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In diesem Bundesland gibt es die meisten Omikron-FĂ€lle

Von afp, dpa, t-online, rtr
Aktualisiert am 18.01.2022Lesedauer: 114 Min.
Jecken in der Kölner Innenstadt: NRW ist derzeit von der Omikron-Variante bundesweit am stÀrksten betroffen.
Jecken in der Kölner Innenstadt: NRW ist derzeit von der Omikron-Variante bundesweit am stÀrksten betroffen. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)
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In der vierten Pandemie-Welle setzt sich Omikron als dominante Variante des Virus durch. Das Robert Koch-Institut hat aufgeschlĂŒsselt, in welchem Bundesland es wie viele FĂ€lle gibt. Alle Infos im Newsblog.

Eine schwere Corona-Welle erschĂŒttert Deutschland: In vielen Regionen sind die Infektions- und Todeszahlen hoch, KrankenhĂ€user sind erneut ĂŒberlastet. Nun bereitet eine neu aufgetretene Variante den Experten zusĂ€tzliche Sorgen: Omikron. Mehr als 72 Prozent der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in Deutschland sind vollstĂ€ndig geimpft.


Die neuesten Nachrichten lesen Sie hier im Newsblog.

NRW hat derzeit die meisten Omikron-FĂ€lle

Das Robert Koch-Institut (RKI) schlĂŒsselt die gemeldeten Neuinfektionen nach FĂ€llen auf, bei denen die Omikron-Variante des Coronavirus festgestellt wurde. Dabei zeigt sich: In Nordrhein-Westfalen (knapp 18 Millionen Einwohner) gibt es so viele Infektionen mit der Variante, wie in keinem anderen Bundesland: 53.521 FĂ€lle gibt es bislang (Stand: 17. Januar 2022). In Bayern (rund 13 Millionen Einwohner) wurden 48.266 FĂ€lle registriert, in Baden-WĂŒrttemberg (etwa elf Millionen Einwohner) sind es 31.415. Die wenigsten Omikron-FĂ€lle hat Sachsen-Anhalt (2,2 Millionen Einwohner). Dort sind es 412.

Das RKI schreibt zu den Zahlen: GezĂ€hlt werden nur FĂ€lle, bei denen ein Nachweis mittels Gesamtgenomsequenzierung oder ein labordiagnostischer Verdacht mittels variantenspezifischer PCR eine Infektion mit Omikron zeigte. Zwischen der erstmaligen Meldung eines Falles (SARS-CoV-2 Nachweis) und dem Laborergebnis ĂŒber das Vorliegen einer Variante of Conncern (VOC) können je nach Nachweismethode mehrere Tage oder Wochen liegen.

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Sieben-Tage-Inzidenz erreicht nÀchsten Höchstwert

Der Inzidenzwert bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat den nĂ€chsten Höchstwert erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 553,2 an. Am Vortag hatte der Wert noch bei 528,2 gelegen, vor einer Woche waren es noch 387,9. Es war bereits der fĂŒnfte Tag in Folge mit einem neuen Rekordwert. Mehr dazu lesen Sie hier.

Telefonische Krankschreibungen sollen verlÀngert werden

Die Gesundheitsminister der LĂ€nder haben den niedergelassenen Ärzten mit Blick auf die schnelle Verbreitung der Corona-Variante Omikron UnterstĂŒtzung zugesagt. In einer Videoschalte am Montagabend baten die Ressortchefs das Bundesgesundheitsministerium, die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung bei Atemwegserkrankungen zu verlĂ€ngern. Die Ärzte brĂ€uchten diese UnterstĂŒtzung, "damit sie nicht von Patienten ĂŒberrollt werden", sagte Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne nach den Beratungen. Die SPD-Politikerin ist aktuell Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz.

Zudem soll es weiterhin möglich sein, dass Ă€rztliche und psychotherapeutische Konsultationen digital erfolgen. Auch einen Rettungsschirm fĂŒr Praxen soll es geben, wenn diese einen hohen Personalausfall haben oder nicht akute Behandlungen verschoben werden mĂŒssten. Das Bundesgesundheitsministerium soll zudem die KostenĂŒbernahme bei der Aufnahme auslĂ€ndischer Patienten in Deutschland klĂ€ren.

Die VerkĂŒrzung des Corona-Genesenenstatus' von sechs auf drei Monate war in der Schalte ebenfalls Thema. Die LĂ€nder-Ressortchefs baten das Bundesgesundheitsministerium, Übergangsregelungen fĂŒr betroffene Personen zu erarbeiten. Diese seien insbesondere fĂŒr gebuchte Reisen und fĂŒr den Zugang zu Veranstaltungen notwendig, sagte Grimm-Benne. "Das ist als Problemstellung erkannt worden."

Laut Grimm-Benne kĂŒndigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in der Schalte an, dass weitere Modellrechnungen durchgefĂŒhrt wĂŒrden, wie schnell sich Omikron in Deutschland verbreiten werde. Derzeit gehe man von einer Verdopplung der Zahlen alle sechseinhalb Tage aus, sagte Grimm-Benne. Die Ergebnisse sollen am Wochenende in einer weiteren Konferenz der Gesundheitsminister diskutiert werden.

Lauterbach sieht bei Omikron keinen Grund zur Entwarnung

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt davor, die Omikron-Variante des Coronavirus zu unterschĂ€tzen. Es gebe "keinerlei Grund zur Entwarnung", sagte Lauterbach am Montag wĂ€hrend eines Besuchs in Mecklenburg-Vorpommern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig (SPD). Je nach Entwicklung könnte es sein, dass die Schutzmaßnahmen noch einmal verschĂ€rft werden mĂŒssten.

Noch sei die aktuelle Welle "schwer einzuschĂ€tzen", sagte Lauterbach. Bislang seien vor allem Menschen mittleren Alters und jĂŒngere Menschen betroffen. Wenn sich mehr Ältere infizierten, könne es auch wieder eine stĂ€rkere Belastung auf den Intensivstationen geben. Ob man dann mit den aktuellen Schutzmaßnahmen hinkomme, "werden wir sehen", sagte der Minister.

Pfizer-Chef: "Wir werden unser normales Leben bald zurĂŒckhaben"

Pfizer-Chef Albert Bourla ist zuversichtlich, dass sich die Coronalage zum Ende des Winters deutlich entspannt. "Wir werden bald unser normales Leben zurĂŒckhaben", sagte er in einem Interview mit der französischen Tageszeitung "Le Figaro". "Wir sind in einer guten Position, um im FrĂŒhling so weit zu sein", so Bourla.

Er begrĂŒndet dies mit den medizinischen Fortschritten, die in der BekĂ€mpfung des Coronavirus gemacht wurden. Es stĂŒnden nicht nur Tests und Impfstoffe, sondern auch erste Medikamente zur VerfĂŒgung, die effektiv schwere VerlĂ€ufe verhinderten, so Bourla.

Alfred Bourla: "Wir werden bald unser normales Leben zurĂŒckhaben"
Alfred Bourla: "Wir werden bald unser normales Leben zurĂŒckhaben" (Quelle: ZUMA Wire/imago-images-bilder)

Pfizer ist neben der Beteiligung am Biontech-Impfstoff auch der Hersteller des Corona-Medikaments Paxlovid, das derzeit von der EuropĂ€ischen Arzneimittelagentur (EMA) geprĂŒft wird. Bundesgesundheitsminister Lauterbach hat bereits eine Million Einheiten des neuen Medikaments gesichert – die Zulassung steht aber noch aus.

Virologe Stöhr: Durchseuchung in den kommenden Wochen

Angesichts der aktuellen Corona-Welle mit der hochansteckenden Omikron-Variante erwartet der Virologe Klaus Stöhr erst eine Durchseuchung in den kommenden Wochen, dann eine natĂŒrliche Immunisierung der Bevölkerung – und schließlich ein Auslaufen der Pandemie. "In den nĂ€chsten zwei bis drei Wochen wird es eine Unsicherheit geben, wie hoch die Inzidenz steigen wird. Danach werden sich durch die sehr starke Durchseuchung, die dann leider einsetzen wird, die man nicht abwenden kann, sehr viele Menschen die natĂŒrliche ImmunitĂ€t holen", sagte er am Sonntagabend im TV-Sender Bild.

Diese ImmunitĂ€t werde "oben draufgepflanzt" auf die Immunisierung durch Impfungen, fuhr Stöhr fort. Beides zusammen werde zu einem anhaltenden Immunschutz fĂŒhren, sodass man auch nicht das vierte, fĂŒnfte, sechste oder siebte Mal boostern mĂŒsse. Im Herbst werde man dann sehen, ob man den ĂŒber 60-JĂ€hrigen noch einmal ein Impfangebot machen mĂŒsse.

Angesichts der Millionen Ungeimpften oder zumindest nicht vollstĂ€ndig Geimpften ist Vorsicht nach den Worten Stöhrs zwar weiter ganz wichtig. Dennoch gibt er sich ĂŒberzeugt: "Im FrĂŒhjahr, Sommer dann wird es sehr entspannt."

Klaus Stöhr in der Sendung Markus Lanz (Archivbild): Der Virologe rechnet mit einem entspannten Sommer.
Klaus Stöhr in der Sendung Markus Lanz (Archivbild): Der Virologe rechnet mit einem entspannten Sommer. (Quelle: teutopress/imago-images-bilder)

Ungeimpfte Praxismitarbeiter können entlassen werden

BeschĂ€ftigte in Hausarztpraxen, die nach Inkrafttreten der Corona-Impfpflicht keinen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen können, mĂŒssen mit einer Abmahnung und in letzter Konsequenz mit ihrer Entlassung rechnen. Das geht aus einem Informationsblatt des Deutschen HausĂ€rzteverbandes hervor, ĂŒber das als Erstes das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Montag) berichtete.

Die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht sieht vor, dass BeschĂ€ftigte in Einrichtungen wie Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheimen bis zum 15. MĂ€rz nachweisen mĂŒssen, dass sie geimpft oder genesen sind. Damit sollen Patientinnen, Patienten und PflegebedĂŒrftige besser vor einer Corona-Infektion geschĂŒtzt werden.

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Falls Mitarbeiter den Nachweis verweigerten, könne das Gesundheitsamt ihnen verbieten, die Arztpraxis zu betreten oder in dieser tĂ€tig zu sein, heißt es in dem Infoblatt.

Geldstrafen fĂŒr ungeimpfte griechische Senioren

Ungeimpfte Griechen ĂŒber 60 werden von nun an zur Kasse gebeten: Wer sich die Corona-Impfung weiterhin nicht verabreichen lĂ€sst, wird im Januar mit 50 Euro Strafe belegt, von Februar an sind es dann 100 Euro monatlich. Die Regelung trat in der Nacht auf Montag in Kraft. Von der Maßnahme betroffen sind laut Staatsrundfunk rund 300.000 Menschen.

Ihre Daten sollen nun von der staatlichen Sozialversicherung an das Finanzamt weitergeleitet werden, das die Bußgelder eintreibt. Das Geld kommt dann den staatlichen KrankenhĂ€usern zugute. In Griechenland sind die verabreichten Impfungen in einer Datenbank personalisiert gespeichert.

FDP-Politiker zweifelt an Impfpflicht

Der FDP-Politiker Stephan Thomae hat seine Zweifel an einer allgemeinen Corona-Impfpflicht bekrĂ€ftigt. "Omikron Ă€ndert die Spielregeln", sagte der parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der FDP-Fraktion im Bundestag der "SĂŒddeutschen Zeitung" (Montag). "Es ist jetzt nicht an der Zeit, einfach nur irgendetwas zu tun und möglichst harte Maßnahmen zu beschließen, nur um Handlungsbereitschaft zu beweisen. Es geht darum, zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun."

Thomae reagiert damit auf Äußerungen des Virologen Christian Drosten, der die hochansteckende, aber wohl mildere KrankheitsverlĂ€ufe verursachende Omikron-Variante als "Chance" sieht, von der Pandemie in den endemischen Zustand zu kommen.

Bericht: Dutzende Ermittlungsverfahren gegen Impfverweigerer in Bundeswehr

In der Bundeswehr wird nach einem "Spiegel"-Bericht gegen Dutzende Soldaten wegen Verstoßes gegen die Impfpflicht ermittelt. FĂŒr die rund 180.000 Soldaten und Soldatinnen gilt das Ablehnen der Impfung als Befehlsverweigerung. ZunĂ€chst drohen den Impfverweigerern in Uniform Disziplinarstrafen, schreibt das Magazin. Letztlich laufe die Verweigerung der Impfung auf eine Entfernung aus der Truppe hinaus.

Laut internen Zahlen des Verteidigungsministeriums liefen derzeit zwischen 50 und 60 Verfahren gegen Soldaten, die trotz der sogenannten Duldungspflicht die Impfung gegen Covid-19 vehement ablehnten.

Der MilitÀr-Geheimdienst MAD ermittelt dem Bericht zufolge derzeit gegen mehrere Soldaten, die als radikale Impfverweigerer aufgefallen sind, einige pflegten Verbindungen zur sogenannten Querdenker-Szene. MAD-Chefin Martina Rosenberg berichtete im Verteidigungsausschuss, bei mehreren der VerdachtsfÀlle sei festzustellen, dass die Soldaten bereits vorher wegen einer möglichen rechtsextremen Haltung aufgefallen seien.

Frankreichs Parlament billigt Impfzertifikat

Das französische Parlament billigt das von der Regierung geplante Impfzertifikat. Der von Impfgegnern kritisierte Nachweis muss kĂŒnftig in FernzĂŒgen sowie GaststĂ€tten und Kinos vorgelegt werden. Bisher reicht auch ein negativer Corona-Test.

RKI verkĂŒrzt Genesenenstatus auf drei Monate

FĂŒr den Zugang zu Restaurants, Freizeit- und Kultureinrichtungen muss man zurzeit in der Regel geimpft oder genesen sein. FĂŒr Genesene tritt ab sofort eine grundlegende Änderung in Kraft. Mehr dazu lesen Sie hier.

Zutritt nur fĂŒr Geimpfte und Genesene mit Negativ-Test: Die 2G-plus-Regel gilt nun in vielen BundeslĂ€ndern auch in der Gastronomie.
Zutritt nur fĂŒr Geimpfte und Genesene mit Negativ-Test: Die 2G-plus-Regel gilt nun in vielen BundeslĂ€ndern auch in der Gastronomie. (Quelle: Gstettenbauer/imago-images-bilder)

Tausende protestieren in Amsterdam gegen Corona-Maßnahmen

In Amsterdam gehen Tausende Gegner der Maßnahmen gegen die Pandemie auf die Straße. SicherheitskrĂ€fte sind im Innenstadtgebiet verteilt. Musik wird gespielt und regierungskritische Parolen werden gerufen. Angesichts des wachsenden Widerstands kĂŒndigte Premierminister Mark Rutte am Freitag die Wiedereröffnung von GeschĂ€ften, Friseuren und Fitnessstudios an und hob den Lockdown trotz neuer HöchststĂ€nde bei den Neuinfektionen teilweise auf.

Österreich plant ab Februar Impfpflicht fĂŒr Erwachsene

In Österreich wird ab Februar eine Coronavirus-Impfpflicht fĂŒr Erwachsene gelten. Ausgenommen davon wĂŒrden Schwangere und Personen, die sich aus medizinischen GrĂŒnden nicht impfen lassen können sowie Genesene fĂŒr einen Zeitraum von sechs Monaten, sagte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Sonntag bei der PrĂ€sentation des Gesetzesentwurfs. Bei der Impfpflicht fĂŒr Menschen ab einem Alter von 18 Jahren gehe es nicht um Diskriminierung, sagte Nehammer. Die Impfung sei der beste Garant, dass die Gesellschaft in Freiheit leben könne.

Ab Mitte MĂ€rz drohen Ungeimpften Strafen. Der Strafrahmen liegt zwischen 600 und maximal 3.600 Euro. Beschlossen werden könnte das Gesetz in der kommenden Woche im Nationalrat. DafĂŒr ist eine einfache Mehrheit nötig, die mit den Stimmen der Regierungsparteien ÖVP und GrĂŒnen erreicht wird. Zustimmung gibt es aber auch vom Großteil der Opposition – den Sozialdemokraten (SPÖ) und den liberalen Neos. Die rechtspopulistische FPÖ lehnt eine Impfpflicht ab.

Das Gesetz zur Impfpflicht polarisiert in dem Land mit knapp neun Millionen Einwohnern. Erst am Samstag hatten wieder Zehntausende Menschen in der Wiener Innenstadt gegen die Corona-Politik der Regierung und die Impfpflicht demonstriert.

MinisterprĂ€sidenten dringen auf rasche EinfĂŒhrung einer Impfpflicht

Die Regierungschefs von Niedersachen und Bremen, die SPD-Politiker Stephan Weil und Andreas Bovenschulte, dringen auf eine rasche Entscheidung ĂŒber die EinfĂŒhrung einer allgemeinen Impfpflicht. "Den Teufelskreis aus immer neuen Infektionswellen und zwischenzeitlichen Entspannungen kann nach den Erfahrungen der letzten Monate leider nur eine Impfpflicht durchbrechen", sagt Weil der Zeitung "Die Welt". "Und es gibt keine Anhaltspunkte dafĂŒr, dass Omikron die letzte Virusvariante sein wird, und eine Infizierung durch Omikron wird die Menschen nicht dauerhaft gegen andere Varianten schĂŒtzen."

Bremens BĂŒrgermeister Bovenschulte will eine Begrenzung der Impfpflicht auf besonders verletzliche Gruppen wie Ältere nicht ausschließen: "Da Ă€ltere Menschen statistisch gesehen mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit schwer erkranken und deshalb das Gesundheitssystem deutlich stĂ€rker belasten, wĂ€re eine Impfpflicht beispielsweise fĂŒr einen 60-JĂ€hrigen besser zu begrĂŒnden als fĂŒr einen 19-JĂ€hrigen."

Stephan Weil: Der MinisterprÀsident von Niedersachsen will "den Teufelskreis durchbrechen".
Stephan Weil: Der MinisterprÀsident von Niedersachsen will "den Teufelskreis durchbrechen". (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)

Trotz Verbots erneut Corona-Demo in Koblenz

In Koblenz ist es am Samstag wieder zu unangemeldeten Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen mit insgesamt Hunderten Teilnehmern gekommen. Es seien zahlreiche VerstĂ¶ĂŸe gegen das Versammlungsverbot festgestellt, Ordnungswidrigkeiten zur Anzeige gebracht und Platzverweise ausgesprochen worden, teilte die Polizei am Samstagabend mit. Die genaue Anzahl der VerstĂ¶ĂŸe konnte sie auch am Sonntag noch nicht nennen. Eine angemeldete Versammlung sei von den EinsatzkrĂ€ften abgesichert worden.

Am Sonntag sagte ein Polizeisprecher: "Es hat sich auf mehrere Stellen verteilt. Es gab keinen zentralen Ort." Zu gravierenden ZwischenfĂ€llen sei es nicht gekommen. Der traditionelle Treffpunkt der Gegner von Corona-Maßnahmen am Deutschen Eck, dem Zusammenfluss von Rhein und Mosel, war am Samstagabend mit einem auffallend großen Polizeiaufgebot abgesperrt. Zugleich gab es angemeldete Gegendemonstrationen – unter anderem eine Menschenkette, bei der sich die Teilnehmer zur Wahrung der Corona-MindestabstĂ€nde an Schals hielten.

Querdenker schicken Drohschreiben an Schulen

In der Corona-Krise haben sogenannte Querdenker, ReichsbĂŒrger und Selbstverwalter nach Angaben der Bundesregierung auch Schulen und Kitas ins Visier genommen. Der Regierung sei bekannt, dass Gegner der Corona-Maßnahmen und der Impfkampagne in einzelnen FĂ€llen vor SchulgebĂ€uden demonstrierten und "dabei zuweilen auch das ZwiegesprĂ€ch mit SchĂŒlern suchten".

Das ergab sich aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Hierbei handelte es sich zum Teil auch um fĂŒhrende Personen der 'Querdenken-Bewegung'", schreibt das Ministerium weiter.

Zudem berichtet die Regierung von Briefen, E-Mails und Drohschreiben, die ReichsbĂŒrger und sogenannte Selbstverwalter an Schulen, Behörden, Lehrerkollegien und Kitas gesendet haben. In manchen Schreiben werden demnach "pseudojuristische Argumente" angefĂŒhrt, die den Corona- oder Masken-Verordnungen ihre RechtsgĂŒltigkeit absprechen. "ReichsbĂŒrger" und "Selbstverwalter" erkennen die Bundesrepublik Deutschland und ihr Rechtssystem nicht an. Ob es im Zusammenhang mit den genannten Aktionen auch zu Straftaten kam, dazu habe das Innenministerium "keine Erkenntnisse".

Die Informationen der Bundesregierung bestĂ€tigen Befunde einer reprĂ€sentativen Umfrage der Bildungsgewerkschaft VBE, an der LehrkrĂ€fte im Mai teilnahmen. 22 Prozent hatten darin angegeben, dass sie an der eigenen Schule Beschimpfungen, Bedrohungen oder Beleidigungen im "Zusammenhang mit der Durchsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen" erlebt hatten. 25 Prozent der Befragten berichteten von Beschimpfungen und Bedrohungen per Mail oder in Chats.

Proteste gegen Maskenpflicht (Archivbild): "SchĂŒtzt eure Kinder!"
Proteste gegen Maskenpflicht (Archivbild): "SchĂŒtzt eure Kinder!" (Quelle: Einsatz-Report24/Christina HĂ€ußler/imago-images-bilder)

Schulze gegen Freigabe von Impfstoffpatenten fĂŒr EntwicklungslĂ€nder

Im Streit um die Freigabe von Patenten fĂŒr Corona-Impfstoffe hat sich Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) unnachgiebig gezeigt. "Ich bezweifle, dass die EntwicklungslĂ€nder leichter an Impfstoffe herankommen, wenn wir die Patente freigeben", sagte Schulze den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). Hilfreich seien Unternehmenspartnerschaften fĂŒr die Produktion der mRNA-Impfstoffe in Lizenz. Das Know-how dazu mĂŒsse "in EntwicklungslĂ€nder weitergegeben werden", forderte die Ministerin.

Schulze bestritt, bei den Patenten den Konflikt mit den Herstellern zu scheuen. "Ich bin hier fĂŒr Pragmatismus. Theoretische Fundamentalpositionen bringen uns nicht weiter", mahnte sie. "Es kommt darauf an, dass die Produktion lĂ€uft. Und das geht gerade jetzt in der Pandemie am besten und am schnellsten mit den Unternehmen zusammen." Zugleich warb die SPD-Politikerin dafĂŒr, EntwicklungslĂ€nder beim Aufbau einer eigenen Impfstoffproduktion zu unterstĂŒtzen. "Mein Ziel ist, dass EntwicklungslĂ€nder in Zukunft nicht mehr auf Impfstoffspenden angewiesen sein werden", sagte Schulze.

Iran meldet erstmals TodesfÀlle nach Omikron-Infektion

Das iranische Gesundheitsministerium hat erstmals TodesfĂ€lle nach einer Omikron-Infektion gemeldet. Bislang seien drei Iraner an der neuen Variante gestorben, mehr als 1100 Menschen hĂ€tten sich landesweit damit infiziert, hieß es am Sonntag laut der Nachrichtenagentur Tasnim aus dem Ministerium. Trotz der akuten Wirtschaftskrise plant die Regierung in Teheran demnach erneut strenge Corona-EinschrĂ€nkungen bis hin zu einem Lockdown.

Der Iran war bis Sommer von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen, doch die Lage entspannte sich nach einer Beschleunigung der Impfkampagne. Bislang sind mehr als 60 Prozent der fast 84 Millionen Iraner doppelt geimpft, auch Auffrischungsimpfungen werden bereits verabreicht. Seit dem Ausbruch der Pandemie im Februar 2020 wurden im Land mehr als 132.000 Corona-Tote und mehr als 6,2 Millionen Infizierte registriert.

Drosten sieht in Omikron-Variante große Chance

Der Virologe Christian Drosten sieht in der milder verlaufenden Omikron-Variante des Coronavirus eine "Chance" und macht Hoffnung auf ein Leben wie vor der Pandemie. Auf die Frage, ob "wir jemals wieder so leben werden wie vor der Pandemie", sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité dem "Tagesspiegel am Sonntag": "Ja, absolut. Da bin ich mir komplett sicher." Mehr dazu lesen Sie hier.

Der Virologe Christian Drosten bei einer Pressekonferenz (Archivbild): Er sieht das Ende das Pandemie nahe.
Der Virologe Christian Drosten bei einer Pressekonferenz (Archivbild): Er sieht das Ende das Pandemie nahe. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa-bilder)

Lauterbach: Uns drohen schwere Wochen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach warnt angesichts der Omikron-Welle und der geringen Impfquote in Deutschland vor einer hohen Zahl an Toten und massiven EinschrĂ€nkungen bei Krankenhausbehandlungen. "Uns drohen in Deutschland sehr schwere Wochen", sagt Lauterbach der "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht. Zur Zeit erkrankten vor allem die JĂŒngeren mit vielen Kontakten. Doch sobald sich auch die Älteren infizierten werde die Zahl der Krankenhauseinweisungen wieder steigen. Dann könne der Platz auf den Intensivstationen und auf den Normalstationen knapp werden. Deutschland habe im internationalen Vergleich eine Ă€ltere Bevölkerung mit vielen chronisch Kranken. Dies sei "brandgefĂ€hrlich". Lesen Sie hier mehr dazu.

Wirte in den Niederlanden öffnen aus Protest trotz Lockdown

Nahezu ĂŒberall in den Niederlanden haben sich GaststĂ€tten-Betreiber am Samstag fĂŒr einige Stunden ĂŒber Corona-Vorschriften hinweggesetzt und ihre Kneipen, CafĂ©s und Restaurants geöffnet. Damit protestierten die Wirte dagegen, dass ihre Branche von der Aufhebung des wochenlangen, landesweiten Lockdowns vorerst ausgeschlossen ist.

Vielerorts sei die einmalige Aktion mit Zustimmung der Gemeindeverwaltungen erfolgt, berichtete die Nachrichtenagentur ANP. In Utrecht etwa versprach BĂŒrgermeisterin Sharon Dijksma, sich weiter fĂŒr Lockerungen der Corona-Vorschriften fĂŒr GaststĂ€tten einzusetzen. Die Reaktionen beim Publikum waren positiv. "Die Gastronomie kontrolliert wieder zu öffnen, scheint mir besser zu sein, als dass jeder bei sich zu Hause Partys feiert", zitierte ANP den Besucher eines StudentencafĂ©s in Zwolle.

Nach fast vier Wochen hatte die Regierung in Den Haag – unter starkem Druck von Unternehmern – den strengen Corona-Lockdown am Freitag teilweise aufgehoben. GeschĂ€fte, Friseure und Sportclubs sowie Hochschulen dĂŒrfen seit Samstag wieder öffnen. Jedoch mĂŒssen GaststĂ€tten, Museen, Theater und Kinos geschlossen bleiben. Angesichts dramatisch gestiegener Infektionszahlen könne der Lockdown noch nicht ĂŒberall beendet werden, erklĂ€rte MinisterprĂ€sident Mark Rutte dazu. "Alles zugleich geht nicht, das Risiko ist zu groß." Ende des Monats werde es möglicherweise weitere Lockerungen geben.

Mutmaßlicher Brandanschlag auf Gesundheitsamt in Germersheim

Auf das Gesundheitsamt in der Kreisstadt Germersheim ist mutmaßlich ein Brandanschlag verĂŒbt worden. In der Nacht zu Samstag sei die EingangstĂŒr aus Holz angezĂŒndet worden, teilte die Kreisverwaltung mit. Es habe sich ein Schwelbrand entwickelt, der ĂŒber lĂ€ngere Zeit das gesamte GebĂ€ude verraucht habe. Verletzt wurde niemand. Die Höhe des Schadens konnte die Polizei zunĂ€chst nicht beziffern.

Landrat Fritz Brechtel (CDU) zufolge liegt der Anschein eines gezielten Anschlags vor. "Ich habe keinerlei VerstĂ€ndnis fĂŒr eine solche Tat," sagte er. "Die Mitarbeitenden des Gesundheitsamtes arbeiten seit fast zwei Jahren bis an ihre Belastungsgrenzen fĂŒr die Menschen im Kreis." Ein Anschlag wĂŒrde sich gezielt gegen die wichtige Arbeit der Angestellten richten.

Lindner gegen Corona-Boni: "Diese Phase muss enden"

Bundesfinanzminister Christian Lindner hat sich skeptisch ĂŒber neue Ausgabenprogramme fĂŒr den Kampf gegen die Corona-Krise gezeigt. "Wir haben uns wĂ€hrend der Pandemie an hohe Staatsleistungen gewöhnt. Diese Phase muss enden", sagte der FDP-Politiker der "Welt am Sonntag". Schon in diesem Jahr seien die SpielrĂ€ume eng. 2023 werde die Lage wegen der RĂŒckkehr zur Schuldenbremse noch anspruchsvoller. "Deshalb sehe ich das Ausloben neuer Boni, Subventionen und Programme kritisch." Man könne auf Dauer nicht alles mit Geld lösen.

Lindner antwortete damit auf eine Frage nach einem Bonus bei Corona-Impfungen. "In der Bundesregierung gibt es dazu keine Überlegungen", sagte er. Er halte das Werben um die Einsicht der Menschen sowie die ErtĂŒchtigung der Infrastruktur fĂŒr dringender.

ÜberbrĂŒckungshilfen fĂŒr von den Corona-Maßnahmen besonders betroffene Betriebe will Lindner weiter zahlen. Mit Blick auf die Wirtschaft kĂŒndigte er außerdem ein Corona-Steuergesetz an, das bald auf den Weg gebracht werden soll. Damit solle es etwa die Möglichkeit geben, gegenwĂ€rtige Verluste mit frĂŒheren Gewinnen bei der Steuer zu verrechnen. "Das ist fĂŒr viele Betriebe wichtig." Zudem werde er vorschlagen, die Pauschale fĂŒr Heimarbeit zu verlĂ€ngern und erneut mehr Zeit fĂŒr die Abgabe von SteuererklĂ€rungen einzurĂ€umen.

Christian Lindner: Der Finanzminister dringt auf ZurĂŒckhaltung bei den Ausgaben.
Christian Lindner: Der Finanzminister dringt auf ZurĂŒckhaltung bei den Ausgaben. (Quelle: Political-Moments/imago-images-bilder)

MinisterprĂ€sident GĂŒnther verlĂ€sst Hotel nach einer Woche QuarantĂ€ne

Nach mehr als einer Woche QuarantĂ€ne hat Schleswig-Holsteins MinisterprĂ€sident Daniel GĂŒnther (CDU) am Samstag das Hotel verlassen. Auf seinem Programm hĂ€tten eine Runde Joggen und die Sitzung eines Parteigremiums gestanden, sagte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur. GĂŒnther hatte sich aufgrund der damals noch geltenden QuarantĂ€neregeln am 6. Januar wegen eines positiven Corona-Tests in seinem Arbeitsumfeld in Isolation begeben.

In den vergangenen Tagen fĂŒhrte der 48-JĂ€hrige seine AmtsgeschĂ€fte deshalb aus einem Kieler Hotel. "Was in der QuarantĂ€ne echt schwierig ist, so diszipliniert ich mir auch einbilde zu sein: Man kann den Tag allein im Hotelzimmer nicht gut strukturieren", sagte GĂŒnther am Freitag im Telefonat dem Onlineportal shz.de. Das Wochenende gehöre der Familie.

Notfallmediziner: Omikron-Welle noch nicht auf Intensivstationen

Die Omikron-Welle ist nach EinschĂ€tzung der Fachgesellschaft der Intensiv- und Notfallmediziner noch nicht auf den Intensivstationen angekommen. Er rechne aber damit, dass es in der nĂ€chsten oder ĂŒbernĂ€chsten Woche deutlich mehr Corona-Patienten in den Notaufnahmen gebe werde, sagte Intensivmediziner Christian Karagiannidis am Samstag im Deutschlandfunk. Der Experte leitet das Intensivregister der Deutschen InterdisziplinĂ€ren Vereinigung fĂŒr Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und ist Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung.

Derzeit infizierten sich hauptsĂ€chlich jĂŒngere Menschen im Alter bis 35 Jahre. Zugleich sehe man vermehrt auch Infektionen in der kritischen Infrastruktur, KrankenhĂ€user mĂŒssten sich darauf vorbereiten, dass Ärzte und PflegekrĂ€fte ausfielen.

Karagiannidis betonte: "Wenn wir das ganze Infektionsgeschehen jetzt extrem laufen lassen und ganz hohe Inzidenzen akzeptieren, dann akzeptieren wir auch, dass das Virus ganz sicher die Ungeimpften findet." Bereits jetzt seien 62 Prozent der Corona-Patienten auf den Intensivstationen ungeimpft, nur 5 Prozent hÀtten eine Auffrischungsimpfung.

Omikron-FĂ€lle in weiterer Millionenstadt in China entdeckt

In China haben die Behörden in einer weiteren Millionenstadt FĂ€lle der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus entdeckt. Die sĂŒdchinesische Stadt Zhuhai, die an die Sonderverwaltungszone Macau angrenzt, meldete am Freitagabend sieben Omikron-FĂ€lle. Die Behörden hatten am Freitag damit begonnen, alle 2,4 Millionen Einwohner Zhuhais auf das Coronavirus zu testen, nachdem Anfang der Woche in der Nachbarstadt Zhongshan ein Corona-Fall entdeckt worden war.

Wegen der Omikron-FĂ€lle wurde am Samstag der Busverkehr in Zhuhai eingestellt. Die Bewohner sollen die Stadt zudem nur noch in dringenden FĂ€llen verlassen und mĂŒssen dazu einen negativen Corona-Test vorlegen. Betriebe wie Schönheitssalons, Fitnessstudios und Kinos mussten bereits am Donnerstag schließen.

Bombenverdacht auf Anti-Corona-Demo

Aufregung in Hamburg nach einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen: An der Kunsthalle ist am Freitagabend nach dem Fund eines verdĂ€chtigen Gegenstands Sprengstoffalarm ausgerufen worden. Sprengstoffexperten gaben schließlich Entwarnung. Mehr dazu lesen Sie hier.

Infektiologe: Vierte Impfung muss jetzt schon vorbereitet werden

Der MĂŒnchner Corona-Experte Clemens Wendtner mahnt zur zĂŒgigen Vorbereitung auf die vierte Corona-Impfung – mit den verfĂŒgbaren Impfstoffen. "FĂŒr mich wĂ€re eine Viertimpfung vier bis sechs Monate nach der dritten Impfung eine adĂ€quate Maßnahme", sagte der Chefarzt der Infektiologie an der MĂŒnchen Klinik Schwabing der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies zugleich jedoch darauf, dass es aufgrund mangelnder Daten noch keine Empfehlung der StĂ€ndigen Impfkommission (Stiko) zur Viertimpfung gibt.

Oft heiße es, man wolle auf den angepassten Omikron-Impfstoff warten. "Ich fĂŒrchte aber, das wird zu lange dauern", sagte Wendtner. Vor April sei nicht mit neuen Impfstoffen zu rechnen – die Omikron-Welle rolle aber jetzt heran.

"Man muss eine Viertimpfungs-Kampagne jetzt schon vorbereiten, auch von der VerfĂŒgbarkeit der derzeit zugelassenen Impfstoffe her. Da dĂŒrfen wir nicht erst daran denken, wenn wir MĂ€rz oder April haben", sagte Wendtner. Die Viertimpfung sei auch jetzt schon ein Thema - nĂ€mlich fĂŒr "die Personen, die im SpĂ€tsommer einen Boost bekommen haben". Das könnten BeschĂ€ftigte im Gesundheitswesen ebenso sein wie besonders gefĂ€hrdete Menschen etwa in Seniorenheimen.

Corona-Experte der Regierung: Vorgehen Spaniens fĂŒr Deutschland derzeit ungeeignet

Die Virusvariante Omikron könnte dem von der Bundesregierung berufenen Corona-Experten Lars Kaderali zufolge der Anfang vom Ende der Pandemie in Deutschland sein. "Ich wĂŒrde das tatsĂ€chlich so sehen, dass Omikron die TĂŒr sein könnte", sagte der Greifswalder Bioinformatiker der Deutschen Presse-Agentur. Einen lockereren Umgang mit dem Coronavirus, wie er in Spanien erwogen wird, hĂ€lt er hierzulande nicht fĂŒr ratsam. "Selbst wenn das in Spanien gut gehen sollte, kann man daraus nicht rĂŒckschließen, dass das eine gute Strategie fĂŒr Deutschland wĂ€re."

