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Corona-News: Demos in mehreren Städten – Polizei greift ein

Newsblog zu Covid-19  

Corona-Demos in mehreren Städten: Polizei greift ein

17.04.2021, 17:44 Uhr | AFP, dpa, rtr, t-online

Corona-News: Demos in mehreren Städten – Polizei greift ein. Demonstranten und Polizisten in Berlin: In mehreren Städten gingen am Samstag Menschen gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße. (Quelle: Reuters/Christian Mang)

Demonstranten und Polizisten in Berlin: In mehreren Städten gingen am Samstag Menschen gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße. (Quelle: Christian Mang/Reuters)

In mehreren deutschen Großstädten waren Proteste gegen die Corona-Auflagen geplant, nicht immer wurden sie auch erlaubt. Sogar das Bundesverfassungsgericht musste sich damit beschäftigen. Alle Infos im Newsblog.

Weltweit haben sich laut Johns-Hopkins-Universität mehr als 139,6 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als drei Millionen Erkrankte sind gestorben. In Deutschland sind mehr als drei Millionen Menschen positiv getestet worden, wie das Robert Koch-Institut mitteilt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei mehr als 79.500 (Stand: 17. April).  

 

Corona-Demos in mehreren Städten: Polizei greift ein

In mehreren deutschen Großstädten waren am Samstag Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen geplant: In Dresden reagierte die Polizei, noch bevor sich größere Gruppen zu den verbotenen Protesten zusammenfinden konnten. Im Dresdner Hauptbahnhof stoppte sie zwei kleinere Gruppen von mutmaßlichen Corona-Protestlern bei der Einreise. Es handele sich jeweils um rund ein Dutzend Menschen, so ein Polizeisprecher. Im Zuge der Gefahrenabwehr wurden Platzverweise ausgesprochen und die Gruppen zurück nach Leipzig und Zwickau geschickt. Zudem seien mehrere kleine Gruppen im Stadtgebiet unterwegs.

In Wiesbaden stoppte die Polizei mehrere hundert Menschen aus dem Umfeld einer "Querdenken"-Demonstration auf dem Weg in die Innenstadt. Wie ein Sprecher sagte, hätten die Demonstranten damit am Samstagnachmittag gegen geltende Auflagen verstoßen. Zuvor waren mehrere Kundgebungen mit mehreren hundert Teilnehmern in der Landeshauptstadt abgehalten worden, die sich gegen die Corona-Regeln von Bund und Ländern richteten. Auch Gegendemonstranten seien nach Wiesbaden gekommen. Wie der Polizeisprecher weiterhin sagte, war die Demonstration der "Querdenker" vom Veranstalter zwar am Nachmittag beendet worden, doch hätten sich etwa 300 Menschen von den Reisinger-Anlagen aus auf den Weg in die Innenstadt gemacht. Daraufhin habe die Polizei eingreifen müssen. 

In Stuttgart ist die Polizei derweil mit einem Großaufgebot im Einsatz, um  das Verbot der Demos und die Einhaltung der Maskenpflicht durchzusetzen. Die Organisatoren zweier Versammlungen hatten sich bis hin zum Bundesverfassungsgericht gegen das Verbot gewehrt – allerdings ohne Erfolg. Hier lesen Sie mehr. In Berlin zogen Hunderte Camping-Freunde mit Wohnmobilen und Wohnwagen durch die Stadt. Sie fordern eine sofortige Öffnung der Stell- und Campingplätze. Hier lesen Sie mehr.

Zahl der belegten Intensivbetten in Deutschland gestiegen

Die Zahl der in Krankenhäusern registrierten Corona-Intensivpatienten ist am Samstag nach Angaben des Registers der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin auf 4.760 gestiegen.

Zuvor hatten die Intensivmediziner vor einer "dramatischen Lage" in deutschen Krankenhäusern gewarnt. "Wir haben zwar noch einige Betten in einigen Regionen frei, aber es gibt Ballungsgebiete wie Köln, Bremen und Berlin, wo es richtig knapp wird", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, im Podcast "Leben in Zeiten von Corona" der Zeitung "Mannheimer Morgen".

Saarland verschärft Corona-Maßnahmen leicht 

Das Saarland verschärft seine Corona-Maßnahmen für die Modellregion wegen des "gesteigerten Infektionsgeschehens" leicht. In allen Bereichen, wo bisher eine Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung bestand, sei ab Montag eine medizinische Maske Pflicht, teilte Regierungschef Tobias Hans (CDU) mit. Bei der Testpflicht in der Außengastronomie, Theater und Konzerten gebe es dann keine Ausnahmen mehr. An Grund- und Förderschulen werde zudem eine Testpflicht vorbereitet.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Samstag stieg die Zahl der Neuinfizierten im Saarland um 137 auf 34.434. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 114. Die Regierung erklärte, es bleibe bei der bisherigen Ampelstufe gelb. Hans rief dazu auf, weiterhin Kontakte im privaten wie auch im beruflichen Bereich "deutlich" zu reduzieren und insbesondere auf eine breitangelegte Testung zu setzen.

Das Saarland hatte am Dienstag nach Ostern mit einem umstrittenen Corona-Modellversuch begonnen. Verschiedene Bereiche dürfen seitdem bei Vorlage eines negativen Tests wieder öffnen. Zudem dürfen sich draußen bis zu zehn Menschen treffen, wenn alle einen aktuellen negativen Schnelltest vorlegen können. Bei hohen Inzidenzen sollen Öffnungsschritte wieder rückgängig gemacht werden. Hans verteidigte seinen Sonderweg zuletzt. Hier lesen Sie mehr. 

Mecklenburg-Vorpommern schränkt Einreise ein

Wegen der bundesweit hohen Corona-Infektionszahlen schränkt Mecklenburg-Vorpommern die Regeln zur Einreise in das Küstenland weiter ein. Mehr dazu lesen Sie hier.

Zahl der weltweiten Corona-Todesopfer übersteigt Drei-Millionen-Marke

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie sind über drei Millionen Menschen in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Genauer vermeldete die Johns Hopkins Universität am Samstag 3.001.068 Corona-Todesfälle. Die meisten Corona-Todesopfer beklagen die USA (566.224 Tote), gefolgt von Brasilien, Mexiko und Indien.

In Deutschland sind bislang fast 80.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Damit gehört Deutschland im weltweiten Vergleich zu den zehn Ländern mit den meisten Corona-Toten.

Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden an Long-Covid-Folgen

Viele Menschen, die mit Corona infiziert waren, leiden auch Monate später an Symptomen wie schneller Erschöpfung und eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Davon sind auch immer mehr Kinder und Jugendliche betroffen. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Tausende Verfahren wegen Betrugs bei Corona-Soforthilfen

Mit Soforthilfen wollte der Staat Unternehmen schnell und unbürokratisch durch die Corona-Krise helfen – es besteht aber der Verdacht, dass sie in Tausenden Fällen missbraucht wurden. Im Zusammenhang mit den Hilfen aus dem Frühjahr 2020 gebe es rund 15.000 Strafanzeigen und Ermittlungsverfahren, heißt es in der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der AfD-Fraktion, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Eine hohe Dunkelziffer sei wahrscheinlich.

Die mit Abstand meisten Strafanzeigen gab es mit mehr als 4.300 in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Hessen und Berlin. Zuletzt hatte die Bundesregierung im März wegen Betrugsverdachts die Auszahlung von Abschlagszahlungen gestoppt, nach wenigen Tagen aber wieder aufgenommen. Der AfD-Abgeordnete Anton Friesen kritisierte, mit krimineller Energie könne man leicht Steuerzahlergeld bekommen, während kleine und mittelständische Unternehmen "massenweise zugrunde gehen".

EMA gibt am Dienstag Einschätzung zu Johnson & Johnson ab

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) will am Dienstag ihren Bericht über mögliche Hirnvenen-Thrombosen durch den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson vorlegen. Das kündigte sie am Freitag in Amsterdam an. Nachdem in den USA nach rund sieben Millionen Impfungen sechs Fälle von Blutgerinnseln bekannt geworden waren, waren Impfungen mit diesem Präparat in mehreren Ländern vorläufig ausgesetzt worden. Die Experten des Sicherheitsausschusses der EMA prüfen diese Fälle seit der vergangenen Woche in einem beschleunigten Verfahren.

Die EMA hatte aber betont, dass der Impfstoff des US-Herstellers uneingeschränkt eingesetzt werden könne. Die "Vorzüge des Impfstoffs, Covid-19 zu verhindern", seien höher zu bewerten als die Risiken der Nebenwirkungen. Auch beim Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca kommt es in sehr seltenen Fällen zu Hirnvenenthrombosen.

In der EU ist der Impfstoff zwar zugelassen, eine erste Lieferung war aber erst in dieser Woche angekommen. Nach Bekanntwerden der Thrombose-Fälle in den USA hatte der Hersteller auch dazu geraten, den Impfstoff bis zur Klärung der Vorfälle nicht zu nutzen.

