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Corona-News: Forscher befürchten 800 Corona-Tote pro Woche

Newsblog zu Covid-19  

Forscher befürchten 800 Corona-Tote pro Woche

30.10.2020, 22:15 Uhr | AFP, dpa, rtr, t-online

Corona-News: Forscher befürchten 800 Corona-Tote pro Woche. Versorgung eines Covid-Patienten in Essen: Anfang November könnten wöchentlich 500 bis 800 Menschen an einer Infektion mit dem Coronavirus sterben. (Quelle: dpa/Fabian Strauch)

Versorgung eines Covid-Patienten in Essen: Anfang November könnten wöchentlich 500 bis 800 Menschen an einer Infektion mit dem Coronavirus sterben. (Quelle: Fabian Strauch/dpa)

Max-Planck-Forscher blicken mit großer Sorge auf die kommenden Wochen. Da sich inzwischen wieder mehr ältere Menschen infizieren, dürfte auch die Zahl der Todesfälle drastisch steigen. Alle Infos im Newsblog.

Weltweit haben sich laut Johns-Hopkins-Universität mehr als 45 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 1,1 Million Erkrankte sind gestorben. In Deutschland gab es bislang mehr als 498.354 Infizierte. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt in der Bundesrepublik bei 10.305 (Johns-Hopkins-Universität, Stand: 30. Oktober).  

Die nachfolgenden Newsblog-Einträge sind der zeitlichen Abfolge nach geordnet. Die erste Meldung ist die aktuellste. Einträge ab Freitag, 30. Oktober, lesen Sie im aktuellen Newsblog.

Forscher befürchten 800 Corona-Tote täglich

Die Zahl der Todesfälle durch Covid-19 könnte sich in Deutschland nach Einschätzung von Max-Planck-Forschern in den ersten beiden Novemberwochen jeweils verdoppeln. Anfang November könnten wöchentlich 500 bis 800, möglicherweise sogar mehr Menschen an einer Infektion mit dem Coronavirus sterben, berichtete das Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen am Freitag.

Grundlage ist eine modellhafte Analyse einer Forschergruppe um Viola Priesemann. Demnach sind die immer noch relativ niedrigen Zahlen von Todesfällen darauf zurückzuführen, dass sich Sars-CoV-2 bis Ende September vor allem bei unter 60-Jährigen ausbreitete. Seither steige die Zahl der gemeldeten Infektionen auch bei Menschen über 60 Jahren. Das führe mit einem Zeitverzug von etwa zwei Wochen auch zu einem Anstieg der Todesfälle, der bereits jetzt klar zu beobachten sei.

Die Gruppe analysierte den Anstieg der gemeldeten Neuinfektionen nach Altersgruppen und ermittelte aus der beobachteten Sterblichkeit in der jeweiligen Altersfraktion, wie sich die Zahl der Todesfälle durch Covid-19 entwickelt. Vorhersagen über Mitte November hinaus seien aber schwierig, weil die Entwicklung tödlicher Covid-19-Erkrankungen vom Verlauf der Infektionszahlen insbesondere in der Altersgruppe der über 80-jährigen abhänge, erklärten die Forscher.

Erstmals mehr als 90.000 Corona-Neuinfektionen in den USA

Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl in den USA ist im Land ein Rekordwert bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 91.295 neue Ansteckungsfälle erfasst. Damit wurde zum ersten Mal die Schwelle von 90.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gebrochen.

Zuletzt breitete sich das neuartige Virus vor allem im Norden und Mittleren Westen der USA stark aus. Die Gesamtzahl der verzeichneten Ansteckungsfälle in den Vereinigen Staaten stieg nach Angaben der Universität inzwischen auf 8,94 Millionen. In absoluten Zahlen sind die USA das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

Frankreich macht Homeoffice zur Pflicht

Frankreich macht als Teil des neuen Lockdowns die Arbeit von zu Hause zur Pflicht. Ausnahmen seien nur dann zulässig, wenn es technisch nicht anderes gehe, erklärt Arbeitsministerin Elisabeth Borne. Die Regierung stellt auch andere Einzelheiten der bereits am Mittwoch verkündeten Verschärfungen vor. Unter anderem gilt die Maskenpflicht jetzt für Kinder ab sechs Jahre statt wie bislang ab elf.

Zahl der Corona-Toten in Frankreich auf mehr als 36.000 gestiegen

In Frankreich hat sich die Zahl der Corona-Toten nach offiziellen Angaben auf mehr als 36.000 erhöht. 250 weitere Menschen seien in den vergangenen 24 Stunden an den Folgen der Viruserkrankung Covid-19 gestorben, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag in Paris mit. In der Nacht zum Freitag trat in Frankreich erneut ein landesweiter Lockdown in Kraft.

Die Zahl der Corona-Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen, stieg den Angaben zufolge auf 3147 – ein Plus von 395 im Vergleich zum Vortag. Insgesamt werden derzeit mehr als 21.600 mit dem Coronavirus Infizierte in französischen Krankenhäusern behandelt.

Frankreich ist eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder in Europa. Wegen der seit Wochen stark steigenden Infektionszahlen verhängte die Regierung in Paris einen erneuten landesweiten Lockdown.

Berlin beschließt Teil-Lockdown – macht aber Ausnahmen für Kinder

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird das öffentliche Leben in Berlin ab 2. November für vier Wochen teilweise heruntergefahren. Der Senat beschloss am Donnerstag weitreichende Beschränkungen für die Bürger, für Gastronomie, Kultur und Sport. Er setzt damit einen von Bund und Ländern vereinbarten Teil-Lockdown um.

Die Ministerpräsidenten hatten auf eine Schließung von Gastronomiebetrieben, Theatern, Opern, Konzerthäusern, Fitnessstudios, Kosmetiksalons, Freizeit- und Sportstätten verständigt. Der Amateursportbetrieb wird eingestellt, Vereine dürfen also nicht mehr trainieren. Für Kinder bis 12 Jahren gilt das in Berlin allerdings nicht - für sie ist weiter Training an der frischen Luft möglich.

Der gemeinsame Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur noch Angehörigen zweier Haushalte mit maximal zehn Personen gestattet. Kinder bis 12 Jahren sind von dieser Regel ausgenommen. Hotels und Pensionen dürfen keine Touristen mehr aufnehmen. Schulen und Kitas sollen ebenso offen bleiben wie Geschäfte.

Rosenheim und Augsburg beginnt der Teil-Lockdown bereits ab Samstag

In den bayerischen Städten Rosenheim und Augsburg gilt der "Teil-Lockdown" wegen der hohen Infektionszahlen schon zwei Tage früher als im Rest Deutschlands. Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März (CSU) sagt, er sei darüber "außerordentlich unglücklich" und fürchte, viele der gut 63.000 Bewohner würden am Wochenende auf den umliegenden Landkreis ausweichen.

Auch in Bayerns drittgrößte Stadt Augsburg gelten die Beschränkungen schon ab Freitagabend. Zudem beschloss der Stadtrat eine erweiterte Maskenpflicht im Freien und ein Alkoholverbot zwischen 21.00 und 06.00 Uhr. Am Donnerstag verzeichnet die Stadt 223 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Die verschärften Beschränkungen gelten ab Freitag, 21 Uhr. 

Niedersachsen: Alkoholverbot und Sperrstunde gekippt

Das niedersächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) hat vorläufig die nächtliche Sperrstunde für Gastronomen und das Verbot für einen Außerhausverkauf von Alkohol gekippt. Das teilte das Gericht in Lüneburg am Donnerstag mit. Es gab mit seinem allgemeingültigen und nicht mehr anfechtbaren Beschluss der Klage einer Gastwirtin aus Delmenhorst statt.

In Bayern wiederum hat das oberste Verwaltungsgericht vorläufig keine Einwände gegen die derzeit für Hotspots geltenden Sperrstunden in der Gastronomie und Teilnehmerbeschränkungen für private Feiern erhoben. In einem Eilverfahren lehnt der Verwaltungsgerichtshof den Antrag eines Gastwirts und Hoteliers ab, der diese Vorschriften kippen wollte. Das Gericht entschied, das Interesse an den Vorschriften zur Bekämpfung der Pandemie überwiege.

Studie: Infizierte bleiben fünf Monate nach Erkrankung immun

US-Forscher haben herausgefunden, dass die Immunität gegen die Coronaviren nach der Ansteckung fünf Monate anhält – und in vielen Fällen vermutlich noch länger. Das berichtet die Nachrichtenplattform "CNN Health" unter Berufung auf eine neue Studie der Wissenschaftler. Demnach konnte ein Team der Icahn School of Medicine in Mount Sinai, einer Hochschule im US-Bundesstaat New York, zeigen, dass 90 Prozent der Covid-Erkrankten eine stabile Antikörperreaktion haben.

Die Wissenschaftler untersuchten dem Bericht zufolge 30.000 Menschen in Mount Sinai, die sich zwischen März und Oktober nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Sie teilten die Antikörperreaktionen der Infizierten in drei Kategorien ein: hoch, mittel und gering. Mehr als 90 Prozent der Untersuchten zeigten mittlere bis hohe Antikörperreaktionen.

121 der Patienten wurden dann einer näheren Untersuchung unterzogen. Sie spendeten ihr Plasma: zum ersten Mal drei Monate, dann ein weiteres Mal fünf Monate, nachdem sie Covid-Symptome entwickelt hatten. Dabei zeigte sich, dass die Antikörperreaktion bei einigen zwar zurückgegangen war. Doch bei vielen blieb sie weiterhin hoch. Das Forscherteam will die Probandengruppe weiter begleiten, um zu schauen, ob sich ihre Hoffnungen erfüllen: nämlich dass die Antikörperreaktion noch länger stabil bleibt.

Bayern will Katastrophenfall ausrufen

Bayern will den Katastrophenfall ausrufen. Das solle vorsorglich angekündigt werden, sagt Ministerpräsident Markus Söder nach einer Kabinettssitzung in München.

Spahn verteidigt Corona-Maßnahmen – Erkrankung mache 'demütig'

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die vom Bund und den Ländern bis Ende November vereinbarten harten Maßnahmen gegen die Pandemie verteidigt. Das sei eine schwere Zeit für die Betroffenen, aber Kontakte müssten unbedingt verringert werden, sagte der CDU-Politiker im WDR. Die Infektionszahlen stiegen gerade bei den Älteren wieder rasant. "Ich will nicht warten, bis die Intensivstationen überfüllt sind", sagte er. "Wenn sie überfüllt sind, ist es zu spät."
 

 
Er selbst habe durch seine eigene Corona-Erkrankung einen anderen Blick auf die Pandemie gewonnen. Die Erfahrung habe ihn "demütig" gemacht, sagte Spahn. Es gehe ihm selbst gut, er habe nur leichte Erkältungssymptome. Ihn beschäftige, dass es einen erwischen könne, ohne dass man das merke. Er werde oft gefragt, wo er sich angesteckt habe und das könne er nicht sagen. "Immer da, wo ich eine Vermutung hatte, hat sie sich als falsch herausgestellt, weil die Betreffenden selbst negativ getestet wurden als Kontaktpersonen." Spahn ist derzeit in häuslicher Quarantäne. 

Jens Spahn: Der Gesundheitsminister spricht über seine eigene Erkrankung.  (Quelle: imago images/photothek)Jens Spahn: Der Gesundheitsminister spricht über seine eigene Erkrankung. (Quelle: photothek/imago images)

Kanzlerin Merkel gibt Regierungserklärung ab

Nach der Verkündung der neuen Einschränkungen ab 2. November hat Bundeskanzlerin Merkel eine Erklärung vor dem Bundestag abgegeben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Experte: Erst 2022 umfassende Impfung möglich

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut rechnet erst in 2022 mit einer umfassenden Impfung der Bevölkerung gegen das Coronavirus. Mehr dazu lesen Sie hier.

Spahn macht eigene Corona-Erfahrung "demütig"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat durch seine eigene Corona-Erkrankung einen anderen Blick auf die Pandemie gewonnen. Die Erfahrung habe ihn "demütig" gemacht, sagte der CDU-Politiker am Donnerstagmorgen in einem Telefon-Interview im WDR. Spahn stellte sich dort für eine halbe Stunde den Fragen der Zuhörer. Es gehe ihm selbst gut, er habe nur leichte Erkältungssymptome. Die Arbeit seines Gesundheitsamtes vor Ort habe er als professionell und unaufgeregt empfunden, sagte der Minister. Spahn ist derzeit in häuslicher Quarantäne.

Der Minister verteidigte die vom Bund und den Ländern bis Ende November vereinbarten harten Maßnahmen gegen die Pandemie. Das sei eine schwere Zeit für die Betroffenen, aber Kontakte müssten unbedingt verringert werden. Die Infektionszahlen stiegen gerade bei den Älteren wieder rasant. "Ich will nicht warten, bis die Intensivstationen überfüllt sind", sagte er. "Wenn sie überfüllt sind, ist es zu spät."

Mehr als acht Millionen Infizierte in Indien

In Indien ist die Zahl der Corona-Infektionen auf über acht Millionen gestiegen. Bis Donnerstag wurden nach Regierungsangaben insgesamt 8.040.203 Infektionsfälle und 120.527 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Damit ist Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern das am zweitschlimmsten betroffene Land der Welt nach den USA. Dort wurden bislang 9,1 Millionen Infektionsfälle gemeldet, mehr als 230.000 Menschen starben an den Folgen der Infektion.

Die Finanzmetropole Mumbai ist mit mehr als 250.000 Infektionsfällen und über 10.000 Todesfällen die am stärksten betroffene Stadt Indiens. Derzeit verzeichnen die Behörden dort täglich etwa 2.000 Neuinfektionen.

US-Experte Fauci: Vor Januar wird es keinen Corona-Impfstoff geben

In den USA wird es nach Ansicht des renommierten Immunologen Anthony Fauci vor Januar keinen Corona-Impfstoff geben. Klinische Studien für zwei experimentelle Impfstoffe seien weit fortgeschritten, die Erteilung einer Notfallzulassung durch die Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) sei jedoch nicht vor Januar zu erwarten, sagte Fauci am Mittwoch in einer Videoschalte mit dem Fachmagazin "Jama Network". Fauci sagte, "es könnte Januar sein, es könnte später sein, das wissen wir nicht".

Die am weitesten fortgeschrittenen klinischen Studien sind Fauci zufolge jene für die Impfstoffe des Biotech-Unternehmens Moderna und die Studie von Pfizer. Der Pharmariese arbeitet mit dem Mainzer Unternehmen Biontech zusammen. Für eine Notfallzulassung der FDA müssten die Daten der Hersteller die Verträglichkeit und die "anhaltende Wirksamkeit" ihres Impfstoffs belegen, sagte Fauci.

Faucis Äußerung stand im Widerspruch zu Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der wiederholt in Aussicht gestellt hat, dass es noch vor Jahresende einen Impfstoff geben werde. Kritiker werfen Trump vor, die baldige Verfügbarkeit eines Impfstoffs für seinen Wahlkampf zu instrumentalisieren. Der Republikaner Trump bewirbt sich bei der US-Wahl am Dienstag um eine zweite Amtszeit.

Frankreich geht erneut in den Lockdown

 Mit Ausgangsbeschränkungen im ganzen Land verschärft Frankreich seinen Kampf gegen die zweite Welle der Corona-Pandemie. Die Beschränkungen sollen von Freitag an gelten, kündigte Staatschef Emmanuel Macron am Mittwochabend in einer Fernsehansprache an. Die Schulen im Land sollen allerdings geöffnet bleiben. Hier lesen Sie mehr.

Fast 25.000 Corona-Neuinfektionen in Italien – neue Regeln

In Italien hat die Anzahl der binnen eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen fast die Marke von 25.000 erreicht. Wie die Behörden in Rom am Mittwoch mitteilten, wurden 24.991 neue Corona-Fälle registriert. In dem Land mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern starben in 24 Stunden zudem 205 Menschen mit oder an dem Virus. Seit Beginn der Pandemie gab es in Italien fast 590.000 bestätigte Infektionen. Die Zahl der Toten stieg auf 37.905.

Die Regierung hatte unlängst verschärfte Schutzmaßnahmen wie der Schließung aller Lokale am 18.00 Uhr abends verfügt. Kinos und Theater bleiben seit Montag zu. Wirtschaftliche Ausfälle bei Firmen und Beschäftigten sollen mit neuen Milliardenhilfen gemildert werden. Gegen die Politik der Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conte gibt es vielerorts im Land Proteste. Am Mittwoch demonstrierten Unternehmer und Beschäftigte aus Restaurants, Bars und anderen Lokalen in vielen Städten des Landes.

Türkei: Bundesregierung warnt vor Reisen in die Türkei

Die Bundesregierung setzt die Reisewarnung für die ganze Türkei wegen der Corona-Pandemie zum 9. November wieder in Kraft. Die bisher bestehende Ausnahmeregelung für die Touristenregionen Aydin, Izmir, Mugla und Antalya am Mittelmeer würden nur noch bis zum 8. November gelten, teilte das Auswärtige Amt am Mittwoch in seinen Reisehinweisen für die Türkei im Internet mit.

"Schweiz ist ein Hotspot" – Land schränkt öffentliches Leben ein

Die Schweizer Regierung verschärft die Maßnahmen zur Eindämmung der zweiten Coronavirus-Welle. Discos und Tanzlokale werden am Donnerstag geschlossen, Bars und Restaurants dürfen nur noch bis 23.00 Uhr offen haben. Alle Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sowie sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten mit mehr als 15 Personen würden verboten. An Familienfesten dürften nur noch zehn Personen teilnehmen. Die Maskenpflicht werde ausgeweitet.

Mit den unbefristeten Maßnahmen wolle die Regierung die Überlastung der Intensivpflegestationen sowie des Gesundheitspersonals in den Spitälern verhindern. Die Schweiz verzeichnet gemessen an der Bevölkerungszahl von rund 8,5 Millionen zur Zeit eine der europaweit höchsten Covid-Neuansteckungsraten. 28 Prozent aller Corona-Tests waren positiv. Einreisende müssen nur noch in Quarantäne, wenn sie aus einem Gebiet kommen, dessen sogenannte 14-Tages-Inzidenz mehr als 60 Fälle über dem der Schweiz liegt. Am Mittwoch lag der Wert in der Schweiz und Liechtenstein bei 762,5, in Deutschland im Vergleich dazu laut EU-Gesundheitsagentur ECDC bei 156,2. "Die Schweiz ist jetzt ein Hotspot auf europäischem Gebiet", sagte Bundesrat Alain Berset.

Berchtesgaden: Wirt scheitert mit Eil-Antrag gegen Lockdown

Ein Wirt aus dem Corona-Hotspot Berchtesgadener Land ist mit einem Eilantrag gegen den dortigen Lockdown gescheitert. Das Verwaltungsgericht München entschied in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil, es gebe keinen Zweifel an der Notwendigkeit der Schließung der Gastronomiebetriebe in der Region.

Das vom Landratsamt geschnürte Maßnahmenpaket sei erkennbar darauf gerichtet, Kontakte auf das notwendigste Maß zu beschränken und damit einen weiteren Anstieg des Infektionsgeschehens zu verhindern.

Experten: Tausend Corona-Tote pro Tag in Europa

Die Anzahl der Corona-Toten hat in Europa nach Aussage eines Experten drastisch zugenommen. "Letzte Woche lag die Zahl um ein Drittel höher als in der Vorwoche, das bedeutet, dass rund 1.000 Menschen jeden Tag an Covid-19 sterben", sagte Peter Piot, Sonderberater der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei der Bekämpfung des Coronavirus, am Mittwoch in Brüssel. "Die Lage ist sehr ernst und sie droht, noch schlimmer zu werden, wenn wir nicht dringende und drastische Maßnahmen ergreifen", fügte er hinzu.

Piot forderte, dass noch viel mehr Menschen in Europa einen Mund-Nasen-Schutz tragen. "Wir müssen bei rund 95 Prozent statt jetzt 60 Prozent ankommen; das kann Hunderttausende Leben retten, wenn wir das tun", sagte er. Es müsse ein sicherer Impfstoff in ausreichender Menge entwickelt werden. Man dürfe auch nicht Gesundheitsschutz und Wirtschaft gegeneinander ausspielen. Nur wenn die Pandemie besiegt werde, könne die Wirtschaft florieren. Piot warnte, dass inzwischen auch viele Menschen unter langwierigen Covid-19-Erkrankungen und Langzeiteffekten litten. "Und ich weiß, wovon ich rede, ich hatte es selber, monatelang", sagte der Experte.

Corona-Impfungen vor Weihnachten in Großbritannien denkbar

In Großbritannien könnte noch vor Weihnachten ein Corona-Impfstoff eingeführt und einigen Menschen zur Verfügung gestellt werden. Ein Start der Impfungen Anfang kommenden Jahres sei aber wahrscheinlicher, sagt Kate Bingham, die für die Beschaffung von Impfstoffen zuständig ist, der BBC. "Wenn die ersten beiden Impfstoffe oder einer von beiden zeigen, dass sie sicher und wirksam sind, ist es möglich, dass ihre Ausgabe vor Weihnachten beginnt." Wenn nicht, sei die Einführung Anfang 2021 realistischer.

Lauterbach: widersprüchliche Aussagen zu Kontrollen

Der SDP-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat mit widersprüchlichen Aussagen zur Kontrolle von Kontaktbeschränkungen für Aufsehen gesorgt. Die "Rheinischen Post" zitierte ihn am Mittwochmorgen mit diesen Worten: "Wir befinden uns in einer nationalen Notlage, die schlimmer als im Frühjahr werden kann. Die Unverletzbarkeit der Wohnung darf kein Argument mehr für ausbleibende Kontrollen sein." Er erklärte seinen Vorschlag wie folgt: "Wenn private Feiern in Wohnungen und Häusern die öffentliche Gesundheit und damit die Sicherheit gefährden, müssen die Behörden einschreiten können."

Am Vormittag schrieb Lauterbach dann auf Twitter, er wollte mit seinen Aussagen in dem Interview keine Kontrollen von Privatwohnungen fordern: "Um es noch einmal für alle klarzustellen, weil es viel Kritik gibt: Ich lehne es ab, dass Polizei oder Ordnungskräfte Wohnungen kontrollieren. Die Privatwohnung bleibt voll geschützt. Trotzdem müssen wir an Bürger eindringlich appellieren, jetzt jede private Feier zu vermeiden."

Krankenhaus-Kapazitäten in der Schweiz werden knapp 

Das Schweizer Gesundheitssystem kämpft mit der zunehmenden Zahl von Patienten, die nach einer Ansteckung mit dem Virus erkrankt sind. Angesichts von Infektionsraten, die weit über denen in Deutschland und Italien liegen, könnten in zehn Tagen die Krankenhaus-Kapazitätsgrenzen erreicht werden, warnen Experten. Bereits jetzt werden Mediziner im Ruhestand reaktiviert und Krankenhaus-Abteilungen ohne Bezug zur Pandemie geschlossen.

Gesundheitsminister Spahn warnt vor Krankenhaus-Engpässen

Gesundheitsminister Jens Spahn warnt vor Engpässen in Krankenhäusern. "Wenn wir warten, bis die Intensivstationen voll sind, ist es zu spät", sagt er dem SWR. Im europäischen Ausland seien die Krankenhäuser schon wieder am Limit und es kämen auch wieder Hilfsanfragen. Spahn sagte auch, dass er Stand jetzt nächste Woche nach seiner Coronavirus-Erkrankung zurück sein werde. Er sagte auch: "Es ist etwas anderes zehn Monate über Corona zu sprechen und es dann zu haben."

Rekordwert –Tschechien mit über 15.500 Infektionen  

In Tschechien breitet sich die Pandemie rasant aus. Die Behörden melden mit 15.663 Infektionen einen neuen Höchstwert. Damit haben sich insgesamt 284.033 Menschen mit dem Erreger infiziert. Die Zahl der Corona-Toten steigt um 182 auf 2547. Tschechien zählt zu den europäischen Ländern mit den am schnellsten steigenden Infektionsraten.

Bericht: Frankreich erwägt einmonatigen Lockdown

Die französische Regierung prüft einem Medienbericht zufolge angesichts der steigenden Fallzahlen einen einmonatigen Lockdown. Dieser könne ab Mitternacht am Donnerstag gelten, berichtet der Sender BFM TV. Allerdings würden die Einschränkungen in diesem Fall flexibler sein als die im März verhängten.

Neue Maßnahmen seien unerlässlich, teilte Regierungschef Jean Castex am Dienstag via Twitter mit. Ins Detail ging er dabei nicht. Staatschef Emmanuel Macron werde sich am Mittwochabend an seine Landsleute wenden, hieß es in Kreisen des Élyséepalastes ohne weitere Einzelheiten. Es gilt bereits eine nächtliche Ausgangssperre für rund zwei Drittel der Einwohner, also rund 46 Millionen Menschen.

Die Corona-Lage verschlechtert sich in dem Land mit 67 Millionen Einwohnern seit Wochen dramatisch. Die Zahl der Neuinfektionen erreichte in der vergangenen Woche mehrmals Spitzenwerte. Auch die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten Todesopfer binnen 24 Stunden stieg stark an – am Dienstagabend meldeten die Behörden 523. Damit wurde wieder das hohe Niveau vom April erreicht. Die Gesamtzahl der Todesopfer liegt nun bei 35 500. 

Virologe Kekulé sieht neue Corona-Pläne skeptisch 

Der Virologe Alexander Kekulé sieht die vom Kanzleramt geplanten neuen Corona-Maßnahmen skeptisch. Die Schließung von Restaurants etwa sei nicht sinnvoll, sagte Kekulé am Mittwoch im Mitteldeutschen Rundfunk. Sinnvoller als ein eingeschränkter sogenannter Lockdown sei es, bei Verstößen gegen die bestehenden Regeln härter durchzugreifen. "Die Probleme sind tatsächlich im privaten Bereich – das ist der Bereich, in dem wir mit den Ordnungsmaßnahmen sowieso nicht hinterherkommen", sagte Kekulé.

Die Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen mit den Ländern am Mittwochnachmittag sieht vor, dass "Gastronomiebetriebe sowie Bars, Klubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen" im November geschlossen werden sollen. Die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause soll erlaubt bleiben.

Spanien meldet höchste Zahl an Corona-Toten seit Monaten

Spanien: Das Virus breitet sich weiter rasant aus. (Quelle: dpa/H.Bilbao/EUROPA PRESS)Spanien: Das Virus breitet sich weiter rasant aus. (Quelle: H.Bilbao/EUROPA PRESS/dpa)

In Spanien sind innerhalb eines Tages so viele Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus erfasst worden wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Binnen 24 Stunden seien aus den Regionen insgesamt 267 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstagabend in Madrid mit. Die höchste Werte waren in Spanien Ende März und Anfang April mit zum Teil deutlich mehr als 900 Toten innerhalb eines Tages registriert worden.

Die Gesamtzahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 belief sich auf 35.298. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte unterdessen um 18 418 auf gut 1,1 Millionen.

Wegen der rapide steigenden Infektionszahlen hatte die Regierung am Sonntag den nationalen Notstand ausgerufen und praktisch im gesamten Land eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Lediglich die im Kampf gegen Corona zuletzt erfolgreichen Kanarischen Inseln sind davon ausgenommen. Der Notstand gilt zunächst für zwei Wochen. Die linke Regierung will am Donnerstag im Parlament gleich eine Verlängerung um sechs Monate beantragen. Gegen einen so langen Notstand haben sich unterdessen neben der konservativen Opposition auch Regionalparteien und Unternehmerverbände ausgesprochen.

China: Höchster Anstieg seit zwei Monaten

In China meldet offiziellen Angaben zufolge mit 42 neuen Fällen die höchste Zahl an tägliche Neuinfektionen seit mehr als zwei Monaten. Der Anstieg sei auf den Ausbruch in der Kleiderfabrik in der nordwestlichen Region Xinjiang zurückzuführen, teilt die nationale Gesundheitsbehörde mit. Von den neuen Fällen seien 22 zuvor asypmtomatische Fälle aus der Region Xinjiang gewesen. China wertet symptomlose Infektionen nicht als bestätigte Covid-19-Fälle. Die Gesamtzahl der bestätigten Ansteckungen auf dem chinesischen Festland liegt nun bei 85.868, während die Zahl der Todesopfer unverändert bei 4634 bleibt.

Menschen in Melbourne feiern Wiedereröffnung von Bars nach Lockdown

In der australischen Stadt Melbourne haben zahlreiche Menschen die Wiedereröffnung von Bars nach dem monatelangen Corona-Lockdown gefeiert. Die Ausgangssperre wurde am Mittwoch um Mitternacht aufgehoben. Der am schwersten von der Pandemie betroffene Bundesstaat Victoria hatte zuvor einen "doppelten Donut", also null Neuinfektionen und null Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert.

Victorias Premierminister Daniel Andrews sagte, zum ersten Mal seit Monaten seien nun wieder Besuche in anderen Haushalten erlaubt. Auch Schönheitssalons und Einzelhandelsgeschäfte dürfen wieder Kunden empfangen. Fitnessstudios bleiben noch bis 8. November geschlossen. Anhand der zahlreichen Corona-Tests habe die Regierung eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie stark das Virus noch im Umlauf sei, fügte Andrews hinzu. In ganz Victoria gibt es derzeit nur noch 87 aktive Coronavirus-Fälle und eine Handvoll Corona-Patienten im Krankenhaus.

Victoria ist der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Bundesstaat Australiens und bleibt weiterhin abgeschnitten vom Rest des Landes. Wegen der Corona-Pandemie gelten extrem strenge Auflagen, die Grenzen zwischen den einzelnen Bundesstaaten sind geschlossen. Insgesamt ist Australien bislang vergleichsweise gut durch die Krise gekommen, es gab bisher rund 27.500 Corona-Infektionen und 905 Todesfälle bei einer Einwohnerzahl von 25 Millionen.

Erneut gewaltsame Proteste in Italien

Bei Protesten gegen die Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien hat es gewalttätige Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Die Zahl der Neuinfektionen erreichte unterdessen einen neuen Höchststand – innerhalb eines Tages wurden fast 22.000 Fälle gemeldet.

In Rom gerieten am Dienstagabend auf der zentralen Piazza del Popolo mehrere Hundert Menschen – darunter Anhänger der neo-faschistischen Partei Forza Nuova – mit der Polizei aneinander. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, zündeten Demonstranten Mülleimer an und beschädigten geparkte Fahrräder und Motorroller, die Polizei setzte Wasserwerfer ein.

Drosten äußert sich zu möglichem Lockdown

Der Virologe Christian Drosten hat sich für einen zeitlich begrenzten Lockdown ausgesprochen. "Wenn die Belastung zu groß wird, dann muss man 'ne Pause einlegen", sagte der Charité-Wissenschaftler in der am Dienstag veröffentlichten Folge des "Coronavirus-Update" von NDR-Info. "Dieses Virus lässt nicht mit sich verhandeln. Dieses Virus erzwingt bei einer bestimmten Fallzahl einfach einen Lockdown."

Momentan sei die Inzidenz in Deutschland noch vergleichsweise niedrig. "Wenn wir jetzt einmal auf die Bremse treten würden, dann hätte das einen ganz nachhaltigen Effekt."

Drosten beschrieb den Vorteil eines befristeten Lockdowns, der zum Beispiel auch Ausnahmen wie geöffnete Schulen machen könne: "Alle wissen von vorneherein, der ist zeitlich befristet." Etwa drei Wochen – etwas mehr als eine Quarantänezeit brauche man aus Sicht des Wissenschaftlers dafür. "Die Inzidenz ist danach erheblich gesenkt und ist dann auch unter bestimmten Umständen auf lange Frist gesenkt".

Ergebnis von Pfizers Impfstudie wohl doch nicht mehr im Oktober

Pfizer wird nun wohl doch nicht noch im Oktober ein Ergebnis seiner fortgeschrittenen Covid-Impfstoffstudie vorlegen können. Der US-Konzern lieferte am Montag bei der Vorstellung der Geschäftszahlen weiter keine konkreten Daten zu der Studie des mit der deutschen BioNTech entwickelten Impfstoffes. Das unabhängige Komitee, das über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, habe noch keine Zwischenergebnisse zur Wirksamkeit ermittelt.

Pfizer-Chef Albert Bourla hatte ursprünglich erklärt, die Daten könnten bis Ende Oktober vorliegen. Am Montag sagte er, er sei "vorsichtig optimistisch", dass der Impfstoff wirken werde. Ein Erfolg könne binnen einer Woche bekannt gegeben werden. Damit dürfte das Ergebnis vermutlich auch nicht vor der US-Wahl am 3. November vorliegen. US-Präsident Donald Trump hatte im August gesagt, ein Impfstoff könnte vor dem Wahltag vorliegen.

Haseloff: Merkel telefoniert noch am Dienstag mit Ministerpräsidenten

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll noch am Dienstagabend mit den Ministerpräsidenten der Länder telefonieren, um die Bund-Länder-Schalte am Mittwoch vorzubereiten. Das sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Demnach sprach die Kanzlerin schon am Montag mit den Regierungschefs der Länder, um das weitere Vorgehen in der Corona-Krise vorzubereiten und ein Stimmungsbild einzuholen.

Diskutiert werde ein "temporärer Block eines Lockdowns in Deutschland", sagte Haseloff. Der könnte demnach drei bis vier Wochen lang gelten. Die Regierungen wollten unbedingt einen Ausnahmezustand um Weihnachten vermeiden. Welche Bereiche von den Einschränkungen betroffen sein könnten, sei noch unklar. "Die Kanzlerin hat noch nichts gesagt", sagte der Chef der Magdeburger Kenia-Koalition. Haseloff selbst sprach sich im Vorfeld der Besprechung für eine national einheitliche Lösung aus, die aber den Raum für regionale Unterschiede lasse. Es gehe bei dem Treffen darum, wie Deutschland der angespannten Situation "insgesamt als Nation" begegnen könne.