Der spanische MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez hatte in einem Radiointerview erklĂ€rt, man mĂŒsse berĂŒcksichtigen, dass Covid-19 sich von einer Pandemie zu einer endemischen Krankheit entwickle. Experten arbeiteten "seit Wochen" daran, Covid-19 etwa wie eine Grippe zu behandeln. Angedacht ist demnach eine Lockerung der Überwachung der Infektionen zur Entlastung des ĂŒberforderten Gesundheitswesens.

Spanien habe eine deutlich höhere Impfquote und eine deutlich höhere Zahl an durchgemachten Infektionen. "Das heißt, Spanien ist nĂ€her an dieser endemischen Situation." Sehr grob gerechnet tragen laut Kaderali ĂŒber 90 Prozent der spanischen Bevölkerung Corona-Antikörper in sich. "Und da sind wir doch in Deutschland, ich sage mal, erheblich von weg." In Deutschland liege der Anteil mindestens ĂŒber zehn Prozent niedriger.

LĂ€nder ĂŒbertreffen Ziele bei Stellenaufbau im Gesundheitsdienst

In den GesundheitsĂ€mtern und weiteren Bereichen des öffentlichen Gesundheitsdienstes der LĂ€nder sind nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur im Zuge der Corona-Pandemie bisher mehr als 2.000 Stellen neu geschaffen worden. Die LĂ€nder haben damit die zum 31. Dezember 2021 vereinbarten Vorgaben zum Stellenaufbau aus dem sogenannten Pakt fĂŒr den Öffentlichen Gesundheitsdienst ĂŒbertroffen. Der dpa lagen RĂŒckmeldungen aus den zustĂ€ndigen Ministerien und Verwaltungen von 14 der 16 LĂ€nder vor. Dort sind demnach insgesamt 2.171 Stellen neu entstanden.

Wegen der Corona-Pandemie hatten Bund und LĂ€nder 2020 den Pakt fĂŒr den Öffentlichen Gesundheitsdienst beschlossen - mit dem Ziel, Personal vor allem in den rund 400 GesundheitsĂ€mtern in Deutschland aufzustocken. Seit Beginn der Pandemie stehen diese durch die Kontaktnachverfolgung, Infektionszahlenermittlung und Überwachung von Schutzvorgaben unter Dauerbelastung. Der Pakt sieht auch eine Modernisierung und bessere Vernetzung der Verwaltung vor. Der Bund gibt fĂŒr das Programm bis 2026 vier Milliarden Euro.

Palmer: Kommunen können Impfpflicht schnell umsetzen

TĂŒbingens OberbĂŒrgermeister Boris Palmer hĂ€lt die Durchsetzung einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus in den Kommunen fĂŒr eine Leichtigkeit. "Es gibt kein Umsetzungsproblem. Jede Kommune in Deutschland ist ĂŒber ihre Bußgeldstelle und Einwohnermelderegister in der Lage das umzusetzen", sagte der GrĂŒnen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Das gehe innerhalb weniger Wochen - auch ohne Impfregister.

Wenn etwa FDP-Politiker oder andere Impfgegner behaupteten, es sei schwierig, eine solche Pflicht umzusetzen, sei das vorgeschoben. "Die UmstandskrĂ€merei ist ein reiner Vorwand", sagte Palmer, der fĂŒr eine rasche Impfpflicht eintritt. "Wer etwas nicht will, sucht Probleme. Wer etwas will, sucht Lösungen."

Der TĂŒbinger OberbĂŒrgermeister Boris Palmer bei einer Verleihung (Archivbild): Er sieht keine Probleme fĂŒr die Verwaltung, wenn eine Impfpflicht kommt.
Der TĂŒbinger OberbĂŒrgermeister Boris Palmer bei einer Verleihung (Archivbild): Er sieht keine Probleme fĂŒr die Verwaltung, wenn eine Impfpflicht kommt. (Quelle: Ulmer Pressebildagentur/imago-images-bilder)

Söder will sich fĂŒr Lockerungen einsetzen

Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) will beim kommenden Corona-Gipfel ĂŒber Lockerungen beraten. Etwa solle darĂŒber beraten werden, ob bundesweit wieder Zuschauer in die Bundesliga-Stadien gelassen werden könnten, sagte Söder dem "MĂŒnchner Merkur". "Bisher schildern uns Experten eine geringere Zahl an Patienten in den KrankenhĂ€usern und mildere VerlĂ€ufe", sagte er dem Blatt. "Omikron ist nicht Delta. Das heißt: Wir mĂŒssen genau justieren, welche Regeln zwingend nötig, aber auch verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig sind."

Bayern hat derzeit strengere Regeln als andere BundeslĂ€nder. Zwar wird das Land die 2G-Plus-Regelung fĂŒr die Gastronomie nicht umsetzen, sondern bei 2G bleiben. Clubs und Bars dĂŒrfen allerdings nicht öffnen, in regionalen Hotspots muss die Gastronomie schließen. Die nĂ€chste MinisterprĂ€sidentenkonferenz findet am 24. Januar statt.

Novavax soll Ende Februar in Deutschland verfĂŒgbar sein

Der Novavax-Impfstoff soll ab Ende Februar in Deutschland verfĂŒgbar sein (Symbolfoto).
Der Novavax-Impfstoff soll ab Ende Februar in Deutschland verfĂŒgbar sein (Symbolfoto). (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

Corona-Impfungen mit dem PrĂ€parat des US-Herstellers Novavax sollen voraussichtlich Ende Februar in Deutschland starten können. Die erste Lieferung von 1,75 Millionen Dosen soll ab dem 21. Februar zur VerfĂŒgung stehen, wie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Freitag mit Verweis auf Firmenangaben in Berlin sagte. Genaue Termine fĂŒr weitere 3,25 Millionen Dosen, die gekauft wurden, stĂŒnden noch nicht fest. Er hoffe auf Lieferung noch im Februar.

Lauterbach erlĂ€uterte, das PrĂ€parat, das "quasi ein Totimpfstoff" sei, solle denjenigen besonders zur VerfĂŒgung stehen, die diese Art der Impfung bevorzugten. Er selbst könne die Wertigkeit fĂŒr die Omikron-Variante nicht gut einschĂ€tzen. Er gehe aber davon aus, dass der Impfstoff gut wirken dĂŒrfte. Impfungen damit wĂŒrden empfohlen.

Das Mittel von Novavax wurde kĂŒrzlich als fĂŒnfter Corona-Impfstoff in der EU zugelassen. Zwei Dosen werden im Abstand von etwa drei Wochen gespritzt. Es handelt sich um einen Proteinimpfstoff – er basiert also auf einer anderen Technologie als die bisher verfĂŒgbaren Corona-PrĂ€parate. Die EffektivitĂ€t zum Schutz vor symptomatischen Infektionen wurde von der EU-Arzneimittelbehörde EMA mit rund 90 Prozent angegeben. Experten wiesen darauf hin, dass man ĂŒber den neuen Impfstoff noch nicht so viel wisse wie ĂŒber die anderen PrĂ€parate, die bereits lĂ€nger breit angewendet werden.

Brasilien impft Kinder – gegen Widerstand von PrĂ€sident Bolsonaro

Brasilien hat am Freitag mit der Impfung von Kindern gegen das Coronavirus begonnen - trotz Drohungen von Staatschef Jair Bolsonaro. Der achtjĂ€hrige indigene Junge Davi Seremramiwe Xavante erhielt bei einer Zeremonie in einem Krankenhaus in SĂŁo Paulo in Anwesenheit von Gouverneur JoĂŁo Doria die erste Spritze. Die Gesundheitsbehörde Anvisa hatte vor einem Monat grĂŒnes Licht fĂŒr die Impfung von Kindern im Alter von fĂŒnf bis elf Jahren erteilt.

Der rechtsradikale PrĂ€sident hatte daraufhin die Veröffentlichung der Namen jener Mitarbeiter gefordert, die den Corona-Impfstoff von Pfizer/Biontech fĂŒr Kinder zugelassen hĂ€tten. Er selbst wĂŒrde seine elfjĂ€hrige Tochter niemals impfen lassen, wetterte er.

Mitarbeiter von Anvisa bezeichneten Bolsonaros Forderung als "faschistisch". Seit Oktober hĂ€tten zahlreiche Mitarbeiter aufgrund ihrer Entscheidung ĂŒber die Zulassung von Corona-Impfstoffen Morddrohungen von Impfgegnern erhalten. Anvisa weise jegliche "ausdrĂŒckliche oder verborgene Drohung" zurĂŒck, erklĂ€rte die Behörde weiter. Ihr Ziel sei es, die Gesundheit der BĂŒrger zu schĂŒtzen.

Rutte kĂŒndigt Lockerungen in Niederlanden an

Der niederlĂ€ndische MinisterprĂ€sident Mark Rutte kĂŒndigt trotz rekordhoher Infektionszahlen eine Lockerung der Corona-BeschrĂ€nkungen an. Von Samstag an dĂŒrften GeschĂ€fte jenseits des Grundbedarfs sowie Friseursalons und Kosmetikstudios erstmals wieder seit Mitte Dezember öffnen - allerdings unter strengen Auflagen und nur bis 17.00 Uhr. Bars, Restaurants und Museen wĂŒrden bis mindestens 25. Januar geschlossen bleiben.

Polens Corona-Berater werfen fast geschlossen hin

In Polen hat der Streit um die staatliche Corona-Politik zu einem offenen Eklat im medizinischen Beratergremium der Regierung gefĂŒhrt. Aus Protest gegen den zunehmenden Einfluss von Impfgegnern verließen 13 von 17 Mitgliedern am Freitag den Medizinischen Rat.

Die Experten begrĂŒndeten dies in einem Schreiben an MinisterprĂ€sident Mateusz Morawiecki mit einem "mangelnden Einfluss" ihrer Empfehlungen. "Gleichzeitig haben wir beobachtet, dass es eine wachsende Toleranz fĂŒr Gruppen gibt, die die Bedrohung durch Covid-19 und die Bedeutung von Impfungen im Kampf gegen die Pandemie verneinen."

Das Schreiben wurde von fĂŒhrenden Virologen, Epidemiologen und Intensivmedizinern unterzeichnet. AusdrĂŒcklich verwiesen sie dabei auf die Haltung von Regierungsmitgliedern und hohen Beamten. Nur vier Mitglieder des Rats schlossen sich nicht an.

Bund gibt 2,5 Milliarden Euro Corona-Hilfen fĂŒr KrankenhĂ€user

Deutschlands KrankenhĂ€user bekommen 2,5 Milliarden Euro an Corona-Hilfen vom Bund. Das geht aus einem Schreiben von FinanzstaatssekretĂ€r Florian Toncar an den Haushaltsausschuss hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor berichtete darĂŒber am Freitag das Nachrichtenportal "The Pioneer". Im Ausschuss wurde das Thema bereits am Mittwoch behandelt.

Eine Ärztin zieht sich blaue Handschuhe an (Symbolbild): Der Bund zahlt den Kliniken 2,5 Milliarden Euro.
Eine Ärztin zieht sich blaue Handschuhe an (Symbolbild): Der Bund zahlt den Kliniken 2,5 Milliarden Euro. (Quelle: Inga Kjer/photothek.net/imago-images-bilder)

Die KrankenhĂ€user bekommen das Geld als Ausgleich dafĂŒr, dass sie planbare Aufnahmen, Operationen und Eingriffe verschieben, um KapazitĂ€ten fĂŒr die Behandlung von Corona-Patienten zu schaffen. Die jetzt gewĂ€hrten Hilfen beziehen sich auf den Zeitraum zwischen Mitte November und Ende Januar.

Frankreich kÀmpft gegen explodierende Fallzahlen

Emmanuel Macron: Der französische PrÀsident ist mit einer heftigen Infektionswelle konfrontiert.
Emmanuel Macron: Der französische PrÀsident ist mit einer heftigen Infektionswelle konfrontiert. (Quelle: SNA/imago-images-bilder)

Frankreich rechnet in der Omikron-Welle mit weniger Intensivpatienten als wĂ€hrend der ersten Corona-Welle vor zwei Jahren. "Wir gehen von Szenarien aus, die die KrankenhĂ€user stark belasten werden, aber nicht schlimmer werden als das, was wir bereits erlebt haben", sagte Simon Cauchemez vom Institut Pasteur der Nachrichtenagentur AFP. Der Höhepunkt bei den Krankenhauseinweisungen werde mit tĂ€glich 2.500 bis 5.000 Covid-19-Patienten fĂŒr Ende des Monats erwartet.

Die Zahl der Covid-Intensivpatienten werde nach den jĂŒngsten SchĂ€tzungen des Instituts Pasteur die Zahl von 6.000 wohl nicht ĂŒberschreiten. Derzeit sind in Frankreich etwa 4.000 Covid-19-Patienten auf der Intensivstation. Die Höchstzahl lag im April 2020 bei etwa 7.000 Intensivpatienten.

In Frankreich ist die Zahl der FĂ€lle mit der Omikron-Welle explodiert. Derzeit werden tĂ€glich mehr als 300.000 Infektionen gemeldet. Die hohe Zahl erklĂ€rt sich allerdings auch durch die grĂ¶ĂŸere Zahl von Tests, unter anderem von Schulkindern.

Die Inzidenz liegt landesweit bei etwa 2.800, in fĂŒnf DĂ©partements im Pariser Raum und in den französischen Alpen bei ĂŒber 4.000 FĂ€llen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Die Omikron-Variante macht etwa 90 Prozent aller FĂ€lle aus.

Lauterbach: Deutschland kann dieses Jahr die Pandemie besiegen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht ein Ende der Pandemie kommen. Es gebe die Möglichkeit, die Pandemie in Deutschland in diesem Jahr zu beenden, sagt Lauterbach im Bundesrat. Nun mĂŒsse diese Möglichkeit auch genutzt werden. Nicht jedes Land sei dazu in der Lage. "Wir sind privilegiert", sagt der SPD-Politiker.

Der Bundesrat hat nach dem Bundestag verÀnderten QuarantÀne-Regeln zugestimmt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Karl Lauterbach: Die Pandemie könne in diesem Jahr vorbei sein, sagte er.
Karl Lauterbach: Die Pandemie könne in diesem Jahr vorbei sein, sagte er. (Quelle: Political-Moments/imago-images-bilder)

Ärzteverband befĂŒrchtet mehr Infektionen – wegen neuer Regeln

Die Ärzteorganisation Marburger Bund befĂŒrchtet, dass die neuen Ausnahmen von der QuarantĂ€ne zu mehr Corona-Infektionen fĂŒhren werden. Sie sollen an diesem Freitag vom Bundesrat beschlossen werden. Kontaktpersonen von Infizierten mĂŒssen dann kĂŒnftig nicht mehr in QuarantĂ€ne, wenn sie eine Auffrischungsimpfung (Booster) haben oder frisch – das heißt innerhalb des letzten Vierteljahrs – entweder ihre zweite Impfung bekommen haben oder genesen sind.

Das gelte selbst dann, wenn sie sehr enge Kontaktpersonen seien, also etwa mit Infizierten zusammenlebten, erklĂ€rte die Verbandsvorsitzende der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte, Susanne Johna, am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". "Das sehen wir kritisch, weil wir fĂŒrchten, dass dann Infektionen weitergetragen werden."

Generell sei es aber richtig, die QuarantĂ€ne und Isolationszeiten zu verkĂŒrzen, weil die inzwischen vorherrschende Corona-Variante Omikron eine kĂŒrzere Generationszeit habe. Das bedeutet, dass die Viruslast schneller steigt, aber dann auch schneller wieder sinkt.

Andere Experten hatten es zuvor bereits scharf kritisiert, dass Infizierte sich nach den neuen Regeln nicht nur mit einem treffgenauen PCR-Test, sondern auch mit den unsicheren Schnelltests bereits nach sieben Tagen vorzeitig aus der QuarantÀne freitesten können.

Israel: Halbe Million Menschen ĂŒber 60 Jahre geboostert

Eine halbe Million Israelis ĂŒber 60 Jahre haben bereits die vierte Impfung gegen das Coronavirus erhalten. "Israels bahnbrechende Impfkampagne hat einen weiteren Meilenstein erreicht", sagte MinisterprĂ€sident Naftali Bennett laut einer Mitteilung seines BĂŒros am Donnerstagabend.

Israel verabreicht seit zwei Wochen vierte Corona-Impfungen. Derzeit erhalten Menschen mit ImmunschwĂ€che, Menschen ab 60 Jahren und medizinisches sowie Pflegepersonal fĂŒr Senioren den zweiten Booster. Aktuell gelten nach Angaben des Gesundheitsministeriums noch rund 62 Prozent der 9,4 Millionen Israelis als vollstĂ€ndig geimpft. Die Zahl der tĂ€glich registrierten Neuinfektionen steigt rasant an: Am Donnerstagabend wurden 48.311 FĂ€lle gemeldet.

KassenĂ€rzte sauer ĂŒber Steinmeiers Impfpflicht-Debatte

Die KassenĂ€rztliche Bundesvereinigung (KBV) ist empört ĂŒber die Impfpflicht-Diskussion von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier mit BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern. "Dass der BundesprĂ€sident zum Dialog lĂ€dt und die Ärzte nicht dabei hat, war clownesker Höhepunkt der Debatte", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KBV, Stephan Hofmeister, der "Ärzte Zeitung".

Stattdessen seien Impfgegner zu Wort gekommen mit ihren "an den Haaren herbeigezogenen" EinwÀnden, monierte Hofmeister. "Die können nun sagen, sie hÀtten das beim PrÀsidenten vorgetragen und sie seien nicht widerlegt worden. Eine Groteske."

Coronavirus-Intensivstation (Symbolbild): Kliniken befĂŒrchten, dass auch die Normalstationen bald ĂŒberlastet sein könnten.
Coronavirus-Intensivstation (Symbolbild): Kliniken befĂŒrchten, dass auch die Normalstationen bald ĂŒberlastet sein könnten. (Quelle: Bodo Schackow/dpa-bilder)

Steinmeier hatte am Mittwoch mit mehreren BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern ĂŒber das FĂŒr und Wider einer allgemeinen Corona-Impfpflicht diskutiert. An der Veranstaltung nahmen zwei Impfskeptiker teil, außerdem Wissenschaftler, ein Lehrer und eine Krankenschwester.

KBV-Chef Andreas Gassen kritisierte die Debatte grundsĂ€tzlich. "Wie kann man denn so eine Impfpflichtdiskussion fĂŒhren? Das Beispiel zeigt, wie ignorant die Politik manchmal unterwegs ist", sagte er der "Ärzte Zeitung". Sein Stellvertreter Hofmeister forderte, andere Diskussionen zu fĂŒhren: "Ich will endlich von Verantwortlichen hören, ab welchen Parametern wir die Corona-Maßnahmen zurĂŒckfahren. Ab welcher Impfquote hören wir denn auf, Maske zu tragen?", fragte er.

Krankenhausgesellschaft sagt stark belastete Normalstationen voraus

Wegen der rasant zunehmenden Corona-Ansteckungen sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, neue Herausforderungen fĂŒr die Kliniken voraus. "Die steigenden Infektionszahlen werden sich unweigerlich in den KrankenhĂ€usern bemerkbar machen", sagte Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

"Wir werden vor allen Dingen stĂ€rker belastete Normalstationen erleben. Dies bedeutet aber auch, dass der ambulante Sektor vor einer neuen Herausforderung stehen wird", fĂŒgte Gaß hinzu. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte mĂŒssten ihre Patientinnen und Patienten verstĂ€rkt ambulant behandeln, um zu vermeiden, dass KrankenhĂ€user ĂŒberfordert wĂŒrden. "Dazu gehören mehr Hausbesuche in Altenheimen und bei allein lebenden Menschen."

Die KrankenhĂ€user mĂŒssten vor Überlastung geschĂŒtzt werden, forderte Gaß. Es dĂŒrfe nicht vergessen werden, "dass noch immer ĂŒber 3.000 Covid-Patienten auf den Intensivstationen liegen". Die DKG befĂŒrchtet zugleich, dass es mit der besonders ansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus aufgrund von QuarantĂ€ne-Anordnungen zu mehr PersonalausfĂ€llen kommen wird.

WHO empfiehlt zwei weitere Corona-Medikamente

Ein Gremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt die Verwendung der Medikamente von Eli Lilly sowie GlaxoSmithKline und Vir Biotechnology zur Behandlung von Covid-19-Patienten.

Wie aus einem im British Medical Journal veröffentlichten Bericht hervorgeht, wolle die WHO mit der Empfehlung die Behandlungsmöglichkeiten erweitern. Demnach soll das Medikament Baricitinib von Eli Lilly nachweislich die Überlebensrate der Patienten im Krankenhaus verbessern und den Beatmungsbedarf verringern.

Die Antikörpertherapie von GSK-Vir, die sich in Labortests bereits als wirksam gegen Omikron erwiesen habe, sei laut WHO fĂŒr infizierte Patienten geeignet, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Krankenhausaufenthalt benötigten.

Supreme Court stoppt Bidens Impfpflicht bei Unternehmen

In den USA hat das Oberste Gericht die Umsetzung einer von US-PrĂ€sident Joe Bidens Regierung verfĂŒgten Impf- oder Testpflicht fĂŒr grĂ¶ĂŸere Firmen vorerst gestoppt. Die nicht vom Parlament, sondern auf administrativem Weg erlassene Regelung, die fĂŒr mehr als 80 Millionen Arbeitnehmer gelten wĂŒrde, ĂŒberschreite wahrscheinlich die Kompetenz der zustĂ€ndigen Behörde, erklĂ€rte der Supreme Court am Donnerstag.

Damit mĂŒssen Firmen mit mehr als 100 Angestellten zunĂ€chst nicht dafĂŒr sorgen, dass ihre Mitarbeiter entweder vollstĂ€ndig geimpft sind oder regelmĂ€ĂŸig getestet werden. Auch eine Pflicht zum Tragen von Masken ist damit vorerst gestoppt.

Die Regelung fĂŒr Unternehmen wurde als Druckmittel der Regierung gesehen, Angestellte angesichts der aufwendigen Tests zu einer Immunisierung zu bewegen und so die Impfquote in den USA zu steigern.

Spielwarenmesse in NĂŒrnberg wegen Omikron abgesagt

Wegen der rasanten Verbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus und der damit verbundenen Absagen von Ausstellern ist die NĂŒrnberger Spielwarenmesse im Messezentrum abgesagt worden. Die jĂŒngste Entwicklung habe keine andere Wahl gelassen, teilte die Veranstalterin, die Spielwarenmesse eG, am Donnerstagabend in NĂŒrnberg mit. Alternativ wĂŒrden sich Aussteller, Fachhandel und Medienvertreter jetzt auf der Plattform Spielwarenmesse Digital treffen. Die weltweit als Leitmesse geltende Schau sollte stationĂ€r vom 2. bis 6. Februar stattfinden.

"FĂŒr eine DurchfĂŒhrung der PrĂ€senzveranstaltung haben wir intensiv gekĂ€mpft und dafĂŒr zunĂ€chst auch starke UnterstĂŒtzung aus den weltweiten SpielwarenmĂ€rkten erhalten", sagte der Sprecher des Vorstands der Spielwarenmesse eG, Christian Ulrich, laut Mitteilung. Gerade die vielen Anbieter ohne internationales Vertriebsnetz hĂ€tten noch im Dezember an die Organisatoren appelliert, die fĂŒr ihr AuslandsgeschĂ€ft wichtige Messe abzuhalten. In den letzten Tagen hĂ€tten sich jedoch die Rahmenbedingungen zunehmend verschlechtert.

Als Reaktion auf die rasche Verbreitung der Omikron-Variante hĂ€tten zahlreiche Aussteller in Sorge um die Gesundheit ihrer Teams ihren Stand abgesagt, hieß es vonseiten der Spielwarenmesse eG. Es komme erschwerend hinzu, "dass durch eine jederzeit mögliche behördliche Absage keine Planungssicherheit mehr gegeben ist".

RKI fordert Priorisierung bei PCR-Tests

Das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht eine sehr hohe Arbeitsbelastung der Labore. "Um die zeitnahe diagnostische Versorgung von SARS-CoV-2-Patienten zu sichern, ist es dringend geboten, die Testung gemĂ€ĂŸ der Nationalen Teststrategie zu priorisieren", erklĂ€rt das Institut in seinem Wochenbericht. EinschrĂ€nkungen in den TestkapazitĂ€ten seien hauptsĂ€chlich personalbedingt, da auch die Mitarbeitenden in den Laboren von dem hohen Infektionsgeschehen betroffen seien.

Omikron ist in Deutschland laut RKI mittlerweile die vorherrschende Variante. Inzwischen liegt der bundesweite Anteil bei 73,3 Prozent. Die Verbreitung der ĂŒber lange Zeit dominierenden Delta-Variante schrumpfte auf 25,9 Prozent. Vor einer Woche hatte das RKI den Omikron-Anteil in Deutschland noch auf 44,3 Prozent beziffert. Dabei steige die Ausbreitung in allen BundeslĂ€ndern an und liege zwischen elf Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und 96 Prozent in Bremen.

Ungarn kĂŒndigt vierte Corona-Impfung an

Viktor Orbån: Ungarn verzeichnet eine der höchsten Corona-Sterblichkeitsraten der Welt.
Viktor Orbån: Ungarn verzeichnet eine der höchsten Corona-Sterblichkeitsraten der Welt. (Quelle: Johanna Geron/Pool/Reuters-bilder)

Angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus hat Ungarn die Verabreichung einer vierte Impfdosis fĂŒr seine Bevölkerung beschlossen. Alle, die es wĂŒnschen, "werden nach Ă€rztlichem Rat eine vierte Dosis erhalten können", kĂŒndigte der Kabinettschef von MinisterprĂ€sident Viktor OrbĂĄn am Donnerstag an. In Ungarn sind bislang rund 60 Prozent der 9,8 Millionen Einwohner mindestens zweimal geimpft.

Am Donnerstag meldeten die Behörden mehr als 9.200 neue Infektionen innerhalb von 24 Stunden. In dem osteuropĂ€ischen Land starben seit Beginn der Pandemie ĂŒber 40.000 Menschen in Folge einer Corona-Infektion – es handelt sich um eine der höchsten Sterblichkeitsraten der Welt.

OrbĂĄn wird immer wieder fĂŒr seinen laxe Handhabe der Pandemie kritisiert. Eine der wenigen derzeit geltenden Maßnahmen ist eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und geschlossenen RĂ€umen, die allerdings kaum befolgt wird.

Neue Daten: Mehrheit der Corona-Intensivpatienten ungeimpft

Intensivstation in Gera: Die ausgewerteten Daten seien nicht geeignet, die Wirksamkeit der Impfung einzuschÀtzen, teilen RKI und DIVI mit.
Intensivstation in Gera: Die ausgewerteten Daten seien nicht geeignet, die Wirksamkeit der Impfung einzuschÀtzen, teilen RKI und DIVI mit. (Quelle: Bodo Schackow/dpa-bilder)

Fast zwei Drittel der neu aufgenommenen Corona-Patienten auf Intensivstationen sind ungeimpft. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Untersuchung von Robert Koch-Institut und Intensivmedizinervereinigung DIVI, wie die beiden Organisationen mitteilten. Demnach waren zuletzt von knapp 9.000 Intensivpatienten, bei denen der Impfstatus bekannt war, 62 Prozent ungeimpft.

10 Prozent hatten einen unvollstÀndigen Immunschutz (genesen ohne Impfung beziehungsweise Teil-Immunisierung), 28 Prozent hatten eine vollstÀndige Grundimmunisierung oder bereits eine Auffrischungsimpfung. Die Erhebung bezieht sich auf den Zeitraum 14. Dezember 2021 bis 12. Januar 2022.

RKI und DIVI weisen darauf hin, dass die ausgewerteten Daten in dieser Form nicht geeignet seien, die Wirksamkeit der Impfung einzuschĂ€tzen. DafĂŒr mĂŒssten die Daten unter anderem in ein VerhĂ€ltnis mit der Entwicklung der allgemeinen Impfquote der Bevölkerung gesetzt werden. In Deutschland hatten bis Donnerstag 72,3 Prozent der Bevölkerung eine vollstĂ€ndige Grundimmunisierung erhalten.

Ehtikrat: Impfpflicht-Entscheidung war von Delta-Variante geprÀgt

Die Haltung des Deutschen Ethikrats zur möglichen EinfĂŒhrung einer allgemeinen Impfpflicht richtet sich auch danach, welche Corona-Variante gerade das Infektionsgeschehen dominiert. Das sagte die Ratsvorsitzende Alena Buyx dem "Spiegel". Als das Gremium im Dezember mehrheitlich eine Ausweitung der Impfpflicht von bestimmten Berufsgruppen auf "wesentliche Teile der Bevölkerung" empfohlen habe, sei diese Stellungnahme "im Kern unter den Bedingungen der Delta-Variante geschrieben" worden. Wenn sich die Faktenlage in der Pandemie – etwa durch die hochinfektiöse Omikron-Variante – deutlich Ă€ndere, mĂŒsse man sich aber auch "normative EinschĂ€tzungen, wie man sie getroffen hat, noch einmal neu anschauen", betonte sie. "Alles andere wĂ€re unverantwortlich."

Die Mitglieder des Ethikrats stĂŒnden fĂŒr "Revisionsoffenheit" und das empfehle sie auch der Politik, sagte Buyx dem Nachrichtenmagazin. "Es kann ja sein, dass sich erneut wichtige Dinge verĂ€ndern, zum Beispiel, dass unsere bisherige Impfquote bei zukĂŒnftigen, harmloseren Mutationen doch ausreicht, um in eine kontrollierte endemische Lage zu gelangen." Genauso könne natĂŒrlich auch das Gegenteil passieren.

Buyx wies darauf hin, dass aus Sicht des Ethikrats zahlreiche Bedingungen fĂŒr die EinfĂŒhrung einer allgemeinen Impfpflicht noch nicht erfĂŒllt seien. "Wir haben der Politik ins Aufgabenheft geschrieben, was alles gemacht werden mĂŒsste, bevor eine Impfpflicht kommen könnte: Man mĂŒsste zum Beispiel noch viel mehr niedrigschwellige, flĂ€chendeckende Impfangebote haben. Von den derzeit 24 Ethikrat-Mitgliedern hatten sich Ende Dezember 20 fĂŒr eine Ausweitung der Impfpflicht ausgesprochen und 4 dagegen.

Zum Umfang der Ausweitung gab es unterschiedliche Auffassungen: So befĂŒrworten 13 der 20, die dafĂŒr sind, eine Ausweitung der Impfpflicht auf alle Erwachsenen, die sich impfen lassen könnten. 7 waren dafĂŒr, dies auf Corona-Risikogruppen wie Ältere oder Vorerkrankte zu beschrĂ€nken.

WĂŒst fordert Gesetz zur Impfpflicht noch im MĂ€rz

Hendrik WĂŒst: Ich will, dass wir dauerhaft aus dieser Spirale von Lockdown und Lockerung aussteigen."
Hendrik WĂŒst: Ich will, dass wir dauerhaft aus dieser Spirale von Lockdown und Lockerung aussteigen." (Quelle: C. Hardt/Future Image/imago-images-bilder)

Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst (CDU) hat das Gesetz zu einer allgemeinen Corona-Impfpflicht noch im MĂ€rz gefordert. Kanzler Olaf Scholz (SPD) habe im Dezember als Termin fĂŒr das Gesetz noch Anfang Februar oder Anfang MĂ€rz genannt. Wenn es nun MĂ€rz werde, dann sei es auch gut, sagte WĂŒst vor Journalisten in DĂŒsseldorf. "Mir ist es wichtig, dass wir genug Zeit haben, die Menschen noch zu erreichen und zu ĂŒberzeugen, ohne dass wir ĂŒber Bußgelder sprechen mĂŒssen."

Ziel mĂŒsse aber sein, dass das Land im kommenden Herbst besser vorbereitet sei auf mögliche neue Corona-Wellen als in den vergangenen zwei Wintern. "Zu einer vorausschauenden Pandemie-Politik gehört die Vorbereitung einer Impfpflicht", betonte WĂŒst. "Ich will, dass wir dauerhaft aus dieser Spirale von Lockdown und Lockerung aussteigen."

Frankreichs Gesundheitsminister positiv getestet

Frankreichs Gesundheitsminister Olivier VĂ©ran hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus VĂ©rans Umfeld. Er habe sich entsprechend der Regeln in seiner Privatwohnung im Ministerium in Isolation begeben und werde von dort aus weiterarbeiten. VĂ©ran leidet den Angaben zufolge nur an leichten Symptomen, er ist dreimal geimpft.

Olivier VĂ©ran: Frankreichs Gesundheitsminister wurde positiv auf das Coronavirus getestet.
Olivier VĂ©ran: Frankreichs Gesundheitsminister wurde positiv auf das Coronavirus getestet. (Quelle: Jonathan Rebboah/imago-images-bilder)

Der Minister habe am Mittwochnachmittag, mehrere Stunden nach einer Kabinettssitzung, erfahren, dass er Kontakt mit einem Infektionsfall hatte, hieß es weiter. Daraufhin habe er sich einem ersten Corona-Test unterzogen, der aber negativ gewesen sei. Aufgrund der leichten Symptome habe er sich aber am Donnerstag nochmals selbst getestet. Dieser sei positiv ausgefallen ebenso wie ein weiterer Kontroll-Antigentest.

England verkĂŒrzt Corona-QuarantĂ€ne auf fĂŒnf Tage

Corona-Infizierte in England mĂŒssen sich kĂŒnftig nur noch fĂŒnf Tage lang nach ihrem positiven Test isolieren. Nach zwei aufeinanderfolgenden negativen Tests könnten die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger dann an Tag 6 die QuarantĂ€ne verlassen, wie der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Donnerstag im Londoner Unterhaus ankĂŒndigte. Zwei Drittel der Infizierten seien am Ende des fĂŒnften Tages nicht mehr ansteckend. FĂŒr die Freitestung reichen Schnelltests aus, die in England kostenlos beim Gesundheitsdienst bestellt oder in Apotheken abgeholt werden können.

Die hochansteckende Omikron-Variante sorgt in Großbritannien fĂŒr massive PersonalausfĂ€lle in vielen systemrelevanten Branchen wie Schulen oder KrankenhĂ€usern. Mit der verkĂŒrzten QuarantĂ€ne soll dies abgefedert werden. Schottland, Wales und Nordirland entscheiden eigenstĂ€ndig ĂŒber ihre Corona-Politik und sind hĂ€ufig strenger.

In den Niederlanden wÀchst der Widerstand gegen Corona-Lockdown

Leere Einkaufsstraße in Dodrecht: Die Niederlande haben als einziges EU-Land einen harten Lockdown.
Leere Einkaufsstraße in Dodrecht: Die Niederlande haben als einziges EU-Land einen harten Lockdown. (Quelle: Jeffrey Groeneweg/ANP/imago-images-bilder)

Fast vier Wochen nach VerhĂ€ngung des Corona-Lockdowns in den Niederlanden nimmt der Widerstand dagegen zu. Zahlreiche Provinzen und Unternehmer fordern ein Ende der Maßnahmen. Vor allem in den Grenzregionen zu Deutschland und Belgien kĂŒndigten Unternehmer an, GeschĂ€fte und GaststĂ€tten am Wochenende trotz des Verbotes zu öffnen. Die Regierung berĂ€t am Donnerstag ĂŒber die Corona-Maßnahmen und will am Freitag ĂŒber eine Lockerung entscheiden.

Die Niederlande haben zur Zeit als einziges Land in Europa einen harten Lockdown. Nur LĂ€den mit notwendigen Produkten wie SupermĂ€rkte und Apotheken sind geöffnet. BĂŒrger dĂŒrfen maximal zwei Besucher empfangen. Das Nachbarland Deutschlands mit 17,5 Millionen Einwohnern hatte die Maßnahmen am 19. Dezember verhĂ€ngt, um die Omikron-Variante abzubremsen.

WĂŒst: Schulen und Kitas so lange wie möglich offen lassen

Schulen und KindertagesstĂ€tten sollen laut der Landesregierung im weiteren Pandemieverlauf so lange wie möglich offen bleiben. Der PrĂ€senzunterricht habe in der NRW-Koalition höchste PrioritĂ€t, sagte MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst (CDU) am Donnerstag in der Landespressekonferenz in DĂŒsseldorf. WĂŒst verwies darauf, dass Kinder unter der Pandemie besonders gelitten hĂ€tten – nicht nur durch Unterrichtsausfall, sondern auch durch reduzierte soziale Kontakte. Deshalb sei es wichtig, Kindern und Jugendlichen so viel NormalitĂ€t wie möglich zu bieten. Das solle auch so sicher wie möglich erfolgen, sagte WĂŒst mit Verweis auf Masken und Tests.