Voschlag für Corona-Gedenktag

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Georg Bätzing, hat einen jährlichen nationalen Gedenktag für die Toten der Corona-Pandemie vorgeschlagen. "Die Frage ist, was kommt, wenn die Pandemie endlich endet. Sie war dann ein Einschnitt in unser aller Leben - und zwar quer durch die Gesellschaft. Ich halte es für sinnvoll, dieser Zeit und der vielen Toten regelmäßig zu gedenken", sagte der Limburger Bischof dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag). "Es wäre schön, wenn wir ein Datum finden könnten, das positiv damit verbunden werden kann, wie mit Wissen, Vernunft, Mut und politischer Klugheit der Weg aus einer existenziellen Krise gefunden wurde. Vielleicht wäre solch ein Datum der Tag der ersten Impfung in Deutschland", regte Bätzing an.

Sozial Benachteiligte leider mehr unter Corona

Für sozial benachteiligte Menschen besteht Studien zufolge eine höheres Risiko, an Corona zu erkranken und zu sterben. Das berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Samstagsausgaben) unter Berufung auf zwei Studien des Robert-Koch-Instituts (RKI). Während der zweiten Coronawelle stieg die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus demnach in sozial benachteiligten Regionen Deutschlands am stärksten. Das Risiko, am Coronavirus zu sterben, war dort um 50 bis 70 Prozent höher als in wohlhabenderen Regionen.

Auch das Infektionsrisiko ist ungleich verteilt, wie eine zweite RKI-Studie mit Daten aus der zweiten Coronawelle zeigt: In sozial benachteiligten Regionen verbreitete sich das Virus am stärksten. Anfang Januar lag der Inzidenzwert in der Altersgruppe der sozial benachteiligten 60- bis 79-Jährigen bei rund 190. Bei sozial und finanziell bessergestellten Senioren im gleichen Alter lag die Inzidenz hingegen knapp über hundert.

Justiministerin will rote Linie bei Verstößen ziehen

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat die Polizei zu einem harten Vorgehen bei Corona-Demonstrationen aufgerufen. Wenn es zu strafbaren Handlungen oder massiven Verstößen gegen den Infektionsschutz komme, müsse "glasklar eine rote Linie gezogen" werden, sagte die Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). "Neben der strafrechtlichen Verfolgung gehört dazu auch, dass Demonstrationen als letzte Konsequenz durch die Polizei aufgelöst werden müssen", sagte sie.

Das Verhalten einiger Teilnehmer bei Protesten gegen die von der Regierung verhängten Corona-Maßnahmen bezeichnete Lambert als "absolut nicht hinnehmbar". "Wir können nicht von den Menschen erwarten, dass sie sich in ihrem Privatleben sehr stark einschränken, während sich zugleich andere bei Corona-Demonstrationen über alle Regeln hinwegsetzen", betonte sie.

Brandenburg möchte Corona-Maßnahmen verschärfen

Brandenburg plant schärfere Corona-Maßnahmen ab kommender Woche. Das Landeskabinett habe in einer informellen Runde beschlossen, dass es ab Montag bei einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 100 in Kreisen oder kreisfreien Städten eine Ausgangsbeschränkung von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr geben soll, wie Regierungssprecher Florian Engels am Freitag mitteilte. Ab Mittwoch sollen Grundschulen schließen, falls der Wert 200 erreicht ist; an Kitas soll in diesem Fall eine Notbetreuung eingerichtet werden.

Bisher sind nur weiterführende Schulen im Distanzunterricht. Das Kabinett komme am Samstag zu einer Sondersitzung zusammen, kündigte Engels an. Die Schließung von Schulen und Kitas ab der Inzidenz 200 und eine Ausgangsbeschränkung sind auch in der Bundes-Notbremse geplant, letztere aber bereits ab 21.00 Uhr.

Astrazeneca-Impfstoff wird ab sofort in Sachsen-Anhalt abgefüllt

Der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca soll in Sachsen-Anhalt früher als geplant abgefüllt werden: Ab sofort steige das Pharmaunternehmen IDT Biologika in die Produktion ein, teilte Firmenchef Jürgen Betzing am Freitag mit. Grund dafür seien kurzfristig frei gewordene Kapazitäten, die das Pharmaunternehmen Merz Pharma freigegeben hatte. Ursprünglich war der Beginn der Produktion für Anfang 2023 geplant.

In den kommenden drei Monaten sollen in Dessau-Roßlau nun mindestens zehn Millionen Impfdosen des britisch-schwedischen Herstellers abgefüllt werden. Danach laufen die vertraglich vereinbarten Rechte für Astrazeneca zunächst aus.

Laut IDT-Biologika-Chef Betzing führt das Unternehmen zudem Gespräche um eine mögliche Abfüllung des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V. "Es gibt Gespräche, aber das sind einfach nur Gespräche. Mehr nicht" sagte der Unternehmenschef.

Arztpraxen bekommen Ende April keinen Astrazeneca-Impfstoff

Die Arztpraxen in Deutschland erhalten in der letzten Aprilwoche keinen Astrazeneca-Impfstoff mehr. Es seien in der Tat Dosen des Herstellers weggefallen, bestätigte das Gesundheitsministerium am Freitag gegenüber Reuters. Insgesamt sollen die Praxen in der 17. Kalenderwoche – also zwischen dem 26. April und 2. Mai – gut zwei Millionen Impfdosen erhalten. Diese kommen dem Ministerium zufolge nun ausschließlich von Biontech, das zuletzt zusätzliche Lieferungen zugesagt hatte.

Beim Impfgipfel vor einem Monat waren den Praxen für die letzte Aprilwoche sogar über drei Millionen Dosen in Aussicht gestellt worden, also eine Million mehr als jetzt geplant. Das Ministerium verwies hier auf die Unsicherheiten bei den Zusagen der Hersteller.

Indische Mutation erstmals in Großbritannien festgestellt

Die britischen Gesundheitsbehörden haben erstmals mehrere Infektionsfälle gemeldet, die auf die zuerst in Indien festgestellte Virusvariante B.1.617 zurückzuführen sind. Sie sei in 77 Fälle festgestellt worden, wie Public Health England (PHE) mitteilte. Die Variante enthält verschiedene Mutationen, wie E484Q, L452R und P681R.

Der Medizinprofessor Paul Hunter von der "University of East Anglia", sagte laut dem britischen "Guardian", die Ankunft der neuen Variante sei beunruhigend. Es könnte sein, dass sie sich schwieriger durch Impfungen unter Kontrolle bringen lasse, als die Variationen, die in Brasilien und Süd-Afrika entdeckt wurden. Auch die Direktorin der "Clinical Operational Research Unit" der University College London, Christina Pagel, zeigte sich besorgt. Es sei lächerlich, dass Reisen nach Indien noch erlaubt seien, sagte Pagel dem "Guardian". Sie empfahl dem britischen Premier Boris Johnson, seine Reise abzusagen. 

In Indien verzeichnen die Behörden derzeit einen starken Anstieg der Neuinfektionen. Experten zufolge geht das auf Mutationen zurück. Allerdings ist noch unklar, welche Rolle B 1.617 spielt. In Indien spielt auch die in Großbritannien entdeckte Variante eine große Rolle, die nachgewiesenermaßen ansteckender ist. Der nordindische Bundesstaat Punjab, der in letzter Zeit eine der höchsten Todesraten des Landes zu verzeichnen hat, fand zuletzt in 81 Prozent der Covid-Proben die hochansteckende Variante. Mediziner am All India Institute of Medical Sciences in Neu-Delhi stellten fest, dass ein Patient jetzt bis zu neun von zehn Kontaktpersonen ansteckt, verglichen mit bis zu vier im vergangenen Jahr.  

Großbritannien gilt nicht mehr als Corona-Risikogebiet

Großbritannien gilt nicht mehr als Corona-Risikogebiet. Auf der vom Robert-Koch-Institut am Freitag veröffentlichten Liste wurde das Vereinigte Königreich als Risikogebiet gestrichen. Gleiches gilt für die Regionen Mid-West und South-East in Irland, die Region Pirkanmaa in Finnland und Barbardos.

Neu als Risikogebiete eingestuft wurden dagegen die bei Touristen beliebte Algarve in Portugal sowie die zu dem Land gehörenden Azoren, die autonome Gemeinschaft Kastilien-La Mancha in Spanien und die Vereinigten Arabischen Emirate, die zuvor bereits Hochinzidenzgebiet waren. Als Hochinzidenzgebiet gilt nun Argentinien.

Für Einreisen aus allen Corona-Risikogebieten gelten rechtliche Vorgaben für Kontrollen, Test- und Quarantänepflichten. Bei Hochinzidenzgebieten und bei den Gebieten, in denen Varianten des Coronavirus häufig vorkommen, sind diese Vorgaben besonders streng.

Köln führt Ausgangssperren ein

Die Corona-Lage in Köln spitzt sich zu, die Sieben-Tage-Inzidenz ist weiterhin hoch. Die Stadt ergreift nun weitere Maßnahmen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Corona-Ausbruch: Rewe-Filiale muss schließen

18 Mitarbeiter einer Rewe-Filiale in Bayreuth sollen mit dem Coronavirus infiziert sein, die betroffene Filiale musste schließen. Wie der "Bayerische Rundfunk" berichtet, habe der Ladenbetreiber einen "Systemfehler" als Grund für die Schließung genannt.

