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Corona-News: Bund verspricht Ländern 1,5 Millionen Selbsttests täglich

Newsblog zu Covid-19  

Bund verspricht Ländern 1,5 Millionen Selbsttests täglich

08.03.2021, 19:10 Uhr | dpa, AFP, rtr, t-online

Corona-News: Bund verspricht Ländern 1,5 Millionen Selbsttests täglich. Ein Corona-Selbsttest: Ab Dienstag können die Bundesländer große Mengen davon beim Mannheimer Hersteller Roche anfordern. (Symbolfoto) (Quelle: imago images/Ute Grabowsky)

Ein Corona-Selbsttest: Ab Dienstag können die Bundesländer große Mengen davon beim Mannheimer Hersteller Roche anfordern. (Symbolfoto) (Quelle: Ute Grabowsky/imago images)

Die Infektionszahlen steigen, der Lockdown endet: Um die Corona-Lage im Griff zu halten, setzt die Regierung auf Selbsttests. Die sollen jetzt in großer Zahl geliefert werden. Alle Infos im Newsblog.

Weltweit haben sich laut Johns-Hopkins-Universität mehr als 116 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, rund 2,6 Millionen Erkrankte sind gestorben. In Deutschland sind mehr als 2,5 Millionen Menschen positiv getestet worden, wie das Robert Koch-Institut mitteilt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei etwa 72.000 (Stand: 8. März). 

 

Bund verspricht Ländern 1,5 Millionen Selbsttests täglich

Die Bundesregierung will den Ländern die Bestellung von Millionen Corona-Selbsttests erleichtern. Bis Dienstagmittag könnten die Länder insgesamt 10,5 Millionen der Tests beim Mannheimer Pharmakonzern Roche bestellen, heißt es in einem Brief von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) an die Ministerpräsidenten der Länder. Roche kann demnach bis zu 1,5 Millionen der Selbsttests täglich ausliefern.


Obwohl die Infektionszahlen in vielen Regionen steigen, wurden in den meisten Bundesländern am Montag die Corona-Regeln gelockert. Damit die Lockerungen nicht wieder zu einem noch stärkeren Anstieg der Infektionszahlen führen, setzen Bund und Länder auf Selbsttests. Wie aus dem Schreiben an die Länder hervorgeht, können diese Roche mitteilen, zu welcher Adresse täglich die dem Land nach Bevölkerungsschlüssel zugeteilten Selbsttests geliefert werden sollen. Die Lieferung erfolgt durch Roche. Ein Test kostet demnach 4,50 Euro zuzüglich Umsatzsteuer inklusive Lieferung, ab mehr als eine Millionen Tests 4 Euro.

Vor knapp zwei Wochen wurden die ersten Selbsttests zugelassen. Dass die Tests im normalen Handel zu kaufen sind, soll laut Bundesgesundheitsministerium helfen, sie im Alltag zu etablieren. Kritiker wie der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hatten gefordert, dass der Einsatz der Tests staatlich organisiert werden solle, so dass vor allem möglich Corona-Ansteckungsherde etwa in Betrieben oder an Schulen identifiziert werden können.

Söder will Impfungen für junge Menschen anbieten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich dafür ausgesprochen, schon bald das "starre Impfprotokoll" zu lockern und auch jungen Menschen Zugang zu Impfstoff zu ermöglichen. Das könne bald etwa auch für Studierende an Universitäten gelten, sagte Söder am Montag in München. Von April an sollen in Bayern auch Lehrer, die nicht an Grundschulen tätig sind, geimpft werden.

Söder will auch mehr Impfstoff in Corona-Hotspots umverteilen, etwa an die Grenze zu Tschechien. Auch Pendler könnten für Impfungen infrage kommen. Er habe bei der EU zu verstehen gegeben: "Wir brauchen mehr Impfstoff für die Hotspots", sagte Söder. "Wenn Impfstoff kommt und mehr kommt – und zwar sehr viel mehr kommt – dann muss man das breit aufstellen", sagte Söder. Auch Haus-, Betriebs- und Schulärzte müssten dann einbezogen werden.

