Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextRussland schickt Propaganda-Trucks nach MariupolSymbolbild fĂŒr einen TextBayer knackt EurojackpotSymbolbild fĂŒr einen TextSpritpreise könnten wegen Tankrabatt steigenSymbolbild fĂŒr einen TextPalĂ€stinenser stirbt bei ZusammenstĂ¶ĂŸenSymbolbild fĂŒr einen TextFrench Open: Zverev im AchtelfinaleSymbolbild fĂŒr einen TextRTL-Serie verliert drei StarsSymbolbild fĂŒr einen Text"Stranger Things" bekommt WarnhinweisSymbolbild fĂŒr einen TextVergewaltigung? Deutsche auf Mallorca in U-HaftSymbolbild fĂŒr einen TextMercedes-Bank kĂŒndigt 340.000 KundenkontenSymbolbild fĂŒr einen TextSteffi Graf ziert Magazin-CoverSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserAldi erwĂ€gt große Änderung an der Kasse

Lauterbach an Söder: "Das Gesetz ist klar, das Gesetz gilt"

Von t-online, afp, dpa, rtr
Aktualisiert am 09.02.2022Lesedauer: 101 Min.
Karl Lauterbach und Lothar Wieler: Der Gesundheitsminister will, dass auch Bayern die Teil-Impfpflicht einfĂŒhrt.
Karl Lauterbach und Lothar Wieler: Der Gesundheitsminister will, dass auch Bayern die Teil-Impfpflicht einfĂŒhrt. (Quelle: Wolfgang Kumm/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Der Gesundheitsminister erwartet auch von Bayern, dass es die Teil-Impfpflicht umsetzt. Er könne MinisterprÀsident Söder zwar nicht zwingen, hoffe aber noch auf sein Einlenken. Alle Infos im Newsblog.

Deutschland steckt in einer erneuten Corona-Welle: In vielen Regionen befinden sich die Infektionszahlen auf Rekordniveau. Gleichzeitig entspannt sich allerdings die Lage auf den Intensivstationen zunehmend.

Grund dafĂŒr ist die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante. Sie gilt als ansteckender als die Delta-Variante, sorgt aber gleichzeitig fĂŒr weniger schwere VerlĂ€ufe. Mehr als 75 Prozent der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in Deutschland haben zudem mindestens eine Impfung erhalten.

Lauterbach erwartet Vollzug der Impfpflicht in Bayern

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet, dass auch Bayern die Impfpflicht fĂŒr Pflege- und Klinikpersonal umsetzen wird. "Wir können das Land Bayern kaum zwingen, sich an die Absprachen zu halten. Ich hoffe, dass es auch nicht notwendig ist. Ich hoffe, dass hier Herr Söder noch einlenkt," sagt Lauterbach im Interview mit dem ZDF "heute journal".

"Das Gesetz ist klar, das Gesetz gilt. Das kann auch nicht so einfach zurĂŒckgedreht werden. Aber tatsĂ€chlich ist es möglich, wenn jemand wie Herr Söder es macht, das Gesetz einfach nicht umzusetzen." Lauterbach sagte, wenn ein Bundesland signalisiere, dass das Gesetz nicht kontrolliert werde, dann meldeten die Einrichtungen gar nicht erst, wer nicht geimpft sei.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Spritpreise könnten wegen Tankrabatt steigen
Preistafel einer Tankstelle (Symbolbild): Tanken soll ab Juni eigentlich gĂŒnstiger werden.


Der Minister bekrĂ€ftigte, er sei sicher, dass die Welle bis Ostern brechen werde. "Ich glaube sogar, dass wir in den nĂ€chsten zwei oder drei Wochen also eine Stabilisierung der Fallzahl sehen und dass es dann heruntergehen könnte." Allerdings warne er davor, die Maßnahmen zu schnell zurĂŒckzunehmen. Wenn dann noch eine allgemeine Impfpflicht eingefĂŒhrt werde, sei Deutschland auch fĂŒr einen RĂŒckfall im Herbst vorbereitet.

Der PrÀsident des Bundessozialgerichts (BSG), Rainer Schlegel, erklÀrte derweil in Kassel, seiner EinschÀtzung zufolge könnten die BundeslÀnder die Impfpflicht nicht aussetzen. Mehr dazu lesen Sie hier.

AOK gegen höhere BeitrĂ€ge fĂŒr Ungeimpfte

Die AOK hĂ€lt höhere KrankenkassenbeitrĂ€ge fĂŒr Menschen ohne Corona-Impfung fĂŒr verfehlt. "Das lehnen wir komplett ab. Mit einer Malus-Regelung schießt man ĂŒber das Ziel hinaus und gefĂ€hrdet das Solidarprinzip", sagte die Vorstandschefin des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir dĂŒrfen es uns nicht von ein paar Impfgegnern zerstören lassen, dass wir solidarisch alle zu den gleichen Konditionen versichern."

Die frĂŒhere Gesundheitsministerin von Niedersachsen betonte, dass alle gesetzlich Versicherten ihren Beitrag unabhĂ€ngig von Gesundheit, Einkommen und Risikoverhalten zahlten. "Wenn man höhere BeitrĂ€ge fĂŒr Ungeimpfte einfĂŒhren wĂŒrde, mĂŒsste man auch fĂŒr Diabetiker, Raucher und Risikosportler einen anderen Tarif haben. Dann sind wir bei einer privaten Krankenversicherung", sagte Reimann.

HausĂ€rzte fordern Plan fĂŒr Ausstieg aus Corona-Maßnahmen

Der HausĂ€rzteverband hat von der Bundesregierung einen Plan fĂŒr den Ausstieg aus den Corona-BeschrĂ€nkungen verlangt. "Die Politik muss bereits jetzt ein Konzept entwickeln, wie die Öffnungsschritte konkret aussehen sollen", sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Was nicht passieren darf, ist, dass hektisch uneinheitliche und nicht durchdachte Lockerungsmaßnahmen beschlossen werden." Aktuell seien in den Praxen zwar mehr Corona-Patienten, aber die VerlĂ€ufe seien deutlich milder.

Weigeldt kritisierte zugleich die unklare Datenlage, vor allem in den KrankenhĂ€usern. "Wir wissen in der Regel nicht, wie viele der Hospitalisierten aufgrund ihrer Corona-Infektion eingeliefert wurden und bei wie vielen es sich um einen Nebenbefund handelt", sagte er. "Leider können wir uns auf diese Daten bei der Bewertung der Situation nicht verlassen. Nach zwei Jahren Pandemie ist das ernĂŒchternd."

Krankenhausgesellschaft erwartet keine Überlastung der Kliniken

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft geht davon aus, dass die Kliniken die Omikron-Welle gut bewĂ€ltigen. "Ich rechne aktuell fĂŒr die kommenden Wochen nicht mehr mit einer Überlastung des deutschen Gesundheitswesens", sagte Vorstandschef Gerald Gaß der "Bild"-Zeitung. Die aktuellen Corona-Maßnahmen hĂ€tten "deutlich dazu beigetragen, dass die befĂŒrchtete Welle weniger hoch war als befĂŒrchtet". Sie sollten gelten bis zum Höhepunkt der Omikron-Welle, den die Bundesregierung in ein bis zwei Wochen erwartet. Danach könne die Politik "ohne Zweifel schrittweise Lockerungen fĂŒr die kommenden Wochen ins Auge fassen".

Andere Experten halten eine Überlastung des Gesundheitssystems dagegen weiter fĂŒr möglich. So hatte die Infektiologin Jana Schroeder (Stiftung Mathias-Spital, Rheine) kĂŒrzlich auf noch etwa drei Millionen ungeimpfte Ă€ltere Menschen verwiesen, die schwer erkranken könnten.

WHO: 16 Milliarden Dollar fĂŒr Ă€rmere LĂ€nder im Kampf gegen Corona

FĂŒr die UnterstĂŒtzung der Ă€rmeren LĂ€nder im Kampf gegen Corona werden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dieses Jahr noch 16 Milliarden Dollar (rund 14 Milliarden Euro) gebraucht. Auf diese GrĂ¶ĂŸe bezifferte die WHO am Mittwoch in Genf die LĂŒcke im Etat zur Versorgung solcher Staaten mit Impfstoffen, Tests und Medikamenten. Das Geld soll in ein von den Vereinten Nationen gestartetes Programm fließen. Damit könnten ein Pool mit 600 Millionen Impfdosen geschaffen, 700 Millionen Tests gekauft sowie die Behandlung von 120 Millionen Patienten ermöglicht werden, hieß es.

"Die Wissenschaft hat uns die Instrumente gegeben, Covid-19 zu bekĂ€mpfen", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. "Wenn sie solidarisch weltweit geteilt werden, können wir Covid als gesundheitlichen Notfall in diesem Jahr beenden." 92 Prozent des erforderlichen Gesamtbetrags sollen nach UN-Berechnungen von der EU und den G20 kommen, der Gruppe der großen Industrie- und SchwellenlĂ€nder.

Angesichts der weltwirtschaftlichen Folgen der Pandemie seien die 16 Milliarden Dollar ein sehr ĂŒberschaubarer Betrag, so der WHO-Botschafter fĂŒr globale Gesundheitsfinanzierung, Gordon Brown. Er kritisierte die nach wie vor enorme Ungleichheit bei der weltweiten Verteilung von Impfstoffen und der VerfĂŒgbarkeit von Tests und Medikamenten. In den armen Staaten sei die Impfquote weiterhin gering. Zugleich verfielen in nĂ€chster Zeit viele Millionen ungenutzter Impfdosen in den reichen LĂ€ndern.

Bericht: Impfstoffhersteller stoppt vorĂŒbergehend Produktion

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) hat einem Medienbericht zufolge die Herstellung seines Corona-Impfstoffes vorĂŒbergehend gestoppt. Die Anlage im niederlĂ€ndischen Leiden habe die Produktion Ende 2021 eingestellt, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Werk solle die Produktion in einigen Monaten wieder aufnehmen. Hier lesen Sie mehr.

Corona-Hilfen werden wohl verlÀngert

Die Wirtschaftsminister von Bund und LĂ€ndern streben eine VerlĂ€ngerung der Corona-Hilfen fĂŒr Unternehmen bis Ende Juni 2022 an. Dies sei eine sinnvolle Option, parallel zum bis dahin laufenden Kurzarbeitergeld, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) nach Beratungen mit den LĂ€ndern. DafĂŒr werde er sich einsetzen. "Die genauen Programmbedingungen stimmen wir jetzt in der Bundesregierung zĂŒgig ab."

Robert Habeck: Der Bundeswirtschaftsminister hĂ€lt es fĂŒr sinnvoll, die Corona-Hilfen zu verlĂ€ngern.
Robert Habeck: Der Bundeswirtschaftsminister hĂ€lt es fĂŒr sinnvoll, die Corona-Hilfen zu verlĂ€ngern. (Quelle: IP3press/Vincent Isore/imago-images-bilder)

Firmen mĂŒssen fĂŒr ÜberbrĂŒckungshilfen – das sind ZuschĂŒsse zu den Fixkosten – einen Corona-bedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent nachweisen. Einige BranchenverbĂ€nde haben dies als zu hohe HĂŒrde kritisiert, so dass viele Betriebe durch das Raster fallen.

Seit Beginn der Corona-Krise im MĂ€rz 2020 wurden Hilfen fĂŒr die Wirtschaft in Höhe von etwa 78 Milliarden Euro ausbezahlt. Hinzu kommen weitere 55 Milliarden Euro an gewĂ€hrten Krediten. Laut Bundesagentur fĂŒr Arbeit wurden zusĂ€tzlich in den Jahren 2020 und 2021 etwa 24 Milliarden Euro an Kurzarbeitergeld und etwa 18 Milliarden Euro fĂŒr Sozialleistungen aus der Kurzarbeit ausgegeben. Im Rahmen der aktuell laufenden ÜberbrĂŒckungshilfe 4 wurden bisher AntrĂ€ge von mehr als 7.600 Firmen gestellt – mit einem Volumen von 370,6 Millionen Euro.

Loading...
Loading...
Loading...

Drei BundeslÀnder kippen 2G-Regel im Einzelhandel

Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern lockern die Corona-Regeln im Einzelhandel. "Ab Samstag wird die 2G-Regelung im Einzelhandel durch eine FFP2-Maskenpflicht ersetzt", sagte der Hamburger Senatssprecher Marcel Schweitzer am Dienstag. Alle anderen Regelungen bleiben zunÀchst bestehen. Mehr zu Hamburg lesen Sie hier.

Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern ersetzen die 2G-Regel im Einzelhandel durch eine FFP2-Maskenpflicht (Symbolbild).
Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern ersetzen die 2G-Regel im Einzelhandel durch eine FFP2-Maskenpflicht (Symbolbild). (Quelle: Michael Gstettenbauer/imago-images-bilder)

Auch in Mecklenburg-Vorpommern dĂŒrfen Ungeimpfte von Samstag an wieder in allen GeschĂ€ften einkaufen, beim Shopping muss aber auch dort eine FFP2-Maske getragen werden. In GeschĂ€ften fĂŒr den tĂ€glichen Bedarf wie SupermĂ€rkten genĂŒgt ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz. Der Bremer Senat hebt neben der 2G-Regel im Einzelhandel auch die Kontakterfassung etwa in Restaurants auf. Weitere BundeslĂ€nder, unter anderem Schleswig-Holstein, Berlin und Brandenburg, haben ebenfalls angekĂŒndigt, die 2G-Pflicht im Handel zu streichen.

Baden-WĂŒrttemberg schafft wiederum die 3G-Regel fĂŒr den Einzelhandel ab. Bisher hatten hier Geimpfte, Genesene sowie Kunden mit einem aktuellen Test Zutritt. Mehr zu diesem Bundesland lesen Sie hier.

Corona-Schnelltest mit PCR-Genauigkeit entwickelt

So schnell wie ein Antigentest und so genau wie ein PCR-Test – einen solchen Corona-Test haben chinesische Wissenschaftler nach eigenen Angaben entwickelt. Die Forscher der Fudan-UniversitĂ€t in Shanghai stellten ihren Sensor am Montag im Fachblatt "Nature Biomedical Engineering" vor. Hier erfahren Sie mehr ĂŒber diese Innovation.

Giffey hÀlt an einrichtungsbezogener Impfpflicht fest

Berlins Regierende BĂŒrgermeisterin Franziska Giffey (SPD) hat nach dem öffentlichen AbrĂŒcken Bayerns betont, die einrichtungsbezogene Impfpflicht umsetzen zu wollen. "Berlin hĂ€lt sich an die Vereinbarung zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht, die alle LĂ€nder und der Bund getroffen haben", sagte Giffey t-online. "Ich befĂŒrworte ein bundesweit einheitliches Verfahren. Die Impfung ist und bleibt der Weg aus der Pandemie, auch in dieser Phase und auch fĂŒr den kommenden Herbst."

Franziska Giffey wĂ€hrend einer Senats-Pressekonferenz im Roten Rathaus (Archivbild): Berlins Regierende BĂŒrgermeisterin hĂ€lt an der einrichtungsbezogenen Impfpflicht fest.
Franziska Giffey wĂ€hrend einer Senats-Pressekonferenz im Roten Rathaus (Archivbild): Berlins Regierende BĂŒrgermeisterin hĂ€lt an der einrichtungsbezogenen Impfpflicht fest. (Quelle: Reiner Zensen/imago-images-bilder)

Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) hatte am Montag erklĂ€rt, dass Bayern die bundesweit beschlossene einrichtungsbezogene Impfpflicht bis auf Weiteres nicht umsetzen wolle und "großzĂŒgigste Übergangsregelungen" schaffen werde. Bayerns Vorgehen löste zum Teil massive Kritik aus.

Lauterbach freut sich auf "Super-Sommer"

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat Hoffnung auf eine spĂŒrbare Entspannung der Pandemielage in den kommenden Monaten gemacht. "Wir werden einen Super-Sommer haben, wie im letzten Jahr auch", sagte Lauterbach dem Magazin "Stern" laut einer Vorabmeldung vom Dienstag. EndgĂŒltig gebannt sei die Gefahr durch das Coronavirus aber noch lange nicht, warnte er – im Gegenteil: Wegen der momentan hohen Infektionszahlen habe das Virus gute Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln, neue Mutationen auszubilden und erneut viele Menschen anzustecken.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach wÀhrend der Bundespressekonferenz in Berlin (Archivbild): Er rechnet mit einem "Super-Sommer", mahnt aber auch zur Vorsicht.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach wĂ€hrend der Bundespressekonferenz in Berlin (Archivbild): Er rechnet mit einem "Super-Sommer", mahnt aber auch zur Vorsicht. (Quelle: Chris Emil Janßen/imago-images-bilder)

"Dass bei diesen hohen Infektionszahlen keine Mutationen entstehen, ist epidemiologisch undenkbar", sagte Lauterbach. Deswegen gehe er auch nicht von einem nahen Ende der Pandemie aus. "Dass die Pandemie mit Omikron vorbei ist, halte ich fĂŒr ausgeschlossen", sagte er. "Wir können nur hoffen, dass die neuen (Mutationen) harmloser sind. Bislang war das leider nicht der Fall", sagte Lauterbach.

Merz fordert Regierung zu Aussetzung der Impfpflicht auf

Die Unionsparteien vollziehen eine Kehrtwende bei der einrichtungsbezogenen Impfpflicht: CDU-Chef Friedrich Merz forderte die Bundesregierung am Montag in SaarbrĂŒcken auf, die fĂŒr den 15. MĂ€rz geplante EinfĂŒhrung der Impfpflicht fĂŒr PflegekrĂ€fte auszusetzen. Dies sei die "ganz einhellige" Meinung von Vorstand und PrĂ€sidium der CDU, auch die Fraktionschefs der Unionsparteien in den Landtagen hĂ€tten sich dieser Forderung "ohne Ausnahme" angeschlossen. Im Dezember hatte die CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Bundestag der EinfĂŒhrung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht noch zugestimmt.

CDU-Chef Friedrich Merz: "Die Bundesregierung lÀsst die Einrichtungen und die BeschÀftigten mit den Folgen dieser Impfpflicht allein"
CDU-Chef Friedrich Merz: "Die Bundesregierung lÀsst die Einrichtungen und die BeschÀftigten mit den Folgen dieser Impfpflicht allein" (Quelle: photothek/Florian Gaertner/imago-images-bilder)

Merz warf der Bundesregierung vor, die Voraussetzungen fĂŒr den Vollzug der Impfpflicht Mitte MĂ€rz nicht geschaffen zu haben. "Die Bundesregierung lĂ€sst die Einrichtungen und die BeschĂ€ftigten mit den Folgen dieser Impfpflicht allein", sagte der CDU-Chef. Den Einrichtungen in vielen LĂ€ndern drohten massive Personalverluste. Die Impfpflicht "stĂ¶ĂŸt die Einrichtungen ins Chaos".

Merz verwies auf NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), der in den Parteigremien von "unĂŒberwindbaren Schwierigkeiten in den Einrichtungen" bei der Umsetzung der Impfpflicht berichtet habe. "Wir sehen einen massiven Personalabgang dort", sagte Merz.

Erste Apotheken starten in die Impfkampagne

Mit zunĂ€chst mĂ€ĂŸiger Beteiligung beginnt an diesem Dienstag eine bundesweite Impfkampagne in Apotheken gegen Corona. Vom Start weg sind rund 500 der etwa 18.500 Apotheken in Deutschland dabei. Das teilte die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher ApothekerverbĂ€nde am Montag mit. Die Vereinigung erwartet, dass die Anzahl der Apotheken mit Impfangebot in den nĂ€chsten Wochen sukzessive steigen wird.

Impfung in einer DĂŒsseldorfer Apotheke: Am Dienstag startet die bundesweite Kampagne fĂŒr Impfungen in Apotheken.
Impfung in einer DĂŒsseldorfer Apotheke: Am Dienstag startet die bundesweite Kampagne fĂŒr Impfungen in Apotheken. (Quelle: Thilo Schmuelgen/Reuters-bilder)

Bereits einen Tag vor dem bundesweiten Stichtag begannen am Montag in Nordrhein-Westfalen einige Apotheken mit Impfungen. Der Apothekerverband Nordrhein berichtete von einer ĂŒberraschend regen Nachfrage. Die HausĂ€rzteverbĂ€nde in Nordrhein-Westfalen hatten das zusĂ€tzliche Impfangebot durch Apotheker kritisiert, weil es derzeit auch freie Termine in den Praxen und Impfzentren gibt. Die Zahl der Impfungen leiten die Apotheken kĂŒnftig tĂ€glich an das Robert Koch-Institut weiter.

Impfwillige sollen teilnehmende Apotheken in ihrer Umgebung ab Dienstag auf einem Online-Portal finden können.

Berlin und Brandenburg wollen 2G-Regel im Einzelhandel aufheben.

In Berlin und Brandenburg soll die 2G-Regel im Einzelhandel fallen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Imageschaden fĂŒr Astrazeneca: Experte kritisiert Wissenschaftler und Politiker

Wissenschaftler und Politiker haben nach Ansicht eines Wissenschaftlers aus Oxford "wahrscheinlich Hunderttausende von Menschen getötet", indem sie den Ruf des Impfstoffs von Astrazeneca beschÀdigt haben. "Sie haben den Ruf des Imstoffes so beschÀdigt, dass es in der ganzen Welt nachhallt", sagte John Bell, der selbst am Impfstoff mitgearbeitet hat, in einer BBC-Dokumentation. "Darauf können sie nicht stolz sein."

Das Mittel des schwedisch-britischen Impfstoffherstellers hatte im FrĂŒhjahr 2021 fĂŒr Schlagzeilen gesorgt: Im zeitlichen Zusammenhang einer Astrazeneca-Impfung wurden FĂ€lle von seltenen Hirnvenenthrombosen berichtet. Deshalb wurde die Impfung im MĂ€rz vergangenen Jahres in Deutschland vorsorglich ausgesetzt. Dies sorgte zwischenzeitlich fĂŒr einen erheblichen Imageschaden des Vakzins.

Nach eingehender PrĂŒfung hatte die EuropĂ€ische Arzneimittelbehörde (Ema) wenige Tage spĂ€ter empfohlen, die Impfungen fortzusetzen. Es traten weitere FĂ€lle auf, die fast ausschließlich Personen unter 60 Jahren betrafen. Aufgrund einer HĂ€ufung der FĂ€lle in dieser Altersgruppe mit teils tödlichem Verlauf sprach die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) die Empfehlung aus, Astrazeneca lediglich an ĂŒber 60-JĂ€hrige zu verabreichen. Der Einsatz von Astrazeneca fĂŒr eine erste oder zweite Impfstoffdosis unterhalb dieser Altersgrenze bleibt jedoch nach Ă€rztlicher AufklĂ€rung und bei individueller Risikoakzeptanz möglich.

Kreise: Söder will Corona-Sperrstunde in Gastronomie aufheben

GaststĂ€tten in Bayern sollen nach Worten von MinisterprĂ€sident Markus Söder kĂŒnftig wieder ohne coronabedingte Zeitbegrenzung öffnen dĂŒrfen. Die Sperrstunde – aktuell noch 22.00 Uhr – soll aufgehoben werden. Das kĂŒndigte der CSU-Vorsitzende am Montag in einer Videoschalte des CSU-Vorstands an, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

Söder wirft Bundesregierung "wirre Debattenlage" bei Corona-Strategie vor

Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) hat der Bundesregierung eine "wirre Debattenlage" beim weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie vorgeworfen. "Die Bundesregierung ist uneins", sagte Söder am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Dies zeige sich etwa bei der einseitigen VerkĂŒrzung des Genesenenstatus oder im Umgang mit dem PrĂ€sidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler.

Markus Söder: Der CSU-Chef spricht sich fĂŒr die Impfpflicht aus.
Markus Söder: Der CSU-Chef spricht sich fĂŒr die Impfpflicht aus. (Quelle: Chris Emil Janßen/imago-images-bilder)

Söder warb vor der am 16. Februar stattfindenden nĂ€chsten MinisterprĂ€sidentenkonferenz dafĂŒr, die derzeit geltenden BeschrĂ€nkungen zu lockern. EinschrĂ€nkungen der Bevölkerung seien dann richtig, wenn das Gesundheitssystem extrem belastet sei – das sei derzeit bei der Omikron-Variante aber nicht der Fall. In solch einer Situation mĂŒsse in der Balance von Freiheit und Sicherheit die Freiheit einen stĂ€rkeren Platz finden.

Gleichzeitig warb Söder dafĂŒr, trotzdem eine Impfpflicht zu beschließen. Die Impfpflicht sei auch die Antwort auf Herausforderungen durch mögliche zukĂŒnftige Mutationen des Coronavirus. Eine Impfpflicht schaffe im Vergleich zu Hunderten Verordnungen außerdem ein deutliches Mehr an Klarheit.

HausĂ€rzte klagen ĂŒber TestmĂŒdigkeit in der Bevölkerung

HausĂ€rzte in Nordrhein-Westfalen klagen ĂŒber eine wachsende Sorglosigkeit in der Bevölkerung im Umgang mit der Corona-Pandemie. "Insgesamt ist wohl in der Bevölkerung eine TestmĂŒdigkeit aufgekommen. Viele, die als Kontaktperson in QuarantĂ€ne sein sollten, sind es nicht", sagte Oliver Funken, Chef des HausĂ€rzteverbands Nordrhein, der "Rheinischen Post" (Montag). Bislang sind nur geboosterte Kontaktpersonen von der QuarantĂ€ne-Pflicht befreit.

Auch die jĂŒngste Stiko-Entscheidung fĂŒr eine vierte Impfung hĂ€tten die Patienten gleichmĂŒtig aufgenommen: "Die Patienten ĂŒberrascht fast nichts mehr." Die Frage nach dem zweiten Boostern hĂ€tten viele bei der Auffrischimpfung schon gestellt. "Einen erneuten Run auf die Praxen erwarten wir nicht", sagte Funken.

Zugleich kritisieren die HausÀrzte das Apotheken-Impfen, das am heutigen Montag startet: "Die Apotheken bringen die Impfkampagne nicht voran. Wen sollen sie denn noch erreichen? Die Impfzögerer auf jeden Fall nicht", sagte Funken und mahnte: "Apotheken haben keinerlei Erfahrung im Impfen. Sie sollen Impfstofflieferketten sicherstellen. Im Klartext: Schuster, bleib bei deinem Leisten."

WĂŒst gegen ĂŒbereilte Öffnungsschritte bei Corona

Der nordrhein-westfĂ€lische MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst (CDU) hat sich gegen ĂŒbereilte Öffnungsschritte bei den Corona-Maßnahmen ausgesprochen. "Wir sollten uns vorbereiten, die Grundrechtseingriffe StĂŒck fĂŒr StĂŒck zurĂŒckzunehmen, wenn der Scheitelpunkt, wenn der Höhepunkt dieser Welle erreicht ist, und wir sehen, dass das Gesundheitssystem in den KrankenhĂ€usern stabil ist", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im ZDF. Das sei aber derzeit noch nicht der Fall. Die Inzidenzahlen stiegen noch an. "Der Höhepunkt ist offensichtlich noch nicht erreicht."

Die Experten gingen aktuell davon aus, dass der Höhepunkt dieser Pandemiewelle Mitte oder Ende Februar erreicht sein werde, sagte WĂŒst "Wir sollten uns darauf vorbereiten. Wir sollten definieren, welche Schritte wir gehen, wenn wir sehen, dass in diesem Moment das Gesundheitssystem stabil ist und die KrankenhĂ€user nicht ĂŒberlastet sind."

Das zu tun, werde Aufgabe der nĂ€chsten Wochen sein. Er sei deshalb dafĂŒr, an der geltenden Verabredung festzuhalten, erst Mitte Februar bei den nĂ€chsten Bund-LĂ€nder-Beratungen die nĂ€chsten Schritte zu verabreden.

AusdrĂŒcklich sprach sich WĂŒst erneut fĂŒr die EinfĂŒhrung einer Impfpflicht in Deutschland aus.

Lauterbach: Omikron wird nicht die letzte Variante sein

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hĂ€lt Lockerungen der Corona-Maßnahmen erst in einigen Wochen fĂŒr möglich. Lauterbach sagte am Sonntag bei Bild-TV: "Ich glaube, dass wir deutlich vor Ostern lockern werden." Davon sei er "fest ĂŒberzeugt".

Voraussetzung sei allerdings, dass Mitte Februar wie erwartet die Omikron-Welle ihren Höhepunkt erreicht. "Man darf das Fell des BĂ€ren nicht verteilen, bevor er erschossen ist", warnte Lauterbach. Der Gesundheitsminister konnte sich vorstellen, dass auf der nĂ€chsten MinisterprĂ€sidentenkonferenz ĂŒber Lockerungen diskutiert wird.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist Lauterbach jedoch strikt dagegen: Er halte es "fĂŒr verrĂŒckt", wenn bei Höchstzahlen von Infizierten und einer funktionierenden Strategie die Maßnahmen gelockert wĂŒrden. Der Minister fragte: "Was wĂ€re in Deutschland, wenn wir vorgehen wĂŒrden wie in England?" Seine Antwort: "Dann hĂ€tten wir pro Tag ĂŒber den Daumen gepeilt vielleicht 300 Tote. Wir haben aber deutlich weniger, nĂ€mlich 60 bis 80." Mit den Maßnahmen "retten wir jeden Tag Leben", betonte Lauterbach.

Karl Lauterbach: Der Bundesgesundheitsminister macht Hoffnung auf Lockerungen vor Ostern.
Karl Lauterbach: Der Bundesgesundheitsminister macht Hoffnung auf Lockerungen vor Ostern. (Quelle: Wolfgang Kumm/dpa-bilder)

Lauterbach warb erneut fĂŒr die allgemeine Impfpflicht: "Wenn wir im Herbst tatsĂ€chlich eine Impfpflicht bekĂ€men, dann glaube ich, ist der Spuk weitestgehend vorbei, weil wir damit die ImpflĂŒcken geschlossen bekommen."

Der Minister machte deutlich, dass dies nur fĂŒr eine Impfpflicht fĂŒr alle Erwachsenen ab 18 Jahren gelte: "Wenn wir eine Impfpflicht machen ab 50 oder fĂŒr jeden Zweiten, dann haben wir nachher eine Riesendebatte um eine Impfpflicht gehabt, aber das Problem ist noch immer nicht gelöst."

Lauterbach zeigte sich auch zuversichtlich, eine Impfpflicht auch gegen den angedrohten Widerstand der Union um den CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz durch den Bundestag bringen zu können.

Lauterbach Ă€ußert erneut Kritik an RKI-Chef Wieler

Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat Kritik am PrĂ€sidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, fĂŒr dessen mangelhafte Kommunikation der VerkĂŒrzung des Corona-Genesenenstatus von sechs auf drei Monate geĂ€ußert: "Das hier war nicht in Ordnung", sagte er Bild-TV. Es gehe nicht an, dass er als Minister gleichzeitig mit den BĂŒrgern erfahre, dass es einen neuen Status gebe. "Das ist ja klar, und darĂŒber ist offen gesprochen worden." Das dĂŒrfe sich "nicht wiederholen".

Gleichzeitig sah der Minister keinen Grund fĂŒr personelle Konsequenzen: Wieler habe "zwei Jahre lang eine sehr wichtige und gute Arbeit gemacht und genießt weiter mein Vertrauen. So einfach ist das."

NRW-HausĂ€rzte mahnen QuarantĂ€nemĂŒdigkeit bei Kontaktpersonen an

In der Bevölkerung macht sich laut dem HausĂ€rzteverband Nordrhein Corona-MĂŒdigkeit breit. "Insgesamt ist wohl in der Bevölkerung eine TestmĂŒdigkeit aufgekommen. Viele, die als Kontaktperson in QuarantĂ€ne sein sollten, sind es nicht", sagt Oliver Funken, Chef des HausĂ€rzteverbands Nordrhein, der Zeitung "Rheinische Post".

Bislang sind nur geboosterte Kontaktpersonen von der QuarantĂ€ne-Pflicht befreit. Auch die jĂŒngste Stiko-Entscheidung fĂŒr eine vierte Impfung hĂ€tten die Patienten gleichmĂŒtig aufgenommen. "Die Patienten ĂŒberrascht fast nichts mehr. Die Frage nach dem zweiten Booster haben viele bei der Auffrischimpfung schon gestellt. Einen erneuten Run auf die Praxen erwarten wir nicht."

Habeck will Corona-Impfpflicht fĂŒr alle Erwachsenen

Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) spricht sich fĂŒr eine Corona-Impfpflicht fĂŒr alle Erwachsenen aus. "Ich bin der Meinung, dass wir eine allgemeine Impfpflicht brauchen", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe und der französischen Zeitung "Ouest-France" (Sonntagsausgaben). Eine Corona-Impfung biete guten Schutz. "Und wenn man sich impfen lĂ€sst, schĂŒtzt man nicht nur sich selbst, sondern auch die offene Gesellschaft", sagte Habeck. Darum sei er fĂŒr eine Impfpflicht fĂŒr alle ab 18.

