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Lufthansa will italienische Airline ├╝bernehmen

Von dpa
Aktualisiert am 25.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Will durchstarten: Einst selbst Sorgenkind in der Pandemie strebt die Lufthansa die ├ťbernahme der fr├╝heren Airline Alitalia an.
Will durchstarten: Einst selbst Sorgenkind in der Pandemie strebt die Lufthansa die ├ťbernahme der fr├╝heren Airline Alitalia an. (Quelle: Andreas Haas/imago-images-bilder)
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Vor kurzem war die Lufthansa noch auf staatliche Hilfen angewiesen, nun will sie auf Einkaufstour gehen. Im Visier hat sie dabei die Nachfolge der insolventen Airline Alitalia ÔÇô doch die Lufthansa ist auf einen starken Partner angewiesen.

Die Lufthansa nimmt mit einem starken Partner Kurs auf das langgehegte Ziel Italien. Gemeinsam mit der gro├čen Container- und Kreuzfahrtreederei MSC aus Genf strebt Europas umsatzst├Ąrkster Luftverkehrskonzern die mehrheitliche ├ťbernahme der Alitalia-Nachfolgerin ITA Airways an, wie alle Beteiligten best├Ątigt haben. Die Lufthansa-Aktien stiegen bis zum Dienstagnachmittag um 2,32 Prozent auf 6,71 Euro.

Gesprochen werden muss vor allem mit dem italienischen Staat, der die ITA vollst├Ąndig besitzt. F├╝r die ├ťbernahme-Verhandlungen haben sich MSC und Lufthansa eine Frist von 90 Arbeitstagen gesichert. Die Reederei MSC will laut ITA-Verwaltungsratspr├Ąsident Alfredo Altavilla die Mehrheit ├╝bernehmen.

Dass die k├╝rzlich vom Staat gerettete Lufthansa erw├Ągt, mit eigenem Kapital einzusteigen, wie der MDax -Konzern am Dienstag erkl├Ąrte, ist eine Kehrtwende. Auch nach R├╝ckzahlung der deutschen Staatshilfen hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr betont, man suche nur eine "kommerzielle Partnerschaft".

Gr├Â├čere Flotte als Lufthansa-Tochter Swiss

Die Details sollen anhand der exakten ITA-Unternehmensdaten in den kommenden Wochen ausgehandelt werden. Klar ist, dass der italienische Staat als Minderheitsgesellschafter an Bord bleiben will.

Die seit Oktober 2020 am Himmel aktive ITA ist nach mehreren Pleiten und milliardenschweren St├╝tzungen der Vorg├Ąngerin Alitalia ordentlich herausgeputzt worden. Nur noch 2.800 von einstmals 11.000 durchaus streikfreudigen Besch├Ąftigten sind noch an Bord, die Airbus -Flotte von derzeit 52 Flugzeugen soll trotz Corona-Flaute umfassend erneuert und auf 105 Jets erweitert werden.

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Viel beachteter Protest (Archivbild): Nachdem ein Gro├čteil der Alitalia-Kollegen nach der Insolvenz nicht in den Nachfolge-Airline ITA ├╝bernommen worden, zogen sie sich in einer vielbeachteten Aktion aus Protest aus.
Viel beachteter Protest (Archivbild): Nachdem ein Gro├čteil der Alitalia-Kollegen nach der Insolvenz nicht in den Nachfolge-Airline ITA ├╝bernommen worden, zogen sie sich in einer vielbeachteten Aktion aus Protest aus. (Quelle: Piero Tenagli/imago-images-bilder)

Die ITA w├Ąre dann gr├Â├čer als die bislang gr├Â├čte Lufthansa-Tochter Swiss. Der Sanierer Altavilla sagte dem "Handelsblatt", dass es bereits ein gro├čer Erfolg sei, in so wenigen Monaten das Interesse eines "gro├čen Unternehmens wie der Lufthansa und einer gro├čen Gruppe wie MSC geweckt zu haben."