Haßelmann: "VerschĂ€rfte Maßnahmen könnten nötig sein"

GrĂŒnen-Fraktionschefin Britta Haßelmann hat hĂ€rtere Corona-Maßnahmen fĂŒr Ende Januar ins GesprĂ€ch gebracht. "Es kann gut sein, dass in der nĂ€chsten Sitzungswoche weitere Maßnahmen erforderlich sind", sagte sie am Donnerstag ntv. Der Bundestag mĂŒsse "jederzeit" VerschĂ€rfungen beschließen, denn die aktuelle Lage sei "besorgniserregend".

Britta Haßelmann: Die GrĂŒnen-Fraktionschefin geht davon aus, dass eine VerschĂ€rfung der Corona-Regeln nötig sein könnte.
Britta Haßelmann: Die GrĂŒnen-Fraktionschefin geht davon aus, dass eine VerschĂ€rfung der Corona-Regeln nötig sein könnte. (Quelle: imago-images-bilder)

Dabei nennt die GrĂŒnen-Politikerin auch konkrete Maßnahmen: So können man die 2G-plus-Regel von der Gastronomie auf weitere Bereiche ausbauen, erklĂ€rte Haßelmann dem TV-Sender. Und: "Es muss klar sein, dass angesichts der Situation mehr Menschen im Homeoffice arbeiten."

Bremen hat die höchste Sieben-Tage-Inzidenz

Unter den deutschen BundeslĂ€ndern hat aktuell Bremen die höchste Sieben-Tages-Inzidenz. Laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt das Bundesland bei knapp 1.350 Infektionen pro 100.000 Einwohner – das ist traurige Spitze.

Eine FußgĂ€ngerzone in Berlin: Die Hauptstadt verzeichnet aktuell hinter Bremen die zweitmeisten Infektionen unter den deutschen BundeslĂ€ndern.
Eine FußgĂ€ngerzone in Berlin: Die Hauptstadt verzeichnet aktuell hinter Bremen die zweitmeisten Infektionen unter den deutschen BundeslĂ€ndern. (Quelle: dpa-bilder)

Es sind vor allem die Stadtstaaten, die momentan von der Corona-Welle getroffen werden. In Berlin liegt die Inzidenz bei 918, in Hamburg bei 576. Außerdem auffĂ€llig: Es verzeichnen gerade jene BundeslĂ€nder hohe Infektionszahlen, die bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie kamen. So hat Schleswig-Holstein aktuell eine Inzidenz von 656.

Athen verpflichtete freiberufliche Ärzte zum Corona-Dienst

Die griechische Regierung hat Dutzende freiberufliche Ärzte zum Corona-Dienst verpflichtet. Die 90 Mediziner sollen schon von Donnerstag an in staatlichen KrankenhĂ€usern vor allem in Nordgriechenland eingesetzt werden und ihre Kollegen dort entlasten, wie die Nachrichtenagentur ANA berichtet. Es handelt sich hauptsĂ€chlich um AnĂ€sthesisten und LungenfachĂ€rzte.

Athen hatte bereits im November in Thessaloniki und Umgebung Dutzende Ärzte eingezogen. Die gesetzliche Grundlage dazu war angesichts der Pandemie bereits 2020 geschaffen worden. Sie ermöglicht es auch, Privatkliniken fĂŒr die Versorgung von Kranken zu verpflichten.

Wegen der Omikron-Variante sind die griechischen KrankenhÀuser seit Wochen stark belastet. Seit Jahresanfang werden in dem Land mit seinen knapp elf Millionen Einwohnern tÀglich zwischen 25.000 und 50.000 Neuinfektionen gemeldet.

Studie: Antikörperanstieg nach Booster mit Astrazeneca

Eine dritte Booster-Impfung mit dem Covid-19-Vakzin von Astrazeneca erzeugt einen Anstieg der Antikörperantwort gegen die Omikron-Variante. Dies gelte auch fĂŒr weitere Varianten des Coronavirus wie Beta, Delta, Alpha und Gamma, teilt der britisch-schwedische Pharmakonzern mit. Die Studienergebnisse seien an Personen beobachtet worden, die zuvor mit Astrazeneca oder einem mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 geimpft worden seien. Generell sei der Booster gut vertragen worden. Astrazeneca will die Daten nun bei Gesundheitsbehörden weltweit einreichen. Weitere Ergebnisse aus der Studie erwartet das Unternehmen im ersten Halbjahr.

General Breuer: Tests werden knapp

Wegen der rasant steigenden Infektionszahlen stehen im Kampf gegen die Omikron-Welle voraussichtlich bald nicht mehr genĂŒgend TestkapazitĂ€ten fĂŒr die gesamte Bevölkerung zur VerfĂŒgung, so eine EinschĂ€tzung des Leiters des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, Generalmajor Carsten Breuer. "Wir werden mit Sicherheit wie bei allen knappen Ressourcen KapazitĂ€ten bĂŒndeln mĂŒssen, wo es erforderlich ist. Das gilt auch fĂŒr Tests", sagte Breuer der "SĂŒddeutschen Zeitung". "Sobald es irgendwo eng wird, muss ich priorisieren. Da haben BeschĂ€ftigte in der kritischen Infrastruktur Vorrang", sagte er. Das Ziel sei aber, das bisherige Testregime so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. "Wir brauchen möglichst genaue Daten, um zu sehen, wie sich die Welle bei uns auswirkt", sagte Breuer.

Der Bundeswehr-General warnte davor, die Gefahr durch die Omikron-Variante des Coronavirus zu unterschĂ€tzen. "Wir brauchen ein Bollwerk gegen Omikron", forderte Breuer. Deutschland dĂŒrfe "nicht in die Lage geraten, dass wir in der kritischen Infrastruktur so weit herunterfahren mĂŒssen, dass öffentliches Leben eingeschrĂ€nkt wird". Zentrales Mittel gegen die Omikron-Welle bleibe das Impfen. "FĂŒr mich zĂ€hlt jeder Piks in einen Oberarm", sagte der General.

Carsten Breuer: Er leitet den Corona-Krisenstab der Bundesregierung.
Carsten Breuer: Er leitet den Corona-Krisenstab der Bundesregierung. (Quelle: Jacob Schröter/imago-images-bilder)

Als "zweifelsohne eine große Kraftanstrengung" bezeichnete Breuer das Ziel, von Weihnachten an gerechnet noch einmal 30 Millionen Impfungen vorzunehmen. "Ich bin ĂŒberzeugt davon, dass es notwendig ist, dieses Ziel so schnell wie möglich zu erreichen", sagte er. Die von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) beginnend Mitte November ausgegebene Zielmarke von 30 Millionen Impfungen war bereits kurz vor Weihnachten erreicht worden. Bis Ende Januar wollte Scholz diese Zahl noch einmal erreichen. Es fehle dafĂŒr weder an Impfstoff noch an der Infrastruktur, versicherte Breuer.
Scholz hatte den Kommandeur des Bundeswehr-Kommandos Territoriale Aufgaben Ende November mit der Leitung eines neu geschaffenen Corona-Krisenstabs im Kanzleramt beauftragt.

RKI meldet erneut Höchststand bei Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat einen neuen Tageshöchstwert erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden am Donnerstagmorgen mit 81.417 an. Der bisherige Rekord waren 80.430 Neuinfektionen am Vortag. Vor einer Woche hatten die GesundheitsÀmter noch 64.340 Neuinfektionen verzeichnet. Mehr dazu lesen Sie hier.

Sachsen hat niedrigste Wocheninzidenz

Sachsen bleibt weiter das Bundesland mit der aktuell niedrigsten Corona-Wocheninzidenz. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche am Donnerstag mit 228,3 an. Am Vortag waren es 239,5. Vor Sachsen rangieren Sachsen-Anhalt (240,3) und ThĂŒringen (249,9). An der Spitze liegt derzeit Bremen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1.349,2 – Tendenz steigend. Im bundesweiten Durchschnitt betrĂ€gt der Wert 427,7.

Die sÀchsischen GesundheitsÀmter meldeten dem RKI von Mittwoch auf Donnerstag 1.927 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Zudem wurden 109 weitere TodesfÀlle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung festgestellt. Damit haben sich seit Beginn der Pandemie in Sachsen 674.292 Menschen infiziert, 13.652 sind an oder mit einer Corona- Infektion gestorben. Die höchste Corona-Inzidenz in Sachsen hatte am Donnerstag die Stadt Leipzig (318,7), die geringste die Stadt Chemnitz (143,2).

Moderna erwartet Daten zur Impfung fĂŒr Kinder ab zwei Jahren

Der US-Hersteller Moderna rechnet im MĂ€rz mit den Ergebnissen seiner klinischen Studie zum Corona-Impfstoff fĂŒr Kinder im Alter von zwei bis fĂŒnf Jahren. Falls die Daten und GesprĂ€che mit der Aufsichtsbehörde positiv ausfielen, könnte Moderna sich dann fĂŒr die Impfung um eine Notfallzulassung bemĂŒhen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Die anderen Hersteller eines mRNA-Impfstoffs, Biontech und Pfizer, hatten Mitte Dezember erklĂ€rt, sie rechneten damit, fĂŒr die Altersgruppen von sechs Monaten bis zu fĂŒnf Jahren "im ersten Halbjahr 2022" eine Notfallzulassung beantragen zu können. Viele US-Experten rechnen im Lauf des ersten Halbjahres mit einer Notfallzulassung fĂŒr einen Impfstoff fĂŒr Kleinkinder ab zwei Jahren.

Das Biontech/Pfizer-PrĂ€parat ist in den USA von der Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA bereits fĂŒr Kinder ab fĂŒnf Jahren zugelassen, die Impfstoffe von Moderna und Johnson & Johnson hingegen bislang nur fĂŒr Erwachsene. Moderna hat in den USA bereits eine Notfallzulassung fĂŒr die Altersgruppe von 12 bis 18 Jahren beantragt. Die FDA verlangte im vergangenen Oktober aber zusĂ€tzliche Daten von dem Hersteller und hat noch nicht ĂŒber den Antrag entschieden

DĂ€nemark beginnt mit vierter Impfung – und lockert Maßnahmen

DĂ€nemark beginnt mit der Verabreichung einer vierten Impfdosis gegen das Coronavirus. Die wiederholte Auffrischung werde den "am meisten gefĂ€hrdeten BĂŒrgern" angeboten, insbesondere denjenigen, bei denen schwere Krankheiten diagnostiziert wurden, sagte Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Mittwoch. Die Gesundheitsbehörden wĂŒrden die Patienten in den nĂ€chsten Tagen kontaktieren.

Die Regierung verkĂŒndete zudem eine VerkĂŒrzung der GĂŒltigkeitsdauer des Gesundheitspasses: Der Pass lĂ€uft fĂŒr doppelt Geimpfte demnach fĂŒnf Monate nach der zweiten Impfung ab. Zuvor waren es sieben Monate. Nach einer dritten Dosis, die bisher 54,6 Prozent der Bevölkerung erhalten haben, ist der Ausweis unbegrenzt gĂŒltig.

Gleichzeitig zu der neuen Impfkampagne und trotz vieler Neuinfektionen lockern die DĂ€nen die Corona-BeschrĂ€nkungen. Zoos, VergnĂŒgungsparks, Museen, Kunsthallen und andere Einrichtungen dĂŒrfen von Sonntag an wieder öffnen, ebenso wie Kinos und Theater mit einer Obergrenze bis zu 500 Besuchern. Vielerorts muss man aber per Corona-Pass vorzeigen, dass man geimpft oder genesen ist beziehungsweise negativ getestet wurde.

In dem Sechs-Millionen-Einwohner-Land wurden zuletzt mehrfach mehr als 20.000 Neuinfektionen pro Tag gezÀhlt. Nach offiziellen Angaben macht die besonders ansteckende Omikron-Variante mittlerweile 96 Prozent aller neuen Infektionen aus. Heunicke verwies jedoch darauf, dass die zwischenzeitlich steil gestiegene Kurve wieder abflache. Die Lage auf den Intensivstationen werde besonders genau beobachtet. Man habe die Lage dort im Griff.

Norwegen: Risiko fĂŒr schweren Verlauf bei Omikron 69 Prozent niedriger

Im Fall einer Ansteckung mit der Omikron-Variante ist das Risiko einer Krankenhauseinweisung nach Berechnungen der norwegischen Gesundheitsbehörden 69 Prozent geringer als bei Ansteckungen mit der Delta-Variante. Das erklĂ€rte das norwegische Gesundheitsinstitut FHI am Mittwoch in seinem Wochenbericht zur Corona-Pandemie. "Die Omikron-Variante hat ein wesentlich geringeres Risiko als die Delta-Variante, bei infizierten Personen eine schwere Form der Krankheit zu entwickeln – zumindest wenn sie geimpft sind."

Ein Intensivbett am Uniklinikum Dresden: Laut Zahlen aus Norwegen ist das Risiko einer Krankenhauseinweisung bei Omikron deutlich geringer.
Ein Intensivbett am Uniklinikum Dresden: Laut Zahlen aus Norwegen ist das Risiko einer Krankenhauseinweisung bei Omikron deutlich geringer. (Quelle: Max Stein/imago-images-bilder)

Die Omikron-Variante wurde laut FHI bei 32 Prozent der Corona-Patienten nachgewiesen, die in der ersten Woche des Jahres 2022 in Norwegen ins Krankenhaus kamen. Vier Wochen zuvor lag der Anteil noch bei 1,7 Prozent. Im selben Zeitraum hatte sich die Variante bei den Ansteckungen allerdings großflĂ€chig durchgesetzt und machte zuletzt rund 90 Prozent der Neuinfektionen aus.

Die norwegischen Behörde bereiten sich dennoch auf eine starke Belastung des Gesundheitssystems in den kommenden Monaten vor. In den Monaten Januar bis MĂ€rz dĂŒrften sich demnach "mehrere hunderttausend" Menschen infizieren. Das FHI rechnet mit Höchstwerten von bis zu 50.000 Ansteckungen pro Tag. Norwegen hat rund 5,4 Millionen Einwohner.

Griechenland verlĂ€ngert Corona-Maßnahmen ĂŒber Mitte Januar hinaus

In Griechenland werden die seit dem Jahreswechsel geltenden strengeren Corona-Auflagen verlĂ€ngert. Nach Angaben der Regierung von Mittwochabend sollen sie ĂŒber den bisherigen Termin am 16. Januar hinaus noch mindestens eine weitere Woche in Kraft bleiben. Die Zahl der Neuinfektionen vor allem mit der Omikron-Variante bleibt weiterhin hoch. Anfang der Woche wurden nach der RĂŒckkehr aus den Weihnachtsferien allein mehr als 25.000 SchĂŒler und Lehrer positiv getestet. Von Dienstag auf Mittwoch wurden insgesamt 24.246 Neuinfektionen binnen 24 Stunden festgestellt.

Tavernen, Bars und Kneipen mĂŒssen nun weiterhin um Mitternacht schließen. GĂ€ste dĂŒrfen nicht stehen, sondern nur am Tisch bedient werden, Musik ist verboten. Bei Fußballspielen dĂŒrfen die Stadien nur zu zehn Prozent besetzt werden. Besucher von Pflegeheimen und KrankenhĂ€usern mĂŒssen einen aktuellen PCR-Test vorweisen. In SupermĂ€rkten und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. FĂŒr alle anderen GeschĂ€fte gilt ohnehin die 2G-Regel – nur geimpfte und genesene Menschen haben Zutritt.

Corona-Ausbruch in der bayerischen Landesregierung

Nun hat es auch die bayerische Landesregierung erwischt: Die Fraktion der Freien WĂ€hler befindet sich geschlossen in Isolation. Das bestĂ€tigte der Vorsitzende der Freien WĂ€hler-Fraktion im Landtag, Florian Streibl, gegenĂŒber "Focus Online". Auch die drei Minister der Freien WĂ€hler um den stellvertretenden MinisterprĂ€sidenten Hubert Aiwanger sind davon betroffen.

Hubert Aiwanger: Der stellvertretende MinisterprÀsident Bayerns sowie die ganze Fraktion seiner Freien WÀhler befindet sich in Isolation.
Hubert Aiwanger: Der stellvertretende MinisterprÀsident Bayerns sowie die ganze Fraktion seiner Freien WÀhler befindet sich in Isolation. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

"Sechs Abgeordnete und fĂŒnf Mitarbeiter hatten gestern ein positives Testergebnis", so Streibl zu "Focus Online". Ein Großteil der Abgeordneten sei am Dienstag bei der Fraktionssitzung anwesend gewesen und habe somit potentiell Kontakt zu infizierten Kollegen gehabt. "Wir haben sofort reagiert: Alle positiv Getesteten begaben sich unverzĂŒglich in QuarantĂ€ne", so Streibl weiter. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begeben sich bis mindestens Ende der Woche ins Homeoffice. FĂŒr am Dienstag negativ getestete Kolleginnen und Kollegen wĂŒrden die allgemeinen Regeln fĂŒr Kontaktpersonen gelten, die sich nach dem jeweiligen Impf- und Genesenenstatus richteten.

"In Abstimmung mit dem Landtagsamt werden sich alle Abgeordneten und Mitarbeiter in den nÀchsten Tagen erneut auf das Coronavirus testen lassen", erklÀrt Streibl. Wie lange die Isolation der positiv getesteten Abgeordneten andauern werde, könne er noch nicht abschÀtzen.

Nancy Faeser: "Niemand wird zwangsweise geimpft"

Innenministerin Nancy Faeser wirbt im GesprĂ€ch mit der Wochenzeitung "Die Zeit" fĂŒr eine allgemeine Impfpflicht. "Da leider alles Werben und Bitten nicht zu einer ausreichend hohen Impfquote gefĂŒhrt hat, brauchen wir jetzt die Impfnachweispflicht", sagte Faeser. Diese sei erforderlich, "um gut fĂŒr den nĂ€chsten Winter gewappnet zu sein". Das Entscheidende sei fĂŒr sie, "dass wir durch Impfungen Ă€ltere Menschen und Vorerkrankte gut vor einem schweren Krankheitsverlauf schĂŒtzen können und auch dazu beitragen, die Krankheit nicht so stark zu verbreiten“. Im juristischen Sinn gehe es nicht um einen "Impfzwang", so Faeser, sondern um eine sogenannte Impfnachweispflicht: "Niemand wird zwangsweise geimpft werden."

Nancy Faeser: Die Innenministerin hat sich zur möglichen Umsetzung einer Impfpflicht in Deutschland geĂ€ußert.
Nancy Faeser: Die Innenministerin hat sich zur möglichen Umsetzung einer Impfpflicht in Deutschland geĂ€ußert. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)

Auf die Frage, wie die Impfpflicht durchgesetzt werden soll, antwortete die Innenministerin: "Es wird irgendeine Form von Sanktion geben mĂŒssen, vielleicht Bußgelder. Das wĂŒrde wenigstens einen Teil der ungeimpften BĂŒrgerinnen und BĂŒrger dazu bringen, sich impfen zu lassen." Über die Höhe der Bußgelder mĂŒsse der Deutsche Bundestag entscheiden – wobei das Bußgeld nicht so niedrig sein dĂŒrfe, "dass man sich permanent freikaufen kann".

Kanton in der Schweiz setzt Hilferuf ab

Im Kanton GraubĂŒnden in der Schweiz droht die Corona-Lage außer Kontrolle zu geraten. Damit eine medizinische Versorgung weiter gewĂ€hrleistet werden kann, hat die Regierung nun einen besonderen Aufruf gestartet: Alle Personen mit Wohnsitz im Kanton GraubĂŒnden, die ĂŒber einen Abschluss als Pflegefachperson verfĂŒgen, derzeit jedoch nicht im erlernten Beruf tĂ€tig sind, seien verpflichtet, sich zu melden. Die Aufforderung richtet sich an jene Personen, die nicht selbst zu einer Risikogruppe gehören.

Stiko-Chef: Medikamente und Impfung dringend notwendig

Der Vorsitzende der StĂ€ndigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hĂ€lt auch nach Zulassung von neuen Covid-Medikamenten Impfungen weiter fĂŒr nötig. "Medikamente zur Behandlung und Impfung zur Prophylaxe sind voneinander unabhĂ€ngig dringend notwendig und wichtig", betonte er im Interview mit der "SchwĂ€bischen Zeitung" (Mittwoch). Die Bundesregierung hat beim US-Pharmakonzern Pfizer eine Million Packungen des Covid-Medikaments Paxlovid bestellt. Mertens ist zuversichtlich, dass weitere Corona-Medikamente folgen werden.

Dem Stiko-Chef zufolge mĂŒssten Ärzte bei dem neuen Medikament aber unbedingt darauf achten, dass ein Patient keine anderen Arzneimittel einnimmt, bei denen durch den Wirkstoff Ritonavir unerwĂŒnschte Nebenwirkungen auftreten könnten.

Die EU-Arzneimittelbehörde Ema prĂŒft die Marktzulassung des Medikaments gegen Covid-19 des Herstellers Pfizer. Der US-Pharmakonzern habe den entsprechenden Zulassungsantrag gestellt, teilte die Ema am Montag in Amsterdam mit. Das Medikament Paxlovid soll bei Patienten ab zwölf Jahren eine schwere Erkrankung nach einer Corona-Infektion verhindern.

Prof. Dr. Thomas Mertens: Er ist der Chef der StÀndigen Impfkommission (Stiko).
Prof. Dr. Thomas Mertens: Er ist der Chef der StÀndigen Impfkommission (Stiko). (Quelle: IPON/imago-images-bilder)

WĂŒst pocht auf Impfpflicht

Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst (CDU) hat seine Forderung nach einer zĂŒgigen EinfĂŒhrung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht untermauert. Einer Studie zufolge wĂ€re die HĂ€lfte der bisher Ungeimpften durch die Pflicht bereit, das Vakzin verabreicht zu bekommen, bei der anderen HĂ€lfte "wird es komplizierter", sagte WĂŒst vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in DĂŒsseldorf. Die einfacheren FĂ€lle sollte man mit der Pflicht "im FrĂŒhjahr, im FrĂŒhsommer einsammeln" und sich danach "denen widmet, die sich etwas schwerer tun".

Und was tun mit den Menschen, die auch nach EinfĂŒhrung der Pflicht nicht bereit sind zur Impfung? Mit Blick auf Verweigerer sollte man derzeit "nicht ĂŒber riesengroße Bußgelder" reden, vielmehr könne man zukĂŒnftig in solchen FĂ€llen "staffeln und differenzieren".

Es mĂŒsse unbedingt vermieden werden, dass der nĂ€chste Winter abermals durch KontaktbeschrĂ€nkungen und andere Maßnahmen gekennzeichnet sei. "Deshalb brauchen wir in diesem Jahr eine weitgehende Durchimpfung der Bevölkerung." Er appellierte an die Bundesregierung aus SPD, GrĂŒnen und FDP, bei dem Thema zĂŒgig voranzukommen. "Wir brauchen ein klares Commitment der Ampel zur Impfpflicht."

FDP-GeneralsekretĂ€r hĂ€lt aktuellen Corona-Kurs fĂŒr richtig

Der designierte FDP-GeneralsekretĂ€r Bijan Djir-Sarai sieht trotz der Rekord-Infektionszahlen derzeit keine Notwendigkeit fĂŒr eine VerschĂ€rfung der Corona-BeschrĂ€nkungen. Die Bundesregierung habe die Situation bisher mit verhĂ€ltnismĂ€ĂŸigen Maßnahmen gut im Griff gehabt, sagt er den Sendern RTL und ntv. "Das ist die Strategie bis jetzt. Und ich glaube, dass man diese Strategie auch fortsetzen wird", fĂŒgt er hinzu.

Medizintechniker warnen vor AusfÀllen von FachkrÀften durch Omikron-Welle

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat vor den Auswirkungen der Omikron-Welle gewarnt. "Wir mĂŒssen die Omikron-Welle sehr ernst nehmen. Neue Rekord-Infektionszahlen könnten zu flĂ€chendeckenden AusfĂ€llen von FachkrĂ€ften fĂŒhren und damit auch die Wirtschaft treffen", sagte BVMed-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Marc-Pierre Möll den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Mittwoch. "Besonders wichtig ist, dass die Produktion versorgungskritischer Medizinprodukte wie beispielsweise Spritzen und anderes medizinisches Zubehör fĂŒr die Impfkampagne sowie die medizinische Versorgung nicht gefĂ€hrdet ist."

"Kein Impfen ohne Spritzen", mahnte Möll. Die Hersteller hĂ€tten bereits "Vorsorge durch organisatorische Maßnahmen geleistet". So wĂŒrden die Spritzenhersteller den gestiegenen Bedarf durch verstĂ€rkte Schichten, Optimierung in den Produktionsanlagen und einer Ausweitung der ProduktionskapazitĂ€ten abdecken.

Bund beschafft weitere fĂŒnf Millionen Biontech-Impfdosen

Das Bundesgesundheitsministerium hat weitere fĂŒnf Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech fĂŒr die angestrebte Beschleunigung der Corona-Impfungen in Deutschland organisiert. Sie sollen ab der Woche vom 24. Januar zur VerfĂŒgung stehen, wie es am Dienstagabend aus dem Ministerium hieß. Gekauft werden die Dosen aus einem EU-Kontingent RumĂ€niens, das sie derzeit nicht benötigt.

Insgesamt sollen damit in den drei Wochen vom 17. Januar, 24. Januar und 31. Februar rund 32 Millionen Impfdosen zur VerfĂŒgung stehen, wie es weiter hieß – zwölf Millionen von Biontech und 20 Millionen des Mittels von Moderna. Damit könne in den nĂ€chsten drei Wochen auch allen eine Booster-Impfung ermöglicht werden, die es wollten.

Die Bundesregierung hatte als Ziel ausgegeben, bis Ende Januar insgesamt weitere 30 Millionen Impfungen zu erreichen.

Ampullen des Biontech-Impfstoffs: Deutschland hat fĂŒnf Millionen Dosen des Vakzins von RumĂ€nien gekauft.
Ampullen des Biontech-Impfstoffs: Deutschland hat fĂŒnf Millionen Dosen des Vakzins von RumĂ€nien gekauft. (Quelle: Eibner Europa/imago-images-bilder)

Haßelmann hĂ€lt Entscheidung zur Impfpflicht fĂŒr sehr bald möglich

Die GrĂŒnen-Bundestagsfraktionsvorsitzende Britta Haßelmann plĂ€diert fĂŒr eine allgemeine Impfpflicht ab 18 Jahren. "Ich bin inzwischen der Überzeugung, dass wir eine allgemeine Impfpflicht ab Erwachsenenalter, ab 18 einfĂŒhren sollten", sagt sie im ZDF. Sie habe ihre Meinung geĂ€ndert. "Ich war ursprĂŒnglich dagegen, aber ich glaube, es ist wichtig, dass eine allgemeine Impfpflicht kommt."

Sie rechne damit, dass nach der Orientierungsdebatte Ende Januar, sehr zĂŒgig ĂŒber die Ausgestaltung des Gesetzes zur allgemeinen Impflicht beraten werde. Sie gehe davon aus und strebe das auch an, dass eine Entscheidung im ersten Quartal getroffen werden kann.

Montgomery kritisiert Langsamkeit der Politik bei Impfpflicht

WeltĂ€rztebund-Vorsitzender Frank Ulrich Montgomery zeigt kein VerstĂ€ndnis dafĂŒr, dass die Impfpflicht auf sich warten lĂ€sst. In "RTL Direkt" sagt Montgomery: "Politik ist derzeit sehr langsam", bei der Umsetzung der MPK-BeschlĂŒsse zur QuarantĂ€ne und auch bei der Impfpflicht: "Wenn ich höre, dass der Bundestag nicht zusammentreten kann, weil Karnevalswoche ist und dann keine Sitzung stattfindet, dann ist das ein Schlag ins Gesicht aller Ärzte und Krankenschwestern, die immer Bereitschaftsdienst machen, zu jeder Tag- und Nachtzeit. Das kann kein Argument sein, die sollen jetzt Mal zu Potte kommen!"

LehrerverbÀnde: Corona-Regeln bei verschÀrfter Lage rasch umsteuern

LehrerverbĂ€nde haben eine schnelle Anpassung der Corona-Maßnahmen an Schulen gefordert, falls sich die Infektionslage weiter verschĂ€rfen sollte. "Wir sind froh, dass die Schulen wieder mit vollem PrĂ€senzunterricht begonnen haben. Doch die Situation ist angesichts der zunehmenden Verbreitung der Omikron-Variante volatil", sagte der PrĂ€sident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). Die Politik mĂŒsse die Situation genau im Blick haben und schnell reagieren.

"Da, wo die Infektionslage sich verschÀrft, muss der Gesundheitsschutz an den Schulen rasch hochgefahren werden", sagte Meidinger. Dabei könne es konkret um tÀgliche Corona-Tests gehen und um eine FFP2-Maskenpflicht. "Auch die Aussetzung der PrÀsenzpflicht ist eine Option."

Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, sagte dem RND: "Ich warne die politisch Verantwortlichen davor, sich die GefĂ€hrdungslage fĂŒr Kinder angesichts der Omikron-Variante in der Corona-Pandemie schönzureden." Auch Kinder könnten schwer krank werden. "Wenn die Infektionszahlen rasant ansteigen, mĂŒssen wir auch auf Möglichkeiten wie den Wechselunterricht zurĂŒckgreifen können." Dabei gehe es darum, SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sowie ihre Familien vor Ansteckung zu schĂŒtzen. Auch die Frage, wie viele Lehrerinnen und Lehrer erkranken, sei systemrelevant.

PatientenschĂŒtzer fordert Scholz bei Impfpflicht zur Umkehr auf

Der PatientenschĂŒtzer Eugen Brysch hat Bundeskanzler Olaf Scholz aufgefordert, das Vorhaben einer allgemeinen Corona- Impfpflicht aufzugeben. "Die Diskussion ĂŒber die Impfpflicht ĂŒberschattet aktuell alles. Doch ob sie wirklich kommt, wird von Tag zu Tag unwahrscheinlicher", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Mittwoch). "Auch wenn der Bundeskanzler das Thema Impfpflicht zur Chefsache erklĂ€rt hat, sollte Olaf Scholz jetzt auch die GrĂ¶ĂŸe zur Umkehr besitzen. Denn schon viel zu lange wurden dringendere Themen aufgeschoben."

Die Fragen zur Impfpflicht seien sehr komplex, sagte Brysch. Wer den Einstieg jetzt wolle, mĂŒsse auch erklĂ€ren, wie der Ausstieg aus der Pflicht möglich sein werde. "Und das vor dem Hintergrund, dass weder Virusvarianten in Zukunft aufzuhalten sein werden noch die Impfung zu einer sterilen ImmunitĂ€t fĂŒhrt", argumentierte der PatientenschĂŒtzer aus. Klar sei allerdings, dass die Impfung der beste Schutz fĂŒr einen selbst sei.

Rechtsrahmen fĂŒr QuarantĂ€neregeln soll besiegelt werden

FĂŒr die vorgesehenen neuen Corona-QuarantĂ€neregeln soll noch dieser Woche ein rechtlicher Rahmen besiegelt werden. KĂŒnftig sollen unter anderem "Geboosterte" mit Auffrischungsimpfung von einer QuarantĂ€ne als Kontaktperson von Infizierten ausgenommen sein. Mit einer entsprechenden Verordnung soll sich an diesem Mittwoch das Bundeskabinett befassen, wie es am Dienstagabend vom Gesundheitsministerium hieß. Sie soll dann am Donnerstag in den Bundestag kommen und am Freitag abschließend in den Bundesrat. Letztlich umgesetzt werden mĂŒssen die QuarantĂ€neregeln von den BundeslĂ€ndern.

KekulĂ©: Pauschale QuarantĂ€ne fĂŒr Kontaktpersonen abschaffen

FĂŒr den Fall von rapide ansteigenden Infektionszahlen in der Omikron-Welle hat der Virologe Alexander KekulĂ© die Möglichkeit in den Raum gestellt, die Nachverfolgung und QuarantĂ€ne von symptomfreien Kontaktpersonen abzuschaffen. Seinen Überlegungen nach sollten Menschen mit Symptomen und bestĂ€tigten Infektionen weiterhin konsequent isoliert werden, wie er am Dienstag bei MDR Aktuell darlegte.

Alexander KekulĂ©: Der Virologe spricht sich dafĂŒr aus, von einer pauschalen QuarantĂ€ne fĂŒr Kontaktpersonen abzusehen.
Alexander KekulĂ©: Der Virologe spricht sich dafĂŒr aus, von einer pauschalen QuarantĂ€ne fĂŒr Kontaktpersonen abzusehen. (Quelle: Klaus W. Schmidt/imago-images-bilder)

KekulĂ© bezeichnete es mit Blick auf eine Situation mit sehr hohen Fallzahlen aber als "völlig ausgeschlossen, dass das Gesundheitsamt alle Kontaktpersonen dann identifiziert". Da wĂŒrde er "ernsthaft die Möglichkeit ins Auge fassen", die Nachverfolgung aufzugeben.

Provinz Quebec: Entweder impfen oder Gesundheitsbeitrag bezahlen

Nicht geimpfte Bewohner in der kanadischen Provinz Quebec mĂŒssen nach den Worten des örtlichen MinisterprĂ€sidenten kĂŒnftig extra zahlen. "Der Impfstoff ist der SchlĂŒssel zur BekĂ€mpfung des Virus. Aus diesem Grund denken wir an einen Beitrag fĂŒr Erwachsene, die aus nicht-medizinischen GrĂŒnden die Impfung verweigern", kĂŒndigte Premier François Legault am Dienstag an. Wer in den kommenden Wochen die erste Dosis eines Vakzins verweigere, mĂŒsse einen neuen Gesundheitsbeitrag zahlen. Wie hoch dieser sein wĂŒrde und wann er in Kraft treten soll blieb zunĂ€chst unklar.

Im bezĂŒglich der Covid-BeschrĂ€nkungen ohnehin schon relativ strikten Kanada gilt die östliche Provinz Quebec mit seinen ĂŒber acht Millionen Einwohnern als besonders rigide. So besteht beispielsweise eine nĂ€chtliche Ausgangssperre. Auch gewisse LĂ€den mĂŒssen sonntags geschlossen bleiben, was in dem nordamerikanischen Land sonst nicht ĂŒblich ist. Auch Schnaps und Marihuana gibt es nur noch fĂŒr Geimpfte zu kaufen (mehr dazu lesen Sie hier). Mit der neuen Regelung geht Quebec den umgekehrten Weg gegenĂŒber den weit verbreiteten Anreizen fĂŒr eine Impfung: So bekommen frisch Geimpfte in Teilen der USA unter anderem Geld oder geldwerte PrĂ€mien fĂŒr die Immunisierung.

Wie in Europa und den Vereinigten Staaten verbreitet sich auch in Kanada die Omikron-Variante des Coronavirus rasant. Die Infektionszahlen liegen dabei aber deutlich unter denen im Nachbarland USA.

2G plus nun auch im Bundestag – AfD kĂŒndigt Klage an

Doppelt geimpft oder genesen reicht ab jetzt auch im Bundestag nicht mehr aus. BundestagsprĂ€sidentin BĂ€rbel Bas (SPD) setzt an diesem Mittwoch eine neue AllgemeinverfĂŒgung mit 2G-plus-Regeln fĂŒr das Parlament in Kraft – "angesichts der Infektionsgefahren durch die hochansteckende Omikron-Variante" und in Absprache mit den Fraktionen, wie der Bundestag am Dienstag mitteilte.

FĂŒr die 736 Bundestagsabgeordneten, ihre Mitarbeiter und andere BeschĂ€ftigte des Parlaments bedeuten die neuen Regeln konkret: Wer nur doppelt geimpft oder genesen ist, braucht einen zusĂ€tzlichen negativen Test fĂŒr den Zutritt zum Plenarsaal oder zu Ausschusssitzungen. Geboosterte oder Genesene mit doppelter Impfung brauchen diesen nicht. Außerdem mĂŒssen im Bundestag ab sofort FFP2-Masken getragen werden. OP-Masken reichen nicht mehr aus. Abgeordnete, die weder geimpft noch genesen sind, können die Sitzungen weiterhin von der TribĂŒne aus verfolgen – aber auch dort ab jetzt nur noch, wenn sie einen aktuellen negativen Test vorlegen.

Die AfD, von der besonders viele Abgeordnete nicht geimpft sind, kritisierte die neuen Regeln scharf: "Wir werden uns das sehr genau anschauen und auch dagegen klagen", sagte Fraktionschefin Alice Weidel am Dienstag. Mit den immer neuen BeschrÀnkungen im Bundestag werde das freie Mandat der Abgeordneten eingeschrÀnkt. Weidel sagte: "Ich bin ungeimpft, und auf mich trifft die Regelung der Genesenen zu, da ich schon Corona-erkrankt war. Und dementsprechend werde ich mich morgen testen lassen, um im Plenum auch Platz zu nehmen.