Das Landratsamt hatte von 18 Mitarbeitern gesprochen, die nun in Quarantäne sind. Der Konzern wollte zur Höhe der Infizierten des Marktes keine Angaben machen. Kunden wurden über den Corona-Ausbruch nicht informiert. Dass sich jemand angesteckt haben könnte, schätzten die Behörden gegenüber dem "BR" jedoch als unwahrscheinlich ein.

Wissenschaftlicher Dienst hat Zweifel an Ausgangsbeschränkungen

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat Zweifel an der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit der im neuen Infektionsschutzgesetz geplanten nächtlichen Ausgangsbeschränkung. Diese sei "kritisch zu bewerten", heißt es in einem aktuellen Gutachten, das der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. "Ob sie einer abschließenden verfassungsgerichtlichen Prüfung standhielte, dürfte zweifelhaft sein", heißt es darin weiter.

In dem Gutachten wird außerdem kritisiert, dass die Änderung des Infektionsschutzgesetzes, die am Freitag in erster Lesung vom Bundestag beraten wurde, keine Ausnahmen für Geimpfte vorsieht. Diese müssten ergänzt werden. Verfassungsrechtler verträten "ganz überwiegend (falls nicht sogar einhellig) die Auffassung, dass Grundrechtseingriffe für Geimpfte grundsätzlich nicht mehr zu rechtfertigen sind".

Der Wissenschaftliche Dienst vertritt in dem Gutachten zugleich die Auffassung, dass der Gesetzgeber in der aktuellen Krisensituation die Pflicht habe, zum Schutz der Bevölkerung tätig zu werden. "Dabei hat er einen großzügig zu bemessenden Gestaltungsspielraum."

Olaf Scholz: Der 62-Jährige Vize-Kanzler und Bundesfinanzminister wurde Mitte April mit Astrazeneca geimpft.  (Quelle: imago images)Olaf Scholz: Der 62-Jährige Vize-Kanzler und Bundesfinanzminister wurde Mitte April mit Astrazeneca geimpft. (Quelle: imago images)

Vizekanzler Olaf Scholz ist geimpft

Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz hat sich impfen lassen. Ihm wurde das Mittel von Astrazeneca verabreicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lauterbach: Dritte Welle nur mit Ausgangsbeschränkung zu brechen 

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat eindringlich für eine schnelle Umsetzung der geplanten Ausgangsbeschränkungen am Abend gegen die dritte Corona-Welle geworben. "Es wird alleine nicht reichen, aber in keinem Land ist es gelungen, eine Welle mit Variante B.1.1.7 noch einmal in den Griff zu bekommen, ohne dass man nicht auch das Instrument der Ausgangsbeschränkung, und nicht -sperre, genutzt hätte", sagte Lauterbach bei der ersten Beratung der Pläne für eine "Bundes-Notbremse" im Bundestag. Diese besonders ansteckende Virusvariante nimmt in Deutschland laut Robert Koch-Institut einen Anteil von 90 Prozent ein.

Es sei nicht die Zeit, komplizierte Bedenken anzumelden, sagte Lauterbach an die Adresse von FDP-Chef Christian Lindner. Lindner hatte sich zwar grundsätzlich hinter die geplanten Maßnahmen im Infektionsschutzgesetz gestellt, aber die darin vorgesehenen Ausgangsbeschränkungen kritisiert. Lauterbach sagte: "Wir brauchen Pragmatismus und keine gegenseitige Aufklärerei, was alles nicht funktioniert."

WHO besorgt: Fast höchste Infektionsrate seit Pandemiebeginn

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist besorgt über den Anstieg der weltweit gemeldeten Corona-Infektionen und Todesfälle. "Die Zahl neuer Fälle pro Woche hat sich in den vergangenen zwei Monaten fast verdoppelt", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. Mehr dazu lesen Sie hier.

Dänemark öffnet wieder – schneller als gedacht

Zuschauer in den Stadien und Gäste im Restaurant: Wegen einer guten Entwicklung der Infektionszahlen lockert Dänemark die Corona-Beschränkungen schneller als bisher geplant. "Dänemark befindet sich in einer Situation, in der wir noch mehr öffnen können", erklärte die Regierung am Freitag. "Das ist verantwortbar und sehr positiv, aber wir müssen unsere guten Gewohnheiten beibehalten."

Größte Neuigkeit bei den Beschlüssen der Regierung: Zuschauer dürfen ab kommendem Mittwoch wieder in die Stadien. Zugangsvoraussetzung ist der "Coronapass", der entweder eine Impfung, eine jüngst überstandene Infektion oder einen negativen Coronatest innerhalb der vergangenen 72 Stunden nachweist. Im Stadion müssen die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.

Auch Restaurants sollen bereits ab Mittwoch wieder öffnen können, ursprünglich war dies erst ab dem 6. Mai geplant. Für einen Besuch muss reserviert und der "Coronapass" vorgelegt werden, ab 22 Uhr dürfen keine Bestellungen mehr abgegeben werden. Um im Außenbereich von Restaurants etwas zu trinken, ist kein "Coronapass" nötig.

Auch die Zahl der Menschen, die sich treffen dürfen, wird erhöht. In Innenräumen sind ab Mittwoch zehn Menschen erlaubt, im Freien sind es 50. Ab dem 11. Juni sollen im Freien gar keine Begrenzungen mehr gelten, in Innenräumen sollen es nicht mehr als 100 Menschen sein.

In Dänemark mit seinen 5,8 Millionen Einwohnern liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen derzeit viermal niedriger als im Dezember, als das Land in einen Teil-Lockdown ging. Bis August sollen alle Menschen geimpft sein.

Hausärzte können Impfstoff selbst aussuchen

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) lässt Hausärzte den Impfstoff für ihre Patienten künftig selbst aussuchen. "Sie geben auf dem Rezept an, von welchem Impfstoff sie wie viele Dosen benötigen. Dies gilt erstmals für die Woche vom 26. April bis 2. Mai, für die der Bund Vakzine von Biontech und Astrazeneca bereitstellen wird", heißt es in einem Schreiben der KBV, das der Düsseldorfer "Rheinischen Post" einem Vorabbericht zufolge vorliegt. Die Bestellmenge pro Arzt sei auf 18 bis 30 Biontech-Dosen und zehn bis 50 Astrazeneca-Dosen begrenzt.

Politiker Dietmar Bartsch hat sich impfen lassen

Der Bundestagsabgeordnete und Co-Vorsitzende der Linksfraktion, Dietmar Bartsch, hat sich impfen lassen. Er teilte in den sozialen Medien ein Bild von sich während der Prozedur. Dazu schrieb er: "Heute wurde mir die erste Impfdosis verabreicht. Ich bin der festen Überzeugung: Mit zügigem #Impfen machen wir einen großen Schritt aus der #Pandemie." Mit welchem Impfstoff sich der 63-Jährige hat impfen lassen, ist nicht bekannt.

Lambrecht fordert mehr Freiheiten für Geimpfte

Wer gegen Corona geimpft und nicht mehr ansteckend ist, soll nach Worten von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) wieder mehr Freiheiten bekommen. "Menschen, die geimpft sind und von denen nachweisbar keine Gefahr für andere ausgeht, müssen zurückkommen zur Normalität", sagte Lambrecht den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Es gibt keine Rechtfertigung mehr für die Einschränkung ihrer Grundrechte. Wir müssen deshalb die Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte aufheben", sagte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht.

Christine Lambrecht: Sie ist für mehr Freiheit für Geimpfte. (Quelle: imago images/Future Image)Christine Lambrecht: Sie ist für mehr Freiheit für Geimpfte. (Quelle: Future Image/imago images)

Lambrecht deutete an, dass es unterschiedliche Regelungen bei den verschiedenen Impfstoffen geben könnte. "Die Einschränkung von Grundrechten kann bei denjenigen Impfstoffen aufgehoben werden, bei denen nachgewiesen ist, dass keine Ansteckungsgefahr mehr besteht, die diese Einschränkung rechtfertigen würde", sagte die SPD-Politikerin. Wissenschaftler müssten sagen, welche Impfung welche Wirkung habe. Falls von den Geimpften noch ein Ansteckungsrisiko ausgehe, könnten Einschränkungen nicht aufgehoben werden.

Die Justizministerin plädiert dafür, die Regeln schnell auf den Weg zu bringen. Bei den Privilegien nannte sie etwa die Aufhebung von Besuchsverboten. Eine Maskenpflicht hält die SPD-Politikerin hingegen auch für Geimpfte vertretbar. 

Pfizer-Chef: Dritte Impfung mit Biontech wohl nötig

Der Chef des Pharmaunternehmens Pfizer, Albert Boula, geht davon aus, dass die Impfung gegen das Coronavirus aufgefrischt werden muss. Das berichtet der US-amerikanische Fernsehsender CNBC. Nach den zwei Impfungen zu Beginn müsse die Immunisierung wohl nach zwölf Monaten wieder aufgefrischt werden. Danach müsse möglicherweise jährlich eine weitere Impfung folgen, ähnlich wie bei der Grippeimpfung. Hier lesen Sie mehr. 