 (Quelle: t-online) (Quelle: t-online)

Pariser Kliniken sollen weniger operieren

Um die Kapazitäten für Covid-19-Patienten zu erhöhen, sollen die Krankenhäuser im Großraum Paris bis zu 40 Prozent ihrer medizinischen Aktivitäten wie beispielsweise geplante Operationen reduzieren. Das hat die regionale Gesundheitsbehörde ARS angewiesen, wie diese auf Nachfrage am Montag bestätigte. Weit mehr als 900 Menschen liegen im Großraum Paris auf der Intensivstation. Der Generaldirektor der ARS Île de France, Aurélien Rousseau, befürchtet, dass die zwei kommenden Wochen besonders schwierig werden, wie die Zeitung "Le Parisien" aus einem internen Brief der Behörde an die Kliniken zitiert.

Die Corona-Lage in der französischen Hauptstadt ist angespannt. Es gilt eine erhöhte Corona-Warnstufe. Ein Wochenend-Lockdown wie etwa in Nizza oder Dunkerque (Dünkirchen) gilt im Pariser Großraum aber nicht. Die Polizeipräfektur hatte zuletzt ein Alkoholverbot an zahlreichen öffentlichen Plätzen wie etwa den Seine-Ufern verhängt. Am Wochenende räumte sie die Ufer, weil dort Abstandsregeln nicht eingehalten worden seien.

Deutlich mehr Fälle häuslicher Gewalt während Pandemie

Während der Corona-Pandemie ist die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt offenbar deutlich gestiegen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen verzeichneten die Behörden 2020 einen Zuwachs von 7,7 Prozent, wie aus der am Montag in Düsseldorf vorgelegten NRW-Kriminalitätsstatistik hervorgeht. In Brandenburg meldeten die Behörden am Montag sogar einen Anstieg der Fälle häuslicher Gewalt um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Weiße Ring hatte bereits im Dezember gemeldet, in den ersten zehn Monaten von 2020 einen Zuwachs von zehn Prozent verzeichnet zu haben. "Die Zahlen waren nach dem ersten Lockdown im Frühjahr sehr verhalten und sind dann aber im Juni wieder deutlich angestiegen", sagte der Bundesvorsitzende des Weißen Rings und frühere Chef des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, damals.


Corona-Ausbruch: 200 Studenten in Wismar in Quarantäne

Nach dem Bekanntwerden von zwei mit dem Sars-CoV-2-Virus infizierten Studenten ist in einem Studentenwohnheim in Wismar inzwischen ein dritter positiver Fall gesichert. Wie ein Sprecher des Landkreises Nordwestmecklenburg sagte, sollen die knapp 200 in den beiden Gebäuden lebenden Studenten am Dienstag getestet werden. Per Allgemeinverfügung war bereits Ende vergangene Woche eine häusliche Quarantäne bis Freitag kommender Woche erlassen worden.

Nach Angaben des Kreises hatte am Freitag das positive Testergebnis für zwei Bewohner vorgelegen, nachdem bereits am Donnerstag der Schnelltest einer Person positiv war. Sie hätten trotz Symptomen sehr viele Kontakte innerhalb und außerhalb der Einrichtung gehabt und offensichtlich vielfach Hygiene-und Abstandsregeln missachtet.

Um die beiden Gebäude sei ein Zaum gezogen worden, der Zugang werde kontrolliert. Unter Quarantänebedingungen dürften Mitarbeiter des Studentenwerks die Wohnheime betreten.

Feier mit fast 30 Teilnehmern: Polizei löst Geburtstag auf

Die Polizei hat in Bremen eine Kindergeburtstagsfeier mit fast 30 Gästen aufgelöst. Nachdem sie durch einen Hinweis auf die illegale Party aufmerksam geworden waren, klingelten die Einsatzkräfte am Sonntag an der Wohnungstür im Stadtteil Blumenthal, wie die Polizei am Montag in Bremen mitteilte. In der Wohnung hielten sich demnach insgesamt 29 Personen auf. Mindestabstände wurden nach Polizeiangaben nicht eingehalten. Die Beamten erstatteten Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten und schickten die Gäste weg.

