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Diabetes lässt das Gehirn erheblich schrumpfen

Studie  

Diabetes lässt das Gehirn schrumpfen

11.08.2014, 14:27 Uhr | vdb

Diabetes lässt das Gehirn erheblich schrumpfen. Diabetes-Typ-2 verändert auch das Gehirn.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Diabetes-Typ-2 verändert auch das Gehirn. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Typ-2-Diabetes betrifft in Deutschland über sechs Millionen Menschen. Dabei leidet nicht nur der Blutzucker, sondern auch das Gehirn, wie eine US-Studie zeigt. Ihr zufolge schrumpft durch die Stoffwechselerkrankung das Gehirn erheblich.

Bei Typ-2-Diabetes senkt das Hormon Insulin den Blutzucker nicht mehr ausreichend. Dann sind auch die Blutfette und der Blutdruck erhöht. Diese Faktoren fördern die Entstehung einer Gefäßverkalkung, die auch im Gehirn zu Durchblutungsstörungen führen kann, wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) berichtet. "Ein Diabetes kann daher langfristig die Leistungsfähigkeit des Gehirns einschränken", sagt Dr. Erhard Siegel, Präsident der DDG.

600 Patienten untersucht

Eine Untersuchung der Perelman School of Medicine in Philadelphia untersuchte mehr als 600 Patienten im Rahmen einer klinischen Studie. Das Team um Nick Bryan verglich die Größe des Gehirns mit der Dauer der Diabeteserkrankung und der Höhe des Blutzuckerwertes im nüchternen Zustand. Das Ergebnis zeigte, dass das Gehirn kleiner wurde, je länger der Patient an Typ-2-Diabetes litt und je höher der Blutzuckerspiegel war. Die Unterschiede wurden besonders anhand der grauen Hirnsubstanz deutlich. In ihr befinden sich auch die Nervenzellen.

Graue Hirnsubstanz verkleinert

Auf einen Zeitraum von zehn Jahren betrachtet, verloren die Diabetespatienten im Durchschnitt 4,28 von 463,9 Kubikzentimetern ihrer grauen Hirnsubstanz. Das entspricht einer beschleunigten Alterung: "Ihr Gehirn war nach dieser Zeit um zwei Jahre älter als das von gleichaltrigen Nicht-Diabetespatienten", erläutert Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland von der DDG. Das Ergebnis könne aber nicht allein auf eine Verkalkung der Blutgefäße zurückgeführt werden, zumal die Studie keine Zunahme an Hirninfarkten nachweisen konnte, so die DDG weiter. Die Gewebsschädigung sei eher auf eine direkte Schädigung der Hirnzellen zurückzuführen, wie sie auch bei Alzheimer auftritt, sagt Professor Dr, Andreas Fritsche vom Universitätsklinikum Tübingen. Er leitet eine Arbeitsgruppe, die die Wirkung von Insulin auf das Gehirn erforscht.

Blutzucker unter Kontrolle bringen

Da die Kernspin-Untersuchungen nur zu Beginn der Studie durchgeführt wurden, blieb offen, ob eine strenge Kontrolle des Blutzuckers der Verkleinerung des Gehirns vorbeugen kann. Fest steht jedoch: In der Eingangsuntersuchung hatten Teilnehmer mit den besseren Blutzuckerwerten die geringsten Einbußen bei den Nervenzellen. Pro 50 Einheiten weniger im Blutzuckerwert stieg das Volumen der grauen Hirnsubstanz um 2,65 Kubikzentimeter. "Es kommt aber sicherlich nicht allein auf die Kontrolle des Blutzuckers an", betont Müller-Wieland. Die Normalisierung von Blutdruck und Blutfetten gehöre ebenfalls zur Behandlung des Typ-2-Diabetes. "Und dabei sind gesunde Ernährung und körperliche Bewegung einflussreiche Faktoren", sagt Siegel.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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