Schrittweiser Lockdown? SPD-geführte Länder uneins

Aus der SPD wird ein Bericht des "Spiegel" zurückgewiesen. Darin hieß es in den SPD-geführten Bundesländern werde über einen Beschlussvorschlag für das Treffen von Bund und Ländern am Mittwoch beraten, in dem von einem "schrittweisen Herunterfahren des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens" die Rede sei. "Das ist Quatsch", sagt jetzt ein mit den Beratungen vertrauter Insider. Es handele sich bei dem zitierten Papier um einen Diskussionsbeitrag aus einem einzelnen SPD-geführten Bundesland, das selbst mit der dortigen Führung nicht abgestimmt gewesen sei.

Am Mittwoch wird sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten über weitere Beschränkungen in der Corona-Pandemie besprechen. Der "Spiegel" berichtete vorab, dass die von der SPD geführten Länder härtere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wollen. In dem Papier sei von einem "schrittweisen Herunterfahren des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens" die Rede.

In der Umsetzung solle dies bedeuten, so der "Spiegel", dass "in Privatwohnungen nur Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen dürfen oder Personen aus einem Haushalt und maximal zwei haushaltsferne Personen". Kinder bis 12 Jahre seien davon ausgenommen. Bei familiären Anlässen wie Beerdigungen oder Hochzeiten solle es maximal 15 Teilnehmer geben. Ziel sei es, die Infektionszahlen so weit zu senken, "dass in der Weihnachtszeit wieder mehr Menschen zusammentreffen können".

Altmaier rechnet Ende der Woche mit 20.000 Neuinfektionen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rechnet Ende der Woche mit 20.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland. Altmaier sagte bei einem Deutsch-Französischen Wirtschaftstag: "Wir haben es zu tun mit einem exponentiellen Wachstum." In Deutschland steige die Zahl der Neuinfektionen jeden Tag um 70 bis 75 Prozent im Vergleich zur Woche davor. "Und das bedeutet: Wir werden wahrscheinlich schon Ende dieser Woche 20.000 Neuinfektionen am Tag haben", sagte Altmaier.

Dies sei eine Zahl, die man sich vor drei Wochen noch gar nicht habe vorstellen können. Der Wirtschaftsminister verwies auch auf die hohe Zahl von Corona-Neuinfektionen in Frankreich und betonte die enge Zusammenarbeit mit Frankreich.

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Dienstagmorgen 11.409 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Am Dienstag vor einer Woche hatte die Zahl bei 6868 gelegen. Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden. 

Ärzte warnen vor Mangel an Pflegepersonal

Intensivmediziner warnen vor Engpässen bei der Versorgung von Covid-19-Patienten wegen des Fehlens von Pflegepersonal. "Wir haben einen dramatischen Mangel an Pflegekräften", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Es gebe inzwischen "ausreichend Kapazitäten an freien Intensivbetten und Beatmungsgeräten". Das allein helfe aber nicht weiter, "wenn wir kein Personal haben, um die Patienten zu versorgen". Hierin liege "das viel größere Problem". Grob geschätzt fehlten bundesweit 3.500 bis 4.000 Fachkräfte für die Intensivpflege, sagte Janssens.

Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, rechnet damit, dass der Personalmangel in den Krankenhäusern bald massiv zutage tritt. "Sechs bis neun Prozent der Infizierten von heute werden in zwei Wochen im Krankenhaus behandelt werden müssen", prognostizierte Johna. "Pro schwer krankem Covid-Patienten auf der Intensivstation wird eigentlich eine Pflegekraft benötigt", sagte sie den Funke-Zeitungen.

Zahlen in Augsburg steigen weiter – dritter Lockdown in Bayern? 

Trotz verschärfter Schutzmaßnahmen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Augsburg weiter an. Wie Bayerns drittgrößte Stadt am Dienstag berichtete, ist der Wert pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen nunmehr auf knapp 218 geklettert, am Vortag lag er noch bei rund 205. Damit droht weiterhin ein neuer Lockdown in der schwäbischen Stadt.

Die Stadtverwaltung hatte angekündigt, die Entwicklung bis zur Wochenmitte beobachten zu wollen. Dann soll in Abstimmung mit der Bezirksregierung und der Staatsregierung in München über mögliche weitere Maßnahmen entschieden werden. In Bayern hat es bereits im Berchtesgardener Land und im Kreis Rottal-Inn einen Lockdown gegeben.

Corona-Ausbruch in Krankenhaus in Bayern – Hunderte Mitarbeiter getestet

Im Kreis Weilheim-Schongau in Bayern sind in einem Krankenhaus Berichten zufolge bisher mehr als 30 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Wie die "Süddeutsche Zeitung" meldet, seien bisher insgesamt 430 Klinikmitarbeiterinnen und -mitarbeiter aus dem Bereich der Patientenversorgung getestet worden (Stand Montag). 

Den Richtlinien des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge müssten sich alle Pflegekräfte des Krankenhauses als mögliche Kontaktpersonen in häusliche Quarantäne begeben. Bis Dienstag soll einer Pressemitteilung zufolge mit Hilfe des Gesundheitsamtes ein Quarantänekonzept ausgearbeitet werden. In der Mitteilung der Klinik hieß es: "Diese Situation ist ein Novum im deutschen Kliniksektor. Waren bisher im Infektionsgeschehen vor allem die Patienten im Blickpunkt, sind es hier nun die Mitarbeiter." Die positiv Getesteten arbeiteten demnach in fast allen Bereichen der Klinik, außer auf der Isolierstation sowie im OP. 

Viele Tests, unter anderem die der etwa 90 Patienten, stünden noch aus. Zudem sei neben der Klinik Schongau auch in dem Krankenhaus Weilheim getestet worden. Für beide Häuser wurde ein Aufnahme- sowie ein Besucherstopp verhängt.

WHO-Chef warnt vor Überlastung von Intensivstationen auch in Europa

Angesichts rapide steigender Zahlen von Infektionen mit dem Coronavirus hat der Chef der Weltgesundheitsorganisation vor einer Überlastung von Intensivstationen vor allem in Europa und Nordamerika gewarnt. "Viele Länder auf der Nordhalbkugel sehen derzeit einen besorgniserregenden Anstieg von Fällen und Einweisungen ins Krankenhaus", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einem Briefing in Genf am Montag. An einigen Orten füllten sich die Intensivstationen schnell.

Seit Beginn der Pandemie sind weltweit mehr als 40 Millionen Infektionen nachgewiesen worden. Mehr als eine Million Menschen sind in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Tedros äußerte Verständnis dafür, dass viele Menschen eine gewisse "Pandemie-Müdigkeit" fühlten. Die psychische und physische Belastung durch das Arbeiten von zu Hause aus sowie die Distanz zu Freunden und Familie sei hoch. Dennoch dürften die Menschen jetzt nicht aufgeben. Vor allem aber müssten die Gesundheitssysteme geschützt werden und die Menschen, die für sie arbeiteten. Der WHO-Chef rief die Menschen dazu auf, alle Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um Ansteckungen zu vermeiden. Nur so könnten auch weitere Lockdowns vermieden werden.

RKI meldet 11.409 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Erneut wurden in Deutschland mehr als 10.000 neue Corona-Fälle binnen nur eines Tages verzeichnet. Erst am vergangenen Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert erreicht worden. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

CDU-Politiker will eine Woche lang alles dicht machen

Am Mittwoch berät die Kanzlerin mit den Landeschefs über weitere Corona-Einschränkungen. Der stellvertretende CDU-Chef Thomas Strobl schlug vor dem Treffen eine einschneidende Maßnahme vor. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Knappe Mehrheit beurteilt Corona-Maßnahmen als ausreichend

Eine knappe Mehrheit der Deutschen (51 Prozent) beurteilt die geltenden Corona-Auflagen dem ARD-DeutschlandTrend zufolge als ausreichend. Das sind acht Prozentpunkte weniger als zu Monatsbeginn, wie aus der am Dienstag im ARD-Morgenmagazin veröffentlichten Befragung von infratest dimap laut Vorabmeldung hervorgeht. Hier lesen Sie mehr.

Tschechien verhängt Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr

Tschechien verhängt eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. Wie das Gesundheitsministerium mitteilt, gilt sie ab Mittwoch bis zum 3. November. Ausnahmen gibt es demnach unter anderem für Arbeitswege und den Besuch von Familienangehörigen. Zudem sehen die neuen Regelungen im Kampf gegen die Virusausbreitung vor, dass die unter schon geltenden Auflagen weiterhin geöffnete Einzelhandelsgeschäfte künftig um 20 Uhr sowie den ganzen Sonntag schließen müssen. Hiervon befreit sind unter anderem Tankstellen und Apotheken.

Corona-Infektionskennziffer in Baesweiler bei Aachen nun 554

Im Coronavirus-Hotspot Baesweiler bei Aachen in Nordrhein-Westfalen ist die wichtige Kennziffer für Neuinfektionen weiter gestiegen. Am Montag meldete die Städteregion Aachen einen Wert von 554 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche für Baesweiler. Am Freitag lag die Kennziffer für Baesweiler noch bei 328. In der Stadt mit rund 27.000 Einwohnern gilt ein strenger Maßnahmenkatalog. Die muslimischen Gemeinden dort setzen das Freitagsgebet bis zum 31. Oktober aus. Der freiwillige Verzicht auf die Gebete sei sehr hilfreich, erklärte die Städteregion.

Ein Sprecher der Städteregion wies darauf hin, dass die Infektionskennziffer von 554 in Baesweiler eine rechnerische Größe sei. Derzeit gebe es dort 144 aktive Corona-Infektionen. Die gesamte Städteregion, zu der neben Aachen neun weitere Kommunen gehören, hatte am Montag einen Wert von 199 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche angegeben.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP): "Kein Land der Welt wird es zulassen, dass die Intensivmedizin überfordert wird".  (Quelle: dpa/Ronald Zak)Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP): "Kein Land der Welt wird es zulassen, dass die Intensivmedizin überfordert wird". (Quelle: Ronald Zak/dpa)

Kurz stimmt Österreicher auf zweiten Lockdown ein

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat einen zweiten Lockdown in den Raum gestellt. Sollte es nicht gelingen, den aktuell starken Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen zu stoppen, dann wäre das die Ultima Ratio, sagte Kurz in Wien. Kriterium dafür sei die Lage in den Kliniken. "Kein Land der Welt wird es zulassen, dass die Intensivmedizin überfordert wird," so Kurz. In Österreich ist der drohende Zusammenbruch des Gesundheitssystems gesetzliche Voraussetzung für einen Lockdown.
 


Jüngst hatte sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) noch sehr zuversichtlich gezeigt, dass die bisher eingeleiteten Maßnahmen ausreichen würden, die Entwicklung unter Kontrolle zu bringen. Dazu zählt seit Sonntag eine Obergrenze von sechs Personen bei privaten Feiern in Innenräumen und von zwölf Menschen im Freien.

Österreich mit seinen 8,8 Millionen Einwohner hatte am Samstag einen Rekordwert bei Neuinfektionen erreicht: 3614 Fälle binnen 24 Stunden. Bei der Ansteckungszahl pro 100.000 liegt Österreich nach Angaben des europäischen Seuchenzentrums mehr als doppelt so hoch wie Deutschland.

Corona grassiert in Brüssel – EU geht in Notbetrieb

Die Zahl der Treffen zwischen Vertretern der EU-Mitgliedstaaten in Brüssel wird wegen der hohen Corona-Infektionszahlen auf das unbedingt erforderliche Maß zurückgefahren. Weil die zweite Welle die EU-Hauptstadt derzeit mit voller Härte treffe, müsse bei der Organisation von Treffen noch vorsichtiger und mit noch größerer Umsicht vorgegangen werden, sagte ein Sprecher der deutschen EU-Ratspräsidentschaft.

Auch virtuelle Sitzungen würden auf Themen mit hoher Priorität beschränkt. Persönlich stattfinden würden nur noch Treffen, die für das Funktionieren der EU oder zur Koordinierung der Covid-19-Krisenreaktion notwendig sind. Dazu gehören auch die laufenden Verhandlungen über das EU-Haushalts- und Wiederaufbaupaket. "Es ist praktisch ausgeschlossen, ohne persönliche Treffen und Kontakte eine Einigung zwischen den EU-Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament zu finden", erklärte der Sprecher dazu.

Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Allein in der Region Brüssel wurden zuletzt 1.770 Infektionen pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen gemeldet.

Bericht: Merkel deutet schärfere Maßnahmen an

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Mittwoch zusammen mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer über die Verschärfung von Maßnahmen in der Corona-Krise beraten. Die Videokonferenz sei für 13 Uhr angesetzt, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Lage sei ernst, die Neuinfektionen hätten sich in etwa verdoppelt zur Vorwoche. 

Bei einem Treffen der CDU-Spitze am Montag sagte Merkel laut "Bild": "Die Lage ist bedrohlich". Zudem soll sie "es zählt jeder Tag" gesagt haben. Die aktuellen Maßnahmen würden wohl nicht ausreichen, um die Verdopplung der Infektionszahlen zu verhindern und es könnten nur neue Maßnahmen dieses Ziel erreichen. 

Lockdown im Landkreis Rottal-Inn ab Dienstag 

Angesichts extrem gestiegener Corona-Zahlen gelten im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn ab Dienstag um 00.00 Uhr strikte Ausgangsbeschränkungen. Schulen und Kindergärten werden geschlossen. Das teilte am Montag ein Sprecher des Landratsamtes in Pfarrkirchen mit.

100.000 Infektionen pro Tag in deutschem Nachbarland erwartet

In Frankreich könnte die Pandemie bis auf 100.000 Neuinfektionen pro Tag anwachsen, warnt der Leiter des wissenschaftlichen Ausschusses, der die französische Regierung berät. "Wir vermuten, dass es mehr in die Richtung von 100.000 pro Tag gehen wird", sagt Jean-François Delfraissy dem Sender RTL.

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Frankreich hat erstmals am Montag die Marke von 50.000 übersprungen. Insgesamt steckten sich binnen 24 Stunden mindestens 52.010 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus an, wie die Gesundheitsbehörden am Sonntagabend mitteilten. Am Samstag waren es mehr als 45.000 gewesen. Seit Samstag wurden zudem 116 neue Todesfälle gemeldet. Damit starben seit Beginn der Pandemie in Frankreich mindestens 34.761 Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Derzeit werden den Angaben zufolge mehr als 2.570 Menschen auf Intensivstationen behandelt.

Tschentscher: Lockdown abhängig von Entwicklung der Zahlen

Für Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) ist ein erneuter Lockdown zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus abhängig von der Entwicklung der Fallzahlen. "Das hängt jetzt ab von den Zahlen in den nächsten Wochen", sagte Tschentscher am Montag im ARD-"Morgenmagzin". Es habe leider in den vergangenen Wochen eine "sehr starke Dynamik" gegeben "und das muss schon zum Stillstand kommen". Die nun ergriffenen Maßnahmen wie die Sperrstunde in der Gastronomie seien gut. Nun müssten sich im öffentlichen und privaten Raum alle an die beschlossenen Corona-Regeln halten. "Denn dann kommen wir durch. Wir müssen in eine stabile, in eine Plateauphase kommen mit der Infektion."

Slowakei feiert Corona-Massentests als Erfolg

In der Slowakei ist am Sonntagabend die erste Phase einer beispiellosen Testung fast der gesamten slowakischen Bevölkerung auf das Coronavirus zu Ende gegangen. Seit Freitag wurden unter der Regie des Verteidigungsministeriums in vier besonders stark betroffenen Bezirken an der Grenze zu Polen alle mehr als zehn Jahre alten Bewohner einem Antigen-Schnelltest unterzogen.

An den beiden nächsten Wochenenden soll der Rest des Landes folgen –immerhin rund fünf Millionen Menschen. Regierungschef Igor Matovic wertete die Pilotphase als Erfolg. Schon jetzt seien "schätzungsweise an die 6.000 potenziellen Verbreiter des Virus entdeckt worden, die unter normalen Umständen gar nicht hätten auffallen können", erklärte er im TV. Die Regierung in Bratislava sieht dieses Projekt als Beispiel, dem auch andere Länder Europas folgen könnten. 

Erste Erfolge bei Impfstoff-Forschung an Universität in Oxford

Erste Ergebnisse von Tests einer von der Universität Oxford in Zusammenarbeit mit dem britischen Pharmakonzern AstraZeneca entwickelten Corona-Schutzimpfung sind nach einem Bericht der "Financial Times" Erfolg versprechend verlaufen. Bei älteren Menschen, der Gruppe mit dem höchsten Risiko schwerer Krankheitsverläufe, sei eine "robuste Immun-Reaktion" entstanden, berichtet das Blatt.

Mehr als 60.000 Neuinfektionen in den USA

In den USA steigt nach einer Reuters-Zählung die Zahl der Neuinfektionen um mindestens 60.413 auf rund 8,67 Millionen. Demnach sind mindestens 333 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Virus gestorben. Die Zahl der Corona-Toten erhöht sich demnach auf mindestens 225.313.

Australischer Staat beendet Lockdown

Der Bundesstaat Victoria im Südosten Australiens hebt nach Monaten seinen strikten Corona-Lockdown auf. Ab Mittwoch dürften in der Hauptstadt Melbourne und den anderen Teilen der Region Geschäfte, Bars, Cafés und Restaurants wieder öffnen, teilte Regionalregierungschef Daniel Andrews mit. Auch dürfen die Bürger wieder uneingeschränkt ihre Häuser verlassen.

Die strengen Auflagen galten seit Anfang August. Jedoch dürfen sich die 4,9 Millionen Einwohner Victorias weiterhin nur maximal 25 Kilometer von ihren Häusern entfernen – diese Regel wird erst am 8. November aufgehoben. Am Montag hatte der Bundesstaat zum ersten Mal seit dem 9. Juni keine Neuinfektion registriert.

Die Zentralregierung in Canberra hatte die extrem strengen Regeln zuvor scharf kritisiert. So galt zwei Monate lang ein nächtliches Ausgehverbot. Erst Ende vergangener Woche hatten Hunderte Menschen in Melbourne gegen die Einschränkungen protestiert. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Bericht: Merkel warnt intern vor "sehr, sehr schweren Monaten"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einem Medienbericht zufolge erneut vor schwierigen Monaten wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus gewarnt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Laschet: NRW verstärkt Gesundheitsämter mit 2.000 Kräften

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) dringen angesichts der Pandemie-Lage auf Veränderungen bei der Corona-WarnApp. Künftig müsse es eine Lösung geben, bei der örtliche Gesundheitsämter Daten nutzen könnten, bis es einen Widerspruch der Nutzer gebe. Beide beklagten die mangelnde Effizienz der App, die Hinweise auf Kontakte mit Infizierten geben soll. Dies hatte auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kritisiert.

Laschet will zudem die Gesundheitsämter im Land kommende Woche mit 2.000 Personen aufstocken. Die Bundeswehr werde 1.000 Mann schicken, um bei der Kontaktnachverfolgung von Infektionsketten zu helfen. 1000 Mitarbeiter würden aus anderen Teilen der Verwaltung in NRW in die Gesundheitsämter geschickt.

Israel lockert Corona-Maßnahmen weiter: Mehr Schulen öffnen

Israel wird seine Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus weiter lockern und wieder mehr Kinder zum Präsenzunterricht schicken. Wie die Regierung am Sonntagabend mitteilte, sollen ab 1. November Erst- und Zweitklässler wieder für einige Stunden in den Schulgebäuden unterrichtet werden. Die Klassen werden dabei in zwei Gruppen geteilt.

Die beiden Gruppen wechseln sich dann jeden Tag für einige Stunden im Präsenzunterricht ab, während der jeweils anderen Hälfte des Schultags muss zu Hause weiter gelernt werden. Dritt- und Viertklässler sollen, in Gruppen, wieder vollständig in den Schulgebäuden unterrichtet werden. Die älteren Schüler bleiben im Homeschooling. Kinder unter sechs Jahren dürfen bereits seit vergangenem Sonntag die Kindergärten und Vorschulen wieder besuchen.

In Israel, einem Land mit rund neun Millionen Einwohnern, werden die Anti-Corona-Maßnahmen seit einer Woche wieder gelockert. Das israelische Gesundheitsministerium hatte am Samstag 692 Neuinfektionen mit dem Coronavirus für den Vortag registriert. Ende September hatte die Zahl der Ansteckungen mit mehr als 9.000 ihren bisherigen Höchststand erreicht. Seit Beginn der Pandemie sind 2.372 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Am Sonntag wurden aufgrund eines technischen Problems keine neuen Infektionszahlen veröffentlicht.

Mitten im Wahlkampf gibt es neue Corona-Infektionen innerhalb von Trump US-Regierung: Auch Vizepräsident Mike Pence muss sich testen lassen.  (Quelle: imago images)Mitten im Wahlkampf gibt es neue Corona-Infektionen innerhalb von Trump US-Regierung: Auch Vizepräsident Mike Pence muss sich testen lassen. (Quelle: imago images)

Neue Corona-Fälle in US-Regierungsteam – Pence setzt Wahlkampf fort

In der Regierungsmannschaft von US-Präsident Donald Trump gibt es neue Corona-Fälle. Der Stabschef von Vizepräsident Mike Pence, Marc Short, sowie weitere hochrangige Mitarbeiter von Pence wurden positiv getestet, wie das US-Präsidialamt mitteilt. Der Test von Pence selbst sei negativ gewesen. Der Vizepräsident werde seine Wahlkampftermine einschließlich einer Reise nach North Carollina wie geplant absolvieren. Das Weiße Haus begründete die Entscheidung damit, dass sich Pence nach den Richtlinien der Seuchenschutzbehörden mit seinem Status als "absolut notwendiger Mitarbeiter" nicht in Quarantäne begeben müsse.

Spanien ruft Gesundheitsnotstand bis Mai aus

Die spanische Regierung hat erneut einen nationalen Notstand beschlossen, um eine nächtliche Ausgangssperre gegen die Corona-Pandemie verhängen zu können. Die Ausrufung des Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe des Landes, wurde am Sonntag bei einer außerordentlichen Ministerratssitzung in Madrid vereinbart, wie Ministerpräsident Pedro Sánchez mitteilte. Der Notstand, der noch am Sonntag in Kraft trat, gilt zunächst für zwei Wochen.

Eine Verlängerung müsste gemäß Verfassung vom Nationalparlament gebilligt werden. Er hoffe, den Notstand mit Unterstützung des Parlaments bis zum 9. Mai verlängern zu können, sagte der Chef der linken Minderheitsregierung. Die Ausrufung des Notstands sei von zehn der insgesamt 17 Regionen Spaniens, den sogenannten Autonomen Gemeinschaften, beantragt worden. "Europa und Spanien sind mitten in der zweiten Welle", so Sánchez.

Unter dem Notstand darf die Regierung die Bewegungsfreiheit der Menschen einschränken. Anders als bei dem Notstand, der in Spanien wegen Corona zwischen dem 14. März und dem 20. Juni herrschte, wird diesmal keine totale Ausgangssperre verhängt, sondern ein nächtliches Ausgehverbot zwischen 23 Uhr und sechs Uhr morgens. Die Anordnung gilt fast für das ganze Land. Ausgenommen sind nur die Kanaren, die vor wenigen Tagen von Deutschland und Großbritannien von der Liste der Risikogebiete gestrichen worden waren.

Spanien ist eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Westeuropas. Bisher wurden mehr als eine Million Infizierte registriert, knapp 35.000 Menschen starben mit Covid-19. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt bei 191,11 mit steigender Tendenz. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts 68,4.

Kritische Marke: München verschärft Maßnahmen

Wegen der weiter stark steigenden Corona-Infektionen verschärft München die Schutzmaßnahmen. Die Sieben-Tage-Inzidenz der neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner sei laut Robert-Koch-Institut (RKI) auf 100,6 gestiegen und habe damit den von Bayern neu eingeführten Schwellenwert von 100 überschritten, teilt die Landeshauptstadt mit.

Damit träten ab Montag strengere Maßnahmen in Kraft. Die Sperrstunde in der Gastronomie wird demnach um eine Stunde auf 21.00 Uhr vorverlegt. Auch das Verbot für den Alkoholkonsum im öffentlichen Raum an bereits bekannten Brennpunkten beginnt bereits um 21.00 Uhr. Zudem darf ab dann auch an Tankstellen und durch sonstige Verkaufsstellen sowie Lieferdienste kein Alkohol mehr verkauft werden. Bei Sport- und Kulturveranstaltungen sind nur noch maximal 50 Besucher zugelassen. Ausnahmen gelten für Gottesdienste, Demonstrationen und Hochschulen.

Rom: Gewalt bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen

In Italiens Hauptstadt Rom ist es bei Protesten gegen Ausgangssperren und andere Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu Ausschreitungen gekommen. Demonstranten warfen in der Nacht zum Sonntag im Zentrum Roms unter anderem Feuerwerkskörper auf Polizisten, wie die Nachrichtenagentur Adnkronos und andere Medien berichteten. Als Bereitschaftspolizisten zur Verstärkung anrückten, wurden demnach Autos beschädigt und Müllcontainer in Brand gesteckt. Zwei Polizisten erlitten den Berichten zufolge Verletzungen, mindestens zehn Demonstranten wurden festgenommen. Die Polizei selbst machte zunächst keine Angaben dazu.

An dem nicht genehmigten und von der neofaschistischen Partei Forza Nuova organisierten Protest hatten sich den Medienberichten zufolge Hunderte Menschen beteiligt. Parteichef Roberto Fiore schrieb am Sonntag auf Twitter, die italienischen Lebensgrundlagen würden "im Namen einer "Pseudo-Pandemie" geopfert". "Die Italiener zeigen, dass sie Einschränkungen und wirtschaftliche Euthanasie im Namen einer "Pseudo-Pandemie" nicht länger tolerieren können", so Fiore.

München: Corona-Ampel springt auf "Dunkelrot"

In der Corona-Pandemie ist in der bayerischen Landeshauptstadt ein weiterer kritischer Wert der Neuinfektionen überschritten worden. Nach Zahlen des Robert Koch-Institutes vom Sonntag (00:00 Uhr) liegt der Wert bei 100,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Damit hat München nach der bayerischen Corona-Ampel nun den Status "Dunkelrot". Ab einer sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz von 100 müssen die Bewohner der betroffenen Kommune mit verschärften Einschränkungen im Alltag rechnen. So müssen Restaurants um 21.00 Uhr schließen.

Lauterbach: Lockdown womöglich nur noch Frage von Wochen

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält einen erneuten Lockdown binnen Wochen für wahrscheinlich, sollte eine Eindämmung der Neuinfektionen nicht gelingen. "Wenn es uns in den kommenden zwei bis drei Wochen nicht gelingt, die persönlichen Kontakte zu beschränken, werden die Zahlen in wenigen Wochen so stark gestiegen sein, dass uns nur noch ein erneuter Lockdown bleibt", sagte Lauterbach der "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht. "Die Einschränkungen, die jetzt beschlossen wurden, reichen leider nicht aus, um überfüllte Intensivstationen und einen deutlichen Anstieg der Todeszahlen im Dezember zu verhindern. Da müssen wir nachjustieren."

Der SPD-Politiker forderte unter anderem geteilte Klassen in den Schulen. "Wenn wir nicht wollen, dass die Schulen mit regelmäßigem Schulausfall auch noch zu Hotspots werden, sollten die Schulklassen jetzt aufgeteilt werden in Vormittags- und Nachmittagsunterricht." Jeder Kontakt, egal wo, könne kontaminiert sein. "Es reicht allein nicht mehr, nur vorsichtig zu sein und die AHA+L-Regeln einzuhalten."

Altmaier: Keine Gefahr von Versorgungsengpässen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sieht bei der neuen Welle von Coronavirus-Infektionen in Deutschland keine Gefahr von Versorgungsengpässen. Im Frühjahr seien Lieferschwierigkeiten dadurch entstanden, dass Lastwagen an der Grenze im Stau gestanden hätten oder Supermarktregale durch Hamsterkäufe leergeräumt worden seien, sagte Altmaier der Funke Mediengruppe in einem am Sonntag veröffentlichten Interview. Er sei überzeugt, dass sich dies nicht wiederholen werde, weil viel aus der ersten Pandemie-Welle gelernt worden sei.

Der Wirtschaftsminister sagte auch, er gehe davon aus, dass "genügend Masken zu jedem Zeitpunkt vorhanden sein werden". Das Förderprogramm zur Maskenproduktion in Deutschland beschrieb er als Erfolg. Das Ziel, zehn Milliarden Masken im Jahr herzustellen, "werden wir erreichen". Unternehmen hätten mit den Fördermitteln auch Maschinen angeschafft, mit denen hochwertige Masken produziert werden könnten.

Gesundheitsämter melden 11.176 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) innerhalb eines Tages 11.176 neue Corona-Infektionen gemeldet. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen allerdings meist niedriger, auch weil am Wochenende weniger getestet wird. Insgesamt haben sich demnach seit Beginn der Pandemie 429.181 Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert. (Stand: 25.10., 00.00 Uhr) Vor genau einer Woche waren es noch 5.587 Neuinfektionen an einem Tag.

Erneuter Rekord bei Corona-Neuinfektionen in den USA

Anderthalb Wochen vor der Präsidentschaftswahl in den USA ist im Land am zweiten Tag in Folge ein Rekordwert bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie die Johns-Hopkins-Universität am Samstag (Ortszeit) mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 88.973 neue Ansteckungsfälle erfasst. Damit wurde der am Vortag bekanntgegebene Rekordwert von knapp 80.000 Neuinfektionen nochmals deutlich übertroffen.

Derzeit breitet sich das neuartige Virus vor allem im Norden und Mittleren Westen der USA stark aus. Die Gesamtzahl der verzeichneten Ansteckungsfälle in den Vereinigen Staaten stieg nach Angaben der Universität inzwischen auf knapp 8,57 Millionen. Die Zahl der Todesopfer wuchs um weitere 906 auf mehr als 224.000. In absoluten Zahlen sind die USA das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

"Warnstufe Rot": Auch Halle ist Corona-Risikogebiet

Die Stadt Halle hat die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 überschritten und gilt somit als Risikogebiet. "Damit befindet sich die Stadt Halle in der Warnstufe Rot", sagte Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Samstag. Der Wert der Neuinfektionen pro Woche und 100 000 Einwohner habe am Samstag konkret 54,05 betragen. Demnach registrierte die Stadt mit den rund 240.000 Einwohnern 33 neue Fälle des Coronavirus. Insgesamt gibt es den Angaben nach derzeit 219 Infizierte in Halle. Auch Kinder und Familien seien betroffen. Am Sonntag will der Oberbürgermeister nach eigenen Angaben bekanntgeben, was das für den Betrieb an Schulen nach den zu Ende gegangenen Herbstferien bedeute. Zudem seien weiterhin ein Telefondienst bei Fragen und eine Corona-Teststation für alle Bürger erreichbar.

Die Stadt habe bereits bei einem Grenzwert von 35 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner schärfere Maßnahmen ergriffen, betonte Wiegand. Seit Donnerstag gilt etwa die Maskenpflicht unter freiem Himmel in der Innenstadt, auf einer Einkaufsmeile und vor dem Hauptbahnhof. Am Freitag seien bei Kontrollen 442 mündliche Verwarnungen ausgesprochen worden. Nur in vier Fällen weigerten sich die Angesprochenen zum Tragen einer Maske und kassierten ein Bußgeld. Zudem wurden bereits private Feiern und Veranstaltungen beschränkt.

Istanbuls Bürgermeister: Ekrem Imamoglu hat sich mit dem Coronavirus infiziert. (Quelle: imago images/Xinhua)Istanbuls Bürgermeister: Ekrem Imamoglu hat sich mit dem Coronavirus infiziert. (Quelle: Xinhua/imago images)
Istanbuls Bürgermeister Imamoglu mit Coronavirus infiziert

Der Bürgermeister der türkischen Millionenmetropole Istanbul, Ekrem Imamoglu, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 50 Jahre alte Politiker der wichtigsten türkischen Oppositionspartei CHP sagte am Samstag in einem auf Twitter geposteten Video, er befinde sich jedoch im Krankenhaus auf dem Weg der Besserung. Er sei häufig auf das Coronavirus getestet worden. Am Freitagabend sei er mit hohem Fieber ins Krankenhaus gegangen. "Jetzt geht es mir eigentlich gut. Mein Fieber ist nicht schlimm (...) So Gott will, werde ich wieder gesund werden", sagte der seit Mitte 2019 amtierende Bürgermeister.

Istanbul ist mit fast 16 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt der Türkei. Dort sind bisher 40 Prozent der Coronavirus-Infektionen des Landes aufgetreten. Seit März streiten sich Imamoglu und die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan darüber, wie die Pandemie in Istanbul bekämpft werden kann. Gesundheitsminister Fahrettin Koca kritisierte, dass es in Istanbul fünfmal so viele Infektionsfälle gebe wie in der Hauptstadt Ankara. Koca hielt am Freitag in Istanbul ein Corona-Treffen ab, zu dem Imamoglu nicht eingeladen war. Die CHP bezeichnete dies als Skandal.

Alarm bei der Bundespolizei: Über 1.500 Polizisten in Quarantäne

Dieter Romann, der Präsident der Bundespolizei, ist besorgt angesichts der Corona-Lage bei der Polizei. Aktuell sind 136 Mitarbeiter der Bundepolizei mit dem Coronavirus infiziert. 1.574 Mitarbeiter mussten sich aufgrund dessen in Quarantäne begeben. Er warnt: "Wenn wir ausfallen, geht das Licht aus." Er mache sich Sorgen, angesichts immer mehr  Fällen aus den eigenen Reihen.

Er wendet sich in einer zweiminütigen Videobotschaft mit einem Apell an seine Kollegen. Alle Mitarbeiter der Bundespolizei hätten die Pflicht, sich gesund zu erhalten, "das gilt auch im privaten Bereich", so Romann.

