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So lebt Lea (10) neun Jahre nach der Trennung von ihrer Schwester

t-online, rev

Aktualisiert am 05.08.2022Lesedauer: 2 Min.
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Lea, zehn Jahre alt, ist ein aufgewecktes Kind. Sie kann laufen, erzählt viel und geht zur Schule. Doch all das grenzt an ein kleines Wunder, denn Lea Block aus Lemgo ist kein gewöhnliches Mädchen: Sie wurde als siamesisches Zwillingskind geboren und im Alter von einem Jahr operativ von ihrer Schwester getrennt. RTL begleitet Familie Block bereits seit vielen Jahren. Ein Beitrag der Sendung "Stern TV" zeigte nun, wie sich Lea entwickelt hat und wie es ihr heute geht.

"Ich bin so froh, dass Lea außer der Spastik und der Lähmung jetzt so pflegeleicht ist", sagt Nelly Block im "Stern-TV"-Bericht. Was für viele Eltern normal ist, ist für Nelly und Peter Block keine Selbstverständlichkeit. Denn die Geschichte ihrer zehnjährigen Tochter Lea ist dramatisch.

Siamesische Zwillinge werden getrennt: Tabea stirbt, Lea überlebt

Als Nelly mit ihren Zwillingen in der zwölften Schwangerschaftswoche war, wurde die Fehlbildung entdeckt: Die beiden Mädchen waren an den Köpfen aneinander gewachsen. Weil für sie Abtreibung "eindeutig Mord" sei, entschieden sich ihre Eltern gegen einen Schwangerschaftsabbruch und nach der Geburt und ausgiebiger Beratung für einen operativen Eingriff, bei dem Lea und Tabea getrennt werden sollten.

Siamesische Zwillinge: Auf die Infografik klicken.
Siamesische Zwillinge: Auf die Infografik klicken. (Quelle: Reuters-bilder)
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Da eine solch komplizierte Operation in Deutschland nicht möglich gewesen wäre, wurde der Eingriff im September 2004 - gut ein Jahr nach der Zwillingsgeburt - in Baltimore (USA) von einem Expertenteam durchgeführt. Während der OP kommt es zu Komplikationen: Es dauert vier Tage, bis die Mädchen getrennt sind. Tabea stirbt, Leas Zustand ist kritisch, aber sie überlebt - fast vollständig erblindet, ohne Schädeldecke und einseitig gelähmt.

Lea hat inzwischen Laufen gelernt

Mehr als neun Jahre sind seit der Operation, die für große öffentliche Anteilnahme sorgte, vergangen. Lea hat sich seitdem beeindruckend entwickelt. Bei einer weiteren OP in Baltimore wurde ihr ein Hi-Tech-Implantat eingesetzt, das den Knochendefekt am Schädel korrigieren soll. Außerdem hat sie inzwischen mit Hilfe einer Physiotherapeutin laufen gelernt.

War Leas linke Seite nach der Operation noch vollständig gelähmt, ist das Mädchen nun in der Lage immer besser auch ihre linke Hand zu bewegen und Schritte mit dem linken Bein zu machen. Eine Schiene am Unterschenkel unterstützt sie dabei.

"Beachte die kleinen Schritte!"

Vor drei Jahren kam Lea in die Schule. Jeden Tag fährt sie 60 Kilometer in eine Blindenschule nach Paderborn. Die weite Strecke nimmt sie gerne in Kauf, denn Lea ist ausgesprochen wissbegierig: "Sie lernt jeden Tag etwas dazu und ist genauso belastbar wie die anderen Schüler", erklärt ihre Lehrerin. Zudem habe Lea ein außergewöhnlich gutes Gedächtnis, wie Lea in der "Stern-TV"-Reportage beim Wiedergeben gelernter Geschichten unter Beweis stellt.

"Beachte die kleinen Schritte!" Dieser Satz wurde Leas Eltern nach der großen OP von einem Arzt mit auf den weiteren Weg gegeben. Das haben sich Nelly und Peter Block, die in der Zwischenzeit vier weitere gesunde Kinder zur Welt brachten, zum Lebensmotto gemacht. "Genauso müssen wir das immer sehen", berichtet Leas Mutter. "Wir sind superzufrieden, wie es läuft."

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Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Wiebke Posmyk
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