Mecklenburg-Vorpommern zieht Corona-Notbremse

Mecklenburg-Vorpommern zieht ab Montag die Corona-Notbremse. Landesweit dürfen private Treffen dann nur noch mit höchstens einer Person außerhalb des eigenen Hausstandes stattfinden, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstagabend in Schwerin ankündigte. Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit. Die entsprechenden Vorschläge sollen am Freitag dem Landtag vorgelegt werden, erläuterte Schwesig.

Außerdem sollen die Schulen und die meisten Geschäfte sowie Museen und Freizeiteinrichtungen schließen. Lediglich für die Abschlussklassen soll es weiterhin Präsenzunterricht geben. Zu den Ausnahmen im Einzelhandel zählen neben Lebensmittelläden, Apotheken und Drogerien auch Baumärkte, Buch- und Blumengeschäfte. Friseure können ebenfalls geöffnet bleiben. Fahrschulen müssen hingegen weitgehend schließen.

Die Kindertagesstätten schließen ab Montag ebenfalls, dies hatte das Sozialministerium bereits am Mittwoch verfügt. Für Kitakinder und jüngere Schüler bis Klasse sechs gibt es eine Notbetreuung. Wer außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern lebt, soll während des landesweiten Shutdowns seinen Zweitwohnsitz in MV nicht aufsuchen dürfen. Das soll auch für Dauercamper und Tagestouristen von außerhalb gelten, so Schwesig.

Mehr häusliche Gewalt in der Corona-Krise

Zu den negativen Begleiterscheinungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gehört ein Anstieg der Gewalt in Familien und Paarbeziehungen. Die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt, die der Polizei bekannt wurden, lag im vergangenen Jahr um 6,6 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Bei Gewalt in der Partnerschaft registrierten die Behörden einen Anstieg um rund vier Prozent, wie der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Münch wies allerdings auf die nur eingeschränkte Aussagekraft dieser Zahlen hin, da erstens durch die reduzierte soziale Kontrolle in der Zeit des Lockdowns ein Teil der Straftaten, die im privaten Bereich begangen worden, womöglich unentdeckt blieb. Zweitens seien die Auswirkungen des zweiten Lockdowns im Herbst 2020 wegen der zeitlichen Verzögerung bei der statistischen Erfassung der Straftaten in dieser Betrachtung noch nicht vollumfänglich enthalten.

"Ich befürchte eine ähnliche Entwicklung auch im weiteren Verlauf des letzten Jahres, allerdings fehlen uns umfassende Opferstatistiken", sagte die Grünen-Innenpolitikerin Irene Mihalic. Ihre Fraktion habe bereits konkrete Vorschläge zur "besseren Erfassung und Bekämpfung von Hasskriminalität gegen Frauen" vorgelegt. "Wir müssen Frauen wesentlich besser vor Partnerschaftsgewalt in all ihren Ausprägungen schützen", fügte sie hinzu. Für den Herbst 2021 haben die Sicherheitsbehörden ein umfassenderes Lagebild zu häuslicher Gewalt und Partnerschaftsgewalt angekündigt.

Norwegen vertagt endgültige Entscheidung zu Astrazeneca

Nach Dänemark könnte auch Norwegen dauerhaft auf den Corona-Impfstoff von Astrazeneca verzichten – eine Entscheidung dazu hat die Regierung in Oslo nun aber zunächst vertagt. Ein endgültiger Entschluss werde erst gefasst, nachdem ein Expertenausschuss bis zum 10. Mai seine Einschätzung zum Einsatz des Impfstoffes sowie zum Mittel des US-Herstellers Johnson & Johnson gegeben habe, sagte Gesundheitsminister Bent Høie am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Oslo.

Parallel empfahl das nationale Gesundheitsinstitut FHI, das Astrazeneca-Praparät wegen des Risikos seltener, aber schwerwiegender Nebenwirkungen gänzlich aus der laufenden Impfkampagne zu streichen. Es gebe mittlerweile deutlich mehr Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen dem Vakzin und seltenen, schweren Fällen von Blutgerinnseln, Blutungen und niedrigen Blutplättchenzahlen, wurde der für den Infektionsschutz zuständige FHI-Direktor Geir Bukholm in einer Behördenmitteilung zitiert.

Norwegen hatte den Einsatz des Impfstoffes des britisch-schwedischen Unternehmens am 11. März vorsorglich ausgesetzt, nachdem seltene Fälle von Blutgerinnseln nach der Impfung aufgetreten waren, darunter auch Todesfälle. Dieser Stopp wurde später verlängert.

Notbremse gilt in Baden-Württemberg ab Montag

Baden-Württemberg wird die angekündigte "Notbremse" der Bundesregierung schon ab kommendem Montag umsetzen. Dies teilte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Donnerstag in Stuttgart mit. Da man die Corona-Verordnung des Landes ohnehin am Wochenende verlängern müsse, würden die vorgesehenen Verschärfungen des Bundes direkt mit eingearbeitet. "Wir warten nicht auf den Bund, wir müssen jetzt handeln. Jeder Tag zählt in der Pandemiebekämpfung und wir wollen den Menschen in einer Woche nicht schon wieder eine neue Verordnung präsentieren", sagte Lucha.

Das Bundeskabinett hatte am Dienstag eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen, die bundeseinheitliche Maßnahmen für Regionen mit vielen Neuinfektionen vorsieht. Kommende Woche sollen die Neuerungen erst vom Parlament beschlossen werden und dann den Bundesrat passieren.

Mecklenburg-Vorpommern will Notbremse ziehen

Mecklenburg-Vorpommern steht wegen der Corona-Pandemie kurz vor einem Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen sowie flächendeckenden Schul- und Ladenschließungen. Das geht aus einem Beschlussentwurf für den Landtag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Am Donnerstag sollte zunächst der MV-Gipfel mit Vertretern von Landesregierung, Kommunen, Wirtschaft und Sozialverbänden darüber beraten.

Die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen orientieren sich demnach an der geplanten Novelle des Bundesinfektionsschutzgesetzes. Das heißt: nächtliche Ausgangssperre und ansonsten Treffen mit höchstens einer Person außerhalb des eigenen Hausstandes. Wann genau der Lockdown beginnen soll, bleibt offen. Die Rede ist von "unverzüglich".

Das Land könne die Verabschiedung des Gesetzes im Bundestag aufgrund der Dynamik des Infektionsgeschehens nicht abwarten. Die Corona-Infektionszahlen sind in MV zuletzt sprunghaft gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz erreichte am Mittwoch 158,3. Auch zur Dauer des Lockdowns gibt es in dem Papier keine Angaben.

EU-Kommissionschefin von der Leyen mit Biontech geimpft

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen ist am Donnerstag gegen das Coronavirus geimpft worden. "Nachdem wir die 100 Millionen Impfungen in der EU überschritten haben, bin ich sehr froh, dass ich heute meine erste Spritze mit Covid-19-Impfstoff bekommen habe", schrieb die 62-Jährige auf Twitter.

Nach Angaben eines Sprechers war von der Leyen nach den Regeln des EU-Gastlandes Belgien an der Reihe und erhielt den von Belgien gelieferten Impfstoff von Biontech/Pfizer. Es seien inzwischen sieben der 27 Kommissare geimpft, fügte er hinzu. Ein Foto zeigte von der Leyen mit einem Pflaster in EU-Farben auf dem linken Oberarm.

Auch Innenminister Horst Seehofer ist nun geimpft. Er sei seit dem Vortag geimpft, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag in Berlin. Er sei aufgrund seines Alters und seiner Vorerkrankungen berechtigt gewesen. Seehofer ist 71 Jahre alt. Seehofer betonte, er habe die Impfung nicht öffentlich zelebrieren wollen. "Sondern das macht man zum Schutz von sich und der Bürgerschaft oder seinen Personen, mit denen man zu tun hat."

Laschet: Idee zum Brücken-Lockdown "lächerlich gemacht"

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat in der Corona-Pandemie zu entschlossenem Handeln aufgerufen. "Die Lage ist dramatisch", sagte Laschet am Donnerstag im Landtag in Düsseldorf. "Besonders die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich von Tag zu Tag weiter zu." Deshalb gelte: "Wir müssen jetzt handeln."

Laschet verteidigte seine Idee eines "Brücken-Lockdowns" vom Osterwochenende. "Man hat die Idee lächerlich gemacht", sagte er. Hätte man stattdessen den von ihm vorgeschlagenen schnellen harten Lockdown "als Teil einer Brücke zu mehr Perspektiven" umgesetzt, wäre man heute schon weiter. 

Zehntausende Menschen in London brauchen Corona-Test

Nach mehreren Corona-Infektionen mit der südafrikanischen Virusvariante werden in London Zehntausende Bürger getestet. Am Donnerstag sollten nach Angaben des Gesundheitsministeriums in einem nördlichen Bezirk der britischen Hauptstadt Massentests durchgeführt werden. Zuvor waren seit Anfang der Woche bereits in den südlichen Bezirken Lambeth und Wandsworth massenhaft Anwohner getestet wurden.