Tschechien bekommt 150 Beatmungsgeräte von EU-Partnern

Das von der Corona-Pandemie hart getroffene Tschechien bekommt Beatmungsgeräte aus einer gemeinsamen Reserve der Europäischen Union sowie aus den Niederlanden und Österreich. Damit werde einer Bitte Prags um 150 Geräte entsprochen, teilte EU-Krisenkommissar Janez Lenarcic am Samstag mit.

Die EU hatte nach dem Ausbruch der Pandemie gemeinsame Bestände an Schutzkleidung und medizinischem Gerät aufgebaut, die von Brüssel finanziert und in Deutschland und fünf anderen Ländern dezentral gelagert werden. Aus dieser Reserve kommen nach Angaben der Kommission 30 Beatmungsgeräte für Tschechien. Allein die Niederlande wollen 105 weitere an den EU-Partner liefern, Österreich stellt 15 bereit. Kommissionschefin Ursula von der Leyen dankte beiden Ländern am Samstag. "Wir halten zusammen", schrieb sie auf Twitter.

Tschechien hat gemessen an seiner Einwohnerzahl die höchsten Corona-Infektionszahlen in der EU. Insgesamt haben sich 238.323 Menschen infiziert. An einem Tag sind nun 15.252 neue Fälle hinzugekommen.

Ausschreitungen in Neapel

In Neapel ist es bei Protesten gegen die nächtliche Ausgangssperre zu schweren Ausschreitungen gekommen. Rund um den Beginn der Sperrstunde um 23 Uhr entzündeten Demonstranten am Freitag Rauchbomben, schleuderten Gegenstände auf die Polizei und setzten Mülltonnen in Brand. Mehrere hundert Menschen, viele von ihnen junge Leute, beteiligen sich an den Protesten. In den Onlinenetzwerken hatte es zuvor Aufrufe gegeben, dass die Einwohner sich über die Ausgangssperre hinwegsetzen sollten.

Die nächtliche Ausgangssperre zur Eindämmung des Coronavirus war von den Behörden für die italienische Region Kampanien, zu der Neapel gehört, mit Wirkung ab Freitagabend verhängt worden. Auch in den Regionen Lombardei und Latium wurden angesichts der wieder stark steigenden Infektionszahlen nächtliche Ausgangssperren verhängt – zu Latium gehört die Hauptstadt Rom.

Demonstranten treffen während eines Protests auf Polizeikräfte. (Quelle: dpa/ZUMA Wire)Demonstranten treffen während eines Protests auf Polizeikräfte. (Quelle: ZUMA Wire/dpa)

Region Hannover überschreitet Corona-Grenzwert

Die Region Hannover in Niedersachsen hat bei Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen wichtigen Grenzwert überschritten. Für Samstag meldete das Landesgesundheitsamt in Hannover 52,7 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Nach der jüngsten Verordnung der Landesregierung bedeutet dies, dass in den betroffenen Kreisen oder kreisfreien Städten private Treffen auf zehn Personen aus zwei Haushalten beschränkt sind – egal, ob zu Hause, draußen oder im Restaurant. Die Gastronomie muss um 23.00 Uhr schließen, außerdem wird die Maske auch an einigen Orten unter freiem Himmel zur Pflicht. Wo genau die Maskenpflicht gilt, darüber entscheidet die betroffene Kommune.

Das Land Niedersachsen insgesamt lag am Samstag rechnerisch knapp unter der 50er-Inzidenz. Der Wert wurde mit 49,6 angegeben. Am stärksten betroffen war die Stadt Delmenhorst mit 241,1 Fällen, gerechnet auf 100.000 Einwohner in einer Woche.

Polens Präsident hat Corona

Polens Präsident Andrzej Duda ist nach offiziellen Angaben positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dem Präsidenten gehe es gut, teilte der Staatssekretär in der Präsidentschaftskanzlei, Blazej Spychalski, am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Polen verzeichnete zuletzt ein Rekordhoch an Neuinfektionen mit dem Coronavirus; Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hatte das gesamte Land am Freitag zur "roten Zone" erklärt.

Auch in Polen sind die Corona-Zahlen zuletzt stark gestiegen, die Behörden meldeten am Freitag mit mehr als 13.600 Neuinfektionen einen neuen Höchstwert. Die Regierung verschärfte deswegen die Schutzmaßnahmen. So dürfen sich nur noch maximal fünf Personen treffen, Präsenzunterricht an Schulen gibt es nur noch bis zur dritten Klasse, Restaurants dürfen Essen nur noch außer Haus verkaufen.

In Polen haben sich laut Zahlen der John-Hopkins-Universität mehr als 228.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Rund 4.100 Menschen sind an den Folgen der Infektion gestorben. 

Zahl der Corona-Fälle in päpstlicher Schweizergarde steigt auf 13

Im Vatikan sind zwei weitere Mitglieder der päpstlichen Schweizergarde positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit stieg die Zahl der nachweislich infizierten Gardisten auf 13, wie die Schweizergarde am Freitag mitteilte. Es gebe bisher keine schweren Krankheitsverläufe, nur einige der Gardisten zeigten Symptome wie Fieber, Husten, Gelenkschmerzen und einen Verlust des Geruchssinns, hieß es weiter. Die bunt uniformierten Wachen schützen Papst Franziskus und seine Residenz.

Ein größerer Corona-Ausbruch unter den Gardisten könnte daher auch für den Papst gefährlich werden, der mit seinen 83 Jahren zur Risikogruppe gehört. Dem Argentinier war im Alter von 21 Jahren wegen einer schweren Pneumonie ein Teil der rechten Lunge entfernt worden. Er gilt aber für sein Alter als relativ gesund.

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD): Er fordert eine neue Strategie der Kontakt-Nachverfolgung. (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD): Er fordert eine neue Strategie der Kontakt-Nachverfolgung. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Lauterbach: "Wir müssen sofort umsteuern"

Um einen Kontrollverlust der Gesundheitsämter in der Corona-Krise zu verhindern, fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach eine Abkehr von der Nachverfolgung sämtlicher Kontakte jedes Einzelfalls. "Ein Kontrollverlust ist nur noch abzuwenden, wenn wir sofort umsteuern: Weg von der Einzelfall-Nachverfolgung, hin zur retrospektiven Cluster-Aufarbeitung", sagte Lauterbach der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Wenn Ämter nicht mehr jeden Fall verfolgten, werde Personal frei, um Clustermitglieder - also Mitglieder bestimmter Gruppen – zu kontaktieren. "Das Robert Koch-Institut muss jetzt endlich den Schalter umlegen."

Konkret bedeute das, bei einem neuen Corona-Fall systematisch abzufragen, ob die Person in den fünf Tagen vor der Ansteckung zu einem bestimmten Zeitpunkt eng mit vielen anderen Menschen zusammen war, etwa in einer Schulklasse, bei einer Chorprobe, einer Feier, in einer Pflegeeinrichtung, erläuterte Lauterbach. "Dann jagt man nicht allen Einzelkontakten der Person nach, sondern kontaktiert gezielt nur diejenigen, die an den Clustern beteiligt waren, also Mitschüler, Chormitglieder und so weiter."

Die Verbandschefin der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, hatte sich am Donnerstag in den ARD-"Tagesthemen" ähnlich geäußert. "Tatsächlich wäre es gut, wenn man auf die Cluster vorwiegend gucken würde. Das würde aber bedeuten, dass man insgesamt einen Strategiewechsel in der Gesellschaft bräuchte", hatte sie gesagt. Das bedeute aber, dass man sich in Quarantäne begeben müsse, bloß weil man bei einem Cluster dabei war – dafür müssten auch rechtliche Grundlagen geschaffen werden. "Ich glaube, dass das insgesamt schwierig wird."

US-Tagesrekord seit Pandemie-Beginn: Mehr als 80.000 Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages in den USA ist erstmals seit Beginn der Pandemie auf über 80.000 gestiegen. Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) verzeichnete am Freitag 83.757 neue Fälle, rund 12.000 mehr als noch am Vortag.

Die Gesamtzahlen der Infektionen liegen generell über denen vom Frühjahr. Sie sind aber wie auch in Deutschland nur bedingt vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

Gesundheitsämter in mehreren Städten wegen Corona überlastet

In mehreren deutschen Städten sind die Gesundheitsämter wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen überlastet. Sie könnten nicht leisten, was anzustreben sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Es sei also nicht mehr in jedem Fall möglich, die Kontakte der Betroffenen nachzuvollziehen.

In Berlin und Frankfurt etwa haben die Gesundheitsämter vor der Aufgabe kapituliert, alle Infektionsketten nachzuverfolgen. Mehr zur Situation in Berlin lesen Sie hier, mehr zu der in Frankfurt hier

Die Bundeswehr unterstützt vielerorts die Gesundheitsämter: Einige Städte haben vor der Aufgabe kapituliert, sämtliche Infektionsketten nachzuvollziehen. (Quelle: imago images/Cord)Die Bundeswehr unterstützt vielerorts die Gesundheitsämter: Einige Städte haben vor der Aufgabe kapituliert, sämtliche Infektionsketten nachzuvollziehen. (Quelle: Cord/imago images)

Seibert mahnte die Bevölkerung zu strenger Einhaltung des Infektionsschutzes: "Wir sind nicht machtlos, wir haben es in der Hand, diesen Trend zunächst einmal zu stoppen und umzukehren." Warnungen vor 20.000 Neuinfektionen pro Tag und einer außer Kontrolle geratenden Lage wollte sich die Bundesregierung nicht anschließen. Seibert wies darauf hin, "dass man die Sache sicher auch regional und lokal betrachten muss". 

Hessisches Gericht hebt Verlängerung der Sperrstunde im Landkreis Gießen auf

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat die Verlängerung der Sperrstunde im Landkreis Gießen aufgehoben. Die Verfügung des Landkreises im Zuge der Corona-Pandemie sei nicht verhältnismäßig und rechtswidrig, teilte das Gericht am Freitag mit.

Somit hatte der Eilantrag einer Betreiberin eines Marburger Lokals Erfolg. Das Verwaltungsgericht Gießen hatte den Eilantrag zuvor abgelehnt. Dagegen legte die betreibende Gesellschaft Beschwerde ein. Der Kreis hatte Anfang der Woche wegen steigender Corona-Infektionen angeordnet, dass Restaurants und Kneipen bereits ab 23.00 Uhr schließen müssen

Zahl der Corona-Patienten in NRW-Kliniken steigt rasant

Die Zahl der Corona-Patienten in den nordrhein-westfälischen Krankenhäusern steigt stark an. Nach Zahlen der Landesregierung vom Freitag werden aktuell rund 1.420 Patienten mit Covid-19 stationär behandelt – vor einer Woche waren es noch 950, vor einem Monat rund 320. 275 Patienten lägen aktuell auf der Intensivstation, 148 von ihnen müssten beatmet werden.

Die Kliniken sind den Angaben zufolge allerdings noch weit entfernt von ihrer Kapazitätsgrenze. Aktuell gebe es rund 5.640 Intensivbetten, in denen die Patienten auch beatmet werden könnten, 1.320 davon seien im Moment nicht belegt. Beim bisherigen Höhepunkt der Pandemie Mitte April waren in den NRW-Krankenhäusern mehr als 2.100 Corona-Patienten gleichzeitig behandelt worden, knapp 600 mussten in der Spitze beatmet werden.

Unterdessen wurde zum ersten Mal in der zweiten Welle der Corona-Pandemie Patienten aus den Niederlanden in deutsche Kliniken verlegt. Ein Hubschrauber transportierte am Freitagmorgen einen Patienten in ein Krankenhaus nach Münster. Das teilte das Koordinierungszentrum für die Verteilung von Patienten am Freitag in Rotterdam mit. Ein zweiter Flug ebenfalls von Almere nach Münster sollte folgen.

Durch die Verlegungen soll der Druck auf die Intensivstationen gesenkt werden. Bereits fast jedes zweite Bett auf Intensivstationen ist mit einem an Covid-19 erkrankten Patienten belegt. 

Verwirrung um Corona-Mittel – Spahn äußert sich zu Impfbeginn

Jens Spahn dämpft die Hoffnungen auf Corona-Impfungen schon in diesem Jahr. Der Gesundheitsminister rechnet mit einem Impfstoff im Januar, Februar oder auch erst März. Zuvor hieß es, Impfungen könnten schon früher möglich sein. Mehr dazu lesen Sie hier.

Berliner Verwaltungsgericht entscheidet erneut gegen Sperrstunde

Das Verwaltungsgericht Berlin hat die Sperrstunde für weitere Berliner Gastwirte praktisch aufgehoben. Wie schon vor einer Woche gab das Gericht nun erneut mehreren Eilanträgen gegen die vom Senat zur Bekämpfung der Corona-Pandemie beschlossene Regelung statt. Das teilte ein Gerichtssprecher am Freitag mit. Nach den elf Gastronomen aus der Vorwoche können nun rund zwei Dutzend weitere Wirte ihre Betriebe auch in der Nacht wieder öffnen. Für alle anderen gilt die Sperrstunde von 23 Uhr bis 6 Uhr zunächst weiter. Erwartet wird aber eine Grundsatzentscheidung des Oberverwaltungsgerichtes.

Mehr zur Corona-Situation in Berlin lesen Sie hier.

Montgomery: Bei 20.000 Infektionen am Tag droht Lockdown

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, erwartet für den Fall eines weiteren Anstiegs der Corona-Zahlen eine kritische Schwelle bei 20.000 Neuinfektionen pro Tag. "Bei 20.000 Neuinfektionen am Tag gerät die Lage außer Kontrolle", sagte Montgomery der "Rheinischen Post". "Dann wäre es für Gesundheitsämter nicht mehr möglich, die Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Dann droht uns ein zweiter Lockdown, weil sich das Virus anders nicht mehr bremsen lässt."

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages war zuletzt erneut stark gestiegen und überschritt erstmals den Wert von 10.000 Fällen. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitagmorgen 11.287 Fälle binnen 24 Stunden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Montgomery begrüßte die verhängten Einschränkungen im besonders betroffenen Landkreis Berchtesgadener Land, wo seit Dienstag strikte Ausgangsbeschränkungen gelten. "Bei lokalen Ausbrüchen müssen wir konsequent reagieren", sagte der frühere Präsident der Bundesärztekammer. "Darum ist es genau richtig, dass der Landkreis Berchtesgaden einen lokalen Lockdown verhängt hat. So sollten bundesweit alle Orte mit solchen Inzidenzwerten reagieren."

USA: Erstmals wieder über 70.000 Infektionen an einem Tag

Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen in den USA ist nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) erstmals seit Ende Juli wieder auf mehr als 70.000 binnen eines Tages geklettert. Rund 71.700 Menschen wurden demnach am Donnerstag mit positivem Test auf das Virus gemeldet. Die Zahl der Neuinfektionen war zuletzt wieder auf rund 60.000 pro Tag gestiegen.

Insgesamt wurden laut JHU in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie rund 8,4 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt. Etwa 223 000 Menschen starben bislang – mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Klagen gegen "Lockdown" im Berchtesgadener Land

Gastronomen und andere Betroffene gehen gerichtlich gegen die strengen Corona-Maßnahmen im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land vor. Beim Verwaltungsgericht München gingen mehrere Klagen und Eilanträge ein. Unter anderem will eine Schülerin erreichen, dass sie ihr Gymnasium besuchen kann.

Wegen der sprunghaft gestiegenen Infektionszahlen mussten Hoteliers und Ferienwohnungsvermieter am Dienstag ihre Gäste mit Ausnahme von Geschäftsreisenden nach Hause schicken. Die Gastronomie bleibt geschlossen. Das Landratsamt hatte eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist im Landkreis vorerst bis zum 2. November nur noch mit triftigem Grund erlaubt.

Rekordzahl an Neuinfektionen in Frankreich – Ausgangssperre ausgeweitet

Das Coronavirus breitet sich in Frankreich weiter stark aus. Das Gesundheitsministerium des Landes meldet mit 41.622 Neuinfektionen die höchste bislang verzeichnete Zahl an einem Tag. Damit sind insgesamt 999.043 Fälle bekannt. Die Zahl der Todesfälle steigt um 162 auf 34.210

Frankreich weitet deswegen die Ausgangssperre auf weitere Teile des Landes aus. 38 zusätzliche Departements seien betroffen, teilte Ministerpräsident Jean Castex mit. Damit dürften insgesamt 46 Millionen der 67 Millionen Einwohner Frankreichs zwischen 21 Uhr und 6 Uhr nicht auf die Straße. "Die Situation ist ernst." Der November werde hart. Die Ausgangssperre trete am Freitag in Kraft und gelte für sechs Wochen.

Bundespolizei hilft bei Corona-Kontrollen in Berlin

Die Hauptstadt-Polizei wird am Wochenende zusammen mit Bundespolizisten verstärkt die Einhaltung der Corona-Regeln in Berlin kontrollieren. Am Tag werden 1.000 Einsatzkräfte stadtweit unterwegs sein. Darauf verständigten sich Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), wie Geisels Behörde am Donnerstag mitteilte.

Ab Samstag gilt in Berlin eine neue Infektionsschutzverordnung. Es gilt eine Maskenpflicht für Wochenmärkte, für zehn Einkaufsstraßen wie Ku'damm und Friedrichstraße, für Warteschlangen und Shoppingmalls. Draußen dürfen sich nur noch 25 statt bisher 50 Menschen treffen.

500 Polizisten aus Berlin und genauso viele vom Bund werden demnach jeweils am Samstag und Sonntag auf Straßen und Plätzen überwachen, ob die Regeln eingehalten werden.

Dänemark schließt Grenze weitgehend für deutsche Urlauber

Dänemark schließt angesichts der hohen Zahl an Corona-Neuansteckungen seine Grenze für Urlauber aus Deutschland weitgehend. Das dänische Außenministerium gab bekannt, dass Urlauber ab Samstag nur noch einreisen dürfen, wenn sie einen triftigen Grund haben. Ausgenommen sind Deutsche, die ein Ferienhaus in Dänemark besitzen. Auch aus der Grenzregion Schleswig-Holstein soll man vorerst noch einreisen können. Wer sich im Land aufhalte, müsse nicht überhastet abreisen.

Am Donnerstag hatte auch in Dänemark die Zahl der Neuinfektionen ein Rekordhoch erreicht. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden 760 neue Fälle registriert, wie das Staatliche Gesundheitsinstitut mitteilte. Virologen weisen aber darauf hin, dass die hohe Zahl nicht bedeuten muss, dass sich nun mehr Menschen infizieren als im Frühjahr, weil inzwischen auch sehr viel mehr getestet werde.

Eilantrag gegen Beherbergungsverbot gescheitert

Schleswig-Holstein kann Touristen ohne negativen Coronatest weiterhin die Übernachtung verbieten. Das Bundesverfassungsgericht nahm am Donnerstag den Eilantrag einer Familie aus Tübingen gegen das umstrittene Beherbergungsverbot wegen formaler Mängel nicht zur Entscheidung an. Zur Begründung hieß es, die Antragsteller hätten nicht dargelegt, "warum es ihnen nicht möglich wäre, einen Test in Bezug auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu erlangen." Der Antrag sei unzureichend begründet und deshalb unzulässig.

Das bedeutet aber nicht, dass das Gericht die Beherbergungsverbote für verfassungsgemäß hält. Die Richter schrieben, dass ein solches Verbot "schwerwiegende Eingriffe in Grundrechte" bewirke, "die sich nur rechtfertigen lassen, wenn sie verhältnismäßig sind". Mehr noch als die Urlauber sehen sie die Betreiber der Unterkünfte belastet. Eine Entscheidung kann das Gericht aber nur fällen, wenn ein Eilantrag eingeht, der den Anforderungen gerecht wird.

Wien genehmigt 18 Weihnachtsmärkte mit Corona-Konzept

Die traditionellen Wiener Weihnachtsmärkte sollen in diesem Jahr trotz der Corona-Pandemie öffnen. Die österreichische Hauptstadt hat 18 Märkte mit insgesamt 852 Marktständen genehmigt, wie das Marktamt am Donnerstag mitteilte. Am 13. November öffnen etwa der Christkindlmarkt am Rathausplatz und der Weihnachtsmarkt am Stephansplatz.

Die Betreiber haben laut Marktamt in Abstimmung mit Hygienefachärzten ein Corona-Präventionskonzept erarbeitet: So gilt auf allen Weihnachtsmärkten eine Maskenpflicht für Besucher und Standbetreiber. Um Platz für Sicherheitsabstände zu lassen, gibt es 178 Marktstände weniger als im Vorjahr. Für die Umsetzung der Bestimmungen sind die Betreiber zuständig, die zusätzliche Ordner beschäftigen sollen.

Polen und Schweiz auf Corona-Risikoliste – Kanaren nicht mehr

Die Bundesregierung hat die Nachbarländer Polen und Schweiz, fast ganz Österreich und große Teile Italiens mit Wirkung ab dem kommenden Samstag zu Corona-Risikogebieten erklärt. Die Kanarischen Inseln werden dagegen von der Risikoliste gestrichen, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag mitteilte.

Auswärtiges Amt: Reisewarnung für Österreich ausgesprochen

Aufgrund der hohen Infektionszahlen in Teilen Österreichs hat das Auswärtige Amt am Donnerstagmorgen eine Reisewarnung ausgesprochen. Betroffen sind die bei Touristen besonders beliebten Bundesländer Wien, Tirol (mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz) und Vorarlberg (mit Ausnahme des Kleinwalsertals/der Gemeinde Mittelberg). 

Die genannten Bundesländer überschreiten die Grenzwerte von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und gelten somit als Risikogebiete. Eine Reisewarnung bedeutet kein Verbot, sondern ist lediglich eine Empfehlung. 

Ärzteverband: Merkel-Szenario mit 19.200 Neuinfektionen realistisch

Die Verbandschefin der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst hält das Szenario von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht für übertrieben, dass die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf über 19.000 steigen könnte. "Als die Bundeskanzlerin vor einigen Wochen von 19.200 Neuinfektionen an einem Tag gesprochen hat, habe ich eine solche Entwicklung zunächst für unwahrscheinlich gehalten", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Aber so wie die Dinge derzeit verlaufen, halte ich das inzwischen für eine realistische Einschätzung."

Merkel hatte bei einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums Ende September nach Angaben aus Teilnehmerkreisen vor einem deutlichen Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Deutschland gewarnt. Wenn diese sich wöchentlich so weiterentwickelten, werde es zu Weihnachten 19.200 Neuinfektionen am Tag geben, wurde sie zitiert.

Wenn in einer Region innerhalb kurzer Zeit die Infektionszahlen stark stiegen, wie im Landkreis Berchtesgadener Land, gerieten die Gesundheitsämter "rasch an die Grenze der Überforderung", sagte Teichert. Sie räumte ein, besonders in Regionen mit sehr vielen Ansteckungen könnten derzeit nicht mehr alle Kontaktpersonen nachverfolgt werden. Das Robert Koch-Institut hatte von neun Städten und Landkreisen gesprochen, in denen etwa die Ermittlung von Fällen und die Nachverfolgung von Kontaktpersonen nicht mehr vollständig gelinge.

Stühle und Tische stapeln sich auf einer Bar-Terrasse in Barcelona: Spanien ist schwer von der Corona-Pandemie betroffen. (Quelle: dpa/Emilio Morenatti/AP)Stühle und Tische stapeln sich auf einer Bar-Terrasse in Barcelona: Spanien ist schwer von der Corona-Pandemie betroffen. (Quelle: Emilio Morenatti/AP/dpa)

Zahl der Corona-Infektionen in Spanien übersteigt eine Million

Spanien hat am Mittwoch die Marke von einer Million Corona-Infektionen durchbrochen. Seit dem Beginn der Pandemie seien 1.005.295 der 47 Millionen Einwohner Spaniens positiv auf das Virus SARS-CoV-2 getestet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Das waren 16.973 mehr als am Vortag, ein neuer Tagesrekord. Die Zahl von mehr als einer Million Infektionen ist der höchste Wert aller westeuropäischen Länder und weltweit Platz sechs. Nur die USA, Indien, Brasilien, Russland und Argentinien haben noch mehr Infizierte gemeldet. Die Zahl der an Corona gestorbenen Menschen sei seit dem Vortag um 156 auf nun 34.366 gestiegen.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit gut 178 angegeben. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts zurzeit 51,3. Unterdessen wurden immer mehr Gemeinden, Städte und ganze Regionen mehr oder weniger abgeschottet oder haben dies für die nächsten Tage angekündigt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Davon seien 7,6 Millionen Menschen betroffen, berichtete das staatliche Fernsehen RTVE.

Die Regionalregierungen von Navarra und der Weinregion La Rioja im Norden des Landes ordneten sogar eine weitgehende Absperrung des gesamten Gebietes für zwei Wochen an. In ganz Spanien gebe es insgesamt fast 2.000 Kommunen mit mehr als 16 Millionen Einwohnern, in denen nach einem Überblick von RTVE Einschränkungen des öffentlichen Lebens angeordnet wurden.

SPD: Maskenpflicht und Sperrstunde ins Infektionsschutzgesetz

Die SPD-Bundestagsfraktion strebt baldige Gesetzesänderungen an, um das Parlament stärker an den Corona-Entscheidungen zu beteiligen. "Wir wollen sicherstellen, dass der Bundestag bei den wesentlichen Entscheidungen das letzte Wort hat und dass die Befugnisse für die Regierung zum Erlass von Verordnungen bestimmt genug sind", sagte der rechtspolitische Sprecher Johannes Fechner der "Welt". "Darüber diskutieren wir gerade intensiv auch mit dem Koalitionspartner und wollen zeitnah zu Gesetzesänderungen kommen."

Konkret wolle man "Standardmaßnahmen wie Maskenpflicht oder Sperrstunde im Infektionsschutzgesetz verankern, damit es für die Länder einen bundeseinheitlichen Rechtsrahmen gibt", sagte Fechner. Außerdem solle "klar festgelegt werden, welche Bedingungen vorliegen müssen, damit die Standardmaßnahmen überhaupt ergriffen werden können". Generell wolle man "einen Parlamentsvorbehalt bei allen Entscheidungen, die die Grundrechte wesentlich beeinträchtigen".

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hatte den Fraktionen Vorschläge für eine stärkere Parlamentsbeteiligung vorgelegt. Die öffentliche Debatte zeige, "dass der Bundestag seine Rolle als Gesetzgeber und öffentliches Forum deutlich machen muss, um den Eindruck zu vermeiden, Pandemiebekämpfung sei ausschließlich Sache von Exekutive und Judikative", heißt es in einem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden. Zuvor war immer mehr Kritik laut geworden, dass die Regierungen von Bund und Ländern die Entscheidungen an den Parlamenten vorbei träfen.

Bayerns Landtag fordert Stärkung des Bundestags in Corona-Krise

Der bayerische Landtag fordert in großer Einmütigkeit, auch mit den Stimmen der Regierungsfraktionen CSU und Freie Wähler, eine deutliche Stärkung des Bundestags in der künftigen Anti-Corona-Politik. Ziel sind bundesweit einheitlichen Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung, deren Rahmen vom Bundestag abgesteckt und beschlossen wird. Dazu sollen im Bundesinfektionsschutzgesetz konkrete Befugnisnormen für besonders grundrechtsrelevante Eingriffe wie Ausgangsbeschränkungen verankert werden. Einem entsprechenden Antrag stimmten am Mittwochabend alle Fraktionen bis auf die AfD zu.

Im freiheitlich demokratischen Rechtsstaat müsse der Bundestag die wesentlichen Entscheidungen zum Schutz von Freiheitsgrundrechten treffen, heißt es in dem gemeinsamen Antrag von CSU und Freien Wählern, dem am Ende auch Grüne, SPD und FDP zustimmten, zur Begründung. Der Bundestag müsse einen konkreten Rahmen vorgeben. Die Exekutive müsse schnell reagieren können, um Menschen und ihre Rechte zu schützen, wird betont. "Dabei müssen aber die Leitplanken deutlich werden, unter denen Freiheitseinschränkungen möglich sind."

NRW führt Maskenpflicht für Schüler im Unterricht wieder ein

Schüler ab der 5. Klasse müssen in Nordrhein-Westfalen nach den Herbstferien auch an ihrem Sitzplatz im Unterricht wieder Maske tragen. Die Regelung soll bis zu den Weihnachtsferien gelten, teilte das Schulministerium an diesem Mittwoch in einer Mail an alle Schulen mit.

USA haben genug Impfstoff für alle gefährdeten Amerikaner bis Jahresende

Die USA werden nach Einschätzung des amerikanischen Gesundheitsministers bis zum Jahresende über ausreichend Impfstoff gegen das Coronavirus verfügen, um die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen damit versorgen zu können. Die Regierung sei vorsichtig optimistisch, dass bis dahin eine oder zwei Vakzine bereitstehen sollten, die sicher und effektiv seien, sagte Alex Azar. Alle Senioren und Mitarbeiter im Gesundheitswesen sollten die Impfung ab Januar erhalten, der Rest der Amerikaner bis April.

Tschechien schließt Geschäfte und verhängt Lockdown

Angesichts sprunghaft steigender Corona-Zahlen greift Tschechien zu drastischen Maßnahmen, die einem landesweiten Lockdown gleichkommen. Vom morgigen Donnerstagmorgen an müssen fast alle Geschäfte schließen, wie Gesundheitsminister Roman Prymula bekanntgab. Ausgenommen sind unter anderem Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Apotheken. Die Regierung hat angeordnet, dass Leute ihre Kontakte mit anderen Menschen auf die "absolut notwendige Zeit" begrenzen müssen. Erlaubt sind Spaziergänge in der freien Natur.

Die Infektionszahlen steigen in Tschechien seit Wochen dramatisch an. Am heutigen Mittwoch wurde ein neuer Höchststand bei der Zahl der täglichen Neuinfektionen vermeldet. Es kamen 11.984 bestätigte Fälle innerhalb von 24 Stunden hinzu. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg damit auf knapp 194.000. Mehr als 1.600 Menschen starben seit Beginn der Pandemie in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Der EU-Mitgliedstaat hat knapp 10,7 Millionen Einwohner. Tschechien gehört europaweit zu den Ländern mit den höchsten Infektionsraten je 100.000 Einwohner

Deutschland überschreitet kritischen Grenzwert

Nachdem bereits zahlreiche Landkreise Risikogebiete wurden, ist nun auch deutschlandweit der kritische Corona-Grenzwert überschritten worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz – die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen – gab das RKI am Mittwoch im Bundesschnitt mit 51,3 an. Am Vortag lag der Wert noch bei 48,6.

Zuletzt lagen knapp ein Drittel aller vom RKI erfassten Kreise und Städte über dem Schwellenwert (Datenstand 21.10.). Bei rund 30 Kreisen und Städten lag der Wert sogar über 100.

Zwei Drittel der NRWler leben im Risikogebiet

In Nordrhein-Westfalen wohnen inzwischen zwei Drittel der Bevölkerung in einem Corona-Risikogebiet. Rund 12 Millionen Einwohner leben in Städten oder Kreisen, die über der kritischen Schwelle von 50 Neuinfektionen liegen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervorgeht. Münster mit rund 315.300 Einwohnern war demnach die einzige größere Stadt, die mit 33 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den letzten sieben Tagen unter der Kennzahl von 50 blieb. Das bevölkerungsreichste Bundesland NRW hat knapp 18 Millionen Einwohner.

Mehrere Regionen verzeichneten sogar mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche – darunter die Millionenstadt Köln mit einem Wert von 104,5. Dunkelrot auf der RKI-Karte waren auch Duisburg, Gelsenkirchen, die Städteregion Aachen und Wuppertal. Die höchsten Werte hatten die bergische Stadt Solingen mit rund 159.250 Einwohnern und einem Wert von 137,5 sowie Herne mit 133,6 und 156 450 Einwohnern. Das gesamte Ruhrgebiet galt auch am Mittwoch weiter als Risikogebiet.

Auch zweiter Corona-Test bei Steinmeier negativ

Auch ein zweiter Corona-Test bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist negativ ausgefallen. Das teilte eine Sprecherin des Bundespräsidialamts am Mittwoch mit. Das zuständige Gesundheitsamt habe festgelegt, dass das Staatsoberhaupt noch bis zum 29. Oktober in Quarantäne bleiben müsse, hieß es weiter. Steinmeier hatte sich am Wochenende selbst in Quarantäne begeben, nachdem einer seiner Personenschützer positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Ein erster Test bei ihm fiel negativ aus.

Söder sieht mentales Problem im Kampf gegen Corona

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat zu einer "nationalen Kraftanstrengung" im Kampf gegen die Corona-Krise aufgerufen. Deutschland habe bei der Bewältigung der Pandemie derzeit kein logistisches, sondern ein "politisch-mentales" Problem, sagte Söder am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin".

"Seit Monaten wird das Thema zerredet, kleingeredet, es wird schöngeredet", sagte Söder. Es sei aber wichtig, die Pandemie wieder als Herausforderung zu verstehen. "Wir brauchen jetzt einen Gemeinschaftsakt – genauso wie bei der ersten Welle."

"Genau richtig" – Spahn äußert sich zum Lockdown in Berchtesgaden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in der Corona-Pandemie die strengen Ausgangsbeschränkungen im bayerischen Kreis Berchtesgadener Land begrüßt. "Das ist jetzt hart für die Bevölkerung in Berchtesgaden, das sind harte zwei, drei Wochen. Aber es sind eben zwei, drei Wochen, die helfen, diese Infektion auch wirklich effizient wieder unter Kontrolle zu bringen", sagte er am Dienstagabend im ZDF. "Und das ist am Ende besser als etwa mit Einreisebeschränkungen (...) dann innerdeutsch da zu agieren. Also ich finde das, was die bayerische Staatsregierung macht, genau richtig."

Die Leiterin des Genfer Universitätszentrums für neue Viruserkrankungen, Isabelle Eckerle, sagte in der Sendung mit Blick auf die Maßnahmen: "Die wären noch effektiver, wenn man sie früher ergreifen würde, aber dann ist die Akzeptanz sehr, sehr gering."

