus Mitgliedsstaaten wie Griechenland einigen. Statt einer verbindlichen L├Âsung gibt es bisher nur Ad-hoc-Aktionen. In den vergangenen elf Monaten hat Deutschland 2.060 anerkannte Fl├╝chtlinge aus Griechenland aufgenommen, vor allem kranke Kinder, Familien und Minderj├Ąhrige.

CDU lehnt Aufnahme ab

Wird die Bundesrepublik das auch mit Menschen aus Bosnien machen? Die CDU sagt nein. "Die Aufnahme von Fl├╝chtlingen aus Griechenland hat gezeigt: Wenn wir unabgestimmt vorpreschen, senden wir das Signal an andere EU-Staaten, dass Deutschland sich schon k├╝mmert", sagt Thorsten Frei, stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag. Das unterminiere eine gemeinsame EU-L├Âsung. Vielmehr m├╝ssten die EU und Deutschland Bosnien weiter unterst├╝tzen, die Versorgung vor Ort sicherzustellen und ein intaktes Asylsystem aufzubauen.

Auf Letzteres setzen auch die SPD und die Gr├╝nen. Dirk Wiese, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, fordert dar├╝ber hinaus gr├Â├čere Kontingente bei Resettlement-Programmen, mit denen Fl├╝chtlinge umverteilt werden k├Ânnen. F├╝r die Gr├╝nen kann das Resettlement-Programm nur ein zus├Ątzliches sein. "Die Bundesregierung sollte zumindest ├╝ber die Aufnahme von Minderj├Ąhrigen nachdenken", sagt die fl├╝chtlingspolitische Sprecherin der Partei, Luise Amtsberg. Viele deutsche St├Ądte haben sich l├Ąngst bereit erkl├Ąrt, mehr Menschen aufzunehmen, diese Bereitschaft sollte genutzt werden.

In dem Teil des Lagers U┼íivak wohnen Minderj├Ąhrige: Sie vertreiben sich die Zeit mit Fu├č- und Volleyball.
In diesem Teil des Lagers U┼íivak wohnen Minderj├Ąhrige: Sie vertreiben sich die Zeit mit Fu├č- und Volleyball. (Quelle: Camilla Kohrs/T-Online-bilder)

Zur├╝ck in U┼íivak. Die Lagerbewohner haben hier die M├Âglichkeit, Asyl in Bosnien zu beantragen. Nur nimmt kaum jemand das Angebot wahr, sagen die Mitarbeiterinnen von UN-Migrationsorganisation IOM vor Ort. Mehdi Haidari will weiter versuchen, Bosnien zu verlassen. Er ist nicht der Einzige, der nicht aufgeben m├Âchte. Eine Gruppe von etwa 15 Menschen macht sich an diesem Nachmittag auf den Weg. Sie laufen entlang der Schnellstra├če Richtung Busstation. Ihre Sehnsucht nach einem besseren Leben ist st├Ąrker als die Gefahren an der Grenze.

Mehr Eindr├╝cke sehen Sie oben oder hier im Video.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
Von Fabian Reinbold, Schloss Elmau
Ein Gastbeitrag von Anja Langenbucher
AfghanistanCDUDeutschlandEUEuropaFl├╝chtlingeFrankreichGriechenlandIrakIranKroatienMarokkoPolizeiSerbienSlowenienSyrienTalibanUngarn├ľsterreich
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website