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Weltspartag 2020: So viel Geld sparen und investieren die Deutschen

Umfrage zum Weltspartag  

So viel Geld legen die Deutschen im Jahr zur Seite

30.10.2020, 09:45 Uhr
Weltspartag 2020: So viel Geld sparen und investieren die Deutschen. Ein Paar überprüft seine Finanzen (Symbolbild): In der Corona-Krise sind die Deutschen sparsamer geworden. (Quelle: Getty Images/ AleksandarNakic)

Ein Paar überprüft seine Finanzen (Symbolbild): In der Corona-Krise sind die Deutschen sparsamer geworden. (Quelle: AleksandarNakic/Getty Images)

Wer sich später nicht sorgen möchte, muss vorsorgen. Doch welche Beträge sparen die Deutschen konkret? Wie legen sie ihr Geld an? Und wie viel Euro bräuchten sie, um sorgenfrei zu leben?

Die Deutschen waren in den vergangenen Monaten so reich wie nie. Nach Berechnungen der Bundesbank stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte im zweiten Quartal 2020 auf etwa 6.630 Milliarden Euro – Rekord. Aber wie genau kommt es zu dieser Summe?

Das Online-Meinungsforschungsunternehmen Yougov hat sich das Spar- und Anlegeverhalten der Deutschen einmal genauer angeschaut. Im Auftrag des Zahlungsdienstleisters Klarna ermittelte es unter anderem, wie viel die Deutschen im vergangenen Jahr zur Seite gelegt haben, wohin das Geld floss, welche Folgen die Corona-Pandemie für die Sparquote hat und ab wie viel Geld pro Monat die Deutschen beruhigt schlafen können.

Deutsche sparten 2019 im Schnitt knapp 6.300 Euro

Demnach sparten die Deutschen 2019 im Schnitt 6.297 Euro, wobei Männer mit 6.773 Euro mehr zur Seite legten als Frauen, die auf 5.672 Euro kommen. Ein Grund für die Differenz dürfte das sogenannte Gender Pay Gap sein, also die Tatsache, dass Männer über das gesamte Leben hinweg mehr verdienen als Frauen. 

Zu den größten Sparbeträgen sind der Umfrage zufolge die 35- bis 44-Jährigen in der Lage. Während sie 7.204 Euro auf die hohe Kante schaffen konnten, kamen Menschen zwischen 25 und 34 Jahren im Schnitt auf 6.302 Euro, 16- bis 24-Jährige auf 3.525 Euro.

Sparen meint in dieser Studie die Geldanlage für die Zukunft – also nicht nur Geld nicht auszugeben, sondern auch das gewinnbringende Investieren, zum Beispiel in Aktien.

Corona-Krise lässt Sparquote wohl auf Rekordwert steigen

Gerade junge Menschen setzen sich mit der Altersvorsorge noch wenig auseinander. Mehr als die Hälfte der 16- bis 24-jährigen Befragten (54 Prozent) gibt an, dass die Vorsorge fürs Alter noch Zeit habe. Generell halten drei Viertel der Deutschen Sparen aber für den besten Weg, sich finanziell abzusichern. 

Die Corona-Pandemie hat das Sicherheitsbedürfnis offenbar noch steigen lassen. 56 Prozent der Befragten geben an, während der Krise sparsamer geworden zu sein. Diesen Trend bestätigen auch Zahlen des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Dieser geht davon aus, dass die Sparquote im laufenden Jahr auf den Rekordwert von rund 15 Prozent steigen wird.

Die privaten Haushalte würden also von 100 Euro verfügbarem Einkommen etwa 15 Euro zurücklegen. Die bislang höchsten Sparquoten in Deutschland wurden Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge 1991 und 1992 mit jeweils 12,9 Prozent gemessen. 2019 waren es 10,9 Prozent.

Doch wo landet das gesparte Geld konkret?

Junge Deutsche halten noch immer am Sparbuch fest

Mehr als die Hälfte der Deutschen nutzen trotz der extrem niedrigen Zinsen entweder das Tagesgeldkonto (28 Prozent) oder das Sparbuch (26 Prozent) zum Geld-Horten. Unter den Befragten bis 24 Jahre ist das Sparbuch sogar die häufigste Form der Geldanlage (34 Prozent).

Nach wie vor ist Deutschland nicht unbedingt das Land der Aktionäre, denn lediglich 15 Prozent der bundesweit Befragten gaben an, Teile ihres Geldes im vergangenen Jahr in Aktien angelegt zu haben. Dabei gibt es bequeme und vergleichsweise günstige Möglichkeiten, an der Börse mitzumischen.

Nichts verkehrt machen Anfänger etwa mit einer langfristigen Anlage in einen Indexfonds, kurz ETF. Das sind spezielle Fonds, bei denen ein Computeralgorithmus einen Aktienindex wie zum Beispiel den Dax oder den internationalen MSCI World abbildet. Ein ETF entwickelt sich also immer fast genauso, wie der Index, den er nachbildet.

Wie viel Geld man regelmäßig investieren sollte, um langfristig von den Erträgen zu profitieren, hängt stark davon ab, wie viel man für ein sorgenfreies Leben braucht. Der Umfrage zufolge brauchen die Deutschen 2.527 Euro pro Monat, um sorgenfrei zu leben. Frauen (2.494 Euro) gaben hier einen nahezu gleichen Wert an wie Männer (2.559 Euro).

Zur Methode:
Im Auftrag von Klarna hat das Meinungsforschungsunternehmen Yougov in einer repräsentativen Online-Befragung im September mehr als 1.000 Personen in ganz Deutschland zu ihrem Verhalten und ihren Einstellungen zum Thema Sparen befragt. Die Befragung deckte alle 16 Bundesländer ab, richtete sich zu gleichen Teilen an Männer und Frauen und erreichte Personen im Alter von 16 bis 45 und älter. Um Extremwerte auszugleichen wurden bei einzelnen Fragen jeweils 1 Prozent der höchsten und niedrigsten Werte nicht mit in die Analyse einbezogen.

Verwendete Quellen:

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