Seniorenheim in Laichingen meldet 62 Infizierte

In einem Seniorenheim in Laichingen im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg haben sich 41 Bewohner und 21 Mitarbeiter der Einrichtung mit dem Coronavirus infiziert. Vier Senioren seien in Folge der Infektion gestorben, teilte das Landratsamt Alb-Donau-Kreis am Dienstag mit.

Auch aus einem weiteren Seniorenzentrum im Landkreis waren zuvor mehrere Infektionen gemeldet worden. Der Ausbruch in den Einrichtungen schlage sich in den Infektionszahlen des Landkreises nieder: Dort liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz nach neusten Angaben aus dem Landesgesundheitsamt bei 89,8. Der Wert zeigt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich mit dem Virus anstecken.

Gesundheitsexperte Lauterbach und Ministerpräsident Bouffier befürworten lokale Shutdowns

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier rechnen in der näheren Zukunft mit weiteren regionalen Beschränkungen wie in Berchtesgaden. "Dinge wie in Berchtesgaden werden wir jetzt häufiger sehen", sagt Lauterbach den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". "Wir können nur reagieren durch lokale Shutdowns, insofern sind die auch angemessen."

Bouffier (CDU) spricht sich daher gegen die Forderung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder(CSU) aus, mehr Zuständigkeiten bei der Pandemiebekämpfung von der Landes- auf die Bundesebene zu verlagern. "Gerade die föderale Struktur der Bundesrepublik macht es möglich, zielgerichtete Maßnahmen zu ergreifen und so deren Wirksamkeit zu erhöhen", sagt Bouffier der Zeitungsgruppe in einem separaten Interview.

Mehrzahl der Ansteckungen nicht mehr nachvollziehbar

In jeder zweiten besonders von der Pandemie betroffenen Kommune in Deutschland können die Gesundheitsämter einem Medienbericht zufolge eine Mehrzahl der Ansteckungen nicht mehr auf ein Ausbruchsszenario zurückführen. Das ergab eine Umfrage der "Welt" unter den 20 Kommunen, die zu Wochenbeginn die höchste Inzidenz aufwiesen. Aus besonders betroffenen Landkreisen und Städten heiße es, das Infektionsgeschehen sei diffus. Wo sich eine Person angesteckt habe, sei oft nicht nachzuvollziehen.

Keine Maskenpflicht für Münchner Grundschüler am Sitzplatz

Grundschüler in München müssen an ihrem Sitzplatz keine Maske mehr tragen. "Grundschüler sind keine Infektionstreiber", erklärte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Dienstag. Ohne Mund-Nasen-Schutz sollen die Einschränkungen für junge Schüler so gering wie möglich gehalten werden.

Wenn eine Stadt den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschreitet, müssen eigentlich alle Schüler eine Maske im Unterricht tragen. Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) lag der Inzidenzwert für München am Dienstag bei 72,77. Die Stadt macht nun eine Ausnahme für Grundschulen und Grundstufen an Förderzentren.

Schüler ab der fünften Klasse müssen auch in München weiter eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wenn zwischen ihnen kein Abstand von mindestens 1,5 Meter eingehalten werden kann.

Großbritannien meldet mehr als 20.000 Neuinfektionen

Die britischen Behörden melden stetig steigende Zahlen: Am Dienstag lag die Zahl der Neuinfektionen bei 21.331, die Zahl der Todesfälle liegt bei 241 verstorbenen Patienten, die innerhalb der 28 Tage vor ihrem Tod positiv auf Corona getestet wurden. Premierminister Boris Johnson verkündete, dass in Manchester und Umgebung künftig die höchste Alarmstufe von Maßnahmen gelte. In der Nachbarstadt Liverpool gilt bereits die sogenannte "Tier 3".

Der Nordwesten von England ist derzeit besonders von der Corona-Pandemie betroffen. Einem Bericht des britischen Guardian zufolge können im Großraum Manchester die ersten Kliniken keine Covid-19-Patienten mehr aufnehmen. Zwölf Krankenhäuser seien bereits voll, zitierte der "Guardian" aus einem internen Dokument des staatlichen Gesundheitsdienstes National Health Service (NHS). 

Der Bürgermeister Andy Burnham forderte von Premier Boris Johnson mehr finanzielle Unterstützung für die Menschen und Firmen in der Region. Auch in Liverpool stießen einige Kliniken bereits an ihre Kapazitätsgrenzen: Dort ist dem "Guardian" zufolge viel Klinikpersonal erkrankt und in Isolation. Britische Kliniken gelten als chronisch unterfinanziert. Schon bei größeren Grippewellen stehen sie oft vor dem Kollaps. 

Während Pandemie rund 300.000 mehr Tote in den USA als gewöhnlich

Während der Pandemie sind in den USA knapp 300.000 mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der vergangenen Jahre, teilen die US-Seuchenbehörden CDC mit. Etwa zwei Drittel der zusätzlichen Todesfälle zwischen dem 26. Januar und dem 3. Oktober seien wahrscheinlich auf das Coronavirus zurückzuführen.

Die sogenannte Übersterblichkeit ist Epidemiologen zufolge die beste Möglichkeit, die tatsächliche Zahl der Toten bei einem Krankheitsausbruch zu ermitteln. Laut den CDC sind übermäßig viele Menschen mit hispanischen und afroamerikanischen Wurzeln an dem Virus gestorben. Auch in der Gruppe der 25- bis 44-Jährigen sei die Zahl der Todesfälle vergleichsweise höher gewesen als in der Vergangenheit.

Berliner Bezirksbürgermeister fordert begrenzten Corona-Lockdown

Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Pankow, Sören Benn, fordert einen zeitlich begrenzten bundesweiten Lockdown. Nirgends in Deutschland sei zu beobachten, dass die derzeitigen Maßnahmen das Infektionsgeschehen ausbremsen, begründet der Linke-Politiker seinen Vorstoß. Von einem "prophylaktischen, gezielten, zeitlich klar begrenzten Lockdown", also einem Herunterfahren des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens wie im Frühjahr, verspreche er sich mehr Erfolge.

"Wir haben im Augenblick keinen Anlass zu hoffen, dass die vielen kleinen Maßnahmen helfen", heißt es in einer schriftlichen Erklärung Benns. "Darum sollten wir das jetzt vorbereiten. Abblasen kann man es immer noch. Für viele Menschen wäre es die finale Katastrophe des Jahres 2020, wenn wir Weihnachten in einem Notlockdown festhängen."

Gericht kippt Beherbergungsbeschränkungen für Mecklenburg-Vorpommern

Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind die bislang geltenden Beherbergungsbeschränkungen für Urlaubsgäste aus Corona-Risikogebieten gerichtlich gekippt worden. Das Oberverwaltungsgericht in Greifswald gab am Dienstag den Eilanträgen von zwei Hotelbetrieben statt, die gegen die geforderten Corona-Negativtests geklagt hatten. Die Landesregierung habe keinen sachlichen Grund darlegen können, weshalb Urlaubsgäste aus Risikogebieten anders zu behandeln seien als etwa Schüler, Studenten oder Berufspendler, teilte das Gericht zur Begründung mit. 

Düsseldorf setzt Karstadt-Mitarbeiter gegen Corona ein

Mitarbeiter der Galeria Karstadt Kaufhof werden in Düsseldorf zur Corona-Nachverfolgung eingesetzt. Mit Blick auf die steigenden Fallzahlen der mit dem Coronavirus Infizierten, stärkt die Stadt das Gesundheitsamt mit 20 Stellen, die auf sechs Monate befristet sind. Mehr dazu lesen Sie hier.

Moderna: US-Notfallzulassung für Corona-Impfstoff im Dezember denkbar

Der Arzneimittelhersteller Moderna erwartet mit etwas Glück eine US-Notfallzulassung für den eigenen Corona-Impfstoff im Dezember. Die Voraussetzung dafür sei, dass Moderna im November in einer Studie positive Zwischenergebnisse erziele, führte der Vorstandsvorsitzende Stephane Bancel auf einer Veranstaltung des "Wall Street Journal" aus.

Mit einer Notfallzulassung der amerikanischen Behörde für Nahrungs- und Arzneimittel (FDA) könnten Teile der US-Bevölkerung wie zum Beispiel medizinisches Personal oder ältere Menschen, auch vor der offiziellen Zulassung geimpft werden. Am Freitag hatte bereits der US-Pharmakonzern Pfizer, der mit der deutschen Firma Biontech kooperiert, angekündigt, möglicherweise im November eine Notfallzulassung in den USA für seinen Impfstoff zu beantragen. Die Voraussetzung sei, dass die Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit bei der laufenden Erprobung positiv seien

Moderna und Pfizer/Biontech gehören zu den Firmen mit besonders aussichtsreichen Impfstoff-Kandidaten. Sie erforschen bereits in der entscheidenden Phase mit Tausenden Probanden, ob ihre Mittel tatsächlich vor einer Corona-Infektion schützen. 

Berchtesgadener Land: Zahlen im Krankenhaus steigen

Die Zahl der Covid-19-Erkrankten im Krankenhaus nimmt im Corona-Hotspot Berchtesgadener Land nach Angaben von Landrat Bernhard Kern zu. "Die Covid-Patienten werden mehr. Und das Krankenhaus in Bad Reichenhall ist natürlich gefordert", sagte der CSU-Politiker dem Bayerischen Rundfunk am Dienstag. Das sei auch der Grund für die Ausgangsbeschränkungen, die ab 14 Uhr in dem Landkreis gelten. An den Kapazitätsgrenzen sei das Krankenhaus aber nicht.

Kern hofft durch die Maßnahmen auf mehr Normalität nach den Herbstferien. "Die Herbstferien werden nicht so sein, wie wir uns das eigentlich wünschen", sagte er. Für Tourismus und Wirtschaft stellten die Maßnahmen natürlich extreme Einschnitte dar. "Mir ist das Wichtigste, dass wir die Gesundheit in den Vordergrund stellen, daher auch die Beschränkungen."

Die Menschen dürfen im Landkreis ab Dienstagnachmittag die eigene Wohnung nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Schulen, Kitas, Freizeiteinrichtungen und Restaurants müssen schließen, Veranstaltungen werden untersagt. Die Beschränkungen gelten vorerst für 14 Tage.

Iran: Corona-Totenzahlen mehr als doppelt so hoch wie angegeben

Die Zahl der Corona-Toten im Iran ist nach Angaben aus dem Krisenstab des Landes mehr als doppelt so hoch wie vom Gesundheitsministerium angegeben. "Die amtliche Statistik müsse mit 2,5 multipliziert werden, um an die realen Zahlen zu kommen", sagte Massud Mardani, Mitglied des iranischen Corona-Krisenstabs, der Nachrichtenagentur Isna am Dienstag. Nach dieser Berechnung läge die Zahl der Corona-Todesfälle bei mehr als 840 pro Tag  und nicht wie vom Gesundheitsministerium angegeben bei 337.

Auch andere Gesundheitsexperten im Iran teilen die Einschätzung Mardanis. Sie gehen davon aus, dass die offiziell angegebene Totenzahl deswegen noch relativ niedrig ist, weil es zu wenige Testmöglichkeiten gebe. Fachleute fordern daher eine umgehende Ausgangssperre in Großstädten, besonders in der Hauptstadt Teheran mit ihren 13 Millionen Einwohnern. Sonst könnte es zu kritischen Engpässen bei der medizinischen Versorgung und zu einem Mangel an Krankenhausbetten kommen. Präsident Hassan Ruhani aber ist aufgrund wirtschaftlicher Erwägungen weiterhin dagegen.

Irland führt deutlich härtere Corona-Maßnahmen ein

Irland verschärft drastisch seine Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Am kommenden Mittwoch tritt die höchste von fünf Stufen in Kraft, wie die irische Regierung am Montag mitteilte. Besucher fremder Haushalte sind dann in Innenräumen nicht mehr gestattet, Pubs und Restaurants dürfen Essen nur als Lieferservice anbieten, die Schulen sollen aber geöffnet bleiben. Die Maßnahmen sollen bis zum 1. Dezember gelten.

Nach Angaben des irischen Gesundheitsministeriums hatten sich zuletzt 1031 Personen innerhalb von 24 Stunden mit dem Corona-Virus infiziert. Insgesamt sind bislang knapp 51.000 Ansteckungen in Irland registriert worden. Das Land hat nur knapp fünf Millionen Einwohner.

WHO rechnet Mitte 2021 mit Impfstart 

Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet mit einem Start der Impfungen gegen das Coronavirus zur Jahresmitte 2021. Anfang nächsten Jahres sollten die Daten aus den abschließenden Phase-3-Studien vorliegen, sagte eine WHO-Expertin am Montag in Genf. Danach könnten die Entscheidungen zum Impfstart fallen. Die beteiligten Firmen produzierten vorsorglich bereits Millionen von Dosen. Risikogruppen könnten als erste mit einer Impfung rechnen. Die bisherigen Studienergebnisse seien durchaus ermutigend, was ihre Wirksamkeit speziell bei älteren Menschen angehe, hieß es weiter.

Bayerns Innenminister: Debatte um Grenzschließung könnte zurückkommen

Angesichts der zugespitzten Corona-Lage in Europa hält es Bayerns Innenminister Joachim Herrmann für möglich, dass man wieder über Grenzkontrollen sprechen muss. "Die Diskussion um verstärkte Grenzkontrollen könnte wieder aufflammen, falls das Infektionsgeschehen in den Nachbarländern außer Kontrolle gerät", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). "Gleichzeitig haben wir die engen wirtschaftlichen Beziehungen mit intensivem Pendelverkehr von Arbeitnehmern, etwa mit Tschechien und Österreich, im Blick." In Tschechien war die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt sprunghaft gestiegen. Auch in Österreich steigt die Zahl der Neuinfektionen wie praktisch überall in Europa.

Weltärztepräsident: Verteilung von Impfung nicht zu früh regeln

Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, rät von einer verfrühten Entscheidung ab, welche Menschen als erstes gegen Corona geimpft werden sollen. "Ich wäre dagegen, jetzt schon eine Subdifferenzierung vorzunehmen", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Dienstag. "Wichtig ist, überhaupt erst einmal Impfstoffe zur Verfügung zu haben." Wer dann als erstes geimpft werden solle, hänge auch davon ab, welches Vakzin zur Verfügung stehe, sagte Montgomery. "Da die auf unterschiedlichen pharmakologischen Prinzipien beruhen, wird es welche geben, die zum Beispiel bei älteren Menschen nicht wirken oder nicht so sicher sind wie andere."

Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Sachverständigenrats Gesundheit der Bundesregierung, Matthias Schrappe, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, er rechne damit, dass eine Impfkampagne gegen Corona mehrere Jahre dauern werde. In einer Modellrechnung seien seine Kollegen und er von 60 Millionen Menschen ausgegangen, die geimpft werden müssten, hieß es in dem Bericht. Wenn pro Arbeitstag 60.000 Impfdosen verabreicht würden, würde die Impfung aller 1000 Arbeitstage dauern. "Also etwa vier Jahre", erklärt der Mediziner.

Diese Rechnung sei aber wahrscheinlich noch zu optimistisch. Impfprogramme in der Vergangenheit – wie gegen Pocken oder Polio – hätten Jahrzehnte gedauert. "Das ist ein komplizierter gesellschaftlicher Prozess", sagte Schrappe. Schon einen Konsens zu finden, wer zuerst geimpft werde, sei schwierig. "Das können nicht Ärzte entscheiden, dass muss die Politik regeln."

Zahl der Patienten auf Intensivstationen in Frankreich steigt auf über 2.000

Nach dem massiven Anstieg der Corona-Fälle in Frankreich hat sich auch die Zahl der auf den Intensivstationen befindlichen Menschen stark erhöht. Auf 2.090 Intensivbetten liegen derzeit Corona-Patienten – 1.441 mehr als vor einer Woche, wie die Gesundheitsbehörden am Montag bekanntgaben. In den vergangenen 24 Stunden starben demnach 146 Menschen an den Folgen einer Corona-Erkrankung. Zuletzt wurden im Mai mehr als 2.000 Menschen auf Intensivstationen behandelt.

Auf dem Höhepunkt der Pandemie im April lagen mehr als 7.000 Patienten auf den Intensivstationen des Landes. Frankreich hat nach Angaben von Gesundheitsminister Olivier Véran insgesamt 5.800 Intensivbetten. Besonders angespannt ist die Situation derzeit in Paris und Umgebung. Dort stieg die Auslastung der Intensivbetten auf 50 Prozent. Frankreich ist mit mehr als 33.600 Corona-Toten eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.

Strenge Ausgangsbeschränkungen im Berchtesgadener Land

Angesichts extrem gestiegener Corona-Zahlen gelten im gesamten Landkreis Berchtesgadener Land ab diesen Dienstag um 14 Uhr strikte Ausgangsbeschränkungen. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist dann nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Das teilte Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) am Montagabend nach einer Krisensitzung mit Landratsamt und Regierung von Oberbayern mit. Dies sind bayernweit die ersten Ausgangsbeschränkungen seit mehreren Monaten. 

Zudem müssen Schulen und Kitas schließen. Es soll lediglich eine Notbetreuung geben, wie Landrat Bernhard Kern sagte. Auch Freizeiteinrichtungen aller Art sowie Restaurants dürfen nicht mehr öffnen. Ausnahmen gibt es nach Angaben von Landrat Kern unter anderem für Mitnahme-Angebote in der Gastronomie. Veranstaltungen werden untersagt, mit Ausnahme von Gottesdiensten. Hotels müssen ebenfalls schließen, außer für Übernachtungen für Geschäftsreisende. Lesen Sie hier, wie es zur Corona-Explosion kommen konnte.

Frankreichs First Lady in Quarantäne

Frankreichs Präsidentengattin Brigitte Macron hatte Kontakt mit einem Corona-Infizierten und wird deshalb nicht an der nationalen Gedenkfeier für den ermordeten Lehrer Samuel Paty an diesem Mittwoch teilnehmen. Laut Nachrichtenagentur AFP begibt sich die Frau des Staatspräsidenten für sieben Tage in Quarantäne. Die "Première Dame" hat demnach keine Symptome. Sie sei am vergangenen Donnerstag mit einem Menschen zusammengekommen, der am Montag positiv getestet wurde und Symptome der Covid-19-Krankheit zeige.

Hessen schafft Beherbergungsverbot ab

Hessen schafft das Beherbergungsverbot für Reisende aus innerdeutschen Corona-Hotspots ab. Es habe sich nicht als zielführend erwiesen, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). In Hessen galt seit Sommer ein Beherbergungsverbot. Als Gebiete mit erhöhten Infektionsgefahren gelten Regionen, in denen binnen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind.

In Baden-Württemberg und Niedersachsen zum Beispiel wurden die Verbote inzwischen in Eilverfahren gekippt. In anderen Bundesländern halten die Landesregierungen von sich aus nicht mehr daran fest. Vor dem Bundesverfassungsgericht ist derzeit eine Klage anhängig, bei der es um das Beherbergungsverbot in Schleswig-Holstein geht. Einen Überblick über die derzeitigen Regelungen in den Bundesländern finden Sie hier.

Bayern verhängt Lockdown über Berchtesgadener Land

Bayern verhängt wegen der Ausbreitung der Pandemie im Landkreis Berchtesgadener Land einen Lockdown. "Das wird das härteste Protokoll sein, das man da anwenden muss", sagte CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder. Lesen Sie hier mehr.

Arbeitsminister Heil ist in Quarantäne

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil arbeitet vorerst aus dem Homeoffice. Wie sein Ministerium mitteilte, hat die Corona-Warn-App bei dem SPD-Politiker eine Begegnung mit erhöhtem Risiko angezeigt. Immer wieder mussten sich zuletzt Spitzenpolitiker in Quarantäne begeben. Am Samstag hatte es Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier getroffen. Grund war der positive Corona-Test eines Personenschützers. Zwei Tests beim Staatsoberhaupt fiel seither negativ aus.

Sprunghafter Anstieg der Corona-Infektionen in Delmenhorst

Die Zahl der Corona-Infektionen im niedersächsischen Delmenhorst ist wieder deutlich angestiegen. Das Landesgesundheitsamt gab den Sieben-Tage-Wert der Stadt am Montagmorgen mit 223,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an (Vortag: 138,0). Demnach gab es 76 neue nachgewiesene Ansteckungen im Vergleich zum Sonntag. 

Die Stadt Delmenhorst verschärft angesichts des Ausbruchs die Schutzmaßnahmen. So werde eine Sperrstunde für die Gastronomie von 23 bis 6 Uhr erlassen, sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD). Alle öffentlichen Veranstaltungen und Gottesdienste werden demnach bis auf Weiteres abgesagt. Private Treffen werden auf zehn Personen begrenzt. Außerdem wird die Maskenpflicht in der Stadt ausgeweitet. Schulen und Kitas sollen allerdings nach den Herbstferien wieder öffnen, solange die Hygienekonzepte es zulassen. Die Infektionswelle hat nach Einschätzung der Behörden keinen eindeutigen Ursprung. Es gebe "keinen sogenannten Schwerpunkt", sagte Jahnz. "Wir bewegen uns in kleineren Zellen."

Slowenien verhängt Ausgangssperre

Slowenien verhängt im Kampf gegen die Corona-Pandemie ab Montag eine Ausgangssperre. Diese gilt von 21 Uhr abends bis 06 Uhr morgens. Das Land erklärte wegen der Ausbreitung des Virus zudem den Notstand. Er gilt ab Montag für 30 Tage.

Polen richtet Corona-Krankenhaus im Nationalstadion ein

Polen will im Warschauer Nationalstadion ein provisorisches Krankenhaus für Corona-Patienten einrichten. Das teilte ein Regierungsbeamter mit. "Wir wollen, dass die ersten 500 Betten bereits vor Ende der Woche für Patienten verfügbar sind", sagte der Kanzleichef des Premierministers, Michal Dworczyk, dem Sender Radio Zet. Das Krankenhaus, das im Konferenzraum des Stadions entstehen soll, werde auch über rund 50 Intensivpflegebetten verfügen, erklärte der Regierungsbeamte. Das Stadion war für die Fußball-Europameisterschaft 2012 gebaut worden.

Vorbereitungen für die Einrichtung von temporären Covid-19-Krankenhäusern laufen auch in anderen Regionen Polens. Das Land verzeichnete in den vergangenen Wochen einen starken Anstieg an Corona-Neuinfektionen. Am Samstag wurden mehr als 9600, am Sonntag mehr als 8500 Fälle gemeldet. Deshalb wuchs die allgemeine Sorge, ob die Kapazität des Gesundheitssystems für eine schnell wachsende Anzahl an Covid-19-Patienten ausreichen werde, die eine Krankenhausbehandlung und Intensivbetreuung brauchen. Mehrere Krankenhäuser klagten bereits über Personalmangel.

Markus Söder mit Mund-Nasen-Schutz: Der CSU-Chef möchte die Maskenpflicht in den Hotspots auf belebte Plätze, Schulen und Arbeitsplätze ausweiten. (Archivbild) (Quelle: imago images/Sven Simon)Markus Söder mit Mund-Nasen-Schutz: Der CSU-Chef möchte die Maskenpflicht in den Hotspots auf belebte Plätze, Schulen und Arbeitsplätze ausweiten. (Archivbild) (Quelle: Sven Simon/imago images)

Söder will erweiterte Maskenpflicht in allen Hotspots

CSU-Chef Markus Söder fordert eine bundesweite Maskenpflicht für Regionen mit hohen Corona-Zahlen. Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen solle eine Maskenpflicht in Schulen, auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen und auch am Arbeitsplatz gelten, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden könnten, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Schalte des CSU-Vorstands in Nürnberg.

Ärzte schlagen Alarm: Manchester gehen Betten für Covid-Patienten aus

Der Großraum Manchester in Großbritannien steht Berichten zufolge kurz vor einer Überlastung der Krankenhäuser. Das melden die britischen Tageszeitungen "Daily Mail" und "The Guardian". Dem Bericht des "Guardian" zufolge soll ein Dokument des "National Health Service" (NHS), dem staatlichen Gesundheitssystem, durchgesickert sein, das am Freitag intern herausgegeben wurde. Demnach sollen einige der insgesamt 12 Krankenhäuser in der Region bereits voll sein. Die Kliniken in den Städten Salford, Stockport und Bolton sollen ihre Belastungsgrenze erreicht haben: Dort sind keine Plätze für Covid-19-Patienten mehr frei.

Wie "The Guardian" berichtet, befürchtet der NHS dem Dokument zufolge, dass bald alle Kliniken in der Region überlastet sein könnten. Am Freitag seien bereits 82 Prozent der Intensivbetten belegt, schreiben die Experten: Das waren 211 von 257 Plätzen. Allein in den 24 Stunden, bevor das Dokument erstellt wurde, seien 110 Patienten mit bestätigten oder mutmaßlichen Covid-19-Diagnosen eingeliefert worden.

Die Nachricht dürfte den Konflikt zwischen der Stadt und dem Königreich verschärfen: Derzeit streiten Andrew Burham, Bürgermeister von Manchester, und die britische Regierung über weitere Maßnahmen in der Region. Die Staatsregierung hatten den Großraum Manchester zur Alarmstufe 3 erklärt, was einen lokalen Lockdown bedeuten würde. Bürgermeister Burham weigerte sich, die Vorgabe umzusetzen. Er verwies darauf, dass ein erneuter Lockdown nur dann möglich sei, wenn es staatliche Unterstützung für lokale Unternehmen und für Menschen gebe, die durch die Maßnahme ihr Einkommen verlören.

Italien verschärft Vorkehrungen zum Schutz vor Corona

Italien verschärft die Vorkehrungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Bars und Restaurants müssen künftig um Mitternacht schließen, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Sonntagabend in Rom. Maximal sechs Gäste dürften noch pro Tisch in den Lokalen sitzen. Ab 18.00 Uhr dürfen Speisen und Getränke lediglich am Tisch und nicht mehr stehend konsumiert werden. Zudem sollen die Möglichkeiten zur Telearbeit ausgeweitet werden.

Mit den Maßnahmen müsse ein neuer Lockdown vermieden werden, sagte Conte. Er rief die Italiener zu "maximaler Vorsicht" auf, um sich und ihre Mitmenschen vor einer Ansteckung zu schützen. Er sprach am Sonntagabend im Fernsehen von einer "kritischen Lage".

Zuvor hatte der Ministerrat einen Haushaltsgesetzentwurf in Höhe von 39 Milliarden Euro verabschiedet, um den Auswirkungen der Covid-19-Krise zu begegnen. Am Sonntag wurden in Italien 11.705 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet. Mehr als 414.000 Infektionsfälle wurden registriert, mindestens 36.543 Menschen starben nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus.

Altmaier will härter gegen Corona-Verstöße vorgehen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will härter durchgreifen lassen, wenn Corona-Auflagen nicht eingehalten werden. Die Bundesländer sollten sich hier verständigen, beispielsweise auf ein Bußgeld bei Verstößen gegen die Maskenpflicht an bestimmten Orten, sagt der CDU-Politiker in Berlin.

Frankreich meldet knapp 30.000 Neuinfektionen

Frankreich meldet knapp 30.000 Neuinfektionen. Die Fälle seien um 29.837 auf insgesamt 897.034 gestiegen, teilt das Gesundheitsministerium mit. Weitere 85 Personen seien an oder mit dem Virus gestorben. Die Gesamtzahl der Toten in Frankreich beträgt 33.477.

8.000 Soldaten sollen in Slowakei bei Corona-Tests helfen

Die Slowakei will für die geplanten Corona-Massentests in der Bevölkerung 8.000 Soldaten sowie 50.000 staatliche Angestellte einsetzen. Das entschied die Regierung in Bratislava am Sonntag. Alle verfügbaren Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleute würden für das Projekt herangezogen, sagte Verteidigungsminister Jaroslav Nad laut Nachrichtenagentur TASR nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung.

Ob die Tests freiwillig oder verpflichtend sein würden, war weiter unklar. Das Thema sei heftig diskutiert worden, sagte Ministerpräsident Igor Matovic. Damit die Massentests Erfolg haben könnten, müssten möglichst viele Menschen mitmachen, sagte Matovic weiter. Sonst drohe ein landesweiter Lockdown.

Seit Beginn der Pandemie hat die Slowakei 29.835 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Mindestens 88 Menschen sind an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Auf den ersten Blick scheint die Zahl der Corona-Toten in dem Land mit 5,4 Millionen Einwohnern zwar gering. Allerdings berücksichtigt das Land nur jene Verstorbenen, bei denen sich keine andere Todesursache nachweisen lässt.

Ausschreitungen bei Protesten in Tschechien

Bei Protesten gegen die Anti-Corona-Maßnahmen der tschechischen Regierung hat es am Sonntag in Prag Ausschreitungen gegeben. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas gegen die Demonstranten ein, fast 20 Polizisten wurden verletzt. Trotz Beschränkungen hatten sich tausende Demonstranten versammelt und nach Angaben von Prags Polizeichef Tomas Lerch die Polizisten "grundlos" angegriffen. Rund 50 Menschen seien festgenommen worden.

Unter den Demonstranten in der Altstadt, die den Rücktritt von Gesundheitsminister Roman Prymula forderten, befanden sich der Polizei zufolge zahlreiche radikale Fußballfans. Prymula warf den Demonstranten vor, mit ihrem Verhalten "hunderte Neuinfektionen" provoziert zu haben.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Tschechien war zuletzt rapide gestiegen. Am Freitag war mit 11.105 neuen Fällen ein Rekordwert binnen 24 Stunden erreicht worden. In dem EU-Mitgliedstaat mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern wurden bislang mehr als 170.000 Coronavirus-Infektionen und mehr als 1.400 Todesfälle registriert.

Besucherkonzept in Heimen soll gemeinsames Weihnachten mit Angehörigen ermöglichen

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, warnt angesichts stark ansteigender Corona-Infektionszahlen vor einer erneuten Isolation von Pflegebedürftigen. "Isolation um jeden Preis darf nicht sein", sagt Westerfellhaus den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Viele Betroffene hätten die Isolation in den Anfangsmonaten der Pandemie "als unglaublich belastend empfunden". Daher unterstütze er Regelungen, die gewährleisten, dass Pflegeheimbewohner mit ihrer Familie Weihnachten feiern können, sagt Westerfellhaus. Derzeit sei ein bundeseinheitliches Konzept in Arbeit, um Heime und ambulante Pflegedienste unter anderem mit Schnelltests zu unterstützen.

Steinmeier erneut negativ getestet – bleibt in Quarantäne

Nach der Corona-Infektion eines Personenschützers von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist das erste negative Testergebnis des Staatsoberhaupts mit einem zweiten Verfahren bestätigt worden. Das gab eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes bekannt. Bereits am Samstag hatte sie mitgeteilt, dass Steinmeier negativ auf das Coronavirus getestet worden sei. Dieses Ergebnis eines Schnelltests wurde dann durch einen sogenannten PCR-Test validiert – am Sonntag lag auch hier ein negatives Ergebnis vor. PCR-Tests sind genauer als Schnelltests.

Steinmeier bleibe in Selbstquarantäne, sagte die Sprecherin. In den kommenden Tagen soll er erneut getestet werden. Der Bundespräsident hatte sich am Samstag in Quarantäne begeben, nachdem ein Personenschützer positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Ende März hatte sich bereits Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorsorglich für knapp zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben, weil sie von einem Arzt geimpft worden war, bei dem kurz darauf eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde. In dieser Zeit hatte sie drei Corona-Tests machen lassen, die alle negativ waren. Unterbrochen hatte sie ihre Regierungsarbeit während der Zeit zu Hause nicht. Per Telefon leitete sie Kabinettssitzungen und hielt Pressekonferenzen ab.

Coronavirus hat mindestens 200.000 Menschen in Europa getötet

In der EU und ihren wichtigsten europäischen Partnerstaaten sind mittlerweile mehr als 200.000 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Wie am Sonntag aus den täglich aktualisierten Zahlen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hervorging, gab es im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) einschließlich Großbritannien bei nunmehr knapp 4,8 Millionen bestätigten Corona-Infektionen bislang 200.587 gemeldete Todesfälle.

Die meisten der Toten wurden im Vereinigten Königreich (43.579), in Italien (36.474), Spanien (33.775), Frankreich (33.392), Belgien (10.392) und Deutschland (9777) registriert. Unter den 15 Ländern des Raums mit den meisten Gesamtinfektionen hat Deutschland auf die Bevölkerung gemessen in den vergangenen 14 Tagen gemeinsam mit Schweden die mit Abstand niedrigsten Infektionszahlen und Todesraten.

Zum EWR zählen neben den 27 EU-Staaten außerdem Norwegen, Island und Liechtenstein, das ECDC schließt auch das frühere EU-Mitglied Großbritannien mit ein. Nicht eingerechnet in diesen Werten ist somit die Schweiz, die laut dem in Stockholm ansässigen Zentrum bei mehr als 74.000 Infektionen auf 1822 Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 kommt. Die Zahlen des ECDC unterscheiden sich zudem von denen der WHO Europa, die zur europäischen Region 53 Länder zählt, darunter auch Russland und die Ukraine. Die WHO hat bis Sonntag rund 7,8 Millionen Infektionen in dieser Region sowie knapp 255.000 damit in Verbindung stehende Todesfälle erfasst.

Parlament in Rom wird zum Corona-Hotspot

Im Abgeordnetenhaus in Rom häufen sich die Corona-Fälle. Nach einer Zählung der Zeitung "Il Messaggero" wurden bis Samstag 20 Parlamentarier und Parlamentarierinnen der größeren der zwei Kammern in Rom positiv auf das Virus getestet. Hinzu kommen Medienberichten zufolge weitere Personen, die vorsorglich in Quarantäne sind.

Zeitungen schrieben am Sonntag unter Berufung auf Abgeordnete, dass es in der kommenden Woche keine Abstimmungen in der Kammer geben solle. Trotzdem gehe die politische Arbeit mit Debatten und Ausschusstagungen weiter, hieß es am Sonntag.