CDU-Chef Friedrich Merz kĂŒndigte dagegen in der "Bild am Sonntag" an, keinen der bislang vorgelegten VorschlĂ€ge zur Impfpflicht unterstĂŒtzen zu wollen. Er plĂ€dierte stattdessen fĂŒr ein Impfvorsorgegesetz. "Darin könnten die wichtigsten Voraussetzungen fĂŒr eine Impfpflicht quasi auf Vorrat beschlossen werden", sagte Merz. Wenn es eine neue Corona-Welle gebe, könne die Impfpflicht dann mit einem erneuten Bundestagsbeschluss schnell in Kraft treten.

Einen Entwurf fĂŒr eine solche Regelung hat die Unionsfraktion bisher nicht vorgelegt. Merz, der Mitte Februar auch Fraktionsvorsitzender werden soll, hat angekĂŒndigt, in der nĂ€chsten Sitzungswoche des Bundestags ab dem 14. Februar ein Eckpunktepapier vorzulegen.

Australien will Grenzen fĂŒr Touristen öffnen

Australien will seine Grenzen fĂŒr internationale Touristen bald wieder öffnen. Wie der australische MinisterprĂ€sident Scott Morrison ankĂŒndigt, sei die Wiedereröffnung nicht weit entfernt und könnte noch vor Ostern möglich sein. Morrison will das Thema in der kommenden Woche im Parlament diskutieren. Auch Innenministerin Karen Andrews sagte in einem TV-Interview am Sonntag, dass die Regierung einer Entscheidung zur Grenzöffnung sehr nah sei.

Afrika plant eigene Gesundheitsorganisation

Als Reaktion auf die Corona-Pandemie will Afrika eine eigene kontinentale Gesundheitsorganisation mit weitgehenden Befugnissen aufbauen. Einen entsprechenden Entwurf billigten die Staats- und Regierungschefs der Afrikanischen Union (AU) an diesem Wochenende auf ihrem Gipfeltreffen in Äthiopiens Haupstadt Addis Abeba. Basis soll die vor fĂŒnf Jahren gegrĂŒndete panafrikanische Gesundheitsorganisation Africa CDC sein, gab deren Leiter John Nkengasong am Sonntag bekannt. "Das Konzept wurde gebilligt", sagte er. Es gelte jetzt vor allem, sich fĂŒr kĂŒnftige Pandemien zu wappnen.

Die CDC versucht, die Mittel der afrikanischen Staaten zu bĂŒndeln und Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu koordinieren. Als kĂŒnftige African Preparedness and Response Authority (APRA) soll die Organisation eine autonome Struktur erhalten, die ihr weitgehende Befugnisse gibt und auch direkt an die jeweiligen Regierungen berichtet. Sie soll zudem mit Blick auf mögliche kĂŒnftige Pandemien ein Handlungsprogramm fĂŒr schnelle Reaktionen entwerfen, sagte die Leiterin der AU-Covid-Kommission, Olive Shishana. Die Finanzierung der neuen Organisation dĂŒrfte kaum Probleme darstellen, meinte sie.

Italien lockert Corona-Maßnahmen fĂŒr AuslĂ€nder

Italien lockert seine Corona-BeschrĂ€nkungen fĂŒr auslĂ€ndische Besucher. Der Ministerrat beschloss am Mittwoch in Rom, dass AuslĂ€nder kĂŒnftig auch dann wieder in Hotels oder Restaurants gehen dĂŒrfen, wenn sie nicht mit einem in der EU zugelassenen Vakzin geimpft oder genesen sind. Dies betrifft etwa Menschen aus Russland oder China. Sie mĂŒssen allerdings neben dem Impfnachweis einen aktuellen Negativtest vorlegen. Dasselbe gilt fĂŒr AuslĂ€nder, deren Impf- oder Genesenenstatus in ihren LĂ€ndern noch gĂŒltig, laut strengeren italienischen Regelungen aber abgelaufen ist.

Chinesisches Neujahrfest in Mailand: KĂŒnftig akzeptiert Italien bei Touristen auch nicht in der EU zugelassene Impfstoffe.
Chinesisches Neujahrfest in Mailand: KĂŒnftig akzeptiert Italien bei Touristen auch nicht in der EU zugelassene Impfstoffe. (Quelle: Ervin Shulku/ZUMA Wire/imago-images-bilder)

Zuletzt hatte sich die Tourismusbranche beschwert, weil GĂ€ste zwar dank der 3G-Regel – also auch ungeimpft, aber negativ getestet – einreisen, dann aber nicht in Hotels oder GaststĂ€tten gehen durften. In Italien gilt in der Gastronomie allgemein die 2G-Regel.

Habeck warnt vor schnellen Öffnungen

Vizekanzler Robert Habeck (GrĂŒne) hat vor einer voreiligen Lockerung der Corona-BeschrĂ€nkungen gewarnt. "NatĂŒrlich brauchen wir eine Öffnungsperspektive, aber die Lockerungen mĂŒssen zum richtigen Zeitpunkt kommen", sagte Habeck den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). "Noch ist die Omikron-Welle nicht gebrochen." Der Bundeswirtschaftsminister sprach sich zudem fĂŒr Einheitlichkeit bei den Lockerungen aus. Lesen Sie hier mehr dazu.

Höchststand bei Schwerkranken in Israel

Die Zahl der Corona-Schwerkranken in Israel ist in der Omikron-Welle so hoch wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Das Gesundheitsministerium teilte am Samstagabend mit, 1229 schwer an Corona erkrankte Patienten wĂŒrden in KrankenhĂ€usern behandelt. Den bisherigen Höhepunkt hatte die Zahl am 26. Januar 2021 mit rund 1185 Schwerkranken erreicht.

Israelische KrankenhĂ€user klagen weiterhin ĂŒber eine hohe Belastung. Es gibt aber gleichzeitig Anzeichen dafĂŒr, dass die Omikron-Welle in Israel allmĂ€hlich bricht. Von Montag sollen Corona-Regeln im Land weiter gelockert werden.

Nach den Angaben des Gesundheitsministeriums am Samstag wurden binnen 24 Stunden 37 985 neue Corona-FÀlle gemeldet. Am 23. Januar hatte die Zahl der Neuinfektionen in Israel mit mehr als 85 000 einen Höhepunkt seit Beginn der Pandemie erreicht.

Scholz spricht RKI-Chef Wieler das Vertrauen aus

Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich im Ampel-Streit ĂŒber RKI-Chef Lothar Wieler hinter den Virologen gestellt. Auf die Frage, ob Wieler noch das Vertrauen des Kanzlers genieße, sagte eine Regierungssprecherin am Samstag "Ja". Zuvor hatte der designierte FDP-GeneralsekretĂ€r Bijan Djir-Sarai gesagt, Wieler könne sich "des Vertrauens der FDP nicht mehr sicher sein". Auslöser war die VerĂ€rgerung ĂŒber die VerkĂŒrzung des Genesenenstatus gewesen. Auch GrĂŒnen-Politiker und Intensivmediziner verteidigten Wieler.

Corona-Impfpflicht in Österreich in Kraft getreten

Nach langen Diskussionen und trotz zahlreicher Proteste ist in Österreich am Samstag die allgemeine Corona-Impfpflicht in Kraft getreten. Die Alpenrepublik ist damit EU-weit das erste Land mit einer derartigen Maßnahme im Kampf gegen die Pandemie. BundesprĂ€sident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hatten am Freitag das entsprechende Gesetz unterschrieben, das zuvor vom Bundesrat verabschiedet worden war. Anschließend wurde es im offiziellen Amtsblatt veröffentlicht.

Karl Nehammer: Am Freitag hatte der österreichische Bundeskanzler das entsprechende Gesetz unterschrieben.
Karl Nehammer: Am Freitag hatte der österreichische Bundeskanzler das entsprechende Gesetz unterschrieben. (Quelle: photonews.at/imago-images-bilder)

Die Impfpflicht, gegen die es im Vorfeld viele Demonstrationen gab, gilt fĂŒr alle Menschen ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Österreich. Wer dagegen verstĂ¶ĂŸt, soll Strafen von 600 bis 3.600 Euro zahlen mĂŒssen.

Ausnahmen sind laut Gesetz fĂŒr Schwangere und diejenigen vorgesehen, die sich aus gesundheitlichen GrĂŒnden nicht impfen lassen können. Auch Genesene sind fĂŒr 180 Tage von der Impfpflicht befreit. Zudem gibt es eine "Schonfrist" fĂŒr alle: Kontrolliert werden soll die Einhaltung der Impfpflicht erst ab Mitte MĂ€rz.

Kretschmann: Corona-Verordnungen sind viel zu kompliziert

Ein Problem in der aktuellen Corona-Debatte ĂŒber Lockerungen sind aus Sicht von Baden-WĂŒrttembergs MinisterprĂ€sident Winfried Kretschmann zu komplexe Regelwerke. "Unsere Verordnungen sind viel zu kompliziert", sagte der GrĂŒnen-Politiker am Samstag dem Deutschlandfunk. Es handele sich weniger um Kommunikationsprobleme.

Das Dilemma sei allerdings, dass einfachere Vorgaben schwerlich möglich seien. Entweder alles werde viel strenger, dann kassierten Gerichte das ein. Oder alles werde lockerer, dann laufe die Pandemie aus dem Ruder. Daher mĂŒsste er zielgenau fĂŒr jeden Bereich Regeln finden, argumentierte Kretschmann. Diese seien fĂŒr die Wirtschaft anders als fĂŒr Kultureinrichtungen oder Sportveranstaltungen.

Am Dienstag hatte sich der Regierungschef dagegen ausgesprochen, vor Ostern ĂŒber ein Ende der Corona-BeschrĂ€nkungen ĂŒberhaupt zu reden. Nach viel Kritik stellte er Lockerungen bis Ostern in Aussicht, sollte sich die Corona-Lage verbessern. Noch nicht verantwortbar sei ein "Exit", also ein Ausstieg aus den Corona-BeschrĂ€nkungen.

Impftempo in Deutschland schwÀcht sich weiter ab

Das Impftempo in Deutschland schwĂ€cht sich weiter ab. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag (10.16 Uhr) wurden am Vortag mindestens 266.000 Impfdosen gegen das Coronavirus gespritzt. Am Freitag vor einer Woche waren es noch 428.375 Dosen – vor zwei Wochen etwa 589.000 Dosen. Mehr als zwei Drittel der am Freitag verabreichten Dosen waren Auffrischungsimpfungen.

Insgesamt haben nach RKI-Angaben nun 74,4 Prozent der Menschen (61,8 Millionen) einen Grundschutz, fĂŒr den meist zwei Spritzen nötig sind. Bisher haben den Angaben zufolge 45,1 Millionen Menschen in Deutschland (54,2 Prozent) zusĂ€tzlich eine Auffrischungsimpfung erhalten. Mindestens eine Impfdosis haben 75,9 Prozent der Bevölkerung (63,2 Millionen) bekommen. Das Ziel von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), bis Ende Januar 80 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen Corona zu impfen, war Anfang der Woche weit verfehlt worden.

Bei der Zahl der verabreichten Auffrischungsimpfungen gibt es große Unterschiede zwischen den BundeslĂ€ndern. An der Spitze liegt hier Schleswig-Holstein, wo 62,1 Prozent der Menschen bereits einen Booster erhielten. Das Schlusslicht bildet Sachsen, wo dies 43,8 Prozent der Menschen betrifft.

Das RKI weist seit LĂ€ngerem darauf hin, dass die ausgewiesenen Zahlen als Mindestimpfquoten zu verstehen sind. Eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem könne nicht erreicht werden. Das RKI geht davon aus, dass die tatsĂ€chliche Impfquote bis zu fĂŒnf Prozentpunkte höher liegt als auf dem Dashboard angegeben.

FDP distanziert sich von RKI-Chef Wieler

Nach der VerkĂŒrzung des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate durch das Robert Koch-Institut geht die FDP auf Distanz zu dessen Leiter. "Ich habe großen Respekt vor den Leistungen des RKI-Chefs Lothar Wieler in den vergangenen zwei Jahren wĂ€hrend der Pandemie", sagte der designierte FDP-GeneralsekretĂ€r Bijan Djir-Sarai dem "Spiegel". Er fĂŒgte jedoch hinzu: "Des Vertrauens der FDP kann sich Herr Wieler aber aufgrund dieser neuerlichen Verfehlung, die ja leider keinen Einzelfall darstellt, nicht mehr sicher sein."

Lothar Wieler: Seit einigen Wochen steht der Chef des Robert Koch-Instituts hart in der Kritik.
Lothar Wieler: Seit einigen Wochen steht der Chef des Robert Koch-Instituts hart in der Kritik. (Quelle: Chris Emil Janßen/imago-images-bilder)

Das RKI hatte am 13. Januar vom Bundestag die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr die Festlegung des Genesenenstatus ĂŒbertragen bekommen und setzte am 15. Januar die bislang geltende Sechs-Monate-Frist fĂŒr Corona-Genesene auf drei Monate herunter. Dadurch verloren zeitnah viele BĂŒrgerinnen und BĂŒrger ihr Recht, in Restaurants, Bars oder Fitnessstudios zu gehen.


"Das RKI kann nicht quasi nebenbei mit einem Federstrich und ohne jegliche AnkĂŒndigung die VerkĂŒrzung der Genesenenfrist festlegen. Diese Entscheidung hat eine unmittelbare Auswirkung auf das tĂ€gliche Leben vieler Menschen. Optimale Kommunikation geht anders.", sagte Djir-Sarai.

Auf die konkrete Frage nach der Zukunft Wielers an der Spitze des RKI sagte der FDP-Politiker: "Es ist Sache des Bundesgesundheitsministers ĂŒber die personelle Aufstellung an der Spitze seiner Unterbehörden zu entscheiden."

Dreyer will ĂŒber Lockerungen diskutieren

Eine Diskussion ĂŒber Lockerungen der Corona-Maßnahmen sollte nach Ansicht der rheinland-pfĂ€lzischen Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) spĂ€testens bei der nĂ€chsten MinisterprĂ€sidentenkonferenz am 16. Februar gefĂŒhrt werden. Die Menschen mĂŒssten die Sicherheit haben, dass es auch wieder Lockerungen gebe, sagte Dreyer der "Rheinischen Post" (Samstag). Nötig seien kluge Ideen fĂŒr Erleichterungen. ZunĂ€chst solle aber der Höhepunkt der Omikron-Welle abgewartet werden, der voraussichtlich Mitte Februar erreicht sei.

"Dann können wir besser einschÀtzen, ob die KrankenhÀuser das auf ihren Normal- und Intensivstationen schaffen und wie sehr uns Personalausfall durch Infektion und QuarantÀne in der kritischen Infrastruktur und in den Betrieben zusetzen werden", wird Dreyer zitiert.

ÄrztebundprĂ€sident fĂŒr Impfpflicht ab 18 Jahren

Der Vorstandsvorsitzende des WeltĂ€rztebunds, Frank Ulrich Montgomery, hat sich fĂŒr eine allgemeine Corona-Impfpflicht ab 18 Jahren mit einer zweijĂ€hrigen Befristung ausgesprochen. "Mir scheint der Antrag fĂŒr eine allgemeine Impfpflicht ab 18 auf zwei Jahre befristet der vernĂŒnftigste zu sein", sagte Montgomery der "Rheinischen Post" (Samstag).

Mehrere Abgeordnete von SPD, GrĂŒnen und FDP schlagen in einem Eckpunktepapier vor, dass eine Impfpflicht fĂŒr alle Erwachsenen ab 18 "mit dauerhaftem Aufenthalt in Deutschland" gelten soll. Sie wĂ€re mit drei Impfungen erfĂŒllt und befristet bis Ende nĂ€chsten Jahres. Wer keinen Nachweis erbringt, dem sollen den PlĂ€nen zufolge Bußgelder drohen, zur Not auch mehrfach. Auf sogenannte Erzwingungshaft solle verzichtet werden. Über die mögliche EinfĂŒhrung einer Impfpflicht wird voraussichtlich im MĂ€rz im Bundestag abgestimmt.

Montgomery sagte, unklar seien ihm noch die Sanktionen fĂŒr dann immer noch Ungeimpfte. "Zwangsimpfungen wird es nicht geben - dazu stehen Ärztinnen und Ärzte nicht zur VerfĂŒgung. Deswegen kommt es auch hier auf die handwerkliche QualitĂ€t des Gesetzes an", sagte Montgomery.

Virologe: Impfpflicht ist nicht alternativlos

Der Virologe Klaus Stöhr hĂ€lt eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona gegenwĂ€rtig "nicht fĂŒr zielfĂŒhrend". "Generell kann sie ein gutes Mittel sein, um Impfquoten zu erhöhen. Aber sie ist nicht alternativlos", sagte er der "Fuldaer Zeitung" (Samstag). "Dazu kommt, dass sie auch nicht ohne Nebenwirkungen ist." Stöhr riet, mehr Soziologen und Psychologen einzubinden, um mit einem besseren Wissen ĂŒber die Impfskeptiker zielgerichtet Impfangebote machen zu können.

Viele Menschen, die sich nicht impfen ließen, seien eher Impfskeptiker als Impfgegner, meinte Stöhr. "Wenn man weiß, um welche Bevölkerungsschichten es sich da handelt, kann man diese gezielt ansprechen." Er gab auch zu bedenken, dass eine Impfpflicht nicht vor dem Winterende greifen wĂŒrde. "Sie kĂ€me damit fĂŒr diese Saison zu spĂ€t. Mit der Omikron-Welle werden unter UmstĂ€nden 40 bis 50 Prozent eine natĂŒrliche ImmunitĂ€t erlangen."

Umfrage: Mehrheit hĂ€lt Corona-Politik fĂŒr nicht nachvollziehbar

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland hĂ€lt die Corona-Politik der neuen Bundesregierung laut einer Civey-Umfrage fĂŒr nicht nachvollziehbar. In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts fĂŒr den Fernsehsender Welt gaben 56 Prozent der Befragten an, die Corona-Politik eher nicht oder eindeutig nicht nachvollziehbar zu finden. 22 Prozent hielten sie hingegen fĂŒr eher oder eindeutig nachvollziehbar. Weitere 22 Prozent waren in ihrer EinschĂ€tzung ambivalent und bewerteten die Nachvollziehbarkeit mit "teils/teils".

Gefragt wurde außerdem, wie die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) derzeit als Krisenmanager wahrnehmen. Den Angaben zufolge beurteilten 59 Prozent der Befragten Scholz als "nicht wahrnehmbar", 28 Prozent als "zögerlich" und 9 Prozent als "prĂ€sent". Rund 4 Prozent antworteten demnach mit "weiß nicht/nichts davon". Die Umfrage mit mehr als 5.000 reprĂ€sentativ ausgewĂ€hlten Teilnehmern fand zwischen Mittwoch und Donnerstag statt.

Bund sitzt auf 600 Millionen ungenutzter Masken

Der Bund kann 600 Millionen angekaufte Atemschutz-Masken nicht mehr loswerden. Das bestÀtigte das Gesundheitsministerium der "Bild"-Zeitung. Wann die Haltbarkeitsdaten der Masken ablaufen, konnte das Ministerium nicht sagen.

Zu Beginn der Pandemie vor zwei Jahren wurden Masken aufgrund der enormen Nachfrage durch die Corona-Pandemie knapp. Der Bund stellte 40 Millionen Euro fĂŒr deutsche Unternehmen bereit, damit sie auf Maskenproduktion umrĂŒsten konnten. Allerdings werden auch die Unternehmen die Masken jetzt nicht mehr los, weil sie preislich nicht mit konkurrierenden Herstellern aus China mithalten können.

Gassen fordert "Freedom Plan" fĂŒr Deutschland

Der Chef der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hat in der Debatte um Corona-Schutzmaßnahmen einen Öffnungsplan fĂŒr Deutschland verlangt. "Was wir jetzt brauchen, ist ein Freedom Plan – ein Plan, wie wir schrittweise und an Parametern orientiert lockern", sagte Gassen der DĂŒsseldorfer "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe). "Diesen Freedom Plan zu formulieren, ist nun wichtigste Aufgabe der Politik."

Konkret kann sich der KBV-Chef eine Öffnung der Stadien vorstellen: "Fußball findet vor allem draußen statt, hier wird man bald wieder zunehmend vollere Stadien zulassen können." Auch im Handel hĂ€lt Gassen Lockerungen rasch fĂŒr möglich: "2G im Handel brauchen wir bald auch nicht mehr, da stimme ich unserem Finanzminister Lindner zu."

Andreas Gassen: Er ist der Chef der KassenÀrztlichen Bundesvereinigung.
Andreas Gassen: Er ist der Chef der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung. (Quelle: JĂŒrgen Heinrich/imago-images-bilder)

Angesichts der ĂŒberwiegend milden VerlĂ€ufe bei den Erkrankungen mit der Omikron-Variante und Lockerungen in anderen LĂ€ndern werden die Forderungen nach baldigen Erleichterungen auch hierzulande lauter. Die Bundesregierung hat es aber abgelehnt, bereits jetzt einen Öffnungsplan zu erstellen.

SPD-Fraktion strebt Ende der Corona-Maßnahmen an

Die SPD-Fraktion spricht sich fĂŒr ein Auslaufen der Corona-BeschrĂ€nkungen im Infektionsschutzgesetz aus. "Wir werden uns in den nĂ€chsten Wochen in aller Ruhe anschauen, ob eine VerlĂ€ngerung der Corona-Schutzmaßnahmen ĂŒber den 19. MĂ€rz hinaus ĂŒberhaupt notwendig ist", sagt Johannes Fechner, Parlamentarischer GeschĂ€ftsfĂŒhrer der SPD-Bundestagsfraktion, der "Welt" einem Vorabbericht zufolge.

Die GrĂŒnen-Bundestagsfraktion hingegen mahnt zu Vorsicht. "Auf bestimmte Maßnahmen wie Maskenpflicht oder auch eine Reduzierung der Kontakte werden wir jetzt nicht verzichten können", sagt Fraktionschefin Britta Haßelmann.

Intensivmediziner kritisieren LockerungsplÀne

Intensivmediziner warnen bei vorschnellen Lockerungen vor einer "Achterbahnfahrt" der Infektionszahlen. "Lockerungen der Corona-Maßnahmen, wie sie jetzt einige BundeslĂ€nder angekĂŒndigt haben, kommen zu frĂŒh", sagt der PrĂ€sident der Deutschen InterdisziplinĂ€ren Vereinigung fĂŒr Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, der "Funke Mediengruppe" einem Vorabbericht zufolge. Die aktuellen Maßnahmen hĂ€tten dazu gefĂŒhrt, dass sich die Omikron-Welle in Deutschland langsamer und nicht so steil entwickele wie in anderen LĂ€ndern. Diesen Erfolg dĂŒrfe man nicht aufs Spiel setzen.

Esken: MĂŒssen ĂŒber zusĂ€tzliche Corona-Hilfen fĂŒr SchĂŒler nachdenken

SPD-Chefin Saskia Esken hat zusĂ€tzliche Corona-Hilfen fĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler ins Spiel gebracht. Das Aufholpaket von Bund und LĂ€ndern unterstĂŒtze zwar besondere Maßnahmen, um BildungsrĂŒckstĂ€nde aufzuholen. "Weil die Corona-Pandemie aber lĂ€nger andauert und tiefere Spuren hinterlĂ€sst als gedacht, mĂŒssen wir darĂŒber nachdenken, ob die ĂŒberwiegend auf 2021/2022 befristeten Maßnahmen ausreichen", sagte Esken dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). "Durch die Corona-BeschrĂ€nkungen, aber auch durch Leistungsdruck und ZukunftsĂ€ngste hat sich gerade bei jungen Menschen eine psychisch-mentale Belastung aufgebaut, die nicht ohne Antwort bleiben darf."

In einem offenen Brief von SchĂŒlervertretern, der im Netz unter dem Hashtag #WirWerdenlaut geteilt wird, werfen die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Politik derzeit vor, sie im Stich zu lassen. Sie fordern unter anderem Luftfilter in allen Schulen, kleinere Lerngruppen und PCR-Pooltests. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wertet die Initiative als Warnsignal an die politisch Verantwortlichen. "Es entsteht der Eindruck, dass Politik die Pandemie an den Schulen durchlaufen lĂ€sst - und damit die Gesundheit der LehrkrĂ€fte, der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sowie deren Eltern gefĂ€hrdet", sagte GEW-Chefin Maike Finnern dem RND (Freitag).

Stiko empfiehlt vierte Impfung fĂŒr bestimmte Gruppen

Die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) spricht sich fĂŒr eine zweite Corona-Auffrischimpfung fĂŒr gesundheitlich besonders gefĂ€hrdete und exponierte Gruppen aus. Das teilte das Expertengremium am Donnerstag mit. FĂŒr Menschen ab 70 Jahren, Menschen in Pflegeeinrichtungen, Menschen mit ImmunschwĂ€che sowie BeschĂ€ftigte in medizinischen und Pflegeeinrichtungen soll es eine zweite Booster-Impfung geben. Ein Beschlussentwurf sei zur Abstimmung an Fachkreise und BundeslĂ€nder gegangen, Änderungen seien noch möglich. Wie sinnvoll der Booster nach dem Booster ist, lesen Sie hier.

Italien beginnt mit Auslieferung von Corona-Medikament Paxlovid

Eine Woche nach der Zulassung durch die europÀische Arzneimittelbehörde EMA beginnt Italien mit der Auslieferung des Covid-19-Medikaments Paxlovid. Ab Freitag sollen die Regionen und autonomen Provinzen die ersten 11.200 Einheiten der Pille des US-Herstellers Pfizer erhalten, teilte der italienische Corona-Koordinator, General Francesco Figliuolo, am Donnerstag mit.

Pillen vor Pfizer-Schild (Symbolbild): Italien möchte mit der Auslieferung des Corona-Medikaments Paxlovid beginnen.
Pillen vor Pfizer-Schild (Symbolbild): Italien möchte mit der Auslieferung des Corona-Medikaments Paxlovid beginnen. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

Paxlovid kann von Patienten zu Hause oral eingenommen werden. Die Pille gilt als sehr effektiv vor allem fĂŒr Menschen mit Vorerkrankungen – bei ihnen soll sie das Risiko von sehr schweren KrankheitsverlĂ€ufen um 89 Prozent senken. Der große Vorteil ist, dass Patienten die Tablette daheim nehmen können und nicht fĂŒr eine Infusion in Kliniken mĂŒssen. Italien hat mit Pfizer einen Vertrag fĂŒr die Lieferung von 600.000 Einheiten Paxlovid abgeschlossen. Diese sollen im Laufe des Jahres ausgeliefert werden.

Gesundheitsminister VĂ©ran: Frankreich hat Höhepunkt der Omikron-Welle ĂŒberwunden

Frankreich hat nach Ansicht von Gesundheitsminister Olivier VĂ©ran den Höhepunkt der Omikron-Welle ĂŒberwunden. "Das Schlimmste haben wir hinter uns", sagte er am Mittwochabend dem Sender BFM. Der Höhepunkt der Ansteckungen sei bereits ĂŒberwunden, bei der Zahl der Covid-Patienten im Krankenhaus stehe er kurz bevor, erklĂ€rte der Minister. Seit Beginn der Pandemie sei inzwischen mindestens die HĂ€lfte der Franzosen mit dem Coronavirus infiziert worden.

Allein mit der ansteckenderen, aber weniger gefĂ€hrlichen Omikron-Variante hĂ€tten sich etwa 15 Millionen Franzosen infiziert, sagte VĂ©ran. Er stellte in Aussicht, dass der Impfpass, der derzeit fĂŒr weite Bereiche des öffentlichen Lebens Pflicht ist, möglicherweise im Sommer nicht mehr nötig sei.

Olivier VĂ©ran: Der französischen Gesundheitsminister sind den Höhepunkt der Omikron-Welle in seinem Land ĂŒberwunden.
Olivier VĂ©ran: Der französischen Gesundheitsminister sind den Höhepunkt der Omikron-Welle in seinem Land ĂŒberwunden. (Quelle: Daniel Pier/imago-images-bilder)

Der Minister kĂŒndigte auch eine Lockerung der Regeln fĂŒr einen gĂŒltigen Pass an. KĂŒnftig entspreche eine Infektion einer Impfdosis. Wer eine Impfdosis erhalten und sich zwei Mal infiziert habe, gelte kĂŒnftig als vollstĂ€ndig geimpft. "Wissenschaftler sagen uns, dass unser Immunsystem drei Mal stimuliert werden muss", sagte VĂ©ran. "Das kann durch eine Impfdosis oder eine Ansteckung geschehen."

Schweden hebt BeschrÀnkungen auf

Trotz Rekordwerten bei den Neuinfektionen hebt Schweden kommende Woche die BeschrĂ€nkungen des öffentlichen Lebens auf. "Es wird Zeit, Schweden wieder zu öffnen", sagt MinisterprĂ€sidentin Magdalena Andersson. Ende Januar erst hatte Schweden die BeschrĂ€nkungen unter anderem fĂŒr Bars und Restaurants um zwei Wochen bis zum 9. Februar verlĂ€ngert. Wenn diese Frist ablĂ€uft, sollen die Maßnahmen aufgehoben werden. Die Infektionszahlen blieben noch fĂŒr eine ganze Weile hoch, sagt Andersson. "Aber die schlimmsten Folgen der Ansteckung liegen jetzt hinter uns, so weit wir das beurteilen können."

Lindner: 2G im Handel nicht erforderlich

Finanzminister Christian Lindner spricht sich fĂŒr die Abschaffung der 2G-Regel im Einzelhandel aus. Der FDP-Chef fordert bei RTL/ntv klare Öffnungsperspektiven und verweist darauf, dass die gesetzlichen Grundlagen der Corona-Maßnahmen am 19. MĂ€rz auslaufen. "Es geht nicht darum, dass jetzt alle Maßnahmen fallen." Notwendig sei eine verlĂ€ssliche Planung. "Die Maßnahmen, die aber wirtschaftlichen Schaden anrichten und die Menschen in ihrer Freiheit einschrĂ€nken, ohne einen wirksamen Beitrag zu leisten zur BekĂ€mpfung des Pandemiegeschehens, solche Maßnahmen mĂŒssen entfallen. Und deshalb ist 2G im Handel nicht erforderlich, die Maske ist es schon."

Lindner hat sich Forderungen nach einer baldigen Lockerung der Corona-Regeln angeschlossen. "Es geht nicht darum, dass jetzt alle Maßnahmen fallen", sagte der FDP-Politiker am Donnerstag in der RTL-Sendung "Guten Morgen Deutschland" angesichts der noch steigenden Inzidenzen inmitten der Omikron-Welle. Aber eine verlĂ€ssliche Planung sei notwendig, etwa fĂŒr den kulturellen Bereich oder die Veranstaltungsbranche. Er verwies darauf, dass am 19. MĂ€rz die gesetzlichen Grundlagen der gegenwĂ€rtigen Corona-Maßnahmen auslaufen.

Hohe Zahlen in den USA gemeldet

In den USA breitet sich die bereits seit einiger Zeit dominierende Omikron-Mutante weiter aus. Die Gesundheitsbehörden melden mindestens 352.309 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ergibt eine Reuters-ZÀhlung auf Basis offizieller Daten. Am Vortag waren es noch knapp 302.000 nachgewiesene AnsteckungsfÀlle. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie 75,64 Millionen InfektionsfÀlle registriert. Die Zahl der TodesfÀlle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 3.701 auf 897.383. Die USA weisen weltweit die höchsten Infektions- und Totenzahlen auf.

BundesÀrztekammer fordert Stufenplan

Die BundesĂ€rztekammer fordert einen Stufenplan fĂŒr Öffnungsschritte in der Corona-Politik. "Wenn sich das Infektionsgeschehen so entwickelt, wie von Epidemiologen prognostiziert, werden die Fallzahlen von Ende Februar an allmĂ€hlich sinken", sagte der PrĂ€sident der BundesĂ€rztekammer, Klaus Reinhardt, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Donnerstagsausgaben). "Bund und LĂ€nder sollten deshalb vorbereitet sein und möglichst schon jetzt StufenplĂ€ne fĂŒr Öffnungen vorbereiten, die dann hoffentlich bald umgesetzt werden können."