Bei der Testoffensive, die in ähnlicher Form auch bereits in anderen Teilen Englands durchgeführt wurde, geht es darum, Ansteckungsherde gefährlicher Varianten aufzudecken. Die Maßnahme wird immer dann eingesetzt, wenn Fälle solcher Varianten entdeckt werden, deren Infektionskette nicht klar zurückzuverfolgen ist.

Die erstmals im August 2020 in Südafrika nachgewiesene Variante verbreitet sich ähnlich wie die britische deutlich schneller, weil sie sich schneller an menschliche Zellen binden kann. Aber sie steht auch im Verdacht, zudem der Immunantwort des Menschen besser zu entkommen.

Scholz zu Ausgangsbeschränkungen: "Das hat überall geholfen"

Vize-Kanzler Olaf Scholz (SPD) verteidigt in der ARD die geplanten Ausgangsbeschränkungen. Sie seien lebensnah, es gebe Ausnahmen. "Das hat überall geholfen, in vielen Staaten der Welt ist das gemacht worden – und es hat die Inzidenzwerte nach unten gebracht." Oberhalb von 100 Infektionsfällen je 100.000 Einwohnern binnen einer Woche müsse etwas geschehen, um die Ausbreitung des Virus einzugrenzen. "Wir wollen strenge Regeln haben." Und sie sollten einheitlich im ganzen Land sein, das werde nächste Woche beschlossen.

Finanzminister Olaf Scholz: Er hält die Ausgangsbeschränkungen für angemessen. (Quelle: imago images/Jürgen Heinrich)Finanzminister Olaf Scholz: Er hält die Ausgangsbeschränkungen für angemessen. (Quelle: Jürgen Heinrich/imago images)

Intensivmediziner: Keine Zeit zu diskutieren

Deutschlands Intensivmediziner fordern von der Politik sofort harte Corona-Schutzmaßnahmen. "Wir können es uns nicht leisten, noch wochenlang zu diskutieren", warnte der wissenschaftliche Leiter des Intensivbettenregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Christian Karagiannidis, im "Tagesspiegel". Mehr dazu lesen Sie hier.

Risikoanalyse zu Astrazeneca-Vakzin kommt

Im Zusammenhang mit seltenen Fällen von Hirnthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung plant die Europäische Arzneimittelbehörde EMA nun eine Analyse zu Risiken und Nutzen des Corona-Impfstoffs. Dies teilte die Behörde am Mittwoch in Amsterdam nach einem Treffen der EU-Gesundheitsminister mit.

Überprüft werden sollen die allgemeinen Daten zu Impfungen und zum Verlauf der Pandemie wie Infektionsraten, Aufnahmen in Krankenhäuser, Sterblichkeit und Krankheitshäufigkeit. Trotz einiger seltener Fälle von Hirnvenenthrombosen gibt die EMA bisher uneingeschränkt grünes Licht für den Wirkstoff. 

Dresdner Klinikchef für Aufhebung der Impfpriorisierung

Angesichts des Infektionsgeschehens und der sich mit Corona-Patienten füllenden Krankenhäuser hat der Medizinische Vorstand des Universitätsklinikums Dresden, Michael Albrecht, die Aufhebung der Impfpriorisierung gefordert. "Jetzt geht es um Geschwindigkeit", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Man müsse verstärkt die impfen, die viel unterwegs sind, Kontakte haben und gefährdeter sind, sich anzustecken. "Es geht darum, in kurzer Zeit möglichst viele Leute zu impfen und sich nicht endlos in bürokratischen Diskussionen um Priorisierungslisten aufzuhalten", so Albrecht.

"Man muss nur nach England oder Israel schauen, wo Fußballspiele wieder mit Publikum möglich sind und Restaurants öffnen, das ist der Effekt einer hohen Durchimpfungsquote." Daran sei ablesbar, dass nicht Öffnungen und Schließungen der Weg sind. "Die einzige Chance, die wir haben, ist, dass 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, und das so schnell wie möglich."

Johnson & Johnson-Impfstopp in den USA: Beratergremium vertagt sich

Nach der vorübergehenden Aussetzung der Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson in den USA hat sich ein Beratergremium der US-Gesundheitsbehörde CDC dafür ausgesprochen, vor einer Empfehlung zum weiteren Vorgehen zunächst mehr Informationen zu sammeln. Das entschieden die Mitglieder des Gremiums am Mittwoch nach stundenlanger Diskussion bei einem kurzfristig angesetzten Notfalltreffen. In etwa einer Woche solle es ein weiteres Treffen geben, hieß es. 

Bericht: Juristen im Kanzleramt äußern rechtliche Bedenken

Auch Experten im Bundeskanzleramt haben laut einem Medienbericht rechtliche Bedenken angesichts der Notbremse des Bundes zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Mehrere Referate des Kanzleramts stellten laut einem Bericht der "Bild" die Verhältnismäßigkeit der geplanten nächtlichen Ausgangssperre in Frage. Hier lesen Sie mehr.

Lauterbach für Notfallzulassung von Curevac

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach empfiehlt nach dem Lieferstopp des Impfstoffes von Johnson & Johnson, das Vakzin des deutschen Herstellers Curevac schneller zuzulassen. "Wenn Curevac ähnlich gut wirkt wie Biontech oder Moderna, was zu erwarten ist, sollte der Impfstoff schnellstmöglich zugelassen und verimpft werden", sagte Lauterbach dem Spiegel. Auf die Zulassung der europäische Arzneimittelagentur EMA solle man nicht warten, da man sich aktuell in einer Notlage befinde.

Bremen erreicht eine Impfquote von 20 Prozent

Bremen impft am schnellsten: Bereits ein Fünftel der Bevölkerung der Hansestadt hat die Corona-Impfung erhalten. Bundesweit liegt die Quote niedriger. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Putin erhält zweite Impfung

Russlands Präsident Wladimir Putin ist nach eigenen Angaben vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Er habe gerade seine zweite Corona-Impfdosis erhalten, sagte der Kremlchef am Mittwoch bei einer im Fernsehen übertragenen Videokonferenz. Die Russen rief er auf, es ihm nachzutun.

"Ich möchte Sie darüber informieren, dass ich kurz vor Betreten dieses Raums meine zweite Impfung hatte", sagte Putin. "Ich gehe davon aus, dass Sie, die Sie auf sich selbst und Ihre Liebsten achtgeben, dasselbe tun und meinem Beispiel folgen werden."

Die erste Corona-Impfung hatte Putin Ende März erhalten. Angaben dazu, welchen der drei russischen Impfstoffe er erhielt, machte der Kreml damals nicht. Obwohl der bekannteste russische Impfstoff Sputnik V mittlerweile in Dutzenden Ländern zugelassen worden ist, stehen viele Russen einer Corona-Impfung kritisch gegenüber.

Dänemark streicht Astrazeneca komplett 

Dänemark will vollständig auf den Corona-Impfstoff von Astrazeneca verzichten. Das bestätigten die Behörden am Mittwoch. Mehr dazu lesen Sie hier.

Abgelegene Insel meldet Impfquote von 100 Prozent

Die Insel Fair Isle im äußersten Norden Schottlands gilt als der abgelegenste Flecken des britischen Archipels, auf dem Menschen zu Hause sind. Nun hat das Eiland zwischen den Orkney- und den Shetland-Inseln noch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: Alle Erwachsenen sind dort inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft – insgesamt 48 Frauen und Männer.

Wie die BBC am Mittwoch berichtete, erreichte die Insel in dieser Woche eine Lieferung mit Astrazeneca-Impfstoff per Kleinflugzeug. Damit habe allen erwachsenen Bewohnern eine zweite Impfdosis verabreicht werden können. Der Impfstoff von Biontech sei nicht infrage gekommen, weil zur Lagerung extrem niedrige Temperaturen erforderlich sind.

Lauterbach: "Notbremse ziehen wir zu spät und nicht fest genug"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mahnt, die Maßnahmen der Notbremse könnten nicht ausreichen. Der Epidemiologe verteidigte dabei insbesondere die in der Kritik stehende Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. Das Gesetz dürfe nicht verwässert werden, sagte er im "Deutschlandfunk".

Auf Twitter schrieb der Politiker: "Die Notbremse ziehen wir zu spät und nicht fest genug." Die Länder sollten nicht länger warten: "Verlorene Zeit verlängert Lockdown unnötig und kostet Menschenleben." 

Keine Erstimpfungen mehr? Brandenburg schlägt Alarm

Wegen Engpässen bei der Lieferung von Impfstoffen könnten Erstimpfungen für Biontech und Moderna in Brandenburg nach Angaben der Landesregierung in den nächsten Wochen auf Null gefahren werden. Alle Infos lesen Sie hier.

Bericht: EU will Impfstoffverträge mit zwei Herstellern nicht verlängern

Die EU-Kommission will einem Medienbericht zufolge die Impfstoffverträge mit Astrazeneca und Johnson & Johnson nicht verlängern. Brüssel wolle sich stattdessen auf die mRNA-basierten Covid-19-Vakzine wie die von Pfizer/Biontech und Moderna konzentrieren, berichtete die Zeitung "La Stampa" mit Verweis auf das italienische Gesundheitsministerium. Mehr dazu lesen Sie hier.