Italien mit seinen rund 60 Millionen Einwohnern registrierte am Samstag fast 11.000 Neuinfektionen mit Corona innerhalb von 24 Stunden. Die Regierung wollte noch am Sonntagabend weitere Verschärfungen im Kampf gegen die Viruskrankheit verkünden.

54.000 Neuinfizierte in den USA – mehr als 700 Tote an einem Tag

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den USA ist einer Reuters-Zählung zufolge um mindestens 54.413 Fälle auf 8,13 Millionen gestiegen. Mindestens 722 weitere Menschen starben danach an oder mit dem Virus. Die Gesamtzahl der Toten liegt damit bei 219.355.

Polizei schlägt Alarm: Stimmung wird immer aggressiver

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Corona bestimmt auch am Wochenende die Tagespolitik. Shutdowns erscheinen wieder möglich, Merkel und Co. appellieren an die Bevölkerung. Das findet nicht nur Unterstützer. Mehr dazu lesen Sie hier.

Frankreich, Tschechien und Niederlande melden Rekord-Infektionszahlen

Binnen eines Tages haben die Gesundheitsbehörden in Frankreich 32.427 neue Fälle registriert. Dies ist die höchste Zahl in dem Land seit dem Beginn der Pandemie. Tschechien meldete 11.105 positive Tests innerhalb von 24 Stunden, ebenfalls Rekord. Das Land weist mit über 770 Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen das derzeit höchste Wachstum in Europa auf. Die Niederlande zählten 8.114 neue Infektionen innerhalb eines Tages, was auch einen neuen Höchstwert bedeutete

Corona völlig unterschätzt – rächt sich das jetzt für die Niederländer?

Viele Niederländer haben die Corona-Krise bislang nicht ernst genommen, staatliche Vorgaben hat es kaum gegeben. Jetzt trifft die zweite Welle das Land mit voller Wucht – und das Gesundheitssystem versagt. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Tschechische Armee baut Feldlazarett in Prag

Die tschechische Armee hat mit den Vorbereitungen für den Aufbau eines Feldkrankenhauses auf dem Prager Messegelände begonnen. Im rund 100 Kilometer entfernten Hradec Kralove (Königgrätz) wurden am Samstag die ersten Container mit medizinischem Gerät verladen, wie das Verteidigungsministerium bekanntgab. Der Konvoi soll sich am Montag auf den Weg in die Hauptstadt machen. "Der Kampf gegen die Pandemie ist jetzt nicht nur für die Armee die Aufgabe Nummer eins", sagte Verteidigungsminister Lubomir Metnar.

Das Feldkrankenhaus soll im Fall einer Überlastung der Krankenhäuser mit Corona-Patienten als Reservekapazität zur Verfügung stehen. Es hat einen voll ausgerüsteten Operationssaal, eine Intensivstation, ein Labor und Röntgengeräte. Insgesamt sollen knapp 500 Betten zur Verfügung stehen.

Tschechien kämpft mit rapide steigenden Ansteckungszahlen. Am Freitag kamen 11.105 bestätigte Corona-Fälle hinzu. Damit wurde erstmals die Schwelle von 10.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden überschritten. Nach Angaben der EU-Agentur ECDC steckten sich in Tschechien innerhalb von 14 Tagen im Schnitt 770,5 Menschen je 100.000 Einwohner an. Das war der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

Bericht: Nur noch fünf Personen sollen sich in Berlin treffen dürfen

Im Kampf gegen die rasante Ausbreitung des Coronavirus plant der Berliner Senat laut "Tagesspiegel" eine drastische Verschärfung der Kontaktbeschränkungen. Das gehe aus dem finalen Entwurf der neuen Infektionsschutzverordnung vor, berichtet die Zeitung. So sieht der Entwurf vor, dass sich ab nächster Woche maximal fünf Personen gemeinsam im öffentlichen Raum aufhalten dürfen – oder mehrere Angehörige zweier Haushalte. Ausgenommen davon seien sportliche Aktivitäten. Bislang galt die Fünf-Personen-Begrenzung zeitlich zwischen 23 Uhr bis 6 Uhr.

Zudem solle eine Maskenpflicht auf Märkten und anderen belebten öffentlichen Plätzen eingeführt werden. Beschlossen ist das aber noch nicht, die neuen Regeln stehen am Dienstag auf der Agenda.

Auf Anfrage äußerten sich dazu am Samstag weder die Senatskanzlei noch die Gesundheitsverwaltung. Hintergrund sind die rasant steigenden Fallzahlen in der Hauptstadt. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner stieg in den vergangenen sieben Tagen auf 83,2 (Stand Freitagabend). Damit liegt Berlin weiter deutlich über dem kritischen Schwellenwert von 50.

Mecklenburg-Vorpommern hebt Quarantäne für Touristen auf

Mecklenburg-Vorpommern gibt seinen harten Kurs beim Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Risikogebieten auf. Nach wochenlangem Streit und wenige Tage vor einem dazu erwarteten Gerichtsurteil einigten sich Landesregierung und Tourismusbranche am Samstag darauf, dass für Urlaub im Nordosten von Mittwoch an ein aktueller negativer Corona-Test ausreicht. Die bislang geforderte mehrtägige Quarantäne und ein folgender zweiter Test entfallen somit.

Saarland: Corona-Fall auf Hochzeitsfeier – 230 Gäste in Quarantäne

Im Saarland hat ein Corona-Fall auf einer Hochzeit große Folgen: Bei der Feier in Großrosseln-Karlsbrunn am 10. Oktober wurde ein Gast positiv auf Covid-19 getestet. Nun müssen die 230 Teilnehmer der Hochzeit müssen nun bis zum 25. Oktober in Quarantäne, wie die zuständigen Behörden mitteilten. 

Viele Länder melden extrem hohe Zahl an Corona-Infizierten

Weltweit schlägt das Coronavirus wieder mit voller Wucht zu. Nicht nur in Deutschland wurden hohe Zahlen gemeldet. Mehr dazu lesen Sie hier. So verzeichnet die Ukraine eine Rekordzahl von 6.410 Corona-Neuinfektionen. 109 Patienten seien in den vergangenen 24 Stunden verstorben, teilt der Nationale Sicherheitsrat mit. Auch dies ist ein Höchstwert. Mit 5.992 Neuinfektionen hatte die Ukraine bereits am Freitag einen neuen Rekord gemeldet. Insgesamt verzeichnet das Land 293.641 bestätigte Ansteckungen und 5.517 Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie.

In den USA steigt die Zahl der Infizierten nach Reuters-Zählung um mindestens 69.478 auf 8,08 Millionen an. Mindestens 899 Menschen sind demnach nach einer Ansteckung gestorben. Insgesamt sind 218.633 Menschen dem Virus erlegen.

In Brasilien ist die Zahl der Corona-Toten nach Angaben des Gesundheitsministeriums binnen 24 Stunden um 754 auf 153.214 gestiegen. Die Zahl der bestätigten Infektionen klettert demnach um 30.914 auf 5,2 Millionen.

Podcast: Zu viele leben ihr normales Leben weiter!

Die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern gehen nicht weit genug. Aber jeder Bürger muss endlich auch selbst Verantwortung übernehmen. | Den Tagesanbruch am Wochenende können Sie hier hören.

Nach heftiger Kritik: Royals brechen Urlaub ab

Das eigene Land befindet sich im Corona-Lockdown, doch ihr König Willem-Alexander und seine Familie machten Urlaub in Griechenland. Nach heftiger Kritik brachen die niederländischen Royals den Trip ab. Mehr dazu lesen Sie hier.

Auch Gericht in Brandenburg kassiert Beherbergungsverbot

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat das Beherbergungsverbot in Brandenburg für Gäste aus Corona-Hotspots vorläufig gestoppt. Das Gericht habe zwei Eilanträgen stattgegeben, teilte es am Freitagabend mit.

Spahn: Beherbergungsverbote werden kippen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass das umstrittene Beherbergungsverbot bald annähernd flächendeckend vom Tisch ist. "Ich habe den Eindruck, wir kommen zu einer Einheitlichkeit, die bedeutet, so gut wie kein Beherbergungsverbot mehr in Deutschland", sagte er am Freitag in Berlin.

Gerichte hatten zuletzt die Regelung in einigen Bundesländern aufgehoben. Zudem haben immer mehr Bundesländer, zuletzt Bayern und Hessen, angekündigt, sie auslaufen zu lassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten bei ihren Beratungen am Mittwoch in Berlin keine Einigkeit zu den Beherbergungsverboten erzielen können und einen Beschluss bis nach den Herbstferien vertagt.

Nürnberg überschreitet Warnschwelle bei Corona

Mit Nürnberg hat nach Augsburg und München nun auch die dritte bayerische Großstadt die Warnschwelle von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz sei am Freitag auf 51,9 gestiegen, teilte das städtische Gesundheitsamt mit. Insgesamt zählt Nürnberg bisher 2.577 Infektionen, das sind 63 mehr als am Vortag. 398 Menschen befänden sich aktuell in Quarantäne. Die Zahl der in Zusammenhang mit Covid-19 Verstorbenen in Nürnberg beträgt 58. Auf den Intensivstationen der Nürnberger Krankenhäuser werden den Angaben zufolge derzeit sechs Patienten beatmet. 28 an Covid-19 Erkrankte würden auf Normalstationen behandelt.

Mehr als 15.000 Menschen in Spanien neu infiziert

In Spanien sind am Freitag 15.186 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden, so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Allerdings sind die Zahlen nur bedingt mit denen vom Frühjahr vergleichbar, weil inzwischen viel mehr getestet wird. Der Prozentsatz der positiv getesteten Personen ist mit über 11 Prozent hoch, wie das Gesundheitsministerium in Madrid weiter mitteilte. In Deutschland liegt er bei etwa 2,5 Prozent.

Auch bei den Todesfällen mit Covid-19 gab es einen starken Anstieg. Am Donnerstag waren es 140, am Freitag schon 222. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde mit gut 133 angegeben. In Deutschland sind es derzeit 37.

Belgien beschließt Teil-Lockdown

In Belgien sollen wegen der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen alle Restaurants und Gaststätten für vier Wochen schließen. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga am Freitagabend unter Berufung auf Informationen aus einem Krisentreffen von Vertretern der Zentralregierung und der Gemeinschaften und Regionen. Zudem soll es täglich von Mitternacht bis 5 Uhr morgens landesweit eine Ausgangssperre geben.

Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Die Behörden des Elf-Millionen-Einwohner-Landes meldeten zuletzt im Sieben-Tages-Schnitt knapp 6.000 registrierte Fälle innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen 14 Tagen wurden nach aktuellen Zahlen rund 550 Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet.

Größere Demo in Dortmund trotz kritischer Corona-Zahlen

Die Initiative "Querdenken" will am Sonntag in Dortmund gegen die Corona-Auflagen demonstrieren. Es seien bis zu 3.000 Teilnehmer für eine Kundgebung und einen Demo-Zug durch die Innenstadt angemeldet, berichtete die Polizei in Dortmund. In der Stadt ist die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten. Von allen Teilnehmern werde umso mehr die strikte Einhaltung aller Hygiene- und Infektionsschutzregeln erwartet, betonte die Polizei.

Der Aufzug solle in Kleingruppen mit maximal fünf Personen stattfinden. Mindestabstände müssten eingehalten werden, Mund-Nasen-Bedeckung sei zwingend. Das Versammlungsgeschehen soll laut Polizei auch aus der Luft beobachtet werden. Bei einem gesundheitsgefährdenden Verhalten werde man konsequent einschreiten.

NRW führt Sperrstunde ein

In Nordrhein-Westfalen wird für die Gastronomie in allen Kommunen mit hohen Corona-Neuinfektionszahlen eine verpflichtende Sperrstunde zwischen 23 Uhr und 6 Uhr eingeführt. Das hat das Landeskabinett am Freitag in Düsseldorf beschlossen. Die Sperrstunde gilt in Kommunen mit 50 oder mehr Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb sieben Tagen, wie Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mitteilte. Damit setzt das Land eine Bund-Länder-Vereinbarung um. Die Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten sich am Mittwoch darauf geeinigt, bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen eine Sperrstunde um 23 Uhr für die Gastronomie zu verhängen.

Maskenpflicht in Baden-Württemberg auch im Unterricht

Angesichts stark steigender Infektionszahlen in Baden-Württemberg wird die Maskenpflicht dort an weiterführenden Schulen ab kommender Woche auch auf den Unterricht ausgeweitet. "Die Erweiterung der Maskenpflicht ab Klasse 5 auf den Unterricht gilt ab einer landesweiten 7-Tages-Inzidenz von über 35", teilte eine Sprecherin des Kultusministeriums mit. "Wir werden heute die Schulen darüber informieren, dass dies dann ab kommenden Montag zu beachten ist."

Bislang gilt die Maskenpflicht ab Klasse fünf und an weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg lediglich auf sogenannten Begegnungsflächen wie Schulfluren, Aula und Toiletten. Am Donnerstag lag die Inzidenz im Südwesten bei 38 Neuinfektionen pro 100. 000 Einwohner innerhalb einer Woche. In Stuttgart war dieser Wert mit 82,9 am höchsten. 

Die Maskenpflicht im Unterricht sei in dem im September eingeführten dreistufigen Alarm-System der Landesregierung im Kampf gegen eine zweite Welle für die kritische Phase vorgesehen worden, sagte die Sprecherin des Ministeriums. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte am Freitag an, dass die Bürger damit rechnen müssten, dass spätestens am Montag die dritte Pandemiestufe ausgerufen werde.

Giffey: Kitas sind keine Treiber in der Pandemie

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sieht Kitas nicht als Treiber des Corona-Infektionsgeschehens in Deutschland. "Kitas sind keine Infektionsherde, Kinder sind keine Infektionstreiber", sagte sie am Freitag in Berlin. Der Regelbetrieb in den Einrichtungen nach den flächendeckenden Schließungen im Frühjahr sei bisher gut verlaufen.

Giffey verwies auf Daten aus der laufenden "Corona-Kita-Studie" des Robert-Koch-Instituts und des Deutschen Jugendinstituts. Sie stützt sich unter anderem auf wöchentliche Meldungen von mehr als 12.000 Kitas und anderen Einrichtungen der Kindertagesbetreuung in Deutschland.

Der Studie zufolge liegt die Rate der infektionsbedingten Schließungen seit der Rückkehr zum Regelbetrieb "durchgehend" unter einem Prozent. Giffey bezeichnete dies als "sehr gut". Seit Beginn des neuen Kita-Jahres im August und bis einschließlich vergangener Woche wurden laut der Studie wöchentlich etwa sechs Corona-Ausbrüche in den mehr als 56.000 deutschen Kitas registriert.

Umfrage: Furcht vor Ansteckung wächst

Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus hat laut einer Umfrage zugenommen. 43 Prozent der Menschen in Deutschland haben "sehr große" oder "eher große Angst"; im Juli waren es 40 Prozent gewesen. Knapp die Hälfte der Befragten gab an, keine Angst zu haben. Das geht aus dem aktuellen YouGov-Covid-19-Tracker hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde.

72 Prozent glauben zudem, dass die Corona-Lage in Deutschland derzeit schlimmer wird. Auch die globale Krise sehen die meisten noch nicht beendet. 75 Prozent der Befragten glauben an eine Verschlechterung; Ende Juli waren es 66 Prozent gewesen.

Bericht: Hoffnungen in Großbritannien auf Impfstoff im Dezember

In Großbritannien wächst nach einem Bericht des medizinischen Online-Fachmagazins "Pulse" die Zuversicht, schon im Dezember einen Impfstoff anwenden zu können. Dies werde derzeit zwischen dem Nationalen Gesundheitsdienst und dem britischen Ärzteverband erörtert, berichtet "Pulse". Eine Person habe die Chance für die Verfügbarkeit eines Impfstoffs im Dezember mit 50 zu 50 bewertet.

Zahl der Corona-Fälle in Schweizergarde gestiegen

Im Vatikan sind sieben weitere Mitglieder der päpstlichen Schweizergarde positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit stieg die Zahl der nachweislich infizierten Gardisten auf elf, wie die Schweizergarde am Donnerstag mitteilte. Alle Infizierten seien isoliert worden, hieß es in der Mitteilung weiter. Die bunt uniformierten Wachen schützen Papst Franziskus und seine Residenz.

Ein größerer Corona-Ausbruch unter den Gardisten könnte daher auch für den Papst gefährlich werden, der mit seinen 83 Jahren zur Risikogruppe gehört. Dem Argentinier war im Alter von 21 Jahren wegen einer schweren Pneumonie ein Teil der rechten Lunge entfernt worden. Er gilt aber für sein Alter als relativ gesund.

Die katholische Medienplattform "Vatican News" hatte Anfang Oktober berichtet, dass die Gardisten wegen Corona zur "Vorsicht im Umgang mit dem Papst" aufgefordert worden seien. Mundschutz und Abstand seien geboten. Allerdings erzählte ein junger Mann, der zu seiner Rekrutenvereidigung (4. Oktober) interviewt wurde, dass Franziskus ihm auch schon die Hand gedrückt habe.

Bericht: Remdesivir laut Weltgesundheitsorganisation wirkungslos

Das Medikament Remdesivir des US-Konzerns Gilead Sciences hat nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO keinen substanziellen Einfluss auf die Heilung von Covid-19-Patienten. Das berichtete die "Financial Times" am Donnerstag. Dies sei das Resultat einer klinischen Studie. Die WHO wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies darauf, dass die Ergebnisse der Studie noch nicht öffentlich seien.

Unter anderem US-Präsident Donald Trump war nach seiner Ansteckung mit dem Coronavirus mit Remdesivir behandelt worden. Nach einer Anfang diesen Monats veröffentlichten US-Studie verkürzt Remdesivir die Genesung von Covid-19-Patienten im fünf Tage im Vergleich zu Erkrankten, die die Arznei nicht bekommen haben. 

EU-Länder wollen bei Corona-Bekämpfung enger zusammenarbeiten

Angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen in ganz Europa haben die Staats- und Regierungschefs der EU eine intensivere Zusammenarbeit bei der Pandemiebekämpfung vereinbart. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Nacht zu Freitag nach dem ersten Tag des EU-Gipfels in Brüssel. Hier lesen Sie mehr.

Zahl der Corona-Infektionen in Israel übersteigt Marke von 300.000

In Israel haben sich seit dem Ausbruch der Pandemie mehr als 300.000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden am Donnerstagabend 300.201 Infektionen registriert. Mehr als 200 000 Fälle waren in dem Land am 23. September und mehr als 100.000 Fälle am 21. August ausgewiesen worden.

Israel hat rund neun Millionen Einwohner. In Deutschland, das etwa neunmal so viele Einwohner hat, wurden zuletzt insgesamt 34.223 Infektionen registriert. In Israel starben bislang 2.127 Menschen in Verbindung mit einer Corona-Infektion, in Deutschland 9.710.

Immer mehr US-Bundesstaaten verzeichnen Höchststände bei Infektionen

Neun weitere US-Bundesstaaten verzeichnen Höchststände bei den Neuinfektionen. Wisconsin etwa meldet 3.747 bestätigte Fälle binnen 24 Stunden. In einigen Gegenden des Bundesstaats sind nach Angaben der Behörden nur noch zehn Prozent der Intensivbetten in Kliniken frei. "Wir befinden uns an einem sehr kritischen Punkt", erklärt Gouverneur Tony Evers.

Gericht in Schleswig lehnt Eilantrag gegen Beherbergungsverbot ab

Das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht hat einen Eilantrag gegen das Beherbergungsverbot in dem Bundesland abgelehnt. Eine Familie aus dem Kreis Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen), die ab Freitag auf Sylt Urlaub machen wollte, hatte den Antrag gestellt, wie das Gericht am Donnerstagabend mitteilte. Hier lesen Sie mehr.

45 Corona-Fälle bei Tiefkühlkost-Firma in Bobenheim-Roxheim

45 Mitarbeiter einer Tiefkühlkost-Firma in Bobenheim-Roxheim (Rhein-Pfalz-Kreis) haben sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Nachdem es Einzelfälle in der Belegschaft der Firma Rheintal Tiefkühlkost, einer Niederlassung der Frosta AG, gegeben hatte, seien alle 165 Angestellten des Unternehmens getestet worden, teilte die Verwaltung des Kreises am Donnerstag mit.

Ziel war es laut der Mitteilung, alle Beschäftigten zu testen und die Infektionsketten durch entsprechende Maßnahmen konsequent zu unterbrechen. Kontaktpersonen der Kategorie I würden in Quarantäne versetzt werden. Das Unternehmen habe seine Präventionsmaßnahmen weiter verschärft. Der Betrieb musste daher nicht eingestellt werden, wie es weiter hieß.

Niederlande und Frankreich als Risikogebiete eingestuft

Die Bundesregierung hat die ganzen Niederlande und das gesamte französische Festland und erstmals auch Regionen in Italien und Polen mit Wirkung ab dem kommenden Samstag zu Corona-Risikogebieten erklärt. In Frankreich ist der europäische Teil des Landes komplett betroffen. Von den fünf Übersee-Departements nur noch die Insel Mayotte im Indischen Ozean "risikofrei". Außerdem werden dann Malta und die Slowakei komplett sowie einzelne Regionen in neun weiteren EU-Ländern auf die Risikoliste gesetzt, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstag auf seiner Internetseite mitteilte.

Unicef: Drei Milliarden können sich Zuhause die Hände nicht waschen

Etwa drei Milliarden Menschen können sich nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef Zuhause nicht angemessen die Hände waschen. Damit würden Menschen auf der ganzen Welt einem erhöhten Risiko für das Coronavirus und andere Infektionskrankheiten ausgesetzt, teilte die Organisation am Donnerstag mit. Besonders schlecht stünden weniger entwickelte Länder da: Dort hätten fast drei Viertel der Menschen Zuhause keinen geeigneten Zugang zu Wasser und Seife. In städtischen Regionen im Afrika südlich der Sahara könnten sich 63 Prozent nicht angemessen die Hände reinigen.

Auswärtiges Amt weist weitere Risikogebiete in etlichen Staaten aus

Das Auswärtige Amt weist in etlichen Staaten weitere Risikogebiete aus und rät wegen hoher Infektionszahlen von nicht notwendigen touristischen Reisen dorthin ab. Dies gilt ab 17. Oktober zum Beispiel für ganz Frankreich, die gesamten Niederlande, Malta und die Slowakei. In Italien wird von Reisen nach Kampanien und Ligurien abgeraten. In der Schweiz kommen zu den Kantonen Genf und Waadt nun auch Fribourg, Jura, Neuchâtel, Nidwalden, Schwyz, Uri, Zürich und Zug hinzu. Betroffen sind unter anderem auch Regionen in Polen, Slowenien, Ungarn, Großbritannien, Irland und Portugal.

Geburtstagsparty bei New York wird Superspreader-Event

Nach einer Geburtstagsfeier eines Teenagers im US-Bundesstaat New York sind mindestens 37 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Dutzende Menschen von der 'Sweet-16-Party' sind erkrankt", sagte Gouverneur Andrew Cuomo. "Das zeigt, wie ein Event so viele Fälle erzeugen kann". Mehr als 80 Menschen hätten an der Feier teilgenommen, die Ende September von einem Partyveranstalter auf der Halbinsel Long Island vor New York City organisiert worden sei.

Dabei ist die Teilnehmerzahl bei solchen Events in der Region aufgrund von Corona-Auflagen derzeit auf 50 beschränkt. Mehr als 270 Menschen mussten den Angaben nach im Zusammenhang mit der Party in Quarantäne, darunter zahlreiche Jugendliche aus umliegenden Schulen. Eine davon habe sogar vorübergehend geschlossen werden müssen.

Auch der Veranstaltungsort machte Medienberichten zufolge vorübergehend dicht. Gegen die Besitzer werde wegen Verstoßes gegen örtliche Corona-Maßnahmen eine Strafe von umgerechnet etwa 10.200 Euro verhängt, schrieb die "New York Times". Die Besitzer sagten dem Sender CBS, ihnen sei nicht bewusst gewesen, dass auch das Personal in die begrenzte Teilnehmerzahl miteingerechnet werden müsse.

Von der Leyen will einheitliche EU-Regeln für Tests und Quarantäne

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat die EU-Staaten zu weiterer Koordinierung der Corona-Maßnahmen aufgerufen. Die Corona-Lage werde mehr und mehr besorgniserregend, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag zu Beginn des EU-Gipfels in Brüssel. Die EU-Staaten hätten sich zwar in dieser Woche auf eine Ampel-Karte verständigt, auf der Regionen je nach Infektionslage farblich markiert werden. Aber ihrer Meinung nach sollte es darüber hinaus eine Einigung auf die Länge einer Quarantäne sowie auf die Notwendigkeit von Tests geben. "Ich rufe alle Beteiligten dazu auf, dass wir hier ebenfalls eine Einigung finden. Das ist wichtig."

Kritik an Tübinger Corona-Kontrollen – Palmer wiegelt ab

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat sich über Kritik an neuen Corona-Kontrollen verärgert gezeigt, von denen Menschen mit Corona-Warn-App ausgenommen sind. In der baden-württembergischen Stadt darf das Ordnungsamt seit vergangener Woche an öffentlichen Plätzen Personalien von Gruppen mit mehr als zehn Personen aufnehmen, die die App nicht auf dem Handy haben. Baden-Württembergs Datenschutzbeauftragter Stefan Brink hält das Vorgehen für falsch. Die Freiwilligkeit müsse bei der App bewahrt werden. Druck durch Vergünstigung dürfe nicht entstehen.

"Bisher sind alle benachteiligt, die in einem Café oder Restaurant einkehren und ihre Daten hinterlassen müssen, während alle, die stattdessen Take-away konsumieren, das nicht müssen", so Boris Palmer. Für das Coronavirus mache es keinen Unterschied. Es sei ein völlig falsches Signal, wenn der Datenschutz sich gegen den Corona-Schutz stelle, obwohl die App viel mehr Datensicherheit gewährleiste als die herkömmliche Aufzeichnung auf Papier.

"Kluge Datenschützer würden fordern, die altmodische Papierverarbeitung möglichst vollständig durch die Corona-Warn-App zu ersetzen." Palmer gilt als strenger Verfechter der Corona-Warn-App und fordert schon lange ein Pflicht zur App. Das ist aber datenschutzrechtlich unzulässig.

Portugal ruft wegen Corona Katastrophenfall aus

Das bisher relativ gut durch die Krise gekommene Portugal hat am Mittwoch wegen auch dort stark steigender Infektionszahlen den landesweiten Katastrophenfall ausgerufen. Die Anordnung gelte zunächst ab Donnerstag für 15 Tage und ermögliche es der Regierung, bei Bedarf Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und andere einschneidende Maßnahmen zu durchzusetzen, sagte Regierungschef António Costa nach einem Treffen mit seinem Kabinett in Lissabon, wie die Regierung mitteilte.

So sollen sich in der Öffentlichkeit nur noch maximal fünf Menschen versammeln dürfen, bei privaten Feiern solle die Höchstzahl der Teilnehmer auf 50 reduziert werden, außerhalb der eigenen Wohnung sollten Masken obligatorisch und bei der Arbeit und in Schulen solle die Corona-Warn-APP "Stay Away" (Halte Abstand) Vorschrift werden. Das Parlament muss den Maßnahmen noch zustimmen.

Die Lage sei "ernst", warnte Costa. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden stieg am Mittwoch in dem Land mit 10,3 Millionen Einwohnern auf 2.072, das war der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Die Gesamtzahl der Fälle kletterte den amtlichen Angaben zufolge auf mehr als 91 000. Die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 starben, stieg um 7 auf 2117.

Kroatien und Slowenien verzeichnen Corona-Rekorde

Die EU-Länder Kroatien und Slowenien haben am Mittwoch jeweils Rekordwerte an neuen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. In den vergangenen 24 Stunden sei in Kroatien bei 748 Menschen Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, teilte der Krisenstab in der Hauptstadt Zagreb mit. Die bisher höchste Zahl von 542 Neuinfizierten war im 4,2-Millionen-Einwohner-Land am 8. Oktober registriert worden.

Vier Menschen starben demnach in den letzte 24 Stunden in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Seit Beginn der Pandemie im letzten Februar haben sich in Kroatien nachweislich 21 741 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. 334 Patienten starben mit dem Virus.

Im benachbarten Slowenien, einem Land mit 2,1 Millionen Einwohnern, meldeten die Behörden am Mittwoch 707 Neuansteckungen mit dem Coronavirus. Die bisher höchste Zahl war am 10. Oktober mit 411 neuen Fällen registriert worden. Seit Beginn der Pandemie im März wurde bei 9 938 Menschen das Coronavirus nachgewiesen. 175 Patienten starben an den Folgen der Infektion, zwei von ihnen in den letzten 24 Stunden.

Bericht: Irland verbietet Hausbesuche im ganzen Land

Die irische Regierung will Hausbesuche im ganzen Land verbieten. Ausnahmen würden nur in dringenden Fällen wie etwa Kinderbetreuung gewährt, berichtet der Sender RTE.

20 Corona-Infizierte nach illegaler "Oktoberfest"-Party

Nach einer illegalen Party mit bis zu 150 Gästen im niederbayerischen Bodenkirchen sind 20 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zu der als "Oktoberfest" deklarierten Party auf einem Bauernhof hatten drei Geschwister eingeladen. Bei Fassbier und Live-Musik feierten am 3. Oktober mindestens 120, womöglich gar 150 Menschen.

Das Gesundheitsamt erfuhr erst am Dienstag von dem Fest, konnte aber bereits 20 Infektionen bestätigen. "Bekannt ist derzeit, dass sich unter anderem eine Hausärztin aus der Region mit dem Covid-19-Virus infiziert hat - sie war von Teilnehmern an der nicht genehmigten Party in Bodenkirchen für Corona-Tests aufgesucht worden."

Das Landratsamt hat ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen die drei Veranstalter der Feier eingeleitet, die der Behörde zufolge zunächst Druck auf die Gäste ausgeübt hatten, um so einen "Mantel des Schweigens" auszubreiten.

Großbritannien meldet fast 20.000 Neuinfektionen an einem Tag

Knapp 20.000 Menschen in Großbritannien haben sich innerhalb von 24 Stunden nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das entspricht einem Anstieg von etwa 2.500 im Vergleich zum Vortag. 137 Menschen sind an einer Covid-19-Erkrankung gestorben, wie die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mitteilten.

Besonders stark betroffen von der Pandemie sind der Norden Englands, Nordirland, Schottland und Teile von Wales. Die tatsächliche Zahl der Neuinfektionen dürfte aber noch höher liegen, da nicht genügend Tests zur Verfügung stehen.

Frankreich führt Gesundheitsnotstand wieder ein

Im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen wird in Frankreich der Gesundheitsnotstand von diesem Samstag an wieder eingeführt. Das teilte die Regierung am Mittwoch in Paris nach einer Kabinettssitzung mit. Der Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich bietet einen rechtlichen Rahmen für Beschränkungen, zu denen in letzter Konsequenz auch Ausgangssperren gehören können. Hier lesen Sie mehr.

Bericht zu Corona-Gipfel: SPD verärgert über Kanzlerin

In Berlin berät Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder über neue Corona-Regeln. Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung ist die SPD sauer, weil sich die unionsgeführten Länder bereits "gestern Abend mit Merkel beraten" hätten. Die SPD-Länderchefs hätten "erst heute kurz vor der Sitzung die Vorlage bekommen", berichtet das Blatt unter Berufung auf Beteiligte des Gipfels. Die Kanzlerin habe der SPD-Seite "vorher keinerlei Details zu den Vorschlägen der Beschlussvorlage gegeben. Wir möchten uns deshalb beraten können."

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder sind am Mittwochnachmittag in Berlin zusammengekommen, um angesichts steigender Infektionszahlen über weiter Corona-Maßnahmen zu beraten. Zuvor wurde bereits ein Beschlussentwurf bekannt, wonach sich der Bund dafür einsetzt, dass für Bewohner von Regionen mit hohen Corona-Infektionszahlen neue Beschränkungen gelten sollen. Seit 14 Uhr wird beraten.

Italien meldet mehr als 7.000 Neuinfektionen und damit Höchststand

Italien verzeichnet nach Angaben des Gesundheitsministeriums 7.332 Neuinfektionen, so viele wie noch nie binnen 24 Stunden. Das ist auch ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Dienstag, als 5.901 neue Corona-Fälle gemeldet wurden. Die Behörden meldeten zudem 43 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Notaufnahmen in Niederlande zeitweise geschlossen

Durch die Verbreitung des Coronavirus ist die Gesundheitsversorgung in den Niederlanden gefährdet. In Amsterdam, Rotterdam und Den Haag mussten die Notaufnahmen von Krankenhäusern bereits zeitweilig geschlossen werden, wie der Leiter des Netzwerkes Akute medizinische Versorgung, Ernst Kuipers, am Mittwoch dem Parlament in Den Haag mitteilte. Weil alle Betten belegt waren und zu wenig Personal zur Verfügung stand, mussten Erste-Hilfe-Abteilungen für mehrere Stunden schließen und Krankenwagen Patienten in andere Krankenhäuser oder Städte bringen.

In Krankenhäusern und auf Intensivstationen in den Niederlanden nimmt die Zahl der Covid-19-Patienten indes schnell zu. Die Regierung verschärfte die Maßnahmen und verhängte einen "Teil-Lockdown".

Trotz der neuen Corona-Maßnahmen rechnen die Krankenhäuser damit, dass bis November im günstigsten Fall 40 Prozent der regulären Versorgung gestrichen werden müsse. Sollten die Maßnahmen nicht greifen, wird im schlimmsten Fall mit einer Reduzierung von 75 Prozent gerechnet. "Dann bleibt neben der Covid-19-Pflege nur noch die Erste Hilfe übrig", sagte Kuipers. Die Situation sei im Vergleich zur ersten Welle "düsterer". Krankenhäuser strichen bereits Hunderte von Operationen und hätten zahlreiche Behandlungen abgesagt.