Zugleich betonte Reinhardt, dass die EinschrĂ€nkungen des öffentlichen Lebens im Moment noch unumgĂ€nglich seien: "Die Situation hierzulande ist einfach eine andere als in England oder DĂ€nemark. Deutschland hat die zweitĂ€lteste Bevölkerung in Europa und eine im Vergleich zu DĂ€nemark und England niedrige Impfquote unter Älteren." In der Altersgruppe der ĂŒber 60-JĂ€hrigen seien immer noch zwölf Prozent ungeimpft.

Dem Vorstandvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, zufolge ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt fĂŒr Lockerungen. "Die KrankenhĂ€user verzeichnen stark steigende Fallzahlen auf den Normalstationen und selbst auf den Intensivstationen werden wieder mehr Covid-Patienten eingeliefert", sagte Gaß dem RND. "Aber natĂŒrlich benötigen wir fĂŒr die nahe Zukunft, wenn wir die Omikron-Welle hinter uns gebracht haben, klare Perspektiven fĂŒr Öffnungen", ergĂ€nzte er.

Markus Söder (Archivbild): Der bayerische MinisterprĂ€sident fordert klare nĂ€chste Schritte bei den Corona-Maßnahmen.
Markus Söder (Archivbild): Der bayerische MinisterprĂ€sident fordert klare nĂ€chste Schritte bei den Corona-Maßnahmen. (Quelle: imago-images-bilder)

Söder fordert "konsequente Öffnungsschritte"

In der Debatte um die Lockerungen von Corona-BeschrĂ€nkungen macht Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder Druck. Der CSU-Vorsitzende forderte in der "Bild"-Zeitung (Donnerstag) "konsequente Öffnungsschritte" und stellte seinen eigenen Plan dazu vor.

Söder schlug vor: "Mit einer FFP2-Maske können wir auf die 2G-Regel im Handel verzichten. Man hÀlt sich nur kurz in GeschÀften auf. Das könnte man bundesweit umsetzen." In der Gastronomie könne man die 2G-Regel (also: geimpft oder genesen) beibehalten, aber auf einen zusÀtzlichen Test verzichten. Zudem könnten wieder mehr Zuschauer in Stadien zugelassen werden. Als Grundsatz solle gelten: "Wo FFP2-Masken getragen werden, kann man KontaktbeschrÀnkungen runterfahren."

Zu Reiseregelungen sagte Söder, die Inzidenz habe bei Omikron als Maßstab ausgedient. "Bei so hohen Werten, wie wir sie derzeit haben, machen zum Beispiel auch Reiseregelungen mit Verweis auf Risiko-Gebiete wenig Sinn. Das Einzige, was sinnvoll ist, sind Test nach der RĂŒckkehr. Das muss angepasst werden."

Auch sprach er sich dafĂŒr aus, zur 6-Monate-Regelung fĂŒr Genesene zurĂŒckzukehren. Zur allgemeinen Impfpflicht sagte er, es mĂŒsse einen Plan fĂŒr weitere Lockerungen geben. "Denn wenn diese Pflicht kommt, mĂŒssen andere Verordnungen fallen." Hier lesen Sie mehr zur Debatte um Lockerungen.

Impfkommission arbeitet an Empfehlung fĂŒr vierte Impfung

Die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) bereitet nach Angaben ihres Vorsitzenden Thomas Mertens eine Empfehlung fĂŒr eine vierte Corona-Impfung vor. JĂŒngste Daten aus Israel ließen vermuten, dass eine vierte Dosis eine "gewisse Verbesserung beim Schutz vor Infektion und eine deutlichere Verbesserung beim Schutz vor schwerer Erkrankung" bringe, sagte Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Die Stiko werde dazu demnĂ€chst eine Empfehlung abgeben. Dabei gehe es um eine zweite Auffrischungsimpfung mit den vorhandenen mRNA-Impfstoffen.

"Mit Blick auf die Impfstoffe, die an die Omikron-Variante angepasst wurden, muss die Kommission zunĂ€chst auf die Daten aus den klinischen Studien von Moderna und Biontech/Pfizer warten", sagte Mertens weiter. In Israel haben bereits Hunderttausende eine vierte Impfung. Nach Menschen ĂŒber 60, ImmungeschwĂ€chten und medizinischem Personal können sie inzwischen alle Erwachsenen mit Vorerkrankungen in Anspruch nehmen.

GrĂŒnen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte dazu: "Eine vierte Impfung mit den bisherigen Impfstoffen ist wahrscheinlich sinnvoll, wenn die Immunantwort nach drei Impfungen beispielsweise bei alten und schwerer Vorerkrankten zu schwach ist."

Scholz hÀlt an EinschrÀnkungen fest

Bundeskanzler Olaf Scholz sieht die Voraussetzungen fĂŒr Lockerungen in der Corona-Krise noch nicht erfĂŒllt. "Die Lage ist nicht danach", sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend im ZDF-"heute journal".

Auf die Frage, ob die Regierung in DĂ€nemark mit dem jĂŒngsten Verzicht auf praktisch alle EinschrĂ€nkungen mehr Mut habe, sagte Scholz: "Ich glaube, wir machen das, was fĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in diesem Lande richtig ist: nĂ€mlich dafĂŒr zu sorgen, dass wir möglichst viele Leben und möglichst viel Gesundheit schĂŒtzen durch diese Maßnahmen, die wir auf den Weg gebracht haben, einvernehmlich mit den LĂ€ndern, mit BeschlĂŒssen im Deutschen Bundestag als Grundlage dafĂŒr und auch von einem sehr großen Konsens in Deutschland getragen."

Der Kanzler fĂŒgte hinzu: "Und gleichzeitig ist das die Voraussetzung dafĂŒr, dass wir auch, wenn wir den Höhepunkt der Infektionen hinter uns haben werden, dann ĂŒber Lockerungsschritte entscheiden und beraten können. Aber da sind wir leider noch nicht angekommen." Die Debatte ĂŒber eine Aufhebung von Maßnahmen in Deutschland hatte zuletzt trotz steigender Corona-Zahlen Fahrt aufgenommen.

Neuseeland kĂŒndigt schrittweise Öffnung der Grenzen an

Neuseeland lockert ab Ende Februar die Einreisebestimmungen. Geimpfte NeuseelĂ€nder, die sich in Australien aufhalten, können ab dem 27. Februar ohne QuarantĂ€ne in ihre Heimat zurĂŒckkehren, sagt MinisterprĂ€sidentin Jacinda Ardern. Aus allen anderen LĂ€ndern sei die quarantĂ€nefreie Einreise fĂŒr geimpfte StaatsbĂŒrger zwei Wochen spĂ€ter möglich. Geimpfte Rucksacktouristen, FachkrĂ€fte und internationale Studenten werden ab MĂ€rz ins Land gelassen und können sich selbst isolieren, anstatt in staatlichen QuarantĂ€neeinrichtungen untergebracht zu werden. Touristen aus Australien ist die Einreise ab Juli gestattet, Reisenden aus dem Rest der Welt ab Oktober.

Lindner fordert Ende von 2G – bundesweit

FDP-Chef Christian Lindner verlangt nach der angekĂŒndigten Aufhebung der 2G-Regel im Einzelhandel von Schleswig-Holstein bundesweite Entscheidungen fĂŒr Öffnungen bei den nĂ€chsten Bund-LĂ€nder-Beratungen Mitte Februar. "Die liberale Entscheidung von Schleswig-Holstein sollte bundesweit Schule machen", sagte der Bundesfinanzminister. Die strengen Zugangsregeln seien "eine Belastung fĂŒr den Handel, ohne dass sich daraus ein unmittelbarer Schutz fĂŒr die Gesundheit ergibt".

Die Kieler Landesregierung hatte am Mittwoch entschieden, die 2G-Regel im nördlichsten Bundesland in einer Woche aufzuheben. Die "entscheidende Maßnahme" sei das Tragen von Masken, sagte Lindner. "Bund und LĂ€nder sollten Mitte Februar einen Stufenplan verabreden, mit dem wir Schritt fĂŒr Schritt mehr NormalitĂ€t ermöglichen." Deutschland sollte nicht den Wettbewerb um die strengsten Vorschriften gewinnen, sondern den um die effektivsten.

Zuvor hatte Regierungssprecher Steffen Hebestreit Hoffnungen auf baldige Erleichterungen gedĂ€mpft. Er lehnte es außerdem ab, bereits fĂŒr die nĂ€chste Beratung der Spitzen von Bund und LĂ€ndern am 16. Februar einen Lockerungsfahrplan aufzustellen.

SPD drĂ€ngt auf gute Vorbereitungen fĂŒr Lockerungen

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Heike Baehrens, plĂ€diert fĂŒr eine intensive Vorbereitung möglicher Corona-Lockerungen. "Auch wenn wir noch nicht exakt vorhersehen können, wann der Höhepunkt ĂŒberschritten sein wird: Es ist richtig, Öffnungsschritte, die dann folgen mĂŒssen, gut vorzubereiten", sagte Baehrens t-online.

Sie betonte jedoch: "Noch befinden wir uns mitten in der Omikron-Welle." Sie begrĂŒĂŸe, dass Bund und LĂ€nder gemeinsam an Perspektiven arbeiteten. "Wir alle sehnen uns nach mehr NormalitĂ€t." Die nĂ€chsten Beratungen in einer Bund-LĂ€nder-Runde sind fĂŒr den 16. Februar geplant.

Regierungssprecher hĂ€lt Lockerungsdebatte fĂŒr verfrĂŒht

Die Bundesregierung hĂ€lt den Zeitpunkt nicht fĂŒr gekommen, einen Fahrplan fĂŒr Lockerungen von Corona-Maßnahmen aufzustellen. Das betont Regierungssprecher Steffen Hebestreit und verweist auf steigende Patienten- und Infektionszahlen. Voraussetzung fĂŒr RĂŒcknahmen seien sinkende Fallzahlen.

Schleswig-Holstein lockert Corona-Regeln im Einzelhandel

Schleswig-Holsteins Landesregierung will eine ganze Reihe von Corona-Vorschriften lockern. In GeschĂ€ften soll vom 9. Februar an nur noch eine Maskenpflicht gelten, Kunden mĂŒssen dann keinen Genesenen- oder Impfstatus mehr nachweisen. Außerdem entfĂ€llt die Sperrstunde in der Gastronomie, wie MinisterprĂ€sident Daniel GĂŒnther (CDU) in Kiel bekannt gab. Das Land wolle sich "ein StĂŒck in Richtung NormalitĂ€t bewegen".

Der Regierungschef kĂŒndigte zudem Änderungen bei Veranstaltungen an, das Land werde aber einen geplanten bundeseinheitlichen Beschluss abwarten. Dieser werde voraussichtlich bei grĂ¶ĂŸeren Veranstaltungen im Freien – wie beispielsweise im Fußballstadion – kĂŒnftig bis zu 10.000 Zuschauer bei einer Belegung von maximal 30 Prozent der PlĂ€tze beinhalten. Drinnen seien bis zu 4.000 Besucher in der Diskussion bei maximal halber KapazitĂ€t. Dies wĂŒrde auch fĂŒr Handballspiele gelten.

Passantinnen vor einem KleidergeschĂ€ft in LĂŒbeck: In Schleswig-Holstein wird das Shoppen bald wieder einfacher.
Passantinnen vor einem KleidergeschĂ€ft in LĂŒbeck: In Schleswig-Holstein wird das Shoppen bald wieder einfacher. (Quelle: Frank Hormann/imago-images-bilder)

GĂŒnther begrĂŒndete die Lockerungen damit, dass die Omikron-Variante des Coronavirus zwar ansteckender, aber weniger gefĂ€hrlich sei. Schwere VerlĂ€ufe seien unter Geimpften kaum zu verzeichnen. "Mit unserer Impfquote liegen wir etwa auf gleicher Höhe wie unser Nachbar DĂ€nemark, der alle BeschrĂ€nkungen aufhebt", sagte der Regierungschef. Allerdings sei dort die Anzahl der Genesenen um ein Vielfaches höher.

Gesundheitsminister Holetschek positiv auf Corona getestet

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Holetschek habe sich am Mittwoch einem PCR-Test unterzogen, der positiv ausgefallen sei, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Holetschek habe sich umgehend in hÀusliche QuarantÀne begeben. "Ich habe derzeit lediglich leichte Symptome wie etwa Husten und werde von zu Hause aus weiterarbeiten", sagte der Minister. Geplante Termine wolle er digital wahrnehmen. "Ich bin sehr froh, dass ich geboostert bin", sagte der Politiker. Wo und wann der Minister sich infiziert habe, sei unklar.

Hipra: Spanien bald mit eigenem Corona-Impfstoff?

Spanien könnte bald seinen eigenen Corona-Impfstoff prĂ€sentieren: Die spanische Zulassungsbehörde AEMPS hat den Weg fĂŒr die letzte Studienphase eines landeseigenen Corona-Impfstoffs freigegeben. DarĂŒber berichtet das Magazin "Euractiv". Der Schutz gegen die Omikron-Variante soll durch eine Auffrischung mit dem Vakzin des Herstellers Hipra deutlich erhöht werden.

Labor von Hipra: Bis Ende 2022 stellte das spanische Pharmaunternehmen 600 Millionen Dosen des neuen Impfstoffs in Aussicht.
Labor von Hipra: Bis Ende 2022 stellte das spanische Pharmaunternehmen 600 Millionen Dosen des neuen Impfstoffs in Aussicht. (Quelle: Nacho Doce/Reuters-bilder)

Der Impfstoff soll in der nÀchsten Phase an fast 3.000 Menschen getestet werden. Das Vakzin könnte schon in der zweiten JahreshÀlfte von der europÀischen Arzneimittelagentur Ema zugelassen werden. Im Vergleich zu den Impfstoffen von Moderna oder Pfizer soll das Mittel von Hipra nicht nur billiger, sondern auch leichter zu lagern sein und ein höheres Schutzniveau bieten.

Justizminister hofft auf RĂŒcknahme vieler Corona-Auflagen im MĂ€rz

Bundesjustizminister Marco Buschmann hat die RĂŒcknahme vieler Corona-BeschrĂ€nkungen fĂŒr MĂ€rz in Aussicht gestellt. "Ich hoffe, dass im MĂ€rz viele Schutzmaßnahmen zurĂŒckgenommen werden können", sagte der FDP-Politiker der "Rheinischen Post". Voraussetzung sei, dass wie vom Robert Koch-Institut (RKI) prognostiziert "ab Mitte Februar die Fallzahlen wieder sinken". Auch dĂŒrften nicht kurzfristig neue Virusvarianten auftauchen, die die Lage wieder komplett verĂ€ndern.

Auf die Frage, welche Lockerungen er sich vorstellen könne, sagte der Minister, man mĂŒsse hinterfragen, ob die 2G-Regel im Einzelhandel noch begrĂŒndbar sei. Mit der 2G-Regel haben nur Geimpfte und Genesene Zutritt.

Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, befĂŒrwortete, dass jetzt ĂŒber Lockerungen diskutiert wird, mahnte aber: "Das heißt aber nicht, dass jetzt Öffnungen erfolgen sollen." Lockerungen könne es erst geben, wenn der Scheitelpunkt der Omikron-Welle ĂŒberschritten sei und man sehe, dass die KrankenhĂ€user nicht ĂŒberlastet seien. "Im Moment sieht es gut aus", sagte Gaß der "Rheinischen Post".

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt forderte in der "Welt" noch im Februar Entscheidungen ĂŒber Öffnungsperspektiven. Die Krankenhausbelegung mĂŒsse handlungsleitender Maßstab fĂŒr die Politik sein. "Es ist ein PlĂ€doyer fĂŒr mehr Eigenverantwortung. Noch braucht es Maßnahmen wie die Maskenpflicht. Aber wir mĂŒssen eine Perspektive vorstellen, StĂŒck fĂŒr StĂŒck die EinschrĂ€nkungen des tĂ€glichen Lebens zu reduzieren – im Handel, in der Gastronomie, in Kultur, Sport, Freizeit", sagte der CSU-Politiker.

Verfassungsschutz registriert auf Telegram vermehrt Umsturzfantasien

Der PrĂ€sident des ThĂŒringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, warnt vor einer zunehmenden Radikalisierung von Impfgegnern und Corona-Leugnern in Chatforen des Messengerdienstes Telegram. WĂ€hrend des Corona-Protestgeschehens gebe es dort "besonders viele konkrete Umsturzfantasien", sagt Kramer der Zeitung "Handelsblatt".

Neben BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, die dort laut Kramer auf teilweise "sehr drastische Weise" ihrem Ärger Luft machten, tummelten sich in der App auch verschwörungsideologische Akteure, ReichsbĂŒrger, Querdenker und hauptsĂ€chlich Rechtsextremisten. "Es geht also auf Telegram auch ganz klar um den Erstkontakt in die nicht-extremistische kritische Masse, um ohne großen Aufwand zu rekrutieren und zu mobilisieren."

Linke, StĂ€dte und Ärzte beklagen Unklarheiten bei Teil-Impfpflicht

Die Linke im Bundestag warnt vor gerichtlichen Auseinandersetzungen wegen ungeklĂ€rter Fragen bei der geplanten Impfpflicht fĂŒr BeschĂ€ftigte im Gesundheitswesen. "Die Ampel hat sich davor gedrĂŒckt, arbeitsrechtliche Konsequenzen bei der Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht klar zu regeln", sagte Fraktionsvize Susanne Ferschl der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch). "Ein Gesetz, das einen so sensiblen Punkt letztlich der Entscheidung der Gerichte ĂŒberlĂ€sst, ist handwerklich schlecht gemacht", kritisierte Ferschl.

Der Deutsche StĂ€dtetag forderte Bund und LĂ€nder auf, rechtliche Unklarheiten rasch auszurĂ€umen. Der PrĂ€sident des Deutschen StĂ€dtetages, Markus Lewe, befĂŒrwortet zwar die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht. "Aber Bund und LĂ€nder mĂŒssen viele offene Fragen sehr schnell klĂ€ren, um ein Debakel zu verhindern", sagte Lewe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). "Vor allem: Sollen Ungeimpfte im Regelfall ihre TĂ€tigkeit nach dem 15. MĂ€rz nicht mehr ausĂŒben dĂŒrfen? Oder sollen im Regelfall Ungeimpfte auch nach dem Stichtag weiterarbeiten dĂŒrfen, wenn ansonsten der Betrieb des Pflegeheims, des Krankenhauses oder der Arztpraxis erheblich gestört wird", fragte Lewe. Dies habe der Gesetzgeber bisher offen gelassen.

Elke Bruns-Philipps, die Vizechefin des Bundesverbandes der Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, forderte, die Frist fĂŒr die EinfĂŒhrung der Impfpflicht in Kliniken und Pflegeheimen bis in den Sommer zu verlĂ€ngern. Die Kontrolle der Impfpflicht sei besser zu bewĂ€ltigen, "wenn die Frist und PrĂŒfung in einem Zeitfenster mit abgeflauter Omikron-Infektionswelle lĂ€ge, zum Beispiel in den frĂŒhen Sommermonaten", sagte Bruns-Philipps dem RND. Der Gesetzgeber sei gefordert, fĂŒr die Umsetzung der Impfpflicht die "ZustĂ€ndigkeiten, VerfahrensablĂ€ufe und Bewertungen zu klĂ€ren und möglichst einheitlich fĂŒr die LĂ€nder und Kommunen zu regeln". Dazu sei eine lĂ€ngere Frist sinnvoll.

WĂŒst warnt vor Aus von Maßnahmen – Bundestag soll handeln

Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst (CDU) hat den Bund vor einem baldigen Aus fĂŒr Corona-Schutzmaßnahmen gewarnt. "Wenn der Bundestag nicht handelt, werden mit Ablauf des 19. MĂ€rz alle Maßnahmen zum Schutz gegen das Virus auslaufen, spĂ€testens nach einer einmaligen VerlĂ€ngerung", sagte WĂŒst dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mit Verweis auf die entsprechende Befristung im Infektionsschutzgesetz und der nur einmaligen Möglichkeit zur VerlĂ€ngerung der Maßnahmen um drei Monate.

"Dann stĂŒnden die LĂ€nder und Kommunen faktisch ohne Schutzoptionen da", warnte der Vorsitzende der MinisterprĂ€sidentenkonferenz. Er forderte eine schnelle Garantie fĂŒr einen "Basisschutz".

"Angesichts der erhofften Entwicklung der Omikron-Variante sind Perspektiven fĂŒr stufenweise Öffnungen möglich, mĂŒssen aber abgesichert werden", forderte der CDU-Politiker. Mehr Impfungen und ein konsequenter Basisschutz seien die notwendigen Leitplanken fĂŒr weitere Schritte zu mehr NormalitĂ€t. Deshalb dĂŒrfe es auch "kein absolutes Ende sĂ€mtlicher Schutzmaßnahmen" geben. Es sei nicht verantwortbar, auf dem Höhepunkt der Infektionszahlen das Signal zu geben, dass Abstandhalten, Hygienekonzepte und Maskenpflicht schon in wenigen Wochen ĂŒberhaupt keine Rolle mehr spielten. Der Bund mĂŒsse sehr zeitnah einen Vorschlag vorlegen.

Pfizer/Biontech streben US-Notfallzulassung fĂŒr Kleinkinder an

Pfizer und Biontech haben nach eigenen Angaben damit begonnen, den US-Regulierungsbehörden Daten zukommen zu lassen, um fĂŒr ihren Corona-Impfstoff eine Notfallzulassung fĂŒr Kinder unter fĂŒnf Jahren zu erhalten.

Union will "Impf-Vorsorge-Gesetz" statt Impfpflicht

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt kĂŒndigt ein "Impf-Vorsorge-Gesetz" der Union anstelle einer allgemeinen Impfpflicht an. "Das heißt, eine Impfpflicht kann eine zusĂ€tzliche Maßnahme gegen die Pandemie sein, sie muss aber angepasst an die jeweilige Situation sein", sagt er der "Welt". Entscheidende Faktoren seien dabei das Risiko einer Infektionsentwicklung verbunden mit den erwarteten Belastungen des Gesundheitssystems. "Dabei darf das nur eng zeitlich befristet sein und auf gefĂ€hrdete Gruppen oder Altersstufen angewendet werden."

Coronatest in Bayern: Das Gesundheitsministerium bringt eine Änderung bei PCR-Tests ins Spiel.
Coronatest in Bayern: Das Gesundheitsministerium bringt eine Änderung bei PCR-Tests ins Spiel. (Quelle: Bihlmayerfotografie/imago-images-bilder)

Anspruch auf PCR-Nachtestung bei Positiv-Test könnte wegfallen

Der Anspruch auf einen PCR-BestĂ€tigungstest nach einem positiven Corona-Schnelltest könnte kĂŒnftig zumindest vorĂŒbergehend wegfallen. "Eine regelhafte bestĂ€tigende PCR-Testung" werde "zunĂ€chst ausgesetzt", heißt es in einem Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums fĂŒr eine Änderung der Corona-Testverordnung, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das Nachrichtenportal "The Pioneer" hatte zuerst darĂŒber berichtet. Ob es genauso kommt, ist noch unklar. Das Ministerium Ă€ußerte sich auf Nachfrage nicht nĂ€her zum konkreten Stand der Planungen bei PCR-Tests und verwies darauf, dass die Testverordnung momentan weiterhin in der Abstimmung sei.

Wegen der hohen Infektionszahlen und begrenzter LaborkapazitĂ€ten hatten sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und die Gesundheitsminister der BundeslĂ€nder im Januar fĂŒr eine Priorisierung bei PCR-Tests ausgesprochen. Bund und LĂ€nder hatten bei ihrem letzten Corona-KrisengesprĂ€ch vor gut einer Woche eine entsprechende Überarbeitung der Testverordnung durch das Gesundheitsministerium vereinbart.

Nach der momentan noch gĂŒltigen Verordnung besteht nach einem positiven Selbsttest oder einem positiven Schnelltest an einer Teststation Anspruch auf einen PCR-Test zur ÜberprĂŒfung. Dem Entwurf zufolge könnte die Testverordnung so geĂ€ndert werden, dass dieser Anspruch zunĂ€chst entfĂ€llt, aber jederzeit wieder in Kraft gesetzt werden kann, wenn das Gesundheitsministerium auf seiner Internetseite explizit eine Empfehlung fĂŒr eine PCR-Nachtestung ausspricht.

Norwegen hebt die meisten Corona-Maßnahmen auf

Norwegen kĂŒndigt den Verzicht auf die meisten Corona-Maßnahmen an. "Wir sind durch die Impfungen gut geschĂŒtzt", erklĂ€rt MinisterprĂ€sident Jonas Gahr Stoere. Auch wenn die Infektionszahlen deutlich anstiegen, mĂŒssten nicht mehr so viele Menschen in KrankenhĂ€user eingeliefert werden. Ab sofort dĂŒrfen sich demnach wieder mehr als zehn Personen treffen, Arbeit im Homeoffice ist nicht lĂ€nger verpflichtend und der Alkoholausschank in GaststĂ€tten ist wieder auch nach 23 Uhr erlaubt. Die Regierung bittet die BĂŒrger aber darum, einen Mindestabstand von einem Meter einzuhalten und in Menschenansammlungen Gesichtsmasken zu tragen.

Kretschmann gegen schnelle Lockerungen

Baden-WĂŒrttenbergs MinisterprĂ€sident Winfried Kretschmann (GrĂŒne) sieht mindestens bis Mitte April keine Chance fĂŒr das Ende von Corona-BeschrĂ€nkungen. Eine Debatte ĂŒber Exitstrategien vor Ostern sehe er ĂŒberhaupt nicht, sagte der Regierungschef am Dienstag in Stuttgart. "Wir brechen keine Debatte ĂŒber Exitstrategien vom Zaun – das wĂ€re völlig unangemessen und das völlig falsche Signal."

So habe Baden-WĂŒrttemberg vor kurzem erst Regeln verschĂ€rft, sagte Kretschmann mit Blick auf die FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr. Das werde man nicht durch "haltlose Ausstiegsdebatten" konterkarieren. Man sei immer noch in einer dramatischen Situation.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen liegt im SĂŒdwesten in nur 5 von 44 Stadt- und Landkreisen unter 1.000. Auf den Intensivstationen im Land werden derzeit 274 Covid-Erkrankte behandelt. Die Zahl der Corona-Infizierten, die innerhalb einer Woche und pro 100.000 Einwohner in ein Krankenhaus kamen, liegt bei 4,8. Es gebe derzeit etwa viele Klagen von ĂŒberlasteten Arztpraxen, sagte Kretschmann.

Winfried Kretschmann (GrĂŒne): Der MinisterprĂ€sident von Baden-WĂŒrttemberg hĂ€lt die Diskussion um Lockerungen fĂŒr verfrĂŒht.
Winfried Kretschmann (GrĂŒne): Der MinisterprĂ€sident von Baden-WĂŒrttemberg hĂ€lt die Diskussion um Lockerungen fĂŒr verfrĂŒht. (Quelle: imago-images-bilder)

Mehr PflegekrÀfte als arbeitslos gemeldet

In Deutschland haben sich derzeit ungefĂ€hr 12.000 PflegekrĂ€fte mehr als ĂŒblich arbeitssuchend gemeldet. Insgesamt seien es im Januar im Gesundheits- und Sozialbereich 25.000 Arbeitssuchende mehr als ĂŒblich gewesen, sagte Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der NĂŒrnberger Bundesagentur fĂŒr Arbeit (BA), am Dienstag bei der Vorlage des Arbeitsmarktberichts fĂŒr Januar. Dies betreffe damit ungefĂ€hr ein Prozent der BeschĂ€ftigten der Branche – ungefĂ€hr 12.000 der 25.000 seien PflegekrĂ€fte.

Der Deutsche Pflegerat hatte die vergangenen Tage bereits gewarnt, dass wegen der einrichtungsbezogenen Corona-Impfpflicht fĂŒr Kliniken und Heime Personalprobleme auf die Branche zukommen. Die PrĂ€sidentin des Pflegerats hatte in einem Interview gesagt, es gebe so wenig Personal, dass sich die Branche nicht erlauben könne, dass auch nur eine Einzige oder ein Einziger kĂŒndige. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) lehnte ein Aussetzen der Impfpflicht aber ab.

Biontech könnte neuen Impfstoff fĂŒr Kleinkinder auf den Markt bringen

Der Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer könnte einem Zeitungsbericht zufolge in den USA fĂŒr Kinder unter fĂŒnf Jahren womöglich bis Ende Februar zur VerfĂŒgung stehen. Es werde erwartet, dass die Pharmaunternehmen bereits am Dienstag einen Antrag auf eine Notfallzulassung fĂŒr die Zweifachimpfung fĂŒr Kinder im Alter von sechs Monaten bis fĂŒnf Jahren bei der US-Arzneimittelbehörde FDA einreichen werden, berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Die FDA habe die Unternehmen aufgefordert, den Antrag einzureichen, damit die Behörde mit der PrĂŒfung der Daten beginnen könne. Eine Biontech-Sprecherin wollte sich dazu am Dienstag nicht Ă€ußern, bei Pfizer war zunĂ€chst keine Stellungnahme erhĂ€ltlich. Es wĂ€re der erste verfĂŒgbare Covid-Impfstoff fĂŒr diese Altersgruppe.

Die Mainzer Biontech und ihr US-Partner Pfizer hatten Mitte Dezember mitgeteilt, dass sie ihre Studie zum Einsatz des Impfstoffs bei Kindern im Alter von sechs Monaten bis unter fĂŒnf Jahren um die Verabreichung einer dritten Impfdosis mindestens zwei Monate nach Erhalt der zweiten Dosis erweitern werden. Grund dafĂŒr waren erste Daten, wonach die Wirksamkeit nach zwei Dosen bei sechs bis 24 Monate alten Kindern zwar vergleichbar war zu der bei 16- bis 25-JĂ€hrigen. Bei Kindern von zwei bis unter fĂŒnf Jahren war dies aber nicht der Fall, weshalb nun eine dritte Dosis zur Erhöhung der Wirksamkeit getestet wird.

Bei erfolgreichem Verlauf der Studie mit drei Dosen wollen Biontech und Pfizer den Behörden in der ersten HĂ€lfte dieses Jahres Daten zur UnterstĂŒtzung einer Notfallzulassung fĂŒr Kinder unter fĂŒnf Jahren vorlegen, wie die beiden Hersteller angekĂŒndigt hatten. Die FDA drĂŒckt dem Bericht zufolge aber aufs Tempo. "Wir wissen, dass zwei Dosen nicht ausreichen, und wir verstehen das", zitierte die "Washington Post" einen Insider. "Die Idee ist, dass wir mit der ÜberprĂŒfung von zwei Dosen beginnen sollten." So könnte man mit der Impfung schon frĂŒher starten, als wenn man warte, bis die Daten zur dritten Dosis vorlĂ€gen. Es werde erwartet, dass die Berater der FDA Mitte Februar ĂŒber den Antrag mit zwei Dosen beraten werden.

Dahmen: Omikron-Subtyp BA.2 kann Trendwende verzögern

Eine Trendwende bei den Infektionszahlen könnte laut dem gesundheitspolitischen Sprecher der GrĂŒnen, Janosch Dahmen, wegen der Verbreitung der Omikron-Subvariante BA.2 deutlich spĂ€ter erreicht werden als erwartet. "Es ist möglich, dass sich die Trendwende um mehrere Wochen verzögern könnte", sagt Dahmen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Verbreitung des Subtyps werde den Höhepunkt der aktuellen Welle voraussichtlich weiter nach hinten verschieben.

Alles, was bislang ĂŒber BA.2 bekannt sei, lege nahe, dass die Infektionszahlen möglicherweise noch nicht im Februar zurĂŒckgehen wĂŒrden. Unklar sei, wie gut Personen, die eine Infektion mit dem Omikron-Subtyp BA.1 ĂŒberstanden haben, auch gegen BA.2 immunisiert sind. "Angesichts von BA.2 sind umfassende Lockerungen in den nĂ€chsten vier Wochen eher unrealistisch."

DÀnemark macht sich frei von BeschrÀnkungen

DĂ€nemark hat sich trotz einer nach wie vor hohen Zahl an Neuinfektionen von praktisch allen Corona-BeschrĂ€nkungen freigemacht. Seit Dienstag gelten im nördlichsten deutschen Nachbarland bis auf vereinzelte Einreiseregeln keine EinschrĂ€nkungen mehr. Die Maskenpflicht gehört bis auf Weiteres ebenso der Vergangenheit an wie Nachweise ĂŒber Impfungen, Genesungen und negativen Tests. Großveranstaltungen sind ebenso erlaubt wie der Besuch von Bars und Diskotheken.