Scholz: Bis zu zehn Millionen Impfungen pro Woche

Finanzminister Olaf Scholz hat in Aussicht gestellt, dass Bund und Länder die Impfkapazitäten in Deutschland deutlich steigern werden. "Es wird bis zu zehn Millionen Impfungen pro Woche geben", sagte Scholz in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". 

"Wir müssen jede Woche Millionen impfen. Im März schon am Ende des Monats. Im April, im Mai, im Juni", erklärte der SPD-Kanzlerkandidat. Die bislang eingerichtete Impf-Infrastruktur stoße schon bald an Grenzen, räumte er ein. "Am 28. März wäre gegenwärtig bei den aktuellen Impfkapazitäten in etwa der Zeitpunkt, wo unsere heutigen Kapazitäten nicht mehr ausreichen", sagte Scholz. Er habe dafür gesorgt, dass es nicht zu einer Überlastung der Impfzentren komme.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erwartet nach eigenen Angaben ab April europaweit im Schnitt 100 Millionen Impfdosen pro Monat, insgesamt 300 Millionen bis Ende Juli.

Ministerpräsident sieht gute Chancen für Hotelöffnungen an Ostern

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) rechnet mit einer Öffnung der Hotels in seinem Bundesland über Ostern. "Wenn sich die Situation nicht dramatisch verändert, gehe ich davon aus, dass wir Hotels in Schleswig-Holstein über Ostern öffnen", sagte Günther der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe).

"Warum sollen die Menschen an Ostern nicht in Hotels und Ferienwohnungen sein können - unter der Voraussetzung eines aktuellen Negativ-Tests und einer Nachverfolgung über Apps", sagte der Regierungschef.

"Im Gegensatz zu Oktober gibt es jetzt genug verfügbare Schnelltests. Lösungen in diesem Bereich zu finden ist auch ein Gebot des Respekts der Branche und den Menschen gegenüber, die dort arbeiten", sagte der CDU-Politiker. "Die Scheu vor innerdeutschem Reiseverkehr kann ich angesichts der derzeit moderaten Inzidenzwerte nicht nachvollziehen."

Schleswig-Holstein verzeichnet in einigen Regionen seit längerem im Vergleich zu anderen Bundesländern relativ niedrige Werte bei der Sieben-Tage-Inzidenz. Ab Montag erlaubt Schleswig-Holstein bereits wieder den regulären Einkauf in Geschäften. Öffnen dürfen zudem auch Museen, Galerien, Zoos und botanische Gärten. 

Baerbock fordert Milliarden-Rettungspaket

Grünen-Chefin Annalena Baerbock fordert einen eine Milliarde Euro umfassenden Hilfsfonds zur Unterstützung von Schulkindern. Bund und Länder und auch die Kultusminister hätten die Kinder schon seit einem Jahr nicht auf dem Radar, sagt sie im Deutschlandfunk. 20 bis 30 Prozent der Kinder würden mit dem digitalen Lernen nicht erreicht. "Die Lage ist für etliche Kinder inzwischen hochdramatisch." Denen müsse ein "Bildungslotse" an die Seite gestellt werden über einen vom Bund mit geförderten "Bildungs-Rettungsfonds" von einer Milliarde Euro. Lehramts-Studierende sowie pensionierte Lehrer könnten diese Kinder individuell unterstützen, auch in den Oster- und Sommerferien.

Kampanien in Italien ist wieder Rote Zone

Italien hat wegen steigender Corona-Zahlen in mehreren Regionen die Beschränkungen verschärft. Viele Schulen bleiben dort ab Montag wieder geschlossen, Restaurants in betroffenen Gebieten dürfen nicht mehr für Gäste öffnen. Die süditalienische Urlaubsregion Kampanien, zu der Neapel und die Amalfiküste gehören, ist nun als dritte Region in dem 60-Millionen-Einwohner-Land eine Rote Zone mit den schärfsten Corona-Sperren. Das hatte das Gesundheitsministerium in Rom am Freitag festgelegt.