Alice Weidel: Die Fraktionschefin der AfD ist nach eigener Aussage nicht geimpft.
Alice Weidel: Die Fraktionschefin der AfD ist nach eigener Aussage nicht geimpft. (Quelle: photothek/imago-images-bilder)

USA: So viele Covid-19-Patienten in KrankenhÀusern wie nie zuvor

In der Coronavirus-Pandemie sind in den USA so viele Patienten mit Covid-19-Erkrankung in KrankenhĂ€usern wie nie zuvor. Nach Daten des Gesundheitsministeriums vom Dienstag belegten sie knapp 146.000 Krankenhausbetten landesweit – mehr als jedes fĂŒnfte verfĂŒgbare Bett in dem Land. Insgesamt sind derzeit fast 78 Prozent aller Krankenhausbetten belegt. Zuvor lag der Höchststand bei Covid-19-Patienten in KrankenhĂ€usern nach Berichten von US-Medien vor knapp einem Jahr bei rund 142.000. Der Rekord wird auch auf die rasante Verbreitung der Omikron-Variante zurĂŒckgefĂŒhrt.

Eng wird es auch auf den Intensivstationen in den USA: Dort sind inzwischen mehr als 80 Prozent der fast 81.000 Betten besetzt. Knapp 24.000 dieser Betten belegen Covid-19-Patienten.

Die Direktorin der Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky, sagte am Dienstag bei einer Anhörung des Senats, die Omikron-Variante "treibt die Fallzahlen hier in den Vereinigten Staaten und in der ganzen Welt in nie dagewesene Höhen".

CSU holt Klausur im Februar nach

Die CSU-Landesgruppe im Bundestag holt ihre wegen mehreren Corona-FĂ€llen verschobene Klausur Anfang Februar nach. Ein Sprecher bestĂ€tigte am Dienstag einen Bericht des "MĂŒnchner Merkur", wonach das Treffen nun am 2. und 3. Februar in Berlin stattfinden soll. Als Hauptgast ist Friedrich Merz eingeladen, der Ende Januar zum neuen CDU-Parteichef gewĂ€hlt werden soll.

Eigentlich war die Klausur fĂŒr Anfang Januar geplant. Corona-Infektionen bei mehreren Mitgliedern der Landesgruppe durchkreuzten die PlĂ€ne aber kurzfristig. Unter ihnen war auch CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. Das Motto der Klausur soll "Aufbruch22" bleiben.

WHO warnt: HÀlfte der EuropÀer wird sich bald mit Omikron infizieren

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, dass sich in den nÀchsten sechs bis acht Wochen mehr als 50 Prozent der Bevölkerung in Europa mit der Omikron-Virus-Variante anstecken könnten. Bereits in der ersten Woche des neuen Jahres habe es in Europa mehr als sieben Millionen neu gemeldete Covid-19-FÀlle gegeben, die sich innerhalb von zwei Wochen mehr als verdoppelt hÀtten, sagte der Europadirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Hans Kluge.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Dienstag 45.690 Corona-Neuinfektionen in Deutschland. Das sind 15.129 FĂ€lle oder rund 50 Prozent mehr als vor einer Woche, als 30.561 Positiv-Tests gemeldet wurden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 387,9 von 375,7 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Die WHO warnte angesichts von Lockerungsdebatten in vielen LĂ€ndern davor, dass die Omikron-Variante zwar im Schnitt zu leichteren KrankheitsverlĂ€ufen fĂŒhre, aber nicht mit der Grippe vergleichbar sei. Am Montag hatten etliche LĂ€nder Personalnotstand in Klinken gemeldet, weil die Coronavirus-Variante Omikron zu einem steilen Anstieg der Neuinfektionen gefĂŒhrt hatte. Davon ist auch medizinisches Personal betroffen. Zudem sorgen die hohen Infektionszahlen dafĂŒr, dass mehr Patienten ins Krankenhaus kommen. In Deutschland sank allerdings die Zahl der dann schwer erkrankten Corona-Intensivpatienten am Dienstag weiter auf 3.123.

Bayern verzichtet auf 2G plus

Bayern hĂ€lt an seinen bisherigen Corona-Regeln fest und verzichtet damit auf die EinfĂŒhrung einer 2G-plus-Regelung fĂŒr die Gastronomie. Die Gastrobranche sei in vielen Bereichen stark eingeschrĂ€nkt, sagt Staatskanzleichef Florian Herrmann, so gelte eine Sperrstunde, Bars und Clubs seien geschlossen.

Kubicki – Impfpflicht allenfalls fĂŒr ĂŒber 50-JĂ€hrige

FDP-Vize-Chef Wolfgang Kubicki fordert eine Kampagne, um Impfgegner von der Sinnhaftigkeit einer Immunisierung zu ĂŒberzeugen. "Mir fehlt einfach vom Bundesamt fĂŒr Gesundheitliche AufklĂ€rung eine wirkliche Kampagne", sagt Kubicki und verweist auf die HIV-Kampagne "Gib Aids keine Chance". Etwas Vergleichbares gebe es bei Corona nicht.

Mit einer allgemeinen Impfpflicht seien Skeptiker nicht zu ĂŒberzeugen. Es sei wichtig, insbesondere die Älteren von einer Immunisierung zu ĂŒberzeugen, da vor allem sie schwer erkranken könnten. "Wenn man sich ĂŒberhaupt einer Impfpflicht nĂ€hern will, dann macht es allenfalls Sinn fĂŒr die ĂŒber 50-JĂ€hrigen."

Eine Initiative um den FDP-Abgeordneten Andrew Ullmann sieht den Bedarf einer Impfpflicht ebenfalls bei ĂŒber 50-JĂ€hrigen. Die Initiative plant einen Antrag zu einer gestaffelten Impfpflicht. "In einem ersten Schritt könnte eine verpflichtende ImpfaufklĂ€rung fĂŒr alle stehen, möglichst durch Ärzte in den Impf- oder Testzentren", sagte Ullmann der "Welt" vom Dienstag. "Wenn wir danach sehen, dass die Impfquote nicht signifikant steigt, könnte ein nĂ€chster Schritt eine Impfpflicht beispielsweise fĂŒr Menschen ab 50 Jahren sein." Denn diese erkrankten vergleichsweise hĂ€ufiger schwer und mĂŒssten auf die Intensivstationen verlegt werden.

Wolfgang Kubicki: Es sei wichtig, vor allem die Älteren von einer Immunisierung zu ĂŒberzeugen, so der FDP-Vize.
Wolfgang Kubicki: Es sei wichtig, vor allem die Älteren von einer Immunisierung zu ĂŒberzeugen, so der FDP-Vize. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

Unionsfraktion fordert Impfpflicht-Gesetzentwurf der Regierung

Die Unions-Bundestagsfraktion wird nach Angaben ihres Parlamentarischen GeschĂ€ftsfĂŒhrers Thorsten Frei derzeit keinen eigenen Gesetzentwurf fĂŒr eine allgemeine Impfpflicht vorlegen. "Wir erwarten einen Vorschlag der Bundesregierung", sagt der CDU-Politiker. Die Ampelkoalition habe im Bundestag keine eigene Mehrheit in der Frage und gehe deshalb den Weg von GruppenantrĂ€gen. Kanzler Olaf Scholz (SPD) habe sich aber selbst fĂŒr eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen und mĂŒsse deshalb in dieser Frage nun FĂŒhrung zeigen, fordert Frei.

Corona-Ausbruch nach Party auf Sylt: GÀste mit falschen ImpfpÀssen?

Im Fall eines Corona-Ausbruchs nach einer Party auf Sylt ermittelt die Polizei, ob mehrere Besucher gefÀlschte ImpfpÀsse hatten. "Die Ermittlungen zum Fall laufen", sagte der Sprecher der Polizeidirektion Flensburg, Christian Kartheus, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). Es geht demnach um den Verdacht, dass bis zu drei Besucher einer Weihnachtsparty in Kampen sich mit gefÀlschten Corona-ImpfpÀssen Zutritt verschafft haben.

Drive-in-Testzentrum auf Sylt: Auf der beliebten urlaubsinsel soll es ĂŒber die Weihnachtsfeiertage zu einem Superspreader-Event gekommen sein.
Drive-in-Testzentrum auf Sylt: Auf der beliebten Urlaubsinsel soll es ĂŒber die Weihnachtsfeiertage zu einem Superspreader-Event gekommen sein. (Quelle: Alexander Koerner/getty-images-bilder)

Seit der Party an Heiligabend gibt es auf der Nordseeinsel zahlreiche Corona-Infektionen, mehr als 570 Sylterinnen und Sylter befinden sich nach diesem Bericht in QuarantÀne (mehr dazu lesen Sie hier).

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt auf Sylt mittlerweile ĂŒber 1.500. Der Landkreis Nordfriesland geht nach eigenen Angaben davon aus, dass viele der Erkrankungen auf die Weihnachtsfeier zurĂŒckzufĂŒhren sind.

Lauterbach: Kurs nicht ursĂ€chlich fĂŒr mehr Psyche-Störungen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat VorwĂŒrfe zurĂŒckgewiesen, dass die deutsche Corona-Politik mit ihren international eher etwas strengeren Maßnahmen fĂŒr die Zunahme psychischer Störungen verantwortlich ist. "Da muss man vorsichtig sein, das geben die Studien aus meiner Sicht nicht her", sagte der SPD-Politiker am Montagabend in der ARD-Sendung "Hart aber fair". Mehr dazu lesen Sie hier.

Köln will wegen abgelaufener Dosen Nachimpfungen anbieten

Nachdem in Köln bis zu 2.000 Dosen eines abgelaufenen Corona-Impfstoffes an BĂŒrger verabreicht worden sind, will die Stadt Betroffenen mögliche Nachimpfungen und schnellere Booster-Impfungen anbieten. In einer Stellungnahme könne das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) nicht ausschließen, dass bei Impfstoff, der abweichend von den vorgeschriebenen Lagerbedingungen aufbewahrt wurde, gewisse Einbußen hinsichtlich der Wirksamkeit auftreten könnten, teilte die Stadt am Montagabend mit. Das Institut gehe allerdings nicht von einem Komplettverlust des Wirkstoffs aus. Hier lesen Sie mehr zu dem Thema.

Corona-Warn-App: Vom Coronavirus genesene Personen sollen ihren Status kĂŒnftig ausschließlich digital mit einem QR-Code nachweisen können.
Corona-Warn-App: Vom Coronavirus genesene Personen sollen ihren Status kĂŒnftig ausschließlich digital mit einem QR-Code nachweisen können. (Quelle: Lobeca/Felix Schlikis/imago-images-bilder)

Genesene sollen Status ausschließlich digital nachweisen

Vom Coronavirus genesene Personen sollen ihren Status nach dem Willen der LĂ€nder kĂŒnftig ausschließlich digital mit einem QR-Code nachweisen können. Das haben die Gesundheitsminister der LĂ€nder am Montag beschlossen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) habe zugesichert, dies zeitnah umzusetzen, sagte Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) nach einer Videokonferenz mit ihren Kollegen. Die SPD-Politikerin ist aktuell Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz. Hier lesen Sie mehr.

Bericht: Gesundheitsminister bereiten vierte Impfung vor

Die Gesundheitsminister der LĂ€nder und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereiten jetzt offenbar die vierte Impfung offiziell vor. Das berichtet "Business Insider" unter Berufung auf eine Beschlussempfehlung der Gesundheitsministerkonferenz. Demnach soll noch an diesem Montag eine Empfehlung zur vierten Impfung ausgearbeitet werden.

Eine Helferin im Berliner "HofbrÀu" zieht eine Spritze mit Corona-Impfstoff auf: Laut RKI ist bislang noch unklar, wer wann eine vierte Corona-Impfung erhalten soll.
Eine Helferin im Berliner "HofbrÀu" zieht eine Spritze mit Corona-Impfstoff auf: Laut RKI ist bislang noch unklar, wer wann eine vierte Corona-Impfung erhalten soll. (Quelle: Joerg Carstensen/dpa-bilder)

Die Empfehlung soll dem Bericht zufolge auch beinhalten, wann eine vierte Impfung notwendig wird und wer diese erhalten soll. Das ließ Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD), die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, zunĂ€chst aber offen. Nötig seien zunĂ€chst weitere wissenschaftliche Untersuchungen, sagte sie.

Derzeit empfiehlt die StĂ€ndige Impfkommission allen Erwachsenen nach der zweimaligen Immunisierung eine Covid-19-Auffrischungsimpfung, eine sogenannte Boosterimpfung. "Ob und wenn fĂŒr wen in Zukunft weitere Auffrischimpfungen nötig sein werden, ist unsicher", heißt es aktuell beim Robert-Koch-Institut (RKI). Dazu fehlten noch wissenschaftliche Erkenntnisse, die die Wirksamkeit nach drei Impfstoffdosen ĂŒber einen langen Zeitraum untersuchen. Israel hatte bereits zu Jahresbeginn damit begonnen, allen ĂŒber 60-JĂ€hrigen eine vierte Corona-Impfdosis zu verabreichen.

Impfzentren sollen bis Jahresende bestehen bleiben

Die Impfzentren in Deutschland sollen bis Jahresende bestehen bleiben. Darauf einigten sich am Montag die Gesundheitsminister von Bund und LĂ€ndern, wie die saarlĂ€ndische Landesregierung mitteilte. Ein entsprechender Antrag des Saarlands sei bei den Beratungen von allen LĂ€nder mitgetragen worden; Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) habe eine mĂŒndliche Zusage gegeben. Bisher war das Bestehen der Impfzentren nur bis Ende April vereinbart gewesen.

"Mit dieser Entscheidung können das Land, die Kreise und Kommunen, aber insbesondere auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Impfzentren Großartiges leisten, zuverlĂ€ssig fĂŒr das Jahr 2022 planen", erklĂ€rte die saarlĂ€ndische Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU). "Es wĂ€re fatal gewesen, die Maßnahmen aus der Vergangenheit zu wiederholen und die Finanzierung vorzeitig auszusetzen."

Die Impfzentren werden jeweils zur HÀlfte vom Bund und von den LÀndern finanziert. Im SpÀtsommer waren die Zentren vielerorts geschlossen oder stillgelegt worden. SpÀter wurden zahlreiche Zentren wieder hochzufahren, um die Impfkampagne stÀrker in Schwung zu bringen, insbesondere in Zusammenhang mit den Auffrischungsimpfung

Schweden verschĂ€rft Corona-Maßnahmen deutlich

Schweden verschĂ€rft angesichts stark gestiegener Neuinfektionszahlen seine Corona-Maßnahmen. Um die Belastung des Gesundheitswesens zu verringern, mĂŒssen Kneipen und Restaurants mit Ausschankgenehmigung ab Mittwoch spĂ€testens um 23 Uhr schließen, Gruppen dĂŒrfen dort nur noch maximal acht Personen groß sein.

Magdalena Andersson: Die MinisterprĂ€sidentin von Schweden hat neue Corona-Maßnahmen fĂŒr das Land angekĂŒndigt.
Magdalena Andersson: Die MinisterprĂ€sidentin von Schweden hat neue Corona-Maßnahmen fĂŒr das Land angekĂŒndigt. (Quelle: TT/imago-images-bilder)

Alle, die dies können, werden in dem skandinavischen EU-Land darĂŒber hinaus zum Arbeiten aus dem Homeoffice aufgerufen, wie MinisterprĂ€sidentin Magdalena Andersson auf einer Pressekonferenz in Stockholm sagte. Erwachsenen wird angeraten, ihre nahen Kontakte in InnenrĂ€umen zu begrenzen.

Auch Teilnehmerobergrenzen etwa fĂŒr öffentliche Veranstaltungen oder fĂŒr private ZusammenkĂŒnfte in Lokalen werden herabgesetzt. FrĂŒher eingefĂŒhrte BeschrĂ€nkungen werden verlĂ€ngert, wie aus einer Auflistung der Gesundheitsbehörde FolkhĂ€lsomyndigheten hervorgeht. Die Belastung des Gesundheitswesens sei hoch, sagte Andersson. Sie unterstrich, dass all diese BeschrĂ€nkungen vorĂŒbergehend seien. FolkhĂ€lsomyndigheten geht derzeit davon aus, dass die Maßnahmen bis Mitte Februar notwendig sind, sie sollen aber alle 14 Tage auf den PrĂŒfstand kommen.

Spanien erwÀgt Kurswechsel in Corona-Krise

Spanien erwĂ€gt laut einem Zeitungsbericht eine weniger strikte Nachverfolgung von Corona-Infektionen. Die Regierung denke ĂŒber Wege wie bei einer klassischen Grippe-Erkrankung nach, schreibt das Blatt "El Pais". Dabei wĂŒrde nicht mehr jeder einzelne Fall dokumentiert und es wĂŒrden auch nicht alle Personen mit Symptomen getestet.

Impfzentrum in Barcelona: Spaniens Regierung prĂŒft derzeit eine andere Strategie im Umgang mit dem Virus.
Impfzentrum in Barcelona: Spaniens Regierung prĂŒft derzeit eine andere Strategie im Umgang mit dem Virus. (Quelle: Jordi Boixareu/ZUMA Press Wire/dpa-bilder)

MinisterprĂ€sident Pedro Sanchez bestĂ€tigt grundsĂ€tzliche Überlegungen: Da die Todesfall-Raten bei Corona-Erkrankungen gesunken seien, könne es an der Zeit sein, mit der Pandemie nun auf anderen Wegen umzugehen, sagt er dem Sender SER. DarĂŒber solle auch auf europĂ€ischer Ebene gesprochen werden.

Drohende AusfĂ€lle an Schulen: Stark-Watzinger fordert Maßnahmen

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat bessere Vorkehrungen fĂŒr die wegen der Omikron-Variante drohenden vermehrten QuarantĂ€nefĂ€lle an Schulen gefordert. "Schulen sind fĂŒr mich auch kritische Infrastruktur", sagte Stark-Watzinger am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Deshalb mĂŒsse jetzt eine Ausfallplanung auch ins Schulmanagement integriert werden.

Bettina Stark-Watzinger: "Wir mĂŒssen schaffen, dass auch an den Schulen geboostert wird", sagte die FDP-Politikerin.
Bettina Stark-Watzinger: "Wir mĂŒssen schaffen, dass auch an den Schulen geboostert wird", sagte die FDP-Politikerin. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)

Das bedeute, dass etwa in QuarantĂ€ne geschickte Lehrer in hybrider Form zugeschaltet werden und so weiter unterrichten sollten. Auch SchĂŒler, die in QuarantĂ€ne sind, sollten weiter in den Unterricht eingebunden werden. "Das muss ins Schulmanagement", sagte Stark-Watzinger.

Daneben forderte die Bundesbildungsministerin außerdem verstĂ€rkte Impfungen in der Altersgruppe der SchĂŒler. "Wir mĂŒssen schaffen, dass auch an den Schulen geboostert wird", sagte die FDP-Politikerin. Dass die Impfquote der unter 18-JĂ€hrigen unter der der Ă€lteren Bevölkerung liege, hĂ€nge damit zusammen, dass in dieser Altersgruppe erst spĂ€ter mit dem Impfen begonnen wurde. Aber jetzt mĂŒsse jede SchĂŒlerin und jeder SchĂŒler dieser Altersklasse ein Impfangebot bekommen.

Inzidenz ĂŒber 1.500 – Sylt verordnet sich selbst Corona-Pause

Auf Sylt ist die Inzidenz nach den Feiertagen auf ĂŒber 1.500 angestiegen, ein neuer Rekord fĂŒr die Insel. Einen Lockdown gibt es nicht. Trotzdem schließen viele Unternehmen, um einen weiteren Anstieg zu verhindern. Mehr dazu lesen Sie hier.

Nordseeinsel Sylt: Der Inzidenzwert auf der Insel liegt bei ĂŒber 1.500.
Nordseeinsel Sylt: Der Inzidenzwert auf der Insel liegt bei ĂŒber 1.500. (Quelle: imago images)

Virologe Streeck fĂŒr neuen Umgang mit Corona-Pandemie

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck spricht sich fĂŒr einen pragmatischen Umgang mit der Corona-Pandemie aus. "Der Gedanke setzt sich langsam durch, dass wir einen pragmatischen Umgang mit der Pandemie brauchen, um mit dem Virus leben zu lernen. Dagegen ist der dauerhafte Alarmzustand ermĂŒdend und nicht erfolgreich", sagt Streeck, der auch dem Expertenrat der Bundesregierung angehört.

Er mahnt an, die Belastung in den KrankenhĂ€usern aber "weiterhin aufmerksam zu beobachten und notfalls mit Maßnahmen zu reagieren". Dazu gehöre aber auch, die "Hospitalisierungsinzidenz valide zu erfassen". Aktuell bildet diese alle Patienten ab, die mit einem positiven Corona-Test in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Experten und Politiker fordern daher, nur jene Patienten in den Kennwert aufzunehmen, bei denen Corona auch der Grund fĂŒr die Hospitalisierung ist.

Karlsruhe: Junger Mann ruft Corona-Leugner zur Impfung auf

Bei einer Corona-Demonstration in Karlsruhe bewies ein junger Mann am Samstag Mut. Er bat um das "offene Mikrofon", das Corona-Leugner verschiedenen BĂŒrgern zur VerfĂŒgung stellen, und machte eine wichtige AnkĂŒndigung: "Am KET gibt es noch freie ImpfplĂ€tze heute. Falls sich irgendjemand impfen lassen will, kann man das heute frei tun", sagte er.

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Von seinen Zuschauern vor Ort wurde der spontane Redner zwar ausgepfiffen und verspottet. Im Netz hingegen feiern zahlreiche Menschen seinen Auftritt.

"Deltakron"-Variante in Zypern entdeckt

In Zypern haben Wissenschaftler eine neue Variante des Coronavirus entdeckt. Wie griechische Medien berichten, handle es sich um eine Kombination aus der Delta- und Omikron-Variante. Mehr dazu lesen Sie hier.

Viele QuarantÀnefÀlle bei der Bundespolizei

Bei der Bundespolizei gibt es in der Corona-Pandemie derzeit rund 900 QuarantÀnefÀlle. Das berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf das Bundesinnenministerium. Insgesamt arbeiten bei der Bundespolizei rund 51.500 Mitarbeiter, darunter etwa 34.000 Polizeivollzugsbeamte.

Beim Bundeskriminalamt wurden mit Stand Freitag demnach 41 QuarantÀnefÀlle registriert, im Innenministerium selbst 29. "Die ArbeitsfÀhigkeit der Sicherheitsbehörden ist uneingeschrÀnkt gewÀhrleistet", sagte ein Sprecher des Innenministeriums dem Blatt.

Inzidenz in Brandenburg auf Höchststand seit Jahresanfang

Der Wert der Sieben-Tage-Coronainzidenz ist in Brandenburg auf den Höchststand seit Jahresanfang gestiegen. Am Sonntag meldete das Landesgesundheitsministerium einen Wert von 503,9, in der Vorwoche lag er bei 366,5 – berechnet aus der Zahl der Ansteckungen innerhalb von sieben Tagen bei 100.000 Einwohnern. Damit hat das Land weiter bundesweit die fĂŒnfthöchste Sieben-Tage-Inzidenz. An der Spitze lag den Angaben zufolge Bremen (1.032,6).

Zahl der Covid-19-TodesfĂ€lle in Großbritannien ĂŒberschreitet Schwelle von 150.000

Boris Johnson: Der Premierminister steht wegen seinem Corona-Management zunehmend in der Kritik.
Boris Johnson: Der Premierminister steht wegen seinem Corona-Management zunehmend in der Kritik. (Quelle: Reuters-bilder)

Die Zahl der Covid-19-TodesfĂ€lle in Großbritannien hat am Samstag die Schwelle von 150.000 ĂŒberschritten. Es seien innerhalb von 24 Stunden 313 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben, teilte die Regierung mit. Damit starben seit Beginn der Pandemie im Königreich 150.057 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Virus. Premierminister Boris Johnson sprach von einem "furchtbaren Preis", den das Land zahle.

Johnson veröffentlichte eine Reaktion im Online-Dienst Twitter, in der er den Angehörigen der Covid-19-Toten sein MitgefĂŒhl versicherte. In einer auf schwarzen Traueriintergrund gelegten Botschaft schrieb er, dass der Tod jedes einzelnen Gestorbenen ein "immenser Verlust fĂŒr die betroffenen Familien und Freunde und Gemeinschaften" bedeute. "Das Coronavirus lĂ€sst unser Land einen furchtbaren Preis zahlen."

Die Regierung vermeldete am Samstag zudem 146.390 neue Corona-FÀlle innerhalb von 24 Stunden. Dies ist weniger als der in der vergangenen Woche registrierte Höchststand von mehr als 200.000 Neuinfektionen.

Ärzte warnen: Auch Normalstationen könnten ĂŒberlasten

Der Ärzteverband Marburger Bund warnt vor einer Überlastung der Normalstationen in KrankenhĂ€usern. "Es wĂ€re ein Fehler, bei der Omikron-Welle nur auf die Auslastung der Intensivstationen zu schauen", sagt die Vorsitzende des Verbands, Susanne Johna, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland laut Vorabbericht.

Der Großteil der milder verlaufenden FĂ€lle mĂŒsse in den Notaufnahmen und auf den Normalstationen behandelt werden. Der Marburger Bund rechne mit insgesamt deutlich mehr Krankenhauseinweisungen als bei der Delta-Variante.

China: Omikron-FĂ€lle nahe Olympia-Stadt

Nach dem Auftreten der ersten lokalen Omikron-FĂ€lle in China hat die nordostchinesische Stadt Tianjin Massentests fĂŒr die gesamte Bevölkerung angeordnet. Mehr dazu lesen Sie hier.

Aiwanger: 2G-plus-Regel fĂŒr Gastronomie schwer begrĂŒndbar

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie WĂ€hler) sieht eine 2G-plus-Regel in der Gastronomie kritisch. "Jeder ist gefordert, sich auch freiwillig regelmĂ€ĂŸig zu testen, doch den Restaurantbesuch fĂŒr ungetestete Geimpfte zu verbieten, aber frisch Geboosterten zu erlauben, ist medizinisch nur schwer begrĂŒndbar", teilte der Politiker am Samstag mit.

Hubert Aiwanger: "Wir mĂŒssen die aktuellen Maßnahmen stĂ€ndig auf VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit ĂŒberprĂŒfen, bevor es Gerichte tun."
Hubert Aiwanger: "Wir mĂŒssen die aktuellen Maßnahmen stĂ€ndig auf VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit ĂŒberprĂŒfen, bevor es Gerichte tun." (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

"Wir mĂŒssen die aktuellen Maßnahmen stĂ€ndig auf VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit ĂŒberprĂŒfen, bevor es Gerichte tun." Im Handel sollte 2G generell wieder abgeschafft werden, forderte er. "Ebenso mĂŒssen wir jetzt nach mehreren Wochen Sperre auch Meisterkurse im Handwerk und Fahrunterricht genauso wie den Friseurbesuch mit Test auch fĂŒr Ungeimpfte, also mit 3G, wieder ermöglichen."

FDP-Politiker schlĂ€gt Impfpflicht fĂŒr Ü-50-JĂ€hrige vor

In der Debatte ĂŒber eine mögliche allgemeine Impfpflicht gegen Corona kann sich der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann eine altersabhĂ€ngige Regelung vorstellen. "Der Maßstab fĂŒr unser Handeln mĂŒssen nicht die Infektionszahlen, sondern die Krankheitszahlen sein", sagte Ullmann der "Augsburger Allgemeinen". "Wenn diese sich trotz aller anderen Maßnahmen erhöhen, könnte eine selektive, altersbezogene Impfpflicht greifen. Zum Beispiel fĂŒr Menschen ab 50 Jahren – das ist aber bislang nur eine Überlegung."

Eine Impfpflicht ab 50 Jahren hatte bereits der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger vorgeschlagen. Italiens Regierung hat sich bereits auf die EinfĂŒhrung einer Impfpflicht fĂŒr Menschen ĂŒber 50 Jahren verstĂ€ndigt, in Griechenland wurde eine Impfpflicht fĂŒr Menschen ĂŒber 60 beschlossen.

Lauterbach will Deutschland auf gefÀhrliche Mutanten vorbereiten

Gesundheitsminister Karl Lauterbach: "Man muss akzeptieren, dass man selbst mit der Pflicht niemals alle Menschen erreichen wird."
Gesundheitsminister Karl Lauterbach: "Man muss akzeptieren, dass man selbst mit der Pflicht niemals alle Menschen erreichen wird." (Quelle: Chris Emil Janßen/imago-images-bilder)

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat eine Neugestaltung der Impf-Infrastruktur angekĂŒndigt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Österreichs Kanzler mit Corona infiziert

Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer: Der ÖVP-Politiker soll sich bei einem Sicherheitsmann mit dem Coronavirus angesteckt haben.
Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer: Der ÖVP-Politiker soll sich bei einem Sicherheitsmann mit dem Coronavirus angesteckt haben. (Quelle: Martin Juen/imago-images-bilder)

Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) ist am Freitag positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Die Ansteckung geschah ĂŒber ein Mitglied meines Sicherheitsteams", teilte Nehammer auf Twitter mit.

Laut Kanzleramt ist Nehammer dreifach geimpft. Der 49-JĂ€hrige befinde sich in HeimquarantĂ€ne, fĂŒhre seine AmtsgeschĂ€fte derzeit von zu Hause aus mittels Video- und Telefonkonferenzen und werde in den nĂ€chsten Tagen keine öffentlichen Termine mit Personenkontakt wahrnehmen.

Nehammers Ehefrau und seine Kinder seien am Freitag negativ getestet worden. "Es besteht kein Grund zur Sorge, es geht mir gut", sagte der Regierungschef.

Indien meldet höchsten Wert seit Ende Mai

In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium rund 142.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist der höchste Wert seit Ende Mai. In den StÀdten kommt die Omikron-Mutante bereits hÀufiger vor als die Delta-Variante des Coronavirus.

Insgesamt wurden 35,37 Millionen InfektionsfÀlle nachgewiesen, das ist weltweit der zweithöchste Wert nach den USA. Die Zahl der TodesfÀlle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um 285 auf 483.463. Hier liegt Indien hinter den USA, Russland und Brasilien auf dem vierten Platz.

Drastischer Anstieg von Infektionen in Australien

Australien verzeichnet 96.454 Neuinfektionen, eine Rekordzahl fĂŒr das Land, das die Verbreitung des Coronavirus fast zwei Jahre lang mit der Schließung von Landesgrenzen und Lockdowns kontrollieren konnte. Das Land erlebt zurzeit einen Ausbruch der hochansteckenden Omikron-Variante. Auch Wirtschaftsminister Josh Frydenberg hat sich infiziert, wie er auf Facebook mitteilte. 90 Prozent der ĂŒber 16-jĂ€hrigen Australier sind mindestens zweimal geimpft. Angesichts ĂŒberlasteter KrankenhĂ€user haben mehrere Regionalstaaten wieder BeschrĂ€nkungen eingefĂŒhrt.

CureVac will bald mit Tests beginnen

Die Biotech-Firma CureVac kĂŒndigt einen neuen Anlauf bei mRNA-Impfstoffen an. Im ersten Quartal solle eine klinische Studie der Phase 1 CV2Cov beginnen, teilt das TĂŒbinger Unternehmen mit. Im dritten Quartal solle dann mit einer Studie eines Impfstoffes der zweiten Generation begonnen werden. CureVac hatte im Oktober nach einem Studien-Flop bei dem Impfstoffkandidaten der ersten Generation das Zulassungsverfahren abgebrochen. CVnCoV zeigte dabei in der entscheidenden klinischen Studie nur eine Wirksamkeit von 48 Prozent, deutlich weniger als Mittel von BioNTech/Pfizer oder Moderna.

Mann in Indien angeblich schon elf Mal geimpft

In Indien ist ein mutmaßlicher ImpfbetrĂŒger aufgeflogen: Angeblich hat sich der 65-JĂ€hrige schon elf Dosen abgeholt – und schwört auf die Wirkung gegen allerlei Beschwerden. Die Behörden sind weniger begeistert. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

BundesprĂ€sident diskutiert mit BĂŒrgern ĂŒber Impfpflicht

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will mit BundesbĂŒrgern ĂŒber die Impfpflicht diskutieren. Das berichtet der "Spiegel". Demnach will der BundesprĂ€sident am kommenden Mittwoch eine Debatte über "Pro und Kontra einer Impfpflicht" im Schloss Bellevue ausrichten. Teilnehmen sollen acht BĂŒrger, die sich zuvor per Brief an Steinmeier gewandt hatten.

Frank-Walter Steinmeier: Der BundesprĂ€sident will offenbar in der kommenden Woche eine Diskussion ĂŒber die Impfpflicht fĂŒhren.
Frank-Walter Steinmeier: Der BundesprĂ€sident will offenbar in der kommenden Woche eine Diskussion ĂŒber die Impfpflicht fĂŒhren. (Quelle: imago-images-bilder)

Demnach soll an dem Treffen auch eine ĂŒberzeugte Impfgegnerin teilnehmen. Die Diskussion findet grundsätzlich unter 2G-Regeln statt, die ungeimpfte Person muss sich vorab aber einem PCR-Test unterziehen. In seiner ersten Amtszeit hat Steinmeier mehrmals Bürgerdialoge in kleiner Runde abgehalten, zu denen auch Personen mit kontroversen Ansichten eingeladen waren, etwa lokale AfD-Politiker oder Corona-Skeptiker.

Experten warnen vor EngpÀssen bei Corona-Tests

Der Ärzteverband Marburger Bund und und der Labor-Verband haben vor EngpĂ€ssen bei den Corona-TestkapazitĂ€ten gewarnt. "Die Omikron-Variante wird auch zu mehr Infektionen bei BeschĂ€ftigten in den Laboren fĂŒhren", sagte die Vorsitzende Susanne Johna den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Es sei also damit zu rechnen, dass die PCR-TestkapazitĂ€ten in Deutschland bald nur noch "eingeschrĂ€nkt" zur VerfĂŒgung stehen. Auch der Verband der medizinischen Labore schlug wegen der erwarteten Menge der Tests Alarm.

Laborantin in einem PCR-Labor in Berlin: Die TestkapazitÀten könnten knapp werden.
Laborantin in einem PCR-Labor in Berlin: Die TestkapazitÀten könnten knapp werden. (Quelle: photothek/imago-images-bilder)

Johna forderte "einen Plan B, um die QuarantĂ€ne- und Isolationsregeln zu verkĂŒrzen". "Möglich wĂ€ren zwei Antigentests in Folge, mit denen man sich freitesten kann", sagte die Verbandsvorsitzende. GrundsĂ€tzlich sollten PCR-Tests zum Freitesten eingesetzt werden. Aber wenn es das Ergebnis erst nach vier Tagen gebe, sei ein PCR-Test fĂŒr den Klinikalltag "nicht mehr sinnvoll".

Der Verband der medizinischen Labore warnte vor einer Überlastung. "Im Verlaufe der kommenden Wochen wird sich zeigen, wie sich die Belastung in den Laboren entwickelt und ob und in welcher Weise dann auch weitere Priorisierungen in den Testungen vorzunehmen sind", sagte der Vorsitzende der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM), Michael MĂŒller, dem RND. MĂŒller verwies zudem darauf, dass die Labore neben der Sars-CoV2-Diagnostik auch die Diagnostik zu allen anderen akuten und chronischen Erkrankungen bewĂ€ltigen mĂŒssten.

Auch das Bundesgesundheitsministerium hĂ€lt EngpĂ€sse fĂŒr möglich. "Bei sehr hohen Fallzahlen wird man gegebenenfalls dazu ĂŒbergehen mĂŒssen, eine Diagnose rein symptom- beziehungsweise antigenschnelltest-basiert zu stellen, also auf eine PCR-Diagnostik bei bestimmten Personengruppen zu verzichten", teilte das Ministerium "ZDFheute.de" mit. Deutschland werde aber nicht "im Chaos landen". Demnach gibt es derzeit eine KapazitĂ€t fĂŒr 2,4 Millionen PCR-Tests pro Woche.

Gesundheitsministerium: Haben genug Impfstoff

FĂŒr die Impfkampagne stehen nach Angaben des Gesundheitsministeriums zehn Millionen Impfdosen pro Woche und damit ausreichend Vakzine zur VerfĂŒgung. Man werde die LĂ€nder unterstĂŒtzen, niedrigschwellige Impfangebote anzubieten, sagt ein Sprecher.

Hintergrund ist, dass im neuen Jahr das Impftempo deutlich nachgelassen hat. Am Donnerstag wurden 595.189 Personen geimpft. Die Zahl liegt weit unter der Marke, die nötig ist, um die von der Regierung angepeilten 30 Millionen Corona-Impfungen im Januar zu erreichen.