Immunologen warnen vor Scheitern der Impfstrategie

Nach dem Stopp der Impfungen von Johnson & Johnson (J&J) in den USA fordern deutsche Immunologen von der Bundesregierung schnelle Nachbestellungen von mRNA-Impfstoffen – notfalls im nationalen Alleingang. "Wenn es sich bewahrheitet, dass die Nebenwirkungen ähnlich häufig sind, wäre die Konsequenz, dass wir in Deutschland auch den Impfstoff von J&J ebenso wie Astrazeneca nicht für die unter 60-Jährigen verwenden sollten", sagt der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, der Zeitung "Augsburger Allgemeinen".

Hirnvenenthrombosen scheinen seiner Ansicht nach eine generelle Nebenwirkung der Vektorimpfstoffe zu sein. Für die Impfung der unter 60-Jährigen stehe jedoch bis Herbst nicht ausreichend mRNA-Impfstoff zur Verfügung, was mangels Herdenimmunität eine vierte Pandemiewelle auslösen könnte. Deswegen müsse die Bundesregierung sowohl mit Biontech als auch mit Curevac in neue Verhandlungen treten und mehr Impfdosen für Deutschland sichern. "Deutschland sollte hier einen Alleingang wagen, da es über die EU zu lange dauert und jetzt viele andere Länder ähnlich aktiv werden."

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach befürchtet wegen des Stopps allerdings keinen nachhaltigen Schaden für die Impfkampagne in Deutschland. "Das ist zunächst ein Rückschlag, aber ich glaube nicht, dass es ein permanenter Rückschlag ist", sagt Lauterbach im Deutschlandfunk. Die in den USA nach Impfungen aufgetretenen Thrombosefälle seien nach den Fällen bei dem ähnlichen Impfstoff von Astrazeneca zu erwarten gewesen. Er gehe davon aus, dass die Komplikation so rar sei, dass der Impfstoff nach einiger Zeit wieder in den USA verimpft und der Impfstart dann auch in Europa beginnen werde. Sicherlich sei dann darüber nachzudenken, den Impfstoff spezifisch bei den über 60-Jährigen einzusetzen.

Usedom wieder für Besucher gesperrt 

Wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen gilt seit Mittwoch wieder ein Einreiseverbot für den Landkreis Vorpommern-Greifswald. Damit sind auch Ausflüge von Tagestouristen und Besuche von Zweitwohnungsbesitzern –ohne "triftigen Grund" – untersagt, wie ein Kreissprecher am Mittwoch erklärte. Betroffen sind Deutschlands zweitgrößte Insel Usedom sowie das Stettiner Haff, wo traditionell viele Berliner, Brandenburger und Sachsen Feriensitze haben. Ein individuelles Interesse an freier Einreise müsse hinter dem öffentlichen Interesse, das regionale Gesundheitssystem funktionsfähig zu halten und die Neuinfektionen zu reduzieren, zurückstehen.

Als "triftige Gründe" zählen vor allem berufliche Tätigkeiten oder ein Besuch der Kernfamilie, heißt es in der Verfügung. Allein der Besuch in der Zweitwohnung sei kein "triftiger Grund." Um alles zu regeln, könnten die Zweitwohnungsbesitzer aber noch drei Tage kommen, also bis zum 17. April.

In dem Landkreis, der von Pasewalk über Anklam, Usedom und Wolgast bis Greifswald reicht, lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag erstmals wieder über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (201,2). Da es sich um ein diffuses Infektionsgeschehen handelt, müsse der Kreis solche Maßnahmen ergreifen, sagte ein Sprecher. Eine solches Einreiseverbot gab es schon von Mitte Januar an ein paar Wochen. Damals wies die Polizei Hunderte Autofahrer ab.

Moderna stuft Wirksamkeit seines Impfstoffs auf 90 Prozent herab

Das US-Pharmaunternehmen Moderna hat die Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs leicht herabgestuft. Der Impfstoff schütze zu 90 Prozent vor einer Covid-19-Erkrankung und zu 95 Prozent vor einem schweren Verlauf, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. In einem im Dezember im "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Artikel hatte Moderna die Wirksamkeit noch mit 94,1 Prozent angegeben.

Die neuen Ergebnisse stammen aus der laufenden dritten Phase einer klinischen Studie mit mehr als 30.000 Menschen in den USA. Den Grund für die gesunkene Wirksamkeit nannte das Unternehmen nicht, sie könnte jedoch auf die inzwischen zirkulierenden neuen Virusvarianten zurückzuführen sein. Moderna arbeitet derzeit an zwei speziell gegen diese Corona-Mutanten wirkenden Versionen des Impfstoffs. Erste Ergebnisse aus Versuchen an Mäusen sind dem Unternehmen zufolge vielversprechend. 

Das US-Pharmaunternehmen hat nach eigenen Angaben bislang (Stand 12. April) 132 Millionen Dosen seines Corona-Impfstoffs weltweit ausgeliefert, rund 117 Millionen Dosen davon gingen an die USA.

Indien meldet enorme Anzahl an Neuinfektionen

Indien verzeichnet mit 184.372 bestätigten Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden erneut einen weltweiten Höchstwert. Damit haben sich nun rund 13,9 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus angesteckt, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. 1027 weitere Menschen starben mit oder an dem Virus. Insgesamt sind es damit 172.085.

Indien weist nach den USA die höchste Infektionszahl weltweit auf. Seit vergangener Woche meldet das Gesundheitsministerium jeden Tag mehr als 100.000 Neuinfektionen. Die Dunkelziffer dürfte Experten zufolge in dem Land mit seinen 1,35 Milliarden Einwohnern aber deutlich höher liegen.

Drosten hält Corona-Notbremse allein nicht für ausreichend

Wegen der Lage auf den Intensivstationen erwartet der Virologe Christian Drosten, dass zusätzlich zur geplanten bundesweiten Corona-Notbremse weitere Maßnahmen nötig sein werden. "Ich denke, dass man anhand der sich jetzt einstellenden Situation in den Krankenhäusern auch noch mal anders reagieren muss", sagte der Corona-Experte von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info. Dies müsse sicherlich in "allernächster Zeit" geschehen. "Ich erwarte jetzt nicht ohne weiteres, dass man damit die Situation in der Intensivmedizin kontrollieren kann", sagte Drosten mit Blick auf die Entscheidung. Hier lesen Sie mehr.

Johnson & Johnson verschiebt Markteinführung von Corona-Impfstoff in Europa

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson verzögert den Marktstart seines Impfstoffs in Europa. Das teilte der US-Konzern am Dienstag mit. Man habe Berichte über Sinusvenenthrombosen erhalten und sich für die Verzögerung entschieden. Der Konzern arbeite nun mit Experten und den Gesundheitsbehörden an der Untersuchung der Fälle.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte vergangene Woche mitgeteilt, Fälle von Thrombosen nach einer Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson zu prüfen. Es seien vier ernsthafte Fälle von Blutgerinnseln aufgetreten, eine Person sei gestorben. Die Behörde hatte betont, dass ein Zusammenhang mit dem Impfstoff des US-Herstellers noch nicht festgestellt worden sei.

Am Montag hatte Johnson & Johnson mit der Lieferung seines im März zugelassenen Impfstoffes in die EU-Staaten begonnen. Die Brüsseler Behörde erwartet bis Ende Juni 55 Millionen Dosen des Impfstoffs. Gut 10 Millionen Dosen sollen nach Deutschland gehen. 

US-Behörden setzen Impfung mit Johnson & Johnson aus

Die US-Gesundheitsbehörden haben am Dienstag zur Aussetzung der Impfungen mit dem Wirkstoff des Herstellers Johnson & Johnson aufgerufen. Zuvor seien bei sechs Personen Fälle einer seltenen Blutverklumpung festgestellt worden, berichtet die Zeitung "New York Times" unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen.

Bei allen sechs Betroffenen habe es sich demnach um Frauen im Alter von 18 bis 48 Jahren gehandelt. Eine von ihnen sei gestorben, eine weitere befinde sich in kritischem Zustand. Bei den Bundeseinrichtungen wird die Verabreichung des Impfstoffs laut dem Bericht sofort ausgesetzt. Die Einrichtungen der Bundesstaaten seien aufgerufen, dies ebenfalls zu tun. Bislang sind in den USA sieben Millionen Dosen des Präparats von Johnson & Johnson verimpft worden.

Senat beschließt mehr Freiheiten für Geimpfte in Berlin

Menschen, die gegen Corona geimpft sind, bekommen in Berlin etwas mehr Freiheiten. Sie werden künftig wie Menschen mit einem negativen Corona-Test behandelt, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag nach der Senatssitzung erfuhr. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Göring-Eckardt hält Ausgangssperren für verfassungsmäßig nicht haltbar

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, hält Ausgangssperren für verfassungsrechtlich nicht haltbar. Sie könnten nur das allerletzte Mittel sein, wenn alles andere nicht wirke, sagt sie dem Sender Phoenix. Viele Maßnahmen seien noch nicht ausgeschöpft. "Das genau ist das Problem, das wir sehen: Es ist verfassungsgemäß wahrscheinlich nicht haltbar."