Innenstadt in Kopenhagen: DÀnemark hebt fast alle Corona-BeschrÀnkungen auf.
Innenstadt in Kopenhagen: DÀnemark hebt fast alle Corona-BeschrÀnkungen auf. (Quelle: Francis Joseph Dean/Dean Pictures/imago-images-bilder)

Vereinzelte Einreiseregeln vor allem fĂŒr Ungeimpfte bleiben bestehen. Geimpfte und genesene Reisende aus aller Welt mĂŒssen zwar nicht mehr lĂ€nger zusĂ€tzlich einen negativen Test vorweisen können. BĂŒrger des EU- und Schengenraumes ohne gĂŒltigen Impf- oder Infektionsnachweis mĂŒssen aber entweder in den Tagen vor oder spĂ€testens bis zu 24 Stunden nach der Einreise einen Test machen. KrankenhĂ€user und Pflegeheimen werden darĂŒber hinaus angehalten, von Besuchern weiterhin den Gebrauch von Masken und dem Corona-Pass zu verlangen, um SchutzbedĂŒrftige und Ältere zu schĂŒtzen.

Impfpflicht fĂŒr Pflegeberufe: PatientenschĂŒtzer fordern Aufschub

Die Stiftung Patienschutz fordert eine Verschiebung der Corona-Impfpflicht fĂŒr BeschĂ€ftigte von Kliniken und Pflegeheimen. "Die Impfpflicht fĂŒr medizinisch-pflegerische Berufe darf nicht mit der Brechstange eingefĂŒhrt werden", sagte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Nachrichtenagentur dpa. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) mĂŒsse die Sorgen vor Ort ernst nehmen.

"GesundheitsĂ€mter, Ordnungsbehörden und Arbeitgeber sehen sich nicht in der Lage, das Mammutwerk bis zum 15. MĂ€rz ohne schwere Verwerfungen durchzusetzen", sagte Brysch. Lauterbach mĂŒsse wissen, dass die Versorgung von bis zu 200.000 PflegebedĂŒrftigen und Kranken in Gefahr sei. "Ein Aufschub ist dringend geboten."

GesundheitsĂ€mter sehen sich mit Kontrolle der Impfpflicht ĂŒberfordert

Die GesundheitsĂ€mter sehen sich nicht in der Lage, die zum 15. MĂ€rz in Kraft tretende Corona-Impfpflicht fĂŒr BeschĂ€ftigte von Kliniken und Pflegeheimen angemessen zu kontrollieren. Man rechne damit, dass im Schnitt bei fĂŒnf bis zehn Prozent der BeschĂ€ftigten kein eindeutiger Nachweis oder kein vollstĂ€ndiger Impfschutz vorliege und eine Meldung an das Gesundheitsamt erfolge, sagte Elke Bruns-Philipps vom Bundesverband der Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, der DĂŒsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstag). "Das ist eine erhebliche Belastung mit der PrĂŒfung jedes Einzelfalls, wie es jetzt vorgesehen ist, die die GesundheitsĂ€mter nicht zeitnah bewĂ€ltigen können." Hier lesen Sie mehr zu dem Thema.

Biontech/Pfizer stellt Antrag auf US-Notfallzulassung fĂŒr Kinder unter fĂŒnf

Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer könnte einem Zeitungsbericht zufolge in den USA fĂŒr Kinder unter fĂŒnf Jahren noch im Februar zur VerfĂŒgung stehen. Es werde erwartet, dass die Pharmaunternehmen am Dienstag einen Antrag auf eine Notfallzulassung fĂŒr die Zweifachimpfung fĂŒr Kinder im Alter von sechs Monaten bis fĂŒnf Jahren bei der Zulassungsbehörde FDA einreichen werden, berichtet die "Washington Post".

Dieser könnte dann bereits Ende Februar zur VerfĂŒgung stehen, schreibt das Blatt unter Berufung auf mit dem Zulassungsprozess vertraute Personen. Pfizer, Biontech und die FDA reagierten nicht sofort auf Anfragen von Reuters nach einer Stellungnahme.

Bundesregierung sieht noch keinen Anlass fĂŒr Lockerungen

Kanzler Olaf Scholz und Gesundheitsminister Karl Lauterbach: FĂŒr Lockerungen der Corona-Maßnahmen sei es noch zu frĂŒh, heißt es aus der Regierung.
Kanzler Olaf Scholz und Gesundheitsminister Karl Lauterbach: FĂŒr Lockerungen der Corona-Maßnahmen sei es noch zu frĂŒh, heißt es aus der Regierung. (Quelle: Florian Gaertner/photothek.de/imago-images-bilder)

Die Bundesregierung sieht im Moment noch keinen Anlass fĂŒr Lockerungen der Corona-Maßnahmen. "In dem Moment, wo wir das GefĂŒhl haben, verantwortlich lockern zu können, wird diese Bundesregierung, werden alle Landesregierungen genau diesen Schritt gehen", sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Montag in Berlin.

Im Augenblick sei es aber "noch ein bisschen verfrĂŒht", schon diesen Schritt zu machen. Man sei noch in der Phase, in der es bergauf gehe mit den Zahlen, jeden Tag gebe es neue Rekordwerte. Der Höhepunkt der Welle sei noch nicht erreicht. "Und insofern wĂŒrde ich im Augenblick davor warnen, zu frĂŒhzeitig zu glauben, es ist schon vorbei", sagte Hebestreit.

Bericht: Johnson kippt Impfpflicht fĂŒr Pfleger

Auf Druck seiner Partei will der britische Premierminister Boris Johnson einem Zeitungsbericht zufolge die Corona-Impfpflicht fĂŒr medizinisches Personal doch wieder streichen. Gesundheitsminister Sajid Javid wolle den Schritt noch am Montag mit Kabinettskollegen vereinbaren, berichtete der "Daily Telegraph". Den PlĂ€nen zufolge sollten PflegekrĂ€fte vom 1. April an zwei Impfungen haben.

Boris Johnson: Der britische Premier steht in seiner Partei mÀchtig unter Druck.
Boris Johnson: Der britische Premier steht in seiner Partei mÀchtig unter Druck. (Quelle: Carl Recine/Reuters-bilder)

Wie der "Telegraph" schrieb, beruft sich Gesundheitsminister Javid darauf, dass die Auswirkungen der Omikron-Variante deutlich milder seien als befĂŒrchtet. Die Impfpflicht fĂŒr das Personal des Gesundheitsdiensts NHS wurde beschlossen, als die Delta-Variante dominierte. Diese fĂŒhrte zu deutlich mehr Krankenhauseinweisungen. Kritiker befĂŒrchten, das ohnehin ĂŒberlastete Gesundheitssystem werde bei einer Impfpflicht auf einen Schlag 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren.

Mit der Kehrtwende erfĂŒllt Johnson, der wegen der "Partygate"-AffĂ€re auch parteiintern unter Druck steht, eine der Kernforderungen einflussreicher HinterbĂ€nkler seiner Partei. Als HinterbĂ€nkler werden in Großbritannien Abgeordnete ohne Regierungsverantwortung bezeichnet, also das Gros der Parlamentarier. In Johnsons Konservativer Partei sind sie ein großer Machtfaktor.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen fĂŒrchtet immer neue Corona-Wellen

Mehr als die HĂ€lfte der Deutschen (55 Prozent) sorgt sich laut einer Umfrage davor, dass es immer neue Corona-Wellen gibt, bis alle gegen das Virus geimpft sind. Diese BefĂŒrchtung ĂŒbersteigt alle anderen in einer Studie der R+V-Versicherungen abgefragten Sorgen.

FußgĂ€nger in der MĂŒnchner Innenstadt: Die Deutschen sorgen sich am meisten um immer neue Corona-Wellen.
FußgĂ€nger in der MĂŒnchner Innenstadt: Die Deutschen sorgen sich am meisten um immer neue Corona-Wellen. (Quelle: Wolfgang Maria Weber/imago-images-bilder)

49 Prozent der Befragten fĂŒrchten, dass die Politiker ĂŒberfordert sind. 43 Prozent haben Angst vor einer Corona-Infektion. AuffĂ€llig ist: Deutlich weniger Menschen (38 Prozent) hatten im Vergleich zu einer vorherigen Untersuchung Angst vor einer schlechten Wirtschaftslage – im Winter 2021 waren es noch 59 Prozent. "Es herrscht wieder mehr Wirtschaftsoptimismus", heißt es dazu. Auch die Sorge vor eigener Arbeitslosigkeit ist recht gering (19 Prozent).

FĂŒr die reprĂ€sentative Online-Untersuchung zu den "Ängsten der Deutschen in der Corona-Krise 2022" wurden vom 18. bis 20. Januar 1.083 Menschen zu ausgewĂ€hlten Themen befragt.

Lockdown fĂŒr Ungeimpfte endet in Österreich

In Österreich endet am heutigen Montag der Corona-Lockdown fĂŒr Ungeimpfte. Seit Mitte November durften alle Einwohner ĂŒber zwölf Jahre ohne Nachweis ihrer Impfung oder Genesung ihre Wohnung nur noch fĂŒr Lebensmittel-EinkĂ€ufe, Arbeit oder Ausbildung, Arztbesuche sowie zur körperlichen Erholung verlassen. Bundeskanzler Karl Nehammer hatte das Ende der AusgangsbeschrĂ€nkungen damit begrĂŒndet, dass die KrankenhĂ€user trotz anhaltend hoher Infektionszahlen nicht ĂŒberlastet sind.

Am Samstag kĂŒndigte Nehammer zudem weitere Lockerungen an. Restaurants dĂŒrfen ab kommenden Samstag wieder bis Mitternacht geöffnet bleiben. Danach entfĂ€llt etappenweise der Nachweis ĂŒber eine Impfung oder Genesung in Handel, Gastronomie und Tourismus. Allerdings werden fĂŒr Restaurant- oder Hotelbesuche zumindest negative Corona-Tests verlangt. Am kommenden Freitag fĂŒhrt Österreich zudem eine allgemeine Impfpflicht fĂŒr Erwachsene ein.

Kubicki: Keine Grundlage mehr fĂŒr Impfpflicht fĂŒr PflegekrĂ€fte

Wolfgang Kubicki: Der FDP-Politiker ist gegen die Impfpflicht.
Wolfgang Kubicki: Der FDP-Politiker ist gegen die Impfpflicht. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa-bilder)

BundestagsvizeprĂ€sident Wolfgang Kubicki (FDP) sieht keine BegrĂŒndung mehr fĂŒr die umstrittene Impfpflicht fĂŒr spezielle Einrichtungen wie KrankenhĂ€user und Pflegeheime, die Mitte MĂ€rz in Kraft treten soll. Mitarbeiter in Gesundheitsberufen sollten geimpft werden, damit sie andere nicht mehr anstecken können, die sie betreuen und pflegen. "Wenn das wegfĂ€llt, weil man sich bei Omikron auch infizieren kann, dann fĂ€llt eine der tragenden Grundlagen fĂŒr diese Impfpflicht weg", sagt Kubicki im Politik-Talk der Zeitung (Bild).

Zudem kritisierte Kubicki bei Bild-TV die Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur fĂŒr Arbeit (BA), Detlef Scheele, zu den Folgen einer Impfpflicht fĂŒr Arbeitssuchende. "Dass man Menschen in den Senkel stellt einfach aufgrund ihres Impfstatus, wird mittlerweile fĂŒr mich unertrĂ€glich", sagte Kubicki.

Scheele hatte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe gesagt: "Wenn es eine allgemeine Impfpflicht gibt und VerstĂ¶ĂŸe auch mit Rechtsfolgen verbunden sind, können Arbeitgeber einen Bewerber ablehnen, weil er nicht geimpft oder genesen ist." Auch die Bundesagentur fĂŒr Arbeit mĂŒsse demnach bei EinfĂŒhrung einer allgemeinen Impfpflicht prĂŒfen, "ob eine fehlende Impfung zu einer Sperrzeit fĂŒhrt".

Kubicki erwiderte: "Ich finde es unverfroren, in der jetzigen Phase mit solchen Anregungen zu kommen." Scheeles Äußerung mĂŒsse eigentlich heißen: "Wer sich infiziert, verliert seinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, weil er ja seine Arbeitskraft nicht mehr zur VerfĂŒgung stellen kann". "Da wird Herr Scheele sofort erkennen, dass das kompletter Unsinn ist."

GrĂŒnen-Gesundheitspolitiker warnt vor zu schnellen Öffnungsschritten

Der GrĂŒnen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hat vor zu schnellen Öffnungsschritten in der Pandemie gewarnt. "Es gibt keinen Anlass dafĂŒr, dass es kurzfristig Öffnungsmaßnahmen gibt", sagte der Bundestagsabgeordnete der Nachrichtenagentur in Berlin. "Wir sind noch nicht ĂŒbern Berg." Die Hospitalisierungsrate steige inzwischen wieder an, es gebe keinen Grund zur Entwarnung. Falls sich die Lage verschlechtere, mĂŒsse eher ĂŒber eine Ausweitung bestehender Schutzmaßnahmen wie 2G-Plus-Regeln nachgedacht werden. Hier lesen Sie mehr zu der Debatte.

Palmer macht Kehrtwende bei Impfpflicht

Auch TĂŒbingens GrĂŒner OberbĂŒrgermeister Boris Palmer sieht keine BegrĂŒndung mehr fĂŒr eine Impfpflicht fĂŒr spezielle Einrichtungen wie KrankenhĂ€user und Pflegeheime, die Mitte MĂ€rz in Kraft treten soll.

Bei Bild-TV fĂŒhrte Palmer an, dass mit der Virus-Variante Omikron die Voraussetzung der Impfpflicht fĂŒr diese Berufe entfallen sei und dass die Gesetzgebung nun an die Regeln angepasst werden mĂŒsse.

Scholz verfehlt Impfziel fĂŒr Deutschland

Bundeskanzler Olaf Scholz prĂ€sentiert ein Plakat fĂŒr eine neue Impfkampagne: Bis Ende Januar sollten 80 Prozent der Menschen im Land ihre erste Spritze erhalten.
Bundeskanzler Olaf Scholz prĂ€sentiert ein Plakat fĂŒr eine neue Impfkampagne: Bis Ende Januar sollten 80 Prozent der Menschen im Land ihre erste Spritze erhalten. (Quelle: Hannibal Hanschke/POOL AP/dpa-bilder)

In dieser Woche startete die neue Impfkampagne der Bundesregierung mit dem Slogan "Impfen hilft". Doch das Impfziel fĂŒr Deutschland scheint auch bis Ende Januar verfehlt – schon wieder. Bis Ende des Monats sollten möglichst 80 Prozent der Menschen im Land ihre erste Spritze erhalten, so die Regierung.

Doch das Ziel wird höchstwahrscheinlich nicht mehr erreicht. Nach aktuellen Zahlen des RKI erhielten bis einschließlich Freitag 63 Millionen Menschen in Deutschland mindestens eine Impfdosis, das macht 75,7 Prozent der Bevölkerung. Somit fehlen noch ĂŒber 3 Millionen Menschen, die bis zum 31. Januar geimpft werden mĂŒssten. UrsprĂŒnglich war die 80-Prozent-Marke bis zum 7. Januar geplant, doch auch dieses Vorhaben verfehlte die Regierung.

Der Kanzler hatte zudem als weiteres Ziel angegeben, nach Weihnachten 30 Millionen Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen bis Ende Januar zu schaffen. Laut RKI-Daten waren es in diesem Zeitraum allerdings nur rund 17 Millionen Pikse (Stand: 28. Januar 2022). Scholz scheint sich der schleppenden Kampagne bewusst. Er rĂ€umte nach den Beratungen mit den MinisterprĂ€sidenten am vergangenen Montag ein, dass der Fortschritt nicht genug sei. "Wir mĂŒssten viel höher liegen. Wir haben das Ziel, weiter voranzukommen. Das geschieht auch, aber nicht in dem Tempo, das notwendig wĂ€re", sagte er.

IMK-Chef Herrmann warnt "extremistische Brandstifter" bei Corona-Demonstrationen

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), will verschĂ€rft gegen extremistische GewalttĂ€ter bei Corona-Protesten vorgehen. Seine ausdrĂŒckliche Warnung richte sich "an extremistische Brandstifter, die gewaltbereit sind und die Proteste zur Verbreitung ihrer radikalen Vorstellungen und ihrer demokratiefeindlichen Haltung ausnutzen wollen", sagt Herrmann den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".

Als Vorsitzender der Innenministerkonferenz werde er sich "fĂŒr eine verstĂ€rkte Beobachtung extremistischer Bestrebungen der Szene starkmachen". Der bayerische Verfassungsschutz habe hierbei insbesondere Rechtsextremisten und ReichsbĂŒrger im Blick. "Entsprechende Mobilisierungserkenntnisse werden umgehend an die Polizei weitergegeben." Der Innenminister nannte es fragwĂŒrdig, dass am Jahrestag von Hitlers Machtergreifung 1933 zu Corona-Demonstrationen aufgerufen worden sei.

Expertenrat beklagt Fehlen von koordinierter Gesundheitskommunikation

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung fordert Verbesserungen in der Risiko- und Gesundheitskommunikation in Deutschland. "Um das Individuum und die Gesellschaft in ihrer Selbstwirksamkeit und risikokompetentem Verhalten zu unterstĂŒtzen, ist eine reaktionsschnelle, evidenzbasierte, zielgruppen- und nutzerspezifische Risiko- und Gesundheitskommunikation unabdingbar", teilte das Gremium am Sonntagabend in seiner fĂŒnften Stellungnahme mit. Hier lesen Sie mehr zu der Empfehlung.

20 neue Corona-FĂ€lle in Peking

FĂŒnf Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele (4. bis 20. Februar) hat die Ausrichterstadt Peking 20 neue CoronafĂ€lle und damit die höchste Anzahl seit anderthalb Jahren vermeldet. Als Folge sperrte die Stadt mehrere Wohnanlagen. Im Bezirk Fengtai, in dem die meisten FĂ€lle auftraten, sollten mehr als zwei Millionen Menschen auf das Virus getestet werden.

Die Spiele in Peking werden in einer streng kontrollierten Blase ausgetragen, in der alle Teilnehmer tÀglich auf COVID-19 getestet werden und vollstÀndig abgeschottet von der chinesischen Bevölkerung leben. Am Samstag hatten die Organisatoren von 36 neuen FÀllen in der Blase berichtet, 29 davon wurden am Flughafen entdeckt, 19 betrafen Athletinnen und Athleten.

Helfer in SchutzanzĂŒgen kontrollieren Ankömmlinge in Peking (Archivbild): In der chinesischen Hauptstadt gab es einen kleinen Corona-Ausbruch.
Helfer in SchutzanzĂŒgen kontrollieren Ankömmlinge in Peking (Archivbild): In der chinesischen Hauptstadt gab es einen kleinen Corona-Ausbruch. (Quelle: Sergei Bobylev)

Der "geschlossene Kreislauf", in dem sich die 60.000 Olympia-Teilnehmer in Peking, Yanqing und Zhangjiakou bewegen, ist Teil der Null-Covid-Politik, mit der China bislang grĂ¶ĂŸere Corona-AusbrĂŒche verhindert hat. Das bevorstehende Neujahrsfest, zu dem Millionen Familien und Freunde zusammenkommen, gilt als Herausforderung fĂŒr die chinesische Strategie der Pandemie-BekĂ€mpfung.

Bericht: Lauterbach bestellt Millionen Booster-Dosen zu viel

Der "Tagesspiegel" berichtet unter Hinweis auf eine Bundestagsanfrage der Union, dass Gesundheitsminister Karl Lauterbach offenbar zu viele Moderna-Impfampullen bestellt hat. Sein VorgĂ€nger Jens Spahn hatte 50 Millionen Booster-Dosen fĂŒrs erste Quartal angefordert – Lauterbach sah Bedarf fĂŒr 70 Millionen. Er kĂŒndigte an, 35 Millionen weitere Booster-Dosen zu bestellen. Bei einer Pressekonferenz des Bundesgesundheitsministeriums war dann plötzlich von 70 Millionen Dosen die Rede. Auch die EU, so der Bericht, habe diese Zahl als Bestellung bestĂ€tigt. Der Grund fĂŒr die Verwirrung: FĂŒr einen Booster braucht es nur eine halbe Moderna-Dosis. Es scheint so, dass versehentlich 35 Millionen Impfdosen und nicht Auffrischungsimpfungen gekauft wurden.

Ausgehend von den aktuellen Zahlen wurden bis zum Jahresende 33 Millionen BĂŒrger geboostert. Sollten 90 Prozent der ĂŒber 11-JĂ€hrigen eine Auffrischungsimpfung bekommen, wĂŒrden 70 Millionen Dritt-Dosen benötigt. Es gibt aber bereits eine Bestellung von ĂŒber 40 Millionen Biontech/Pfizer-Dosen, so die Bundesregierung in der Antwort auf eine Anfrage. Im Bestand seien noch 22 Millionen Moderna-Dosen. Mit der neuen Bestellung könnte es etwa 60 Millionen Dosen Überschuss geben.

BDI-Chef kritisiert Corona-Politik

Nach Ansicht von BDI-PrĂ€sident Siegfried Russwurm ist es nach zwei Jahren Corona "völlig inakzeptabel, dass es nicht genug aktuelle Daten, PCR-TestkapazitĂ€ten und einheitliche Hygienekonzepte fĂŒr Schulklassen gibt". Auch verwundere ihn manche Entscheidungsfindung: "Wir erleben Corona-Gipfel von Bund und LĂ€ndern mit großer Einigkeit − und ein paar Stunden spĂ€ter landesspezifische Varianten der Entscheidung", zitieren die Zeitungen der Funke Mediengruppe den PrĂ€sidenten des Industrieverbands BDI.

Das fĂŒhre zu Vertrauensverlust und zu einem Flickenteppich, den keiner mehr verstehe. Russwurm Ă€ußert sich ablehnend gegenĂŒber einer Homeoffice-Pflicht. Zu einer Impfpflicht sehe er dagegen "keine bessere Alternative, wenn wir Deutschland aus dieser Dauerkrise herausbringen wollen". Eine Beteiligung der Unternehmen an der Durchsetzung lehnt er allerdings ab.

Union: Impfpflicht nur mit Befristung

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge, hĂ€lt eine Corona-Impfpflicht nur unter Bedingungen und mit enger zeitlicher Befristung fĂŒr sinnvoll. "Eine Impfpflicht wĂ€re nur dann sinnvoll, wenn besonders gefĂ€hrliche Virusvarianten drohen – und wenn es zugleich passende Impfstoffe gibt", sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag". "Trifft eines von beidem nicht zu, wĂ€re eine Impfpflicht wenig zielfĂŒhrend." Das klare Signal an die Bevölkerung mĂŒsse außerdem sein: "Wenn eine Impfpflicht kommt, dann nur mit einer klaren, engen zeitlichen Befristung."

Die bislang bekannten Initiativen verschiedener Bundestagsabgeordnete fĂŒr eine allgemeine Impfpflicht kritisierte Sorge: "Die Differenzierung nach Virusvarianten und zeitlicher Komponente fehlt allen GruppenantrĂ€gen – ebenso wie Ideen zur Verbesserung der Datenbasis." Zu diesen drei Punkten werde die Union einen Vorschlag unterbreiten, sagte er.

ÄrzteprĂ€sident unterstĂŒtzt VerkĂŒrzung von Genesenenstatus

ÄrzteprĂ€sident Klaus Reinhardt hat die umstrittene VerkĂŒrzung des Genesenenstatus aus medizinischer Sicht als sinnvoll bezeichnet. "Die bisherige wissenschaftliche Evidenz deutet darauf hin, dass sich Ungeimpfte nach einer durchgemachten Delta-Infektion schon deutlich frĂŒher als nach sechs Monaten mit der Omikron-Variante anstecken können", sagte Reinhardt der "Rheinischen Post" (Samstag). "Deshalb ist die VerkĂŒrzung des Genesenenstatus aus medizinischer Sicht sinnvoll." Der PrĂ€sident der BundesĂ€rztekammer sprang damit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zur Seite, der die VerkĂŒrzung auf drei Monate verteidigt hatte.

Corona-Medikament Molnupiravir auch gegen Omikron wirksam

Das Corona-Medikament Molnupiravir wirkt laut Angaben seines Herstellers auch gegen die Omikron-Variante. Wie der US-Pharmakonzern MSD am Freitag mitteilte, kamen sechs In-vitro-Studien unabhÀngig voneinander zu dem Ergebnis, dass das Medikament "konsistent antiviral" gegen die Variante wirke. Die Studien fanden demnach in Deutschland, Belgien, Tschechien, Polen, den Niederlanden und den USA statt.

Nach Angaben des Konzerns MSD, der sich in den USA auch Merck & Co. nennt, senkte das Medikament das Risiko einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes bei den VorgĂ€nger-Varianten von Omikron um 30 Prozent. Die jĂŒngsten Studien zeigen demnach eine gute Wirksamkeit auch gegen Omikron. Die Ergebnisse "geben zusĂ€tzliches Vertrauen in das Potenzial von Molnupiravir als wichtige Behandlungsoption", sagte MSD-Forschungslabor-Chef Dean Y Li. Das Ergebnis mĂŒsse nun durch klinische Studien weiter geprĂŒft werden.

Das antivirale Medikament verringert die FÀhigkeit des Coronavirus, sich in den Körperzellen zu vermehren, und bremst damit die Weiterentwicklung von Covid-19. Die Pillen haben den Vorteil, dass sie einfach zu Hause eingenommen werden können.

Russlands Statistikbehörde meldet mehr als 660.000 Corona-Tote

Mehr als 660.000 Menschen in Russland sind seit Pandemiebeginn an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Wie die Statistikbehörde Rosstat am Freitag mitteilte, schrumpfte die Bevölkerung Russlands im Jahr 2021 um mehr als eine Million Menschen. Damit setzt sich der AbwĂ€rtstrend aus dem Vorjahr fort. 2020 wurde ein RĂŒckgang von mehr als einer halben Million registriert.

Die von Rosstat veröffentlichten Zahlen zu den Corona-Toten sind mehr als doppelt so hoch wie die Zahlen der Regierung: Laut einer Regierungs-Webseite zur Pandemie starben in Russland 329.443 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Rosstat wendet eine breitere Definition von Corona-TodesfÀllen an.

Russland zĂ€hlt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen LĂ€ndern weltweit. Es sind zwar vier Impfstoffe verfĂŒgbar, doch die Impfskepsis im Land ist groß. Nicht einmal die HĂ€lfte der Bevölkerung ist vollstĂ€ndig gegen das Virus geimpft.

Virologin Ciesek sieht VerkĂŒrzung des Genesenenstatus kritisch

Auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sieht die VerkĂŒrzung des Genesenen-Status von sechs auf drei Monate kritisch. Die Direktorin des Instituts fĂŒr Medizinische Virologie an der Frankfurter Uniklinik plĂ€dierte am Freitag dafĂŒr, den Zeitpunkt des Boosterns nach Genesung "individual-medizinisch" zu entscheiden.

"So richtig glĂŒcklich und zufrieden bin ich nicht mit den Regelungen", sagte Ciesek. Einen einheitlichen Zeitpunkt fĂŒr alle zu definieren, sei "sehr schwierig". Es mĂŒsse berĂŒcksichtigt werden, mit welcher Virus-Variante man infiziert wurde, wie alt man ist, wie lange gegebenenfalls die Impfungen zurĂŒckliegen.

Sandra Ciesek: Die Virologin sieht pauschale Grenzen beim Genesenenstatus kritisch.
Sandra Ciesek: Die Virologin sieht pauschale Grenzen beim Genesenenstatus kritisch. (Quelle: imago-images-bilder)

"Die Regelung mit den drei Monaten ist fĂŒr einige Patienten sehr ungĂŒnstig", sagte sie in Wiesbaden. Jugendliche, die im Sommer geimpft wurden und sich im Herbst infizierten, seien jetzt "in einem echten Dilemma". Sie mĂŒssten sich nun nach drei Monaten boostern lassen, "haben aber zum Teil Antikörper, die unser Messfenster sprengen". Hier mache es Sinn, auf den neuen, an Omikron angepassten Impfstoff zu warten. Bei 60-JĂ€hrigen sei das ganz anders.

Apotheken können ab Februar impfen

Der Starttermin fĂŒr Corona-Impfungen in Apotheken steht fest. Lesen Sie hier mehr dazu.

RKI streicht erste Reiseziele von der Hochrisikogebiete-Liste

Wöchentlich aktualisiert das RKI die Liste der Corona-Risikogebiete. In dieser Woche stuft das Institut wieder einige beliebte Urlaubsziele hoch. Besonders Reiseziele in Afrika werden von der Liste gestrichen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Spanische Regierung: Omikron-Welle gebrochen

Spanien hat den Höhepunkt der derzeitigen vor allem von der Omikron-Variante ausgelösten Corona-Welle nach EinschĂ€tzung der Regierung ĂŒberschritten. "Alles deutet darauf hin, dass die Kurve der Infektionen sinkt", sagte Gesundheitsministerin Carolina Darias am Freitag. "Der RĂŒckgang der Zahlen verfestigt sich von Tag zu Tag", fĂŒgte die Ministerin hinzu, mahnte aber zugleich zu weiterer Vorsicht.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in dem beliebten Urlaubsland ist seit ihrem Höchststand am Montag vergangener Woche um mehr als 300 Punkte auf zuletzt 1.335 gefallen. Auch der Druck auf das Gesundheitssystem nahm etwas ab. Binnen einer Woche ging die Auslastung aller Krankenhausbetten mit Corona-Patienten von 15,2 Prozent auf 14,8 Prozent zurĂŒck und die der Betten auf Intensivstationen fiel von 23,3 Prozent auf 22,1 Prozent. Im selben Zeitraum wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 1.100 weitere TodesfĂ€lle im Zusammenhang mit Corona registriert.

Die meisten der Infizierten weisen keine oder nur milde Krankheitssymptome auf. In den vergangenen zwei Wochen seien insgesamt 1,48 Millionen Infektionen registriert worden. Davon hÀtten nur gut 266.000 deutliche Anzeichen einer Erkrankung entwickelt, schrieb die Zeitung "La Vanguardia". Spanien weist eine vergleichsweise hohe Impfrate auf. Mehr als 80 Prozent haben sich zweimal impfen lassen und sind damit grundimmunisiert. 43 Prozent haben eine dritte Impfung erhalten.

Lauterbach: Angepasster Omikron-Impfstoff wohl erst im Mai

Fast tĂ€glich werden derzeit Rekorde bei den Neuinfektionen verzeichnet, die Pandemie rollt unaufhörlich weiter. Nun haben sich Gesundheitsminister Lauterbach und RKI-Chef Wieler geĂ€ußert. Lesen Sie die Pressekonferenz hier nach.

Animation zeigt: In diesen Reisezielen soll die Pandemie bald offiziell enden

Die Omikron-Variante hat weite Teile der Erde fest im Griff. Einige LĂ€nder wollen trotzdem bald alle Maßnahmen aufheben. Daten zeigen, ob auch Deutschland demnĂ€chst nachziehen könnte. Sehen Sie hier das Video.

Trotz Inzidenz ĂŒber 1.000: Erstes Bundesland lockert

Trotz sehr hoher Fallzahlen fĂ€hrt Baden-WĂŒrttemberg als erstes Bundesland seine Corona-Restriktionen zurĂŒck. Ab diesem Freitag gilt nur noch die Alarmstufe I – damit mĂŒssen Geimpfte und Genesene in Restaurants und Freizeiteinrichtungen keinen tagesaktuellen Test mehr vorweisen. Statt 2G plus gilt also wieder 2G. Bei Großveranstaltungen sind wieder bis zu 6.000 Zuschauer erlaubt, sofern die 2G-plus-Regel gilt. Auch nĂ€chtliche Ausgangssperren fĂŒr Ungeimpfte entfallen.

Fans des SC Freiburg im Stadion: Ab sofort dĂŒrfen wieder mehr Zuschauer ins Stadion.
Fans des SC Freiburg im Stadion: Ab sofort dĂŒrfen wieder mehr Zuschauer ins Stadion. (Quelle: Eibner/imago-images-bilder)

Baden-WĂŒrttemberg verzeichnet derzeit eine Inzidenz von 1.024, die Hospitalisierungsinzidenz ist in den vergangenen vier Tagen aber auf 4,93 gesunken.

Schmidt-Chanasit: "Wir sind in der Endphase der Pandemie"

Einige Experten warnen vor neuen Varianten des Coronavirus, andere hoffen durch Omikron auf ein Ende der Pandemie. Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit erklÀrt in diesem Interview mit t-online, was die Durchseuchung bringt.

Virologe Streeck ruft zu Kontaktreduzierungen auf

Der Virologe Hendrik Streeck hat die Menschen angesichts der rasant wachsenden Corona-Infektionszahlen zur Vorsicht aufgerufen. Bei so hohen Zahlen sollte jeder noch einmal aufpassen und Kontakte beschrĂ€nken, sagte Streeck am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Auch Geimpfte und – in reduzierter Form – auch Geboosterte könnten das Virus ĂŒbertragen. "Es geht wirklich darum, jetzt noch mal diese Zeit zu ĂŒberbrĂŒcken, bis wir eine Trendumkehr haben." Dann komme das FrĂŒhjahr mit sinkenden Fallzahlen. "Das wird ein guter Sommer wieder werden", sagte das Mitglied des Expertenrats der Bundesregierung voraus.