Gesundheitsminister Lauterbach ĂŒber Djokovic: "Ist kein Vorbild"

Angesichts der Posse um die Einreise von Tennis-Star Novak Djokovic nach Australien hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach Kritik an dem Serben geĂŒbt. "Dass man in einer so existenziellen medizinischen Frage dann versucht, ein Vorbild zu sein, und nicht fĂŒr sich eine Extrawurst reklamiert, das halte ich fĂŒr geboten! Deswegen ist dieser Spieler fĂŒr mich kein Vorbild", sagte Lauterbach RTL.

Der sehr wahrscheinlich ungeimpfte Djokovic war mit einer höchst umstrittenen medizinischen Ausnahmegenehmigung nach Australien gereist und am spĂ€ten Mittwochabend (Ortszeit) in Melbourne gelandet. Die australische Grenzschutzbehörde hatte ihm aber die Einreise verwehrt, da er keine geeigneten Beweise zur ErfĂŒllung der Einreisebestimmungen vorgelegt habe. Djokovic hat dagegen geklagt, ein Gericht in Melbourne will am Montag eine Entscheidung fĂ€llen. Eine Woche spĂ€ter beginnen die Australian Open.

"Die Sportler sind aus meiner Sicht ein StĂŒck weit in der Pflicht, Vorbilder zu sein. Die Sportler leben im Prinzip vom Enthusiasmus und zum Teil vom Geld der Fans, der Zuschauer. Daher muss man auch etwas zurĂŒckgeben", fĂŒgte Lauterbach hinzu.

600.000 Impfdosen in Deutschland verabreicht

In Deutschland sind am Donnerstag 595.000 Impfdosen verabreicht worden. Dies ging am Freitag aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Damit haben nun 59,6 Millionen Menschen in Deutschland (71,6 Prozent der Bevölkerung) den vollstĂ€ndigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze. Eine zusĂ€tzliche Auffrischungsimpfung ("Booster") haben mindestens 34,6 Millionen Menschen (41,6 Prozent) bekommen. Diese dritte Dosis gilt inzwischen als wichtig fĂŒr einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron.

Am Mittwoch waren mindestens 728.000 Dosen in Deutschland verabreicht worden. Am Tag davor lag die Zahl bei 610.730, am Neujahrstag bei 27.400.

Laut RKI haben 61,9 Millionen Menschen (74,5 Prozent) bislang mindestens eine Impfdosis bekommen. Die Bundesregierung strebt eine Marke von 80 Prozent bis Ende Januar an, nachdem als Zielmarke zunĂ€chst der 7. Januar genannt worden war. Nicht geimpft sind bislang 21,2 Millionen Menschen (25,5 Prozent). Unter ihnen sind allerdings auch rund vier Millionen Kinder unter vier Jahren, fĂŒr die bislang kein Impfstoff zugelassen ist.

Argentinien meldet erstmals 100.000 Neuinfektionen

Argentinien hat zum ersten Mal mehr als 100.000 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages registriert. 109.608 neue FĂ€lle in 24 Stunden wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums des sĂŒdamerikanischen Landes vom Donnerstag (Ortszeit) gemeldet. Noch vor wenigen Tagen hatte die Rekordmarke in dem 45 Millionen Einwohner zĂ€hlenden Land bei 50.506 neuen FĂ€llen am 30. Dezember gelegen. Am Dienstag waren 81.210, am Mittwoch 95.159 neue FĂ€lle gemeldet worden.

"Omikron bringt uns viele Überraschungen. Wir wissen nicht, wo die Obergrenze fĂŒr den Anstieg sein wird", sagte Sonia Tarragona, Kabinettschefin im Gesundheitsministerium, der Zeitung "ClarĂ­n".

Der Rekordwert trifft mit den Sommerferien auf der SĂŒdhalbkugel zusammen. Tausende Menschen reisten zu Weihnachten und Silvester im Land umher, in wichtigen Touristenzentren herrscht Hochbetrieb. Nur in wenigen Provinzen gelten noch EinschrĂ€nkungen.

Mehr als drei Millionen-Booster-Impfungen in DĂ€nemark verabreicht

Mehr als drei Millionen Menschen in DĂ€nemark haben mittlerweile eine Auffrischungsimpfung gegen Covid-19 erhalten. Das entspricht 51,1 Prozent aller BĂŒrgerinnen und BĂŒrger des EU-Landes mit seinen rund 5,8 Millionen Einwohnern, wie am spĂ€ten Donnerstagnachmittag aus den aktualisierten Impfzahlen des staatlichen Gesundheitsinstituts SSI hervorging. 82 Prozent der Menschen haben demnach bislang ihre Erstimpfung erhalten, 78,6 Prozent ihre Zweitimpfung.

Die meisten Stiche, die beim nördlichsten deutschen Nachbarn verabreicht werden, stellen derzeit aber Booster-Impfungen dar: Im Vergleich zum Vortag kamen knapp 47.000 solcher Auffrischungsimpfungen hinzu.

DÀnemark erlebt seit einigen Wochen immer neue HöchststÀnde bei den Corona-Neuinfektionen. Am Donnerstag kamen in der tÀglichen Auflistung rund 25 995 bestÀtigte FÀlle hinzu, was dem zweithöchsten Tageswert nach den 28.283 FÀllen des Vortags entsprach. Die Omikron-Variante des Coronavirus macht nach SSI-Angaben mittlerweile mehr als 90 Prozent der untersuchten Neuinfektionen aus.

Ärzte-Chef lehnt Impfpflicht ab

Der Chef der KassenÀrztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, lehnt eine allgemeine Impfpflicht ab. "Impfen ist das wirksamste Instrument im Kampf gegen das Virus. Trotzdem halte ich nach wie vor nicht viel von einer Impfpflicht", erklÀrte Gassen der "Rheinischen Post" einem Vorabbericht zufolge. "Es gibt allein schon zu viele organisatorische Hindernisse, um dieses Vorhaben in kurzer Zeit starten zu können. Das fÀngt bereits beim Impfregister an. Wer soll das unter Wahrung des Datenschutzes erstellen, wo soll es gepflegt werden?" Auch die nachlassende Wirksamkeit des Impfstoffes sei ein Problem.

Studie: Omikron-Infektion hilft nicht gegen Delta-Variante

Eine Untersuchung aus SĂŒdafrika hat herausgefunden, dass eine ĂŒberstandene Omikron-Infektion Ungeimpfte nicht vor einer Delta-Infektion schĂŒtzt. Bei Geimpften hingegen ist das der Fall: Bei ihnen gibt es mehr Antikörper nach der Genesung von Omikron. Darauf wies Gesundheitsminister Karl Lauterbach auf Twitter hin.

Labore warnen vor EngpÀssen bei PCR-Tests

Deutschlands grĂ¶ĂŸter Ärzteverband Marburger Bund hat vor EngpĂ€ssen bei PCR-Tests gewarnt. "Die Omikron-Variante wird auch zu mehr Infektionen bei BeschĂ€ftigten in den Laboren fĂŒhren", sagte die Vorsitzende Susanne Johna den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Es sei also damit zu rechnen, dass die PCR-TestkapazitĂ€ten in Deutschland bald nur noch "eingeschrĂ€nkt" zur VerfĂŒgung stehen. Dies sei schon jetzt in anderen LĂ€ndern zu sehen.

"Wir brauchen deshalb einen Plan B, um die QuarantĂ€ne- und Isolationsregeln zu verkĂŒrzen", forderte Johna und schlug vor: "Möglich wĂ€ren zwei Antigentests in Folge, mit denen man sich freitesten kann." Die Vorsitzende des Ärzteverbands betonte, dass grundsĂ€tzlich PCR-Tests eingesetzt werden sollten. "Aber wenn wir das Ergebnis erst nach vier Tagen haben, ist ein PCR-Test fĂŒr den Klinikalltag nicht mehr sinnvoll."

Studie: Corona-Impfung kann Periode leicht verzögern

Die Corona-Impfung kann bei Frauen laut einer US-Studie die Periode leicht verzögern. Laut der am Donnerstag in dem Fachjournal "Obstetrics & Gynecology" veröffentlichten Studie setzte bei geimpften Frauen die Blutung etwa einen Tag spĂ€ter ein als bei ungeimpften Frauen. Die Dauer der Monatsblutung wurde demnach jedoch nicht beeinflusst. Den Forschern zufolge sind die Auswirkungen der Impfung auf die Periode gering und voraussichtlich nur vorĂŒbergehend.

Die Wissenschaftler hatten anonymisierte Daten einer App zur Überwachung der Fruchtbarkeit bei Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren, die keine hormonelle VerhĂŒtung verwenden, ausgewertet. Etwa 2.400 Frauen in dem Datensatz waren geimpft, die meisten mit Biontech/Pfizer (55 Prozent) gefolgt Moderna (35 Prozent) und Johnson & Johnson (sieben Prozent). Als Vergleichsgruppe wurden die Daten von 1.500 ungeimpften Frauen herangezogen.

Philippinischer PrÀsident ordnet Festnahme ungeimpfter Lockdown-Verweigerer an

Der philippinische PrĂ€sident Rodrigo Duterte hat die Festnahme von nicht gegen das Coronavirus geimpften Menschen angeordnet, die gegen die geltende Ausgangssperre im Land verstoßen. Wer sich weigere, entgegen den Anweisungen zu Hause zu bleiben, könne festgenommen werden, sagte Duterte. Bei der Corona-Pandemie handele es sich um einen "nationalen Notstand", der ein derartiges Vorgehen rechtfertige.

Polizisten in Manila: "Wenn Sie sich nicht impfen lassen, bringen Sie alle in Gefahr".
Polizisten in Manila: "Wenn Sie sich nicht impfen lassen, bringen Sie alle in Gefahr". (Quelle: Basilio Sepe/imago-images-bilder)

Angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante hatte die Regierung Anfang der Woche entschieden, dass in der Hauptstadt Manila und mehreren weiteren StĂ€dten Ungeimpfte ihre HĂ€user nur noch zum Einkauf lebensnotwendiger GĂŒter oder zum Sport verlassen dĂŒrfen. Bisher sind erst weniger als die HĂ€lfte der Philippiner gegen das Coronavirus geimpft. Er sei erschĂŒttert ĂŒber die niedrige Impfquote, sagte Duterte. "Wenn Sie sich nicht impfen lassen, bringen Sie alle in Gefahr" betonte er an die Ungeimpften gerichtet.

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen stieg am Donnerstag auf mehr als 17.000, das sind mehr als dreimal so viele wie zwei Tage zuvor. Kurz vor Weihnachten hatte die Zahl der tÀglichen Neuinfektionen noch bei wenigen hundert gelegen.

Omikron verdrÀngt Delta immer mehr in Deutschland

Die Omikronvariante breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Inzwischen macht sie laut Robert Koch-Institut fast jede zweite Corona-Infektion aus. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

70 Prozent der Passagiere auf Italien-Indien-Flug positiv getestet

Nach einem Flug von Italien nach Indien sind 70 Prozent der Passagiere positiv auf das Coronavirus getestet worden. Vor dem Abflug in Mailand mussten die FluggĂ€ste bereits einen negativen Test vorweisen, um nach Indien einreisen zu dĂŒrfen.

Eine Flugbegleiterin gibt vor dem Start Sicherheitshinweise: Nach einem Flug nach Indien wurden 125 Passagiere positiv auf das Coronavirus getestet. (Archivfoto)
Eine Flugbegleiterin gibt vor dem Start Sicherheitshinweise: Nach einem Flug nach Indien wurden 125 Passagiere positiv auf das Coronavirus getestet. (Archivfoto) (Quelle: Amal KS/imago-images-bilder)

Nach der Landung am Mittwochnachmittag (Orstzeit) seien dann von den 179 Passagieren alle 160 Erwachsenen erneut getestet worden, so der Flughafenchef in Amritsar – 125 Menschen von ihnen positiv. Sie wurden in QuarantĂ€ne geschickt.

Nach der heftigen und tödlichen Corona-Welle vor knapp einem Jahr waren die Infektionszahlen in Indien monatelang tief. Nun steigen sie seit einiger Zeit wieder stark. In dem Land mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern waren am Donnerstag knapp 91.000 Neuinfektionen erfasst worden. Am Tag davor waren es 58.000. Allerdings dĂŒrfte es bei den Infektionszahlen eine gewisse Dunkelziffer geben.

Mehr als 90 Prozent der Bundeswehrsoldaten geimpft oder genesen

In der Bundeswehr haben bisher etwa 94 Prozent der mehr als 180.000 Soldaten eine vollstÀndige Immunisierung gegen das Coronavirus. Das ist das Ergebnis einer ersten vorlÀufigen Erhebung, nachdem der Schutz gegen Covid-19 Ende November vom Verteidigungsministerium in die Liste duldungspflichtiger Basisschutzimpfungen aufgenommen wurde.

Der prozentuale Impfanteil in der Bundeswehr liegt deutlich höher als in der gesamten Bevölkerung, wo erst rund 71,5 Prozent den vollstĂ€ndigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben. Allerdings sind Soldaten bislang die einzige Berufsgruppe, bei der die Covid-19-Schutzimpfung ĂŒber die sogenannte Duldungspflicht zur vorgeschriebenen Regel gemacht wurde.

ZunĂ€chst ist nicht klar, wie viele unter den verbliebenen sechs Prozent der Soldaten Impfverweigerer sind. Die Zahl umfasst auch Menschen, die ĂŒber ein Attest von der Impfung befreit sind oder – beispielsweise wegen lĂ€ngerer Abwesenheit – nicht erfasst sind.

Frankreich verschÀrft Kurs gegen Ungeimpfte

Nach heftigen Debatten hat die französische Nationalversammlung im Kampf gegen die Corona-Pandemie die EinfĂŒhrung drastischer EinschrĂ€nkungen fĂŒr Ungeimpfte gebilligt. Die Regelungen sehen vor, dass Ungeimpfte kĂŒnftig keinen Zugang mehr zu Orten wie Restaurants, Kinos oder FernzĂŒgen haben. Am frĂŒhen Morgen nahm die Nationalversammlung das Gesetzesvorhaben in erster Lesung an. Nun muss sich noch der Senat mit dem Text befassen. Die Nationalversammlung hatte die Beratungen zuvor zweimal unterbrochen und den engen Zeitplan der Regierung damit gefĂ€hrdet.

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen will die Regierung den sogenannten Gesundheitspass, der bislang den Nachweis ĂŒber Impfung, aktuellen negativen Corona-Test oder ĂŒberstandene Erkrankung lieferte, durch einen neuen Impfpass ("pass vaccinal") ersetzen. Ein negativer Test soll dann nicht mehr reichen. Am Mittwoch verzeichnete das Land mit mehr als 332.000 gemeldeten Infektionen innerhalb eines Tages einen Höchstwert. Zuletzt lag der Inzidenzwert, also die Neuansteckungen innerhalb einer Woche pro 100.000 Menschen, landesweit bei etwa 1908.

Debatte um Impfpflicht im Bundestag verzögert sich

Die Beratungen im Bundestag zur EinfĂŒhrung einer erweiterten Corona-Impfpflicht verzögern sich. Anders als zunĂ€chst geplant werde der Bundestag noch nicht in der kommenden Woche ĂŒber die verschiedenen VorschlĂ€ge zur Impfpflicht beraten, verlautete am Donnerstag aus Parlamentskreisen gegenĂŒber AFP. In der Sitzungswoche vom 24. Januar an solle dann nach aktuellem Stand zunĂ€chst eine "Orientierungsdebatte" zum Austausch von Argumenten stattfinden – ohne dass bereits konkrete GesetzentwĂŒrfe debattiert wĂŒrden.

Die erste Lesung der GesetzentwĂŒrfe zur Impfpflicht solle dann erst in der darauffolgenden Sitzungswoche stattfinden. Diese ist nach bisherigem Planungsstand fĂŒr die Woche vom 14. Februar an terminiert.

Söder skeptisch bei KontakteinschrÀnkungen und Impfpflicht

Vor der neuen Bund-LĂ€nder-Runde hat Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) eine solide Basis fĂŒr mögliche neue Corona-BeschrĂ€nkungen und eine allgemeine Impfpflicht gefordert. "Wir brauchen Vorsicht, wir brauchen Augenmaß, aber auf verlĂ€sslicher Zahlenbasis, auf vernĂŒnftigen, nachvollziehbaren wissenschaftlichen Entscheidungen, die dann auch vor Gericht standhalten", sagte Söder am Donnerstag im Sender "Bild".

Markus Söder: Er sieht noch keine solide Basis fĂŒr die Abstimmung zur Impfpflicht.
Markus Söder: Er sieht noch keine solide Basis fĂŒr die Abstimmung zur Impfpflicht. (Quelle: ven Simon/imago-images-bilder)

Der Expertenrat der Bundesregierung mĂŒsse vor der MinisterprĂ€sidentenkonferenz (MPK) am Freitag eine Empfehlung vorlegen, wie gefĂ€hrlich die Omikron-Variante sei. Mögliche Entscheidungen der MPK etwa zu KontaktbeschrĂ€nkungen seien womöglich zu frĂŒh, "weil wir da noch etwas im Nebel stochern werden". "Wenn es weitere Maßnahmen geben sollte, dann mĂŒssen die gut wissenschaftlich begrĂŒndet sein", forderte Söder. Zudem drang der CSU-Chef auf einheitliche Regeln.

Offene Fragen sieht Söder auch beim Thema einer allgemeinen Impfpflicht, zu deren BefĂŒrwortern er bislang zĂ€hlt. Auf die Frage, ob die Impfpflicht tatsĂ€chlich kommen wird, sagte Söder: "Ich gebe zu, ich bin auch etwas verunsichert." Es gehe nicht nur um die juristische Absicherung, auch das Verfahren mĂŒsse genau geklĂ€rt werden.

Unionsfraktionschef erhebt schwere VorwĂŒrfe gegen Scholz

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat der Bundesregierung ein FĂŒhrungsdefizit beim Thema Impfpflicht vorgeworfen. Die Regierungsfraktionen hĂ€tten bislang keinen konstruktiven Vorschlag fĂŒr eine allgemeine Impfpflicht gemacht, sagte Brinkhaus am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". "Das Ganze ist eine FĂŒhrungsentscheidung."

Ralph Brinkhaus: Der Unionsfraktionschef fordert die Bundesregierung auf, Haltung zu zeigen.
Ralph Brinkhaus: Der Unionsfraktionschef fordert die Bundesregierung auf, Haltung zu zeigen. (Quelle: Emmanuele Contini/imago-images-bilder)

Es gebe bei dem Thema viele Einzelfragen, etwa "ab wann ĂŒberhaupt, mit welchen Konsequenzen, wie oft und wie auch sanktioniert" werde. "Und da ist jetzt Olaf Scholz gefragt", sagte der Fraktionschef. Der Bundeskanzler könne das nicht ans Parlament delegieren. "Wir brauchen einen nationalen Konsens bei dem Thema Impfpflicht, und der nationale Konsens muss durch den Bundeskanzler hergestellt werden", forderte Brinkhaus.

TatsÀchlich ist die Impfpflicht auch innerhalb der Regierungsfraktionen umstritten. Die Ampelkoalition plant deswegen, ohne Fraktionszwang im Bundestag abstimmen zu lassen. Die Vorlagen sollen in sogenannten GruppenantrÀgen ausgearbeitet werden.

FDP-Landeschef: "Impfpflicht ist kein Allheilmittel"

Der baden-wĂŒrttembergische FDP-Landeschef Michael Theurer hat kurz vor der traditionellen Dreikönigskundgebung der Liberalen in Stuttgart vor ĂŒberzogenen Erwartungen mit Blick auf eine allgemeine Impfpflicht gewarnt. "Je lĂ€nger die Diskussion anhĂ€lt, desto mehr stellt sich heraus, dass die Impflicht kein Allheilmittel ist", sagte Theurer der Deutschen Presse-Agentur. Es sei eine trĂŒgerische Hoffnung, dass die Impfpflicht als Patentrezept zu einem Ende der Pandemie fĂŒhre. Der Parlamentarische StaatssekretĂ€r im Bundesverkehrsministerium fĂŒhrte etwa an, dass Geimpfte dennoch ansteckend sein könnten, dass es neue Mutationen gebe und Menschen mit Vorerkrankungen, die sich nicht impfen lassen könnten.

Michael Theurer: Der FDP-Landeschef ist sich sicher, dass die Impfpflicht die Pandemie nicht beenden wird.
Michael Theurer: Der FDP-Landeschef ist sich sicher, dass die Impfpflicht die Pandemie nicht beenden wird. (Quelle: Christian Spicker/imago-images-bilder)

Über eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona soll der Bundestag voraussichtlich in freier Abstimmung ohne Fraktionsdisziplin entscheiden. Innerhalb der FDP im Bundestag regt sich aber Widerstand. Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hatte BefĂŒrworter einer Corona-Impfpflicht zuletzt scharf kritisiert und ihnen Rache an Ungeimpften als Motiv unterstellt.

Theurer sagte, er könne sich derzeit nicht vorstellen, im Bundestag fĂŒr eine Impfpflicht zu stimmen. Er bezweifle, dass eine bußgeldbewĂ€hrte Verpflichtung dazu fĂŒhre, dass sich Impfgegner impfen ließen. Die Impfpflicht werde als Allheilmittel angepriesen, aber entscheidend sei, die Impfquote nach oben zu bringen. Es werde zu wenig diskutiert, dass eine Impfpflicht ein massiver Eingriff in die Entscheidung der Menschen bedeute. Theurer thematisierte auch Probleme bei der Umsetzung und verwaltungsrechtliche Fragen. "Wollen wir, dass sich mehr Menschen impfen lassen, oder wollen wir mehr Bußgelder verhĂ€ngen?" Die BefĂŒrworter einer Impfpflicht hĂ€tten immer noch keinen verfassungskonformen Gesetzesentwurf vorgelegt.

Als mögliche Alternative zu einer allgemeinen Impfpflicht schlug Theurer verpflichtende BeratungsgesprĂ€che fĂŒr Impfskeptiker durch niedergelassene Ärzte vor. Auch eine Impfpflicht fĂŒr vulnerable Gruppen ab 60 Jahren sei eine Möglichkeit im Kampf gegen die Pandemie. Theurer ist Vorsitzender der SĂŒdwest-FDP, sitzt im FDP-BundesprĂ€sidium und ist in der neuen Bundesregierung Parlamentarischer StaatssekretĂ€r im Bundesverkehrsministerium.

Mehr als 1.000 Anzeigen wegen gefÀlschter ImpfpÀsse in Berlin

In deutlich mehr als 1.000 FÀllen von gefÀlschten ImpfpÀssen ist die Berliner Polizei bereits aktiv geworden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Buyx: Ethikrat wollte Politik Entscheidung ĂŒber Impfpflicht nicht abnehmen

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, mahnt zu einer differenzierten Diskussion ĂŒber die EinfĂŒhrung einer allgemeinen Impfpflicht. Bei seiner im Dezember veröffentlichten Stellungnahme sei es dem Ethikrat weniger um eine Positionierung gegangen als um eine Analyse relevanter Fragen, sagte Buyx der Deutschen Presse-Agentur. "Es ging uns darum zu sagen: Liebe Politiker, Ihr mĂŒsst das am Ende entscheiden, das nehmen wir euch nicht ab. Aber hier sind die Dinge, ĂŒber die man bei dieser Entscheidung nachdenken muss."

Der Ethikrat befĂŒrwortet in der Stellungnahme mehrheitlich eine Ausweitung der kĂŒrzlich beschlossenen Corona-Impfpflicht fĂŒr Personal in sensiblen Einrichtungen auf "wesentliche Teile der Bevölkerung". Zum Umfang und der genauen Ausgestaltung einer erweiterten Impfpflicht gab es jedoch unterschiedliche Auffassungen. Der weit ĂŒberwiegende Teil des 20-seitigen Papiers behandelt praktische, rechtliche oder ethische Fragen und stellt die Datenlage dar. Die Empfehlungen umfassen nur etwas mehr als zwei Seiten.

"Wir wollten mit dieser Empfehlung, die sich intensiv mit den Argumenten befasst, eine GewissensschĂ€rfung befördern. Die letztliche Positionierung und Ausgestaltung ist Aufgabe und Verantwortung der Politik", betonte Buyx. Angedacht ist, dass der Bundestag ohne Fraktionszwang ĂŒber eine mögliche allgemeine Impfpflicht abstimmt, die Abgeordneten könnten dann rein nach ihrem Gewissen entscheiden. Die EinschrĂ€nkung der körperlichen Selbstbestimmung, um die es bei der Impfpflicht gehe, sei ein hohes Gut, sagte Buyx. Es mĂŒsse also sorgfĂ€ltig ĂŒberlegt werden. "Es gibt gute Argumente sowohl fĂŒr als auch gegen eine Impfpflicht. Das transparent zu machen und ernsthaft zu diskutieren, das ist unser Job."

Italien fĂŒhrt Impfpflicht fĂŒr ĂŒber 50-JĂ€hrige ein

Italiens Regierung hat wegen der Pandemie-Lage eine Corona-Impfpflicht fĂŒr Menschen ĂŒber 50 eingefĂŒhrt. "Wir schreiten besonders in den Altersklassen ein, die mehr vom Risiko eines Krankenhausaufenthaltes betroffen sind, um den Druck von den Kliniken zu nehmen", sagte MinisterprĂ€sident Mario Draghi am Mittwochabend. Ab dem 15. Februar gelte fĂŒr die ĂŒber 50-JĂ€hrigen außerdem die 2G-Regel am Arbeitsplatz. Das bedeutet, dass sie nachweislich gegen Covid-19 geimpft oder von der Krankheit genesen sein mĂŒssen, um zur Arbeit gehen zu können.

"Die Maßnahmen sollen die gute FunktionsfĂ€higkeit der KrankenhĂ€user erhalten und gleichzeitig Schulen und Betriebe offen halten", begrĂŒndete Draghi die Maßnahmen weiter. Die Impfpflicht wurde außerdem auf das Personal an UniversitĂ€ten ausgeweitet. In Schulen galt sie schon. Die Regelungen treten mit dem Erscheinen im Amtsblatt in Kraft. Wann das sein wird, war zunĂ€chst unklar.

Ein Paar spaziert in Neapel (Symbolbild): Wer in Italien ĂŒber 50 Jahre alt ist, muss jetzt geimpft sein.
Ein Paar spaziert in Neapel (Symbolbild): Wer in Italien ĂŒber 50 Jahre alt ist, muss jetzt geimpft sein. (Quelle: Antonio Balasco/imago-images-bilder)

FĂŒr körpernahe Dienstleistungen, wie etwa beim Friseur, gilt die 3G-Regel. Man braucht also zumindest einen negativen Corona-Test. Diese BeschrĂ€nkung greift auch fĂŒr den Zutritt zu Ämtern, der Post, Banken und GeschĂ€ften. Ausgenommen sind GeschĂ€fte des tĂ€glichen Bedarfs oder auch Apotheken.

Forscher warnt vor QuarantĂ€ne-Verzicht fĂŒr Aufgefrischte

Kurz vor dem Bund-LĂ€nder-Treffen zur Corona-Lage hat Epidemiologe Hajo Zeeb auf die Wichtigkeit von Tests bei einer möglichen VerkĂŒrzung der QuarantĂ€ne hingewiesen. Bisherige Erkenntnisse sprĂ€chen dafĂŒr, dass der Großteil der Übertragungswahrscheinlichkeit bei der Omikron-Variante in den ersten sieben Tagen nach der Ansteckung liege, erlĂ€uterte der Experte vom Leibniz-Institut fĂŒr PrĂ€ventionsforschung und Epidemiologie in Bremen der Deutschen Presse-Agentur. Wenn man hier einen PCR-Test oder zwei Schnelltests einfĂŒhre, "könnte das ein Weg sein, die Isolation von Infizierten frĂŒher zu beenden, und so von den langen 14 Tagen herunterzukommen".

FĂŒr QuarantĂ€ne von Kontaktpersonen könnte Ähnliches gelten, teilte Zeeb weiter mit. Ganz auf QuarantĂ€ne fĂŒr Geboosterte zu verzichten "dĂŒrfte aber keine gute Idee sein". Omikron werde beispielsweise etwa 2,5- bis 3,5-fach infektiöser als Delta eingestuft.

Kultusminister bestĂ€tigen Kurs fĂŒr offene Schulen

Die fĂŒr Bildung zustĂ€ndigen Kultusministerinnen und -minister der LĂ€nder bleiben bei ihrer Linie, dass Schulen in der aktuellen Corona-Lage offengehalten werden sollen. "Auch wenn sich die Pandemie durch eine neue Virusvariante verĂ€ndert, mĂŒssen wir die BedĂŒrfnisse von Kindern und Jugendlichen noch stĂ€rker in den Blick nehmen. Das bedeutet, dass wir die Schulen erst dann schließen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind", sagte die PrĂ€sidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien (CDU), am Mittwoch nach einer Sonderschalte der Minister.

Hintergrund ist die Ausbreitung der Omikron-Variante. Auch in Deutschland wird ein steiler Anstieg der Infektionszahlen befĂŒrchtet. Das PrĂ€senzlernen habe höchste PrioritĂ€t, sagte Prien. Die Kultusminister sprachen sich in ihrem Beschluss auch fĂŒr ĂŒberarbeitete QuarantĂ€neregeln aus: "Die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs ist fĂŒr Kinder und Jugendliche systemrelevant und darĂŒber hinaus eine Grundlage fĂŒr die Sicherstellung der ArbeitsfĂ€higkeit anderer Kritischer Infrastrukturen."

Schulunterricht in Essen: Die Kultusminister plĂ€dieren fĂŒr offene Schulen trotz steigender Infektionszahlen.
Schulunterricht in Essen: Die Kultusminister plĂ€dieren fĂŒr offene Schulen trotz steigender Infektionszahlen. (Quelle: Ralph Lueger/imago-images-bilder)

In der HĂ€lfte der BundeslĂ€nder hat nach der Weihnachtspause der Unterricht wieder begonnen. Millionen weitere SchĂŒlerinnen und SchĂŒler kehren nĂ€chste Woche zurĂŒck. In allen BundeslĂ€ndern ist PrĂ€senzunterricht geplant. FlĂ€chendeckende Schulschließungen wie vor einem Jahr haben die Ampel-Parteien mit Änderungen am Infektionsschutzgesetz ausgeschlossen. Einige BundeslĂ€nder ĂŒberlassen es den Einrichtungen nun selbst, wie sie vorgehen.

Omikron-Welle: Jeder Zehnte in London mit Corona infiziert

Die Zahl der Corona-Infektionen in Großbritannien hat durch die besonders ansteckende Omikron-Variante des Virus einen weiteren Höchststand erreicht. Wie die Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) am Mittwoch mitteilte, waren SchĂ€tzungen zufolge in der letzten Woche des alten Jahres rund 3,7 Millionen Menschen infiziert – so viele wie noch nie. In der Hauptstadt London hatte in dieser Woche sogar jeder Zehnte das Virus.

Die Omikron-Welle hat Großbritannien derzeit noch immer fest im Griff - auch wenn Experten Anzeichen fĂŒr eine Abflachung in London erkennen. Am Dienstag wurden in Großbritannien mehr als 218.000 Neuinfektionen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz – die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner – wird mit knapp 1.600 angegeben (Stand 30. Dezember).

Das britische Gesundheitssystem gerĂ€t wegen der hohen Zahl an krankheitsbedingten AusfĂ€llen beim Personal immer mehr unter Druck. Viele KrankenhaustrĂ€ger riefen den Katastrophenfall aus. Strengere EinschrĂ€nkungen lehnt die Regierung bislang aber unter Verweis auf die verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig geringe Zahl der Krankenhauseinweisungen und TodesfĂ€lle ab. Am Dienstag wurden 48 TodesfĂ€lle gemeldet. Großbritannien hat etwa 67 Millionen Einwohner.

Regierung: Omikron in wenigen Tagen in Deutschland dominant

Die Omikron-Variante des Coronavirus dĂŒrfte nach EinschĂ€tzung der Bundesregierung in wenigen Tagen zur dominierenden Variante in Deutschland werden. "Zurzeit gehen wir von einem Omikron-Anteil von 25 Prozent deutschlandweit aus", sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Mittwoch in Berlin.

In einigen BundeslĂ€ndern, insbesondere im Norden Deutschlands, sei Omikron bereits dominierend. "Insofern mĂŒssen wir davon ausgehen, dass in wenigen Tagen Omikron auch bundesweit die dominierende Variante sein wird", so der Sprecher.

Coronatest bei einem GrundschĂŒler: Die Omikron-FĂ€lle dominieren schon bald das Infektionsgeschehen.
Coronatest bei einem GrundschĂŒler: Die Omikron-FĂ€lle dominieren schon bald das Infektionsgeschehen. (Quelle: ANP/imago-images-bilder)

Mitglieder von "Gorch Fock"-Besatzung mit Corona infiziert

Das Coronavirus hat das Segelschulschiff "Gorch Fock" erreicht. Bei acht Besatzungsmitgliedern habe es ein positives Testergebnis gegeben, sagte ein Sprecher der Marine am Mittwoch. Die Betroffenen hĂ€tten entweder keine oder nur leichte Symptome und seien an Bord isoliert. Die gesamte Besatzung ist geimpft. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet. Die Bark liegt derzeit im Hafen von Santa Cruz auf der Kanaren-Insel Teneriffa. Die Anreise der OffiziersanwĂ€rter fĂŒr die vorgesehene Ausbildungsfahrt wurde verschoben.

Knapp 20 Frauen und MĂ€nner wurden dem Sprecher zufolge als Kontaktpersonen identifiziert. Sie seien alle negativ getestet worden und in einem Hotel in QuarantĂ€ne. Über die Feiertage seien einige Mitglieder der Stammbesatzung in der Heimat gewesen, andere hĂ€tten Besuch von ihrer Familie gehabt.

Anfang Oktober war der runderneuerte Dreimaster nach jahrelanger Werft-Zeit nach Kiel zurĂŒckgekehrt. Die Kosten fĂŒr die Sanierung waren in den vergangenen Jahren von zunĂ€chst geplanten 10 auf 135 Millionen Euro gestiegen. Im Heimathafen Kiel werden Schiff und Crew im MĂ€rz zurĂŒckerwartet.

Die Gorch Fock in Kiel (Archivbild): Mehrere Besatzungsmitglieder haben Corona.
Die Gorch Fock in Kiel (Archivbild): Mehrere Besatzungsmitglieder haben Corona. (Quelle: penofoto/imago-images-bilder)

Polens PrÀsident Duda positiv auf Corona getestet

Polens PrĂ€sident Andrzej Duda ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 49-JĂ€hrige fĂŒhle sich gut, habe keine schweren Symptome und stehe unter stĂ€ndiger medizinischer Beobachtung, teilte sein Kabinettschef am Mittwoch in Warschau mit. Duda begab sich den Vorschriften gemĂ€ĂŸ in Isolation. Der Staatschef ist den Angaben zufolge mit drei Spritzen vollstĂ€ndig geimpft.

In Polen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen derzeit wieder leicht an. Am Mittwoch meldete das Gesundheitsministerium 17.196 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Im gleichen Zeitraum starben 632 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Erwartet wird, dass die besonders ansteckende Omikron-Variante auch in Polen die Zahl der Neuinfektionen weiter steigen lÀsst.

Hongkong verhĂ€ngt Landeverbot fĂŒr FlĂŒge aus acht LĂ€ndern

Hongkong hat im Kampf gegen die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus neue EinschrĂ€nkungen erlassen. Die Regierung kĂŒndigte am Mittwoch ein Landeverbot fĂŒr FlĂŒge aus acht LĂ€ndern an. Die Maßnahme betrifft Reisende aus Frankreich, Großbritannien, den USA, Australien, Kanada, Indien, Pakistan und den Philippinen.

"PassagierflĂŒge aus diesen LĂ€ndern dĂŒrfen nicht in Hongkong landen, und Personen, die sich in diesen LĂ€ndern aufgehalten haben, dĂŒrfen nicht mehr Flugzeuge nach Hongkong besteigen", sagte Regierungschefin Carrie Lam. Die Regelung, die ab Samstag um Mitternacht fĂŒr zwei Wochen gelte, betreffe auch TransitflĂŒge.

Großbritannien und Frankreich hatten zuletzt die Schwelle von 200.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages ĂŒberschritten, wĂ€hrend die USA am Montag mehr als eine Million Corona-FĂ€lle binnen 24 Stunden gemeldet hatten.

Als Reaktion auf die jĂŒngsten Omikron-FĂ€lle wird außerdem das öffentliche Leben in Hongkong weiter heruntergefahren. Ab Freitag sind Großveranstaltungen in der chinesischen Sonderverwaltungszone untersagt und zahlreiche GeschĂ€fte und andere Einrichtungen, darunter Bars, Nachtclubs, Fitnessstudios und Schönheitssalons, mĂŒssen schließen. Restaurants dĂŒrfen außerdem ab 18 Uhr keine GĂ€ste mehr in InnenrĂ€umen bedienen.