Scholz: Einheitliche Notbremse kommt

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) zufolge kommt die Corona-Notbremse am Dienstag ins Kabinett, sodass einheitliche Regelungen oberhalb einer Inzidenz von 100 in ganz Deutschland möglich werden. Dies sei sorgfältig vorbereitet worden, sagt Scholz im Deutschlandfunk. Er sei daher fest davon überzeugt, dass dies im Kabinett verabschiedet werde.

Auch Ausgangsbeschränkungen würden dann einheitlich geregelt. "Das ist das, was jetzt notwendig ist: Regelungen, die im ganzen Bundesgebiet überschaubar, nachvollziehbar für jeden einheitlich gelten."

Indien lässt Sputnik V zu

Die indische Arzneimittelzulassungsbehörde hat dem russischen Impfstoff Sputnik V eine Notzulassung erteilt. Das gab der staatliche russische Direktinvestmentfonds RDIF, der das Vakzin im Ausland vermarktet, in der Nacht zum Dienstag bekannt. Indische Pharmafirmen sollen den Impfstoff selbst in Massenproduktion herstellen. Es werde so mit mehr als 850 Millionen Dosen im Jahr gerechnet.

Indien erteilte die Zulassung, nachdem es diese Woche in absoluten Zahlen das nach den USA am meisten von Corona betroffene Land geworden war und Brasilien überholt hatte. Insgesamt gibt es in der größten Demokratie der Welt mit ihren mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern mehr als 13,6 Millionen bekannte Infektionen, davon knapp 162.000 in den vergangenen 24 Stunden.

Die erfassten Fälle nehmen in dem Land seit Wochen immer stärker zu – es gibt große religiöse Feste und Wahlkampfveranstaltungen ohne Masken und Abstand. In besonders betroffenen Regionen gibt es Berichte, wonach in Krankenhäusern die Betten knapp werden und einige Impfzentren schließen mussten, weil ihnen der Impfstoff ausgegangen war.

WHO besorgt über weltweiten Anstieg der Corona-Infektionszahlen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich besorgt über den weltweiten Anstieg der Corona-Infektionszahlen gezeigt und eine konsequente Umsetzung der Schutzmaßnahmen gefordert. "Wir sind gerade an einem kritischen Punkt der Pandemie", sagte die WHO-Corona-Expertin Maria Van Kerkhove am Montag in Genf und verwies auf exponentiell ansteigende Infektionszahlen. "Das ist nicht die Situation, in der wir 16 Monate nach Beginn einer Pandemie sein wollen, wenn wir wirksame Kontrollmaßnahmen haben."

In der vergangenen Woche sei die Zahl der Neuinfektionen weltweit um neun Prozent gestiegen, sagte Van Kerkhove. Die Zahl der Todesfälle habe um fünf Prozent zugenommen. Wie WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus ergänzte, stiegen die Infektionszahlen damit schon die siebte Woche in Folge und die Totenzahlen die vierte Woche in Folge.

In der vergangenen Woche sei insgesamt der viertgrößte Anstieg binnen einer Woche seit Beginn der Pandemie verzeichnet worden – obwohl weltweit schon mehr als 780 Millionen Impfdosen verabreicht worden seien, sagte Tedros. Besonders stark war der Anstieg der Fallzahlen demnach in einigen Ländern in Asien und im Nahen Osten.

Der WHO-Chef forderte, Schutzmaßnahmen wie Abstand, Masken, Händewaschen, Lüftung, Testen, Kontaktnachverfolgung und Quarantäne weiter konsequent umzusetzen. Die WHO wolle "keine unendlichen Lockdowns". Derzeit gebe es aber in vielen Ländern überfüllte Intensivstationen und Todesfälle – "und das ist vollkommen vermeidbar".

161.736 Neuinfektionen in Indien – Weltweit Höchstwert an einem Tag

In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium 161.736 Neuinfektionen – so viele wie bislang kein anderes Land an einem Tag. Insgesamt haben sich damit mehr als 13,69 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. 879 weitere Menschen starben mit oder an dem Virus. Insgesamt sind es damit 171.058. Indien weist nach den USA die höchste Infektionszahl weltweit auf.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): Auch die Test- und Quarantänepflicht bei Einreisen soll für Geimpfte fallen. (Quelle: Reuters/Michele Tantussi)Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): Auch die Test- und Quarantänepflicht bei Einreisen soll für Geimpfte fallen. (Quelle: Michele Tantussi/Reuters)

Einschränkungen für Geimpfte sollen weitgehend fallen

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Einschränkungen für vollständig geimpfte Personen rasch aufheben. Das berichtet "Bild" unter Berufung auf eine Empfehlung des Ministers an die Landesregierungen. Diese sollen in ihren Corona-Vorordnungen festlegen, dass Geimpfte ohne Test einkaufen und Kultureinrichtungen besuchen dürfen. Auch die Test- und Quarantänepflicht bei Einreisen soll für Geimpfte fallen. Davon ausgenommen sind Variantengebiete wie zum Beispiel Brasilien, Südafrika oder die französische Grenzregion Moselle.

Zuvor hatte schon Baden-Württemberg angekündigt, die Quarantäneegeln für Menschen mit vollständigem Impfschutz zu lockern. "Es wird eine Ausnahmeregelung in die jeweiligen Verordnungen aufgenommen, wonach sich geimpfte, symptomlose Personen künftig nicht mehr in Absonderung begeben müssen, wenn sie Kontakt zu einem Covid-19-Fall hatten", erklärte Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) in Stuttgart. 

Unklar ist bislang, wie die Impfung fälschungssicher nachgewiesen kann. Die EU-Kommission will bis Juni mit dem "digitalen grünen Zertifikat" eine gemeinsame technische Lösung der 27 EU-Staaten schaffen und Reisebeschränkungen überwinden. Das Zertifikat soll Impfungen, Ergebnisse zugelassener Tests und Informationen zu überstandenen Corona-Infektionen festhalten und EU-weit anerkannt werden.

Verband: Impfstoffe können schnell auf Mutanten angepasst werden

Corona-Impfstoffe können nach Angaben einer Expertin recht schnell auf mutierte Virustypen angepasst werden. "Für die Entwicklung müssen wir zirka sechs bis acht Wochen rechnen", erklärte die Präsidentin des Österreichischen Verbands der Impfstoffhersteller, Renée Gallo-Daniel, der dpa. Zunächst prüften die Hersteller aber, ob die vorliegenden Impfstoffe gegen die Mutanten wirksam oder zumindest teilweise wirksam sind.

Muss ein Impfstoff adaptiert werden, handle es sich um einen neuen Impfstoff, der wieder zugelassen werden müsse, erläuterte Gallo-Daniel. "Nach der Zulassung muss dann die Produktion umgerüstet werden." Hier stelle sich die Frage, ob die gesamte Produktion auf die neuen, angepassten Impfstoffe umgestellt werden muss oder nur ein Teil. Zu klären sei auch, ob beide Impfstoffe gespritzt werden müssen oder man komplett auf den neuen "umswitcht". Die Umstellung der Produktion dauere ebenfalls einige Wochen.

MV will Option zur Sicherung des Impfstoffs Sputnik V beschließen

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat angekündigt, dass ihr Kabinett am Dienstag über die Option zur Sicherung des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V entscheiden werde. "Diese Option soll fällig werden, sobald der Impfstoff eine Zulassung für Deutschland und Europa erhält", sagte sie einer Mitteilung zufolge am Montag. Der Wirtschaftsminister solle den Auftrag erhalten, die Verhandlungen schnell abzuschließen.

Bereits zuvor hatte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) angekündigt, dass sich das Land eine Option auf eine Million dieser Impfdosen sichert. Ebenso hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärt, sein Land habe sich mit einem Vorvertrag 2,5 Millionen Impfdosen Sputnik V für den Fall einer EU-Zulassung des Wirkstoffs gesichert.

Sie wundere sich, "dass es Vorbehalte gegen Sputnik gibt, weil dieser Impfstoff aus Russland kommt", sagte Schwesig. Die Sicherheit und Wirksamkeit des Vakzins müssten jetzt so schnell wie möglich in einem objektiven Verfahren geprüft werden.

Auch Irland verabreicht Astrazeneca-Impfstoff nur noch an über 60-Jährige

Auch in Irland wird der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wegen des Risikos von Blutgerinnseln künftig nur noch an Menschen im Alter von mehr als 60 Jahren verabreicht. Das Vakzin werde für unter 60-Jährige nicht mehr empfohlen, teilte das für Impfungen zuständige Beratungskomitee NIAC am Montagabend mit.

Zwar seien Thrombose-Fälle eine "sehr seltene" Nebenwirkung des Impfstoffs. Da das Alter dabei aber womöglich eine Rolle spiele und andere Vakzine zur Verfügung stünden, habe die Behörde ihre Empfehlung überarbeitet. Irlands oberster Amtsarzt Ronan Glynn kündigte an, die Impfkampagne werde nun an die neuen Vorgaben angepasst.