Hendrik Streeck: "Zeit ĂŒberbrĂŒcken, bis wir eine Trendumkehr haben."
Hendrik Streeck: "Zeit ĂŒberbrĂŒcken, bis wir eine Trendumkehr haben." (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)

Streeck riet jedem, sich impfen zu lassen. Man werde um eine Verbreitung des Virus nicht herumkommen. "Wir werden alle irgendwann mal Kontakt mit diesem Virus machen", sagte der Virologe. Eine allgemeine Impfpflicht sieht Streeck aber "sehr skeptisch". Es gebe auch andere Mittel, dem Virus beizukommen.

Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

Weitere chinesische Großstadt wird heimlich in Teil-Lockdown geschickt

Eine Woche vor dem Start der Olympischen Winterspiele ist eine weitere chinesische Großstadt in der NĂ€he von Peking teilweise in den Lockdown gegangen. Etwa 1,2 Millionen Menschen aus der sĂŒdlich der Hauptstadt gelegenen neuen Zone Xiong'an dĂŒrfen ihre Wohngebiete vorerst weder betreten noch verlassen. Das bestĂ€tigte ein Gesundheitsbeamter am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

EinschrĂ€nkungen durch die Corona-Pandemie werden in China öffentlich angekĂŒndigt. In diesem Fall scheinen diese jedoch heimlich eingefĂŒhrt worden zu sein, berichtet AFP. Der Lockdown wurde bereits am Dienstag verhĂ€ngt, am selben Tag waren in einem der drei Kreise der Zone fĂŒnf neue positive FĂ€lle gemeldet worden. Die Maßnahme soll etwa eine Woche gelten. Die Wirtschaftszone Xiong'an, die etwa 100 km von Peking entfernt liegt, ist das Vorzeigeprojekt von PrĂ€sident Xi Jinping und wird derzeit noch ausgebaut. Sie soll ein Modell fĂŒr Stadtentwicklung und eine "grĂŒne Stadt" sein.

China wird die Olympischen Spiele (4. bis 20. Februar) in einem "geschlossenen Kreislauf" ausrichten, der sicherstellen soll, dass weder die rund 3.000 Sportlerinnen und Sportler noch andere Teilnehmer mit der Öffentlichkeit in Kontakt kommen.

EU: Bis zu 800.000 weniger Hospitalisierungen durch Booster möglich

Booster-Impfungen könnten der EU zufolge mehrere Hunderttausend Krankenhauseinlieferungen in Europa vermeiden. Mit der bis Anfang Januar erreichten Booster-Rate sei eine Reduzierung der FÀlle in der EU, Norwegen, Island und Liechtenstein um 500.000 bis 800.000 möglich, teilte die EU-Gesundheitsbehörde ECDC mit.

Rund 70 Prozent der EU-BĂŒrger sind bislang vollstĂ€ndig geimpft, davon hat die HĂ€lfte zusĂ€tzlich einen Booster erhalten. WĂŒrden alle bereits Geimpften die dritte Impfung in Anspruch nehmen, könnte die Zahl der Hospitalisierungen noch niedriger ausfallen, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

Corona-Impfung: Der Booster soll das Risiko, wegen Covid-19 ins Krankenhaus zu mĂŒssen, stark vermindern.
Corona-Impfung: Der Booster soll das Risiko, wegen Covid-19 ins Krankenhaus zu mĂŒssen, stark vermindern. (Quelle: SNA/imago-images-bilder)

Australien genehmigt Booster-Impfung fĂŒr 16- und 17-JĂ€hrige

Die australische Arzneimittelbehörde Therapeutic Goods Administration(TGA) genehmigt Auffrischungsimpfungen fĂŒr 16- und 17-JĂ€hrige, um besser gegen die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus gewappnet zu sein. Wie die TGA mitteilt, sei die Booster-Impfung mit dem Vakzin von Pfizer und Biontech fĂŒr diese Altersgruppe zugelassen worden. Man schließe sich damit den USA, Israel und Großbritannien an.

Finnlands MinisterprÀsidentin will schneller lockern

Finnland will die bestehenden Corona-BeschrĂ€nkungen schneller lockern. Die Änderungen sollen bereits zum 1. Februar in Kraft treten, wie Finnlands MinisterprĂ€sidentin Sanna Marin mitteilt. UrsprĂŒnglich waren die Lockerungen erst ab Mitte Februar geplant. Es mehrten sich die Anzeichen dafĂŒr, dass der Höchststand bei den Infektionszahlen in der derzeitgen Omikron-Welle erreicht sei, begrĂŒndet Marin den Sinneswandel.

RKI: Krankheitslast rĂŒckt neben Infektionszahl in den Fokus

Angesichts der in die Höhe schnellenden Zahlen von Omikron-Neuinfektionen sieht das Robert Koch-Institut (RKI) nicht die Messung jeder Infektion, sondern immer mehr die Krankheitslast im Fokus. FĂŒr die aktuelle Lagebewertung stehe "nicht die Erfassung aller Infektionen durch SARS-CoV-2, sondern die Entwicklung der Anzahl und Schwere der Erkrankungen im Vordergrund", wie aus dem RKI-Wochenbericht vom Donnerstagabend hervorgeht. Auch wenn nicht mehr jeder Einzelfall im Meldesystem erfasst werde, ermöglichten ergĂ€nzend zurate gezogene SchĂ€tzwerte "eine zuverlĂ€ssige EinschĂ€tzung der Gesamtentwicklung der epidemiologischen Situation" in Deutschland, hieß es. Hier lesen Sie mehr.

Booster schĂŒtzt ĂŒber 50-JĂ€hrige deutlich gegen Omikron

Eine Auffrischungsimpfung mit einem Covid-19-Vakzin erhöht den Schutz vor Tod durch die Omikron-Variante bei ĂŒber 50-JĂ€hrigen deutlich. Das teilt die britische Gesundheitsbehörde Health Security Agency (UKHSA) mit. Etwa sechs Wochen nach der zweiten Impfdosis liege der Schutz vor Tod durch die Corona-Mutante lediglich bei 60 Prozent bei Personen ĂŒber 50 Jahren. Mit der Booster-Impfung steige dieser Wert auf bis zu rund 95 Prozent.

Bei dem Pfizer/BioNTech-Vakzin schĂŒtze der Booster zudem zu 90 Prozent vor einer Einweisung in eine Klinik. Dieser Wert sinke auf 75 Prozent zehn bis 14 Wochen nach Verabreichung der Booster-Impfung. Bei Moderna betrage der Schutz vor einer Einweisung ins Krankenhaus 90 bis 95 Prozent bis zu neun Wochen nach der dritten Dosis.

Sieben BundeslĂ€nder reißen die 1.000er-Inzidenz-Marke

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Bewohnern und Woche ist nach wie vor am höchsten in den Stadtstaaten – doch auch zahlreiche FlĂ€chenstaaten reißen die 1.000-Marke. In Berlin liegt die Inzidenz derzeit bei 1.863, in Hamburg bei 1.616 und in Bremen bei 1.419. Dicht auf folgen Brandenburg mit einem Wert von 1.219 und Hessen mit 1.202. Das Saarland und Schleswig-Holstein vermelden eine Inzidenz von 1.032 und 1.009. Bundesweit liegt die Inzidenz im Schnitt bei 1.017.

Deutschland leuchtet pink: Die Infektionszahlen sind derzeit so hoch wie noch nie.
Deutschland leuchtet pink: Die Infektionszahlen sind derzeit so hoch wie noch nie. (Quelle: Rene Traut/imago-images-bilder)

Zwei LĂ€nder beschließen Maskenpflicht

Trotz Zehntausender Neuinfektionen pro Tag wollen DĂ€nemark und England kĂŒnftig fast ohne Corona-Maßnahmen auskommen. In England sind am Donnerstag erneut die Masken gefallen, in DĂ€nemark soll es in der kommenden Woche soweit sein. Beide Regierungen verlassen sich darauf, dass Omikron die meisten Infizierten von schweren VerlĂ€ufen verschont. Mehr dazu lesen Sie hier.

Italien will Einreiseregelung ab Februar lockern

Italien-Urlauber können ab Februar mit gelockerten Corona-Einreiseregeln rechnen. Ab dem 1. Februar brauchen Reisende aus den EU-LÀndern lediglich entweder einen negativen Corona-Test oder einen Impf- oder Genesungsnachweis, wenn sie nach Italien kommen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag auf Nachfrage erklÀrte. Gesundheitsminister Roberto Speranza habe dazu eine Anordnung unterzeichnet.

In dem Mittelmeerland werden die Nachweise als "Green Pass" (GrĂŒner Pass) bezeichnet. Die in Deutschland verwendeten QR-Codes fĂŒr die Impfung gelten auch in Italien. Bislang mussten alle Reisenden, auch Coronageimpfte und Genesene, zusĂ€tzlich einen negativen Corona-Test vorweisen.

In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern sind die Zahlen der tÀglichen Neuinfektionen mit dem Virus weiter hoch. Am Mittwoch meldeten die Behörden rund 167.000 Infektionen binnen eines Tages.

Polen meldet fast 60.000 Neuinfektionen

Polen verzeichnet mit 57.659 Coronavirus-Infektionen ein neues Tageshoch. Aktuell befĂ€nden sich ĂŒber eine Million Personen in QuarantĂ€ne, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Behörden rechnen mit weiter steigenden Infektionszahlen. Der Höhepunkt dĂŒrfte den SchĂ€tzungen zufolge bei 60.000 bis 140.000 neuen FĂ€llen pro Tag liegen. Wegen der hochansteckenden Virus-Variante Omikron hatte das Bildungsministerium bereits angewiesen, dass Ă€ltere SchĂŒler ab Donnerstag von zu Hause aus lernen sollten. Bislang meldet das Land mit einer Bevölkerung von rund 38 Millionen Menschen fast 4,7 Millionen Coronavirus-Infektionen und 104.636 TodesfĂ€lle.

Immunologe: Änderung des RKI bei Genesenen "nicht nachvollziehbar"

Der Immunologe Carsten Watzl hat sich dafĂŒr ausgesprochen, Geimpfte und Genesene gleichzustellen. Dass Geimpfte lĂ€nger als immun gelten als Menschen, die eine Corona-Infektion ĂŒberstanden haben, sei "nicht nachvollziehbar", sagte der GeneralsekretĂ€r der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Immunologie der Deutschen Presse-Agentur. Das Bundesgesundheitsministerium hatte Mitte Januar unter Berufung auf eine Festlegung des Robert Koch-Instituts (RKI) bekannt gegeben, dass Genesene nur noch drei Monate als geschĂŒtzt gelten. Zuvor waren es sechs Monate.

Der Immunologe glaubt nicht, dass sich die Situation durch Omikron entscheidend verĂ€ndert hat. "Studien zeigen zwar, dass viele Antikörper von Genesenen die Omikron-Variante nicht mehr so gut erkennen können, und diese Personen damit kaum noch einen Schutz vor der Infektion haben", sagt der Immunologe. "Aber diese VerĂ€nderung gilt ebenso fĂŒr Geimpfte. Wenn man den Genesenen-Status verkĂŒrzt, muss man das eigentlich auch fĂŒr die Impfzertifikate tun."

Prof. Carsten Watzl: Er kritisiert das Vorgehen des RKI.
Prof. Carsten Watzl: Er kritisiert das Vorgehen des RKI. (Quelle: teutopress/imago-images-bilder)

Als PlÀdoyer gegen eine Impfung will Watzl seine Aussagen nicht verstanden wissen: Nach einer Infektion sei es sehr ratsam, sich dennoch impfen zu lassen. Eine solche "hybride ImmunitÀt" sei "der beste Schutz, den die Wissenschaft aktuell kennt".

Moderna startet klinische Studie zu Omikron-Impfstoff

Der Hersteller Moderna hat seine erste klinische Studie zur Untersuchung eines speziell auf die Omikron-Variante zugeschnittenen Corona-Impfstoffs begonnen. Insgesamt 600 Freiwillige – teils mit zwei oder bereits drei Injektionen – wĂŒrden daran an 24 Standorten in den USA teilnehmen, teilte Moderna am Mittwoch (Ortszeit) mit. Die BestĂ€ndigkeit der Antikörper mit der normalen Booster-Impfung stimme zwar zuversichtlich, sagte Moderna-Chef StĂ©phane Bancel. "In Anbetracht der langfristigen Bedrohung durch die sogenannte Immunflucht von Omikron treiben wir unseren Omikron-spezifischen Impfstoffkandidaten dennoch weiter voran."

Zuletzt hatten auch Biontech und Pfizer die Erprobung ihres Impfstoffkandidaten gegen Omikron angekĂŒndigt. Dabei sollen Sicherheit, VertrĂ€glichkeit und Wirksamkeit geprĂŒft werden, wie die beiden Unternehmen am Dienstag mitgeteilt hatten. Die Studie soll bis zu 1.420 Testpersonen umfassen, die in drei Gruppen unterteilt werden.

Unterdessen veröffentlichte das Fachmagazin "New England Journal of Medicine" eine Untersuchung zur Wirksamkeit des bisher bereits zugelassenen Boosters von Moderna gegen die Omikron-Variante. Demnach ist der Antikörperspiegel gegen die hochansteckende Mutation des Coronavirus einen Monat nach der dritten Injektion 20 Mal höher als nach der zweiten – er nehme in den darauffolgenden Monaten jedoch deutlich ab.

Empfohlener externer Inhalt
Twitter

Wir benötigen Ihre Zustimmung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen ĂŒbermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Ärztevertreter warnen vor PersonalengpĂ€ssen wegen Omikron

Ärztevertreter befĂŒrchten LĂŒcken in der medizinischen Versorgung, weil zunehmend auch Personal sich mit dem Coronavirus infiziert. "Je stĂ€rker die Inzidenzen steigen, desto mehr Praxen werden auch vorĂŒbergehend krankheitsbedingt schließen mĂŒssen", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen HausĂ€rzteverbandes, Ulrich Weigeldt, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). Die Omikron-Infektionswelle mache auch vor HausĂ€rztinnen und HausĂ€rzten und ihren Praxisteams nicht Halt. Schon jetzt arbeiteten die Praxen "am Limit". Bei weiter steigenden Infektionszahlen werde sich die Lage zuspitzen.

Auch der Chef der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, warnte vor PersonalengpĂ€ssen. "Die QuarantĂ€ne wird zum Problem werden in den kommenden Wochen", sagte Gassen den Funke-Zeitungen. "Wenn im Krankenhaus die halbe Belegschaft zu Hause bleiben muss, weil sie in QuarantĂ€ne ist, ist auch ein normales Aufkommen schon schwer zu bewĂ€ltigen. Dasselbe gilt fĂŒr die Praxen - auch Ärzte und medizinische Fachangestellte können sich infizieren und in QuarantĂ€ne mĂŒssen, auch da wird das Personal knapp werden."

Verfassungsgericht weist AfD-Antrag gegen 2G-Plus-Regel ab

Das Bundesverfassungsgericht hat einen Antrag der AfD-Bundestagsfraktion gegen die 2G-Plus-Regelung im Bundestag abgewiesen. Der Antrag der AfD sei unzulĂ€ssig, weil er nicht hinreichend begrĂŒnde, dass ihr durch die beanstandete Regelung ein "schwerer Nachteil" drohe, schrieben die Karlsruher Richter in dem am Mittwoch ergangenen Beschluss. Die AfD hatte eine einstweilige VerfĂŒgung des Gerichts beantragt, um ungeimpften Abgeordneten den Zugang zur Holocaust-Gedenkfeier des Bundestags am Donnerstag zu ermöglichen.

An der Gedenkfeier im Plenum des Bundestags am Donnerstag dĂŒrfen nach Vorgabe des BundestagsprĂ€sidiums nur nachweislich geimpfte oder genesene Abgeordnete teilnehmen. Abgeordnete, die diese Voraussetzungen nicht erfĂŒllen, dĂŒrfen nicht an der Veranstaltung teilnehmen – auch nicht auf den BesuchertribĂŒnen. Die betroffenen AfD-Abgeordneten sahen dadurch ihre Oppositionsrechte verletzt.

Den regulĂ€ren Plenarsitzungen des Parlaments dĂŒrfen ungeimpfte Abgeordnete zwar auf der TribĂŒne beiwohnen. Diese Regelung gilt nach Vorgabe des BundestagsprĂ€sidiums aber nicht fĂŒr sonstige Veranstaltungen wie etwa Gedenkfeiern.

Italien: Junge stirbt infolge einer Corona-Erkrankung

In Italien ist ein zehnjÀhriger Junge infolge einer Corona-Erkrankung gestorben. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur Ansa. Demnach starb der Junge am Dienstag auf einer Intensivstation in einem Krankenhaus in Turin.

Kinderkrankenhaus Regina Margherita in Turin: Am Dienstag starb dort ein zehn Jahre alter Junge infolge einer Corona-Erkrankung. (Archivfoto)
Kinderkrankenhaus Regina Margherita in Turin: Am Dienstag starb dort ein zehn Jahre alter Junge infolge einer Corona-Erkrankung. (Archivfoto) (Quelle: imago-images-bilder)

Das Kind war offenbar im Gegensatz zum Rest der Familie nicht gegen das Coronavirus geimpft gewesen. Er war unterkĂŒhlt und mit starken Gliederschmerzen in das Krankenhaus eingewiesen worden. Zudem bestand der Verdacht, dass die Infektion eine HerzmuskelentzĂŒndung bei dem Kind ausgelöst hat. Vorerkrankungen wurden nicht festgestellt. Seine Eltern hatten sich offenbar gegen eine Impfung entschieden, weil er als Kleinkind einen Epilepsie-Anfall erlitten hatte.

Die Direktorin fĂŒr Pathologie und Kinderbetreuung des Krankenhauses sprach gegenĂŒber der "Corriere della Sera" von einem "seltenen Fall", bei dem das Virus zwar nicht die Lunge angegriffen hatte, aber trotzdem tödlich sei.

Moskau meldet beispiellose Corona-Lage bei Kindern

Kinderkliniken in Moskau sagen planmĂ€ĂŸige Aufenthalte von Patienten ab, Arztbesuche sollen generell verschoben werden. Das sind die Folgen der aktuellen Corona-Lage in Russland. Strengere Maßnahmen gibt es dennoch nicht. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Schweden verlĂ€ngert Corona-Maßnahmen

Schweden verlĂ€ngert die derzeit geltenden EinschrĂ€nkungen um zwei Wochen. Hintergrund sei die sich rasch ausbreitende Virusvariante Omikron, sagt Gesundheitsministerin Lena Hallengren. Bars und Restaurants mĂŒssen also weiterhin um 23 Uhr schließen. In grĂ¶ĂŸeren VeranstaltungsrĂ€umen dĂŒrfen maximal 500 Personen zusammenkommen.

Gesundheitsministerium sieht PCR-KapazitÀt bei 2,8 Millionen

Die KapazitĂ€t der PCR-Tests in Deutschland ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf 2,8 Millionen pro Woche ausgebaut worden. In der vergangenen Woche wurden noch 2,4 Millionen angegeben. Zudem soll die VergĂŒtung fĂŒr sogenannte POC-NAT-Tests erhöht werden, die ebenfalls eine höhere Aussagekraft haben als Schnelltests, sagt ein Sprecher des Ministeriums. Die Testverordnung, die eine Priorisierung der PCR-Test-Nutzung fĂŒr besonders gefĂ€hrdete Gruppen und Personal etwa im medizinischen Bereich vorsieht, solle zeitnah vorgelegt werden.

GesundheitsÀmter in MV: Können Impfpflicht nicht kontrollieren

Die GesundheitsĂ€mter in Mecklenburg-Vorpommern sehen sich nicht in der Lage, die Corona-Impfpflicht fĂŒr BeschĂ€ftigte in KrankenhĂ€usern, Arztpraxen, Behinderteneinrichtungen und Pflege zu kontrollieren. Das teilte der Landkreistag in einem Schreiben an MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig (SPD) mit, wie der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des kommunalen Spitzenverbandes, Matthias Köpp, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur sagte. Zuerst hatte der Sender Ostseewelle berichtet.

"Die GesundheitsĂ€mter haben bereits einen umfangreichen Aufgabenkatalog, und die Spitze der Omikron-Welle rollt erst noch auf uns zu", sagte Köpp. Die Mitarbeiter seien dauerbelastet, und es hĂ€tten sich viele Überstunden angehĂ€uft.

KrankenhÀuser erwarten Anstieg an Corona-Patienten

Mit der Omikron-Welle werden immer mehr Corona-Patienten in KrankenhĂ€user eingewiesen. "Die Zahl der positiv getesteten Patienten auf Normalstationen steigt deutlich an", sagte Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. "Insgesamt liegen mehr als 12.000 Patienten mit Covid in den Kliniken – eine Zunahme von rund 15 Prozent." Die Dynamik sei bundesweit zu beobachten. "Allein in Nordrhein-Westfalen hatten wir zuletzt eine Steigerung von 37 Prozent innerhalb von sieben Tagen", sagte Gaß.

Die Omikron-Variante fĂŒhre zwar zu weniger schweren VerlĂ€ufen und zu weniger intensivpflichtigen Patienten, sei aber sehr wohl sehr gefĂ€hrlich und könne zu einer Überlastung des Gesundheitssystems fĂŒhren. "Auch wenn die Hospitalisierungsrate niedriger ist als bei Delta, werden die extrem hohen Inzidenzzahlen dazu fĂŒhren, dass viele positiv getestete Patienten im Krankenhaus behandelt werden mĂŒssen. Diese Entwicklung stellen wir zunehmend in den Belegungszahlen fest", sagte Gaß. Die Belastung fĂŒr die KrankenhĂ€user werde also zunehmen. Die Steigerung auf den Normalstationen könne zusammen mit zunehmenden PersonalausfĂ€llen "versorgungsrelevante EinschrĂ€nkungen" bringen.

Österreich beendet Lockdown fĂŒr Ungeimpfte

In Österreich wird der Lockdown fĂŒr Ungeimpfte am Montag beendet. Das sagte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) vor der Kabinettssitzung der konservativ-grĂŒnen Bundesregierung. Trotz rekordhoher Neuinfektionen sei die Lage in den KrankenhĂ€usern stabil.

Karl Nehammer: Der österreichische Bundeskanzler will den Lockdown fĂŒr Ungeimpfte in seinem Land in der kommenden Woche beenden.
Karl Nehammer: Der österreichische Bundeskanzler will den Lockdown fĂŒr Ungeimpfte in seinem Land in der kommenden Woche beenden. (Quelle: Roland Schlager/dpa-bilder)

In den kommenden Wochen erwarten die Experten nach Angaben von Gesundheitsminister Wolfgang MĂŒckstein (GrĂŒne), dass die Neuinfektionszahlen auf ein Hoch von bis zu 40.000 FĂ€llen klettern werden. Ein Lockdown fĂŒr Ungeimpfte werde aber nicht mehr als zielfĂŒhrende Maßnahme gesehen, so der Minister. Der 2G-Nachweis in der Gastronomie und im allgemeinen Handel sowie die FFP2-Maskenpflicht bleiben aber aufrecht.

DĂ€nemark will im Februar alle Corona-Maßnahmen aufheben

Trotz Rekord-Fallzahlen in DĂ€nemark will die Regierung kommenden Monat alle Corona-Restriktionen aufheben. Er wolle, dass die Einstufung von Covid-19 als Bedrohung fĂŒr die Gesellschaft ab dem 1. Februar gestrichen werden, verkĂŒndete Gesundheitsminister Magnus Heunicke in einem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben an Abgeordnete. Dies wĂŒrde de facto die Aufhebung der nationalen Corona-Restriktionen bedeuten, die derzeit gelten, wie etwa eine Maskenpflicht und verkĂŒrzte Öffnungszeiten fĂŒr Lokale.

Heunicke begrĂŒndete sein Vorhaben mit der hohen Corona-Impfquote in DĂ€nemark. In Deutschlands Nachbarland hatte sich die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus frĂŒh ausgebreitet und die Zahl der tĂ€glichen Neuinfektionen auf neue HöchststĂ€nde ansteigen lassen.

WĂŒst schließt Lockerungen vorerst aus

Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst (CDU) hat angesichts der rollenden Omikron-Welle eine Aufweichung der Corona-Schutzmaßnahmen vorerst ausgeschlossen. "Es kann kein Signal zu großflĂ€chigen, pauschalen Lockerungen geben", sagte WĂŒst am Mittwoch in einer Unterrichtung des Landtags. Bund und LĂ€nder seien sich bei ihren Beratungen am vergangenen Montag einig gewesen, dass die bisher geltenden Regeln grundsĂ€tzlich weiterhin Bestand haben sollten. Das Land NRW werde mit den Arbeiten fĂŒr ein "umsichtiges ZurĂŒckfahren der Schutzmaßnahmen" dann beginnen, wenn eine Überforderung des Gesundheitssystems absehbar ausgeschlossen werden könne.

Bremen gibt 300.000 kostenlose FFP2-Masken aus

Bremen will zur EindĂ€mmung der rasant steigenden Corona-Neuinfektionen 300.000 kostenlose FFP2-Masken verteilen. Wie der Senat mitteilte, richtet sich das Angebot vor allem an Menschen mit geringem Einkommen. "Wer diesen Schutz nutzen kann, darf nicht vom Geldbeutel abhĂ€ngen", begrĂŒndete Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) die Aktion. Die Masken sollen nun in ganz Bremen und Bremerhaven ausgegeben werden – unter anderem ĂŒber das Jobcenter, die Bremer Straßenbahn AG und die öffentliche Wohnungsbaugesellschaft Gewoba. Das Sozialressort wolle zudem beispielsweise UnterkĂŒnfte fĂŒr Obdachlose, Sozialzentren, Jugend- und Seniorentreffs oder die Bremer Tafel mit Mund- und Nasenschutz nach dem FFP2-Standard versorgen.

Vertrauen in Corona-Politik drastisch gesunken

Die gesellschaftliche Stimmung in Deutschland hat sich zwei Jahre nach dem Beginn der Corona-Pandemie deutlich verschlechtert. Laut einer Umfrage des Instituts fĂŒr Demoskopie Allensbach im Auftrag der "F.A.Z." sind 82 Prozent der Befragten der Ansicht, die Gesellschaft habe sich in den vergangenen beiden Jahren zum Schlechteren verĂ€ndert. FĂŒr eine große Mehrheit wiegen die sozialen Folgen der Pandemie deutlich schwerer als ihre wirtschaftlichen Auswirkungen.

Innenstadt MĂŒnster: Das Vertrauen in die Corona-Politik der Bundesregierung ist seit Beginn der Pandemie deutlich gesunken.
Innenstadt MĂŒnster: Das Vertrauen in die Corona-Politik der Bundesregierung ist seit Beginn der Pandemie deutlich gesunken. (Quelle: RĂŒdiger Wölk/imago-images-bilder)

Besonders belastet fĂŒhlen sich die Menschen durch die Ungewissheit, wie lange die Pandemie noch dauert (73 Prozent), ĂŒber die weniger gewordenen Kontakte zu Familie und Freunden (68 Prozent) sowie die Absage von Feiern und Veranstaltungen (67 Prozent). Überdurchschnittlich stark von einem GefĂŒhl der Einsamkeit betroffen sind junge Menschen.

Auch das Vertrauen in die Corona-Politik des Staates hat stark abgenommen. WĂ€hrend 2020 noch 78 der Befragten Ă€ußerten, Deutschland sei gut mit der Pandemie zurecht gekommen, sagen das jetzt nur noch 44 Prozent. Der Anteil derer, die VerstĂ€ndnis fĂŒr Corona-Proteste zeigen, ist auf 26 Prozent gestiegen. Auch die Bereitschaft, selbst an Protesten teilzunehmen, ist gewachsen. Sie hat sich von sechs auf zwölf Prozent verdoppelt.

Die Umfrage wurde vom 6. bis 20. Januar 2020 mĂŒndlich-persönlich durchgefĂŒhrt. Befragt wurden 1.090 Personen. Die Umfrage ist reprĂ€sentativ fĂŒr die deutsche Bevölkerung ab 16 Jahren.

Mehr als 500.000 Neuinfektionen in Frankreich – Rekord

Frankreich hat mit mehr als einer halben Million registrierter Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages einen Höchstwert seit Pandemiebeginn verzeichnet. Wie die französische Gesundheitsbehörde angab, wurden binnen 24 Stunden 501.635 neue Ansteckungen registriert. Allerdings liegen die Werte montags oft deutlich niedriger als an anderen Wochentagen.

Der Inzidenzwert, also die Zahl der Ansteckungen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, lag landesweit zuletzt bei etwa 3.726. Die Omikron-Variante macht in dem Land mit seinen gut 67 Millionen Einwohnern mittlerweile mehr als 95 Prozent der FĂ€lle aus. Im Kampf gegen die immer höher kletternden Infektionszahlen setzt Frankreichs Regierung auf stĂ€rkere EinschrĂ€nkungen fĂŒr Menschen, die nicht gegen das Coronavirus geimpft und auch nicht genesen sind.

Menschen vor dem Eiffelturm in Paris: Die Inzidenz in Frankreich lag landesweit zuletzt bei etwa 3.726.
Menschen vor dem Eiffelturm in Paris: Die Inzidenz in Frankreich lag landesweit zuletzt bei etwa 3.726. (Quelle: Aurelien Morissard/imago-images-bilder)

Zahl der Neuinfektionen steigt in SĂŒdkorea sprunghaft an

Die Zahl der Neuinfektionen in SĂŒdkorea steigt sprunghaft an. MinisterprĂ€sident Kim Boo Kyum gibt mehr als 13.000 neu verzeichnete FĂ€lle bekannt nach dem Rekord von 8.571 am Vortag. Seit vergangener Woche dominiert die Omikron-Variante in SĂŒdkorea.

Gericht kippt 2G-Regel fĂŒr Einzelhandel in Baden-WĂŒrttemberg

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-WĂŒrttemberg hat die 2G-Regel fĂŒr den Einzelhandel im SĂŒdwesten gekippt. Das Einfrieren der Alarmstufe II durch die Corona-Verordnung der Landesregierung sei voraussichtlich rechtswidrig, teilte das Gericht in Mannheim mit. Damit gilt fĂŒr den Einzelhandel, dass neben Geimpften und Genesenen auch wieder Menschen mit einem aktuellen Test in LĂ€den einkaufen dĂŒrfen.

Kunden in einer Stuttgarter Buchhandlung: Die Corona-Verordnung der Landesregierung sei voraussichtlich rechtswidrig, so das Gericht in Mannheim.
Kunden in einer Stuttgarter Buchhandlung: Die Corona-Verordnung der Landesregierung sei voraussichtlich rechtswidrig, so das Gericht in Mannheim. (Quelle: Arnulf Hettrich/imago-images-bilder)

ThĂŒringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) erteilte Forderungen nach einer Abschaffung der 2G-Regel im Einzelhandel eine Absage. "Wir halten uns hier an die gemeinsamen Absprachen", sagte Werner nach einer Kabinettssitzung in Erfurt. Am Tag zuvor hatte es Beratungen von Bund und LĂ€ndern zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie gegeben. Die Landesregierungen hatten sich darauf verstĂ€ndigt, Kurs zu halten und die bisherigen Maßnahmen weitgehend beizubehalten.

Hintergrund ist, dass die 2G-Regel im Einzelhandel in einigen BundeslĂ€ndern wie Niedersachsen und Bayern von Gerichten gekippt wurde. In ThĂŒringen fordern die CDU-Fraktion und die FDP-Gruppe seit lĂ€ngerer Zeit, 2G im Einzelhandel abzuschaffen. Werner sagte: "2G im Einzelhandel werden wir nicht anfassen."

Biontech und Pfizer starten klinische Studie zu Omikron-Impfstoff

Biontech und sein Partner Pfizer starten die erste klinische Studie mit einem an die Omikron-Variante angepassten Covid-19-Impfstoff. In der Studie mit gesunden Erwachsenen im Alter von 18 bis 55 Jahren soll die Sicherheit, VertrÀglichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten untersucht werden, wie die beiden Unternehmen mitteilten.