Bisher sind schon die Basilikata im Süden und die kleine Adria-Region Molise solche Roten Zonen. In diese Gebieten müssen alle Schulen zu sein. Die Menschen sollen ihre Wohnungen möglichst selten verlassen.

Von der Leyen kündigt Lieferung von 100 Millionen Impfstoff-Dosen an – pro Monat

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen rechnet mit einer deutlichen Beschleunigung der EU-weiten Corona-Impfkampagne ab April. Die Impfstoff-Liefermengen könnten sich ab April "nach den Plänen der Hersteller nochmal verdoppeln, auch weil weitere Impfstoffe vor der Zulassung stehen", sagte sie im Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Pro Monat erwarte sie im zweiten Quartal die Lieferung von rund 100 Millionen Impfstoff-Dosen.

Dies würde eine massive Aufstockung der bisher bereitgestellten Impfstoff-Mengen bedeuten. Von der Leyen sagte den Zeitungen, im Januar seien rund 20 Millionen Impfstoff-Dosen in die EU geliefert worden, im Februar seien es bereits rund 30 Millionen gewesen. Für März erwarte die EU rund 50 Millionen Dosen.

Johnson & Johnson-Impfstoff kurz vor EU-Zulassung

Der Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johson & Johnson könnte noch im März für die Europäischen Union (EU) zugelassen werden. Am 11. März werde die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) das Vakzin für die Verwendung in der EU überprüfen, teilt EMA-Vorstandschefin Christa Wirthumer-Hoche in einer Talkshow des österreichischen Senders ORF mit. "Wir erwarten eine positive Bewertung und dass die EU-Kommission die Zulassung schnell erteilt." Für eine Genehmigung des russischen Impfstoffs Sputnik V lägen hingegen noch keine ausreichenden Daten vor. "Deshalb würde ich dringend davon abraten, eine nationale Notfallzulassung zu erteilen", erklärt Wirthumer-Hoche.

Großbritannien meldet weniger neue Corona-Todesfälle

Großbritannien hat wegen technischer Probleme zunächst keine neuen Todesfälle gemeldet. Am späten Abend lieferten die Behörden die Zahl nach: Es seien 82 nach 158 am Vortag. Die Zahl der Neuinfektionen fiel auf 5177 nach 6.040. Den aktuellen Angaben zufolge haben inzwischen 22,2 Millionen Briten mindestens eine Impfdosis erhalten. Das entspricht grob ein Drittel der Bevölkerung.

Anmerkung der Redaktion: Wir hatten in einer früheren Version dieses Newsblogs unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Großbritannien am Sonntag keine neuen Todesfälle zu vermelden hatte. Wir bitten dies zu entschuldigen.

Nach Todesfall: Österreich stoppt Impfung mit Astrazeneca-Charge 

Nach einem Todes- und einem Krankheitsfall hat Österreich Impfungen mit einer Charge des Astrazeneca-Impfstoffs vorsichtshalber gestoppt. Es gebe zwei Meldungen in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung aus derselben Charge des Vakzins im Landesklinikum Zwettl im Bundesland Niederösterreich, teilte das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) am Sonntag mit. "Aktuell gibt es noch keinen Hinweis auf einen kausalen Zusammenhang mit der Impfung", erklärte die Behörde. Der Stopp der Impfungen mit der Charge sei eine Vorsichtsmaßnahme.

Eine 49-jährige Frau sei an den Folgen schwerer Gerinnungsstörungen gestorben, eine 35-jährige Frau habe eine Lungenembolie erlitten und befinde sich auf dem Weg der Besserung, teilte das Amt mit. "Aufgrund der bekannten klinischen Daten ist ein kausaler Zusammenhang nicht herstellbar, da insbesondere thrombotische Ereignisse nicht zu den bekannten oder typischen Nebenwirkungen des betreffenden Impfstoffes zählen."

Bei den beiden Frauen handelt es sich Medienberichten zufolge um Krankenschwestern der Klinik Zwettl. Astrazeneca erklärte laut der Nachrichtenagentur APA, mit den Behörden im Kontakt zu stehen und die Untersuchungen voll zu unterstützen.