Griechisches Migrantencamp unter Quarantäne gestellt

Nach der Ansteckung von mindestens 30 Menschen mit dem Coronavirus ist das Migrantencamp von Vial auf der Insel Chios in Griechenland bis zum 21. Oktober unter Quarantäne gestellt worden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lage in Berliner Bezirk spitzt sich weiter zu

Berlin hat am Dienstag 706 Neuinfektionen gemeldet, so viel wie bislang noch nie seit Ausbruch der Pandemie. Die 7-Tage-Inzidenz kletterte weiter auf 71,5. Der Wert für die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche liegt damit weiter deutlich über der Grenze für ein Risikogebiet von 50.

Besonders ein Bezirk in der Hauptstadt sticht dabei besonders hervor: Neukölln. Dort registrierte die Gesundheitsverwaltung allein am Dienstag 172 neue Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz betrug beunruhigende 171,3.

Gleichzeitig aber sprang die Ampel für den 4-Tage-R-Wert in Berlin wieder auf Grün: Der Reproduktionsfaktor liegt nun bei 1,09. Auch die Ampel für die Belegung von Intensivbetten mit Covid-19-Patienten steht mit 3,8 Prozent weiter auf Grün. Auf Gelb springt sie bei 15 Prozent, auf Rot bei 25.

Neue Corona-Testverordnung ab Donnerstag

Die neue Corona-Testverordnung soll an diesem Donnerstag in Kraft treten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Mittwoch in Berlin, er habe die Verordnung am Morgen unterschrieben, sie trete am Donnerstag in Kraft. Corona-Tests sollen damit künftig stärker auf Risikogruppen und das Gesundheitswesen konzentriert werden – weniger auf Reiserückkehrer.

Geplant ist unter anderem, dass Pflegeheime und Krankenhäuser "Antigen-Schnelltests" großzügig nutzen können, damit Besucher, Personal und Patienten regelmäßig getestet werden können. Spahn hatte kürzlich von zusätzlichen Tests "in großer Millionenzahl pro Monat" gesprochen.

Er nannte es besorgniserregend, dass die Infektionszahlen jetzt auch bei Älteren wieder anstiegen. "Ob Sie 10.000 Infizierte 20-Jährige haben oder 10.000 infizierte 80-Jährige (...) macht einen großen Unterschied." Deswegen sei gerade der Schutz von Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen im Gesundheitswesen wichtig, um den "Eintrag" zu minimieren.

Siemens Healthineers bietet neuen Corona-Schnelltest an

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers einen Antigen-Schnelltest zum Nachweis des Coronavirus auf den Markt gebracht. Potenziell infizierte Menschen könnten mit dem Test innerhalb von 15 Minuten Gewissheit haben, teilte die Siemens-Tochter am Mittwoch in Erlangen mit. Der Test ist einem Sprecher zufolge bereits erhältlich. Spezialisiertes Laborpersonal oder medizinische Instrumente seien für den CE-zertifizierten Test nicht nötig.

Damit sei der Test in allen Ländern zugelassen, die eine solche CE-Zertifizierung anerkennen – das ist im Wesentlichen der Europäische Wirtschaftsraum. Siemens Healthineers plant ferner eine Notfallzulassung bei der US-Gesundheitsbehörde FDA. Danach wolle das Unternehmen schrittweise den Test in anderen Regionen der Welt anbieten, hieß es. An der Börse machte die Aktie von Siemens Healthineers nach der Ankündigung einen Sprung, sie liegt mit plus 2,78 Prozent an der dritten Stelle im MDax.

Bei dem Schnelltest muss ein Nasen-Rachen-Abstrich in eine Kanüle mit spezieller Flüssigkeit eingeführt werden. Dadurch werde die Flüssigkeit auf eine Testkassette aufgetragen, die wiederum nach 15 Minuten ein Ergebnis zeigt.

Niederlande kündigen "Teil-Lockdown" an

Die Niederlande haben die Corona-Maßnahmen drastisch verschärft. Ministerpräsident Mark Rutte kündigte am Dienstag in Den Haag einen "Teil-Lockdown" an. Kneipen, Cafés und Restaurants werden geschlossen, und der Verkauf von Alkohol wird ab 20 Uhr verboten. Außerdem dürfen die Bürger nur noch maximal drei Gäste pro Tag in ihren Wohnungen empfangen und sollen Bus und Bahn nur noch in dringenden Fällen nutzen. Premier Rutte kündigte auch eine allgemeine Maskenpflicht an für alle öffentlichen Räume wie Geschäfte, Museen oder Bibliotheken, bisher war dies nur eine dringende Empfehlung.

Die Regierung reagiert damit auf die dramatisch steigenden Neuinfektionen mit dem Coronavirus. In den vergangenen sieben Tagen waren 252 Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet worden. Am schlimmsten betroffen sind Amsterdam und Rotterdam mit je etwa 410 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Fast in allen Regionen sei die Lage "alarmierend", sagte Rutte.

Lockdown-Regelungen in Israel werden verlängert

Die Lockdown-Restriktionen in Israel werden vorerst bis kommenden Sonntag verlängert. Dies teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der Nacht auf Mittwoch nach einer Sitzung des sogenannten Coronavirus-Kabinetts mit. Am Donnerstag soll über erste Lockerungen beraten werden. Dazu zählen unter anderem die Öffnung von kleinen Geschäften ohne Publikumsverkehr und von Kindergärten. Die Lockerungen sollen schrittweise erfolgen. Die Regierung war nach dem ersten Lockdown im Frühjahr für vorschnelle und zu umfassende Erleichterungen kritisiert worden.

Die Pandemie verlief in Israel zunächst glimpflich, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach Lockerungen und einer massiven Zunahme der Fallzahlen im Laufe des Sommers gilt seit dem 18. September ein zweiter landesweiter Lockdown. Zuletzt zeichnete sich ab, dass die Zahl der Neuinfektionen abnimmt. Das Gesundheitsministerium wies am Mittwochmorgen 2.255 neue Fälle aus. Von allen Tests fielen 5,4 Prozent positiv aus. Diese Zahl lag so niedrig wie seit Wochen nicht mehr – im Laufe des Lockdowns hatte sie teils deutlich über 13 Prozent gelegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich in Israel mit seinen rund neun Millionen Einwohnern nach offiziellen Angaben mindestens 297.274 Menschen nachweislich mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert.

RKI: 5.132 Neuinfektionen und 40 weitere Todesfälle

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 5.132 Neuinfektionen in Deutschland. Tags zuvor waren es 4.122. Mehr dazu lesen Sie hier.

Britische Opposition fordert temporären Corona-Lockdown

Der britische Oppositionsführer Keir Starmer hat angesichts der steigenden Corona-Neuinfektionen einen zwei- bis dreiwöchigen Lockdown in Großbritannien gefordert. Der Regierung von Premierminister Boris Johnson warf Starmer am Dienstag vor, die "Kontrolle verloren" und die Ratschläge seiner wissenschaftlichen Berater ignoriert zu haben. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte, die Regierung habe aus Rücksicht auf die wirtschaftlichen Folgen nicht alle Maßnahmen umgesetzt.

Starmer forderte einen Lockdown, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Darin liege eine Chance, Fehler der Regierung zu berichtigen. "Wenn wir der Wissenschaft folgen und den Kreislauf unterbrechen, können wir dieses Virus unter Kontrolle bekommen", sagte Starmer. "Wenn wir das nicht tun, erwartet uns ein langer, trostloser Winter."

Ärztepräsident: Beherbergungsverbote gegen Corona ungeeignet

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält Beherbergungsverbote für ein untaugliches Mittel zur Eindämmung des Virus. Solche Regelungen seien "ungeeignet, das Pandemiegeschehen einzugrenzen", sagt Reinhardt den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" (Mittwochsausgaben). So habe sich etwa "die Infektionsdynamik trotz des sehr intensiven innerdeutschen Reiseverkehrs in diesem Sommer kaum beschleunigt". Zum anderen führen die unterschiedlichen Verbotsregeln zu Verunsicherung und Verwirrung bei den Menschen. Damit gefährde die Politik die Akzeptanz der Maßnahmen. Sinnvoller als ein Beherbergungsverbot sei es, Infektionscluster zu isolieren und bei grober Missachtung der Hygieneregeln "konsequent" durchzugreifen. Zudem fordert er einen bundesweit gültigen "Gefährdungsindex zur Beurteilung der Gesamtlage" mit Kriterien wie die Zahl der tatsächlich Erkrankten unter den positiv Getesteten.

Weltbank genehmigt 12 Milliarden Dollar für Entwicklungsländer

Die Weltbank genehmigt neue Finanzhilfen für Entwicklungsländer im Kampf gegen das Corona-Virus. Rund 12 Milliarden Dollar habe die Organisation zur Finanzierung des Kaufs und der Verteilung von Covid-19-Impfstoffen, -Tests und -Behandlungen bewilligt, erklärt der Vorstand.

US-Pharmakonzern unterbricht Erprobung von Antikörpertherapie

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat die Erprobung einer Antikörpertherapie zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen pausiert. Damit sei das Unternehmen der Empfehlung einer unabhängigen Expertengruppe gefolgt, die unter anderem die Patientensicherheit während klinischer Studien überwacht, wie ein Sprecher am Dienstag auf Anfrage mitteilte. Zu den Gründen für die Vorsichtsmaßnahme machte er keine Angaben. Die Erprobung der Antikörpertherapie wird vom Nationalen Institut für Allergien und Infektionskrankheiten gefördert.

Weltweit ist bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten gegen das Virus SARS-CoV-2 ein regelrechter Wettlauf ausgebrochen. Dabei gibt es immer wieder auch Rückschläge. Am Montag gab der Pharmakonzern Johnson & Johnson bekannt, dass er seine Impfstoff-Studie wegen einer ungeklärten Erkrankung eines Probanden vorübergehend unterbrochen habe.

Laschet: Bürger haben Recht auf "klare, verbindliche Regeln"

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) fordert vor dem Corona-Treffen zwischen Bund und Ländern klare Beschlüsse. Die Bürger hätten "das Recht auf klare, verbindliche Regeln, die jeder nachvollziehen kann", sagte Laschet dem "Tagesspiegel". Er sprach sich auch dort für bundesweite Regelungen aus, wo dies angezeigt sei. "Ich wünsche mir, dass wir in den nächsten Wochen das Wir-Gefühl aus dem Frühjahr neu beleben, dass alle an einem Strang ziehen, um das Virus zu bekämpfen."

"Indem wir in den Hotspots einheitliche Kontaktbeschränkungen, die Beschränkung der Öffnungszeiten in der Gastronomie und bei Veranstaltungen umsetzen, können wir die Ausbreitung des Virus wirksam eindämmen", sagte Laschet der "Rheinischen Post" (Mittwoch).

Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte der CDU-Politiker weiter: "Feiern müssen reduziert werden, Partys können jetzt nicht stattfinden." Es sei jetzt wichtig, die Kontakte wieder zu beschränken. "Geöffnete Schulen und Kitas, soziale Teilhabe und ein funktionierendes Arbeits- und Wirtschaftsleben haben Vorrang."

EU-Außenbeauftragter Borrell in Quarantäne

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat sich in Corona-Quarantäne begeben. Als Grund nannte der Spitzendiplomat am Dienstag, dass ein Delegationsmitglied, das ihn in der vergangenen Woche bei einer Reise nach Äthiopien begleitet hatte, positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Dies sei ihm am Dienstagnachmittag mitgeteilt worden, schrieb der 73-Jährige im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Er selber sei nach seiner Rückkehr aus Äthiopien am Sonntag negativ auf das Virus getestet worden, fügte der EU-Außenbeauftragte hinzu. Gemäß den Regeln begebe er sich aber in Isolation und werde einen zweiten Test machen.

Auch der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Janez Lenarcic, der ebenfalls bei der Reise nach Äthiopien dabei war, begab in sich Quarantäne. Ein Mitarbeiter seines Teams sei positiv getestet worden, twitterte Lenarcic. Dieser Mitarbeiter war nach seinen Angaben allerdings nicht bei der Reise nach Äthiopien dabei.

Auch bei Lenarcic fiel der erste Corona-Test jedoch negativ aus. Er warte nun auf den zweiten Test, schrieb der EU-Kommissar. Er habe keine Symptome, und er fühle sich gut.

Bericht: 600 Corona-Infizierte an belgischer Uni

600 Studierende haben sich auf dem Uni-Campus der belgischen Stadt Ottignies-Louvain-la-Neuve nach Medienberichten mit dem Coronavirus infiziert. Das entspricht einem Anteil von zwei Prozent der dort eingeschriebenen Studierenden, wie der Fernsehsender VRT bereits am Montag berichtete.

"Wir haben viel getan, um die Studierenden für die Folgen ihres Verhaltens zu sensibilisieren, aber dennoch hat es nicht geholfen", sagte der Vize-Direktor der Universität, Philippe Hiligsmann, VRT. Die Mitarbeiterin der Universität Anne-Sophie Masureel betonte zudem, dass die Studierenden sich in den Hörsälen an die Abstandsregeln und die Maskenpflicht hielten. Masureel vermutet, dass es vor allem in der Freizeit der Studierenden zu Ansteckungen gekommen sei.

Seit Dienstag gilt wegen hoher Infektionszahlen in der Region nahe der Hauptstadt Brüssel für 15 Tage eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 1.00 und 6.00 Uhr. Ausnahmen gelten unter anderem aus dringenden medizinischen Gründen und für tägliche Arbeitswege. Allgemein gelten auf dem Campus eine Reihe von Sicherheits- und Hygieneregeln. So darf beispielsweise in Cafeterien nur eigenes Geschirr benutzt werden und bei Lehrveranstaltungen gilt eine Maskenpflicht.

Rund 46.000 Neuinfektionen in den USA gemeldet

In den USA verzeichnet die Seuchenbehörde CDC den zweiten Tag in Folge mit 46.614 Fällen weniger als 47.000 Neuinfektionen. Am Sonntag waren es rund 53.000, am Samstag 58.302 und am Freitag 54.887. Die Gesamtzahl steigt damit auf knapp 7,79 Millionen. Die Zahl der Toten klettert um 338 auf 214.446.

Forscher zweifeln an Immunität nach Corona-Infektion

Mediziner in Nevada haben die Coronaviren bei zwei Erkrankungen eines 25-jährigen Mannes mit sehr aufwendigen Methoden verglichen und festgestellt, dass sie sich genetisch unterscheiden. "Es wird immer klarer, dass Wiederansteckungen möglich sind, aber wir können noch nicht sagen, wie häufig das vorkommen wird", sagte der Mikrobiologe Simon Clarke von der britischen Universität Reading. Mehr dazu lesen Sie hier.

49 Infizierte in Stuttgarter Seniorenheim gemeldet

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Alten- und Pflegeheim in Stuttgart hat sich die Zahl der Infizierten auf 49 erhöht. 31 Bewohner und 18 Mitarbeiter sind positiv auf das Virus getestet worden, wie ein Stadtsprecher am Dienstag auf Anfrage mitteilte. Alle Bewohner und Mitarbeiter seien getestet worden. Es liegen aber noch nicht alle Ergebnisse vor. Vier Bewohner werden den Angaben zufolge stationär in einer Klinik behandelt. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, seien nicht betroffene Teile der Einrichtung abgesondert worden. Zudem erließ das Heim ein vorübergehendes Besuchsverbot.

Beim Blick auf das Infektionsgeschehen in Baden-Württemberg ist die Landeshauptstadt den Fokus gerückt. In Stuttgart war am Samstag der Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten worden. Am Montag lag der Wert bei 70, am Dienstag bei 69,7.

Ausbruch in Altenheim: 15 weitere Personen positiv getestet

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Altenheim in Bad Essen bei Osnabrück sind weitere 15 Menschen positiv auf Covid-19 getestet worden. Es handelt sich um Mitarbeiter, Besucher und andere Kontaktpersonen. Außerdem ist eine weitere Bewohnerin im Alter von 81 Jahren mit dem Corona-Virus gestorben, teilte der Landkreis Osnabrück am Dienstag unter Berufung auf den Träger des Heimes mit. Von insgesamt 124 getesteten Bewohnern seien 94 negativ, von den 129 getesteten Mitarbeitern 19 positiv und 107 negativ. Drei Ergebnisse standen zunächst noch aus. Zu den weiteren Kontaktpersonen gehören Friseure, Ärzte, aber auch Freunde oder Angehörige.

In der vergangenen Woche war bei 29 Bewohnern und 13 Mitarbeitern Covid-19 nachgewiesen worden. Die Wohnanlage wurde daraufhin unter Quarantäne gestellt. Eine 85-Jährige war bereits im Krankenhaus gestorben.

Zahl der Neuinfektionen in Berlin auf Rekordhoch

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales hat für Dienstag einen Rekordwert an bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Berlin vermeldet. Demnach gab es 706 neue Fälle – so viele wie nie. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Bundespolizei ermahnt über 71.000 Zugreisende

Die Bundespolizei hat binnen einem Monat mehr als 71.000 Bahnreisende wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bahnhöfen und Zügen ermahnt. In 1.124 Fällen seien im Zeitraum vom 12. September bis zum 12. Oktober die örtlichen Gesundheitsämter informiert worden, damit diese Bußgelder verhängen, teilte die Polizeibehörde am Dienstag in Potsdam mit. In 200 Fällen seien Reisende von der Weiterfahrt mit dem Zug ausgeschlossen oder eines Bahnhofs verwiesen worden.

WHO: Zahl der Infektionen bei Gesundheitspersonal nimmt ab

In vielen Ländern weltweit nehmen die Neuinfektionen derzeit stetig zu, doch in einem Sektor sinken sie: Nach Angaben der WHO gehen die Infektionsraten beim Gesundheitspersonal seit einiger Zeit zurück. Der Anteil des Gesundheitspersonals unter den Neuinfizierten "nimmt stetig ab", sagte die WHO-Epidemiologin Anne Perrocheau am Dienstag bei einer virtuellen Pressekonferenz in Genf.

Vor allem zu Beginn der Pandemie infizierten sich deutlich mehr Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger mit dem neuartigen Coronavirus als normale Bürger: Während sie in den meisten Ländern rund drei Prozent der Bevölkerung ausmachen, lag ihr Anteil bei den gemeldeten Infektionen laut WHO bei durchschnittlich 14 Prozent. In einigen Ländern lag er sogar bei einem Drittel.

Verfassungsschutzchef positiv getestet

Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Das teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) am Dienstag auf Anfrage mit. Auf Nachfrage ergänzte eine Sprecherin, Test und Ergebnis seien vom Montag. Noch vor einer Woche hatte Haldenwang gemeinsam mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), Bundespolizeichef Dieter Romann und dem Präsidenten des Bundeskriminalamts, Holger Münch, einen Bericht zu Extremisten in den Sicherheitsbehörden vorgestellt.

Thomas Haldenwang: Er ist der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. (Quelle: imago images/Jens Schicke)Thomas Haldenwang: Er ist der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. (Quelle: Jens Schicke/imago images)

Expertengremium attestiert Frankreich "Mängel" bei Corona-Politik

Unabhängige Experten haben der französischen Regierung "Mängel" bei der Bewältigung der Corona-Krise attestiert. Im Vergleich zu Deutschland seien unter anderem die Teststrategie und die Krankenhaus-Versorgung schlechter gewesen, heißt es in einem am Dienstag in Paris veröffentlichten Zwischenbericht. Präsident Emmanuel Macron hatte die fünfköpfige Gruppe unter Leitung des Schweizer Infektiologen Didier Pittet mit der Untersuchung beauftragt.

Besuchsverbot nach Infektionen in Behinderteneinrichtung

Nachdem zwei Pflegekräfte positiv auf Corona getestet worden sind, ist in einer Rostocker Einrichtung für Menschen mit Behinderung ein Besuchsverbot ausgesprochen worden. Bis Mittwoch sollen die rund 220 Bewohner und 115 Mitarbeiter getestet werden, teilte die Stadt Rostock am Dienstag mit. Nach dem Vorliegen der Testergebnisse sollen Entscheidungen über das weitere Vorgehen getroffen werden. Hintergrund des Besuchsverbots sei, dass sich trotz der gebildeten festen Gruppen die Erstkontakte nicht definieren ließen.

So könnte die Impfung gegen das Coronavirus aussehen: Derzeit laufen verschiedene Studien.  (Quelle: imago images/Laci Perenyi)So könnte die Impfung gegen das Coronavirus aussehen: Derzeit laufen verschiedene Studien. (Quelle: Laci Perenyi/imago images)

Pharmakonzern unterbricht Corona-Impfstudie

Nach AstraZeneca muss ein weiterer großer Pharmakonzern seine entscheidende Corona-Impfstoffstudie unterbrechen. Der US-Arzneimittelhersteller Johnson & Johnson stoppte seine Studie am Montag vorübergehend wegen einer ungeklärten Erkrankung bei einem Probanden. Der Vorfall solle nun von einem unabhängigen Kontrollgremium und Experten des Unternehmens geprüft werden, teilte J&J mit.

Der US-Konzern gehört zu dem Kreis von Unternehmen, von denen sich die EU-Kommission vorab Hunderte Millionen Impfstoffdosen gesichert hat. Der Impfstoff hebt sich von der Konkurrenz ab, da von ihm nur eine Dosis verabreicht werden soll. Andere sehen dagegen eine zweite Impfung vor. In der klinischen Entwicklung sind andere Unternehmen wie die Mainzer Biontech und ihr Partner Pfizer, der US-Konzern Moderna oder auch AstraZeneca aber schon weiter vorangeschritten als J&J, da sie ihre Studien früher starteten.

Auch auch AstraZeneca musste seine Impfstoffstudie wegen der Erkrankung bei einem Probanden im September vorübergehend unterbrechen. AstraZeneca hatte betont, dass ein solcher Stopp nicht ungewöhnlich sei und häufig vorkomme. Dieser Argumentation schloss sich J&J an und teilte mit, dass solche Unterbrechungen in großen Studien mit Zehntausenden Teilnehmern normal seien. J&J hatte die Phase-3-Wirksamkeitsstudie, an der rund 60.000 Menschen teilnehmen sollen, erst Ende September gestartet. Ergebnisse sollten bis Ende dieses, Anfang kommenden Jahres vorliegen.

Im weltweiten Rennen um einen Corona-Impfstoff stehen die Unternehmen mit ihren Studien besonders im Rampenlicht. "Jeder ist in Alarmbereitschaft nach dem, was bei AstraZeneca passiert ist", sagte der Infektiologe William Schaffner von der Vanderbilt Universität für Medizin im US-Bundesstaat Tennessee. Er gehe davon aus, dass es sich um eine ernsthafte Nebenwirkung handele, da die Studie ansonsten nicht unterbrochen worden wäre.

Merkel lädt Ministerpräsidenten zur ersten Präsenzkonferenz seit März

Die Ministerpräsidenten der Länder kommen an diesem Mittwoch erstmals seit sieben Monaten wieder nach Berlin, um mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Corona-Lage zu beraten. Die Konferenz werde auf ausdrücklichen Wunsch Merkels als "physisches Präsenzformat" abgehalten, berichtete die "Bild"-Zeitung. Ein Regierungssprecher bestätigte auf dpa-Anfrage das Vor-Ort-Treffen und kündigte an, Merkel werde danach mit dem Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Michael Müller (SPD, Berlin), und dessen Vize, Bayerns Regierungschef Markus Söder, eine Pressekonferenz geben.

Das vorerst letzte Vor-Ort-Treffen war am 12. März gewesen, als das Herunterfahren des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens in Deutschland wegen der Corona-Krise beschlossen wurde.

Die "Bild"-Zeitung berichtete, Kanzleramtschef Helge Braun habe in einer Videokonferenz mit den Staatskanzleichefs die Notwendigkeit physischer Anwesenheit mit der dramatischen Infektionslage in Deutschland begründet. Man müsse eine offene Debatte führen, die "historische Dimensionen" haben könne, wird Braun laut Teilnehmern in "Bild" zitiert.

Russland mit Rekordzahlen bei Infizierten und Todesfällen

In Russland steigt die Zahl der Positiv-Tests nach offiziellen Angaben um den Rekordwert von 13.868 auf insgesamt mehr als 1,32 Millionen. In den vergangenen 24 Stunden starben 244 Menschen, die positiv getestet worden waren. Auch dies ist ein Höchstwert seit Beginn der Zählung. Die Zahl der Todesfälle steigt damit auf 22.966.

US-Amerikaner binnen eineinhalb Monaten zwei Mal mit Corona infiziert

Ein Mann in den USA hat sich im Abstand von nur etwa anderthalb Monaten zwei Mal mit dem Coronavirus infiziert – und der Verlauf seiner zweiten Infektion war schwerer als beim ersten Mal. Dies geht aus einer am Dienstag im Fachmagazin "The Lancet Infectious Diseases" veröffentlichten Studie hervor. Demnach musste der 25-Jährige aus dem Bundesstaat Nevada nach seiner zweiten Ansteckung ins Krankenhaus eingeliefert und beatmet werden.

Der Mann infizierte sich der Studie zufolge mit zwei unterschiedlichen Varianten des Virus SARS-CoV-2. In der Untersuchung werden weltweit noch vier weitere Fälle genannt, in denen sich bereits mit dem Coronavirus infizierte Menschen ein zweites Mal ansteckten. Diese Fälle wurden in Belgien, den Niederlanden, Hongkong und Ecuador festgestellt.

Es sei noch ungeklärt, wie lange die Immunität nach einer ersten Infektion mit dem neuartigen Virus andauere, erläuterte der Hauptautor der Studie, Mark Pandori. Doch zeige die Untersuchung, dass eine vorherige Infektion nicht unbedingt vor einer nochmaligen Ansteckung schützt. Dies bedeute, dass positiv Getestete "weiterhin Vorsichtsmaßnahmen ergreifen sollten", darunter die physische Distanz zu anderen Menschen, das Tragen von Atemschutzmasken und das regelmäßige Händewaschen.

RKI meldet erneut mehr als 4.000 Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 4.122 Neuinfektionen in Deutschland. Mehr dazu lesen Sie hier. 

WHO warnt vor Konzept der Herdenimmunität via Ansteckung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat davor gewarnt, bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auf eine Herdenimmunität durch massenweise Ansteckungen zu setzen. "Niemals in der Geschichte des Gesundheitswesens wurde Herdenimmunität als eine Strategie gegen einen Ausbruch eingesetzt, geschweige denn gegen eine Pandemie", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf.

So ein Vorgehen wäre ethisch und wissenschaftlich problematisch. Eine Herdenimmunität – also die Schwelle, ab der sich ein Virus nicht mehr in einer Bevölkerung verbreiten kann - müsse ähnlich wie bei den Masern und der Kinderlähmung durch Impfungen, nicht durch Ansteckungen erreicht werden, zumal weiter unklar sei, wie sehr eine Infektion vor einer zweiten schütze. In einem Brief hatten Forscher aus verschiedenen Ländern zuletzt für Herdenimmunität geworben.

Angesichts der steigenden Coronazahlen wies der WHO-Chef darauf hin, dass ein Großteil der Neuinfektionen in nur wenigen Ländern passiere. Fast die Hälfte der neuen Fälle entfalle auf drei Staaten. Es komme also auf die Wirksamkeit der Bekämpfungsmaßnahmen an. "Das ist eine ungleichmäßig verlaufende Pandemie", so Tedros. 

Unionsabgeordnete für Verlängerung von Weihnachtsferien als Corona-Schutz

Bundestagsabgeordnete der Union schlagen als Schutzmaßnahme gegen das Coronavirus eine deutliche Verlängerung der Weihnachtsferien an den Schulen vor. Der CDU-Abgeordnete Christoph Ploß, der auch Landesvorsitzender seiner Partei in Hamburg ist, sagte der "Bild"-Zeitung, um Schülerinnen und Schüler besser zu schützen, solle über eine Verlängerung der Weihnachtsferien "um zwei bis drei Wochen" nachgedacht werden. Die Ferien im Sommer könnten dann entsprechend gekürzt werden.

Der CSU-Abgeordnete Stephan Pilsinger, der selber Arzt ist, regte sogar bis zu vier Wochen längere Weihnachtsferien mit entsprechender Kürzung über Ostern und im Sommer an. "Das Wohl der Schüler und Lehrer muss im Vordergrund stehen", betonte er im Gespräch mit der "Bild-Zeitung.

Am Montag hatte der Deutsche Philologenverband empfohlen, dass Schüler und Lehrer im Unterricht dicke Kleidung tragen, da zum Schutz gegen das Coronavirus regelmäßig gelüftet werden müsse.

Kassenarztchef: Schnelltests bei Veranstaltungen sind Science-Fiction

Der Chef des Kassenärzte-Verbandes, Andreas Gassen, hat Hoffnungen auf einen Einsatz von Antigen-Schnelltests bei Großveranstaltungen gedämpft. "Auch die angekündigten Antigen-Schnelltests sind kein Allheilmittel", sagte der Kassenarztchef der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag). "Die Vorstellung, wir machen bei 5.000 Stadionbesuchern mal eben einen Schnelltest, bleibt Science-Fiction." Selbst bei den besten Schnelltests würden von hundert Getesteten zwei bis zehn Infizierte nicht erkannt. "Bei Massenveranstaltungen auf engem Raum wäre damit ein potenzielles Ansteckungsrisiko nicht sicher auszuschließen", warnte Gassen.

Bei Antigen-Tests werden in Abstrichproben charakteristische Viren-Proteine erkannt. Die Methode gilt zwar als weniger zuverlässig als viele der bislang üblichen PCR-Tests auf Viren-Erbgut, dafür aber oft als schneller und günstiger. Erste Antigen-Tests für die Anwendung durch medizinisches Fachpersonal sind in Deutschland bereits auf dem Markt. Die Antigen-Schnelltests sollen laut Bundesgesundheitsministerium ab Mitte Oktober in Pflegeheimen und Krankenhäusern zum Einsatz kommen.

Restaurants in Tschechien ab Mittwoch wieder geschlossen

Tschechien führt angesichts deutlich steigender Infektionszahlen wieder drastischere Beschränkungen ein. Ab Mittwoch würden Bars, Restaurants und Clubs wieder geschlossen, sagt Ministerpräsident Andrej Babis. Zusammenkünfte in der Öffentlichkeit würden auf sechs Personen beschränkt und Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit untersagt. Es müsse sichergestellt werden, dass die Krankenhäuser mit der steigenden Zahl von Infizierten umgehen könnten. Das Homeschooling werde zudem auf weitere Schulklassen ausgeweitet. Die Maßnahmen sollten zunächst bis Anfang November gelten.

Spahn rechnet mit Impfbeginn gegen Corona im ersten Quartal 2021

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet innerhalb des nächsten halben Jahres mit ersten Corona-Impfungen in Deutschland. "Stand heute 12.10., würde ich davon ausgehen, dass wir im ersten Quartal nächsten Jahres beginnen können", sagte Spahn am Montag bei einer Videokonferenz des ifo-Instituts. Man setze auf mehrere Technologien und Hersteller. "Wenn alle Pferde ins Ziel kommen, werden wir viel zu viel Impfstoff haben".

Spahn und Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatten bereits im September die Prognose abgegeben, dass Impfstoffe für erste Bevölkerungsgruppen in den ersten Monaten des nächsten Jahres, für die breite Masse der Bevölkerung allerdings vermutlich erst Mitte kommenden Jahres bereitstehen werden. Zunächst sollen Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen und Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege zum Zuge kommen. Spahn betonte am Montag erneut, dass es sich bei Impfungen gegen Corona um freiwillige Impfungen handeln werde.

Frankreich: So viele Intensivpatienten wie seit Mai nicht mehr

Die Zahl der Patienten, die in Frankreich wegen des Coronavirus auf einer Intensivstation behandelt werden müssen, ist so hoch wie seit rund vier Monaten nicht mehr. Am Montag lag deren Zahl nach Angaben der Behörden mit 1.539 erstmals seit dem 27. Mai wieder über der Marke von 1.500. Sie ist aber noch deutlich von dem Höchststand von 7.148 vom 8. April entfernt. Frankreich steht nach Worten von Ministerpräsident Jean Castex gleichwohl vor einer "starken zweiten Welle".

Berlin und vier Landkreise kommen bei Kontaktverfolgung nicht hinterher

Vier Landkreise und das Land Berlin kamen zuletzt mit der Verfolgung von Kontakten von Corona-Infizierten nicht mehr hinterher. Das geht aus einem vertraulichen Regierungspapier zur Infektionslage in Deutschland hervor, das der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Es ist auf den Montag datiert, die Angaben zur Überlastung geben allerdings den Stand vom 6. Oktober wieder. "Durchführung von Infektionsschutzmaßnahmen absehbar nicht mehr sichergestellt" steht zur Erläuterung auf einer Karte, in der die betroffenen Kreise und das Land Berlin markiert sind.

Unterstützungsbedarf meldeten demnach der schleswig-holsteinische Landkreis Pinneberg an, das Land Berlin, der Lahn-Dill-Kreis und der Kreis Offenbach in Hessen sowie der Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. In allen Fällen gab es demnach Engpässe bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen, in Berlin zusätzlich unter anderem auch bei der Betreuung und Überwachung von Menschen in Quarantäne und der Entnahme von Abstrichen für Tests. Als Reaktion sollte das Robert Koch-Institut Mitarbeiter in Berliner Behörden entsenden, der Lahn-Dill-Kreis leitete die Suche nach zusätzlichen Mitarbeitern ein.

Rheinland-Pfalz verzichtet vorerst auf Beherbergungsverbot

Wegen des anhaltenden Streits um das Beherbergungsverbot verzichtet Rheinland-Pfalz vorerst auf die geplante Einführung dieser Regelung. Das Beherbergungsverbot werde nicht wie geplant am Dienstag in Kraft treten, weil die bundesweite Debatte "extrem virulent" sei, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Montag in Mainz nach einem Treffen mit Kommunalverbänden.