Mitarbeiterinnen eines Impfstoffwerks in Hamburg bei der Herstellung von Comirnaty: Die Studie soll bis zu 1.420 Testpersonen umfassen.
Mitarbeiterinnen eines Impfstoffwerks in Hamburg bei der Herstellung von Comirnaty: Die Studie soll bis zu 1.420 Testpersonen umfassen. (Quelle: Xander Hein)

"Die Studie ist Teil unseres wissenschaftlichen Ansatzes zur Entwicklung eines variantenbasierten Impfstoffs, der vor Omikron einen Ă€hnlichen Schutz bietet, wie wir ihn bei vorherigen Varianten beobachtet haben, der aber gleichzeitig lĂ€nger anhĂ€lt", sagte Biontech-Chef Uğur ƞahin. Die Studie soll bis zu 1.420 Testpersonen umfassen, die in drei Gruppen unterteilt werden.

Die erste Gruppe umfasst gut 600 Teilnehmer, die zwischen 90 und 180 Tagen vor Beginn der Studie bereits zwei Impfdosen des bisherigen Vakzins erhalten haben und nun eine oder zwei Dosen des Omikron-Impfstoffs erhalten sollen. Die zweite, fast ebenso große Gruppe besteht aus geboosterten Menschen, die eine weitere Dosis des herkömmlichen Impfstoffs oder eine Dosis des Omikron-Vakzins erhalten. Die dritte Gruppe mit gut 200 Probanden setzt sich aus ungeimpften und bislang nicht an Covid-19 erkrankten Menschen zusammen, die dann drei Dosen des Omikron-Vakzins bekommen.

Söder mit Bund-LÀnder-Runde unzufrieden

Nach dem Spitzentreffen von Bund und LĂ€ndern zur Corona-Pandemie hat sich der bayerische MinisterprĂ€sident Markus Söder unzufrieden geĂ€ußert. Es "war unbefriedigend, weil wir erneut nur vertagt haben", sagte er am Montagabend in den ARD-"Tagesthemen". Seine Frage sei schon vor Wochen gewesen: "Was mĂŒssen wir jetzt Ă€ndern?"

Markus Söder: Der CSU-Chef und bayerische MinisterprÀsident kritisierte das Bund-LÀnder-Treffen.
Markus Söder: Der CSU-Chef und bayerische MinisterprÀsident kritisierte das Bund-LÀnder-Treffen. (Quelle: Sven Hoppe/dpa-bilder)

Da die inzwischen vorherrschende Omikron-Variante offenbar weniger aggressiv und auch milder im Verlauf als frĂŒhere Corona-Varianten sei, sei es nicht mehr wie im vergangenen Jahr angebracht, "mit Zusperren alles zu lösen", sagte der CSU-Vorsitzende. "Wir mĂŒssen uns einen klĂŒgeren Weg ĂŒberlegen".

Es sei auch nicht befriedigend, dass die PCR-TestkapazitÀten nicht ausreichen. "Wir haben uns gewundert und geÀrgert", so Söder. Die jetzt beschlossene Priorisierung bedeute, dass ab diesem Zeitpunkt "wir keine Ahnung haben, wie hoch die Infektionszahl wirklich ist".

Weil: Umsetzung der PCR-Priorisierung könnte Wochen dauern

Die genaue Regelung zur Priorisierung von Klinikpersonal und Risikopatienten bei PCR-Tests könnte laut dem niedersĂ€chsischen MinisterprĂ€sidenten Stephan Weil (SPD) noch "einige Wochen" in Anspruch nehmen. Um trotz der neuen Teststrategie das Infektionsgeschehen einschĂ€tzen zu können, mĂŒssten weitere Faktoren berĂŒcksichtigt werden, sagte Weil am Dienstag dem "Norddeutschen Rundfunk". Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) kritisierte die Priorisierung und forderte PCR-Tests fĂŒr alle Corona-VerdachtsfĂ€lle.

Weil verwies im GesprĂ€ch mit dem NDR auf die Antigentests, die an Teststationen durchgefĂŒhrt werden. Auch diese mĂŒssten in die Teststrategie miteinbezogen werden, forderte er. DarĂŒber mĂŒsse aber "erst noch in Ruhe und im Detail gesprochen werden", sagte Weil weiter.

Omikron (Symbolbild): Ein neuer Impfstoff wird klinisch getestet.
Omikron (Symbolbild): Ein neuer Impfstoff wird klinisch getestet. (Quelle: Pixsell/imago-images-bilder)

Brinkhaus kritisierte im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe die neue Teststrategie der Bundesregierung. "Alle BĂŒrger mĂŒssen bei Corona-Verdacht oder Infektion, aber auch nach ĂŒberstandener Corona-Infektion die Möglichkeit haben, durch einen PCR-Test Gewissheit zu bekommen", sagte Brinkhaus. Er forderte eine Erhöhung der vorhandenen KapazitĂ€ten fĂŒr PCR-Tests. "Eine Nationale Teststrategie der Bundesregierung muss das leisten", sagte Brinkhaus weiter.

Kommunen fordern bei Impfpflicht konkrete Regelungen

Vor der ersten Bundestagsdebatte zur diskutierten allgemeinen Impfpflicht warnt der StĂ€dte- und Gemeindebund vor einer womöglich kaum zu kontrollierenden Auflage. "Es ist nicht zielfĂŒhrend, eine Pflicht einzufĂŒhren, die am Ende nicht wirksam und zeitnah organisiert und kontrolliert werden kann. Dann droht die Gefahr, dass die Impfpflicht zu einem zahnlosen Tiger wird", sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Gerd Landsberg der DĂŒsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstag).

Insbesondere mĂŒsse geklĂ€rt werden, ob der beste Weg nicht ein nationales Impfregister sei, wie es etwa in Österreich eingefĂŒhrt worden sei. Er befĂŒrchte, dass man die Organisation und Umsetzung am Ende den Kommunen ĂŒberlasse, die bereits an ihrer Leistungsgrenze arbeiteten, sagte Landsberg. Er warnte, solche Praxisfragen auszuklammern: "Es ist nicht richtig, sich erst nach EinfĂŒhrung einer gesetzlichen Impfpflicht Gedanken zu machen, wie denn die Umsetzung erfolgen soll."

Deutschland rechnet mit 3,8 Millionen Dosen Novavax

Deutschland wird bis zum 20. MĂ€rz voraussichtlich 3,8 Millionen Impfdosen des Unternehmens Novavax erhalten. Das Gesundheitsministerium beruft sich auf Angaben der EU-Kommission, nach der in der Woche ab dem 21. Februar die erste Tranche mit 1,4 Millionen Dosen ausgeliefert werden soll. In den folgenden beiden Wochen sollen es dann je 0,9 Million Dosen sein, in der 11. Kalenderwoche 0,6 Million Dosen. FĂŒr das Gesamtjahr sei eine Lieferung von bis zu 34 Millionen Impfdosen vorgesehen. Da es sich bei dem Novavax-PrĂ€parat nicht um einen mRNA-Impfstoff handelt, haben etliche Landesregierungen Hoffnungen, dass sich damit auch bisher ungeimpfte BeschĂ€ftigte im Pflegebereich impfen lassen. FĂŒr das Personal in KrankenhĂ€usern und Pflegeheimen gilt ab dem 15. MĂ€rz eine Impfpflicht.

StĂ€dtetag fĂŒr Anpassung der Corona-Teststrategie

Der Deutsche StĂ€dtetag hat sich fĂŒr eine Anpassung der Teststrategie in der Corona-Pandemie ausgesprochen. StĂ€dtetagsprĂ€sident Markus Lewe sagte der Deutschen Presse-Agentur nach den Beratungen von Bund und LĂ€ndern, fĂŒr mehr TestkapazitĂ€ten könnte die Nutzung sogenannter POC-PCR-Tests helfen, die ohne Labor auskommen und schnelle Ergebnisse lieferten. "DafĂŒr mĂŒsste dann aber auch die Finanzierung fĂŒr diese Test verbessert werden. Wir könnten uns außerdem vorstellen, bei der Freitestung aus Isolation und QuarantĂ€ne noch mehr mit zertifizierten Antigen-Tests zu arbeiten statt mit PCR-Tests."

Wegen EngpĂ€ssen bei den PCR-Tests soll es Priorisierungen geben. StĂ€dtetagsprĂ€sident Lewe begrĂŒĂŸte diesen Kurs. Der CDU-Politiker und OberbĂŒrgermeister der Stadt MĂŒnster sagte: "Es macht uns Sorgen, dass sich die Omikron-Infektionen mit ungebremster Dynamik weiter ausbreiten. Deshalb mĂŒssen wir weiter umsichtig sein. Wichtig ist auch, die Regeln immer wieder zu ĂŒberprĂŒfen und wo nötig, nachzujustieren." Deshalb sei es richtig, dass Bund und LĂ€nder die PCR-Tests priorisieren wollen. "Das hilft, damit die BeschĂ€ftigten in KrankenhĂ€usern, Pflegeeinrichtungen sowie die vulnerablen Gruppen besonders geschĂŒtzt werden."

Vor allem die Impfkampagne mĂŒsse auf Hochtouren weiterlaufen, so Lewe: "Viele Menschen fragen drei Monate nach der Booster-Impfung jetzt bereits Termine fĂŒr die vierte Impfung an. Die StĂ€dte unterstĂŒtzen die vielfĂ€ltigen Impfangebote mit ihren KrĂ€ften und Know-how vor Ort. Bund und LĂ€nder mĂŒssen nach den AnkĂŒndigungen aber noch klar sagen, in welchem Umfang die kommunalen Impfzentren und Impfstellen weiter vorgehalten werden sollen und konkrete Zusagen zur KostenĂŒbernahme machen."

Wirtschaft fordert schnelle Entscheidung ĂŒber lĂ€ngere Corona-Hilfen

WirtschaftsverbĂ€nde haben die Bundesregierung zu einer schnellen Entscheidung ĂŒber lĂ€ngere Corona-Hilfen sowie einer Ausweitung der UnterstĂŒtzung aufgefordert. HandwerksprĂ€sident Hans Peter Wollseifer betonte am Montag nach den Beratungen von Bund und LĂ€ndern: "Die Betriebe brauchen eher heute denn morgen Planungssicherheit. Die absehbare weitere pandemische Entwicklung spricht eindeutig dafĂŒr, diese fĂŒr viele Handwerksbetriebe existenzsichernde UnterstĂŒtzung weiter zu verlĂ€ngern." Der Handelsverband HDE forderte eine Anpassung der Corona-Hilfen.

Die Bundesregierung will prĂŒfen, ob die Corona-Wirtschaftshilfen und die Sonderregelungen beim Kurzarbeitergeld ĂŒber den MĂ€rz hinaus verlĂ€ngert werden, wie es im Beschlusspapier zu den Beratungen von Kanzler Olaf Scholz (SPD) mit den Regierungschefinnen und -chefs der LĂ€nder heißt.

Wollseifer sagte, dieser PrĂŒfauftrag mĂŒsse zĂŒgig umgesetzt werden. Der Handelsverband forderte, die HĂŒrde fĂŒr die Beantragung der ÜberbrĂŒckungshilfe mĂŒsse deutlich abgesenkt werden. Derzeit mĂŒssen Unternehmen mindestens 30 Prozent Umsatzverlust nachweisen, um die UnterstĂŒtzung zu bekommen. "Bei einem so hohen Verlust ist es fĂŒr viele HĂ€ndler lĂ€ngst zu spĂ€t", sagte HDE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan Genth. "Da muss frĂŒher Hilfe kommen."

Neue Omikron-Untervariante breitet sich rasch aus

Ein Subtyp der Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich in einigen LĂ€ndern rasch aus. Noch ist unklar, welchen Einfluss die Untervariante BA.2 auf den Verlauf der Pandemie haben wird. Ersten Erkenntnissen zufolge verursacht sie keine schwereren Erkrankungen als Omikron.

In den ersten zehn Tagen des Jahres seien in Großbritannien mehr als 400 Infektionen mit BA.2 festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden in London mit. In etwa 40 weiteren LĂ€ndern sei der Subtyp ebenfalls aufgetreten. Die meisten FĂ€lle gebe es in Indien, DĂ€nemark und Schweden.

"Was uns ĂŒberrascht hat, ist die Schnelligkeit, mit der diese Untervariante, die in Asien in großem Umfang zirkuliert, sich in DĂ€nemark ausgebreitet hat", sagt der französische Epidemiologe Antoine Flahault. "Das Land erwartete Mitte Januar den Höhepunkt der Ansteckungen, der blieb jedoch aus. Vielleicht ist das auf diese Subvariante zurĂŒckzufĂŒhren." Diese scheine leichter ĂŒbertragbar zu sein als der ursprĂŒngliche Omikron-Typ BA.1, sagt der Leiter des Instituts fĂŒr Globale Gesundheit der UniversitĂ€t Genf.

Niederlande planen Lockerungen im Lockdown

Trotz einer massiven Omikron-Welle wollen die Niederlande GaststĂ€tten, Theater, Museen und Kinos wieder öffnen. Das hat die Regierung nach ĂŒbereinstimmenden Berichten der Medien am Montag in Den Haag beschlossen. CafĂ©s und Restaurants sowie KulturstĂ€tten sollen wieder bis 22.00 Uhr öffnen dĂŒrfen, allerdings mit EinschrĂ€nkungen wie Maskenpflicht und Impf-Nachweis.

Der Druck auf die Regierung, die Maßnahmen zu lockern, war zuletzt gestiegen, vor knapp zehn Tagen wurde bereits die Schließung der GeschĂ€fte aufgehoben. Die Zahl der Neuinfektionen steigt rasant. Die Inzidenz liegt bei fast 2.000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Lauterbach verspricht Lockerungen nach Omikron-Welle

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat verteidigt, dass es bei der VerkĂŒrzung des Genesenenstatus von bisher sechs auf nun drei Monate keine Übergangsregelungen gibt. "Ich kann jetzt nicht sagen, es gibt einen Übergang, wenn das medizinisch nicht zu halten ist", sagte der SPD-Politiker in der ZDF-Sendung "Berlin direkt".

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach: "Nach der Welle schrittweise Öffnungen"
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach: "Nach der Welle schrittweise Öffnungen" (Quelle: Kay Nietfeld/dpa-bilder)

Corona-Genesene hÀtten angesichts der nun vorherrschenden Omikron-Variante ihren Impfschutz nach drei Monaten leider verloren und könnten sich infizieren.

Der SPD-Politiker warb fĂŒr einen weiterhin vorsichtigen Kurs. "Dabei bleiben wir", sagte er und wies darauf hin, dass Deutschland anders als andere lockernde LĂ€nder die zweitĂ€lteste Bevölkerung Europas habe. Er erwarte den Höhepunkt der Welle mit mehreren Hunderttausend Neuinfizierten pro Tag fĂŒr Mitte Februar. Aber: "Wenn wir das hinter uns haben, dann kann es bei den EinschrĂ€nkungen natĂŒrlich nicht bleiben. Und dann wĂŒrde man Schritt fĂŒr Schritt wieder Öffnungen machen."

Aschenberg-Dugnus (FDP): Impfpflicht-Debatte ist richtiges Verfahren

Wenige Tage vor der geplanten ersten großen Bundestagsdebatte ĂŒber die mögliche EinfĂŒhrung einer Corona-Impfpflicht hat die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion Christine Aschenberg-Dugnus das Verfahren verteidigt. "Es ist der richtige Weg, die politische Meinungsbildung bei der Impfpflicht ĂŒber eine fraktionsĂŒbergreifende Debatte im Deutschen Bundestag herbeizufĂŒhren", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Nur so könne man die Akzeptanz in der Bevölkerung fĂŒr die Entscheidung erreichen.

Die FDP-Politikerin ist selbst allerdings gegen eine Impfpflicht. "Meiner Meinung nach gibt es kein Argument gegen das Impfen, aber gute Argumente gegen die Allgemeine Impfpflicht." Hohe Impfquoten bei Booster- und Erstimpfungen sowie zielgruppenorientierte Ansprache seien die richtigen Instrumente. "Gute ImpfaufklÀrung ist effektiver als eine Allgemeine Impfpflicht."

WHO: Ende der Corona-Pandemie in Europa nach Omikron-Welle "plausibel"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hĂ€lt ein Ende der Corona-Pandemie in Europa nach der derzeitigen Omikron-Welle fĂŒr möglich. "Es ist plausibel, dass die Region sich auf eine Endphase der Pandemie zu bewegt", sagte der Europa-Chef der WHO, Hans Kluge, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Zugleich mahnte er wegen möglicher weiterer Mutationen des Coronavirus jedoch zur Vorsicht.

Kluge fĂŒhrte aus, wenn die derzeitige Omikron-Welle in Europa abgeebbt sei, werde es "fĂŒr einige Wochen und Monaten eine globale ImmunitĂ€t geben, entweder dank der Impfung oder weil die Menschen wegen einer Infektion ImmunitĂ€t haben". Hinzu kĂ€men jahreszeitliche Effekte, fĂŒgte der WHO-Vertreter mit Blick auf den bevorstehenden FrĂŒhling und Sommer hinzu.

"Also stellen wir uns darauf ein, dass es eine Zeit der Ruhe geben wird, bevor Covid-19 zurĂŒckkommen könnte gegen Ende des Jahres, aber die Pandemie kommt nicht unbedingt zurĂŒck", fasste Kluge seine Erwartungen zusammen. Nach EinschĂ€tzung der WHO könnten sich bis MĂ€rz 60 Prozent aller Menschen im Großraum Europa mit der Omikron-Variante infiziert haben.

Lauterbach spricht mit Bayern-Boss Kahn ĂŒber Corona

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Bayern MĂŒnchens Vorstandschef Oliver Kahn haben sich bei einem Treffen in Berlin ĂŒber die aktuelle Corona-Lage ausgetauscht – einen Tag vor dem Corona-Gipfel von Bund und LĂ€ndern am kommenden Montag.

"Mit Oliver Kahn habe ich heute kurz ĂŒber Fußball und Corona gesprochen. Das GesprĂ€ch war sehr angenehm und spannend fĂŒr mich", twitterte Lauterbach am Sonntag. "Trotzdem bin ich noch immer kein FC Bayern Fan", schrieb der Gesundheitsminister außerdem in dem Tweet. Zu den Inhalten des GesprĂ€chs mit dem Bayern-Chef Ă€ußerte Lauterbach nichts Konkretes. Es soll aber einen weiteren Austausch geben: "RĂŒckspiel ist vereinbart."

Das Treffen fand wenige Stunden vor dem Bundesligaspiel von TabellenfĂŒhrer FC Bayern im Berliner Olympiastadion gegen Hertha BSC statt. Die deutschen Profiligen vom Fußball ĂŒber Eishockey bis zum Basketball hoffen, dass nach der MinisterprĂ€sidentenkonferenz am Montag wieder (mehr) Zuschauer bei ihren Spielen zugelassen werden. In Bayern mĂŒssen aktuell wieder Geisterspiele ohne Fans ausgetragen werden.

Hamburg neuer Spitzenreiter bei Corona-Inzidenz

Hamburg ist der neue grĂ¶ĂŸte Corona-Hotspot Deutschlands (mehr zur Lage in der Hansestadt erfahren Sie hier). Mit einer Inzidenz von 1.552,9 ĂŒbertrumpft die Hansestadt den gestrigen Spitzenreiter Berlin. Die Hauptstadt liegt aktuell bei 1.483,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern.

Auf regionaler Ebene sind weiterhin fĂŒnf Berliner Bezirke die grĂ¶ĂŸten Hotspots: Berlin-Mitte (Inzidenz von 2.845,8), Berlin-Pankow (1.872,4), Berlin-Friedrichshain Kreuzberg (1.819,8), Berlin-Spandau (1.790,1) und Berlin-Neukölln (1.768,2) nehmen nach Angaben des RKI die ersten fĂŒnf PlĂ€tze bei den lokalen Corona-Hotspots ein.

Die hohe Inzidenz in Berlin Mitte hat nach Angaben des Bezirks vom Freitag auch formale GrĂŒnde: Unter anderem sei das Verfahren zum Bearbeiten von Covid-19-FĂ€llen der zahlreichen KrankenhĂ€user des Bezirks zu Jahresbeginn geĂ€ndert worden. Positiv-FĂ€lle wĂŒrden nicht mehr nach dem Wohnortprinzip sortiert und anderen GesundheitsĂ€mtern zugeordnet, sondern vom Gesundheitsamt Mitte bearbeitet und gemeldet.

Novavax bevorzugt fĂŒr Mitarbeiter im Gesundheitswesen

BeschĂ€ftigte im Gesundheitsbereich und in der Pflege sollen "bevorzugt" den Impfstoff von Novavax erhalten können, wenn die Impfpflicht fĂŒr diese Berufsgruppen Mitte MĂ€rz in Kraft tritt. Das beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und LĂ€ndern am Samstag.

Laut einem Bericht des "Tagesspiegel" soll eine erste Lieferung von 1,75 Millionen Dosen des Impfstoffs ab 21. Februar zur VerfĂŒgung stehen. Demnach wollen mehrere BundeslĂ€nder eine Verschiebung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht.

Ab Mitte MĂ€rz gilt in Deutschland eine Corona-Impfpflicht fĂŒr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kliniken, Pflegeheimen, Arzt- und Zahnarztpraxen, Rettungs- und Pflegediensten, GeburtshĂ€usern und anderen medizinisch-pflegerischen Einrichtungen. Wer zu diesem Zeitpunkt keinen ImmunitĂ€tsnachweis vorlegen kann, darf dort in der Regel nicht mehr beschĂ€ftigt werden. Es gibt BefĂŒrchtungen, dass BeschĂ€ftigte wegen dieser einrichtungsbezogenen Impfpflicht kĂŒndigen könnten.

Der Novavax-Impfstoff könnte in den kommenden Wochen vor allem an medizinischen Personal verteilt werden. (Symbolbild)
Der Novavax-Impfstoff könnte in den kommenden Wochen vor allem an medizinischen Personal verteilt werden. (Symbolbild) (Quelle: Dado Ruvic/Reuters-bilder)

Der "Tagesspiegel" berichtete am Samstag unter Berufung auf Regierungs- und Landkreise, mehrere BundeslĂ€nder pochten daher auf eine Verschiebung. Stattdessen solle erst auf die EinfĂŒhrung des Novavax-Impfstoffs gewartet werden. Die EuropĂ€ische Arzneimittelbehörde EMA hatte das Vakzin am 20. Dezember fĂŒr Menschen ab 18 Jahren zugelassen. FĂŒr einen vollstĂ€ndigen Impfschutz sind zwei Dosen nötig.

Zahlen aus Österreich: Impfen schĂŒtzt Omikron-Infizierte vor Intensivstation

Gute Nachrichten fĂŒr Geimpfte: Neue Zahlen aus Österreich zeigen, dass Impfungen gut vor einem schweren Krankheitsverlauf der Omikron-Variante schĂŒtzen. In der Alpenrepublik kam es unter Dreifach-Geimpften und Menschen, deren zweite Impfung nicht lĂ€nger als 120 Tage her ist, zu praktisch keinen schweren KrankheitsverlĂ€ufen, die eine Aufnahme auf die Intensivstation erforderlich machten.

Über die Angaben der Leiterin des Instituts fĂŒr Infektionsepidemiologie der Agentur fĂŒr Gesundheit und ErnĂ€hrungssicherheit (AGES), Daniela Schmid, berichteten der "Spiegel" und die österreichische Zeitung "Kurier". Demnach sei die Omikron-Variante deutliche infektiöser, doch geht auch generell seltener mit einem schweren Verlauf einher. WĂ€hrend bei der Delta-Variante noch 89 von 8.817 Infizierten auf der Intensivstation behandelt wurden (10,09 pro 1.000), waren es bei der Omikron-Variante nur noch sechs Patienten von 10.348 Infizierten.

Unter Personen, deren letzte Impfung mehr als vier Monate zurĂŒcklag, lagen die Zahlen bei 0,16 pro 1.000 FĂ€lle (Omikron) gegenĂŒber 2,31 pro 1.000 FĂ€lle (Delta). Bei Omikron-Infizierten, die geboostert waren, oder deren letzte Impfung weniger als vier Monate zurĂŒcklag, musste kein einziger von 3.883 FĂ€llen intensivmedizinisch behandelt werden. Bei den Delta-Infizierten waren es dagegen noch vier von 1.024 Menschen (3,91 pro 1.000) beziehungsweise drei von 544 Menschen (5,51 pro 1.000).

Umfrage: Zustimmung zur allgemeinen Impfpflicht nimmt ab

Die Zustimmung in der Bevölkerung zu einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus in Deutschland sinkt. Es ist aber immer noch eine deutliche Mehrheit dafĂŒr. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur befĂŒrworten 60 Prozent eine allgemeine Impfpflicht, 32 Prozent sind dagegen, 8 Prozent machen keine Angaben. Anfang Dezember waren noch 63 Prozent dafĂŒr und nur 30 Prozent dagegen.

Loading...
Symbolbild fĂŒr eingebettete Inhalte

Embed

Der Bundestag will am kommenden Mittwoch erstmals ĂŒber eine allgemeine Impfpflicht debattieren. Die Ampelkoalition aus SPD, GrĂŒnen und FDP hat sich dafĂŒr entschieden, den Fraktionszwang aufzuheben und die Abgeordneten frei entscheiden zu lassen. Es liegt bereits ein Gruppenantrag des FDP-Abgeordneten Wolfgang Kubicki gegen eine Impfpflicht vor. Zudem haben Abgeordnete von SPD, GrĂŒnen und FDP einen Antrag fĂŒr eine Impfpflicht ab 18 Jahren angekĂŒndigt.

Die alte Bundesregierung von Union und SPD hatte die Impfpflicht lange Zeit abgelehnt, auch in der Bevölkerung gab es zu Beginn der Impfkampagne vor gut einem Jahr noch keine Mehrheit dafĂŒr. Wenige Tage nach der ersten Impfung in Deutschland am 26. Dezember 2020 hatten sich in einer YouGov-Umfrage noch 56 Prozent gegen eine allgemeine Impfpflicht und nur 33 Prozent dafĂŒr ausgesprochen.

Peking testet zwei Millionen Menschen auf Corona

Weniger als zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele haben die chinesischen Behörden eine Massen-Corona-Testung im Austragungsort Peking angeordnet. Mehr dazu lesen Sie hier.

WĂŒst gegen Corona-Lockerungen

Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst hat sich mit Blick auf die bevorstehenden Bund-LĂ€nder-Beratungen zur Corona-Lage gegen große Lockerungen von Maßnahmen ausgesprochen. "Ein Signal zu großflĂ€chigen, pauschalen Lockerungen kĂ€me im Moment noch zu frĂŒh", sagte der CDU-Politiker in einem Interview des "Tagesspiegel" (Sonntag). "Immer noch sterben rund 1.500 Menschen pro Woche an Corona, das Personal in den KrankenhĂ€usern ist komplett ausgelaugt – das kann uns doch nicht kalt lassen", gab WĂŒst zu bedenken, der Vorsitzender der MinisterprĂ€sidentenkonferenz ist.

In Handel und Gastronomie stehe eine Lockerung der 2G- und 2G-Plus-Regeln fĂŒr ihn derzeit nicht zur Debatte, sagte WĂŒst. Dabei gehe es auch um Planbarkeit. "Das Schlimmste fĂŒr die Menschen ist mangelnde Planbarkeit und ein stĂ€ndiges Hin und Her. Deswegen ist Voraussicht wichtig. Das heißt aber auch, dass man nicht alle 14 Tage Verordnungen in die eine und dann wieder in die andere Richtung Ă€ndert", sagte der NRW-MinisterprĂ€sident.

Bei einer Impfpflicht setzt sich der MinisterprĂ€sident fĂŒr eine Verpflichtung fĂŒr alle ab 18 Jahren ein und fordert mehr Tempo: "Ab dem FrĂŒhjahr muss diese Pflicht gelten, wir als LĂ€nder mĂŒssen sie ja am Ende gemeinsam mit den Kommunen umsetzen." Die unionsgefĂŒhrten LĂ€nder seien bereit, möglichst rasch ein entsprechendes Gesetz im Bundestag und Bundesrat zu beschließen.

Kommunen fordern Corona-Lockerungsplan

Der Deutsche StĂ€dte- und Gemeindebund hat angesichts der Beratungen von Bund und LĂ€ndern am Montag gefordert, einen Corona-Lockerungsplan nach Stufen zu entwickeln. Es mĂŒsse "bereits jetzt eine Exitstrategie vorbereitet werden", sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Gerd Landsberg dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "In den NachbarlĂ€ndern können wir verfolgen, dass die Pandemie irgendwann ihren Höhepunkt erreicht haben wird und dann die Zahlen drastisch und schnell wieder sinken."

Ein Hinweischild zur 2G-Zugangsregel (Symbolbild): Die StÀdte verlangen einen Lockerungsplan.
Ein Hinweischild zur 2G-Zugangsregel (Symbolbild): Die StÀdte verlangen einen Lockerungsplan. (Quelle: Seeliger/imago-images-bilder)

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schĂ€tze, dass dieser Punkt in Deutschland etwa Mitte Februar erreicht sein werde, sagte Landsberg. Deshalb wĂ€re es klug, bereits jetzt festzulegen, wann welche BeschrĂ€nkungen in welcher Reihenfolge unter welchen Voraussetzungen zurĂŒckgefahren werden können", sagte er. "Das wĂ€re zugleich ein wichtiges Hoffnungssignal an die Bevölkerung, dass es Licht am Ende des Tunnels gibt."

ZunĂ€chst mĂŒssten die bestehenden EinschrĂ€nkungen wie etwa Maskenpflicht und KontaktbeschrĂ€nkungen aber konsequent beibehalten werden. "Deutschland ist damit bislang vergleichsweise gut gefahren, denn die Inzidenzzahlen steigen derzeit nicht so schnell wie in vielen NachbarlĂ€ndern", sagte Landsberg.

Der Expertenrat der Bundesregierung zu Covid-19 hat in seiner dritten Stellungnahme geraten, die bestehenden Regeln strikt durchzusetzen und ĂŒber weitere EinschrĂ€nkungen nachzudenken. Grund sind zu erwartende Überlastungen der KrankenhĂ€user. Lesen Sie hier mehr dazu.

Impfpflicht-PlÀne nehmen Gestalt an

Wenige Tage vor den ersten Beratungen ĂŒber eine Corona-Impfpflicht im Bundestag nehmen die PlĂ€ne der BefĂŒrworter Konturen an. Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dirk Wiese, der zusammen mit anderen Abgeordneten der Ampel-Koalition Eckpunkte einer Impfpflicht ab 18 Jahren vorbereitet, nennt jetzt Einzelheiten der PlĂ€ne: Die Pflicht sollte auf ein bis zwei Jahre befristet sein, fĂŒr nicht mehr als drei Impfungen gelten und ĂŒber Bußgelder durchgesetzt werden, sagte der Innen- und Rechtspolitiker der Deutschen Presse-Agentur.

Wiese hatte am Freitag zusammen mit sechs Politikern von GrĂŒnen und FDP in einem Brief an alle Bundestagsabgeordneten außer denen der AfD einen Gruppenantrag fĂŒr eine Impfpflicht ab 18 angekĂŒndigt. Es gehe darum, "eine nachhaltige, verhĂ€ltnismĂ€ĂŸige und gleichzeitig zielgerichtete Lösung zu finden", heißt es in dem Schreiben. Das sind nun die ersten Details der VorschlĂ€ge, ĂŒber die am Mittwoch im Bundestag debattiert werden soll.

Wegen OmikronfÀllen: Neuseelands Premier sagt ihre Hochzeit ab

Neuseeland verschĂ€rft seine Corona-Maßnahmen. Das Land registrierte am Wochenende neun Omikron-Neuinfektionen auf beiden Hauptinseln des Landes. Eine infizierte Familie hatte an einer Hochzeit mit 100 GĂ€sten teilgenommen. Premierministerin Jacinda Ardern hat daraufhin ihre eigene geplante Hochzeit abgesagt. Lesen Sie hier mehr dazu.

Virologin Brinkmann fĂŒr Impfpflicht ab 50

Die Virologin Melanie Brinkmann befĂŒrwortet eine Impfpflicht gegen Corona fĂŒr Menschen ab 50. "Ich bin kein Fan der Impfpflicht, aber ich bin skeptisch, ob wir mit anderen Maßnahmen wie Impfkampagnen und AufklĂ€rung allein die ImpflĂŒcke so schließen können, dass wir in ruhige Fahrwasser kommen", sagte Brinkmann der "Rheinischen Post" (Sonntag). "Wenn alle Menschen ĂŒber 50 bis zum Herbst geimpft wĂ€ren, könnten wir beruhigter in den nĂ€chsten Winter gehen."