Italienischer Markt schon lange Ziel der Lufthansa

Sollte es zu einer ├ťbernahme kommen, werden die neuen Eigner darauf bestehen, die ITA in die von Lufthansa dominierte Star Alliance zu integrieren und Umsteiger auf die eigenen Drehkreuze wie Frankfurt, M├╝nchen oder Z├╝rich zu lenken. Bislang sind die Italiener im SkyTeam von Air France-KLM vertreten.

Italien ist schon lange ein Sehnsuchtsland der Lufthansa, immer mal wieder wurden bei der Alitalia Kooperationen und Teil├╝bernahmen angestrebt. Der Markt s├╝dlich der Alpen geh├Ârt zu den umsatzst├Ąrksten in Europa mit einem starken Touristengesch├Ąft und engen Bindungen nach Nordamerika.

Bereits Spohrs Vorvorg├Ąnger Wolfgang Mayrhuber hatte 2009 versucht, die neu gegr├╝ndete "Lufthansa Italia" gegen die damals gerade privatisierte Alitalia zu etablieren. Nach hohen Verlusten verblieb 2011 nur noch die Lufthansa-Tochter Air Dolomiti in Italien, wo inzwischen Ryanair und Wizz Air das Geschehen dominieren.

Experte warnt vor italienischen Gewerkschaften

"Nat├╝rlich ist der italienische Markt hochlukrativ. Und da Italien niemals auf seine eigene Airline verzichten wird, ist die ├ťbernahme ein richtiger Schritt", sagt Gerald Wissel von der Luftfahrt-Beratungsgesellschaft Airborne.

Er warnt aber zugleich vor alten und neuen Problemen. Der Einfluss der italienischen Gewerkschaften m├╝sse dauerhaft begrenzt und das ausufernde Drehkreuz-System des Lufthansa-Konzerns neu sortiert werden. "Man sollte Rom mit Wien, M├╝nchen und Br├╝ssel gemeinsam betrachten."

F├╝r die Verantwortlichen in Rom scheint die Offerte der Lufthansa und der MSC-Reederei mit ihren italienischen Wurzeln sehr verlockend zu sein. Die industrielle Logik der Offerte sei "sehr ├╝berzeugend" und "├Ąu├čerst interessant", verteilte Altavilla schon einmal reichlich Vorschusslorbeeren.

Kassen der Schifffahrt sind prall gef├╝llt

Neben rund drei Millionen MSC-Kreuzfahrtpassagieren als potenziellen Kunden sehe er auch M├Âglichkeiten im Frachtbereich: "Cargo ist heute der Sektor, in dem die h├Âchsten Gewinnspannen erzielt werden."

Die Branchenriesen in der Schifffahrt liefern sich mit prall gef├╝llten Kassen einen Wettstreit um ├ťbernahmeziele. Die sehr expansive, 1970 vom Italiener Gianluigi Aponte gegr├╝ndete Mediterranean Shipping Company (MSC) hat gerade nach Jahrzehnten den Konkurrenten Maersk vom ersten Platz bei der angebotenen Frachtkapazit├Ąt verdr├Ąngt.

Airlines als Sicherung der Lieferketten

Aponte geh├Ârte schon 2008 zu einem Aktion├Ąrskonsortium zur Rettung der Alitalia, stieg aber bald aus dem von Silvio Berlusconi geschmiedeten B├╝ndnis aus.

"Ihre Ziele sind vielf├Ąltig und zeigen die Ambitionen, mehr Einfluss auf die globalen Lieferketten zu gewinnen", schreiben die Analysten der Unternehmensberatung PwC in einer aktuellen Studie ├╝ber die Mega-Reedereien.

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Neben Investitionen ins Kerngesch├Ąft Schifffahrt sowie in Hafenterminals kauften Reedereien verst├Ąrkt auch "Spediteure, um direkten Zugang zu den Verladern zu erhalten". Auch Airlines passen da nicht schlecht, wie es die franz├Âsische CMA CGM vormacht.

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