Corona-Impfung (Symbolbild): Insgesamt knapp 33,4 Millionen Auffrischungsimpfungen meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch.
Corona-Impfung (Symbolbild): Insgesamt knapp 33,4 Millionen Auffrischungsimpfungen meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch. (Quelle: NurPhoto/Beata Zawrzel/imago-images-bilder)

Mehr als 40 Prozent geboostert – Impfungen nehmen weiter an Fahrt auf

Eine Booster-Impfung gegen das Coronavirus haben in Deutschland inzwischen mehr als 40 Prozent der Gesamtbevölkerung erhalten. Insgesamt knapp 33,4 Millionen Auffrischungsimpfungen meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch. Bei den Erwachsenen liegt die Quote bei 47,6 Prozent. Allein am Dienstag wurde demnach rund 480.000 Mal geboostert. Diese dritte Dosis gilt inzwischen als wichtig fĂŒr einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron.

Den vollstÀndigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben inzwischen 71,4 Prozent der Gesamtbevölkerung (59,4 Millionen Menschen). Mindestens eine Impfdosis haben 74,3 Prozent der Bevölkerung oder 61,8 Millionen Menschen bekommen. Die Bundesregierung strebt eine Marke von 80 Prozent bis Ende Januar an, nachdem als Zielmarke zunÀchst der 7. Januar genannt worden war.

Allgemein nehmen die Corona-Impfungen nach dem ruhigeren Jahreswechsel an Fahrt auf. Am Dienstag wurden mindestens 610.730 Dosen in Deutschland verabreicht. Am Vortag lag die Zahl bei 433.960, am Neujahrstag bei 27.400. Insgesamt wurden mittlerweile fast 151 Millionen Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht.

Macron: "Ungeimpfte bis zum bitteren Ende nerven"

Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron hat sich entschlossen im Kampf gegen Corona-Impfverweigerer gezeigt. Er werde Ungeimpfte "bis zum bitteren Ende nerven", indem er ihnen soweit wie möglich den "Zugang zu den AktivitĂ€ten des sozialen Lebens" einschrĂ€nken werde, sagte der Staatschef in einem Interview mit der Zeitung "Le Parisien". "Ich habe große Lust, die Ungeimpften zu Ă€rgern", fĂŒgte Macron hinzu. Deshalb werde seine Regierung dies auch weiterhin tun, "bis zum bitteren Ende".

Emmanuel Macron spricht bei einer Pressekonferenz (Archivbild): Der französische PrÀsident will hart gegen Ungeimpfte vorgehen.
Emmanuel Macron spricht bei einer Pressekonferenz (Archivbild): Der französische PrÀsident will hart gegen Ungeimpfte vorgehen. (Quelle: Dursun Aydemir/imago-images-bilder)

Macrons Aussage löste heftige Kritik der Opposition aus. Die extrem rechte PrĂ€sidentschaftskandidatin Marine Le Pen nannte Macron seines Amtes unwĂŒrdig. Der Linkenpolitiker Jean-Luc MĂ©lenchon bezeichnete die Aussage als "schockierend". GrĂŒnen-Kandidat Yannick Jadot schrieb in einem Impfaufruf, die Menschen seien Macron egal.

Auch in Frankreichs Nationalversammlung gab es Debatten um Macrons Aussage. Erneut unterbrach die Kammer deshalb in der Nacht ihre Beratungen zur VerschĂ€rfung von Corona-Regeln fĂŒr Ungeimpfte.

Hoeneß: Ungeimpfte ausgrenzen

Uli Hoeneß hat erneut die Menschen kritisiert, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen möchten. "Ich glaube, man muss diese Leute konsequent ausgrenzen, weil es ziemlich rĂŒcksichtslos ist, sich nicht impfen zu lassen", sagte der EhrenprĂ€sident des FC Bayern MĂŒnchen der Wochenzeitung "Die Zeit".

Der langjĂ€hrige Vorstand und PrĂ€sident des Fußball-Bundesligisten berichtete weiter von einer Schafkopfrunde, die er abgebrochen habe, weil ein Mitspieler ungeimpft gewesen sei. "Ich kann ziemlich militant werden, wenn jemand sich nicht impfen lĂ€sst", sagte Hoeneß.

Straßenkarneval in Rio erneut abgesagt

Der berĂŒhmte Straßenkarneval im brasilianischen Rio de Janeiro ist wegen der steigenden Corona-Infektionen erneut abgesagt worden. BĂŒrgermeister Eduardo Paes sagte am Dienstag, dass der Straßenkarneval in der Form, wie er vor der Pandemie bis 2020 stattgefunden hat, "auch 2022 nicht stattfinden" wird. Zuvor hatte er sich mit Vertretern der Musikkapellen getroffen, die die Feierlichkeiten organisieren. Der berĂŒhmte Umzug der Sambaschulen soll hingegen weiterhin stattfinden.

Der Straßenkarneval sollte vom 25. Februar bis 1. MĂ€rz stattfinden. Es ist bereits das zweite Jahr in Folge, dass die Behörden die Straßenfeiern wegen der Pandemie absagen mussten.

WHO sieht weitere Coronavirus-Varianten kommen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der weltweit grassierenden Omikron-Variante des Coronavirus vor der Entstehung noch gefÀhrlicherer Virusvarianten gewarnt. Je stÀrker sich Omikron ausbreite und vermehre, "desto wahrscheinlicher ist es, dass es eine neue Variante hervorbringt", sagte die WHO-Notfallexpertin Catherine Smallwood am Dienstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP.

"Wir befinden uns in einer sehr gefÀhrlichen Phase", betonte Smallwood. "Wir beobachten sehr stark steigende Infektionsraten in Westeuropa, deren Auswirkungen noch nicht ganz klar sind."

Zwar sei das Risiko, bei einer Infektion mit Omikron ins Krankenhaus zu mĂŒssen, "individuell betrachtet" wahrscheinlich geringer als bei der bisher dominanten Delta-Variante, sagte Smallwood. Allerdings gehe von Omikron wegen seiner starken Ausbreitung insgesamt womöglich eine grĂ¶ĂŸere Gefahr aus.

US-PrÀsident Biden rechnet mit steigenden Infektionszahlen

US-PrĂ€sident Joe Biden rechnet wegen der besonders ansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus in den Vereinigten Staaten mit einer weiter steigenden Zahl an Neuinfektionen. Erneut appellierte er am Dienstag im Weißen Haus an seine Landsleute, sich impfen zu lassen. Jeder Amerikaner könne sich vor schweren KrankheitsverlĂ€ufen schĂŒtzen. "Sie können kontrollieren, wie groß die Auswirkung Omikrons auf Ihre Gesundheit sein wird." Es gebe in den USA genĂŒgend Impfstoff fĂŒr alle.

Weiter sagte Biden, auch Menschen, die bereits drei Impfungen bekommen hĂ€tten, könnten sich noch mit Omikron infizieren. FĂŒr Geimpfte sei es aber "sehr unwahrscheinlich, ernsthaft zu erkranken".

Rekord: Mehr als jeder fĂŒnfte PCR-Test positiv

In der vergangenen Woche war mehr als jeder fĂŒnfte PCR-Test positiv. Das ist ein neuer Höchstwert seit Beginn der Pandemie, wie der Laborverband ALM e.V. auf Twitter mitteilte. Die Positivquote erhöhte sich demnach von 16,41 Prozent auf 21,89 Prozent – das entspricht in absoluten Zahlen rund 196.500 Infektionen. In der vergangenen Woche (Kalenderwoche 52, 27.12.21 bis 02.01.22) wurde jedoch deutlich weniger getestet: Der Verband meldet rund 898.000 untersuchte Proben. In der Vorwoche (Kalenderwoche 51, 20.-26.12.2021) wurden mehr als 1,1 Millionen PCR-Tests durchgefĂŒhrt, davon waren etwa 192.700 positiv.

"Die Omikron-Variante breitet sich in Deutschland erwartungsgemĂ€ĂŸ sehr schnell aus und wird schon bald Delta als dominierende Variante ablösen", hieß es in einer Mittelung des ALM-Verbandes. Bei den zu erwartenden steigenden Fallzahlen mĂŒsse klar sein, dass sich die PCR-KapazitĂ€ten der Labore nicht beliebig erweitern ließen, sagte der ALM-Vorsitzende Michael MĂŒller der Deutschen Presse-Agentur.

"Wenn die Situation eng wird, kann man fĂŒr die meldungsrelevanten Nachweise aber auch auf laborbasierte Antigen-Tests zurĂŒckgreifen." Diese seien ausreichend zuverlĂ€ssig fĂŒr diesen Zweck. Ein Problem bei stark steigenden Fallzahlen kann ALM-Experte Jan Kramer zufolge auch sein, dass dann auch Labormitarbeiter verstĂ€rkt erkranken und mehrere Tage ausfallen. FĂŒr die Aufrechterhaltung der Laborarbeit könne das problematisch werden.

Ob Labore zusĂ€tzlich belastet wĂŒrden, wenn PCR-Tests kĂŒnftig womöglich als Voraussetzung fĂŒr eine kĂŒrzere QuarantĂ€nezeit gelten, konnte MĂŒller noch nicht abschĂ€tzen. "Erst mit den genauen Entscheidungen lĂ€sst sich auf den Bedarf schließen." Möglicherweise wĂŒrden verstĂ€rkt Priorisierungen nach den Regularien der Nationalen Teststrategie nötig.

Drosten ĂŒber Ungeimpfte: "Man muss ja schon sehr ignorant sein"

Die Omikron-Variante nimmt schon bald Überhand in Deutschland, meint Virologe Drosten. Er nennt die effektivste Maßnahme gegen die Mutante – und Ă€ußert großes UnverstĂ€ndnis fĂŒr ungeimpfte BĂŒrger. Lesen Sie hier mehr dazu.

US-Regierung verdoppelt Bestellung von Paxlovid

Die US-Regierung verdoppelt ihre Bestellung des Corona-Medikaments Paxlovid des Pharmariesen Pfizer von zehn auf 20 Millionen Packungen. Damit wĂŒrden die "in unserem Arzneischrank" verfĂŒgbaren Medikamente "erheblich ausgeweitet", schrieb ein Sprecher von PrĂ€sident Joe Biden am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte dem antiviralen Medikament in Pillenform im Dezember eine Notfallzulassung fĂŒr Risikopatienten ab zwölf Jahren erteilt.

Bereits einen Monat zuvor hatte die US-Regierung vorbehaltlich einer FDA-Zulassung zehn Millionen Packungen Paxlovid zu einem Preis von 5,3 Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) bestellt. Das entspricht einem Preis von 530 Dollar pro Patient. In den USA ist neben Paxlovid auch das Corona-Medikament Molnupiravir des Pfizer-Konkurrenten MSD zugelassen worden.

Söder: Können nicht ganz Deutschland in QuarantÀne schicken

Nach dem Beispiel anderer LĂ€nder fordert Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder auch fĂŒr Deutschland eine VerkĂŒrzung bei den Corona-QuarantĂ€ne-Vorschriften. "Zum weiteren Umgang mit Omikron muss die Ampel jetzt VorschlĂ€ge machen. Die Basis muss dazu eine wissenschaftlich fundierte EinschĂ€tzung sein", sagte der CSU-Chef am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in MĂŒnchen. Vor allem sei wichtig zu wissen, ob es durch mildere VerlĂ€ufe zu einer geringeren Belastung der KrankenhĂ€user kommen werde. Am Freitag wollen sich Bund und LĂ€nder erneut per Videokonferenz ĂŒber das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten.

Die wichtigste Frage sei dabei, ob die jetzige QuarantĂ€ne-Regelung bleiben könne, betonte Söder. "Es ist nötig, die jetzige QuarantĂ€ne-Regelung zu ĂŒberarbeiten. Wir können ja bei einer rasch wachsenden Verbreitung nicht das ganze Land zeitgleich in QuarantĂ€ne schicken." In vielen deutschen NachbarlĂ€ndern wie Frankreich, Italien und Großbritannien wurden die QuarantĂ€nezeiten bereits verkĂŒrzt.

Stiko-Chef Mertens hofft auf niedrige Infektionszahlen im Sommer

Der Vorsitzende der StĂ€ndigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hĂ€lt eine Entspannung der Corona-Situation in den Sommermonaten fĂŒr möglich. "Ob es wie im letzten Jahr einen entspannten Sommer geben wird? Das kann man auch fĂŒr 2022 hoffen", erklĂ€rt er gegenĂŒber dem Nachrichtenportal "ZDFheute.de". Auch Stiko-Mitglied Fred Zepp hĂ€lt es fĂŒr denkbar, dass der Sommer wieder mit deutlich weniger Infektionen einhergeht. "Zum einen ist das Virus zumindest in geringem Maße temperatursensitiv, und wir werden uns wieder vermehrt in der freien Natur aufhalten", sagt Zepp.

"Zum anderen werden wir dann hoffentlich mehr als 85 bis 90 Prozent der Menschen geimpft haben." Angesichts der Omikron-Variante rechnen sowohl Mertens als auch Zepp jedoch 2022 mit hohen Infektionszahlen. "Wahrscheinlich werden wir dieses Jahr durch Omikron eine nochmalige Steigerung der Infektionsinzidenzen mit jedoch anschließend eher milden KrankheitsverlĂ€ufen haben", sagt Zepp.

Mehrere britische Kliniken rufen wegen Omikron Katastrophenfall aus

Mehrere britische Kliniken haben wegen eklatanter PersonalausfÀlle im Zusammenhang mit der Omikron-Variante den Katastrophenfall ausgerufen. Mindestens sechs Krankenhausstiftungen, zu denen teilweise mehrere Kliniken gehören, haben sich angesichts der heftigen Corona-Welle bereits zu diesem Schritt entschieden, wie die BBC am Dienstag berichtete. KrankenhÀuser rufen den Katastrophenfall aus, wenn die Verantwortlichen der Ansicht sind, dass sie notwendige Behandlungen nicht mehr gewÀhrleisten können.

Der Chef der NHS Confederation, in der Organisationen des nationalen Gesundheitsdienstes zusammengeschlossen sind, Matthew Taylor, schrieb der BBC zufolge in einem Beitrag, "in vielen Teilen des Gesundheitssystems sind wir aktuell im Krisenzustand". In einigen KrankenhĂ€usern wĂŒrden BeschĂ€ftigte bereits gebeten, freie Tage aufzugeben, damit der Betrieb aufrechterhalten werden könne.

Eine Intensivstation in einem Krankenhaus: In mehreren britischen Kliniken können notwendige Behandlungen nicht mehr gewÀhrleistet werden.
Eine Intensivstation in einem Krankenhaus: In mehreren britischen Kliniken können notwendige Behandlungen nicht mehr gewÀhrleistet werden. (Quelle: Reichwein/imago-images-bilder)

Premierminister Boris Johnson gestand ein, dass der Druck auf das Gesundheitssystem voraussichtlich noch mehrere Wochen anhalten wird. Bislang wehrt sich die britische Regierung jedoch trotz Rekord-Neuinfektionszahlen, schĂ€rfere Maßnahmen einzufĂŒhren. Am Montag wurden allein in England und Schottland fast 160.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet, wegen der Feiertage sind die Zahlen allerdings lĂŒckenhaft und die Dunkelziffer dĂŒrfte hoch sein. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 1.526 (Stand: 29. Dezember).

Schweden meldet Rekord bei Neuinfektionen

Schweden verzeichnet einen neuen Rekord bei den Corona-Neuinfektionen. Die Behörden registrieren fĂŒr den 30. Dezember einschließlich Nachmeldungen 11.507 neue FĂ€lle. Der bisherige Höchstwert lag Ende Dezember 2020 bei 11.376 Neuinfektionen. Die neue Corona-Welle, die durch die ansteckender Omikron-Variante ausgelöst wurde, traf Schweden spĂ€ter als seine nordischen Nachbarn. Sie hat zuletzt zu einem starken Anstieg der Fallzahlen und auch zu mehr Krankenhauseinweisungen gefĂŒhrt.

WHO: Mehr Hinweise auf mildere Symptome bei Omikron

Bei der neuen Corona-Variante Omikron mehren sich der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge die Hinweise auf mildere Krankheitssymptome. Es sehe zunehmend so aus, dass Omikron vor allem die oberen Atemwege wie Nase, Rachen und Bronchien befalle statt etwa der Lunge, sagt ein WHO-Vertreter in Genf.

FĂŒr eine Entscheidung, ob ein spezieller Omikron-Impfstoff nötig sein werde, sei es noch zu frĂŒh, so der Vertreter. Eine solche Entscheidung mĂŒsse aber global koordiniert werden.

Hamburg ersetzt 2G-Regelung weitgehend durch 2G plus

Hamburg ersetzt die in der Hansestadt geltenden 2G-Corona-Regelungen weitgehend durch 2G plus. Das betreffe die Gastronomie, die Kultur, den Sport in InnenrÀumen, aber nicht den Einzelhandel, sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer am Dienstag. Die Regelung, wonach Geimpfte und Genesene Angebote nur noch mit einem zusÀtzlichen negativen Corona-Test nutzen können, soll von kommenden Montag an gelten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Israel: Antikörper nach vierter Impfung verfĂŒnffacht

Nach einer vierten Corona-Impfdosis steigt die Zahl der Antikörper laut dem israelischen MinisterprĂ€sidenten Naftali Bennett deutlich an. Eine Woche nach Verabreichung der weiteren Impfung sei eine VerfĂŒnffachung festgestellt worden. Das hĂ€tten vorlĂ€ufige Ergebnisse einer Studie ergeben. Israel hatte am Sonntag angekĂŒndigt, Menschen ab 60 Jahre sowie medizinischem Personal einen zweiten Booster zu verabreichen.

Bildungsministerin Schleswig-Holsteins warnt vor Schulschließungen

Vor der Kultusministerkonferenz (KMK) zur Corona-Lage an den Schulen an diesem Mittwoch hat KMK-PrĂ€sidentin Karin Prien (CDU) vor weiteren Schulschließungen gewarnt. "Wir mĂŒssen uns klarmachen: FĂŒr Kinder und Jugendliche bedeuten Schulschließungen eine massive EinschrĂ€nkung ihrer Entwicklungsmöglichkeiten, ihrer Lernchancen, der Chancengerechtigkeit. Das dĂŒrfen wir so nicht weitermachen, und das spiegelt ja auch das Infektionsschutzgesetz in seiner jetzigen Fassung wider", sagte die schleswig-holsteinische Bildungsministerin am Dienstag im Sender phoenix.

Prien hatte zum Jahreswechsel die KMK-PrĂ€sidentschaft ĂŒbernommen. Sie sagte mit Blick auf die Omikron-Variante, es gebe keinen Hinweis, dass diese fĂŒr Schulkinder gefĂ€hrlicher sei, als es die Delta-Variante war. "Insofern, glaube ich, mĂŒssen wir jetzt verantwortlich, unter strengen Hygienemaßnahmen, aber trotzdem im Regelbetrieb die Schulen wieder öffnen."

Prien und ihre Kolleginnen und Kollegen aus den LĂ€ndern beraten an diesem Mittwoch in einer Videoschalte ĂŒber das weitere Vorgehen an den Schulen. Zur Mitte der Woche ist die HĂ€lfte der BundeslĂ€nder nach den Weihnachtsferien wieder zurĂŒck im Unterricht. Die andere HĂ€lfte startet in der kommenden Woche. Angestrebt wird ĂŒberall PrĂ€senzunterricht. Wegen befĂŒrchteter stark ansteigender Infektionszahlen durch die Omikron-Variante war zuletzt auch wieder ĂŒber möglichen Distanz- oder Wechselunterricht diskutiert worden. ThĂŒringen wollte mit Fernunterricht ins neue Jahr starten, zog den Plan dann aber kurzfristig wieder zurĂŒck.

Justizminister: Impfpflicht hÀngt auch von der Schutzdauer der Vakzine ab

Ob eine Impfpflicht Sinn macht, hĂ€ngt nach Überzeugung von Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) auch von der Dauer der Wirkung der Vakzine ab. "Wenn es im Februar/MĂ€rz belastbare Anhaltspunkte dafĂŒr gibt, dass die Impfpflicht eine deutliche VergrĂ¶ĂŸerung des Freiheitsspielraums fĂŒr uns alle bringt, dann spricht viel dafĂŒr", sagte er der Wochenzeitung "Zeit". Sollte das Impfen hingegen absehbar nur fĂŒr zwei, drei Monate helfen, "dann spricht das eher gegen eine Impfpflicht".

Im Bundestag werden derzeit verschiedene GruppenantrĂ€ge zur Frage einer möglichen Impfpflicht vorbereitet. Im GesprĂ€ch sind drei Vorlagen: FĂŒr eine generelle Impfpflicht, fĂŒr eine abgestufte Regelung fĂŒr vulnerable Gruppen sowie gegen eine Impfpflicht. Über die AntrĂ€ge soll zeitnah und ohne Fraktionszwang im Bundestag beraten werden.

Die Kritik, die Ampel habe sich mit der Entscheidung, die pandemische Lage von nationaler Tragweite auslaufen zu lassen, wichtiger Mittel in der Corona-Krise beraubt, wies Buschmann zurĂŒck. Die neue Bundesregierung habe gezeigt, "dass wir mit milderen Mitteln in der Lage waren, die vierte Welle zu brechen", sagte der Justizminister. "Und das, finde ich, ist ein Erfolg." Buschmann fĂŒgte hinzu: "Auch der Mangel an Freiheit macht krank."

US-Behörde genehmigt Booster fĂŒr 12- bis 15-JĂ€hrige

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Corona-Auffrischungsimpfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer ab einem Alter von zwölf Jahren genehmigt. Die bisherige Notfallzulassung fĂŒr Booster wurde auf Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und einschließlich 15 Jahren ausgeweitet, wie die FDA am Montag mitteilte. Bislang waren Drittimpfungen mit dem Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer ab einem Alter von 16 Jahren erlaubt.

Die FDA verkĂŒrzte zudem grundsĂ€tzlich den Zeitraum zwischen der zweiten Impfdosis mit dem Biontech-Vakzin und der Auffrischung von bislang sechs auf fĂŒnf Monate. Außerdem erlaubte sie eine Drittimpfung fĂŒr Kinder zwischen fĂŒnf und elf Jahren mit einem stark geschwĂ€chten Immunsystem, etwa wegen einer Organtransplantation.

Die geschĂ€ftsfĂŒhrende FDA-Chefin Janet Woodcock erklĂ€rte, die rapide Ausbreitung der Omikron-Variante mache es notwendig, "effektive und lebensrettende PrĂ€ventivmaßnahmen wie Impfungen und Booster, Maskentragen und Abstandhalten zu ergreifen, um Covid-19 effektiv zu bekĂ€mpfen."

Thailand lĂ€sst Grenzen fĂŒr Urlauber geschlossen

Aus Angst vor einer Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus will Thailand die vor Weihnachten verschĂ€rften Einreiseregeln bis mindestens Monatsende nicht lockern. "Im Interesse von Gesundheit und Sicherheit haben wir beschlossen, die WiedereinfĂŒhrung des Test&Go-Modells weiter zu verschieben", zitierte die Zeitung "Bangkok Post" am Dienstag Gesundheitsminister Anutin Charnvirakul. Der Vorschlag muss aber noch vom Covid-Krisenzentrum CCSA bewilligt werden.

Die Regierung hatte am 21. Dezember beschlossen, das quarantÀnefreie "Test&Go"-Modell, wonach vollstÀndig geimpfte Touristen seit November bei der Einreise nur noch einen PCR-Test machen und dann eine Nacht in ihrem Hotel auf das Ergebnis warten mussten, zunÀchst bis zum 4. Januar auszusetzen. Danach sollte die Lage neu bewertet werden.

Bayerischer Gesundheitsminister will bundeseinheitliche Regeln

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) erhofft von der MinisterprĂ€sidentenkonferenz am Freitag bundeseinheitliche Corona-Regeln, um "nicht blind in eine fĂŒnfte Welle zu laufen". Die Regierungschefs sollten am 7. Januar Maßnahmen beschließen, "mit denen wir der Omikron-Variante bundesweit Einhalt gebieten können", sagte Holetschek der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag). Die Staatsregierung werde dann prĂŒfen, "an welchen Stellschrauben wir in Bayern noch drehen mĂŒssen und welche weiteren Maßnahmen wichtig und erforderlich sind".

Aufgrund der höheren Übertragbarkeit und der noch nicht ausreichenden wissenschaftlichen Daten zu Omikron sei Vorsicht geboten. Die Belastung des Gesundheitssystems sei immer noch hoch. Bei Omikron halte er "eine VerkĂŒrzung oder gar Befreiung von der QuarantĂ€ne fĂŒr geboosterte Kontaktpersonen" fĂŒr denkbar, sagte Holetschek. Zwischen Infektionsschutz und Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur sei abzuwĂ€gen. Es brauche aber aussagekrĂ€ftige wissenschaftliche Daten, um entscheiden zu können.

Großbritannien und SĂŒdafrika nur noch Hochrisikogebiete

Die Bundesregierung hat die wegen der starken Ausbreitung der Omikron-Variante verhĂ€ngten EinreisebeschrĂ€nkungen fĂŒr Großbritannien, SĂŒdafrika, Namibia und sechs weitere afrikanische Staaten gelockert. Die neun LĂ€nder, zu denen auch Botsuana, Eswatini, Lesotho, Malawi, Mosambik und Simbabwe gehören, werden ab Dienstag von Virusvariantengebieten zu Hochrisikogebieten zurĂŒckgestuft, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagabend mitteilte.

Fluggesellschaften durften zuletzt aus den LĂ€ndern im Wesentlichen nur noch deutsche StaatsbĂŒrger oder in Deutschland lebende Personen nach Deutschland befördern. Die Regel galt auch fĂŒr den Bahn- oder Schiffsverkehr. FĂŒr Einreisende aus Virusvariantengebieten gilt zudem eine zweiwöchige QuarantĂ€nepflicht – auch fĂŒr Geimpfte und Genesene.

Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollstĂ€ndig geimpft oder genesen ist, muss fĂŒr zehn Tage in QuarantĂ€ne und kann sich frĂŒhestens fĂŒnf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Als Hochrisikogebiete werden LĂ€nder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft.

PrÀsident von Botsuana hat Corona

Botsuanas PrĂ€sident Mokgweetsi Masisi ist positiv auf die Omikron-Variante des Coronavirus getestet worden. Der 60-jĂ€hrige Staatschef werde sich daher in QuarantĂ€ne begeben, teilte die Regierung in Gaborone am Montag mit. SĂŒdafrika und Botsuana waren die ersten Staaten, in denen die Omikron-Variante entdeckt wurde.

Bei Masisi seien "keine Symptome" einer Covid-19-Erkrankung aufgetreten, hieß es in der ErklĂ€rung der Regierung. Er stehe aber weiter unter Ă€rztlicher Beobachtung. Einstweilen werde Vize-PrĂ€sident Slumber Tsogwane die AmtsgeschĂ€fte ĂŒbernehmen.

Botsuana verzeichnete in der vergangenen Woche 220.000 Corona-Infektionen und 2.400 TodesfĂ€lle. Ende Dezember lag die Impfquote unter den 2,4 Millionen Einwohnern des Landes bei 43 Prozent. Das Land startete kĂŒrzlich eine Booster-Kampagne, zudem wurde das Impfalter auf zwölf Jahre herabgesetzt.

GrĂŒnen-Politiker Dahmen: Keine generelle VerkĂŒrzung der QuarantĂ€ne

Der GrĂŒnen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen ist gegen eine generelle VerkĂŒrzung der QuarantĂ€ne-Zeit fĂŒr Menschen mit Booster-Impfung. "Die Krankenschwester, die dann infiziert den Schlaganfall- oder Herzinfarktpatienten anstecken könnte, durch eine verkĂŒrzte QuarantĂ€ne zu einem Risiko fĂŒr die Ausbreitung dieser Omikron-Welle zu machen, das halte ich im Moment noch nicht fĂŒr einen richtigen Weg", sagte Dahmen am Montag in der Sendung "FrĂŒhstart" von RTL/ntv.

Überall, wo es viele Kontakte gebe und die Menschen Dritte anstecken könnten, mĂŒsse man "sehr vorsichtig" sein, sagte Dahmen. Das gelte auch fĂŒr Menschen, die eine Auffrischungsimpfung erhalten haben. Es könne jedoch ĂŒber verkĂŒrzte QuarantĂ€nezeiten fĂŒr geimpfte und geboosterte Menschen nachgedacht werden, die in der kritischen Infrastruktur arbeiteten.

Janosch Dahmen (Archiv): Der GrĂŒnen-Gesundheitsexperte spricht sich gegen eine generelle VerkĂŒrzung der QuarantĂ€ne aus.
Janosch Dahmen (Archiv): Der GrĂŒnen-Gesundheitsexperte spricht sich gegen eine generelle VerkĂŒrzung der QuarantĂ€ne aus. (Quelle: C. Hardt/Future Image/imago-images-bilder)

Der GrĂŒnen-Politiker nannte Bereiche wie Wasserwerke, in denen es hochspezialisierte Fertigkeiten brauche, aber wenig Kontakte gebe: "Da kann eine solche Regelung möglicherweise als Ausnahme greifen." Es gibt BefĂŒrchtungen, dass mit den derzeitigen QuarantĂ€neregelungen bei der erwarteten starken Ausbreitung der Omikron-Variante die Einrichtungen der kritischen Infrastruktur teilweise lahmgelegt werden könnten.

Neue Corona-Variante offenbar in Frankreich aufgetaucht

In Frankreich ist Omikron die dominierende Variante des Coronavirus. Doch es gibt dort inzwischen eine weitere Mutante: B.1.640.2. Was bisher bekannt ist, lesen Sie hier.

VorlĂ€ufige Zahlen: Omikron-Variante in Österreich nun vorherrschend

In Österreich ist die ansteckendere Omikron-Variante des Coronavirus nach vorlĂ€ufigen Zahlen unter den Neuinfektionen nun die vorherrschende Mutante. Zum Jahresende wurden mehr Omikron- als Delta-FĂ€lle gezĂ€hlt, wie aus aktualisierten Daten der Agentur fĂŒr Gesundheit und ErnĂ€hrungssicherheit vom Montag hervorgeht. In der letzten Kalenderwoche 2021 wurden demnach 4.360 Omikron-FĂ€lle nachgewiesen und 2.915 Delta-FĂ€lle.

FĂŒr die Kalenderwoche 52 seien aber noch Nachmeldungen zu erwarten, betonte die Agentur. Zudem handle es sich bei den Sequenzierungen vor allem außerhalb der Hauptstadt Wien nur um Stichproben. Insgesamt nahm die Zahl der Neuinfektionen in Österreich zuletzt wieder deutlich zu: Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte binnen weniger Tage von 170 auf rund 260 FĂ€lle pro 100.000 Einwohner.

66 Menschen auf indischem Kreuzfahrtschiff haben Corona

Auf einem Kreuzfahrtschiff in Indien sind 66 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Noch mĂŒssten die insgesamt rund 2.000 Menschen an Bord bleiben, teilte der Gesundheitsminister des Bundesstaates Goa, wo das Schiff vor Anker liegt, am Montag auf Twitter mit. Die Behörden wĂŒrden spĂ€ter entscheiden, ob Crew und Passagiere an Land gehen dĂŒrften. Die GĂ€ste feierten auf dem Schiff Cordelia eine Silvesterparty, wĂ€hrend dieses von Indiens Bollywood- und Finanzmetropole Mumbai nach Goa fuhr, das fĂŒr seine schönen StrĂ€nde bekannt ist.

Die Corona-Zahlen in Indien waren nach einer heftigen, tödlichen zweiten Welle im Zusammenhang mit der Delta-Variante im FrĂŒhjahr sehr tief gefallen. In den vergangenen Tagen stiegen die Tagesfallzahlen aber auf noch niedriger Basis deutlich. Untersuchungen wĂ€hrend der vergangenen Monate zeigten, dass viele Inderinnen und Inder Antikörper im Blut hatten – entweder wegen einer durchgemachten Infektion, wegen der Impfung oder wegen beidem.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD): "Die Fallzahlen werden sehr stark steigen".
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD): "Die Fallzahlen werden sehr stark steigen". (Quelle: Kay Nietfeld/dpa-bilder)

Lauterbach: "Es wird auf jeden Fall neue BeschlĂŒsse geben"

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet damit, dass Bund und LĂ€nder bei ihren Beratungen am kommenden Freitag neue Corona-Regeln vereinbaren. "Es wird auf jeden Fall neue BeschlĂŒsse geben, weil wir mĂŒssen uns Gedanken dazu machen, wie verĂ€ndern wir die QuarantĂ€ne-Verordnung", sagte Lauterbach den Sendern RTL und ntv. Die Frage sei, wie lang die QuarantĂ€ne zum Beispiel fĂŒr diejenigen dauern mĂŒsse, die in der kritischen Infrastruktur arbeiteten, in Pflegeeinrichtungen oder KrankenhĂ€usern. GeklĂ€rt werden mĂŒsse etwa, inwieweit die Fristen fĂŒr diejenigen verkĂŒrzt werden könnten, die schon eine Auffrischungsimpfung erhalten hĂ€tten.

Um zu verhindern, dass die Omikron-Welle zu groß werde, werde man auch beraten mĂŒssen, welche KontaktbeschrĂ€nkungen angemessen seien. Eine Durchseuchung könne man sich in Deutschland wegen der hohen Zahl an Ungeimpften nicht leisten, betonte Lauterbach. "Die Fallzahlen werden sehr stark steigen, und das wird dann auch viele Ungeimpfte treffen, und die sind nicht geschĂŒtzt. Daher mache ich mir da große Sorgen."

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung hatte vor Weihnachten vor einer extremen Belastung des Gesundheitssystems und der gesamten kritischen Infrastruktur wie Kliniken, Feuerwehr oder Stromversorgung gewarnt, sollten viele Menschen zeitgleich krank werden oder in QuarantĂ€ne mĂŒssen. Aus diesem Grund wird ĂŒber eine VerkĂŒrzung der Isolations- oder QuarantĂ€nefristen debattiert. Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte kĂŒrzlich eine Befreiung von der QuarantĂ€ne fĂŒr geboosterte Kontaktpersonen ins GesprĂ€ch gebracht.

Zentralrat der Muslime fĂŒr Impfpflicht

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) plĂ€diert im Kampf gegen die Corona-Pandemie fĂŒr eine allgemeine Impfpflicht. Der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek sagte der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung"(Montagsausgabe): "Ich spreche mich fĂŒr eine solche Verpflichtung in Deutschland aus." Dass die Impfquote nur langsam steige, sei "Ă€rgerlich". Impfen rette Leben und bedeute SolidaritĂ€t. Dies entspreche "den MaßstĂ€ben des vernĂŒnftigen BĂŒrgers und der Ethik des Islam".

Nach Angaben Mazyeks liegt die Impfquote unter muslimischen BĂŒrgern leicht ĂŒber dem allgemeinen Durchschnitt. In manchen Gemeinden seien es nach eigenen Erhebungen 90 Prozent und mehr.

KrankenhÀuser in Australien unter "extremen Druck"

Mehrere KrankenhĂ€user in Australien haben die Bevölkerung gebeten, nur im Ă€ußersten Notfall die Notaufnahme zu besuchen. "Unsere Notaufnahmen in den KrankenhĂ€usern Sunshine, Footscray und Williamstown stehen derzeit unter extremem Druck (...) Personen mit leichten COVID-Symptomen, die nach PCR oder Schnelltests suchen, sollten nicht kommen", schrieb die Krankenhausgesellschaft Western Health auf Twitter. Sie betreibt mehrere Einrichtungen in Melbourne.

Der Bundesstaat Queensland verzeichnete am Montagmorgen 4,249 neue FÀlle, ein Höchstwert. Insgesamt registrierte Australien bislang 403.000 Infektionen mit dem Coronavirus.

GrĂŒnen-Politiker Nouripour offen bei allgemeiner Impfpflicht

Omid Nouripour, Bewerber fĂŒr den Parteivorsitz der GrĂŒnen, hat sich offen fĂŒr eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus gezeigt. "Vor zwei Monaten wĂ€re ich noch gegen eine Impfpflicht gewesen, weil ich dachte, das wĂŒrde zu einer Radikalisierung fĂŒhren. Das sehe ich inzwischen anders", sagte Nouripour den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). "Die Belastung fĂŒr die Mehrheit, die sich an alle Regeln hĂ€lt und auch geimpft ist, wiegt schwerer." Voraussetzung fĂŒr eine Impfpflicht sei, dass es genĂŒgend Angebote gebe und verfassungsrechtlich nichts dagegen spreche.