Eine Impfpflicht fĂŒr Menschen ĂŒber 50 wĂŒrde Sinn machen, sagte Brinkmann mit Blick auf eine entsprechende Vorgabe in Italien. Bislang sei es ĂŒberwiegend diese Altersgruppe, die die meisten Corona-Krankenhausbehandlungen notwendig mache. Allerdings gab sie zu bedenken, dass auch jĂŒngere Menschen schwer erkranken und mit einer Impfung ihr Risiko stark senken könnten. Die Professorin der Technischen UniversitĂ€t Braunschweig sitzt im Corona-Expertengremium der Bundesregierung.

Gesundheitsminister: Priorisierung bei PCR-Tests und Kontaktnachverfolgung

Angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Deutschland sollen nicht mehr alle per Schnelltest positiv Getesteten einen PCR-Test bekommen. Die Gesundheitsminister der LĂ€nder sprachen sich am Samstag einstimmig dafĂŒr aus. Sie begrĂŒĂŸten entsprechende VorschlĂ€ge von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) fĂŒr eine Priorisierung von PCR-Tests.

Die LaborkapazitÀten seien endlich, sagte Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) in Magdeburg nach einer Schaltkonferenz mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den LÀndern. Unbedingt eine PCR-Testung erhalten sollten Personal in KrankenhÀusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen sowie Hochrisikopatienten und Personen mit dem Risiko schwerer KrankheitsverlÀufe. "Da soll der Zugang zu PCR-Tests erhalten bleiben."

Karl Lauterbach (SPD): Der Bundesgesundheitsminister geht davon aus, dass mit drei Impfungen eine Impfpflicht erfĂŒllt ist.
Karl Lauterbach (SPD): Der Bundesgesundheitsminister geht davon aus, dass mit drei Impfungen eine Impfpflicht erfĂŒllt ist. (Quelle: Xander Heinl/imago-images-bilder)

"FĂŒr alle anderen Personen, die keine Symptome haben und ein positives Antigentest-Ergebnis vorweisen können, soll auf eine BestĂ€tigung per PCR verzichtet werden." BefĂŒrwortet wird stattdessen eine Nachtestung mit einem zweiten ĂŒberwachten Antigentest. Die Ressortchefs sprachen sich auch dafĂŒr aus, bei einer roten Anzeige in der Corona-Warn-App auf einen PCR-Test zu verzichten und stattdessen auf "qualitativ hochwertige Antigentests" zurĂŒckzugreifen.

Auch bei der Kontaktnachverfolgung sollen die GesundheitsĂ€mter sich auf den Klinik- und Pflegebereich und in Einrichtungen der Eingliederungshilfe fĂŒr Menschen mit Behinderung konzentrieren. Neben der Kontaktaufnahme zu infizierten Personen und deren Haushaltsangehörigen solle die Nachverfolgung in diesen Bereichen "mit höchster PrioritĂ€t" zum Schutz sogenannter vulnerabler Gruppen durchgefĂŒhrt werden, hieß es in einem einstimmig gefassten Beschluss. Notwendig sei eine "lĂ€nderĂŒbergreifend einheitliche Ausrichtung der Kontaktpersonennachverfolgung auf vulnerable Gruppen", so der Beschluss. "Weitere Kontaktpersonen" mĂŒssen demnach damit rechnen, dass sie "in der Regel mit deutlichem Zeitverzug oder nicht mehr durch die zustĂ€ndigen Behörden kontaktiert werden können."

Haseloff: "Wir können jetzt nicht stÀndig weiter verschÀrfen"

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident und Bundesrats-VizeprĂ€sident Reiner Haseloff (CDU) Augenmaß bei neuen Maßnahmen gefordert. Es sei wichtig zu betonen, dass der Bund die pandemische Lage nationaler Tragweite beendet habe, sagte Haseloff der Welt am Sonntag. "Das bedeutet, dass wir –national gesehen – wieder in normalem Fahrwasser unterwegs sind. Die Politik hat deutlich weniger Möglichkeiten, EinschrĂ€nkungen vorzunehmen“, so Haseloff.

Reiner Haseloff (CDU): Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident fordert Augenmaß bei neuen Corona-BeschrĂ€nkungen.
Reiner Haseloff (CDU): Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident fordert Augenmaß bei neuen Corona-BeschrĂ€nkungen. (Quelle: Emmanuele Contini/imago-images-bilder)

Zwar könnten die LĂ€nder, wie in Sachsen-Anhalt erfolgt, die pandemische Situation fĂŒr ihr Bundesland feststellen, aber damit stehe der Politik nicht mehr die ganze Palette der Maßnahmen zur VerfĂŒgung. "Wir können jetzt nicht stĂ€ndig weiter verschĂ€rfen und Grundrechte einschrĂ€nken", sagte Haseloff. Jede Entscheidung mĂŒsse gut begrĂŒndet werden, um den RĂŒckhalt in der Bevölkerung zu haben.

Berlin jetzt mit Abstand grĂ¶ĂŸter deutscher Corona-Hotspot

Die Corona-Zahlen sind in Berlin erneut krĂ€ftig gestiegen. Das RKI gab die Inzidenz in der Hauptstadt mit 1.473 an, gefolgt von Hamburg (1.395) und Bremen (1.326). Noch am Vortag hatte Bremen die Statistik deutschlandweit angefĂŒhrt. Seit Samstag weist auch das Bundesland Brandenburg eine vierstellige Inzidenz auf. Dort liegt der Wert aktuell bei 1.024.

Berlin weist aktuell die höchste Inzidenz aller BundeslÀnder auf. (Archivfoto)
Berlin weist aktuell die höchste Inzidenz aller BundeslÀnder auf. (Archivfoto) (Quelle: imago-images-bilder)

Auf Kreis- und Bezirksebene liegen mittlerweile die fĂŒnf grĂ¶ĂŸten Hotspots allesamt in Berlin. Der Bezirk Berlin-Mitte fĂŒhrt dabei mit einer Inzidenz von 2.814 die Statistik mit deutlichem Abstand an. Mit 156 hat der Erzgebirgskreis in Sachsen die aktuell niedrigste Inzidenz in Deutschland.

Drosten warnt: Omikron könnte gefÀhrlicher werden

Der Virologe der Berliner CharitĂ© warnt davor, dass die Omikron-Variante in Zukunft zu schwereren KrankheitsverlĂ€ufen fĂŒhren könnte. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mehr als die HĂ€lfte der Deutschen geboostert

Mindestens die HĂ€lfte der Bevölkerung hat eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Knapp 41,7 Millionen Menschen (50,1 Prozent) seien inzwischen geboostert, teilte das Robert Koch-Institut am Samstag mit. Das ist wichtig fĂŒr einen wirksamen Schutz vor der besonders ansteckenden Virusvariante Omikron. Mindestens 75,4 Prozent der Bevölkerung (62,7 Millionen Menschen) sind bislang einmal geimpft. Die Bundesregierung strebt 80 Prozent Erstgeimpfte bis Ende Januar an.

Mindestens 73,3 Prozent der Bevölkerung (60,9 Millionen) haben nach RKI-Angaben einen vollstĂ€ndigen Grundschutz erhalten. DafĂŒr sind in der Regel zwei Impfdosen nötig. Noch zĂ€hlt das RKI auch Menschen, die nur eine Dosis des Johnson-&-Johnson-PrĂ€parats erhalten haben, mit – allerdings wird das gerade umgestellt. KĂŒnftig sollen Johnson-&-Johnson-Geimpfte nur noch nach einer zweiten Impfdosis – möglichst mit einem mRNA-Impfstoff wie dem von Biontech/Pfizer oder Moderna – von den 2G-Regeln profitieren.

Nicht geimpft sind derzeit 24,6 Prozent der Bevölkerung (20,5 Millionen Menschen). FĂŒr 4,8 Prozent (vier Millionen) dieser Menschen im Alter von 0 bis 4 Jahren steht bisher kein zugelassener Impfstoff zur VerfĂŒgung.

Lauterbach: Bei Impfpflicht keine vierte Impfung nötig

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet nicht damit, dass im Falle einer Impfpflicht-EinfĂŒhrung nach einer Dreifachimpfung noch eine vierte Dosis zwingend notwendig sein wird. "Wer heute oder kĂŒnftig ĂŒber drei Impfungen mit mRNA-Impfstoffen oder einem Ă€hnlich wirksamen Impfstoff verfĂŒgt, verfĂŒgt ĂŒber eine gute Grundimmunisierung", sagte Lauterbach der DĂŒsseldorfer "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe). "Die heutige Dreifachimpfung wĂŒrde somit jeder Impfpflicht GenĂŒge tun."

Lauterbach betonte, es werde einzig und allein an einer "Pflicht zum Nachweis einer Impfung" gearbeitet. "Kein Arzt soll dazu verpflichtet werden, Menschen von einer Impfung zu ĂŒberzeugen oder sie dazu zu drĂ€ngen. Denn es wird keinen Impfzwang geben", sagte Lauterbach mit Blick auf eine Reaktion der KassenĂ€rzte, die die Durchsetzung einer staatlich verhĂ€ngten Impfpflicht in den Praxen strikt abgelehnt hatten.

Der Minister sprach sich dafĂŒr aus, die bestehenden Corona-Regeln beizubehalten. Auf die Frage, ob es bei der MinisterprĂ€sidentenkonferenz am Montag zu VerschĂ€rfungen kommen mĂŒsse, sagte der SPD-Politiker der "Rheinischen Post" (Samstag): "Nein, dazu rate ich nicht. Ich bin dafĂŒr, dass wir die bestehenden Maßnahmen beibehalten, also nicht ausweiten." Eine Lockerung wĂ€re aber fatal, warnte er. "Wir wĂŒrden Öl ins Feuer gießen und die Welle beschleunigen." Angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen schlĂ€gt Lauterbach eine Priorisierung der besonders genauen PCR-Tests und eine Konzentration der Kontaktnachverfolgung auf bestimmte Berufsgruppen vor.

Ärzte: Ab Februar wird es eng in Kliniken

Angesichts rasant steigender Infektionszahlen sehen Ärztevertreter die Kliniken bereits in wenigen Tagen an ihrer Belastungsgrenze. "SpĂ€testens Anfang Februar wird es in den KrankenhĂ€usern deutschlandweit sehr eng werden, wenn die Infektionszahlen weiterhin in diesem Tempo steigen", sagt die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, den Zeitungen der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge.

PflegekrĂ€fte bringen einen Patienten auf eine Station (Symbolbild): In deutschen Kliniken könnten es bald zu Versorgungsproblemen kommen, fĂŒrchten Ärzte.
PflegekrĂ€fte bringen einen Patienten auf eine Station (Symbolbild): In deutschen Kliniken könnten es bald zu Versorgungsproblemen kommen, fĂŒrchten Ärzte. (Quelle: Lars Berg/imago-images-bilder)

Dabei gehe es nicht nur um steigende Patientenzahlen, sondern auch um PersonalausfĂ€lle in Kliniken, Laboren und Rettungsdiensten. Das könne dazu fĂŒhren, dass die Versorgung der Bevölkerung nicht mehr dem ĂŒblichen Standard entsprechen werde.

Auch der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste warnt angesichts der sich verschĂ€rfenden Personalnot bei PflegekrĂ€ften vor einer GefĂ€hrdung der Versorgung. Ihr PrĂ€sident Bernd Meurer sagte der "Welt am Sonntag": "Ohne zusĂ€tzliche KrĂ€fte – ob von der Bundeswehr oder aus dem Katastrophenschutz – drohen erhebliche Gefahren fĂŒr die Versorgung." Die Belastungsgrenzen seien erreicht und weitere PersonalausfĂ€lle nicht mehr verkraftbar. Der Verband vertritt 12.000 Pflegeheime und soziale Dienste.

KarnevalszĂŒge in Rio erneut verschoben

Inmitten einer neuen Corona-Welle hat die brasilianische Metropole Rio de Janeiro wieder die weltberĂŒhmten KarnevalsumzĂŒge verschoben. "Aufgrund der Zunahme der Covid-19-FĂ€lle in der Stadt kĂŒndigen wir an, den Karneval auf den Feiertag Tiradentes im April zu verlegen", hieß es in einem Tweet der Stadtverwaltung Rios am Freitagabend (Ortszeit). Der Feiertag fĂ€llt auf den 21. April.

Die Entscheidung sei nach einer Besprechung der BĂŒrgermeister von Rio, Eduardo Paes, und SĂŁo Paulo, Ricardo Nunes, der GesundheitssekretĂ€re und PrĂ€sidenten der VerbĂ€nde der Sambaschulen der beiden StĂ€dte gefallen. Den Straßenkarneval in Rio hatte BĂŒrgermeister Paes Anfang des Monats bereits zum zweiten Mal in Folge abgesagt.

Ampel fĂŒr kritische Infrastruktur in Berlin steht auf Alarmstufe Gelb

Bei Berlins kritischer Infrastruktur gibt es durch PersonalausfĂ€lle wegen der Corona-Pandemie zunehmend BeeintrĂ€chtigungen. Berlins Regierende BĂŒrgermeisterin Franziska Giffey (SPD) wies auf die aktuellen Abfragen fĂŒr das neue Ampelsystem hin, mit dem der Senat die kritische Infrastruktur von Polizei und Feuerwehr bis zu Kliniken, Wasserwerken und Gasversorgung besser im Blick behalten will. "Die Ampel steht auf GrĂŒn, wenn es keine BeeintrĂ€chtigung gibt", sagte Giffey am Freitag nach einem Besuch im Vivantes-Klinikum in Berlin-Friedrichshain. "Das haben wir in keinem Bereich mehr."

Die Ampel stehe fast ĂŒberall auf Gelb. Ein Bereich, das Landesamt fĂŒr FlĂŒchtlingsangelegenheiten, sei bereits in Rot, sagte Giffey. Die Warnfarbe stehe fĂŒr erhebliche oder kritische EinschrĂ€nkungen.

Positiv bewertete Giffey die Impfquote bei den Mitarbeitern in der kritischen Infrastruktur. Sie liege deutlich ĂŒber dem Durchschnitt. In Berlin haben 76,4 Prozent der Menschen eine erste Impfung erhalten. Das Ziel sind 80 Prozent bis Ende des Monats.

Die meisten BeschrÀnkungen in Irland werden aufgehoben

Irland wird bereits am Samstag den grĂ¶ĂŸten Teil seiner im vergangenen Monat eingefĂŒhrten strikten BeschrĂ€nkungen wieder aufheben. Die Gesundheitslage habe sich deutlich verbessert, sagte Regierungschef Micheal Martin am Freitag zur BegrĂŒndung. Die Zahl der Neuinfektionen sinke und auch die anderen Kennzahlen, auf die sich die Entscheidungen seiner Regierung stĂŒtzten, gingen in die "richtige Richtung": "Wir haben den Omikron-Sturm ĂŒberstanden."

Ab Samstagmorgen um 06.00 Uhr wird demnach fĂŒr den Besuch von Pubs, Restaurants, Nachtclubs und anderen Freizeiteinrichtungen kein Nachweis einer Impfung oder Genesung mehr verlangt. Kneipen, Bars und Restaurants mĂŒssen nicht mehr am frĂŒhen Abend schließen, und auch die Abstandsregeln werden aufgehoben.

Verwaltungsrichter setzen 2G-Regel im Einzelhandel in Saarland aus

Das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes (OVG) hat die ZutrittsbeschrĂ€nkung zu EinzelhandelsgeschĂ€ften nach der 2G-Regelung vorlĂ€ufig außer Vollzug gesetzt. Damit gebe man einem Eilantrag mehrerer saarlĂ€ndischer FachmĂ€rkte fĂŒr Elektronikartikel statt, teilte das OVG in Saarlouis am Freitag mit. Die Entscheidung bedeute, dass im Saarland bis auf Weiteres die 2G-Regelung im Einzelhandel generell nicht mehr anzuwenden sei.

Bund und LĂ€nder hatten die 2G-Regeln fĂŒr den Einzelhandel Anfang Dezember bundesweit vereinbart. FĂŒr Niedersachsen kippte das Oberverwaltungsgericht in LĂŒneburg die Regeln bereits Mitte Dezember. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte die 2G-Regel fĂŒr den Einzelhandel im Freistaat diese Woche außer Vollzug gesetzt.

Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts des Saarlandes "verstĂ¶ĂŸt die Regelung gegen das aus dem Rechtsstaatsprinzip abgeleitete Gebot der Bestimmtheit von Normen". Von der Vorschrift seien nur Ladenlokale ausgenommen, deren Waren- oder Dienstleistungsangebot der Deckung des tĂ€glichen Bedarfs diene. Allerdings gelten auch fĂŒr weitere LadengeschĂ€fte Ausnahmen.

Es sei aber unklar, nach welchen Kriterien die Einzelhandelsbetriebe von der Ausnahmeregelung erfasst wĂŒrden. Denn weder aus dem Ausnahmekatalog, noch aus der amtlichen BegrĂŒndung ergĂ€ben sich einheitliche, objektivierbare Kriterien fĂŒr den erweiterten Geltungsbereich der Regelung. Die Entscheidung ist unanfechtbar.

RKI stuft 19 weitere LĂ€nder als Hochrisikogebiete ein

Die Omikron-Variante des Coronavirus sorgt dafĂŒr, dass gut drei Viertel aller rund 200 LĂ€nder auf der Welt als Hochrisikogebiete eingestuft werden. Zu den 136 LĂ€ndern, die seit einer Woche insgesamt auf der Risikoliste des Robert Koch-Instituts (RKI) stehen, kommen an diesem Sonntag (0.00 Uhr) nochmals 19 weitere Staaten hinzu, wie das RKI am Freitag in Berlin mitteilte. Insgesamt stehen damit nun 155 LĂ€nder auf der Liste. Kein Land wird demnach von der Liste gestrichen.

Passanten in Tokio: Japan gilt ab Sonntag als Corona-Hochrisikogebiet. (Symbolfoto)
Passanten in Tokio: Japan gilt ab Sonntag als Corona-Hochrisikogebiet. (Symbolfoto) (Quelle: Zhang Xiaoyu/imago-images-bilder)

Nach den RKI-Angaben gelten von Sonntag an RumÀnien, die Republik Moldau, Kosovo, Marokko, Tunesien, Algerien, Saudi-Arabien, Japan, Indien, Bhutan, Nepal, Mongolei, Kasachstan, Usbekistan, die Malediven, Brasilien, Chile, Ecuador und Paraguay neu als Hochrisikogebiete.

Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht mindestens den vollstĂ€ndigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze hat oder genesen ist, muss fĂŒr zehn Tage in QuarantĂ€ne und kann sich frĂŒhestens fĂŒnf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. FĂŒr Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, endet die Absonderung fĂŒnf Tage nach der Einreise automatisch.

Omikron-Impfstoffe könnten ab MÀrz zugelassen werden

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hĂ€lt ein international koordiniertes Verfahren fĂŒr den Start von speziellen Omikron-Impfungen fĂŒr ratsam. Man mĂŒsse zu einer weltweiten Übereinkunft kommen, wann man auf einen neuen Corona-Impfstoff umstellen wolle, sagte PEI-Chef Klaus Cichutek am Freitag bei einem FachgesprĂ€ch zur Omikron-Variante. DafĂŒr gebe es bereits eine Arbeitsgruppe bei der Weltgesundheitsorganisation WHO. Alle Weichen seien bereits fĂŒr eine schnelle Umstellung gestellt. Klinische PrĂŒfungen liefen jetzt an. Ab MĂ€rz könnten die Stoffe zugelassen werden, was lediglich eine Variante der bisherigen Genehmigung sei. Mehrere Impfstoff-Hersteller hĂ€tten einen Teil der Produktion schon geĂ€ndert. Ein abgestimmtes Vorgehen gilt auch daher als sinnvoll, da die Hersteller sonst zunĂ€chst den Impfstoff an LĂ€nder weltweit liefern wĂŒrde, die bereits die Freigabe hĂ€tten. Europa etwa könnte mit einer spĂ€teren Zulassung ins Hintertreffen geraten.

Cichutek wies aber darauf hin, dass Impfungen mit den bisherigen PrĂ€paraten bereits einen sehr guten Schutz vor schweren Erkrankungen böten. Auch die Virologin Ulrike Protzer von der Uni MĂŒnchen sagte, eine vierte Impfung mit einem Omikron-Impfstoff sei vielleicht fĂŒr die meisten nicht unbedingt nötig. "Das muss man sehr individuell entscheiden." FĂŒr bestimmte Gruppen etwa mit ImmunschwĂ€chen könne es empfehlenswert sein. "Bei vielen anderen macht es vielleicht mehr Sinn, erst mal abzuwarten."

Drei BundeslÀnder mit Inzidenz von mehr als 1.200

Die Omikron-Welle hat Deutschland im Griff. Die höchsten Inzidenzen weisen aktuell die drei Stadtstaaten Bremen (1.258,7), Berlin (1.258,3) und Hamburg (1221,9) auf. Auf Kreis- und Bezirksebene fĂŒhren gleich fĂŒnf Bezirke der Bundeshauptstadt die Statistik an: Mit einer Inzidenz von 2.200 ist Berlin-Mitte derzeit der mit Abstand grĂ¶ĂŸte Hotspot, gefolgt von Berlin-Neukölln (1.592) und Berlin-Spandau (1.591).

Bremen ist aktuell das Bundesland mit der bundesweit höchsten Corona-Inzidenz. (Symbolfoto)
Bremen ist aktuell das Bundesland mit der bundesweit höchsten Corona-Inzidenz. (Symbolfoto) (Quelle: dpa-bilder)

Die niedrigsten Werte liegen aktuell auf LĂ€nderebene im Osten: ThĂŒringen (265) weist aktuell die niedrigsten Zahlen auf, gefolgt von Sachsen (339) und Sachsen-Anhalt (366). Noch zum Ende des vergangenen Jahres waren die drei LĂ€nder besonders stark von Neuinfektionen betroffen. Die niedrigsten Inzidenz weist bundesweit aktuell der Erzgebirgskreis mit 150 auf, dessen Inzidenz noch Ende November rund zehnmal so hoch war.

Flug von den USA nach England wegen Maskenverweigerer abgebrochen

Ein Flugzeug der US-Fluggesellschaft American Airlines ist am Donnerstag auf dem Weg von Miami nach London mitten im Flug umgekehrt, weil sich ein Passagier geweigert hat, eine Maske zu tragen. Das Unternehmen teilte mit, dass der Flieger nach Miami zurĂŒckkehrte, weil "ein störender Kunde sich weigerte, die vorgeschriebene Maske zu tragen". Die Polizei wartete demnach schon am Flughafen auf den Maskenverweigerer. Sie begleitete den Passagier ohne ZwischenfĂ€lle von Bord, sagte ein Polizeibeamter dem US-Sender CNN.

Die Maschine des Typs Boeing 777 hatte insgesamt 129 Passagiere und 14 Besatzungsmitglieder an Bord. American Airlines teilte mit, dass dieser Passagier bis zur weiteren Untersuchung des Vorfalls auf eine Liste von Personen gesetzt wurde, die nicht mehr mit der Fluggesellschaft fliegen dĂŒrfen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte im Januar vergangenen Jahres eine Null-Toleranz-Politik gegenĂŒber Maskenverweigerern ausgesprochen. Zuvor hatten zahlreiche Flugbegleiter ĂŒber verbale und körperliche Übergriffe durch Reisende berichtet, die sich weigerten, die Vorschrift zu befolgen.

Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt ĂŒber 700

In Deutschland steigt die Zahl der bekannten Corona-Infektionen um 140.160. Der Inzidenzwert liegt jetzt bei 706,3. Die Zahl der TodesfÀlle im Zusammenhang mit dem Virus legt laut RKI-Daten um 170 zu. Mehr dazu lesen Sie hier.

Australischer HilfsgĂŒterflug fĂŒr Tonga wegen Coronafall gecancelt

Der australisches Flugzeug mit HilfsgĂŒtern an Bord musste auf dem Weg nach Tonga mitten im Flug umdrehen nachdem die Crew ĂŒber einen positiven Coronavirus-Fall informiert worden war. Wie eine Sprecherin des australischen Verteidigungsministeriums mitteilt, hĂ€tten alle Besatzungsmitglieder vor dem Abflug einen negativen Antigen-Schnelltest abgegeben, jedoch zeigten PCR-Tests spĂ€ter ein positive Ergebnis.

Die seit einem Vulkanausbruch und einem Tsunami verwĂŒstete SĂŒdpazifiknation Tonga ist zwar dringend auf Hilfen angewiesen, jedoch verfolgt der coronafreie Inselstaat eine strenge Grenzkontrollpolitik und verlangt die kontaktlose Übergabe von HilfsgĂŒtern, die seit Donnerstag per Flugzeug ankommen. Die VorrĂ€te wurden nun auf einen anderen Flug verlegt.

CSU dringt vor Bund-LĂ€nder-Runde auf Omikron-Check der Corona-Regeln

Vor Spitzenberatungen von Bund und LĂ€ndern hat die CSU gefordert, die Corona-Maßnahmen mit Blick auf die Omikron-Variante auf den PrĂŒfstand zu stellen. "Wahr ist, mit Omikron Ă€ndern sich die Grundlagen. Wir brauchen einen Omikron-Check fĂŒr das Corona-Management in Deutschland", sagte CSU-GeneralsekretĂ€r Markus Blume der "Welt" (Freitag). "Die kommende MinisterprĂ€sidentenkonferenz kann ein wichtiger Meilenstein sein, um ĂŒber diese Dinge zu reden." Bund und LĂ€nder wollen am Montag auf Spitzenebene ĂŒber weitere Schutzmaßnahmen in der Corona-Krise beraten.

Die sehr ansteckende Sars-CoV-2-Variante Omikron hat sich in Deutschland inzwischen durchgesetzt. Sie sorgt fĂŒr einen starken Anstieg der Neuinfektionszahlen, geht allerdings tendenziell mit milderen VerlĂ€ufen einher als die Delta-Variante.

Bericht: Lauterbach rechnet mit bis zu 600.000 Infektionen am Tag

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet Mitte Februar mit mindestens 400.000 Corona-Neuinfektionen pro Tag. Das sagte der SPD-Politiker nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag in einer Schalte mit den Staatskanzleichefs von Bund und LĂ€ndern. Die Zahl 400.000 werde bei einer optimistischen Variante mit einer sehr guten Booster-Schutzwirkung erreicht, erklĂ€rte Lauterbach nach Angaben aus Verhandlungskreisen. In der pessimistischeren Variante mit einem schlechten Schutz durch die Auffrischungsimpfungen sei sogar mit tĂ€glichen Neuinfektionen bei mehr als 600.000 Personen zu rechnen. Lauterbach rechne auch mit einem erneuten starken Anstieg der Zahl der Corona-Intensivivpatienten, die zuletzt gefallen war. Auch das Nachrichtenportal "The Pioneer" berichtet ĂŒber die Lauterbach-Äußerungen mit der Zahl 400.000.

Kommenden Montag trifft sich wieder die Spitzenrunde aus Bund und LĂ€ndern, um ĂŒber Konsequenzen aus dem massiven Anstieg der Fallzahlen zu beraten, die durch die Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Virus-Variante hochschnellen. Bisher hat die Ampel-Regierung keine weiteren VerschĂ€rfungen der Corona-Maßnahmen geplant.

RKI veröffentlicht jetzt SchÀtzungen zu Covid-Patienten

Das Robert Koch-Institut (RKI) erwartet, dass der maximale Ausschlag der Omikron-Welle in Deutschland durch Meldedaten nicht genau bemessen werden kann. "Die GrĂ¶ĂŸenordnung und die entscheidenden Trends in der epidemiologischen Entwicklung werden jedoch zuverlĂ€ssig angezeigt", schreibt das RKI im Corona-Wochenbericht vom Donnerstagabend. Hintergrund fĂŒr die vorĂŒbergehend unvollstĂ€ndiger werdende Erfassung von Infizierten sind etwa begrenzte TestkapazitĂ€ten und Personalressourcen wegen der hohen Fallzahlen, wie es hieß.

Meldedaten bleiben laut Bericht "fĂŒr das Management und Entscheidungen ĂŒber Maßnahmen vor Ort wĂ€hrend der Omikron-Welle weiter von hoher Bedeutung". Sie seien aber nicht allein zu betrachten, sondern zusammen mit Erkenntnissen aus weiteren Überwachungssystemen zu akuten Atemwegserkrankungen. Die Krankheitsschwere werde somit bedeutsamer fĂŒr die Lage-EinschĂ€tzung.

Daher werden im Bericht nun zusĂ€tzlich mehrere Inzidenz-SchĂ€tzungen zu Covid-19-Patientinnen und Patienten mit Krankheitssymptomen unterschiedlicher Schwere ausgewiesen. Beispielsweise wurde nun fĂŒr die zweite Woche 2022 geschĂ€tzt, "dass in etwa 0,4 bis 1,2 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre und 0,5 bis 1,1 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren an Covid-19 mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung erkrankte". Auch Inzidenzen von Arztbesuchen und Krankenhausbehandlungen vor dem Hintergrund von Covid-19 werden entsprechend geschĂ€tzt. Diese Angaben speisen sich aus verschiedenen Quellen, etwa auf Angaben aus der Bevölkerung zu Arztbesuchen.

Schlange vor einer Teststelle in Berlin: Die Fallzahlen sind hoch - vor allem in der Hauptstadt.
Schlange vor einer Teststelle in Berlin: Die Fallzahlen sind hoch - vor allem in der Hauptstadt. (Quelle: Stefan Zeitz/imago-images-bilder)

Sachsens Verfassungsschutzchef: "Lage ist ernst wie lange nicht mehr"

Sachsens VerfassungsschutzprĂ€sident Dirk-Martin Christian hat vor einer Ausbreitung rechtsextremistischer Strukturen durch die Coronaproteste in seinem Bundesland gewarnt. "Die Lage ist ernst wie lange nicht mehr, denn diese Gefahr besteht", sagte Christian der "Welt" laut Mitteilung vom Donnerstag. Rechtsextremisten sei es durch das Protestgeschehen gelungen, "tiefer in die bĂŒrgerliche oder, genauer gesagt, in die soziale Mitte einzudringen". FĂŒr sie sei es aber nur Mittel zum Zweck.

Treiber des Protestgeschehens im Freistaat sei insbesondere die erst vor einem Jahr gegrĂŒndete Kleinstpartei Freie Sachen, sagte Christian weiter. Sie fungiere als "Mobilisierungsmaschine" in sozialen Medien und setze diese in einem bisher nicht gekannten Ausmaß fĂŒr ihre politische Agenda ein. Bei den im Juni anstehenden Kommunalwahlen wolle die Partei sogar eigene Kandidaten aufstellen.

"Das beobachtet meine Behörde ganz genau", betonte der Chef des sĂ€chsischen Verfassungsschutzes. Ihn beunruhige, dass sich in die Proteste KrĂ€fte mischten, die gegen den demokratischen Staat und die Westorientierung Deutschlands agitierten. Studien zeigten zudem, dass sich 55 Prozent der Sachsen als BĂŒrger zweiter Klasse empfĂ€nden. "Und das, obwohl die Sachsen auf eine unglaubliche Erfolgsgeschichte seit 1990 zurĂŒckblicken", fĂŒgte Christian an.

RĂŒckgang der tĂ€glichen Impfquote in Deutschland

Die Zahl der tĂ€glichen Corona-Impfungen ist im Vergleich zur Vorwoche zurĂŒckgegangen. Sie lag am Mittwoch bei rund 610.000 verabreichten Impfdosen, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag hervorgeht. Am Mittwoch vergangener Woche waren es 864.000, am Mittwoch vor Weihnachten knapp 1,2 Millionen.

Mindestens 75,3 Prozent der Bevölkerung (62,6 Millionen Menschen) haben mindestens eine erste Impfdosis erhalten. Die Bundesregierung strebt 80 Prozent Erstgeimpfte bis Ende Januar an.

Mindestens 73,1 Prozent der Bevölkerung (60,8 Mio.) haben nach RKI-Angaben einen vollstĂ€ndigen Grundschutz erhalten. DafĂŒr sind in der Regel zwei Impfdosen nötig. Noch zĂ€hlt das RKI auch Menschen, die nur eine Dosis des Johnson-&-Johnson-PrĂ€parats erhalten haben, mit – allerdings wird das gerade umgestellt. KĂŒnftig sollen Johnson-&-Johnson-Geimpfte nur noch nach einer zweiten Impfdosis – möglichst mit einem mRNA-Impfstoff wie dem von Biontech oder Moderna – von den 2G-Regeln profitieren.

Eine zusĂ€tzliche Auffrischungsimpfung haben 48,9 Prozent der Bevölkerung (40,7 Mio.) erhalten. Diese ist wichtig fĂŒr einen wirksamen Schutz vor der besonders ansteckenden Virusvariante Omikron.