Die Rückmeldungen etwa von den Hoteliers seien "verheerend". "Solange diese Debatte nicht zu Ende geführt ist, werden wir diese Regelung auch nicht anwenden", betonte Dreyer, die eine bundeseinheitliche Maßnahme für die beste Lösung hielte. Sie werde das Thema am Mittwoch in die Beratungen der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einbringen.

In den meisten Bundesländern gilt die Regel, dass Menschen aus Regionen mit mehr als 50 Neuinfektionen auf 100.000 binnen einer Woche nur in einem Hotel beherbergt werden können, wenn sie einen aktuellen Corona-Test mit negativem Ergebnis vorweisen können. Dies wird vielfach als unverhältnismäßig kritisiert, zudem wird die Inanspruchnahme von Testkapazitäten moniert.

Düsseldorf überschreitet Warnstufe

Düsseldorf hat die wichtige Warnstufe von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Am Montag sei ein Wert von 54,8 erreicht worden, teilte die Stadt mit. Mehr dazu lesen Sie hier.

Experten sehen Fehler bei Corona-Management in Ischgl

Eine Expertenkommission hat schwere Fehler im ohnehin schon umstrittenen Umgang mit der Corona-Lage im österreichischen Ferienort Ischgl festgestellt. So sei etwa der Betrieb der Skibusse und der Seilbahnen im Frühjahr einen Tag später als erforderlich eingestellt worden, sagte der Kommissionsvorsitzende Ronald Rohrer in Innsbruck. Ischgl galt im Frühjahr als eine der Drehscheiben für das Coronavirus. Dort steckten sich vor allem bei Après-Ski-Feiern zahlreiche Menschen aus ganz Europa an und trugen das Virus dann in ihre Heimatorte weiter. 

Die Verkündung der Quarantäne durch Bundeskanzler Sebastian Kurz am 13. März hätte aus Sicht der Experten besser vorbereitet werden müssen. Es habe panikartige Reaktionen bei den vielen ausländischen Gästen gegeben, die in Windeseile versucht hätten, die Region zu verlassen. Außerdem habe es keinen Evakuierungsplan gegeben, kritisierte Rohrer. Für einen Einfluss der Tourismus- und Seilbahnwirtschaft auf die Entscheidungen der Behörden sieht die Expertenkommission aber keine Anhaltspunkte. Als positiv und angemessen wertete die Kommission, die anfängliche Reaktion der Behörden nach Bekanntwerden der ersten Fälle mit Bezug zu Ischgl im März.

In Ischgl war am 7. März ein Barkeeper im "Kitzloch" positiv getestet worden. Am nächsten Tag wurde bekannt, dass 14 erkrankte Isländer im "Kitzloch" zu Gast waren und sich drei weitere in Tirol positiv getestete Personen in Ischgl aufgehalten hatten. Die Bar wurde am 9. März behördlich gesperrt. Am Tag darauf wurden alle Après-Ski-Lokale im Ort geschlossen. Außerdem wurde das Ende der Skisaison verfügt. Am 13. März wurde das Tal, in dem sich etwa 8.000 Urlauber aufhielten, unter Quarantäne gestellt. 


Hessen begrenzt private Feiern in angemieteten Räumen auf 50

Angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen beschränkt das Land Hessen die Zahl der maximal erlaubten Teilnehmer bei Feiern im öffentlichen Raum auf 50. Diese Zahl gelte in angemieteten Räumen unabhängig vom Infektionsgeschehen in der Region, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden. Bei Feiern in den eigenen vier Wänden sollen es maximal 25 Gäste sein – allerdings sei das nur eine Empfehlung. "Wir nehmen besondere Rücksicht auf den geschützten Raum der eigenen Wohnung." Gelten sollen die Änderungen ab Montag. In Wiesbaden hatte zuvor das Corona-Kabinett getagt. Es handelt sich dabei um einen ressortübergreifenden Krisenstab der hessischen Landesregierung.

Iran meldet Höchststand bei Corona-Infektionen

Der Iran hat einen Rekord bei der Anzahl der Corona-Toten gemeldet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag starben binnen 24 Stunden 272 Patienten an dem Virus. Im gleichen Zeitraum habe es zudem über 4.200 Neuinfektionen gegeben, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen. Damit liege die Zahl der Corona-Toten seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar aktuell bei fast 29 000, die der Infizierten bei über einer halben Million. Der Iran hat etwa so viel Einwohner wie Deutschland.

Zu den Infizierten gehören auch Vizepräsident Mohammed Bagher Nobacht und Atomchef Ali-Akbar Salehi, die sich unter ärztlicher Betreuung in häuslicher Isolierung befinden. Der drastische Anstieg der Fallzahlen in den vergangenen Wochen hat in einigen Großstädten zu Engpässen bei der medizinischen Versorgung der Corona-Patienten geführt. In der Hauptstadt Teheran fehlen laut dem Corona-Krisenstab auch Krankenbetten. Daher sollen nur Corona-Notfälle in die Krankenhäuser gebracht werden. 

Mehrheit der Deutschen rechnet mit Corona-Welle 2021

In der Corona-Krise erwartet eine Mehrheit der Bundesbürger laut einer Umfrage auch im nächsten Jahr kein echtes Abflauen der Infektionszahlen. Dass sie Sorge vor einer weiteren Corona-Welle 2021 haben, bejahen 60 Prozent "voll" oder "eher", wie die Umfrage im Auftrag der Ergo-Versicherung ergab. "Gar nicht" oder "eher nicht" stimmen dem 18 Prozent zu. Am stärksten verbreitet ist diese Sorge demnach unter 18- bis 30-Jährigen mit 70 Prozent, am geringsten bei Menschen zwischen 31 und 40 Jahren mit 54 Prozent.

Sich selbst als Teil einer Risikogruppe sehen laut der Umfrage insgesamt 41 Prozent der Befragten. Am wenigsten sind es unter jüngeren Leuten bis 30 Jahre mit 11 Prozent, am meisten bei den über 60-Jährigen mit 75 Prozent. Verhaltensregeln zum Infektionsschutz stoßen weiter auf sehr hohe Akzeptanz – insgesamt 91 Prozent halten sich demnach nach eigenem Bekunden daran. Für die Online-Umfrage wurden den Angaben zufolge vom 11. bis 18. September 1.000 Menschen ab 18 Jahren vom Marktforschungsinstitut "Heute und Morgen" befragt.

Größte Angst mit Blick auf die Corona-Krise ist demnach, selbst zu erkranken mit 23 Prozent. Aber auch eine Spaltung der Gesellschaft nennen 20 Prozent, eine Erkrankung von Angehörigen 18 Prozent. Am meisten Angst vor dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes haben demnach 5 Prozent. Als größte Hoffnungen in Zusammenhang mit der Corona-Krise nennen 28 Prozent positive Auswirkungen auf die Umwelt wie eine bessere Luftqualität und 20 Prozent die Entwicklung digitaler Lösungen wie Online-Unterricht oder Home-Office.

Großbritannien führt neue Warnstufen ein

Der britische Premierminister Boris Johnson gibt am Montag ein neues dreistufiges Corona-Warnsystem bekannt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Chinesische Stadt startet Massentest für mehr als neun Millionen Einwohner

In der chinesischen Millionenmetropole Qingdao sollen sämtliche Bewohner auf das Coronavirus getestet werden. Die Bewohner von fünf Bezirken der Stadt sollen demnach nun "innerhalb von drei Tagen", die gesamte Stadt "innerhalb von fünf Tagen" getestet werden, teilte Gesundheitsausschuss der Stadt mit. Insgesamt 140.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen sowie neu aufgenommene Patienten wurden den Angaben zufolge zuletzt bereits auf das Virus getestet. Am Sonntag waren in der Hafenstadt sechs neue Fälle bekannt geworden. In der Stadt leben 9,4 Millionen Menschen. Es handelt sich um die ersten Massentests auf das Coronavirus in Festlandchina seit Monaten.

Mecklenburg-Vorpommern nimmt Corona-Maßnahme zurück

Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung hat nun doch die Einreise von Privatpersonen aus Risikogebieten zu Familienbesuchen ohne vorherigen negativen Coronatest und anschließende Quarantäne gestattet. Nach deutlichen Unverständnis-Erklärungen über die seit Freitag geltende neue Corona-Verordnung hat Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) mit sofortiger Wirkung die Bestimmung verändert. Danach dürfen Personen, die in Risikogebieten leben, zu privaten Besuchen bei ihrer Kernfamilie mit Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern einreisen, sich im Land aufhalten oder wieder zurückkehren.

"Ein solcher Familienbesuch ist auch zusammen mit dem Ehegatten, eingetragenen Lebenspartner oder Lebensgefährten möglich", heißt es in der am Sonntagabend veröffentlichten sogenannten Allgemeinverfügung. Es müssten aber die angemessenen Schutz- und Hygienekonzepte eingehalten werden. Die Regelung gelte auch für Anlässe, bei denen die Anwesenheit der Personen aus rechtlichen Gründen oder zur Erfüllung einer moralischen Verpflichtung zwingend erforderlich ist. Eine Sprecherin interpretierte diesen Passus beispielsweise mit einer Trauerfeier. 

Chinesische Stadt Qingdao: Massentests für neun Millionen Menschen

In der chinesischen Metropole Qingdao sollen Regierungsangaben zufolge innerhalb von fünf Tagen alle rund neun Millionen Bewohner auf Covid-19 getestet werden. Die Stadt verzeichnet in den vergangenen 24 Stunden sechs neue sowie sechs asymptomatische Fälle. Die meisten Infektionen sind im Zusammenhang mit dem Qingdao Chest Hospital aufgetreten, das infizierte Rückkehrer nach China behandelt.

Frankreich registriert erneut 16.000 Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen steigt in Frankreich weiter dramatisch an. Nach fast 27.000 am Vortag erhöhte sich die Zahl am Sonntag um mehr als 16.000 binnen 24 Stunden, wie die Behörden mitteilten. Die Zahl der Coronavirus-Patienten auf den Intensivstationen stieg auf 1.483 und damit den höchsten Stand seit Mai.

Aufgrund der stark steigenden Zahlen soll die höchste Corona-Warnstufe ab Dienstag auch in den Großstädten Toulouse und Montpellier gelten. Diese Warnstufe wird ausgerufen, wenn die Schwelle von 250 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wird, die Inzidenz bei den über 65-Jährigen über 100 liegt und wenn 30 Prozent der Intensivbetten in einer Region belegt sind.

Damit treten strengere Schutzmaßnahmen in Kraft: Bars und Sporthallen müssen geschlossen bleiben, Restaurants dürfen nur unter Auflagen offen bleiben. Bereits seit Samstag gilt die höchste Warnstufe in Lyon, Grenoble, Saint-Etienne und Lille. Zuvor war sie bereits für Paris und die südfranzösischen Städte Marseille und Aix-en-Provence sowie für das Überseegebiet Guadeloupe in Kraft getreten.

US-Regierung schlägt im Streit über Corona-Hilfen stark abgespecktes Paket vor

In den festgefahrenen Verhandlungen über Corona-Hilfen schlägt die US-Regierung dem Kongress nun stark abgespeckte Soforthilfen vor. Nicht abgerufene Mittel aus dem Hilfsfonds für kleine Unternehmen sollten dafür freigegeben werden, schreiben Finanzminister Steven Mnuchin und der Chef des Präsidialamtes Mark Meadows in einem am Sonntag bekannt gewordenen Brief an die Abgeordneten. Es handelt sich um Gelder im Volumen von 130 Milliarden Dollar.

Damit liegen die Mittel deutlich unter dem umstrittenen Corona-Hilfspaket. Die oppositionellen Demokraten wollen dafür 2,2 Billionen Dollar bewilligen. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt 1,8 Billionen Dollar angeboten. Umstritten ist zudem die Verteilung des Geldes.

Im Senat haben die Republikaner die Mehrheit, im Repräsentantenhaus die Demokraten. Die Hilfen müssen beide Kammern passieren. Wegen der vielen Schwierigkeiten schwinden Hoffnungen, die Hilfen könnten vor der Präsidentenwahl am 3. November beschlossen werden. Die Diskussion über ein Hilfspaket wird an den US-Börsen aufmerksam verfolgt.

Slowakei führt Maskenpflicht in der Öffentlichkeit ein

Die Slowakei will kommenden Donnerstag neue Einschränkungen in Kraft setzen. Dazu gehört das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit und Obergrenzen für die Teilnehmerzahl gemeinsamer Unternehmungen, kündigt Gesundheitsminister Marek Krajci an.

Kanzleramtschef Braun verteidigt Beherbergungsverbote

Kanzleramtsminister Helge Braun hat das von vielen Bundesländern beschlossene Beherbergungsverbot zur Eindämmung des Coronavirus verteidigt. "Mecklenburg-Vorpommern hat als Ganzes eine Inzidenz von etwas um die 5, und Berlin über 60. Wenn es zu solchen Unterschieden im Infektionsgeschehen kommt, ist glaube ich ganz klar, dass jeder sich schützen will, und dann ist so was am Ende unvermeidlich", sagte der CDU-Politiker im ARD-"Bericht aus Berlin".

Die meisten Bundesländer hatten am Mittwoch beschlossen, dass Bürger aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen bei Reisen innerhalb von Deutschland nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. An dieser Regelung gibt es jedoch vermehrt Kritik.

Braun sagte nun, das eigentlich Wichtige sei, dass die Städte unter die 50er-Grenze kommen. "Wenn wir das schaffen, ist auch der Reiseverkehr kein Problem." Viele Länder hätten Sorge gehabt, dass sie in die Urlaubsregionen mehr Infektionen eingetragen. Das Beherbergungsverbot sei deshalb eine "echte Notfallmaßnahme". 

Mainz überschreitet Corona-Grenzwert

Auch in Mainz haben die Neuinfektionen mit dem Coronavirus eine kritische Höhe erreicht. Er lag am Sonntag bei 57 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Was nun in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt passieren soll, lesen Sie hier.

NRW führt Teilnehmer-Obergrenze für Privatfeiern ein 

Nordrhein-Westfalen will die Teilnehmerzahl bei privaten Feiern im öffentlichen Raum landesweit auf 50 Menschen begrenzen. Das kündigte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Sonntag nach einer Sondersitzung des Kabinetts an. Zudem vereinheitlicht NRW die Einschränkungen in Corona-Hotspots. Lesen Sie hier mehr. 

Stuttgart bittet um Hilfe der Bundeswehr

Die Stadt Stuttgart mobilisiert zur Verfolgung von Kontaktpersonen im Zuge der Corona-Pandemie die ganze Stadtverwaltung. Zudem erbittet sie die Hilfe der Bundeswehr, wie Stefan Ehehalt, Leiter des Stuttgarter Gesundheitsamts, am Sonntag mitteilte. Weitere Details zu der Lage in der Stadt lesen Sie hier.

Söder fordert höhere Bußgelder für Maskenverweigerer

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder macht sich für bundesweit schärfere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln stark. In mehreren Interviews forderte der CSU-Chef für Verstöße gegen die Maskenpflicht bundeseinheitliche Bußgelder von 250 Euro. In Bayern gilt dieser Regelsatz bereits.

"Es ist wird langsam gefährlich", sagte Söder der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Maske sei das wirksamste Mittel. Der "Bild am Sonntag" sagte Söder: "Wir haben fünf vor zwölf. Man darf sich die Lage nicht länger schönreden." Nötig seien rasche Maßnahmen für alle: "Frühere Sperrstunden und keine größeren Partys und Feiern für eine gewisse Zeit."

Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte der bayerische Regierungschef: "Das ständige Kleinreden der Herausforderung hat leider Wirkung. Die Geduld und die Mitmachbereitschaft der Bevölkerung sind dadurch gesunken." Corona sei genauso gefährlich wie im Frühjahr. "Und wenn wir jetzt nicht rasch umsteuern, kann dieselbe Entwicklung wie in Frankreich oder Spanien mit explodierenden Zahlen und nicht mehr beherrschbaren Fällen eintreten", warnte der CSU-Chef.

Essen überschreitet Corona-Warnwert

Die Stadt Essen hat in der Corona-Pandemie die kritische Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit gab den Wert für die knapp 600.000 Einwohner große Ruhrgebietsstadt am Sonntag mit 57,3 an. Weitere Details zur Lage in der Stadt lesen Sie hier.

Corona-Party auf Sylt – Behörden befürchten Superspreader-Event

Auf der beliebten Ferieninsel Sylt suchen die Behörden nach einer Party in einem Lokal bis zu 100 Feiernde, die sich möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert haben. "Diese Party könnte ein Superspreader-Ereignis werden", sagte Nina Rahder, Leiterin Gesundheit der Kreisverwaltung Nordfriesland. Lesen Sie hier mehr.

Strandkörbe in Westerland: Die Behörden suchen nach einer Corona-Party Kontakte der Gäste. (Quelle: imago images/localpic)Strandkörbe in Westerland: Die Behörden suchen nach einer Corona-Party Kontakte der Gäste. (Quelle: localpic/imago images)

Großer Corona-Ausbruch in niedersächsischem Altenheim

In einem niedersächsischen Alten- und Pflegeheim ist es nach Angaben des Landkreises Osnabrück zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Eine 85 Jahre alte Frau starb im Krankenhaus. Es gibt Dutzende Infizierte. Lesen Sie hier mehr. 

Söder zu Corona: Auf dem Weg zu exponentiellem Wachstum

CSU-Chef Markus Söder hat die Menschen in Deutschland in der Corona-Pandemie dazu aufgerufen, umsichtig zu bleiben, um einen zweiten Lockdown zu verhindern. "Leider sind wir auf dem Weg zu exponentiellem Wachstum, gerade in den Großstädten ist die Herausforderung sehr, sehr groß", sagte der bayerische Ministerpräsident am Samstag bei der Landesversammlung der Frauen-Union. Als Gründe nannte er unter anderem leichtsinniges Verhalten und eine nachlassende Disziplin beim Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln.

Bei der Beurteilung der Lage auf die Zahl der Krankenhausbetten abzustellen, die wegen Corona belegt sind, hält Söder für den falschen Weg. "Sind die Krankenhäuser voll, ist es zu spät", sagte er. Die jetzigen Infektionszahlen bildeten ohnehin die Lage von vor zwei Wochen ab. Inzwischen seien die Zahlen wahrscheinlich schon sehr viel höher. Zudem liefen die Kliniken in Spanien oder Frankreich gerade wieder voll. "Es ist genau das Gleiche, wie vor einem halben Jahr. Bei uns ist die Entwicklung ähnlich, halt nur zeitversetzt", meinte Söder. Er forderte: "Mehr Maske, weniger Alkohol, kleinere Versammlungen, kleinere Partys."

Zweite Corona-Welle breitet sich in Osteuropa aus

In Osteuropa schnellen die Zahlen der Neuinfizierten in die Höhe. Das Coronavirus breitet sich weiter aus. In einigen Ländern infizieren sich zudem immer mehr Pflegekräfte. Lesen Sie hier mehr.

Trier: Polizei beendet Corona-Party – Feiernde fliehen

Bei einer Party in Trier haben über einhundert Feiernde sämtliche Corona-Vorsichtsmaßnahmen missachtet. Die Polizei löste die offenbar kommerzielle Party auf. Viele Teilnehmer flüchteten. Lesen Sie hier mehr. 

NRW will kostenfreie Tests für Urlauber aus Corona-Hotspots

Nordrhein-Westfalen will in den Herbstferien kostenlose Testmöglichkeiten für Deutschland-Reisende aus nordrhein-westfälischen Risikogebieten ermöglichen. Das Gesundheitsministerium habe am Freitag einen entsprechenden Erlass an die Kommunen versendet, teilte ein Sprecher des Ministeriums am Samstag mit. Wer aus einer Region komme, in der der Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche erreicht oder überschritten sei und für eine innerdeutsche Reise einen negativen Test brauche, solle sich kostenfrei testen lassen können.

Die Laborkosten werden aus dem Gesundheitsfonds des Bundes übernommen, das Land trägt die Abstrichkosten der Ärzte, hieß es weiter. Die "Westfalenpost" hatte zuvor berichtet.

Mehrere Bundesländer haben für Reisende aus den Hotspots Beschränkungen beschlossen. So dürfen in den meisten Ländern Urlauber aus Gebieten mit Neuinfektionszahlen über der kritischen Grenze von 50 pro 100.000 pro Woche nur dann beherbergt werden, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können. Nordrhein-Westfalen startet an diesem Wochenende in die zweiwöchigen Herbstferien.

Deutsche fürchten wegen Corona um Weihnachtsfest

Rund ein Drittel der Menschen in Deutschland glaubt angesichts der Corona-Pandemie, dass das Weihnachtsfest nicht wie üblich stattfinden wird. Laut einer Umfrage des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Funke Mediengruppe zeigen sich 34,1 Prozent der Befragten "auf jeden Fall" oder "eher" besorgt, dass ein familiäres Zusammentreffen an Weihnachten gefährdet sein könnte. Vor allem bei der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen ist die Sorge um das Fest mit 41,5 Prozent am größten.

54,7 Prozent aller Befragten sind dagegen der Meinung, dass das Weihnachtsfest im üblichen Rahmen stattfinden kann. Während junge Menschen offenbar häufiger fürchten, dass Weihnachten gefährdet ist, bewegt sich diese Zahl bei den Älteren zwischen 28,6 und 36,8 Prozent. Frauen (31 Prozent) halten ein typisches Weihnachten mit der Familie für insgesamt weniger realistisch als Männer (37).

Ob Kinder im Haushalt leben oder nicht, macht hingegen kaum einen Unterschied aus: So sind der Studie zufolge 35,5 Prozent der Erwachsenen mit Kindern nur geringfügig besorgter vor Weihnachtsfeiertagen im kleinen Kreis als Haushalte ohne Kinder (32,5 Prozent). Für die Umfrage wurden 5.052 Menschen befragt.  

Dobrindt fürchtet "faktischen Lockdown": Kritik an Berlin

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sieht angesichts der deutlich steigenden Corona-Infektionszahlen die Gefahr eines Lockdowns. "Die aktuellen Corona-Zahlen zeigen: Die Befürchtungen sind real, dass wir im Dezember zu täglichen Infektionszahlen von über 19.000 kommen können, wenn wir politisch nicht entschlossen handeln", sagte Dobrindt am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir müssen eine solche Entwicklung dringend vermeiden, um nicht in eine Art faktischen Lockdown zu kommen, weil sich zu viele Menschen in Deutschland gleichzeitig in Quarantäne aufhalten müssen."

Gerade in Großstädten wie Berlin lasse die Disziplin erkennbar nach, und die Stadtpolitik mache erhebliche Fehler, kritisierte der CSU-Politiker und verwies auf die Zulassung großer Feiern und Festivals sowie fehlende Kontrollen bei der Einhaltung von Hygiene-Regeln. "Das alles trägt leider erheblich zur Verbreitung des Virus bei. Lokale Ausbrüche müssen aber gerade lokal und konsequent bekämpft werden. Bayern hat mit Garmisch und München gezeigt, wie das gelingen kann. Der Berliner Senat scheint hier vollkommen neben der Spur zu sein."

Tagesrekord bei Corona-Infektionen in Österreich

In Österreich sind die täglichen neuen Coronainfektionen auf den Rekordwert von 1.235 gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Samstag bleibt dabei Wien mit 511 Neuinfektionen binnen 24 Stunden landesweit der Spitzenreiter. In den Krankenhäusern veränderte sich die Lage den Angaben zufolge nicht.

Insgesamt stieg die Zahl der sogenannten aktiven Fälle auf 10.800. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl liegen die Zahlen der Neuinfektionen und der aktiven Fälle deutlich über den aktuellen deutschen Werten.

Köln überschreitet kritischen Corona-Grenzwert

Die Stadt Köln hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit gab den Wert für die Millionenstadt am Samstag mit 54,8 an. In Köln gelten nun unter anderem ein nächtliches Alkoholverbot im öffentlichen Raum sowie eine Maskenpflicht in Fußgängerzonen. Mehr zu der Lage in der Rheinmetropole lesen Sie hier.

Blick auf Köln: Das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit gab den Wert für die Millionenstadt am Samstag mit 54,8 an. (Archivbild) (Quelle: imago images/Schöning)Blick auf Köln: Das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit gab den Wert für die Millionenstadt am Samstag mit 54,8 an. (Archivbild) (Quelle: Schöning/imago images)

Nach Treffen mit Bürgermeistern – das sagt Kanzlerin Merkel

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts stark gestiegener Corona-Zahlen mit den Oberbürgermeistern der elf größten deutschen Städte über die Pandemie-Lage beraten. Dabei wurden neue Beschlüsse gefasst. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Spanische Regierung verhängt Notstand über Madrid

Spaniens Zentralregierung hat den Notstand über Madrid verhängt, um angesichts von hohen Corona-Zahlen die Abriegelung der Hauptstadt durchsetzen zu können. Mehr dazu lesen Sie hier.

Landkreis Cloppenburg: 7-Tage-Inzidenz bei 86,1 nach Corona-Ausbruch auf Schlachthof

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Schlachthof im niedersächsischen Emstek sind die Corona-Infektionszahlen im Landkreis Cloppenburg hochgeschnellt. Mit 86,1 Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen ist die kritische Marke von 50 deutlich überschritten, wie aus den Zahlen des Landesgesundheitsamtes hervorgeht (Stand Freitag, 9 Uhr).

Vion Schlachthof: Nach einem Corona-Ausbruch in der Firma, steigen auch die Fallzahlen im ganzen Landkreis an. (Quelle: imago images/Hollandse Hoogte)Vion Schlachthof: Nach einem Corona-Ausbruch in der Firma, steigen auch die Fallzahlen im ganzen Landkreis an. (Quelle: Hollandse Hoogte/imago images)

Demnach gab es 149 neue Fälle im Vergleich zum Vortag. In dem Vion-Schlachthof dürfen derzeit 7.000 Schweine täglich geschlachtet werden, hatte der Landkreis am Donnerstagabend mitgeteilt. Vor dem Ausbruch waren es bis zu 12.000.

Virologe Drosten warnt vor "Irrlichtern" bei öffentlichen Informationen

Der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, hat bei der Einschätzung der Gefährlichkeit des Coronavirus "Irrlichter" in der öffentlichen Information beklagt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Slowakei setzt Soldaten zur Kontaktnachverfolgung ein

In der Slowakei setzt die Regierung das Militär zur Unterstützung der Gesundheitsbehörden und des Medizinpersonals ein. In einem ersten Schritt sollen am Wochenende fast 270 Soldaten dabei helfen, die Kontakte von positiv getesteten Personen zurückzuverfolgen. Insgesamt stehen 1.500 Soldaten zur Verfügung. Die Zahl der neuen Positiv-Tests liegt aktuell mit 1.184 auf Rekordniveau. Damit steigen die Fälle in dem Land mit 5,5 Millionen Einwohnern auf insgesamt 16.910. Bislang starben 57 Menschen, die positiv getestet wurden. 370 Corona-Patienten befinden sich derzeit im Krankenhaus.

Corona-Übernachtungsverbot für Berliner in Brandenburg

Berliner können in Brandenburg wegen des hohen Anstiegs der Zahl der Corona-Infektionen in der Hauptstadt nicht mehr in Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen im Umland übernachten. Für sie gelte ein Beherbergungsverbot, weil es mehr als 50 neue Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gebe, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Potsdam mit.

Das betreffe nicht die vielen Berufspendler sowie Tagesausflügler und Besucher. Auch wer einen negativen ärztlich attestierten Corona-Test hat, der höchstens 48 Stunden vor Anreise gemacht wurde, oder zwingend notwendig verreist, etwa beruflich, darf übernachten – wenn man keine Covid-19-Symptome hat.

Tabu sind Übernachtungen in Brandenburg auch für Gäste aus Frankfurt/Main, Offenbach, der Freien Hansestadt Bremen, aus Hamm, Herne, Remscheid, Rosenheim sowie den Landkreisen Cloppenburg, Vechta und Wesermarsch in Niedersachsen und dem Kreis Esslingen in Baden-Württemberg. Berlin hatte den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner nach sieben Tagen am Donnerstag mit fast 53 übertroffen.

Köln und Essen knapp unter wichtiger Grenze bei Corona-Infektionen

Mit Köln und Essen liegen zwei nordrhein-westfälische Großstädte in der Corona-Pandemie nur noch ganz knapp unter der wichtigen Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit gab den Wert für Köln am Freitag mit 49,8 an (plus 4,4 im Vergleich zum Vortag), für Essen mit 48,4 (plus 5,0). Dafür gab es einen massiven Anstieg in Herne: Die Ruhrgebietsstadt kam auf einen Wert von 56,2 (plus 22,4 im Vergleich zum Vortag) und gilt damit jetzt als Corona-Risikogebiet.

Landesweit steckten sich 28,6 Menschen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen mit dem Coronavirus an, ein Plus von 1,6 im Vergleich zum Vortag. Nordrhein-Westfalen hat seit Tagen die höchste Ansteckungsrate aller deutschen Flächenländer.

Die nordrhein-westfälische Corona-Schutzverordnung schreibt vor, dass Kreise und kreisfreie Städte mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche zwingend Einschränkungen für das öffentliche Leben erlassen müssen. So bestimmt die Landesregierung unter anderem, dass Feiern außer Haus dann nur noch aus besonderem Anlass und mit höchstens 25 Teilnehmern erlaubt sind.

Mehrere Städte und Kreise hatten bei Überschreiten der 50er-Marke außerdem die Maskenpflicht im Schulunterricht wieder eingeführt, die Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen begrenzt oder bestimmt, dass sich in der Öffentlichkeit nur noch Gruppen aus maximal fünf Menschen treffen dürfen.

So sind die 7-Tage-Inzidenzen in anderen großen Städten in Deutschland: 

  • München: 36,4 
  • Köln: 49,8
  • Düsseldorf: 32,4
  • Freiburg: 22,5
  • Stuttgart: 43,7
  • Frankfurt am Main: 47
  • Essen: 48,4
  • Dortmund: 27,4
  • Leipzig: 7
  • Dresden: 19,1
  • Hamburg: 36,1

WHO meldet höchste Zahlen von Positiv-Tests weltweit

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet mit 338.779 die höchste Zahl von neuen Positiv-Tests seit dem Beginn der Epidemie weltweit. Die Zahl der Todesfälle sei um 5.514 angestiegen, heißt es auf der WHO-Website.

Auch in Deutschland stieg die Rate der positiven Tests nach RKI-Daten stark an und lag zuletzt bei 1,64 Prozent. In der Woche zuvor waren es 1,22 und davor 1,16 Prozent. Über 4.500 Menschen haben sich demnach neu mit dem Coronavirus infiziert. Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 487 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 239 davon wurden beatmet.

Kreuzfahrt-Chef Thamm schreibt Brandbrief an Bundesregierung

Der Vorstandschef der italienischen Kreuzfahrt-Reederei Costa Crociere ("AIDA", "Costa"), Michael Thamm, hat einem Medienbericht zufolge in einem Brandbrief die Bundesregierung dazu aufgefordert, ihre Pandemie-Bestimmungen zu lockern. So fordert der Manager in seinem Brief, die pauschalen Warnungen des Bundes vor Kreuzfahrten aufzuheben und die Kanaren aus der Liste der Risikogebiete "zum frühestmöglichen Zeitpunkt" zu streichen, wie "Bild" berichtet. 

Thamm warnt demnach zudem vor den Konsequenzen, die der Branche aus den staatlichen Verordnungen entstehen: "Durch die vollständige Einstellung des Geschäftsbetriebes in den vergangenen 6 Monaten sind in unserem Unternehmen bereits Einnahmeverluste in Höhe von EUR 1,5 Milliarden entstanden", zitierte das Blatt aus dem Schreiben, das an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Außenminister Heiko Maas (SPD) und Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) adressiert worden sei.

Lockdown wegen Coronakrise: Die Kreuzfahrtschiffe Aida blu und Aida perla liegen am Hamburg Cruise Center Steinwerder im Hamburger Hafen. (Quelle: imago images/Chris Emil Janßen)Lockdown wegen Coronakrise: Die Kreuzfahrtschiffe Aida blu und Aida perla liegen am Hamburg Cruise Center Steinwerder im Hamburger Hafen. (Quelle: Chris Emil Janßen/imago images)

EU-Kommission fordert einheitliche Kriterien für Risikogebiete

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen dringt die Europäische Kommission auf eine EU-weit einheitliche Definition von Risikogebieten sowie auf einen Verzicht von Grenzschließungen. "Ich fordere die Mitgliedstaaten dringend auf, in den kommenden Tagen schnell zu einer Vereinbarung zu kommen", sagte die zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission, Vera Jourova, der Zeitung "Die Welt" zur Festlegung von Kriterien für Risikogebiete. "Das schulden wir den Menschen in Europa."

Jourova hob hervor, dass die EU-Kommission bereits Anfang September eine Art Corona-Ampel für Europa empfohlen habe: "Wir haben vorgeschlagen, sich auf eine gemeinsame Karte mit grünen, orangen und roten Zonen zu einigen." Die Europäer bräuchten jetzt "Klarheit und Erwartungssicherheit" und keinen "Flickenteppich an Maßnahmen".

Die EU-Kommissarin warb außerdem dafür, "die Maßnahmen für Reisende, die sich in ein Risikogebiet oder zwischen zwei Risikogebieten bewegen, zu koordinieren". Damit solle ein Wirrwarr an Vorschriften für Corona-Tests und Quarantäne vermieden werden. Klar positionierte sich Jourova dagegen, wegen der Corona-Pandemie wie im Frühjahr erneut Grenzschließungen anzuordnen. "Einige Beschränkungen sind natürlich notwendig, aber eins ist klar: Das Corona-Virus ist in ganz Europa präsent, und wir werden es nicht durch Grenzschließungen in den Griff bekommen, sondern nur, indem wir zusammenarbeiten", sagte die EU-Kommissarin.