Gefälschter Corona-Test: Lastwagenfahrer angezeigt 

Wegen eines gefälschten Corona-Tests und eines abgelaufenen Führerscheins sind an der deutsch-tschechischen Grenze zwei Lastwagenfahrer angezeigt worden. Bei Einreisekontrollen am Grenzübergang Selb/Asch (Landkreis Wunsiedel) zeigte ein 50 Jahre alter Lkw-Fahrer am Samstagmorgen einen Covid-Test vor. Der Mann hatte das handschriftliche Ausstellungsdatum vom 1. auf den 5. März umdatiert, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Der 50-Jährige habe eine Anzeige wegen Urkundenfälschung erhalten, ihm sei die Einreise verweigert worden.

Ebenfalls am Samstagvormittag hätten die Beamten festgestellt, dass der Führerschein eines 34 Jahre alten Lkw-Fahrers im Dezember abgelaufen war. Er sei ebenfalls angezeigt worden.

Wissenschaftler: Zahl der Kontakte bei Impfreihenfolge wichtiger

Der Immunologe Michael Meyer-Hermann empfiehlt, Menschen für Corona-Impfungen nach der Menge ihrer Kontakte zu priorisieren. Jene mit vielen Kontakten zuerst zu impfen "hätte eine viel größere Wirkung", als weiter nach Alter vorzugehen, sagte der Experte vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung dem Berliner "Tagesspiegel". Durch die Impfung zuerst der älteren Bevölkerung sei die Todesrate deutlich gesenkt worden – aber dies sei die Gruppe mit den wenigsten Kontakten, eine Auswirkung auf die Epidemie sei daher nicht zu erwarten.

Wegen der Ausbreitung der Virusvariante B.1.1.7 hält er die beschlossenen Lockerungen für gefährlich und erwartet, dass die Infektionszahlen "explosionsartig ansteigen werden" wie zuvor in Irland, England, Portugal und Tschechien. Aus Gesprächen mit Bundes- und Landesregierungen wisse er: "Man kann nicht sagen, dass die Politik nicht weiß, welche Folgen Maßnahmen haben werden."

Daimler will Werksärzte für Impfungen einsetzen

Der Automobilkonzern Daimler will die eigenen Mitarbeiter von Betriebsärzten gegen Corona impfen lassen. "Unsere Werksärzte sind vorbereitet und wir würden gerne die Impf-Kampagne unterstützen", sagte der Vorstandsvorsitzende Ola Källenius der "Bild am Sonntag". "Sobald es erlaubt ist, dass in Betrieben geimpft wird und die Mitarbeiter an der Reihe sind, können wir loslegen und all unseren Beschäftigten eine Impfung im Werk anbieten." Das Unternehmen stehe dazu in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden.

Merck testet Corona-Medikament

Der deutsche Pharmakonzern Merck und sein US-Partner berichten von ermutigenden ersten Ergebnissen bei der Entwicklung ihres Covid-19-Medikaments Molnupiravir. Das Medikament habe bei Testpersonen nach fünftägiger Behandlung deren Virenlast erheblich reduziert, teilten Merck und sein US-Partner Ridgeback Biotherapeutics am Samstag in den USA mit. "Diese vorläufigen Ergebnisse ermutigen uns", erklärte Ridgeback-Arzneimittelchefin Wendy Painter.

Merck hatte im Januar seine Arbeit an der Herstellung von Corona-Impfstoffen eingestellt, aber treibt die Entwicklung von zwei Covid-19-Medikamenten voran. Sowohl Molnupiravir als auch das zweite Präparat, MK-711, können eingenommen werden.

Die vorläufigen Ergebnisse basieren auf der 2a-Test-Phase, bei der 202 Covid-19-Patienten, die sich nicht im Krankenhaus befanden, das Medikament verabreicht wurde. In vier Fällen habe es starke Nebenwirkungen gegeben, doch hätten diese nicht mit dem Medikament in Zusammenhang gestanden, teilten die Unternehmen weiter mit.

