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Geld sparen: Ratenkredit statt Dispo – mit Umschuldung können Sie sparen


Umschulden  

Ratenkredit statt Dispo – so viel Geld können Sie sparen

13.05.2021, 19:50 Uhr | cho, t-online

Geld sparen: Ratenkredit statt Dispo – mit Umschuldung können Sie sparen. Kugelschreiber auf einem Kontoauszug (Symbolbild): Mit einem Ratenkredit schaffen Sie es raus aus dem Dauer-Dispo. (Quelle: dpa/Robert Michael)

Kugelschreiber auf einem Kontoauszug (Symbolbild): Mit einem Ratenkredit schaffen Sie es raus aus dem Dauer-Dispo. (Quelle: Robert Michael/dpa)

Wenn es am Ende des Monats knapp wird auf dem Konto, hilft der Dispokredit. Doch auf Dauer ist das viel zu teuer. Die günstigere Lösung ist der Ratenkredit.

Keine Frage, in der Not ist der Dispokredit ein guter Helfer. Wer knapp bei Kasse ist, darf sein Girokonto damit innerhalb eines vereinbarten finanziellen Rahmen überziehen. Doch Banken lassen sich dieses Angebot gut bezahlen.

Bis zu 14 Prozent Zinsen kann ein Dispokredit pro Jahr kosten. Daher sollten Sie den Dispokredit nur für kurzfristige Engpässe nutzen. Ist Ihr Konto dauerhaft im Minus, kann sich ein Ratenkredit lohnen.

Laut einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox, die t-online exklusiv vorliegt, können Sie mehr als 300 Euro sparen, wenn Sie mit 3.000 Euro im Dispo sind und auf einen Ratenkredit umschulden.

Dispozinsen im Schnitt bei 9,61 Prozent

"Für die kurzfristige Überbrückung einer finanziellen Flaute ist der Dispokredit eine feine Sache", sagt Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier. "Doch wer dauerhaft im Minus ist, sollte sich nach günstigeren Alternativen umsehen." 

Denn noch immer verlangen viele Banken horrende Dispozinsen. Bei der jüngsten Erhebung der Stiftung Warentest im Oktober 2020 waren es durchschnittlich 9,61 Prozent. Für einen Ratenkredit zahlt die Mehrheit der Verbraucher bei den günstigsten Banken nur 2,43 Prozent Zinsen.

Bankkunden, die einen Dispo von 3.000 Euro zu diesen Konditionen umschulden, zahlen bei dreijähriger Kreditlaufzeit 112 Euro Zinsen. Um den Betrag über denselben Zeitraum zum durchschnittlichen Dispozins zu tilgen, müssten sie 445 Euro Zinsen zahlen – 333 Euro mehr als für den günstigen Ratenkredit.

Banken müssen Kunden Alternativen anbieten

Banken sind verpflichtet, ihre Kunden über Alternativen zum Dispokredit aufklären. Wenn Verbraucher länger als sechs Monate durchschnittlich 75 Prozent des verfügbaren Rahmens ausschöpfen, müssen Kreditinstitute aktiv das Gespräch suchen und Alternativen zum Dauer-Dispo anbieten.

Dasselbe gilt bei einer geduldeten Kontoüberziehung über drei Monate, wenn Sie durchschnittlich mehr als die Hälfte des monatlichen Geldeingangs in Anspruch nehmen.

Zur Methode: Um die Zinskosten der Finanzierungsvarianten besser vergleichen zu können, hat Verivox für die Modellrechnung unterstellt, dass der Dispokredit ebenso wie die Ratenkredite über drei Jahre in gleichbleibenden Monatsraten abbezahlt werden. Die günstigsten Banken im Verivox-Kreditvergleich vergeben einen Ratenkredit zum Ausgleich des Girokontos zum effektiven Zwei-Drittel-Zins von 2,43 Prozent. Die Mehrheit der Kunden erhält diesen oder einen günstigeren Zinssatz.

Nicht das erstbeste Angebot nehmen

Verbraucher sollten aber nicht voreilig das erstbeste Kreditangebot annehmen. "Der Bankberater wird immer den Kredit des eigenen Instituts empfehlen", sagt Oliver Maier. "Doch wer auf einen Anbietervergleich verzichtet, schöpft das Sparpotenzial bei Weitem nicht aus."

Im bundesweiten Durchschnitt lagen die Ratenkreditzinsen laut Bundesbank zuletzt bei 5,35 Prozent. Bei diesen Konditionen müssten Sie insgesamt 248 Euro Zinsen zahlen, um 3.000 Euro umzuschulden und innerhalb von drei Jahren zu tilgen. Das sind zwar 197 Euro weniger als für den Dispo fällig würden, aber auch 136 Euro mehr als der Kredit bei der günstigsten Bank kosten würde.

Vorsicht ist bei Kreditvermittlern geboten, die mit "unbürokratischer Hilfe" oder "schufafreien" Krediten werben. Oft entstehen bei solchen Angeboten zusätzliche Kosten und am Ende ist der Schuldenberg nur noch größer.

Dispo-Rahmen nach Tilgung senken

Damit Sie sich finanziell nicht übernehmen, sollten Sie die Ratenzahlungen für den Kredit nicht so hoch ansetzen, dass Sie durch die zusätzliche Belastung gleich wieder ins Minus rutschen. Auch ein Ratenkredit mit niedriger Monatsrate und langer Laufzeit ist günstiger als ein Dispokredit. Viele Schuldnerberater empfehlen, nach dem Kontoausgleich den Dispo-Rahmen zu senken.   

Damit das Konto nicht erneut in die roten Zahlen rutscht, sollten Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben außerdem in einem Haushaltsbuch dokumentieren. So herrscht jederzeit volle Transparenz über das Haushaltsbudget. Wie Sie ein Haushaltsbuch führen, lesen Sie hier.

Verwendete Quellen:
  • Verivox-Auswertung
  • Stiftung Warentest
  • Deutsche Bundesbank
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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