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Europawahl - Wahlhilfe: Termine, Kandidaten & Co. – Alle wichtigen Infos


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Die wichtigsten Informationen zur Europawahl 2019

Von t-online, js

Aktualisiert am 26.05.2019Lesedauer: 4 Min.
Das Gebäude des Europaparlaments in Straßburg: Das Parlament hat auch einen Sitz in Brüssel.
Das Gebäude des Europaparlaments in Straßburg: Das Parlament hat auch einen Sitz in Brüssel. (Quelle: Blickwinkel/allOver/VSL/imago)
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Millionen Europäer wählen im Mai ihre Vertreter. Aber wann wird das Europaparlament gewählt? Ist Briefwahl möglich? Und wer steht zur Wahl? Die wichtigsten Antworten.

Das Wichtigste im Überblick


  • Wann ist die Europawahl 2019?
  • Wer darf wählen?
  • Wen kann man wählen?
  • Wie viele Abgeordnete sitzen im EU-Parlament?
  • Welche Fraktionen gibt es?
  • Was darf das EU-Parlament?

Aktuelle Nachrichten zur Europawahl finden Sie in unserem Newsblog.


Das sind die Spitzenkandidaten der Europawahl 2019

Manfred Weber (CSU) tritt für CDU und CSU als gemeinsamer Spitzenkandidat an. Er ist zugleich Spitzenkandidat der europäischen Konservativen (EVP) und damit der aussichtsreichste Anwärter auf den Posten des Kommissionspräsidenten.
Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) führt gemeinsam mit dem Europaabgeordneten Udo Bullmann die SPD-Liste an. Sie muss, wenn sie nach Brüssel und Straßburg geht, ihr Ministeramt aufgeben.
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Wann ist die Europawahl 2019?

Die Europawahl 2019 findet in allen EU-Mitgliedstaaten gleichzeitig statt. Es ist der reguläre Wahltermin nach fünf Jahren. Gewählt wird zwischen dem 23. und dem 26. Mai 2019. So kann sich der Wahltermin nach den üblichen Wahltagen richten: In Deutschland wird am letzten dieser Tage gewählt, am 26. Mai, wie immer an einem Sonntag also. In den Niederlanden etwa wird bereits am Donnerstag gewählt, in Irland am Freitag, in der Slowakei am Samstag.

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Wer darf wählen?

Wahlberechtigt sind alle EU-Bürger, die älter als 18 Jahre sind und mindestens drei Monate in der EU gewohnt haben. Das ist in allen Staaten gleich. Ansonsten weichen die Regeln in den EU-Staaten voneinander ab. Zum Beispiel ist nicht überall Briefwahl möglich.

  • Deutsche, die in Deutschland leben, können ganz normal in der Wahlkabine abstimmen, aber auch per Brief.
  • Deutsche, die sich kurzzeitig im Ausland aufhalten, etwa im Urlaub, können per Briefwahl ihre Stimme abgeben.
  • Deutsche, die seit mindestens drei Monaten in einem anderen EU-Land leben, können entweder an ihrem letzten Wohnort in Deutschland wählen oder dort, wo sie sie aktuell leben.
  • Deutsche, die außerhalb der EU leben, können durch Briefwahl abstimmen – sofern sie in den letzten 25 Jahren mindestens drei Monate in Deutschland leben.

(Ein paar Ausnahmen gibt es noch, einige wenige Menschen sind vom Wahlrecht ausgeschlossen. Detaillierte Informationen finden sich auf der Seite des Bundeswahlleiters).

Da Großbritannien es nicht geschafft hat, bis zur von der EU gesetzten Frist aus der Gemeinschaft auszutreten, müssen auch die Briten an der Europawahl teilnehmen. Gewählt wird im Vereinigten Königreich am Donnerstag, 23. Mai.

Wen kann man wählen?

In jedem Land wählt man Listen, keine Abgeordneten. In Deutschland macht man auf dem Stimmzettel nur genau ein Kreuz: bei einer der Listen. In Deutschland werden 96 Europaabgeordnete gewählt. Insgesamt treten 41 politische Vereinigungen zur Europawahl an. Wie viele es davon ins EU-Parlament schaffen muss man abwarten. Bei der letzten Wahl 2014 zog die Rekordzahl von 14 deutschen Parteien ins Europaparlament ein. Die großen deutschen Bundestagsparteien treten mit folgenden Spitzenkandidaten an:

Aber auch kleinere Parteien haben Chancen. Aktuell sitzen im Europaparlament unter anderem Abgeordnete der Piraten, der Tierschutzpartei, der NPD und von Die Partei. Bei Bundestagswahlen muss eine Partei mindestens fünf Prozent der Stimmen bekommen, um ein Mandat zu gewinnen. Bei Europawahlen gibt es in Deutschland momentan keine solche Sperrklausel (das wird sich wieder ändern, aber erst zur nächsten Wahl in fünf Jahren). Damit reichen schon etwas mehr als ein Prozent der Stimmen für ein Mandat.