Corona-Demonstrationen in Wien und in der Schweiz

Tausende Menschen haben am Samstag in Wien gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung demonstriert. Nach Angaben der Polizei gab es mehrere Festnahmen wegen Verstößen gegen Corona-Auflagen. Die rechtspopulistische FPÖ veranstaltete Kundgebungen und forderte den Rücktritt der Regierung von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Auch in der Schweiz gab es eine Kundgebung.

Auf ihrem Protestzug durch die österreichische Hauptstadt missachteten die Demonstranten die Abstandsregeln, viele trugen keine Schutzmasken. Die Corona-Auflagen in Österreich wurden im Februar gelockert, Schulen, Geschäfte und Museen haben wieder geöffnet. Die Demonstranten forderten aber auch die Wiederöffnung von Restaurants und Cafés und protestierten gegen die obligatorischen Corona-Tests für Schüler als Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht.

Auch in der Schweiz gingen am Samstag tausende Menschen gegen die Corona-Auflagen auf die Straße. Wie die Nachrichtenagentur SDA meldete, zogen mehr als 4.000 Demonstranten durch die Stadt Chur. Einige hielten Protest-Plakate mit Aufschriften wie "Stopp Diktatur" oder "Finger weg von unseren Kindern" in die Höhe.

Kein Impfstoff mehr für Kliniken im Südwesten 

Angesichts eines weiter großen Mangels an Corona-Impfstoffen stellt die baden-württembergische Landesregierung den Krankenhäusern im Südwesten vorerst keine gesonderten Impfdosen mehr für das Personal zur Verfügung. Man habe entschieden, "zum jetzigen Zeitpunkt keinen weiteren Impfstoff mehr exklusiv an die Krankenhäuser zu geben", teilte das Landesgesundheitsministerium am Samstag in Stuttgart auf Anfrage mit. Stattdessen wolle man neue Impfdosen komplett an die Impfzentren liefern. "Noch immer ist der Impfstoff knapp und die dem Land zur Verfügung gestellten Impfdosen sind über Wochen in den Impfzentren verplant", hieß es zur Begründung.

Klinik-Mitarbeiter, die noch keine Erstimpfung erhalten haben, müssen sich nun in Impfzentren um Termine bemühen. Der Chefvirologe des Universitätsklinikums Heidelberg, Hans-Georg Kräusslich, kritisiert dieses Vorgehen. "Wir sind darüber nicht glücklich, können es auch nicht wirklich nachvollziehen", sagte er der "Rhein-Neckar-Zeitung" (Samstag). "Wir würden zum Beispiel auch gerne die Studierenden im klinischen Semester impfen, ebenso weitere Mitarbeiter. Jetzt müssen sich wieder alle im Impfzentrum anmelden, wo die Belastung ohnehin schon hoch ist."

EU will Astrazeneca-Impfstoff aus den USA importieren

Im Kampf gegen den Impfstoffmangel will sich die Europäische Union (EU) einem Zeitungsbericht zufolge Impfdosen von Astrazeneca aus den USA beschaffen. Die EU-Kommission wolle die Vereinigten Staaten bitten, die Ausfuhr von Astrazeneca-Impfstoff zu genehmigen, der in den USA produziert oder abgefüllt werde, berichtete die "Financial Times" am Samstag. Mit einer solchen Zusammenarbeit solle sichergestellt werden, dass die vertraglichen Verpflichtungen der Impfstoff-Hersteller gegenüber der EU eingehalten würde, zitierte das Blatt die Brüsseler Behörde. Die USA sollten zudem die Lieferungen wichtiger Impfstoffbestandteile sicherstellen, die in der europäischen Produktion benötigt würden.

Hintergrund ist der Streit zwischen der EU und Astrazeneca, weil der britisch-schwedische Pharmakonzern bislang weniger Impfstoff an die Staatengemeinschaft liefert als zugesagt. In den USA kommt die Impfkampagne deutlich schneller voran als in Europa: Präsident Joe Biden kündigte kürzlich an, bis Ende Mai genug Impfstoff für jeden Erwachsenen im Land zur Verfügung zu haben.