Bremens Bürgermeister: Alles tun, um Corona-Wert unter 50 zu drücken

Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) hat mit großer Sorge auf die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie in der Hansestadt reagiert. "Wir werden jetzt alles daran setzen, dass die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wieder unter den kritischen Wert von 50 gedrückt wird", sagte er der Deutschen Presse-Agentur vor einer für Freitag geplanten Schalt-Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit mehreren Bürgermeistern, darunter aus Berlin, Hamburg, Bremen sowie München, Frankfurt am Main und Köln.

Der Städtegipfel sei hilfreich, um sich über die aktuelle Lage in den Großstädten auszutauschen und gegebenenfalls auch eine gemeinsame Linie zu finden, betonte Bovenschulte. Von den steigenden Zahl der Neuinfektionen seien derzeit vielen Regionen in Deutschland betroffen, auch Bremen sei nicht verschont geblieben. Die Obergrenze von 50 Neuinfektionen war am Donnerstag in der Hansestadt gerissen worden. Seitdem gelten schärfere Regeln für private Feiern, öffentliche Veranstaltungen und auch für das Tragen von Masken.

Spanische Regierung droht Madrid mit Verhängung von Notstand

Die spanische Regierung fordert die Behörden der Hauptstadt Madrid auf, die vom Gesundheitsministerium angeordneten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus umzusetzen. Sollte dies nicht geschehen, würde der Notstand verhängt, um die Einhaltung des teilweisen Shutdowns auf diese Weise zu erzwingen. Am Donnerstag hatte ein Gericht in Madrid die Einschränkungen, die unter anderem ein Verbot von nicht notwendigen Reisen vorsehen, aufgehoben.

Mecklenburg-Vorpommern erlaubt Arbeit in Risikogebiet - Urlaub nicht

Wegen der stark gestiegenen Corona-Zahlen unter anderem in Berlin hat die Landesregierung in Schwerin im Eilverfahren die Corona-Regelungen für Mecklenburg-Vorpommern geändert. Demnach dürfen diejenigen, die in Regionen arbeiten, die zum Risikogebiet erklärt wurden, dort weiter ohne Einschränkung tätig sein. Das teilte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Donnerstagabend nach einer kurzfristig anberaumten außerordentlichen Kabinettssitzung mit. Einkaufsfahrten und touristische Besuche in Risiko-Gebieten fallen aber nicht unter die Neuregelungen. Solche Reisen zögen weiterhin eine 14-tägige Quarantäne nach sich, sagte Caffier.

Die vergleichsweise strikten Einreisebeschränkungen für Touristen nach Mecklenburg-Vorpommern wurden nicht gelockert. Die neuen Regelungen wurden unverzüglich wirksam..

Merkel will zweiten Lockdown verhindern 

Bundeskanzlerin Angela Merkel will in Anbetracht der ansteigenden Infektionszahlen einen zweiten Lockdown vermeiden. "Ich möchte nicht, dass sich eine Situation wie im Frühjahr wiederholt", sagte Merkel am Donnerstag bei einer Vollversammlung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Der Lockdown sei für die Bevölkerung ein folgenschwerer Einschnitt gewesen. Im ersten Halbjahr sei die deutsche Wirtschaft in eine "historisch schwere Rezession" gefallen. Trotz eines derzeit verbesserten Geschäftsklimas könne es noch keine Entwarnung geben, betonte Merkel.

Die Regierung habe versucht, zur Unterstützung der Betriebe passende Angebote zu machen, um glimpflich durch die Krise zu kommen. Viele Maßnahmen hätten sich als hilfreich erwiesen. Merkel sprach von einer außerordentlich hohen Neuverschuldung. Diese sei in dieser außergewöhnlichen Situation aber gerechtfertigt. Ab 2022 solle der Bund die grundgesetzliche Schuldenbremse wieder einhalten.

Frankfurt überschreitet Warnstufe

In Frankfurt ist die für den Verlauf der Corona-Pandemie wichtige Kennziffer von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den letzten sieben Tagen überschritten worden. Das teilte Hessens größte Stadt am Donnerstag mit. Die Stadt hat wegen der gestiegenen Infektionszahlen bereits Einschränkungen wie ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und eine Ausweitung der Maskenpflicht angekündigt.

So viele wie noch nie: Corona-Infektionszahlen in Österreich gestiegen

Die Zahl neu gemeldeter Corona-Fälle in Österreich hat erstmals die Spitzenwerte aus der Hochphase der Pandemie im Frühjahr überstiegen. Behörden zählten am Donnerstag 1.209 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, 613 davon allein in Wien. Acht neue Todesfälle wurden seit dem Vortag gemeldet. Im Krankenhaus liegen 506 Covid-19-Patienten, 107 davon auf der Intensivstation.

Die Zahlen seien mit dem Frühjahr nicht vergleichbar, weil mehr getestet werde, betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz in Wien. Er nannte die Situation dennoch schwierig. Etwa 10.000 Menschen galten am Donnerstag österreichweit als aktiv erkrankt, mehr als doppelt so viele wie vor einem Monat.

Die Corona-Ampel zur Bewertung der Lage innerhalb Österreichs könnte einem Medienbericht zufolge am Freitag erstmals für einige Bezirke die höchste Warnstufe rot zeigen. Anschober sagte, er wolle der am Donnerstag beratenden Experten-Kommission zur Ampel nicht vorgreifen. Die Corona-Ampel bewertet neben den Infektionszahlen der vergangenen sieben Tage auch Faktoren wie das Alter der Erkrankten, die Krankenhauskapazitäten und die Nachverfolgbarkeit der Ansteckungen.

Corona-Ausbruch an englischer Universität

An der Universität von Leeds haben sich binnen einer Woche über 550 Personen mit Corona infiziert. Das geht aus einem Bericht der englischen Institution hervor. Bei den Infizierten handelt es sich fast ausnahmslos um Studierende. Von den Mitarbeitern wurden nur drei positiv auf das Virus getestet. 

Die Universität im Norden Englands bietet ihren Mitarbeitern und Studierenden kostenlose Corona-Tests an. Derzeit sind dort 38.000 Studenten eingeschrieben und 9.200 Menschen angestellt. 

Lothar Wieler: Der Chef des Robert Koch-Instituts informiert über die aktuelle Lage der Corona-Pandemie. (Quelle: imago images/phototek)Lothar Wieler: Der Chef des Robert Koch-Instituts informiert über die aktuelle Lage der Corona-Pandemie. (Quelle: phototek/imago images)

RKI warnt vor unkontrollierter Verbreitung von Coronavirus

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat sich angesichts der Entwicklung der Corona-Zahlen in Deutschland besorgt geäußert. Mehr dazu lesen Sie hier.

Brasilien meldet fünf Millionen infizierte – Frankreich kündigt Maßnahmen an

Über fünf Millionen Menschen haben sich in Brasilien mit dem Corona-Virus infiziert. Das geht aus Daten des brasilianischen Gesundheitsministeriums hervor. Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien damit die meisten Corona-Infektionen. Insgesamt 148.228 Menschen sind in Brasilien im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. 

Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bislang bekannt und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. 

Auch in Frankreich steigen die Corona-Fallzahlen. Mit 18.746 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden erreichte Frankreich am Mittwoch einen neuen Tageshöchststand. Präsident Emmanuel Macron kündigte deshalb weitere Maßnahmen an: "Wir müssen uns auf den Weg zu zusätzlichen Einschränkungen machen", sagte er dem Sender "TF1".

Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran hat für Donnerstag 18.00 Uhr einen neuen Lagebericht angekündigt. 

Corona-Neuinfektionen in Deutschland steigen sprunghaft auf über 4.000

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist sprunghaft auf mehr als 4.000 binnen eines Tages angestiegen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bericht: Kapazität der Berliner Corona-Labore zu 95 Prozent ausgeschöpft

Die Kapazität der Corona-Labore in Berlin war in der vergangenen Woche einem rbb-Bericht zufolge bereits zu 95 Prozent ausgeschöpft. "Die Labore arbeiten im Moment am Limit, um die Ergebnisse möglichst schnell zu liefern", sagte Cornelia Wanke, Geschäftsführerin der Fachgemeinschaft Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), im Gespräch mit rbb24. Sollte die Zahl der eingesendeten Proben in Berlin in den kommenden Wochen weiter zunehmen, sei mit ersten Verzögerungen bei den Befunden zu rechnen.

In der Millionenstadt steigen die Corona-Zahlen seit Tagen sehr schnell. Und seit Dienstag ist klar: Berliner, die im Herbst Urlaub in Deutschland planen, müssen in den meisten Bundesländern bei Anreise wohl bald einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen, damit Beherbergungsbetriebe sie aufnehmen. Diese Regel gilt vielerorts für Gäste aus Orten, in denen es an den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner mehr als 50 nachweislich Infizierte gab. Am Dienstag lag der Wert für Berlin knapp darunter: bei 47,2.

In der Woche bis zum 4. Oktober wurden nach Angaben der Fachgemeinschaft rund 52.500 Proben auf das Coronavirus analysiert. Die Kapazitätsgrenze liegt in Berlin laut Wanke bei 55.080 Tests pro Woche.

Schlachthof in Sögel geschlossen: 112 Corona-Fälle

Der Schlachthof Weidemark im emsländischen Sögel wird vorübergehend geschlossen. Inzwischen seien 112 Beschäftigte des Fleischbetriebs mit dem Coronavirus infiziert, teilte der Landkreis Emsland mit. Die Schlachtung ende am Freitag, bis Sonntag werde noch zerlegt, danach werde der Betrieb mit rund 2.000 Mitarbeitern voraussichtlich 22 Tage dicht sein. "Diese Regelung ist wichtig, um zu vermeiden, dass es zu einer exponentiellen Verbreitung des Virus in der Belegschaft, aber auch außerhalb des Schlachthofes kommt", hieß es in der Mitteilung.

Der Fleischkonzern Tönnies hat sich gegen die vorübergehende Schließung seines Standorts im Emsland gewehrt. Es sei eine einstweilige Verfügung gegen die Entscheidung des Landkreises beantragt worden, teilte der zu Tönnies gehörende Schlachthof Weidemark mit. "Die Schließungsverfügung heute zu erlassen, ist für uns nicht verhältnismäßig", erklärte Weidemark-Geschäftsführer Christopher Rengstorf. Die Lage der Schweinebauern würde sich durch die vorübergehende Schließung des Schlachthofs in Sögel dramatisch zuspitzen.

In den vergangenen Tagen habe das Unternehmen außerdem zahlreiche Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor Infektionen getroffen, wie beispielsweise tägliche Corona-Tests für die Mitarbeiter. Nach Angaben des Unternehmens sank die Zahl der Neuinfektionen am Dienstag auf sieben.

Auch in einem Schlachthof in Emstek (Landkreis Cloppenburg) stieg die Zahl der Infizierten. Es seien bei Tests unter Mitarbeitern in den vergangenen Tagen insgesamt 63 Fälle bekanntgeworden, teilte Landrat Johann Wimberg (CDU) mit. Der Schwerpunkt der Infektionen sei im Bereich der Grobzerlegung festgestellt worden. Mitarbeiter im Bereich der Schlachtung seien hingegen kaum betroffen. Der Betrieb in dem zum Vion-Konzern gehörenden Schlachthof solle zunächst eingeschränkt, aber nicht komplett heruntergefahren werden.

Neuer Höchststand bei Corona-Neuinfektionen in Frankreich

Frankreich hat mit 18.746 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen Tages-Höchststand erzielt. Wie die Behörden am Mittwochabend mitteilten, wurde damit der bisherige höchste Wert von 16.972 neuen Fällen vom vergangenen Wochenende deutlich überschritten.

Die Corona-Lage in Frankreich ist sehr angespannt. Bis auf die an Deutschland grenzende Region Grand Est und die Insel Korsika gilt für Frankreich eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Gesundheitsminister Olivier Véran will am diesem Donnerstag über die aktuelle Lage berichten. Staatschef Emmanuel Macron stimmte die Franzosen bei einem TV-Interview am Abend bereits auf zusätzliche Einschränkungen ein, wie es sie in den Metropolen Paris und Marseille bereits gibt. Ins Detail ging der 42-Jährige dabei aber nicht.

"Das Virus zirkuliert seit einigen Wochen schneller", sagte der Staatschef den Fernsehsendern TF1 und France2 im dem südfranzösischen Ort Saint-Martin-Vésubie, der am vergangenen Freitag stark von Unwettern und Überschwemmungen getroffen worden war. "Wir müssen uns auf den Weg zu zusätzlichen Einschränkungen machen."

Bisher starben in der Covid-19-Pandemie rund 32.500 Menschen. In vielen Städten Frankreichs gilt die Maskenpflicht auch unter freiem Himmel. Im Kampf gegen das Coronavirus mussten in Paris und Umgebung Bars und Cafés für zwei Wochen schließen. Wegen der ernsten Corona-Lage hatte Frankreichs Regierung zu Wochenbeginn die "maximale Alarmstufe" in der Hauptstadtregion ausgerufen.

Bremen überschreitet Corona-Inzidenzwert von 50

Die Stadt Bremen hat erstmals die Grenze von 50 Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Das teilten die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mit. Der Wert liege bei 57,6. Damit gelten in der Hansestadt automatisch schärfere Regeln unter anderem für private Feiern und Großveranstaltungen. Ob der SPD-Landesparteitag am Samstag unter diesen Bedingungen stattfinden kann, ist unklar. Es wird eine Verschiebung auf 2021 geprüft.

Schon am Dienstag hatten die Behörden eine Zunahme der bestätigten Corona-Fälle um 70 für die Stadt Bremen gemeldet. Das war der bislang stärkste Anstieg. Am Mittwoch lag diese Zahl sogar bei 99. Der Senat hatte am Dienstag mehrere Maßnahmen für den Fall beschlossen, dass die 50er-Grenze überschritten wird.

Die Bremer Innenstadt: Ab sofort gelten schärfere Maßnahmen wegen der stark gestiegenen Corona-Zahlen. (Quelle: imago images/Eckhard Stengel)Die Bremer Innenstadt: Ab sofort gelten schärfere Maßnahmen wegen der stark gestiegenen Corona-Zahlen. (Quelle: Eckhard Stengel/imago images)

Unter anderem sind alle Veranstaltungen, bei denen Alkohol ausgeschenkt wird, auf maximal 25 Teilnehmer beschränkt. Für Veranstaltungen – etwas Theater oder Lesungen – ohne Alkoholausschank liegt die Grenze bei 100 Teilnehmern. Bislang gelten Obergrenzen von 250 in Innen- und 400 im Außenraum. Auch die Maskenpflicht soll verschärft werden. Für Privatfeiern gilt eine Begrenzung auf 25 Teilnehmer. Für private Feiern in Wohnungen gibt es die "dringende Empfehlung" die Zahl der Gäste auf zehn zu beschränken. Auch für den "Freipark" – die deutlich abgespeckte Ersatzveranstaltung für das Bremer Volksfest Freimarkt – ist mit dem Überschreiten des Grenzwertes zunächst Schluss. Er muss sofort unterbrochen werden. Die Besucherzahlen waren bereits von 6.000 auf 3.000 reduziert worden.

"Diese Maßnahmen gelten solange, bis der Inzidenzwert stabil unter 50 liegt", hieß es in einer Pressemitteilung. Die Regelung gilt nur für Stadtgemeinde Bremen und nicht für das zum Bundesland Bremen gehörende Bremerhaven. Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) hatte am Dienstag betont, dass die Situation in Krankenhäusern und auf Intensivstationen "in keinster Weise" besorgniserregend sei. Diese seien nicht über Gebühr belastet.

WHO zeigt sich besorgt über Zunahme von Fällen in der Karibik

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt sich besorgt über einen Anstieg von Fällen in der Karibik. Die für Nord- und Südamerika zuständige WHO-Direktorin Carissa Etienne nennt dabei ausdrücklich Kuba und Jamaika. Insgesamt habe sich der Grad der Übertragung in mehr als zehn Staaten der Region von moderat auf intensiv verschlimmert. Positiv sei dagegen, dass in Nord- und Südamerika die Zahl der schweren Verläufe abgenommen habe.

Italien führt landesweite Maskenpflicht im Freien ein

Im Kampf gegen wieder steigende Corona-Infektionszahlen hat Italiens Regierung am Mittwoch eine landesweite Maskenpflicht im Freien beschlossen. Ausnahmen gebe es nur für Kinder im Alter unter sechs Jahren und für Menschen mit Krankheiten oder Einschränkungen, die mit dem Tragen einer Gesichtsmaske nicht zu vereinbaren seien, sagte die stellvertretende Gesundheitsministerin Sandra Zampa dem TV-Sender RAI. Auch in bestimmten Situationen, in denen man alleine sei – etwa in einem Park –, gelte die Pflicht nicht. Unklar blieb zunächst, ab wann genau diese neue Maßnahme in Kraft treten soll. Beobachter sagten, sie werde wahrscheinlich schon von Donnerstag an gelten.

Das Tragen von Gesichtsmasken im Freien war bisher bereits in einigen italienischen Regionen Pflicht, darunter auch in Kampanien und Latium, die Neapel und Italiens Hauptstadt Rom einschließen. Bisher müssen die Schutzmasken national hauptsächlich in geschlossenen Räumen wie Läden und Büros sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln aufgesetzt werden. Die Regierung beschloss am Mittwoch ferner, den wegen der Corona-Pandemie ausgerufenen Notzustand über den 15. Oktober hinaus bis zum 31. Januar zu verlängern, wie ein Sprecher sagte. Der Notstand wird in Italien oft nach Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen ausgerufen, um eine besondere Koordinierung der Einsatzkräfte zu gewährleisten und Bürokratie zu vermeiden.

Die Behörden verzeichneten in den jüngsten Wochen einen erheblichen Anstieg der Infektionszahlen. Obwohl die Pandemie bisher als unter Kontrolle gilt, wuchs die Angst vor einer zweiten Welle deutlich. Nach den jüngsten, bislang vorliegenden Zahlen gab es am Dienstag 2.677 neu registrierte Corona-Ansteckungen in 24 Stunden, 28 Menschen starben mit oder an der Viruskrankheit. Die Zahl der Toten in Italien übersprang damit die Marke von 36.000. Mehr als 330.000 Menschen infizierten sich bisher mit dem Virus Sars-CoV-2.

Markus Söder: Bayerns Ministerpräsident hat ein Beherbergungsverbot für Deutsche aus Corona-Hotspots ausgesprochen.  (Quelle: imago images/Sven Simon)Markus Söder: Bayerns Ministerpräsident hat ein Beherbergungsverbot für Deutsche aus Corona-Hotspots ausgesprochen. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Söder kündigt Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots an

Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots ohne negativen Corona-Test dürfen von diesem Donnerstag an nicht mehr in bayerischen Hotels und Gaststätten übernachten. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München an. Das sogenannte Beherbergungsverbot soll demnach für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen gelten.

Die genauen Gebiete müssen allerdings noch vom bayerischen Gesundheitsministerium benannt werden. Söder erklärte, dies bedeute "eine Testpflicht de facto für Urlauber, die aus Risikogebieten nach Bayern kommen". Denn wer einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen kann, darf auch weiterhin in Hotels in Bayern übernachten.

Cafés und Bars in Brüssel müssen für einen Monat schließen

Wegen sehr hoher Corona-Zahlen müssen Cafés und Bars in der belgischen Hauptstadt Brüssel erneut schließen. Dies entschieden die Bürgermeister der 19 Brüsseler Kommunen am Mittwoch, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Die Vorgaben gelten demnach von diesem Donnerstag an für einen Monat. Restaurants dürfen offen bleiben. Schon zu Beginn der Corona-Krise war das Gastgewerbe in Belgien monatelang dicht.

Bereits am Dienstag waren die Corona-Regeln für das gesamte Land verschärft worden. So sollen die Bürger von Freitag an pro Monat nur noch mit drei Personen außerhalb der Familie engen Kontakt pflegen. Im Café dürfen nur noch vier Leute zusammensitzen. Um 23.00 Uhr ist Sperrstunde. Arbeit von zuhause aus wird dringend empfohlen.

Aufgrund der Infektionszahlen gilt für ganz Belgien derzeit eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Am höchsten sind die Zahlen in Brüssel. Hier liegt die sogenannte 14-Tage-Inzidenz – also die Anzahl an Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen zwei Wochen – über 500. In ganz Belgien beträgt sie 245.

Einzelhandelsverband: 50.000 Geschäfte droht Pleite

Der Einzelhandelsverband HDE warnt vor einer Insolvenzwelle im kommenden Jahr. Wenn dann die Befreiung von der Insolvenzantragspflicht auslaufe, würden auf einen Schlag viele Geschäfte in die Pleite gehen, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Gent dem "Merkur". In den kommenden Jahren drohe 50.000 Geschäften das Aus. Durch die Pandemie blühe der Online-Handel zu Lasten der Geschäfte in Innenstädten.

US-Gesundheitsbehörde verschärft Zulassungskriterien für Impfstoffe

Die US-Gesundheitsbehörde FDA schraubt die Anforderungen für die Zulassung von Coronavirus-Impfstoffen nach oben. Es müsse zwei Monate lang bei der Hälfte der Testpersonen einer Impfstoffstudie die Wirkung beobachtet werden, teilte die Behörde am späten Dienstag mit. Damit ist es unwahrscheinlich, dass noch vor den US-Präsidentschaftswahlen ein Impfstoff vorliegt. "Bei der Erteilung einer Notfallgenehmigung für ein Covid-19-Impfstoff ist Offenheit und Klarheit angebracht und entscheidend für das Vertrauen der Öffentlichkeit das Vakzin", sagte Dr. Peter Marks, der verantwortliche FDA-Direktor für die Zulassung von Impfstoffen.

Ein hochrangiger Regierungsbeamter bestätigte, dass das Weiße Haus das Vorgehen der FDA gebilligt habe, was die Hoffnungen von Präsident Donald Trump auf einen Impfstoff noch vor den Wahlen in vier Wochen untergräbt. Trump äußerte sein Missfallen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: "Neue FDA-Regeln erschweren es, die Zulassung von Impfstoffen vor dem Wahltag zu beschleunigen. Nur eine weitere heimtückische politische Attacke!" 

Das Weiße Haus könnte dennoch die Zulassung eines Impfstoffs ohne die zusätzlichen Daten aus der zweimonatigen Beobachtungsphase erzwingen. Dies würde die Regierung in direkten Gegensatz zur FDA setzen und vermuten lassen, dass die Politik bei der Zulassung eines Impfstoffes eine Rolle spiele. 

Der US-Pharmakonzern Pfizer ist in Kooperation mit dem Mainzer Unternehmen BioNTech voraussichtlich der Erste, der Ergebnisse aus einer klinischen Studie der Phase-III in den USA bekanntgeben könnte. Etwa die Hälfte der 44.000 Probanden hatte die abschließende Dosis des experimentellen Impfstoffkandidaten Ende September erhalten. 

Neuseeland hat Corona wieder im Griff

Neuseeland hat nach Angaben der Regierung die Ausbreitung des Coronavirus zum zweiten Mal seit Beginn der Pandemie in den Griff bekommen. "Das ist ein großer Meilenstein. Die Neuseeländer haben das Virus erneut durch ihr gemeinsames Handeln zum Schweigen gebracht", teilte Gesundheitsminister Chris Hipkins am Mittwoch mit. Gleichzeitig forderte er die Bevölkerung auf, weiter wachsam zu sein, um Rückfälle zu vermeiden. Der Inselstaat im Südpazifik hat seit zwölf Tagen keine lokale Neuansteckung mehr verzeichnet.

Neuseeland mit seinen knapp fünf Millionen Einwohnern ist dank strikter Maßnahmen bislang vergleichsweise glimpflich durch die Krise gekommen. Im Juni hatte sich das Land für coronafrei erklärt und war zu einer relativen Normalität zurückgekehrt.

Berlin verschärft Corona-Maßnahmen

Wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen in Deutschlands Hauptstadt wurden am Dienstagabend neue Maßnahmen verkündet. Diese betreffen Restaurants, Bars, Geschäfte und private Treffen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Spanien meldet höchste Zahl an Corona-Todesopfern seit April

In Spanien sind innerhalb von 24 Stunden so viele Todesfälle nach einer Infektion mit dem Corona-Virus erfasst worden wie seit fünfeinhalb Monaten nicht mehr. Innerhalb eines einzigen Tages seien aus den verschiedenen Regionen insgesamt 261 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstagabend in Madrid mit. Das ist der höchste Wert seit dem 25. April. Damals wurden 280 Todesopfer gezählt.

Die höchste Opferzahl der vergangenen Monate war am 22. September mit 112 angegeben worden. Ein Ministeriumssprecher betonte, der starke Anstieg vom Dienstag sei mutmaßlich auf Verzögerungen bei den Meldungen aus den Regionen zurückzuführen. Einschließlich nachgemeldeter Fälle wurden am Dienstag knapp 12.000 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der Ansteckungen kletterte damit auf mehr als 825.000. Bei der Gesamtzahl der Todesopfer (32.486) liegt Spanien allerdings hinter Großbritannien und Italien.

Besonders große Sorgen bereitet weiterhin Madrid. Auf die Region um die Hauptstadt entfielen wieder mehr als 40 Prozent aller Neuinfektionen. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz – die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner – lag dort bei 293. Zur Eindämmung der Pandemie sind seit Freitagabend die Hauptstadt und neun weitere Gemeinden der "Comunidad Autónoma" abgeriegelt. Diese Städte dürfen zwei Wochen lang nur mit triftigen Gründen verlassen oder betreten werden – etwa, um zur Arbeit zu fahren

Söder: Corona in Berlin "am Rande der Nicht-mehr-Kontrollierbarkeit"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Verantwortlichen in der Bundeshauptstadt zu einem entschiedeneren Kampf gegen die steigenden Berliner Corona-Zahlen aufgerufen. "Mir macht die Berliner Situation ausdrücklich Sorgen. Ich befürchte, das ist am Rande der Nicht-mehr-Kontrollierbarkeit", sagte Söder am Dienstag vor einer Kabinettssitzung in München. Er verwies darauf, dass München es mit verschärften Anti-Corona-Maßnahmen geschafft habe, den Anstieg der Infektionszahlen zu bremsen. Dazu zählten etwa eine zeitweilige Maskenpflicht in Teilen der Innenstadt und zeitweilige strengere Kontaktbeschränkungen. Man könne nur "dringend raten", solche Maßnahmen zu ergreifen, sagte Söder Richtung Berlin.

Er habe den Eindruck, die Berliner Gesundheitssenatorin kämpfe sehr. "Aber sie wird ein Stück weit allein gelassen." Angesichts des "seltsamen Systems" von Bezirksregierungen gebe es dort kaum eine einheitliche Strategie. Man sei in Berlin an einer "gefährlichen Schwelle" – das sage er aber mit Sorge, nicht mit einem Zeigefinger. Manche Anti-Corona-Maßnahmen würden in Berlin aber entweder nicht oder kaum vollzogen – das sei der Eindruck, den viele aktuell hätten.

"Wir wollen auf keinen Fall eine Situation haben wie in Madrid, wir wollen keine Situation haben wie in Paris, dass wieder im Prinzip ein kompletter Lockdown erfolgen muss, dass wieder das öffentliche Leben auf Null gestellt wird", betonte Söder. So etwas wolle man in Deutschland nicht wieder haben. Er warnte vor erheblichen Auswirkungen auf Schulen, Kitas, Wirtschaft und Gesellschaft. "Mehr Maske, weniger Alkohol und kleinere Partys – nur so können wir die Infektionsausbreitung in den Griff bekommen", betonte Söder. "Wir machen uns wirklich Sorgen, wie das weitergeht in Deutschland", sagte Söder und fügte hinzu: "Die Lage ist sehr unsicher." Man müsse deshalb weiter mit einem hohen Maß an Disziplin und Vernunft agieren. "Dann, glaube ich, können wir auch diesen Winter gut überstehen."

Markus Söder: Der bayrische Ministerpräsident warnt vor den steigenden Infektionszahlen in Berlin. (Quelle: imago images/Sven Simon)Markus Söder: Der bayrische Ministerpräsident warnt vor den steigenden Infektionszahlen in Berlin. (Quelle: Sven Simon/imago images)

WHO-Chef erwartet Covid-19-Impfstoff zum Jahresende

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, rechnet mit einem Impfstoff gegen Covid-19 bis zum Ende des Jahres. "Wir werden Impfstoffe benötigen, und es gibt die Hoffnung, dass wir bis zum Ende dieses Jahres einen Impfstoff haben. Es gibt Hoffnung," sagt Ghebreyesus. Einzelheiten nennt der WHO-Chef nicht.

Frankfurt verhängt Alkoholverbot auf Plätzen und Sperrstunde

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Frankfurt am Main hat der Verwaltungsstab der Stadt eine Reihe von Einschränkungen beschlossen. Voraussichtlich von Freitag an und bis Ende kommender Woche werde für Gaststätten eine Sperrstunde von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr eingeführt, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Im öffentlichen Raum – auf Plätzen, Straßen und Grünflächen – werde Alkoholkonsum verboten. In Einkaufspassagen und großen Einkaufsstraßen wie der Zeil werde eine Maskenpflicht eingeführt. "Wir müssen jetzt reagieren, sonst verspielen wir die erreichten Erfolge", betonte Feldmann.

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) rechnet damit, dass schon in den nächsten Tagen die Zahl von 50 Infizierten je 100.000 Einwohnern an sieben aufeinanderfolgenden Tagen überschritten werden könnte, wie er sagte. Das entspricht der Warnstufe Rot des Eskalationskonzepts des Landes. Am Dienstagvormittag betrug diese sogenannte 7-Tage-Inzidenz in Frankfurt 46,5 Fälle.

Corona-Ausbruch bei Feier: Firma muss 700 Mitarbeiter testen

Nachdem sich mehrere Menschen bei einer Familienfeier in Mittelhessen mit dem Coronavirus angesteckt haben, sollen 700 Mitarbeiter einer Firma getestet werden. Wie das Design-Unternehmen am Dienstag bestätigte, habe sie ihre beiden Werke in Marburg und Fronhausen vorübergehend geschlossen. Zuvor hatten weitere Medien berichtet.

Wie der Landkreis Marburg-Biedenkopf mitteilte, seien 13 Mitarbeiter inzwischen positiv getestet worden. Die private Feier fand nach Angaben des Landkreises Ende September in einem Gastronomiebetrieb im benachbarten Landkreis Gießen statt. Von 25 der 27 Anwesenden lagen am Montag positive Nachweise vor.

Corona-Impfstoff geht in Zulassungsprozess

Der vom Mainzer Unternehmen Biontech entwickelte Corona-Impfstoffkandidat geht in den Zulassungsprozess. Biontech ist damit das erste deutsche Unternehmen und mit AstraZeneca das zweite insgesamt, das bei der EMA für diesen Prozess zugelassen wurde. Mehr dazu lesen Sie hier.

WHO sieht steigende Corona-Müdigkeit in Europa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht in Europa eine wachsende Corona-"Müdigkeit" in der Bevölkerung. In einigen Ländern seien 60 Prozent der Bürger der wegen des Virus ergriffenen Schutzmaßnahmen "müde", erklärte am Dienstag der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge. Er rief die Regierungen auf, gemeinsam mit der Öffentlichkeit nach "neuen und innovativen" Wegen zu suchen, um den Kampf gegen das Virus neu zu beleben.

Kluge bescheinigte den Bürgern in Europa, in den vergangenen Monaten "große Opfer" gebracht zu haben, um die Ausbreitung des Coronavirus unter Kontrolle zu bringen. Da sei es nur verständlich, dass sich inzwischen eine gewisse "Apathie" breitgemacht habe.

Weitere spanische Städte werden wegen Corona abgeriegelt

Wegen stark steigender Corona-Zahlen werden nach Madrid und neun Kommunen im Umland zwei weitere spanische Städte im Nordwesten des Landes weitgehend abgeriegelt. Betroffen ist die Provinzhauptstadt León mit 124.000 Einwohnern und die südöstlich gelegene Stadt Palencia mit 78.000 Einwohnern. Die Maßnahmen in der autonomen Region Kastilien und in León würden am Dienstag für zunächst 14 Tage in Kraft treten, berichteten spanische Medien am Montag unter Berufung auf die regionale Gesundheitsministerin Verónica Casado. Die Bürger dürften zwar ihre Wohnungen verlassen, die Stadtgrenzen aber nur aus triftigem Grund überqueren.

In beiden Städten lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen bei über 500. Das ist ein sehr hoher Wert, in Deutschland liegt er auf sieben Tage gerechnet bei nur 15,3. Ab der Marke von 500 müssen in Spanien Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern die Bewegungsfreiheit der Bürger einschränken, wenn zugleich mehr als zehn Prozent aller Corona-Tests positiv ausfallen und mehr als 35 Prozent der Betten auf Intensivstationen mit Covid-19-Patienten belegt sind. Kleinere Städte sollten ähnlich verfahren.

Weißes Haus lehnt strengeres Genehmigungsverfahren für Impfstoffe ab

Die von der US-Gesundheitsbehörde FDA vorgeschlagenen strengeren Richtlinien für die Notfallzulassung von Coronavirus-Impfstoffen stoßen einem Medienbericht zufolge bei hochrangigen Regierungsmitgliedern in Washington auf Ablehnung.

Der Stabschef des Weißen Hauses, Mark Meadows, spreche sich gegen die Bestimmung aus, die eine Zulassung eines Impfstoffes erst nach den Wahlen am 3. November ermöglichen würde, schreibt die Zeitung "New York Times" unter Berufung auf mit dem Genehmigungsverfahren vertraute Personen.

RKI meldet erneut mehr als 2.500 Neuinfektionen an einem Tag

Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2.639 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen bekanntgab. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ab Dienstag gilt Maskenpflicht im Bundestag

Im Deutschen Bundestag gilt von Dienstag an eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Das habe Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) mit Blick auf die ernstzunehmende Entwicklung der Coronavirus-Pandemie entschieden, teilte die Parlamentsverwaltung am Montag in Berlin mit.

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