Wer sich aufstellen lassen darf, variiert auch von Land zu Land. In den meisten Staaten hat man ab 18 Jahren das passive Wahlrecht – auch in Deutschland. In einigen Ländern wie Polen muss man 21 Jahre alt sein, 23 (Rumänien) oder sogar 25 (Italien).

Wie viele Abgeordnete sitzen im EU-Parlament?

Im alten Parlament saßen 751 Abgeordnete – wie groß das neue Parlament ist, hängt von Großbritannien ab. Wenn der Brexit bis zur konstituierenden Sitzung am 2. Juli doch noch vollzogen wird, werden es nur noch 705 Abgeordnete sein. Wie viele Parlamentarier ein Land stellt, hängt von dessen Einwohnerzahl ab. Deutschland würde auch künftig die meisten Abgeordneten schicken, nämlich 96. Frankreich hätte dann 79, Italien 76, die kleinen Staaten Malta, Luxemburg und Zypern nur 6 Vertreter.

Damit vertritt ein deutscher Abgeordneter viel mehr Menschen als einer aus Malta. Die Vertretung ist also nicht proportional. Das wird immer wieder als problematisch kritisiert, soll aber sicherstellen, dass auch kleine Staaten Einfluss haben und nicht alles von Staaten wie Deutschland dominiert wird.

Welche Fraktionen gibt es?

In der aktuellen Wahlperiode gibt es acht Fraktionen im EU-Parlament. Sie heißen dort: Gruppen. Aktuell gibt es:

  • Konservative/Christdemokraten (EVP – u.a. mit CDU/CSU)
  • Sozialdemokraten (S&D – u.a. SPD)
  • Liberale (ALDE – u.a. FDP, Freie Wähler)
  • Grüne/Regionalisten (Grüne/EFA – u.a. Die Grünen)
  • Linke/Kommunisten (GUE/NGL – u.a. Die Linke)
  • Konservative/EU-Skeptiker/extreme Rechte (EKR)
  • EU-Skeptiker/extreme Rechte (EFDD – aktuell u.a. AfD)
  • Extreme Rechte (ENF – u.a. Die Blaue Partei/Ex-AfD)

Dazu kommen fraktionslose Abgeordnete.

Nach der Wahl kann das anders aussehen. Möglich, dass sich die Fraktionen der extremen Rechten neu ordnen werden. Die ALDE-Gruppe wird wohl Emmanuel Macrons En Marche dazugewinnen, dann aber anders heißen.

Um eine Fraktion zu bilden, müssen sich aktuell mindestens 25 Abgeordnete aus mindestens sieben Ländern zusammenschließen.

Was darf das EU-Parlament?

Es hält sich die Vorstellung, das Europaparlament habe nichts zu entscheiden – das ist aber falsch. Tatsächlich sind die Kompetenzen des EU-Parlaments seit der ersten Direktwahl 1979 massiv gewachsen. Seit zehn Jahren, seit dem Vertrag von Lissabon, werden EU-Gesetze im Regelfall im sogenannten "Mitentscheidungsverfahren" verabschiedet, in dem das Parlament gleichberechtigt mit dem Ministerrat ist. Es kontrolliert andere Institutionen und es stellt gemeinsam mit dem Ministerrat den Haushaltsplan auf.

Es gibt aber auch Unterschiede: Es hat, anders als etwa der Bundestag, nicht das Recht, Gesetzesinitiativen einzubringen; das kann nur die EU-Kommission. Es kann auch nicht die Regierung abwählen, es gibt ja gar keine echte EU-Regierung. Allerdings kann es die gesamte EU-Kommission absetzen; das kam noch nie vor, aber 1999 kam die Kommission dem durch geschlossenen Rücktritt zuvor.

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Verwendete Quellen
  • Informationen über das EP auf der Seite der EU
  • Informationen über die Spitzenkandidaten auf der Seite des Europäischen Parlaments
  • Informationen über das EP auf der Seite der Bundeszentrale für Politische Bildung
  • Seite des Europäischen Parlaments: Die Gruppen (Englisch)
  • Informationen des Bundeswahlleiters
  • Europaparlament: Fakten und Grafiken zur Wahl (Englisch)
  • Eigene Recherchen
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