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Thyssenkrupp-Steel-Chef besorgt: "Wir haben einen Stahlengpass in Europa"


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"Wir haben einen Stahlengpass in Europa"

Von dpa-afx
Aktualisiert am 25.06.2021Lesedauer: 2 Min.
Arbeiter in einer Industriefabrik (Symbolbild): Der Stahlüberschuss, der die Lage auf dem Weltmarkt lange bestimmt hat, ist endgültig vorbei.
Arbeiter in einer Industriefabrik (Symbolbild): Der Stahlüberschuss, der die Lage auf dem Weltmarkt lange bestimmt hat, ist endgültig vorbei. (Quelle: industryview/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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In Europa fehlen 20 Millionen Tonnen Flachstahl. China brauche den Werkstoff selbst und verhandele lieber mit den USA, wo das Preisniveau deutlich höher sei, so der Chef von Thyssenkrupp Steel.

Der Chef des größten deutschen Stahlerzeugers Thyssenkrupp Steel rechnet mit vorerst anhaltenden Versorgungslücken beim Stahl. "Wir haben einen Stahlengpass in Europa", sagte Bernhard Osburg am Donnerstagabend bei einer Online-Veranstaltung der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf.

Die europäische Stahlindustrie habe zwar ihre Kapazitäten voll hochgefahren, das reiche aber nicht, um die Nachfrage zu decken. Auch Thyssenkrupp sei sehr gut ausgelastet. Kurzarbeit sei kein Thema mehr. Viele stahlverarbeitende Branchen klagen seit Monaten über einen Mangel an Vorprodukten.

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Den Stahlüberschuss, der die Lage auf dem Weltmarkt viele Jahre bestimmt habe, gebe es nicht mehr, sagte Osburg. China, wo die Corona-Krise schon im vergangenen Jahr überwunden worden sei, habe einen "extrem hohen Stahlhunger". Deshalb habe die chinesische Regierung die in der Vergangenheit gewährten Steuererleichterungen für Stahlexporte gestrichen. Stahl aus China fehle daher auf dem Weltmarkt. Was noch vorhanden sei, "sucht sich vor allem den Weg in die USA". Denn dort sei das Preisniveau deutlich höher als in Europa.

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20 Millionen Tonnen fehlen

In Europa fehlten etwa 20 Millionen Tonnen Flachstahl. Das seien rund 20 Prozent der in normalen Jahren benötigten Menge. Diese Lücke sei keine Folge der Schutzmaßnahmen für die europäische Stahlindustrie. "Ihnen verkauft einfach keiner etwas", sagte Osburg. Das Preisniveau habe kräftig angezogen, aber auch die Rohstoffe seien für die Hüttenwerke deutlich teurer geworden. So müssten für Erze derzeit Rekordpreise gezahlt werden.

Der Thyssenkrupp-Manager rechnet vorerst nicht mit einer Entspannung. Da die großen Corona-Wiederaufbauprogramme in Europa und den USA erst anliefen, werde die Nachfrage nach Stahl hoch bleiben. Das konjunkturelle Umfeld werde zumindest mittelfristig gut bleiben. Das spreche dafür, "dass die Stahlkonjunktur wahrscheinlich nicht sehr schnell wieder in große Probleme kommt".

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa-afx
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Ein Kommentar von Frederike Holewik
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