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Hunderte deutsche Amazon-Mitarbeiter streiken


Bessere Tarifverträge gefordert  

Hunderte deutsche Amazon-Mitarbeiter streiken

21.06.2021, 08:37 Uhr | dpa, AFP

Hunderte deutsche Amazon-Mitarbeiter streiken. Ein Amazon-Versandzentrum von außen (Symbolbild): (Quelle: imago images/Michael Eichhammer)

Ein Amazon-Versandzentrum von außen (Symbolbild): (Quelle: Michael Eichhammer/imago images)

Zur großen Rabattaktion Prime Day streiken hunderte Mitarbeiter in mehreren Versandzentren des Online-Riesen Amazon. Laut der Gewerkschaft Verdi sollen die Streiks Tage dauern.

Beim Online-Händler Amazon sind am Montag zu Beginn der Rabattaktion Prime Day Mitarbeiter in den Streik getreten. Im hessischen Bad Hersfeld etwa beteiligten sich am Morgen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi 200 bis 300 Beschäftigte am Streik.  Im Laufe des Tages und über verschiedene Schichten "rechne ich mit 550", sagte Verdi-Streikleiterin Mechthild Middeke der Nachrichtenagentur AFP.

Beschäftigte des Amazon-Versandzentrums im schwäbischen Graben wollen die ganze Woche ihre Arbeit im Streben nach einem Tarifvertrag niederlegen. Am Montagmorgen zählte eine Verdi-Sprecherin etwa 300 Menschen, die ihrem Arbeitsplatz im Landkreis Augsburg fernblieben.

Verdi ruft an sieben Standorten zu Streiks auf

An dem Standort arbeiteten insgesamt über alle sechs Schichten verteilt rund 1800 Frauen und Männer. Seit Sonntagabend seien sie aufgerufen, sich an der bis Samstagnacht geplanten Aktion zu beteiligen, sagte die Sprecherin.

Insgesamt hat Verdi Beschäftigte in sieben deutschen Amazon-Versandzentren dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Nach Gewerkschaftsangaben vom Sonntag sollen die Standorte Werne, Leipzig, Rheinberg, Bad Hersfeld (zwei Zentren), Koblenz und Graben betroffen sein. Anlass ist der sogenannte "Prime Day" des Unternehmens am 21. und 22. Juni, zu dem es mit Sonderangeboten wirbt.

Die Arbeitsbedingungen bei Amazon sind schon lange umstritten. Gründer und Chef des Unternehmens, Jeff Bezos, ist, davon überzeugt, dass alle Menschen "von Natur aus faul" sind (hier lesen Sie den gesamten Bericht mit Insider-Eindrücken). Das System Amazon hat Bezos gnadenlos darauf ausgerichtet – sowohl bei seinen Mitarbeitern als auch bei seinen Kunden. 

Bessere Tarifverträge gefordert

Die Gewerkschaft fordert die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels sowie Verhandlungen über einen Tarifvertrag "Gute und gesunde Arbeit".

"Amazon setzt Millionen für die Werbung ein und macht an den Aktionstagen Milliardenumsätze. Den Kundenansturm müssen die Beschäftigten in den Versandzentren bewältigen und bekommen für die zusätzlich verschärfte Arbeitsbelastung keinen Cent mehr", sagte der Verdi-Verantwortliche für den Einzel- und Versandhandel, Orhan Akman.

"Die Gewinne fließen allein in die Taschen des Konzerns und seiner Shareholder, während den Beschäftigten weiterhin eine tarifvertragliche Entlohnung sowie gute und gesunde Arbeitsbedingungen verwehrt werden."

Amazon verweist auf Einstiegslohn von 12 Euro

Amazon erklärte, der Konzern erwarte keine Auswirkungen auf die Kundinnen und Kunden. Amazon biete bereits "eine exzellente Bezahlung, exzellente Zusatzleistungen und exzellente Karrierechancen - und das alles in einer sicheren, modernen Arbeitsumgebung".

Amazon verweist darauf, dass das Unternehmen bereits jetzt "eine exzellente Bezahlung" biete. Erst vor Kurzem hatte der Konzern angekündigt, in seinen deutschen Versandzentren ab Juli einen Einstiegsstundenlohn von 12 Euro brutto einzuführen. Im Herbst 2022 soll dieser auf 12,50 Euro steigen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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