Irland folgt damit dem Beispiel anderer EU-Länder wie Deutschland, Italien und Spanien, die ebenfalls beschlossen hatten, das Astrazeneca-Vakzin nur noch an Menschen über 60 zu verabreichen. In Belgien und Frankreich ist die Altersgrenze für dieses Präparat bei 55 angesetzt.

In Irland erhielten bislang rund 750.000 Menschen eine erste Impfdosis. Die Impfkampagne in dem EU-Land mit seinen fünf Millionen Einwohnern verläuft deutlich langsamer als im benachbarten Großbritannien. Dort wurde bereits mehr als 60 Prozent der Menschen eine Erstimpfung verabreicht.

Immer mehr Arztpraxen impfen gegen Coronavirus

Immer mehr niedergelassene Ärzte in Deutschland impfen ihre Patienten gegen Corona. Die Zahl der teilnehmenden Arztpraxen ist in der neuen Woche um 10.000 auf 45.000 gestiegen, wie ein Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin sagte. Die meisten sind Hausarztpraxen.

Allerdings dürften die Impfzahlen dennoch vorerst nicht weiter spürbar ansteigen, denn die Menge an Impfstoff stagniert voraussichtlich zunächst wie vorhergesagt. Bis zu diesem Dienstag sollen rund eine Million Dosen des Vakzins von Biontech/Pfizer in den Praxen ausgeliefert werden. "Das Engagement der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte steigt gewaltig, hoffentlich auch bald die Impfstoffmengen", sagte der KBV-Sprecher.

Insgesamt wurden inzwischen 18 Millionen Impfdosen gespritzt; 15,9 Prozent der Menschen in Deutschland erhielten mindestens die Erstimpfung. Die Zahlen reichen von 19,2 Prozent in Bremen, 18,2 im Saarland und 17,7 Prozent in Schleswig-Holstein bis zu den Schlusslichtern mit 15,1 Prozent (Niedersachsen), 14,6 Prozent (Hessen) und 14,4 Prozent (Mecklenburg-Vorpommern).

Johnson & Johnson startet mit Lieferung von Corona-Impfstoff in EU

Die Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson können nun auch in der Europäischen Union starten. Der Hersteller begann am Montag mit der Lieferung an die EU-Staaten, wie das Unternehmen und die EU-Kommission bestätigten. Die Brüsseler Behörde erwartet bis Ende Juni 55 Millionen Dosen des Impfstoffs. Gut 10 Millionen Dosen sollen nach Deutschland gehen.

Die Besonderheit: Das Vakzin muss nur einmal gespritzt werden, statt wie die übrigen drei zugelassenen Corona-Impfstoffe zweimal. Deshalb setzen Deutschland und andere Staaten große Hoffnungen darauf, dass die Impfkampagne damit beschleunigt wird. Die belgische Impf-Taskforce bestätigte der Nachrichtenagentur Belga, dass bereits für Montag 36.000 Impfdosen von Johnson & Johnson in Belgien erwartet würden.

Der von der Unternehmenstochter Janssen in den Niederlanden entwickelte Impfstoff ist der vierte, der in der EU zugelassen wurde. Eine Unternehmenssprecherin erklärte in Neuss, die am Montag gestarteten Lieferungen seien der erste Schritt, "um die Verpflichtung des Unternehmens zur Lieferung von 200 Millionen Dosen an die Europäische Union sowie nach Norwegen und Island im Jahr 2021 zu erfüllen".

In den USA wird das Vakzin schon länger eingesetzt. Vorige Woche hatte die EU-Arzneimittelagentur EMA mitgeteilt, dass sie Fälle von Thrombosen nach einer Corona-Impfung mit dem Wirkstoff Johnson & Johnson prüfe. Vier ernsthafte Fälle von Blutgerinnseln seien nach einer Impfung aufgetreten, eine Person sei gestorben. Die EMA betonte, dass ein Zusammenhang mit dem Impfstoff des US-Herstellers noch nicht festgestellt worden sei.

Bundesregierung will Unternehmen zu Corona-Testangeboten verpflichten

Unternehmen sollen ihren Beschäftigten Corona-Tests anbieten müssen, wenn diese nicht im Homeoffice arbeiten. In der Bundesregierung wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dazu eine Paketlösung angestrebt. Die entsprechende Änderung der Arbeitsschutzverordnung soll dabei gemeinsam mit der geplanten Novelle des Infektionsschutzgesetzes für eine bundesweite Corona-Notbremse kommen. Die Arbeitgeber sollen die Tests zur Verfügung stellen. Sie müssen aber voraussichtlich nicht dokumentieren, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Tests auch in Anspruch nehmen.

Der "Spiegel" berichtete, dass das Wirtschaftsministerium von Peter Altmaier (CDU) seinen Widerstand gegen eine Testangebotspflicht trotz Widerstands der Wirtschaft aufgegeben habe. Wer viel Kundenkontakt habe oder mit Lebensmitteln arbeite, solle Anspruch auf zwei Tests haben, so der "Spiegel".

Eine Befragung im Auftrag der Bundesregierung hatte ergeben, dass 43 Prozent der Unternehmen aufgrund der Kosten nicht testen oder dafür finanzielle Unterstützung wollen. DGB-Chef Reiner Hoffmann hatte die Union aufgefordert, die Pläne von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) für eine Testangebotspflicht nicht länger zu blockieren. SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hatte gesagt, dass das Kabinett an diesem Dienstag eine Novelle der Arbeitsschutzverordnung mit einer Pflicht für Testangebote in Unternehmen passieren lassen. Die Unternehmen müssten dann die Tests bezahlen.

Bericht: Kanzleramt rechnet noch mit sechs bis acht Wochen Lockdown 

Der Lockdown-Zustand könnte angesichts der weiterhin hohen Infektionszahlen noch wochenlang anhalten. Einem Bericht des "Tagesspiegel" zufolge sprach Kanzleramtsminister Helge Braun in einer Besprechung mit den Bundesländern am Sonntag von einer verschärften Infektionslage für sechs bis acht Wochen. Die bundesweit verpflichtende Notbremse, die in dieser Woche beschlossen werden soll, könnte damit noch bis in den Juni hinein in einzelnen Regionen Deutschlands nötig werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Hoffnung auf Medikament gegen Covid-19

Eine neue Corona-Studie der Universität Oxford liefert bemerkenswerte Ergebnisse. Demnach hilft Asthmaspray offenbar gegen schwere Covid-19-Verläufe. Mehr dazu lesen Sie hier.

Außengastronomie in Schleswig-Holstein öffnet heute

In den meisten Kreisen und Städten Schleswig-Holsteins darf nach monatelanger Corona-Pause heute die Außengastronomie wieder öffnen. Die Landesregierung hatte die Erlaubnis zur Öffnung am vergangenen Mittwoch mitgeteilt. Möglich ist Bewirtung, wo die Zahl der Infektionen innerhalb von sieben Tagen je 100.000 Einwohner stabil unter 100 liegt.

Der Zugang zur Außengastronomie richtet sich nach den aktuellen Kontaktbeschränkungen. Demnach dürfen maximal fünf Personen aus zwei Haushalten an einem Tisch sitzen. Kinder unter 14 Jahren zählen nicht mit. Die Gastronomen müssen eine Kontaktnachverfolgung sicherstellen; die Abstände müssen überall gewährleistet sein. Medizinische Schutzmasken sind Pflicht, nur am Tisch dürfen Gäste sie abnehmen. Vorherige Schnell- oder Selbsttests auf das Coronavirus sind für den Besuch der Außengastronomie keine Pflicht, werden aber dringend empfohlen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Schleswig-Holstein am Sonntag von 71,8 auf 71,1 gesunken. Zwei Kreise überschritten nach den jüngsten Angaben die kritische Marke von 100: Wie am Tag zuvor das Herzogtum Lauenburg (123,7) und der Kreis Neumünster (112,2). Segeberg rutschte unter den kritischen Wert von 100 (96,3). Die niedrigsten Zahlen wiesen die Kreise Schleswig-Flensburg (27,8) und Nordfriesland (34,3) auf.

Aerosolforscher fordern Kurswechsel von der Politik

Mit deutlichen Worten wenden sich Experten für Aerosole – also die Luftgemische, in denen auch das Coronavirus schwebt – an Politiker. Sie ärgern sich über symbolische Corona-Regeln, die wenig nutzen. Mehr dazu lesen Sie hier.

RKI-Zahlen am Montag

Die Gesundheitsämter melden mehr als 13.000 Neuinfektionen. Insgesamt überschreitet die Zahl der Fälle mittlerweile die Drei-Millionen-Marke. Und: Noch immer sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Die konkreten Daten finden Sie hier.

Studie: Biontech-Impfstoff schützt weniger gut gegen südafrikanische Variante

Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer schützt einer israelischen Studie zufolge weniger gut vor der südafrikanischen Coronavirus-Variante als vor anderen Varianten. "Die südafrikanische Variante ist in gewissem Umfang in der Lage, die Schutzwirkung des Impfstoffs zu durchbrechen", sagte der Co-Autor Adi Stern, der an der Universität Tel Aviv forscht, am Sonntag. Hier lesen Sie mehr.

An dieser Stelle wurde ein neuer Newsblog aufgesetzt. Lesen Sie hier die älteren Entwicklungen. 

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