Montgomery weist Kritik der BundesĂ€rztekammer zurĂŒck

FĂŒr seine Äußerung ĂŒber "kleine Richterlein" musste Frank-Ulrich Montgomery viel Kritik einstecken. Doch statt sich zu entschuldigen, teilt der Chef des WeltĂ€rztebundes jetzt erneut aus. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Israel genehmigt vierte Corona-Impfung fĂŒr ĂŒber 60-JĂ€hrige

Israel will nun auch ĂŒber 60-JĂ€hrige und medizinisches Personal zum vierten Mal gegen das Coronavirus impfen. Der israelische MinisterprĂ€sident Naftali Bennett sagte, das Gesundheitsministerium habe diesen Schritt gebilligt. Es folgte damit der Empfehlung eines Expertengremiums angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante. Am Freitag hatten in Israel zunĂ€chst die Viertimpfungen fĂŒr Menschen mit ImmunschwĂ€che begonnen. Auch in Pflegeeinrichtungen fĂŒr Senioren war der zweite Booster bereits erlaubt worden.

Das Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv hatte vor einer Woche eine Studie zur vierten Impfung gegen das Coronavirus mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech begonnen. Die Klinik teilte am Sonntag Zwischenergebnisse mit: Die Nebenwirkungen seien Ă€hnlich wie nach der dritten Dosis. In den kommenden Tagen wolle man auch darĂŒber informieren, in wieweit die Antikörper nach der vierten Dosis wieder ansteigen.

Israel hat die vierte Corona-Welle bereits hinter sich, zuletzt sind die Infektionszahlen jedoch wieder massiv gestiegen. GegenwĂ€rtig liegen die Zahlen durchschnittlich bei 5.000 Neuinfektionen am Tag. Bennett sagte, man rechne angesichts der Omikron-Welle damit, dass sie bis Ende der Woche die 20.000 ĂŒberschreiten. Nur rund 60 Prozent der 9,4 Millionen Israelis gelten noch als vollstĂ€ndig geimpft. Dies sind zweifach Geimpfte bis zu sechs Monate nach der Zweitimpfung und Menschen mit Booster-Impfung. 31 Prozent der Bevölkerung sind gar nicht geimpft, bei neun Prozent ist die GĂŒltigkeit der Impfung schon abgelaufen.

Verletzte bei Corona-Protesten in Amsterdam

In Amsterdam haben am Sonntag tausende Menschen gegen den erneuten Corona-Lockdown in den Niederlanden demonstriert. Obwohl die Behörden die Protestkundgebung vorab verboten hatten, versammelten sich zahlreiche Menschen auf dem Museumplein, einem der grĂ¶ĂŸten PlĂ€tze in der niederlĂ€ndischen Metropole. Bei Auseinandersetzungen mit Polizisten habe es mehrere Leichtverletzte gegeben, berichtete der öffentlich-rechtliche Fernsehsender NOS. Die Polizei habe mehrere Menschen festgenommen.

Wegen zunehmender Corona-Neuinfektionen und der Ausbreitung der hochansteckenden Omikronvariante war in den Niederlanden eine Woche vor Weihnachten ein Lockdown verhĂ€ngt worden. Alle nicht lebensnotwendigen GeschĂ€fte sowie Lokale, Kinos, Museen und Theater mĂŒssen bis zum 14. Januar geschlossen bleiben. In den Schulen des Landes soll frĂŒhestens am 10. Januar wieder PrĂ€senzunterricht stattfinden.

Im Freien dĂŒrfen sich maximal zwei Menschen treffen, Ausnahmen gelten unter anderem fĂŒr Beerdigungen. Die Reisefreiheit der BĂŒrger wurde jedoch nicht eingeschrĂ€nkt.

AugenÀrzte rechnen mit steigender Kurzsichtigkeit bei Kindern

Als Folge der Corona-Pandemie mit eingeschrĂ€nktem Freizeitangebot und viel Zeit zu Hause rechnen AugenĂ€rzte mit einer Zunahme der Kurzsichtigkeit bei Kindern. "Es ist zu erwarten, dass in der Pandemie durch ĂŒbermĂ€ĂŸiges zu nahes Sehen auf Handys oder Tablets die Kurzsichtigkeit unter Kindern zugenommen hat", sagte der Sprecher des Berufsverbandes der AugenĂ€rzte Deutschlands (BVA), Ludger Wollring, der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Junge nimmt an einer Augenuntersuchung teil: Ärzte befĂŒrchten Sehprobleme bei Kindern infolge der Corona-BeschrĂ€nkungen.
Ein Junge nimmt an einer Augenuntersuchung teil: Ärzte befĂŒrchten Sehprobleme bei Kindern infolge der Corona-BeschrĂ€nkungen. (Quelle: Vadim Ghirda/dpa-bilder)

"Uns liegen dazu keine Daten vor, aber frĂŒhere Studien lassen diese Auswirkung vermuten." Um Kurzsichtigkeit bei Kindern vorzubeugen, sei Tageslicht ein wichtiger Faktor. Selbst dĂ€mmriges Tageslicht sei besser als Kunstlicht.

"Vor allem langes Spielen am Handy oder Tablet kann bei Kindern zu Kurzsichtigkeit fĂŒhren", sagte Wollring. "Unter Lockdown-Bedingungen mit wenig Freizeitangebot sollten Eltern mit ihren Kindern besonders viel rausgehen." Der BVA wurde 1950 gegrĂŒndet. Er fördert und vertritt die Berufsinteressen der AugenĂ€rzte.

Frankreich verschĂ€rft Corona-Maßnahmen

Frankreich hat wegen der stark steigenden Ansteckungszahlen die Corona-Maßnahmen erneut verschĂ€rft. Ab Montag gilt auch fĂŒr Kinder ab sechs Jahren in öffentlichen Verkehrsmitteln und in der Gastronomie die Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske, wie die Behörden am Samstag mitteilten. Die Bordgastronomie in ZĂŒgen muss zudem schließen und in Bars und Restaurants mĂŒssen alle GĂ€ste einen Sitzplatz haben. Bislang waren Kinder unter elf Jahren von der Maskenpflicht befreit.

Viele DĂ©partements und StĂ€dte, darunter die Hauptstadtregion und die Metropole Lyon, kĂŒndigten darĂŒber hinaus gehende Maßnahmen an. Dort gilt bereits seit Freitag eine Maskenpflicht auch auf der Straße. Am Montag steht im Abgeordnetenhaus in Paris ein Gesetzentwurf zur VerschĂ€rfung der Regeln fĂŒr Ungeimpfte zur Abstimmung. Die Annahme gilt als sicher. Voraussichtlich ab dem 15. Januar gilt demnach fĂŒr Menschen ĂŒber zwölf Jahren fĂŒr diverse FreizeitaktivitĂ€ten und fĂŒr den Zugang zu Restaurants, Bars, Messen und ĂŒberregionalen öffentlichen Verkehrsmittel eine Corona-Impfpflicht. Ein negativer Test reicht dann nicht mehr aus.

Frankreich verzeichnet bei den Corona-Ansteckungen derzeit Rekordzahlen. Am Freitag wurden 232.200 neue FĂ€lle verzeichnet. Staatschef Emmanuel Macron warnte in seiner am Freitag ausgestrahlten Neujahrsansprache mit Blick auf die Pandemie, die kommenden Wochen wĂŒrden "schwierig". Es gebe wegen der Corona-Impfungen aber auch "echte GrĂŒnde zu hoffen".

Lindner: Sollten Bevölkerung in einem Monat impfen können

Um in der Corona-Krise gewappnet zu sein, sollte Deutschland aus Sicht von Bundesfinanzminister Christian Lindner bei Bedarf innerhalb eines Monats die gesamte Bevölkerung impfen können. "Deutschland sollte nie wieder unvorbereitet von einer Infektionswelle ĂŒberrascht werden", sagte der FDP-Chef der "Bild am Sonntag". Man wisse nicht, welche Entwicklung die Pandemie nehmen werde. "Deshalb sollten wir bald in der Lage sein, nötigenfalls binnen eines Monats die gesamte Bevölkerung zu impfen. Wir mĂŒssen die dafĂŒr notwendige Infrastruktur schaffen sowie uns Zugriff auf entsprechend viel Impfstoff sichern."

Britischer Gesundheitsminister plant keine neuen BeschrÀnkungen

Ungeachtet steigender Infektionszahlen will die britische Regierung vorerst keine neuen Corona-Restriktionen verhĂ€ngen. Das Land mĂŒsse "versuchen, mit Covid-19 zu leben", schrieb Gesundheitsminister Sajid Javid am Samstag in einem Beitrag fĂŒr die Zeitung "Daily Mail". Neue EinschrĂ€nkungen werde es nur "als absolut letzten Ausweg" geben.

Passanten in London: Trotz erneut hohen Infektionszahlen plant die Regierung fĂŒr England keine verschĂ€rften Corona-Maßnahmen.
Passanten in London: Trotz erneut hohen Infektionszahlen plant die Regierung fĂŒr England keine verschĂ€rften Corona-Maßnahmen. (Quelle: Dominic Lipinski/dpa-bilder)

Großbritannien sieht sich derzeit mit immer neuen Rekordzahlen an Corona-Neuinfektionen konfrontiert, dies liegt vor allem an der Omikron-Variante des Virus. Am Freitag wurden 189.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden vermeldet. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Covid-19 steigt seit einiger Zeit wieder an.

Auf den Intensivstationen sei die Zahl der Patienten aber stabil, schrieb Javid. Sie sei noch weit von den Zahlen entfernt, die es vor rund einem Jahr gegeben habe. Dies sei auch auf die massive Impfkampagne im Königreich zurĂŒckzufĂŒhren. Das Land sei nun "in einer viel stĂ€rkeren Position". Anders als die Regionalregierungen von Schottland, Wales und Nordirland hatte die britische Regierung, die fĂŒr die Gesundheitspolitik in England zustĂ€ndig ist, die Corona-Maßnahmen ĂŒber die Feiertage nicht verschĂ€rft. Premierminister Boris Johnson setzt stattdessen auf eine Steigerung der Impfquote. In seiner Silvesterbotschaft hatte er die Menschen aufgerufen, das Impfen "zu ihrem Vorsatz fĂŒr das neue Jahr zu machen – das ist viel einfacher als abzunehmen oder ein Tagebuch zu fĂŒhren". England verzeichnete am 31.Dezember einen Rekord von 162.572 Neuinfektion.

Drei LĂ€nder melden Rekord-Infektionszahlen

In Italien, Frankreich, Portugal und Großbritannien haben die Zahl an Corona-Infektionen einen weiteren Rekordwert erreicht. Frankreich meldet 232.200 Neuinfektionen und damit den dritten Tag in Folge mehr als 200.000 neue FĂ€lle pro Tag.

Corona-Test kurz vor dem Jahreswechsel: Drive-ins in Italien waren gut besucht.
Corona-Test kurz vor dem Jahreswechsel: Drive-ins in Italien waren gut besucht. (Quelle: Pacific Press Agency/imago-images-bilder)

Das italienische Gesundheitsministerium meldete am Silvestertag mehr als 144.000 neue Covid-FĂ€lle. Tags zuvor waren es noch knapp 127.000, am Mittwoch 98.000. Den Angaben zufolge starben binnen 24 Stunden 155 Menschen mit Corona - einer weniger als am Donnerstag. Bis Mitte Dezember hatten sich in Italien den offiziellen Angaben zufolge weniger als 30.000 Einwohner pro Tag infiziert.

Portugal meldet 30.829 Neuinfektionen, auch das ist ein Rekord. Davon seien schĂ€tzungsweise 83 Prozent auf Omikron zurĂŒckzufĂŒhren, teilen die Behörden mit. Es wurden 18 weitere TodesfĂ€lle verzeichnet. Portugal hat mit inzwischen etwa 87 Prozent eine der höchsten Impfquoten weltweit.

Auch Großbritannien meldet mit 189.846 FĂ€llen erneut einen Rekord bei der Zahl der registrierten Neuinfektionen.

Vereinigte Arabische Emirate verbieten Ungeimpften die Ausreise

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ein Reiseverbot fĂŒr alle BĂŒrger verhĂ€ngt, die nicht gegen das Coronavirus geimpft sind. Ab 10. Januar dĂŒrften Ungeimpfte das Land nicht mehr verlassen, teilte das Außenministerium nach Absprache mit der Behörde fĂŒr Krisenmanagement am Samstag mit.

Bereits Geimpfte mĂŒssten vor einer Auslandsreise zudem eine Booster-Impfung erhalten, hieß es laut einem Bericht der Staatsagentur WAM. Ausnahmen gebe es etwa fĂŒr diejenigen, die zu einer Ă€rztlichen Behandlung ins Ausland reisen oder die aus medizinischen GrĂŒnden von einer Impfung ausgenommen sind.

Die Emirate haben ihre Bevölkerung so schnell wie kaum ein anderes Land gegen das Coronavirus geimpft. Ende November hatte die Regierung bereits verkĂŒndet, alle Bewohner mindestens einmal geimpft zu haben. Mehr als 90 Prozent wurden zweimal geimpft. Etwa ein Drittel der Bevölkerung hat eine Booster-Impfung erhalten.

WĂŒst warnt: "Omikron verzeiht keine NachlĂ€ssigkeit"

In seiner ersten Neujahrsansprache als nordrhein-westfĂ€lischer MinisterprĂ€sident hat Hendrik WĂŒst die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger auf eine schwere fĂŒnfte Corona-Welle eingeschworen. "Das Virus ist noch nicht besiegt", sagte der CDU-Politiker laut Redemanuskript in MĂŒlheim an der Ruhr. Die Wissenschaft sage fĂŒr die nĂ€chsten Wochen eine "nie da gewesene Verbreitung des Virus voraus – trotz großer Erfolge beim Impfen und Boostern in den letzten Wochen".

"Die aktuellste Mutation – Omikron – verzeiht keine NachlĂ€ssigkeit." Es gelte weiter konzentriert und wachsam zu sein. "Und wir mĂŒssen jederzeit bereit sein, entschlossen zu handeln, um Menschenleben zu schĂŒtzen", so WĂŒst weiter. Es komme dabei auch im nĂ€chsten Jahr auf jede und jeden Einzelnen an: "Nur wenn noch mehr Menschen geimpft sind, können wir das Virus auf Dauer in Schach halten", so sein Appell.

Xiang: Zehnter Tag im Lockdown

Dreizehn Millionen Einwohner der chinesischen Stadt Xian verbringen am Samstag den zehnten Tag in Lockdown. Viele von ihnen dĂŒrfen ihre Wohnblöcke nicht verlassen. Die strengen Maßnahmen sollen einen Coronavirus-Ausbruch in der Stadt beenden. Das Virus war aus Pakistan eingeschleppt worden. Die Stadt meldet 174 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden. Die Strategie der chinesischen Behörden zielt darauf, die Verbreitung des Virus ganz zu unterbinden.

Novavax verschiebt US-Zulassungsantrag fĂŒr Impfstoff erneut

Die Biotech-Firma Novavax will ihren Antrag fĂŒr eine Notfallzulassung ihres Impfstoffes in den USA nun kommenden Monat stellen. Damit verschiebt sich der Schritt erneut: Im August hieß es, der Antrag werde im vierten Quartal eingereicht, nachdem ursprĂŒnglich das dritte Quartal angepeilt worden war.

Corona-AusfÀlle in englischen KrankenhÀusern in nur einem Monat verdoppelt

In England hat sich die Zahl der wegen des Coronavirus ausfallenden Krankenhausmitarbeiter binnen eines Monats verdoppelt. Laut einer am Freitag vom Gesundheitsdienst NHS England veröffentlichten Bilanz befanden sich am 26. Dezember mehr als 24.000 BeschÀftigte wegen einer Infektion oder eines Kontakts zu einem Infizierten in Isolation. Ende November waren es noch weniger als 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Entwicklung setzt das englische Gesundheitssystem zusÀtzlich unter Druck, da die Zahl der Krankenhauseinweisungen steigt. Laut Zahlen vom Mittwoch liegen derzeit 11.898 Covid-19-Patienten im Krankenhaus - ein Anstieg um 40 Prozent binnen einer Woche und so viele wie nie seit Anfang MÀrz. Angesichts dieser Entwicklungen, "tun wir alles, was wir können, um Betten freizubekommen", sagte der medizinische Leiter des NHS, Stephen Powis.

Großbritannien sieht sich derzeit mit einer Rekordzahl an Corona-Infektionen konfrontiert. Nach SchĂ€tzungen der Nationalen Statistikbehörde waren in der Woche vom 23. Dezember 2,3 Millionen Menschen infiziert. Dies fĂŒhrt zu BeeintrĂ€chtigungen in vielen Bereichen, etwa auch bei der Feuerwehr.

Krankenschwester auf einer Londoner Covid-Station: Immer mehr Mitarbeiter fallen aus.
Krankenschwester auf einer Londoner Covid-Station: Immer mehr Mitarbeiter fallen aus. (Quelle: Victoria Jones/imago-images-bilder)

Drosten: Jeder wird angepassten Impfstoff brauchen

Der Berliner Virologe Christian Drosten rechnet damit, dass eine Impfung mit einem an die Omikron-Variante angepassten Wirkstoff nötig sein wird. "Ich gehe davon aus, dass jeder nochmal eine Auffrischungsimpfung mit einem Update-Impfstoff braucht", sagte er im Deutschlandfunk. Mehr dazu lesen Sie hier.

Christian Drosten: Der Virologe rechnet auch im nÀchsten Winter mit einem Anstieg der Fallzahlen.
Christian Drosten: Der Virologe rechnet auch im nÀchsten Winter mit einem Anstieg der Fallzahlen. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)

Briten geben Pfizers Corona-Pille grĂŒnes Licht

Die britische Arzneimittelbehörde genehmigt die Tabletten gegen Covid-19 des US-Konzerns Pfizer. Das Medikament Paxlovid könne eingesetzt werden bei Menschen ĂŒber 18 Jahren mit milden bis moderaten Symptomen, die ein Risiko fĂŒr einen schweren Verlauf hĂ€tten. Die Pille sei laut Studien am wirkungsvollsten, wenn sie im frĂŒhen Stadium von Covid-19 eingenommen werde, teilt die Behörde mit. Pfizer hatte kĂŒrzlich bekanntgegeben, die Arznei habe eine Wirksamkeit von 90 Prozent bei der Vermeidung von Hospitalisierung und Tod bei Hochrisiko-Patienten.

Landkreise-PrĂ€sident fĂŒr VerkĂŒrzung der Corona-QuarantĂ€ne

Der PrĂ€sident des Deutschen Landkreistags hat sich fĂŒr eine kĂŒrzere Corona-QuarantĂ€ne ausgesprochen. "Eine VerkĂŒrzung der QuarantĂ€ne kann sich als sinnvoll erweisen", sagte der Ostholsteiner Landrat Reinhard Sager den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Omikron ist stĂ€rker, aber auch kĂŒrzer ansteckend. Da ist es folgerichtig, die QuarantĂ€neregeln anzupassen, verbunden mit der Möglichkeit zur Freitestung." Es gehe dabei auch um die FunktionsfĂ€higkeit der kritischen Infrastruktur.

QuarantĂ€ne wird fĂŒr Kontaktpersonen Infizierter vom jeweiligen Gesundheitsamt angeordnet. Das Robert Koch-Institut empfiehlt zehn Tage - mit der Möglichkeit, sich nach fĂŒnf Tagen mittels PCR-Test freizutesten oder nach sieben Tagen mittels Antigen-Schnelltest.

Omikron jetzt vorherrschend in Frankreich

Omikron hat sich auch in Frankreich zur vorherrschenden Variante des Coronavirus entwickelt. Zu Beginn der letzten Woche des Jahres hÀtten 62,4 Prozent der genaueren Analysen "ein mit der Omikron-Variante kompatibles Profil" aufgewiesen, teilte die französische Gesundheitsbehörde in ihrem am Donnerstagabend veröffentlichten Wochenbericht mit. Vergangene Woche hatte der Anteil demnach noch bei 15 Prozent gelegen.

Mit dieser Ausbreitung der Omikron-Variante war gerechnet worden, da sie hochansteckend ist und sich bereits in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern wie Großbritannien und Portugal zur vorherrschenden Coronavirus-Variante entwickelte. Die Ausbreitung der Omikron-Variante in Frankreich trug offenbar zu einem deutlichen Anstieg der Corona-Neuinfektionen bei. Am Mittwoch und Donnerstag ĂŒberstieg ihre Zahl die Marke von 200.000. Allein an diesen beiden Tagen wurden 1922 weitere Covid-19-Patienten in französischen KrankenhĂ€usern aufgenommen.

Teststation in Frankreich: Die Omikron-Variante ist dort jetzt dominierend.
Teststation in Frankreich: Die Omikron-Variante ist dort jetzt dominierend. (Quelle: imago images)

Bundesweit höchste Corona-Inzidenz: Daten unvollstÀndig

Trotz eines leichten RĂŒckgangs bleibt ThĂŒringen bei der gemeldeten Corona-Inzidenz bundesweit Spitzenreiter. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist allerdings darauf hin, dass die Daten derzeit kein vollstĂ€ndiges Bild der Lage bieten, weil ĂŒber Weihnachten und Silvester weniger getestet werde und auch von einem Meldeverzug ausgegangen werden mĂŒsse.

Laut RKI betrug die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag 421,6. Am Donnerstag hatte der Wert noch bei 435,6 gelegen, am Mittwoch bei 451,9. Es wurden 1710 Neuinfektionen und 31 neue TodesfĂ€lle binnen eines Tages gemeldet. Damit sind in ThĂŒringen seit Pandemiegebinn 5871 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Großbritannien baut tausende Notbetten an KrankenhĂ€usern

Wegen der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus fĂŒrchten die englischen Gesundheitsbehörden eine Überlastung der KrankenhĂ€user und wollen tausende zusĂ€tzliche Betten bereitstellen. Noch in dieser Woche werde mit dem Bau zusĂ€tzlicher Strukturen mit Platz fĂŒr je 100 Betten auf dem GelĂ€nde von acht KrankenhĂ€usern begonnen, erklĂ€rte der Gesundheitsdienst NHS England. Premierminister Boris Johnson sprach eine deutliche Warnung an Ungeimpfte aus.

Johnson wandte sich am Freitag "an all diejenigen, die sich noch nicht vollstÀndig geimpft haben. Die Menschen, die denken, dass die Krankheit ihnen nichts anhaben kann": "Schauen Sie sich die Menschen an, die jetzt ins Krankenhaus kommen", sagte er. "Das könnten Sie sein. Schauen Sie sich die Intensivstationen und das elende, unnötige Leiden derjenigen an, die sich nicht haben impfen lassen. Das könnten Sie sein."

Bericht: ThĂŒringen rĂŒstet sich fĂŒr Omikron-Welle

Die ThĂŒringer Landesregierung bereitet sich einem Zeitungsbericht zufolge auf die Omikron-Welle vor. So prĂŒfe die Regierung etwa derzeit die PandemieplĂ€ne in Bereichen der kritischen Infrastruktur, berichtete die "ThĂŒringer Allgemeine" in ihrer Freitagsausgabe. Es sei wichtig, diese aufrechtzuerhalten, sagte InnenstaatssekretĂ€r Udo Götze der Zeitung. Das betreffe etwa die Energie- und Wasserversorgung sowie das Gesundheitswesen und die allgemeine Versorgung der Bevölkerung.

Israel beginnt mit vierten Impfungen

Israel hat mit vierten Impfungen gegen des Coronavirus fĂŒr Menschen mit ImmunschwĂ€che begonnen. Am Freitagmorgen seien die ersten Patienten mit Lungen- und Herztransplantationen geimpft worden, teilte das Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv mit. Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Nachman Asch, hatte am Donnerstagabend erklĂ€rt, dass vorerst nur Menschen mit ImmunschwĂ€che eine vierte Dosis des Corona-Impfstoffes bekommen sollen.

Ein Expertengremium hatte angesichts der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante zuvor empfohlen, neben ImmungeschwĂ€chten auch Menschen ĂŒber 60 und medizinisches Personal zum vierten Mal zu impfen. Asch sagte, er sei noch nicht ĂŒberzeugt, dass dies bereits notwendig sei. Man wĂ€ge aber jeden Tag neu das weitere Vorgehen ab.

Infektionszahlen explodieren in australischem Bundesstaat

Kurz vor dem imposanten Feuerwerk zum Jahreswechsel im Hafen von Sydney hat der australische Bundesstaat New South Wales so viele Corona-Neuinfektionen wie noch nie verzeichnet. Die Behörden in der Region an der OstkĂŒste meldeten am Freitag rund 21.100 neue FĂ€lle - fast 9.000 mehr als am Donnerstag und 15.000 mehr als am Mittwoch. Noch nie seien in einer australischen Region höhere Neuansteckungszahlen registriert worden, berichtete der Sender ABC.

Trotz der explodierenden Fallzahlen ist in Sydney – der Hauptstadt von New South Wales – ein grandioses Silvester-Feuerwerk vor der Kulisse der Harbour Bridge und des Opernhauses (14.00 Uhr MEZ) geplant. Dabei sollen sechs Tonnen Pyrotechnik in den Himmel geschossen werden.

Streeck: Omikron könnte Deutschland weniger hart treffen

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck ist optimistisch, dass die Omikron-Welle Deutschland nicht so heftig treffen wird wie andere LĂ€nder. In RTL Direkt sagte Streeck: "Deutschland hat GlĂŒck, dass die anderen LĂ€nder uns voraus sind. Wir können sehen, was dort passiert, und uns darauf einstellen." Deutschland habe im Vergleich "ziemlich starke Maßnahmen" ergriffen. "Das lĂ€sst hoffen, dass wir eine mildere Welle bekommen." Lesen Sie hier mehr.

Intensivmediziner schlagen Ampelsystem vor

Die Intensivmediziner fordern ein einheitliches Warnsystem wegen der Omikron-Ausbreitung. Es sei möglich, dass die Omikron-Variante mildere KrankheitsverlĂ€ufe verursache, sagt der Leiter des Intensivregisters der Deutschen InterdisziplinĂ€ren Vereinigung fĂŒr Intensiv- und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis, der DĂŒsseldorfer "Rheinischen Post" einem Vorabbericht zufolge. Jedoch könnten die IntensivkapazitĂ€ten dennoch vor große Herausforderungen gestellt werden. Daher sollten sich Bund und LĂ€nder schnell auf ein Warnsystem aus den Faktoren Intensivbettenbelegung, Hospitalisierungsquote und Inzidenz einigen.

SĂŒdafrika hebt Ausgangssperre auf

SĂŒdafrika hat einen Monat nach Entdeckung der Omikron-Variante des Coronavirus die daraufhin verhĂ€ngte nĂ€chtliche Ausgangssperre und weitere EinschrĂ€nkungen des öffentlichen Lebens aufgehoben. "Alle Indikatoren deuten darauf hin, dass das Land den Höhepunkt der vierten Welle auf nationaler Ebene ĂŒberschritten haben könnte", erklĂ€rte das BĂŒro von PrĂ€sident Cyril Ramaphosa am Donnerstag zur BegrĂŒndung.

Die Zahl der Neuinfektionen in SĂŒdafrika war in den vergangenen Tagen um fast 30 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gesunken. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen des Virus war in acht der neun Provinzen des Landes rĂŒcklĂ€ufig.

Drosten verhalten optimistisch bei Pandemieentwicklung

Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht Anlass fĂŒr vorsichtigen Optimismus bei der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland. Hintergrund seien Daten aus SĂŒdafrika, wo sich die besonders ansteckende Virusvariante Omikron zunĂ€chst verbreitet hatte: "In gewisser Weise kann uns das beruhigen. SĂŒdafrika ist sicher ein Blick in eine Zukunft, in eine endemische Situation, die sich dort gerade einstellt", sagte Drosten am Donnerstagabend im ZDF-"heute journal". "Nur sind wir leider noch ein ganzes StĂŒck davon entfernt."

Christian Drosten: Der Virologe sieht in anderen LĂ€ndern Anzeichen einer endemischen Entwicklung.
Christian Drosten: Der Virologe sieht in anderen LĂ€ndern Anzeichen einer endemischen Entwicklung. (Quelle: JĂŒrgen Heinrich/imago-images-bilder)

Der Übergang von einer pandemischen zu einer endemischen Situation bedeutet, dass das Virus sich zwar weiterhin verbreitet, aber weniger gefĂ€hrlich ist – vergleichbar etwa den typischen ErkĂ€ltungsviren, zu denen auch andere Coronaviren zĂ€hlen. Auch die Entwicklung in Großbritannien mit Blick auf Omikron sei ermutigend, sagte Drosten, "denn die Zahl der schweren Erkrankungen scheint geringer zu sein". Der Virologe sieht allerdings in Deutschland die Politik weiter gefordert, "vielleicht bis Ostern". Experten rechnen damit, dass der Höhepunkt einer Omikron-Welle in Deutschland erst noch bevorsteht.

Anteil von Omikron in Deutschland steigt rasant

FußgĂ€nger in MĂŒnster: Der Omikron-Anteil schwankt zwischen den BundeslĂ€ndern stark.
FußgĂ€nger in MĂŒnster: Der Omikron-Anteil schwankt zwischen den BundeslĂ€ndern stark. (Quelle: RĂŒdiger Wölk/imago-images-bilder)

Der Anteil der Omikron-Variante an den in Deutschland nachgewiesenen Corona-Infektionen nimmt rasant zu. So gingen in der Kalenderwoche 51 (bis 26.12.) laut Meldedaten aus den BundeslĂ€ndern 17,5 Prozent der auf Varianten untersuchten Corona-Nachweise auf Omikron zurĂŒck, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht schreibt. Eine Woche zuvor wurde der Wert noch mit 3,1 Prozent angegeben.

Laut den aktuellen Meldedaten schwankt der Omikron-Anteil in den BundeslĂ€ndern stark. So kommt Bremen laut RKI auf rund 65 Prozent, Sachsen auf nur 1 Prozent. Als GrĂŒnde nennt das RKI: "Die Schwankungen ergeben sich aus den zum Teil noch niedrigen Omikron-Fallzahlen, der unterschiedlichen HĂ€ufigkeit von Testungen auf das Vorhandensein von besorgniserregenden Varianten in den einzelnen BundeslĂ€ndern sowie Verzögerungen in der labordiagnostischen Erfassung und Übermittlung."

Israel will ImmungeschwÀchten vierte Corona-Impfung geben

Israel will zunĂ€chst nur Menschen mit ImmunschwĂ€che eine vierte Dosis des Corona-Impfstoffs geben. Diese Entscheidung gab Nachman Asch, Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, am Donnerstagabend bekannt. Ein Expertengremium hatte angesichts der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante empfohlen, neben ImmungeschwĂ€chten auch Menschen ĂŒber 60 und medizinisches Personal zum vierten Mal zu impfen. Asch sagte, er sei noch nicht ĂŒberzeugt, dass dies bereits notwendig sei. Man wĂ€ge aber jeden Tag neu das weitere Vorgehen ab.

Minister will fĂŒr Schleswig-Holstein epidemische Lage feststellen

Heiner Garg: Der Gesundheitsminister ruft die Schleswig-Holsteiner auf, Silvester im kleinen Kreis zu feiern.
Heiner Garg: Der Gesundheitsminister ruft die Schleswig-Holsteiner auf, Silvester im kleinen Kreis zu feiern. (Quelle: penofoto/imago-images-bilder)

Angesichts stark steigender Corona-Zahlen und der Ausbreitung der Omikron-Variante erwĂ€gt der Gesundheitsminister von Schleswig-Holstein, Heiner Garg (FDP), schĂ€rfere Schutzmaßnahmen. Er werde der im Land regierenden Koalition von CDU, GrĂŒnen und FDP vorschlagen, auch in Schleswig-Holstein in der ersten JanuarhĂ€lfte die epidemische Lage von landesweiter Tragweite festzustellen, sofern nicht der Bund kurzfristig eine solche Feststellung seinerseits vornimmt, sagte der FDP-Politiker am Donnerstag. "Mit der Omikron-Variante kommt die fĂŒnfte Welle in Schleswig-Holstein frĂŒher an als in anderen LĂ€ndern", so Garg.

Am Mittwochabend wurden fĂŒr das Bundesland 1.451 neue Corona-FĂ€lle vermeldet – deutlich mehr als bisher. Die Zahl der erfassten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg auf 181,8. Damit hatten mittlerweile fĂŒnf LĂ€nder eine geringere Inzidenz als Schleswig-Holstein, das lange die niedrigsten Zahlen aufwies.

Auch Portugal verkĂŒrzt Corona-Isolationsdauer

Portugal folgt dem Beispiel Spaniens und verkĂŒrzt die Corona-Isolationsdauer von zehn auf sieben Tage. Die Reduzierung gelte fĂŒr Infizierte ohne Symptome sowie fĂŒr Menschen mit einem noch nicht bestĂ€tigten Verdacht auf eine Corona-Ansteckung, teilte die Gesundheitsbehörde DGS am Donnerstag mit. Erst am Montag hatten die USA die empfohlene Isolationsdauer nach einer Corona-Infektion von zehn auf fĂŒnf Tage verkĂŒrzt. Zuvor hatte Großbritannien eine VerkĂŒrzung von zehn auf sieben Tage eingefĂŒhrt. Das Thema wird auch in Deutschland und Italien diskutiert.

Intensivmediziner: Datenschutz hat Corona-BekÀmpfung behindert

Eine optimale BekĂ€mpfung der Corona-Pandemie ist in Deutschland nach Ansicht von Intensivmedizinern durch unzureichende Daten und auch den Datenschutz behindert worden. Die Bundesregierung mĂŒsse fĂŒr genauere Daten sorgen, forderte der Leiter des Intensivregisters der Deutschen InterdisziplinĂ€ren Vereinigung fĂŒr Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Christian Karagiannidis, am Donnerstag im SWR.

"Was wir brauchen, ist eine maximale Digitalisierungsoffensive", sagte Karagiannidis. "Dieses StĂŒckwerk, das wir haben und auch immer wieder diese ganzen Bedenken, die ich tagtĂ€glich höre, vom Datenschutz bis dieses und jenes – das hat auch relativ viel verhindert in den letzten zwei Jahren. Und ich glaube, die neue Bundesregierung tut gut daran, wenn sie einen Reset macht, einmal richtig Geld in die Hand nimmt und die Daten zusammenfĂŒhrt."

Von exakteren Daten könne man eine deutlich bessere BekĂ€mpfung der Pandemie erwarten, erklĂ€rte Karagiannidis. "Wenn die Krankenkassen genau wissen, wann man geimpft ist und man dann auch sofort sieht, wenn die Impfwirkung nachlĂ€sst, dann sieht man auch sofort, was das fĂŒr einen unglaublichen Effekt hat auf die Volksgesundheit."

Gewaltiger Corona-Anstieg in Großbritannien

In Großbritannien nimmt die Zahl der Corona-Neuinfektionen wegen der hochansteckenden Variante Omikron sprunghaft zu. Die Behörden meldeten zuletzt einen Tagesrekord von 183.037 FĂ€llen – gut 50.000 mehr als zuvor. Darin sind aber Neuinfektionen ĂŒber fĂŒnf Tage in Nordirland enthalten, wo es wegen der Feiertage keine aktuellen Daten gab.

Allein im grĂ¶ĂŸten Landesteil England wurden demnach allerdings an einem Tag 138.287 Menschen positiv auf das Virus getestet. In Schottland wurden am Donnerstag 16.857 neue Corona-FĂ€lle registriert, der zweite Tagesrekord in Folge. Mehr als jeder vierte Corona-Test (27,1 Prozent) zeigte im nördlichsten Landesteil ein positives Ergebnis.

Erstes Land weltweit lÀsst Privat-Impfstoff zu

Indien hat einem Impfstoff aus Texas, der von einem US-Kinderarzt und einer UniversitÀtsprofessorin etwickelt wurde, die Notfallzulassung erteilt. Das berichtet die Zeitung "The Times of India" und das Kinderkrankenhaus "Texas Children Hospital", an dem die Entwickler beschÀftigt sind. Ein Pharmaunternehmen war nicht an der Entwicklung beteiligt.

Frau erhÀlt Impfung in Indien: In dem Land wurde ein Mittel aus Texas zugelassen.
Frau erhÀlt Impfung in Indien: In dem Land wurde ein Mittel aus Texas zugelassen. (Quelle: Pacific Press Agency/imago-images-bilder)

Corbevax sei ein – im Vergleich zu den anderen Impfstoffen – gĂŒnstiges Mittel, dass das Impftempo beschleunigen soll. Die Produktion des Mittels ĂŒbernimmt ein Pharamaunternehmen. 150 Millionen Dosen stehen laut "Times of India" bereits zur VerfĂŒgung.

Ziel der Entwickler sei es, dass der Impfstoff massenweise hergestellt wird und so weiten Teilen der Welt zugÀnglich sein soll. Corbevax sei auf das Spike-Protein des Coronavirus zugeschnitten und einfacher zu produzieren. Der Impfstoff soll laut Studie zu 80 Prozent wirksam gegen die Delta-Variante des Coronavirus sein. An der Studie haben dem "Texas Childrens Hospital" zufolge 3.000 Menschen teilgenommen, die den Impfstoff gut vertragen hÀtten.

