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Klebsiella: Neue multiresistente Keime breiten sich in Europa aus


Neue gefürchtete Keime breiten sich aus


29.11.2023Lesedauer: 2 Min.
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Klebsiella (Symbolbild): Die Bakterien können schwere Erkrankungen auslösen.Vergrößern des Bildes
Klebsiella (Symbolbild): Die Bakterien können schwere Erkrankungen auslösen. (Quelle: Bet_Noire/Getty Images)

Antibiotikaresistente Bakterien werden immer gefährlicher und führen jährlich zu mehr als 30.000 Todesfällen in Europa. Wer besonders gefährdet ist.

Antibiotikaresistente Keime breiten sich derzeit in Europa aus. Insbesondere in Griechenland mehren sich Fälle in Krankenhäusern, wie das "Ärzteblatt" berichtet. Die Behörden warnen demnach zusammen mit dem European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) vor den Stämmen ST39 und ST323 von Klebsiella pneumoniae.

Der Bakterienstamm ST39 ist bereits in den vergangenen Jahren mehrfach in Kliniken nachgewiesen worden. Nun kommt jedoch mit ST323 ein weiterer hinzu. Was hinter diesen Keimen steckt und wie Sie sich vor einer Ansteckung schützen.

Wie gefährlich sind Klebsiella pneumoniae?

Klebsiella pneumoniae gilt dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung zufolge als einer der gefährlichsten Krankenhauskeime. Er ist sehr widerstandsfähig, vermehrt sich schnell und hat zunehmend Resistenzen gegen antimikrobielle Mittel entwickelt – zuletzt gegen die als Carbapeneme bekannte Klasse von Antibiotika. Das bedeutet, dass das Antibiotikum die Bakterien nicht abtöten und die Infektion somit nicht behandeln kann.

Ein weiterer Effekt der Antibiotikaresistenzen: Die Klebsiella-Bakterien können mutieren und zu teils schweren gesundheitlichen Schäden führen. Darunter:

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat kürzlich davor gewarnt, dass die Gesundheitsgefahr durch antibiotikaresistente Bakterien weltweit zunimmt. Der Grund: Antibiotika werden zu häufig und oft fälschlicherweise verschrieben. Der unnötige Gebrauch wiederum beeinträchtigt die Wirksamkeit.

Antibiotika: Sie wirken nur gegen Bakterien.
Antibiotika: Sie wirken nur gegen Bakterien. (Quelle: vorDa/Getty Images)

Antibiotika bei Erkältungen?

Häufig werden Antibiotika bei Erkältungen und grippeähnlichen Symptomen eingesetzt. Dabei helfen sie nur gegen Bakterien. Bei viralen Infekten, zu denen die meisten Erkältungskrankheiten gehören, sind sie wirkungslos.

Wie verbreiten sich die Klebsiella-Bakterien?

Gesunde Menschen erkranken in der Regel nicht an Klebsiella-Infektionen, obwohl die Bakterien auch im menschlichen Darm und in den oberen Atemwegen vorkommen. Allerdings können sie die Erreger übertragen. Alte und geschwächte Menschen sind eher gefährdet, Infektionen durch Klebsiella zu entwickeln.

In Einrichtungen des Gesundheitswesens treten Klebsiella-Infektionen häufig bei kranken Patienten auf, die wegen anderer Erkrankungen behandelt werden. So können sie durch den Kontakt von Mensch zu Mensch oder auch über kontaminierte Oberflächen verbreitet werden.

Das größte Risiko besteht jedoch bei Patienten, die immungeschwächt sind, an Beatmungsgeräte angeschlossen sind oder intravenöse Katheter oder Wunden (durch Verletzungen oder Operationen) haben. Klebsiella können durch diese medizinischen Geräte in den Körper gelangen und dort eine Infektion verursachen.

Das Tückische: Das Bakterium kann lange Zeit im Darm überleben, ohne Symptome zu verursachen. So bleibt die Infektion häufig unentdeckt. Dadurch erhöht sich die Gefahr für Neuinfektionen erheblich.

Wie lässt sich einer Infektion vorbeugen?

Um die Ausbreitung von Klebsiella-Infektionen zwischen Patienten in Krankenhäusern und Kliniken zu verhindern, gibt es strenge Hygienevorschriften.

Wenn Sie selbst Patient in einem Krankenhaus sind, sollten Sie sich ebenfalls an die Vorsichtsmaßnahmen halten. Dazu zählt insbesondere häufiges Händewaschen – vor dem Verzehr von Speisen, bevor Sie Ihre Augen, Nase oder Ihren Mund berühren, vor und nach dem Wechseln von Wundauflagen oder Verbänden, nach der Benutzung der Toilette, nach dem Husten oder Niesen sowie nach dem Berühren von Oberflächen im Krankenhaus.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • aerzteblatt.de: "Rasante Ausbreitung hochresistenter Klebsiella pneumoniae in griechischen Krankenhäusern". (Stand: November 2023)
  • ecdc.europa.eu: "Rapid spread of highly drug-resistant Klebsiella pneumoniae in Greek hospitals". (Stand: November 2023, englisch)
  • msdmanuals.com: "Klebsiella-, Enterobacter- und Serratia-infektionen". (Stand: 2022)
  • cdc.gov: "Klebsiella pneumoniae in Healthcare Settings". (Stand: 2010, englisch)
  • helmholtz-hzi.de: "Klebsiella".
  • Mit Material der Nachrichtenagentur AFP
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