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Schweizer rätseln um russisches Gold

  • Nele Behrens
Von Nele Behrens

Aktualisiert am 27.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Russisches Gold (Symbolbild): Die Schweizer vermuten, dass die rätselhafte Lieferung das Vermögen eines Oligarchen sichern könnte.
Russisches Gold (Symbolbild): Die Schweizer vermuten, dass die rätselhafte Lieferung das Vermögen eines Oligarchen sichern könnte. (Quelle: Sergei Fadeichev/TASS/imago-images-bilder)
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In der Schweiz tauchen drei Tonnen russischen Golds auf – und kein Unternehmen will es gewesen sein. Dabei ist die Rolle der Schweiz bei den Sanktionen besonders wichtig.

Russisches Gold ist historisch mit großen Rätseln verbunden. Bis heute herrscht ein Mysterium um den Schatz des letzten Zaren, Nikolas II. von Russland. In den Kriegswirren nach der Russischen Revolution sollen 180 Tonnen Gold verloren gegangen sein – heutzutage wäre der Fund ein Milliardenschatz.

Doch auch in der Gegenwart gibt das russische Gold Rätsel auf, so wie etwa aktuell in der Schweiz. Hier sind im Mai drei Tonnen Gold aus Russland importiert worden – aber niemand will es gewesen sein. Kein Wunder: Während die Lenker der G7 am Sonntag noch über ein Importverbot von russischem Gold in allen G7-Staaten diskutierten, verzichtet die Schweiz seit Kriegsbeginn auf den Import des Edelmetalls.

Und das hat eine herausragende Bedeutung: Die Schweiz ist eine der größten Drehscheiben für den Import und Export von Gold auf der Welt. Knapp 40 Prozent der weltweiten Raffineriekapazitäten befinden sich in dem Land. Verzichtet die Schweiz auf russisches Gold, spürt das der Kreml. Denn als einer der drittgrößten Goldproduzenten weltweit ist der Export des Edelmetalls ein wichtiges Geschäft für Russland.

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Import von russischem Gold ist aufwendig

Doch nun hat dieser freiwillige Bund der Schweizer Risse bekommen. Drei Tonnen russischen Goldes sind in dem Land in den Alpen angekommen, doch der Importeur ist nicht aufzufinden. Die Schweizerische Vereinigung der Edelmetallfabrikanten und Händler sagte den Schweizer Medien, dass keines ihrer 13 Mitglieder für den Import verantwortlich sei. Damit sind die großen Akteure wie MSK Pamp, Argor-Heraeus, Valcambi und Metalor, die allesamt von der Vereinigung vertreten werden, ausgeschlossen.

Dabei ist es gar nicht mehr so einfach, russisches Gold zu importieren. Der bedeutende Handelsplatz, die London Bullion Market Association (LBMA), hatte bereits im März entschieden, ein Handelsverbot für neu hergestelltes Gold aus Russland zu verhängen. Der Goldhandel mit der russischen Zentralbank ist zudem durch die Sanktionen untersagt, und in der Schweiz können russische Goldbarren, die nach dem Kriegseintritt produziert worden sind, ebenfalls nicht gehandelt werden.

Es erscheint also nicht nur aufwendig, russisches Gold zu importieren, sondern darüber hinaus auch noch sinnlos. Das Verbot, das die G7-Staaten nun planen, verschärft die Umstände europaweit. In der Schweiz wird das russische Gold daher stark diskutiert.

Gold als sicherer Hafen für Oligarchen

Eine Theorie ist, dass das Gold von einem russischen Oligarchen stammt, der seine Reichtümer in der Schweiz zwischenlagert. Das wäre rechtlich unter den aktuellen Umständen erlaubt. Der Investor müsste für die Zeit lediglich eine Lagergebühr bezahlen.

Dieses Vorgehen sei vonseiten der Oligarchen auch nicht ungewöhnlich, erklärt Großbritanniens Premier Boris Johnson. "Die Maßnahmen, die wir heute verabschiedet haben, werden russische Oligarchen direkt treffen und Putins Kriegsmaschine im Herzen treffen", sagte Johnson am Sonntag, als Großbritannien, die USA, Japan und Kanada vor dem G7-Gipfel ihr Importverbot auf russisches Gold verkündeten.

Wegen der großflächigen Sanktionen des Westens gegen Russland und viele Oligarchen haben viele wohlhabende Russen versucht, ihre Besitztümer in Sicherheit zu bringen. So manche Luxusjacht liegt etwa nun in Ländern am Hafen, die keine Auslieferungsverträge mit dem Westen haben. Auch Gold spielt beim Umgehen der Sanktionen eine große Rolle.

Schweiz schließt sich G7-Boykott nicht an

Das Verbot der G7-Staaten hat vor allem durch die Teilnahme Großbritanniens ein Gewicht, da hier ein wichtiger Umschlagplatz für den globalen Handel liegt. Da dieser aber bereits seit März russisches Gold nicht mehr handelt, dürfte das G7-Verbot nicht den ganz großen Effekt haben, den Biden und Johnson ihm zurechnen.

Und: Ein wichtiger Partner bleibt bei dem Pakt gegen die Oligarchen außen vor – die Schweiz. Solange diese sich also dem Bann der G7 nicht explizit anschließt, kann das Rätsel um die drei Tonnen Gold nicht das letzte gewesen sein. Denn russisches Gold ist voller Mysterien.

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  • Florian Schmidt
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