TĂŒrkei impft mit eigenem Impfstoff

Die TĂŒrkei startet mit Impfungen des im eigenen Land entwickelten Corona-Impfstoffes. Das Vakzin Turkovac werde nun in den stĂ€dtischen KrankenhĂ€usern verabreicht, sagt Gesundheitsminister Fahrettin Koca. Mit Turkovac seien auch Auffrischimpfungen nach Erstimpfungen mit anderen Mitteln möglich. Der Impfstoff hatte erst in der vergangenen Woche von den tĂŒrkischen Behörden eine Notfallzulassung erhalten.

Gesunheitsminister Fahrettin Koca: In der TĂŒrkei soll das im eigenen Land entwickelte Mittel in KrankenhĂ€usern verimpft werden.
Gesunheitsminister Fahrettin Koca: In der TĂŒrkei soll das im eigenen Land entwickelte Mittel in KrankenhĂ€usern verimpft werden. (Quelle: Xinhua/imago-images-bilder)

PrĂ€sident Recep Tayyip Erdoğan hatte angekĂŒndigt, Turkovac weltweit zur VerfĂŒgung zu stellen. Die Regierung hat aber noch keine detaillierten Informationen ĂŒber die Wirksamkeit und die Ergebnisse der klinischen Studien veröffentlicht. Bislang wurden in der TĂŒrkei die Impfstoffe von Biontech und Pfizer sowie des chinesischen Herstellers Sinovac verabreicht.

RKI stuft weitere LĂ€nder als Hochrisikogebiete ein

Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft LÀnder als Hochrisikogebiete ein, die ein besonders hohes Infektionsrisiko haben. Nun gehören auch Italien und Kanada dazu. Auch Malta und San Marino sind von dem Institut so eingestuft worden. Mauritius gilt dagegen nicht mehr als Hochrisikogebiet.

Die neuen Einstufungen gelten ab Samstag um Mitternacht. Ungeimpfte, die aus Hochrisikogebieten nach Deutschland einreisen, mĂŒssen zehn Tage in QuarantĂ€ne, können sich jedoch nach fĂŒnf Tagen freitesten. Kinder unter zwölf Jahren mĂŒssen fĂŒnf Tage in QuarantĂ€ne. Geimpfte und Genesene mĂŒssen ihre Einreise digital anmelden.

Menschen in Rom: Das Land ist nun als Hochrisikogebiet eingestuft worden.
Menschen in Rom: Das Land ist nun als Hochrisikogebiet eingestuft worden. (Quelle: Xinhua/imago-images-bilder)

Montgomery: DatenlĂŒcken sind "mehr als peinlich"

Der Vorstandsvorsitzende des WeltĂ€rztebunds, Frank Ulrich Montgomery, hĂ€lt es fĂŒr "mehr als peinlich", dass Deutschland ĂŒber die Feiertage keine validen Zahlen zur Entwicklung der Corona-Pandemie hat. "Wir haben ein riesiges Digitalisierungsproblem nach wie vor in Deutschland", sagte er am Donnerstag im Deutschlandfunk.

Dass es ĂŒber die Feiertage keine vernĂŒnftigen Zahlen gebe, liege auch am Föderalismus, an unterschiedlichen Meldesystemen in den einzelnen BundeslĂ€ndern. "Hier hĂ€tte man in den letzten eineinhalb Jahren wirklich mehr machen können", sagte Montgomery. Das Fehlen der Zahlen sei auch ein Problem, weil die Politik auf deren Basis Gesetze mache, die gerichtsfest sein mĂŒssten.

Frank Ulrich Montgomery, Vorstandsvorsitzender des WeltÀrztebunds: "Wir haben ein riesiges Digitalisierungsproblem nach wie vor in Deutschland."
Frank Ulrich Montgomery, Vorstandsvorsitzender des WeltÀrztebunds: "Wir haben ein riesiges Digitalisierungsproblem nach wie vor in Deutschland." (Quelle: Michael Gottschalk/imago-images-bilder)

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Mittwoch gesagt, es sei davon auszugehen, dass die tatsĂ€chliche Corona-Inzidenz in Deutschland derzeit zwei- bis dreimal so hoch sei wie ausgewiesen. Es werde derzeit weniger getestet – zudem wĂŒrden weniger Testergebnisse weitergemeldet. In den GesundheitsĂ€mtern mache sich ĂŒber die Feiertage ein genereller Personalmangel bemerkbar. Der Minister betonte, dass zur MinisterprĂ€sidentenkonferenz mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) am 7. Januar "eine solide und fĂŒr diese Zwecke vollkommen ausreichende Datenlage" vorhanden sein werde.

80 Prozent der Deutschen glauben nicht an besseres Corona-Jahr 2022

Die Menschen in Deutschland sehen der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie pessimistischer entgegen, als noch vor einem Jahr. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sind nur 15 Prozent der Meinung, dass die Pandemie im kommenden Jahr weitgehend oder vollstĂ€ndig ĂŒberwunden wird. 79 Prozent glauben dagegen, dass das Virus das Leben in Deutschland noch das ganze Jahr ĂŒber zumindest teilweise beeintrĂ€chtigen wird. 34 Prozent rechnen sogar mit einer starken BeeintrĂ€chtigung.

Italien verschĂ€rft Corona-Maßnahmen

In der anhaltend schlechten Pandemielage hat Italiens Regierung die Corona-Regeln verschĂ€rft und gleichzeitig die QuarantĂ€nepflicht gelockert. Ab dem 10. Januar 2022 gilt unter anderem in Hotels, Kongresszentren, im öffentlichen Nah- und Fernverkehr, in Skiliften und auf Festen die 2G-Regel, wie der Palazzo Chigi in der Nacht zu Donnerstag in Rom mitteilte. Die Menschen mĂŒssen fĂŒr den Zutritt dort also geimpft oder genesen sein.

Damit erweiterte die Regierung von MinisterprĂ€sident Mario Draghi die Corona-Regeln. In italienischen Medien war am Donnerstag deshalb die Rede von einem "Lockdown fĂŒr Ungeimpfte". Die Regelungen gelten bis zum Ende des Notstandes am 31. MĂ€rz.

Frankreich plant Bußgeld bei Verstoß gegen Homeoffice-Pflicht

Im Kampf gegen die steigenden Corona-Fallzahlen will Frankreichs Regierung mit Strafzahlungen gegen Firmen vorgehen, die trotz Pflicht kein Homeoffice ermöglichen. Bis zu 50.000 Euro Bußgeld sollen möglich sein, sagte Arbeitsministerin Élisabeth Borne am Donnerstag im Sender LCI. Pro BeschĂ€ftigten solle auf Unternehmen eine Strafe von bis zu 1.000 Euro zukommen können. Eine entsprechende Regelung wolle die Regierung in ein Gesetzesvorhaben einbringen.

Ab kommender Woche greift in Frankreich eine Homeoffice-Pflicht. Betriebe, bei denen die Arbeit von zuhause aus möglich ist, mĂŒssen es ihren BeschĂ€ftigten dann ermöglichen, drei Tage die Woche von daheim zu arbeiten. Die Regierung empfiehlt dies sogar fĂŒr vier Tage. Die Regelung gilt zunĂ€chst fĂŒr drei Wochen.

Die Neuinfektionen schnellten in Frankreich in den vergangenen Tagen rasant in die Höhe. Innerhalb eines Tages verzeichneten die Behörden zuletzt mehr als 200.000 Ansteckungen. Der Inzidenzwert, also die Zahl der Ansteckungen innerhalb einer Woche auf 100.000 Menschen, lag landesweit zuletzt bei knapp 800.

Bayerns Ministerium: "Relativ guter Impffortschritt" bei Kindern

Mehr als 65.000 Kinder zwischen fĂŒnf und elf Jahren sind in Bayern bislang erstmals gegen Corona geimpft worden. Zwei Wochen nach dem offiziellen Start der Impfkampagne seien damit rund 7,9 Prozent der Kinder in dieser Altersgruppe im Freistaat erstgeimpft, teilte das Gesundheitsministerium in MĂŒnchen mit. Angesichts des kurzen Zeitraums, der Weihnachtsferien und der Feiertage sei dies ein "relativ guter Impffortschritt". Etwas mehr als die HĂ€lfte der Impfungen (rund 52 Prozent) fĂŒr Kinder wurde demnach in Impfzentren verabreicht, der Rest in Arztpraxen.

Die Zahl der wöchentlichen Impfungen im Freistaat insgesamt ging wĂ€hrend der Feiertage nach Angaben des Ministeriums wie erwartet zurĂŒck. So wurden vom 20. bis 26. Dezember nur knapp 700.000 Spritzen gegen Corona gesetzt, in der Woche zuvor waren es noch mehr als 1,1 Millionen gewesen. Zu Beginn der laufenden Woche habe das Impftempo in Bayern aber wieder angezogen, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Corona-Infektionsrate in Sachsen deutlich gefallen

Die gemeldete Corona-Infektionsrate in Sachsen ist am Donnerstag deutlich gefallen. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist allerdings darauf hin, dass die Daten derzeit kein vollstĂ€ndiges Bild der Lage bieten, weil ĂŒber die Weihnachts- und Silvestertage wohl weniger getestet wird und auch von einem Meldeverzug ausgegangen werden muss.

Laut RKI betrug die Sieben-Tage-Inzidenz 310. Am Mittwoch hatte sie bei 327,9 und am Dienstag bei 397,6 gelegen. Der Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen binnen einer Woche je 100.000 Einwohner registriert wurden. Bundesweit lag die Inzidenz bei 207,4 (Vortag: 205,5).

Innerhalb eines Tages wurden landesweit 3.113 neue Corona-FÀlle registriert. Zudem wurden erneut vergleichsweise viele TodesfÀlle gemeldet: 70 Tote sind rund 20 Prozent der bundesweit gemeldeten 383 FÀlle. Sachsens Bevölkerungsanteil liegt nur bei rund 5 Prozent. Seit Beginn der Pandemie sind 12.822 Corona-Patienten in Sachsen gestorben.

Lauterbach: QuarantĂ€ne-Dauer neu ĂŒberdenken

Laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) breitet sich aktuell die Omikron-Variante vor allem im Norden und Westen Deutschlands aus. Das sagte Lauterbach in den ARD-Tagesthemen. Besonders betroffen seien die BundeslÀnder Schleswig-Holstein, Bremen, Hamburg oder Nordrhein-Westfalen. Ein Grund sei die GrenznÀhe zu DÀnemark und den Niederlanden, wo die Variante bereits stark verbreitet ist: "Wir haben eine dynamische Situation."

Angesprochen auf die wenig aussagekrÀftigen aktuellen Corona-Zahlen betonte Lauterbach, dass die GesundheitsÀmter unterbesetzt seien. "Das ist ein Problem, das sich nicht so leicht beheben lÀsst." Er arbeite momentan daran, dass man schon bald wieder aussagekrÀftige Zahlen vermelden könne.

Die Entwicklung der Corona-Pandemie mit einer befĂŒrchteten fĂŒnften Welle wirft nach Ansicht von Lauterbach die Frage nach der QuarantĂ€ne-Dauer auf. Es sei "eine etwas andere Situation als wir vor einer Woche gehabt haben", sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in den ARD-"Tagesthemen". Man mĂŒsse nun ĂŒberlegen, "was bedeutet das fĂŒr die QuarantĂ€ne-Dauer, was bedeutet das fĂŒr die Kontaktreduzierungen?"

Montgomery fĂŒr KontaktbeschrĂ€nkungen

WeltĂ€rztebund-Vorsitzender Frank Ulrich Montgomery plĂ€diert fĂŒr weitere KontaktbeschrĂ€nkungen zur EindĂ€mmung der Coronavirus-Variante Omikron. "Das einzige, was bisher schnell gewirkt hat in allen Wellen und in allen LĂ€ndern, war immer die EinschrĂ€nkung von Kontakten mit anderen Menschen", sagte Montgomery im Deutschlandfunk. "Das muss ja nicht bis zum totalen Lockdown gehen, so wie wir das in der ersten Welle hatten."

USA erreicht weltweiten Höchstwert bei Infektionen

In den USA sind innerhalb eines Tages 484.377 Neuinfektionen gemeldet worden. Das dĂŒrfte der weltweit höchste Wert sein, der seit Beginn der Pandemie fĂŒr ein Land gemessen wurde. Im 7-Tage-Durchschnitt lagen die Infektionen in den USA mit 300.000 so hoch wie noch nie seit Pandemiebeginn, berichtet das Nachrichtenportal BNOnews auf Twitter.

Maskenpflicht auf Pariser Straßen

Auf den Straßen von Paris gilt eine Maskenpflicht ab dem 31. Dezember. Grund sei der starke Anstieg von Corona-Neuinfektionen, teilen die lokalen Behörden mit. Bei einem Verstoß gegen die neue Richtlinie werde eine Strafe von 135 Euro fĂ€llig. In Frankreich besteht bereits eine Maskenpflicht in öffentlichen GebĂ€uden und Transportmitteln.

Esken fĂŒr Impfpflicht ab 18 Jahren

Die allgemeine Impfpflicht sollte nach Ansicht der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken fĂŒr alle Erwachsenen in Deutschland gelten. "Ich halte eine Impfpflicht ab 18 Jahren fĂŒr erforderlich", sagt Esken den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Das Corona-Virus ist vor allem fĂŒr Ältere lebensbedrohlich, aber die Langzeitfolgen betreffen auch JĂŒngere." Wer sich nicht impfen lasse, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld belegt werden solle. "Insgesamt geht es um das Erreichen einer Impfquote, die die Gesellschaft als Ganzes schĂŒtzt – gerade auch die, die sich nicht impfen lassen können."

Italien weitet Gesundheitspass aus

Die italienische Regierung hat wegen der steigenden Infektionszahlen eine Ausweitung des obligatorischen Corona-Gesundheitspasses angekĂŒndigt. Laut eines Gesetzesdekrets vom Mittwochabend mĂŒssen Reisende in ZĂŒgen und FlĂŒgen kĂŒnftig einen 2G-Status nachweisen. Ein negatives Testergebnis reicht demnach nicht mehr. Ein 3G-Nachweis wird kĂŒnftig in Hotels, auf Restaurantterrassen, Messen und Kongressen sowie in SchwimmbĂ€dern und Fitnessstudios fĂ€llig. Die neuen Maßnahmen treten am 10. Januar in Kraft.

Experten fordern Konzepte fĂŒr Schulen

Bildungsexperten fordern von der Politik dringend Konzepte fĂŒr einen Schulbetrieb in der drohenden nĂ€chsten Corona-Welle mit der Virusvariante Omikron. Der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, verlangte eine kurzfristige Sitzung der Kultusministerkonferenz. Das Prinzip "Augen zu und durch" habe in der Pandemie schon mehrfach nicht funktioniert: "Das endet mit dem grĂ¶ĂŸtmöglichen Schaden, nĂ€mlich dem Schließen aller Schulen", warnte Beckmann im Berliner "Tagesspiegel" (Donnerstag).

Auch der OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher beklagte, Deutschland habe nicht intensiv genug ĂŒber die Schulen nachgedacht. "Es rĂ€cht sich das Fehlen einer mittelfristigen Strategie, es geht ja immer nur um ÜberbrĂŒckungslösungen", sagte er der Zeitung.

StÀdtetag: TestkapazitÀten erhöhen

Der Deutsche StĂ€dtetag fordert Bund und LĂ€nder mit Blick auf die unklare Omikron-Datenlage auf, mehr Labor- und TestkapazitĂ€ten zu ermöglichen. "Um die Meldelage und verlĂ€ssliche Datenlieferungen weiter zu verbessern, sollten Bund und LĂ€nder dafĂŒr sorgen, dass die niedergelassenen Praxen die nötigen PCR-Tests auch an Feiertagen wie Weihnachten und Neujahr sicherstellen und auch genĂŒgend LaborkapazitĂ€ten an diesen Tagen zur VerfĂŒgung stehen", sagt HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Helmut Dedy dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Donnerstagausgaben). "Auch die Meldekette von den LĂ€ndern an das RKI muss an diesen Tagen gut laufen."

WHO: Akute Phase der Pandemie könnte 2022 enden

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) blickt mit vorsichtigem Optimismus auf die voraussichtliche Corona-Lage im nÀchsten Jahr. Es sei wichtig, dass bis zur Jahresmitte in jedem Land mindestens 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sei, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Dann sei es möglich, dass die Pandemie zumindest mit ihren schweren VerlÀufen auslaufe. "Wir können die Phase der Hospitalisierungen und des Todes zu einem Ende bringen", sagte WHO-Experte Mike Ryan.

Ärzte arbeiten an einem Patienten in einem Krankenhaus (Symbolbild): Die WHO blickt vorsichtig optimistisch auf das nĂ€chste Jahr.
Ärzte arbeiten an einem Patienten in einem Krankenhaus (Symbolbild): Die WHO blickt vorsichtig optimistisch auf das nĂ€chste Jahr. (Quelle: ANP/imago-images-bilder)

Kurzfristig aber rechnet die WHO mit einer deutlichen Zunahme an FĂ€llen. Die aktuelle Welle durch die Omikron-Variante sei besorgniserregend. Zusammen mit der Delta-Variante könne es zu einem "Tsunami von FĂ€llen" kommen, sagte Tedros. Allerdings gebe es erste Hinweise, dass der Verlauf der Erkrankung bei Omikron insgesamt milder sein könne, hieß es. Lesen Sie hier mehr darĂŒber.

10.000 Covid-Patienten in England

Die Zahl der Covid-Patienten in englischen KrankenhĂ€usern hat die Marke von 10.000 ĂŒberschritten. Nach Angaben der britischen Regierung wurden am Mittwochmorgen 10.462 Menschen in England wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt. Es handelte sich um die höchste Zahl seit dem 1. MĂ€rz. Aktuelle Zahlen fĂŒr das gesamte Vereinigte Königreich lagen nicht vor.

Einen neuen Höchststand erreichte unterdessen die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien: Binnen 24 Stunden wurden 183.037 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Wegen der schnellen Ausbreitung der hochansteckenden Virusvariante Omikron erlebt Großbritannien einen massiven Anstieg der Zahlen.

Der britische Premierminister Boris Johnson besichtigte unterdessen ein Impfzentrum in Milton Keynes in Mittelengland. Er rief die Bevölkerung auf, bei den Silversterfeiern "vorsichtig" zu sein und sich vor Treffen mit Freunden auf das Virus zu testen. Wegen der hohen Nachfrage waren Schnelltests in vielen GeschĂ€ften vergriffen. Johnson verteidigte seine Entscheidung, in England keine schĂ€rferen Corona-Maßnahmen ĂŒber die Feiertage zu verhĂ€ngen. Nordirland, Wales und Schottland haben hingegen KontaktbeschrĂ€nkungen und die Schließung von Nachtclubs angeordnet.

Spanien verkĂŒrzt Corona-Isolation auf sieben Tage

Spanien verkĂŒrzt die verordnete Isolationsdauer nach einer Corona-Infektion ohne Symptome von zehn auf sieben Tage. Diese VerkĂŒrzung gelte auch fĂŒr nicht geimpfte Menschen mit einem noch nicht bestĂ€tigten Verdacht auf eine Corona-Ansteckung, etwa fĂŒr die Kontaktpersonen eines Infizierten, hieß es. Geimpfte, die Kontakt zu einem Infizierten hatten, mĂŒssen sich in Spanien nicht isolieren.

Mehr als 200.000 neue Corona-FĂ€lle an einem Tag in Frankreich

In Frankreich hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen erstmals die Schwelle von 200.000 binnen 24 Stunden ĂŒberschritten. Innerhalb eines Tages seien rund 208.000 neue FĂ€lle registriert worden, sagte der französische Gesundheitsminister Olivier VĂ©ran am Mittwoch in einer Anhörung vor der Nationalversammlung. Erst am Dienstag war mit fast 180.000 Neuinfektionen ein Tageshöchstwert erreicht worden.

Die Schwelle von 100.000 tĂ€glichen Neuinfektionen war in Frankreich am Samstag erstmals ĂŒberschritten worden. Das Land erlebt bereits die fĂŒnfte Corona-Welle. Wie in vielen europĂ€ischen LĂ€ndern breitet sich die deutlich ansteckendere Omikron-Variante aus.

Regelbrecher in China öffentlich vorgefĂŒhrt

Mindestens vier mutmaßliche Regelbrecher der strengen Corona-Maßnahmen in China sind in einer Stadt im SĂŒden des Landes öffentlich zur Schau gestellt worden. Wie Staatsmedien am Mittwoch berichteten, wurden die Beschuldigten in weißen SchutzanzĂŒgen vor einer großen Menschenmenge in der Stadt Jingxi in der autonomen Region Guangxi vorgefĂŒhrt. Den Personen wird vorgeworfen, illegale Migranten beim GrenzĂŒbertritt aus dem nahe gelegenen Vietnam geholfen zu haben. Seit Ausbruch der Pandemie sind Chinas Landesgrenzen aufgrund der Angst vor importierten Corona-FĂ€llen praktisch geschlossen.

Auf sozialen Medien kursierten am Dienstag Kurzvideos, auf denen die VerdĂ€chtigen Plakate mit ihren Fotos und Namen tragen, wĂ€hrend sie von jeweils zwei SicherheitskrĂ€ften durch belebte Straßen gefĂŒhrt werden.

Höchstzahl an Corona-Neuinfektionen in den USA

Auch die USA melden eine neue Höchstzahl an Corona-Infektionen. Nach Zahlen der Johns-Hopkins-UniversitĂ€t in Baltimore vom Mittwoch wurden binnen 24 Stunden im Sieben-Tages-Schnitt 265.427 Corona-FĂ€lle gemeldet. Damit wurde der bisherige Höchstwert von rund 252.000 FĂ€llen vom vergangenen Januar ĂŒbertroffen.

Die tatsĂ€chliche Zahl der Ansteckungen dĂŒrfte aber deutlich höher liegen: Viele Infektionen bleiben unbemerkt oder werden nur durch Tests zuhause nachgewiesen, deren Ergebnisse nicht offiziell registriert werden.

Prominenter Impfgegener aus den Niederlanden stirbt an Corona

Einer der prominentesten Impfgegner der Niederlande ist an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Der Politik- und Wirtschaftswissenschaftler Robin Fransman erlag der Krankheit am Dienstag in einer Klinik, meldeten am Mittwoch der öffentlich-rechtliche Sender NOS sowie mehrere weitere Medien ĂŒbereinstimmend.

Den Berichten zufolge war der 53-JĂ€hrige aus Überzeugung nicht geimpft und Ă€ußerte sich in sozialen Medien kritisch ĂŒber den Corona-Impfstoff. Er hatte seine Infektion am 3. Dezember auf Twitter so bekanntgegeben: "Corona positiv. Es wurde auch mal Zeit."

Robin Fransman: Der NiederlĂ€nder grĂŒndete die Initiative "Herstel-NL" (etwa: "Erholung-Niederlande").
Robin Fransman: Der NiederlĂ€nder grĂŒndete die Initiative "Herstel-NL" (etwa: "Erholung-Niederlande"). (Quelle: Vera de Kok/Wikimedia)

Fransman, der beruflich im Finanzsektor tĂ€tig war, hatte die Initiative "Herstel-NL" (etwa: "Erholung-Niederlande") gegrĂŒndet. Deren Mitglieder wenden sich gegen harte Corona-Schutzmaßnahmen. Anfang des Jahres hatten sie einen Plan prĂ€sentiert, wie ihrer Meinung nach das gesellschaftliche Leben in den Niederlande trotz Corona wieder weitgehend ungehindert möglich sein könnte.

Unter anderem sollte es demnach fĂŒr besonders gefĂ€hrdete Personen "sichere Zonen" mit strengen Regeln geben, wĂ€hrend außerhalb dieser Zonen "alles wieder möglich" sein sollte. Gesundheitsminister Hugo de Jonge hatte die Vorstellungen von "Herstel-NL" als "lebensgefĂ€hrlich" zurĂŒckgewiesen.

Neuer Höchstwert bei Neuinfektionen in DÀnemark

In DĂ€nemark ist die Zahl der Neuinfektionen auf einen neuen Höchstwert seit Pandemie-Beginn gestiegen. Wie die dĂ€nische Gesundheitsbehörde am Mittwoch mitteilte, wurden 23.228 neue InfektionsfĂ€lle binnen 24 Stunden registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei mehr als 1.700, das ist der weltweit höchste Wert vor Malta, Irland, Island und Großbritannien.

In DĂ€nemark ist die Omikron-Variante schon seit ĂŒber einer Woche die vorherrschende Coronavirus-Variante.Der neue Höchstwert bei den Neuinfektionen ist nach Angaben der Gesundheitsbehörde vor allem auf eine sehr große Zahl von PCR-Tests zurĂŒckzufĂŒhren, die nach Weihnachten vorgenommen wurden.

Neue Studie: Schnelltests bei Omikron weniger aussagekrÀftig

Corona-Tests: Die neue Variante Omikron bereitet Wissenschaftlern große Sorgen.
Corona-Tests: Die neue Variante Omikron bereitet Wissenschaftlern große Sorgen. (Quelle: Zoonar/automedienportal-bilder)

Wie gut erkennen Schnelltests die neue Variante des Coronavirus? Damit haben sich US-Forscher beschĂ€ftigt und kommen zu einem beunruhigenden Ergebnis: Offenbar ist das Risiko, einen falschen Negativtest zu haben, erhöht. "Erste Daten deuten darauf hin, dass Antigen-Tests die Omikron-Variante zwar erkennen, aber möglicherweise eine geringere Empfindlichkeit aufweisen", hatte die US-Arzneimittelbehörde (FDA) am Dienstag erklĂ€rt. Die Empfindlichkeit sei ein Maß dafĂŒr, wie wahrscheinlich es sei, dass ein Test bei einer bestehenden Infektion ein positives Ergebnis anzeigt.

Die Forscher haben fĂŒr die Studie lebende Viren von Patienten untersucht. Zuvor waren abgetötete Viren untersucht worden, dabei war allerdings kein Unterschied zu anderen Virus-Varianten festgestellt worden.

Johnson bekrÀftigt britische Corona-Strategie

Der britische Premierminister hat die lockeren Corona-Regeln in England verteidigt. Wegen der Omikron-Variante steige zwar die Zahl der Neuinfektionen und der Krankenhauseinweisungen, sagte Johnson am Mittwoch in London. "Was jedoch einen großen Unterschied ausmacht, ist das Ausmaß der Auffrischungsresistenz oder das Ausmaß der impfstoffinduzierten Resistenz in der Bevölkerung." Die große Zahl an Booster-Impfungen sorge fĂŒr deutlich mildere VerlĂ€ufe der Infektionen, sagte Johnson. "Das erlaubt uns, Neujahr so behutsam zu feiern, wie wir es tun."

Der Regierungschef hatte kĂŒrzlich eine VerschĂ€rfung der Regeln ĂŒber Neujahr ausgeschlossen. In Theatern, Kinos und Museen sowie in LĂ€den und im öffentlichen Nahverkehr muss Maske getragen werden, und fĂŒr Clubs und Großveranstaltungen gelten die 3G-Regeln. Pubs, Discos und Restaurants haben aber weitestgehend ohne EinschrĂ€nkungen geöffnet. In den anderen britischen Landesteilen gelten deutlich strengere Regeln. Gesundheit ist im Vereinigten Königreich LĂ€ndersache. Es wird befĂŒrchtet, dass Zehntausende Schotten und Waliser die laxeren Regeln in England ausnutzen und zu Silvesterfeiern anreisen

Bundesregierung rechnet im Januar mit klarerem Bild

Die Bundesregierung erwartet Anfang kommenden Jahres ein klareres Bild ĂŒber die Corona-Infektionslage in Deutschland. "Die Zahlen werden sich zu Beginn des Jahres wieder normalisieren, es wird zu Nachmeldungen kommen", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit Blick auf die aktuell sinkenden Infektionszahlen, was Experten aber auch zu einem Teil auf die wegen der Feiertage schlechter besetzten GesundheitsĂ€mter zurĂŒckfĂŒhren. Einzelne Ämter dĂŒrften einige Tage brauchen, um das nachzumelden, sagte der Sprecher. "Die Infektionszahlen sind ein wichtiger Indikator, aber natĂŒrlich nicht der einzige", fĂŒgte er hinzu. Die Lage in den KrankenhĂ€usern und auf den Intensivstationen habe sich zum GlĂŒck etwas entspannt. Wichtig sei, die Schutzmaßnahmen einzuhalten und mit den Impfungen voranzukommen.

Ministerin befĂŒrchtet weitere Corona-Wellen ohne Impfpflicht

Ohne eine Impfpflicht fĂŒr alle drohen nach Ansicht von Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (GrĂŒne) weitere Corona-Wellen. "Wenn wir die ImmunitĂ€tslĂŒcken nicht deutlich herunterkriegen, sind wir immer wieder gefĂ€hrdet, auch von einer neuen Welle erfasst zu werden", sagte Nonnemacher der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. "Ich habe meine Meinung zu einer Impfpflicht geĂ€ndert, weil ich nicht sehe, dass wir mit aller AufklĂ€rungsarbeit die Impfquoten erreichen, die wir brauchten." Es mĂŒsse natĂŒrlich genug Impfstoff dafĂŒr vorhanden sein.

Um den Anteil der Geimpften zu erhöhen, ist eine allgemeine Impfpflicht im GesprĂ€ch. Angedacht ist, dass der Bundestag ohne Fraktionszwang darĂŒber abstimmt. Die Brandenburger Landesregierung ist in der Frage der allgemeinen Impfpflicht uneins. MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke (SPD) hatte sich dafĂŒr ausgesprochen, mit der Entscheidung darĂŒber bis Ende Januar oder Februar zu warten, um zu sehen, ob sich genug Menschen freiwillig impfen lassen. WĂ€hrend Nonnemacher fĂŒr eine Impfpflicht ist, sieht Innenminister Michael StĂŒbgen (CDU) dies sehr skeptisch.

Bericht: Lauterbach besorgt ĂŒber Omikron-Dynamik

In Deutschland ist die Zahl der Omikron-FĂ€lle um 45 Prozent im Vergleich zum Vortag gestiegen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach bereitet das große Sorge. Er befĂŒrchtet, dass die Corona-Infektionslage tatsĂ€chlich noch viel gravierender ist. "Eine Omikron-Dynamik, die mir große Sorgen macht – und die in den offiziellen Zahlen nicht zutreffend abgebildet ist", sagte der Minister der "Bild". Grund hierfĂŒr seien TestausfĂ€lle und Meldeverzögerungen ĂŒber die Feiertage. Mehr dazu lesen Sie hier.

Karl Lauterbach: Die Omikron-Dynamik bereitet dem Gesundheitsminister große Sorge.
Karl Lauterbach: Die Omikron-Dynamik bereitet dem Gesundheitsminister große Sorge. (Quelle: Jens Schicke/imago-images-bilder)

WHO: Weiterhin "sehr hohes Risiko" wegen Omikron

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft das von der Omikron-Variante des Coronavirus ausgehende Risiko nach wie vor als "sehr hoch" ein. "Das Gesamtrisiko durch die besorgniserregende neue Omikron-Variante bleibt sehr hoch", warnte die WHO am Mittwoch. "ZuverlĂ€ssige Beweise zeigen, dass die Omikron-Variante gegenĂŒber der Delta-Variante einen Wachstumsvorteil mit einer Verdopplungsrate von zwei bis drei Tagen besitzt".

In einer Reihe von LĂ€ndern wie den USA, Großbritannien, Frankreich und Italien sei ein "schneller Anstieg der Inzidenz" zu beobachten, erklĂ€rte die WHO weiter. Dieser Anstieg sei "wahrscheinlich" auf eine Kombination aus dem ĂŒber die Zeit abnehmenden Schutz durch Impfung oder Genesung sowie der gestiegenen Übertragbarkeit der Variante zurĂŒckzufĂŒhren.

Die WHO hatte zuletzt gewarnt, dass Omikron zu einer "großen Zahl von Klinikeinweisungen" in Europa fĂŒhren könnte. Dies liege an der zu erwartenden Masse an Infektionen, sagte am Dienstag Catherine Smallwood von der WHO-Europadirektion der Nachrichtenagentur AFP.

Studie: Chinesisches CoronaVac schwÀchelt bei Omikrom

Eine Studie der Medizinischen FakultĂ€t der LKS der UniversitĂ€t Hongkong (HKUMed) und der Medizinischen FakultĂ€t der Chinesischen UniversitĂ€t Hongkong (CU Medicine) zeigt, dass ein Booster mit Pfizer-Biontech-Impftstoff Menschen gegen die Omikron-Variante schĂŒtzt, die zuvor den chinesischen Totimpfstoff CoronaVac erhalten haben. Allerdings fand man keine Antikörper gegen Omikron bei Probanden, die drei CoronaVac-Impfungen erhalten haben. Die Studie ist als Pre-Print erschienen, die Zahl der Teilnehmer betrug 25. Das Unternehmen Sinovac hatte Anfang Dezember erklĂ€rt, man habe in eigenen Tests eine 94-prozentige Neutralisationsrate festgestellt.

Bundesregierung will 75 Millionen Impfdosen spenden

Die Ampelkoalition will im kommenden Jahr mindestens 75 Millionen Impfdosen an Ă€rmere Staaten spenden, ohne dabei die eigene Impfkampagne einzuschrĂ€nken. FĂŒr das abgelaufene Jahr gesetzte Ziel von 100 Millionen Dosen sei bereits erreicht worden, "aber dabei dĂŒrfen wie nicht stehen bleiben. FĂŒr das kommende Jahr planen wir eine weitere Spende von mindestens 75 Millionen Dosen", sagt Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch).

Sie stimme mit Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ĂŒberein, dass das nicht zulasten der Impfkampagne in Deutschland gehe. "Wir sind uns einig, dass wir beides hinbekommen werden: die Versorgung der eigenen Bevölkerung und die der Ă€rmeren Staaten."

Intensivmediziner: Triageregeln prÀzisieren

Im Fall einer sogenannten Triage auf Intensivstationen hat ein Intensivmediziner die derzeitigen Ă€rztlichen Empfehlungen verteidigt. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts sehe er "noch keinen Anlass, an unseren Empfehlungen eine Änderung vorzunehmen", sagte Uwe Janssens, PrĂ€sidiumsmitglied der Deutschen InterdisziplinĂ€ren Vereinigung fĂŒr Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), am Dienstagabend im ZDF-"heute journal".

Er hoffe, dass eine Triage – eine Ă€rztliche Entscheidung, wer bei ausgeschöpften KapazitĂ€ten eine intensivmedizinische Behandlung erhĂ€lt und wer nicht – nie notwendig sein werde, betonte Janssen. Die Divi-Richtlinien zu diesem hypothetischen Fall seien vor kurzem aktualisiert worden und wĂŒrden eine Diskriminierung aufgrund einer Behinderung oder chronischen Krankheit ebenso ausschließen wie etwa aufgrund des Alters oder des Impfstatus'. "Das können wir versichern, und dazu stehen wir auch", sagte Janssens. Es gebe aber Passagen wie zur EinschĂ€tzung der Gebrechlichkeit von Patienten, die weiter prĂ€zisiert werden mĂŒssten, so Janssens im ZDF.

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hatte auch mit Verweis auf die Behindertenrechtskonvention entschieden, der Bundestag mĂŒsse "unverzĂŒglich" Vorkehrungen zum Schutz von Menschen mit Behinderungen im Fall einer Triage treffen. Bisher gibt es dazu keinen gesetzlichen Rahmen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Forscher: Geringe Omikron-Empfindlichkeit bei Antigentests

Antigen-Tests erkennen eine Corona-Infektion mit der Omikron-Variante laut US-Gesundheitsbehörden vermutlich nicht so gut wie frĂŒhere Varianten. "Erste Daten deuten darauf hin, dass Antigen-Tests die Omikron-Variante zwar erkennen, aber möglicherweise eine geringere Empfindlichkeit aufweisen", erklĂ€rte die US-Arzneimittelbehörde (FDA) am Dienstag. Die Empfindlichkeit ist ein Maß dafĂŒr, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Test bei einer bestehenden Infektion ein positives Ergebnis anzeigt.

Die neuen Daten basieren auf ersten Forschungsergebnissen mit lebenden Viren von echten Patienten. Zuvor hatte die FDA die Tests mit abgetöteten Viren untersucht und dabei keine Unterschiede zwischen verschiedenen Corona-Varianten feststellen können. Die neuen Daten spiegeln laut FDA die RealitĂ€t besser wieder – die Studien sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

Ältere Nachrichten zur Corona-Pandemie lesen Sie hier, im vorherigen Newsblog.

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