AmtsÀrzte-Verband: Eine Impfpflicht ist kein Impfzwang

Die deutschen AmtsĂ€rzte weisen in der Debatte ĂŒber eine Impfpflicht darauf hin, dass diese keinen Impfzwang bedeuten wĂŒrde. "Niemand wird und darf Menschen gegen ihren erklĂ€rten Willen impfen", sagt die Vize-Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (BVÖGD), Elke Bruns-Philipps, der Funke Mediengruppen einem Vorabbericht zufolge. "Das gibt das Gesetz wie es jetzt diskutiert wird nicht her, so ist es auch nicht intendiert." Die KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat erklĂ€rt, man werde eine Impfpflicht nicht in den Arztpraxen umsetzen lassen.

Corona-Impfstoffkandidat wirkt gegen Omikron-Variante

Der vor einer möglichen Zulassung stehende Corona-Impfstoff des französisch-österreichischen Biotechunternehmens Valneva wirkt einer Studie zufolge auch gegen die Omikron-Variante. Die Ergebnisse einer ersten Laborstudie zeigten, dass Serumantikörper, die nach drei Dosen gebildet wurden, die Omikron-Variante neutralisieren, teilte der Konzern am Mittwochabend mit.

Alle getesteten Serumproben wĂŒrden neutralisierende Antikörper gegen das ursprĂŒngliche Virus und die Delta-Variante zeigen, wĂ€hrend 87 Prozent dies auch gegen Omikron tĂ€ten, erklĂ€rte der Konzern. "Wir sind sehr zufrieden mit diesen Ergebnissen, die das Potential fĂŒr einen breiten Schutz unseres inaktivierten, adjuvantierten Ganzvirusimpfstoffs und seine FĂ€higkeit, derzeit zirkulierende Varianten zu bekĂ€mpfen, bestĂ€tigen", sagte Valneva-Chefmediziner Juan Carlos Jaramillo. Die neuen Ergebnisse wĂŒrden frĂŒhere Erkenntnisse einer Phase 3-Studie ergĂ€nzen, die gezeigt hĂ€tten, dass zwei Dosen eine verbesserte Immunantwort zeigen.

Der Konzern rechnet weiterhin mit einer Zulassung seines Vakzins durch die Gesundheitsbehörde EMA im ersten Quartal. Erste Auslieferungen könnten dann voraussichtlich im April beginnen.

Lauterbach: Verordnung zu PCR-Test-Priorisierung kommt

Gesundheitsminister Karl Lauterbach will am Wochenende eine Verordnung zur Priorisierung der Auswertung von PCR-Tests vorlegen. "Wir brauchen gute Test-Regeln, dass wir die PCR-Tests in der Regel fĂŒr diejenigen verwenden, wo wir ganz sicher sein mĂŒssen, die sind entweder krank oder die sind wieder gesund. DafĂŒr kommt die Verordnung am Wochenende", sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz".

BeschÀftigte in sensiblen Gesundheitseinrichtungen sollen dann etwa bevorzugt zum Zuge kommen. Die Beschlussvorlage soll laut Lauterbach bei der MinisterprÀsidentenkonferenz am Montag beschlossen werden.

"Ganz klar ist, dass hier die KrankenhausbeschĂ€ftigten, die PflegebeschĂ€ftigten, die Menschen der Eingliederungshilfe, der Behindertenpflege, dass die besonders berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen", sagte Lauterbach. Insbesondere mĂŒsse zudem sichergestellt werden, dass diejenigen, die aus Isolation zurĂŒckkehren, nicht mehr ansteckend seien.

Bayern kippt 2G-Regel im Einzelhandel

Der bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat die 2G-ZugangsbeschrĂ€nkungen zum Einzelhandel im Freistaat gekippt. In einem am Mittwoch veröffentlichten unanfechtbaren Beschluss entschieden die Richter, dass die bayerische Verordnung den Anforderungen des Infektionsschutzgesetzes fĂŒr die ZutrittsbeschrĂ€nkungen auf Geimpfte und Genesene nicht gerecht werde. GrundsĂ€tzlich seien 2G-Regeln fĂŒr den Handel möglich, die bayerische Regelung erfĂŒlle die nötigen Voraussetzungen aber nicht. Damit war die Inhaberin eines BeleuchtungsgeschĂ€fts mit einem Eilantrag vor dem Gericht erfolgreich.

Nach der 15. bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung darf der Zugang zum Einzelhandel grundsĂ€tzlich nur Genesenen und Geimpften gewĂ€hrt werden. Ausgenommen sind LĂ€den zur Deckung des tĂ€glichen Bedarfs. Dieser tĂ€gliche Bedarf wird in der Verordnung durch eine Liste von Beispielen konkretisiert, etwa Lebensmittelhandel, Apotheken oder Tankstellen. Dies sah die Antragstellerin als Verletzung ihrer Berufsfreiheit und des Gleichbehandlungsgrundsatzes.

Innenstadt von MĂŒnchen: In Bayern sollen nicht mehr nur Genesene und Geimpfte Zutritt zum Einzelhandel haben dĂŒrfen.
Innenstadt von MĂŒnchen: In Bayern sollen nicht mehr nur Genesene und Geimpfte Zutritt zum Einzelhandel haben dĂŒrfen. (Quelle: Wolfgang Maria Weber/imago-images-bilder)

Nach Auffassung der VGH-Richter muss sich nach den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes mit hinreichender Klarheit aus der Verordnung ergeben, wo Ausnahmen fĂŒr GeschĂ€fte des tĂ€glichen Bedarfs gelten. Diesem Anspruch werde die bayerische Verordnung nicht gerecht. Insbesondere auch mit Blick auf GeschĂ€fte mit Mischsortimenten lasse sich nicht mit hinreichender Gewissheit entnehmen, welche LĂ€den in Bayern von der 2G-Regel betroffen sind und welche nicht.

WHO: Corona-Pandemie bleibt "Notlage von internationaler Tragweite"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hebt den Gesundheitsnotstand wegen der Corona-Pandemie vorerst nicht auf. Die Situation bleibe eine "Notlage von internationaler Tragweite" (PHEIC), entschied die WHO, wie sie am Mittwoch in Genf mitteilte. Die ErklĂ€rung einer solchen Notlage ist das höchste Alarmsignal, das die WHO geben kann. So sollen Regierungen wachgerĂŒttelt werden, damit sie sich auf ein potenziell gefĂ€hrliches Gesundheitsrisiko einstellen. Zudem sind damit besondere Meldepflichten der MitgliedslĂ€nder verbunden.

Die WHO hatte den Notstand wegen Corona am 30. Januar 2020 erklĂ€rt. Zu dem Zeitpunkt waren außerhalb Chinas rund 100 Infektionen in 21 LĂ€ndern bekannt. Mit Stand dieser Woche waren es mehr als 326 Millionen gemeldete Infektionen weltweit und mehr als 5,5 Millionen TodesfĂ€lle.

Eine formelle WHO-ErklĂ€rung, ob eine Gesundheitslage eine Pandemie ist oder nicht, gibt es nicht. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hatte die Corona-Lage am 11. MĂ€rz 2020 erstmals als Pandemie bezeichnet. Die ErklĂ€rung eines Gesundheitsnotstands erfolgt auf Empfehlung eines Gremiums aus unabhĂ€ngigen Experten. Dieser Notfallausschuss trifft sich anschließend alle drei Monate, um die Lage neu zu beurteilen. Das jĂŒngste virtuelle Treffen fand vergangene Woche statt.

Boris Johnson will Corona-Isolierung bald ganz abschaffen

Der britische Premierminister Boris Johnson will die verpflichtende Isolierung fĂŒr Corona-Infizierte in England in naher Zukunft vollstĂ€ndig abschaffen. "Es wird bald die Zeit kommen, in der wir die gesetzliche Verpflichtung zur Isolierung abschaffen können, genauso wie Menschen sich nicht gesetzlich isolieren mĂŒssen, wenn sie die Grippe haben", sagte Johnson am Mittwoch im Londoner Unterhaus. Die aktuellen Regelungen laufen zum 24. MĂ€rz aus. Wenn möglich, wolle er sie schon frĂŒher abschaffen, sagte Johnson. Erst vor wenigen Tagen hatte seine Regierung die Isolation auf fĂŒnf volle Tage verkĂŒrzt.

Johnson kĂŒndigte außerdem die Aufhebung aller noch in England geltenden Corona-BeschrĂ€nkungen an. "Von morgen an werden wir keine Masken mehr in KlassenrĂ€umen verlangen", sagte der konservative Politiker. Auch anderswo sollen Masken nicht mehr Pflicht sein, sondern eine private Entscheidung jedes Einzelnen. "Die Regierung ruft ab jetzt auch nicht mehr dazu auf, von zuhause zu arbeiten." Die in Teilen der Tory-Partei verhassten Impfnachweise, gegen die etliche Abgeordnete im Dezember rebelliert hatten, sollen ab Mitte nĂ€chster Woche ebenfalls der Vergangenheit angehören.

Tschechien schafft geplante Impfpflicht fĂŒr Senioren ab

Tschechien macht seine Entscheidung fĂŒr eine Impfpflicht fĂŒr Senioren und bestimmte Berufsgruppen wieder rĂŒckgĂ€ngig. Es werde unter seiner Regierung keine Impfpflicht geben, versicherte der neue MinisterprĂ€sident Petr Fiala nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch in Prag. Man wolle die GrĂ€ben in der Gesellschaft nicht vertiefen, fĂŒhrte der liberalkonservative Politiker zur BegrĂŒndung an.

Die VorgĂ€ngerregierung unter Andrej Babis hatte die begrenzte Impfpflicht im Dezember als eine ihrer letzten Handlungen beschlossen. Die Verordnung sollte eigentlich im MĂ€rz in Kraft treten. Die Impfpflicht sollte unter anderem fĂŒr Menschen ab 60 Jahren, Polizisten, Feuerwehrleute, Soldaten und Mitarbeiter im Gesundheitswesen und in Pflegeheimen gelten.

In Tschechien haben nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC bisher 62,9 Prozent der Bevölkerung eine Grundimmunisierung gegen Covid-19 erhalten. Knapp ein Drittel der Bevölkerung hat zusĂ€tzlich eine Auffrischimpfung bekommen. Das ist weniger als in Deutschland und anderen westeuropĂ€ischen LĂ€ndern. Die Omikron-Welle sorgt derweil fĂŒr eine Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen. Am Mittwoch meldeten die Gesundheitsbehörden 28.469 neue FĂ€lle binnen 24 Stunden.

Auf seiner Sitzung brachte das Kabinett zudem eine Neuauflage des Pandemiegesetzes auf den Weg. Das Gesetz, das sonst Ende Februar auslaufen wĂŒrde, gibt den GesundheitsĂ€mtern weitreichende Befugnisse. So können zum Beispiel GeschĂ€fte geschlossen werden.

Österreich passt wegen Rekord-Infektionszahlen Teststrategie an

Wegen rekordhoher Corona-Zahlen will Österreich mit Antigen-Schnelltests fĂŒr zu Hause die PCR-Testlabore entlasten. Am Mittwoch wurden laut Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) rund 30.000 Neuinfektionen registriert. Dieser neue Spitzenwert lag rund 80 Prozent ĂŒber dem des Vortages.

"Die Infektionszahlen, die wir jetzt haben, wĂŒrden und werden jedes PCR-Testsystem massiv fordern", sagte der konservative Kanzler nach einer Regierungssitzung. Die Regierung will deshalb kĂŒnftig zu Hause durchgefĂŒhrte Antigen-Schnelltests wieder als Nachweis fĂŒr Arbeit, Freizeit und beim Einkaufen akzeptieren.

Bislang hatte die Regierung auf flĂ€chendeckende und kostenlose PCR-Tests gesetzt. Allerdings kam es in den vergangenen Tagen in mehreren Regionen zu langen Verzögerungen bei der Auswertung der Proben. Nur in Wien klappt die Auswertung schnell und weitgehend reibungslos. Vizekanzler Werner Kogler (GrĂŒne) wies darauf hin, dass trotz der Überlastung des Systems in wenigen europĂ€ischen LĂ€ndern so viel getestet werde wie in Österreich. Im benachbarten Deutschland sei die Zahl der durchgefĂŒhrten Tests um ein Vielfaches geringer.

Alle Genesenen sind von kĂŒrzerer GĂŒltigkeitsdauer des Nachweises betroffen

FĂŒr Ă€ltere Genesenennachweise, die schon vor der jĂŒngsten VerkĂŒrzung der Geltungsdauer vorlagen, gibt es keinen Bestandsschutz. Das hat ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Mittwoch klargestellt. Die Regelung zur VerkĂŒrzung sei direkt umgesetzt worden und gelte direkt. Seit Samstag gilt der Genesenenstatus nur noch fĂŒr eine Zeitspanne zwischen 28 und 90 Tagen nach einem positiven PCR-Test. Vorher galt er etwa doppelt so lange. Nachweise von Anfang Oktober zum Beispiel sind damit jetzt abgelaufen.

Der Sprecher wies darauf hin, dass sich viele Genesene hĂ€tten impfen lassen. Außerdem könne man die Regelung "auch als Anreiz sehen, sich impfen zu lassen". Wer genesen sei und sich impfen lasse, fĂŒr den gelte dann direkt die 2G-Regel.

Die Gesundheitsminister der LĂ€nder hatten das Bundesministerium gebeten, Übergangsregelungen fĂŒr Betroffene zu erarbeiten. Diese seien besonders fĂŒr gebuchte Reisen und fĂŒr den Zugang zu Veranstaltungen notwendig, hatte es nach einer LĂ€nderkonferenz am Montag geheißen.

Janosch Dahmen: Brauchen jetzt strengere Maßnahmen

Der GrĂŒnen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen dringt angesichts der immer stĂ€rkeren Ausbreitung der neuen Corona-Variante Omikron auf weitergehende Schutzvorkehrungen. "Omikron ist milder, aber nicht mild", sagte der Bundestagsabgeordnete am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Wir werden vermutlich auch diesmal erneut viele Menschen haben, die im Krankenhaus behandelt werden mĂŒssen." Bund und LĂ€nder sollten daher jetzt mit der Vorbereitung zusĂ€tzlicher Maßnahmen beginnen. "In InnenrĂ€umen, in denen keine FFP2-Maske getragen werden kann, wĂ€re die Ausweitung der 2G-plus-Regel sinnvoll."

Schweiz verkĂŒrzt geplante Corona-Regeln

Die Schweizer Regierung verkĂŒrzt trotz hoher Fallzahlen und angespannter Lage in den SpitĂ€lern die geplanten Maßnahmen zur EindĂ€mmung des Virus. Homeoffice-Pflicht und ZutrittsbeschrĂ€nkungen wie etwa die 2G-Regel fĂŒr Restaurants gelten nun bis Ende Februar. Vorige Woche hatte die Regierung den Kantonen noch eine VerlĂ€ngerung bis Ende MĂ€rz vorgeschlagen. Ab Samstag fĂ€llt zudem fĂŒr einreisende Geimpfte und Genesene die Testpflicht weg. Ungeimpfte und nicht Genesene mĂŒssen weiterhin einen negativen PCR- oder Antigen-Schnelltest vorweisen.

Virologe: Neuinfektionsrate spielt keine Rolle mehr

Der Virologe und Epidemiologe Klaus Stöhr warnte davor, die Zahl der Neuinfektionen ĂŒberzubewerten. Die Zahlen wiesen darauf hin, dass sich dieser Parameter vom Geschehen in den Kliniken entkoppelt habe, sagte Stöhr im Interview mit "RTL/ntv". Um Maßnahmen zur PandemiebekĂ€mpfung zu bestimmen, seien die Hospitalisierungsrate und die Belegung der Intensivstationen heranzuziehen. Die Neuinfektionsrate spiele aus seiner Sicht praktisch keine Rolle mehr.

Österreich hat 30.000 Neuinfektionen

In Österreich treibt die Ausbreitung der Omikron-Variante die Neuinfektionen auf ein Rekordhoch. "Wir haben fast 30.000 Infektionen. Das ist eine erschreckend hohe Zahl", sagt Kanzler Karl Nehammer nach der Kabinettssitzung der konservativ-grĂŒnen Regierung. Der bisherige Rekord war in der Vorwoche bei rund 17.000 FĂ€llen. Die offiziellen Zahlen des Gesundheitsministeriums liegen noch nicht vor.

Gesundheitsministerium: Hohe Zahlen können KrankenhÀuser stark belasten

Die aktuellen Corona-Infektionszahlen von ĂŒber 100.000 FĂ€llen am Tag sind einem Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums zufolge besorgniserregend. Es mĂŒsse jetzt beobachtet werden, wie sich dies in den KrankenhĂ€usern auswirken werde. In den USA steige die Belastung auf Intensivstationen wieder. Mittelfristig könne es entsprechend erhebliche Auswirkungen geben. Regierungssprecher Steffen Hebestreit ruft erneut alle BĂŒrger auf, sich impfen zu lassen. Denn es seien weitere Wellen zu erwarten.

Finnland verlÀngert Corona-BeschrÀnkungen

Die finnische Regierung verlĂ€ngert den Großteil der Corona-BeschrĂ€nkungen bis Mitte Februar, will sie dann aber schrittweise lockern. Ein Teil der Maßnahmen fĂ€llt bereits Ende Januar weg - darunter die Empfehlung, dass HobbyaktivitĂ€ten von Kindern und JĂŒngeren in Gruppen vermieden werden sollten. Das teilte die finnische Regierung am Dienstagabend mit. Auch die Vorgaben fĂŒr den Unterricht an Hochschulen werden gelockert, damit wieder mehr PrĂ€senzunterricht stattfinden kann. Grenzkontrollen werden zum Monatswechsel ebenfalls abgeschafft.

Finnlands MinisterprĂ€sidentin Sanna Marin ist nach Angaben des Rundfunksenders Yle guter Dinge, dass ihr Land nach der derzeitigen Omikron-Welle ab Mitte Februar eine schrittweise Lockerung der geltenden BeschrĂ€nkungen sehen könnte. Sie merkte am Abend aber auch an, dass die Epidemie-Lage Maßnahmen derzeit weiter notwendig mache.

Manuela Schwesig hĂ€lt eine Impfpflicht fĂŒr unumgĂ€nglich

Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig (SPD) hĂ€lt eine Impfpflicht fĂŒr zwingend notwendig. "Es fĂŒhrt kein Weg mehr an einer Impfpflicht vorbei", sagt sie im GesprĂ€ch mit der Wochenzeitung "Die Zeit". Man mĂŒsse dafĂŒr sorgen, dass viele BĂŒrger vor einer schweren Erkrankung geschĂŒtzt werden. "Solange das nicht der Fall ist, laufen wir immer Gefahr, dass die KrankenhĂ€user ĂŒberlastet werden", so Schwesig.

Japan verhÀngt wieder Quasi-Notstand

Japan hat wegen eines drastischen Wiederanstiegs der Corona-Neuinfektionen erneut den Quasi-Notstand ĂŒber Tokio sowie ein Dutzend weiterer PrĂ€fekturen verhĂ€ngt. Das beschloss die Regierung von MinisterprĂ€sident Fumio Kishida am Mittwoch. Die Hauptstadt des Landes registrierte am selben Tag eine Rekordzahl von 7.377 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Landesweit stieg die Zahl der Neuinfektionen auf den Höchststand von mehr als 38.000 FĂ€llen. Inzwischen dominiert auch in der drittgrĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft, die jetzt die bereits sechste Corona-Welle erlebt, die Variante Omikron.

Tschechien meldet Rekordwert bei Neuinfektionen

Die Omikron-Welle hat in Tschechien fĂŒr eine Rekordzahl von Corona-Neuinfektionen gesorgt. Am Mittwoch meldeten die Gesundheitsbehörden 28.469 neue FĂ€lle innerhalb von 24 Stunden. Nach frĂŒheren Angaben dĂŒrften mehr als 80 Prozent der Neuinfektionen auf die ansteckendere Omikron-Variante zurĂŒckgehen. Deutschland stuft das Nachbarland bereits seit Mitte November als Corona-Hochrisikogebiet ein.

Auch die Zahl der Tests ist zuletzt gestiegen. Seit Montag mĂŒssen sich alle BeschĂ€ftigten in Firmen und Behörden zweimal die Woche einem Selbsttest unterziehen. Bei einem positiven Ergebnis folgt umgehend ein PCR-Nachweis. Zudem finden an den tschechischen Schulen regelmĂ€ĂŸige landesweite Massentests statt.

Innerhalb von sieben Tagen gab es nach den aktuellen Zahlen 950 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen ist derzeit deutlich niedriger als bei frĂŒheren Wellen. Seit Beginn der Pandemie starben 36.937 Menschen im Zusammenhang mit einer Infektion. Tschechien hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

KassenÀrzte-Chef: Setzen Impfpflicht in Praxen nicht um

Der Chef der KassenÀrztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, will nach eigenen Angaben eine etwaige Impfpflicht nicht in den Arztpraxen umsetzen lassen.

"Wir werden unseren Ärzten nicht zumuten, eine Impfpflicht gegen den Willen der Patienten zu exekutieren", sagt Gassen der Zeitung "Bild" einem Vorabbericht zufolge.

"Die Praxen sind kein Ort, um staatliche Maßnahmen durchzusetzen, sondern leben vom VertrauensverhĂ€ltnis zwischen Arzt und Patient." In den Praxen wĂŒrden dann keine Impfunwilligen geimpft.

ThĂŒringen bleibt Bundesland mit niedrigster Corona-Inzidenz

Trotz eines leichten Anstiegs bleibt ThĂŒringen das Bundesland mit der bundesweit niedrigsten Corona-Inzidenz. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Mittwoch mit 216,4 an (Dienstag: 204,2) an. Auch in den NachbarlĂ€ndern Sachsen (261,3) und Sachsen-Anhalt (275,1) ist die Inzidenz zurzeit vergleichsweise niedrig. Bundesweit kletterte der Wert laut RKI am Mittwoch auf den neuen Höchststand von 584,4.

Innerhalb des Freistaats verzeichnet das RKI fĂŒr die Stadt Jena (340,5) und das Weimarer Land (305,0) die höchsten Infektionsraten. Am niedrigsten ist die Inzidenz im Altenburger Land mit 139,2.

Die ThĂŒringer GesundheitsĂ€mter meldeten dem RKI 1313 Corona-Neuinfektionen und 26 weitere TodesfĂ€lle im Zusammenhang mit Corona. Damit sind seit Beginn der Pandemie 305.488 Infektionen registriert worden, 6304 Menschen starben.

Impfnachweis wird angepasst – Zweitimpfung bei Johnson&Johnson nötig

Bis Anfang kommenden Monats sollen in Deutschland die digitalen Impfnachweise an jĂŒngste EU-Vorgaben sowie an Erkenntnisse zur Wirksamkeit des Impfstoffs von Johnson&Johnson angepasst werden. Umgesetzt werden soll damit die Vorgabe der EuropĂ€ischen Union, nach der Impfzertifikate in der EU kĂŒnftig nur noch neun Monate nach der Grundimmunisierung gegen das Coronavirus gĂŒltig sind, wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Dienstag in Berlin sagte. Im Zuge dessen sollen in Deutschland demnach auch geĂ€nderte Vorgaben fĂŒr eine Impfung mit dem Vakzin von Johnson&Johnson umgesetzt werden.

Als geimpft mit vollstĂ€ndigem Grundschutz gilt man in Deutschland nun erst dann, wenn auf die Johnson&Johnson-Erstimpfung eine zweite Impfung erfolgt, so der Sprecher. Dies solle möglichst mit einem mRNA-Vakzin wie dem von Biontech/Pfizer oder Moderna erfolgen, wie er bekrĂ€ftigte. Der vollstĂ€ndige Schutz ist etwa fĂŒr die Einhaltung von 2G-Zugangsregeln nötig. Eine entsprechende Vorgabe gelte seit dem Wochenende und solle nun technisch umgesetzt werden, sagte der Sprecher.

Mit diesem Schritt soll einer Empfehlung der StĂ€ndigen Impfkommission nachgekommen werden. Diese empfiehlt allen Menschen ab 18 Jahren, die eine erste Johnson&Johnson-Dosis erhalten haben, ihre Immunisierung mit einer zweiten Impfstoffdosis mit einem mRNA-Impfstoff zu optimieren. Die Optimierung der Immunisierung mit einem mRNA-Impfstoff als zweite Impfdosis wird dabei unabhĂ€ngig vom Zeitpunkt der Erstimpfung empfohlen – aber mit einem Mindestabstand von vier Wochen. Laut der EU-weiten Zulassung fĂŒr diesen Impfstoff ist fĂŒr die Grundimmunisierung hingegen nur eine Impfstoffdosis nötig – die Regeln in Deutschland weichen somit kĂŒnftig hiervon ab.

Lauterbach: Impfpflicht bis Mai

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zufolge mĂŒsste die Impfpflicht nun schnell kommen. In RTL Direkt sagt Lauterbach: "Wenn wir einen Antrag machen wollen, der noch funktioniert, dann setzt er die Impfpflicht im April in Kraft, vielleicht im Mai, weil diejenigen, die noch gar nicht geimpft sind, die mĂŒssen ja noch drei Impfzyklen durchlaufen, und dann ist man ja schon im September oder Oktober. Hier lesen Sie mehr.

Britische Unternehmen verschÀrfen Umgang mit ungeimpften Angestellten

Mehr und mehr britische Unternehmen verschĂ€rfen ihren Umgang mit Angestellten, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollen. Die Supermarktkette Morrisons, der Online-HĂ€ndler Ocado, der BekleidungshĂ€ndler Next und der britische Zweig des schwedischen Einrichtungsriesen Ikea kĂŒrzten zuletzt die Lohnfortzahlung fĂŒr nicht geimpfte Mitarbeiter.

Ikea bietet geimpften und ungeimpften Mitarbeitern, bei denen besondere UmstĂ€nde wie eine Schwangerschaft vorliegen, die volle Lohnfortzahlung an, wenn sie wegen eines Corona-Kontaktes in QuarantĂ€ne mĂŒssen, wie das Unternehmen erklĂ€rte. Ungeimpfte Angestellte ohne einen solchen Ausnahmefall erhalten hingegen nur das gesetzliche Minimum – umgerechnet rund 115 Euro pro Woche.

Next, Ocado und Morrisons bestĂ€tigten jeweils, dass sie Ă€hnliche Regelungen eingefĂŒhrt haben. Ohne guten Grund ungeimpfte Angestellte erhalten demnach das ĂŒbliche "Krankengeld", wenn sie sich mit Corona infizieren, nicht aber, wenn sie infolge eines Kntakts zu einem Infizierten in QuarantĂ€ne mĂŒssen. Dann gibt es das gesetzliche Minimum.

Fast eine halbe Million Neuinfektionen in Frankreich

In Frankreich registrieren die Gesundheitsbehörden fast eine halbe Million Neuinfektionen. 464.769 nachgewiesene AnsteckungsfĂ€lle wurden nach offiziellen Daten binnen eines Tages erfasst – so viele wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. In KrankenhĂ€usern starben 288 weitere Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Insgesamt sind es damit 100.339 TodesfĂ€lle.

EMA: mRNA-Impfstoffe sorgen bei Schwangeren nicht fĂŒr Komplikationen

Eine Corona-Impfung in der Schwangerschaft mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer oder Moderna stellt nach EinschĂ€tzung der EuropĂ€ischen Arzneimittelbehörde (EMA) kein Risiko fĂŒr die werdende Mutter oder das Baby dar. Studien an mehr als 65.000 Frauen lieferten "vermehrte Belege" dafĂŒr, dass die mRNA-Impfstoffe bei Schwangeren keine Komplikationen verursachten, erklĂ€rte die EMA am Dienstag. Die Impfung senke zudem auch bei Schwangeren das Risiko von Krankenhausaufenthalten und TodesfĂ€llen.

Die EMA hat nach eigenen Angaben mehrere Studien ausgewertet, an denen rund 65.000 Frauen mit Schwangerschaften in verschiedenen Stadien beteiligt waren. "Die ÜberprĂŒfung ergab keine Anzeichen fĂŒr ein erhöhtes Risiko fĂŒr Schwangerschaftskomplikationen, Fehlgeburten, FrĂŒhgeburten oder Nebenwirkungen bei den ungeborenen Babys nach einer mRNA-Corona-Impfung", erklĂ€rte die EMA. Eine Impfung biete daher auch fĂŒr werdende MĂŒtter und ihre Babys mehr Vorteile als Risiken.

Da schwangere Frauen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ein erhöhtes Risiko fĂŒr einen schweren Verlauf von Covid-19 hĂ€tten, sollten sich werdende MĂŒtter impfen lassen, riet die EMA. Auch die deutsche StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Schwangeren und Stillenden seit November eine Corona-Impfung.

Neuer Rekordwert in DĂ€nemark – mehr als 30.000 Neuinfektionen

DÀnemark hat zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie mehr als 30.000 Corona-Infektionen an einem Tag verzeichnet. In der tÀglichen Auflistung des nationalen Gesundheitsinstituts SSI kamen am Dienstag 33.493 nachgewiesene FÀlle hinzu, darunter knapp 31.500 Neuinfektionen und 2.000 erneute Infektionen. Damit sind seit Pandemiebeginn in dem EU-Land mit seinen knapp sechs Millionen Einwohnern knapp 1,2 Millionen Infektionen bestÀtigt worden. 3.519 Menschen mit einer Corona-Infektion sind bisher in Deutschlands nördlichen Nachbarland gestorben. Zum Vergleich: Ende November hatte die tÀgliche Neuinfektionszahl bei etwa 5.000 gelegen.

Gesundheitsminister Magnus Heunicke wies auf Twitter darauf hin, dass sich die hohe Infektionszahl nicht in der Zahl der Krankenhauseinlieferungen widerspiegele. GrĂŒnde dafĂŒr seien die Omikron-Variante und die erneuten Infektionen von Personen, die sich bereits zuvor mit dem Coronavirus angesteckt hĂ€tten. Deshalb gebe es Grund fĂŒr Optimismus fĂŒr die kommende Zeit, schrieb Heunicke.

Die Zahl der in dĂ€nischen KrankenhĂ€usern liegenden Patienten mit Corona-Infektion liegt derzeit bei 810, 49 davon befinden sich auf der Intensivstation. Miteingerechnet sind dabei alle, die wegen oder mit Corona-Infektion eingeliefert wurden – also auch Patienten, die aus anderem Grund ins Krankenhaus mussten, parallel aber mit dem Coronavirus infiziert sind.

Paraguays PrÀsident Abdo mit Coronavirus infiziert

Der paraguayische PrĂ€sident Mario Abdo BenĂ­tez hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Ein Corona-Test am Dienstag sei positiv gewesen, teilte das Gesundheitsministerium des sĂŒdamerikanischen Landes mit. Der 50 Jahre alte Staatschef habe leichte Symptome und befinde sich in QuarantĂ€ne. Abdo ist zweimal geimpft. Vor wenigen Tagen war bereits seine Ehefrau positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Zuletzt waren die Infektionszahlen in Paraguay sprunghaft angestiegen. Bislang haben sich in dem sĂŒdamerikanischen Land knapp 500.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, fast 17.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Etwa 42 Prozent der Bevölkerung sind vollstĂ€ndig geimpft.

Zwei enge Papst-Mitarbeiter positiv auf Corona getestet

Zwei hohe Vatikan-Mitarbeiter und enge Vertraute von Papst Franziskus sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. StaatssekretÀr Kardinal Pietro Parolin und dessen Stellvertreter, Erzbischof Edgar Pena Parra, haben sich in ihren Wohnungen isoliert, wie die Pressestelle des Heiligen Stuhls am Dienstag mitteilte. Der KardinalstaatssekretÀr ist der wichtigste Diplomat des Vatikans und gilt deshalb als Nummer zwei im Kirchenstaat nach dem Papst.

Der Italiener Parolin (67) habe sehr leichte Symptome, der Venezolaner Pena Parra (61) keine Symptome. Beide Geistliche seien mit drei Dosen vollstĂ€ndig geimpft, hieß es. JĂŒngst hatte der Vatikan strenge Covid-Regeln erlassen: Nur noch geimpfte oder genesene Mitarbeiter dĂŒrfen im Kirchenstaat ihre Arbeitsstelle betreten.

Weitere Artikel

Newsblog zu Covid-19
Lauterbach an Söder: "Das Gesetz ist klar, das Gesetz gilt"
Karl Lauterbach und Lothar Wieler: Der Gesundheitsminister will, dass auch Bayern die Teil-Impfpflicht einfĂŒhrt.


Ältere Nachrichten zur Corona-Pandemie lesen Sie hier, im vorherigen Newsblog.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Fabian Jahoda
Von Miriam Hollstein, Fabian Jahoda
Aktuelles zu den Parteien
Alternative fĂŒr DeutschlandBĂŒndnis 90/Die GrĂŒnenCDUDie LinkeFDPSPD

Politik international




t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website