Verstöße gegen Maskenpflicht: 300 Menschen demonstrieren an Grenzübergang 

Etwa 300 Menschen haben am Samstag in Saarbrücken auf dem Grenzübergang "Goldene Bremm" demonstriert. Es sei eine Demonstration auf französischem Gebiet, vermutlich gegen die geltenden Corona-Regelungen, die Auswirkungen auf die deutsche Seite habe, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Eine Straße sei für den Durchgangsverkehr gesperrt worden, sodass ein naheliegendes Corona-Testzentrum nur noch zu Fuß erreichbar sei. Zuvor hatte der Saarländische Rundfunk auf Twitter berichtet.

Die französischen Beamten hatten laut Polizeisprecher die deutsche Polizei am Freitag über eine Demonstration informiert, die nahe der deutschen Grenze im französischen Spicheren stattfinden sollte. Mehrere Demonstrierende verstießen demnach gegen die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Für die deutschen Beamten sei es aber aufgrund der Grenzlage schwierig gewesen, einzuschreiten. Die Sperrung werde aufgelöst, sobald die Veranstaltung beendet sei.

Erstes Großkonzert in Barcelona binnen Stunden ausverkauft

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie soll es in Barcelona wieder ein Popkonzert mit 5.000 Zuschauern geben. Die Eintrittskarten für den Auftritt der spanischen Indie-Popband Love of Lesbian am 27. März waren binnen Stunden ausverkauft, wie die Veranstalter auf Twitter mitteilten. 

Bei dem Konzert in der für bis zu 24.000 Gästen ausgelegten Mehrzweckhalle "Palau de Sant Jordi" müssen die Fans erstmals keinen Sicherheitsabstand mehr halten. Allerdings gelten strenge Schutzmaßnahmen.

So müssen alle, die überhaupt eine Eintrittskarte ergattert haben, am Tag des Konzerts in einem von drei speziellen Testzentren zwischen 08.00 Uhr und 16.00 Uhr einen Schnelltest machen, der negativ sein muss. Eingelassen werden nach Angaben der Veranstalter zudem nur registrierte Besucher im Alter zwischen 18 und 65 Jahren, die ein Smartphone mit mindestens IOS 11 oder Android 7 besitzen, um ein Programm für den Corona-Schnelltest herunterladen zu können. Zudem werden die persönlichen Daten der Teilnehmer nach dem Konzert mit denen der Gesundheitsbehörden abgeglichen.

Stiko-Chef: Knappheit beim Impfen wird bald vorbei sein

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, erwartet nach April ein deutlich höheres Impftempo in Deutschland. Er verstehe den Frust der Menschen über das Impfmanagement, sagte Mertens der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). "Kern des Problems ist aber fraglos der bisher mangelnde Impfstoff. Ich gehe jedoch davon aus, dass im zweiten und dritten Quartal so viel zur Verfügung stehen wird, dass ihn die Zentren nicht mehr verimpfen können", sagte der Vorsitzende der am Robert Koch-Institut angesiedelten Expertengruppe.

Kritik, dass Hausärzte nicht eher bei den Impfungen eingesetzt würden, wies er zurück. Es habe gute Argumente gegeben, die Praxen erst einzubeziehen, wenn genug Impfstoff ausgeliefert werde. Neben der ausreichenden Kühlung der Impfdosen müsse auch die korrekte Impfreihenfolge sichergestellt werden, gab Mertens zu bedenken. "Mancher könnte sich dabei gegenüber "seinen Patienten" schwertun."

Lockerungen für Geimpfte etwa mittels ihres Impfpasses sind aus Mertens' Sicht nur schwer zu verhindern, auch wenn sich die Impfkommission, Politik und Ethikrat gegen eine Impfpflicht ausgesprochen hätten. Ärzte müssten sowieso jede Impfung dokumentieren. "Bei Dingen, die einer freien Vertragsgestaltung unterliegen, vom Konzertbesuch bis zu einer Reise, wäre der Staat schlecht beraten, wenn er sich einmischen würde", sagte Mertens der Zeitung. Er nannte aber einen entscheidenden Unterschied: "Elementare Dinge des Alltags müssen auch ohne Impfschutz möglich sein, die ÖPNV-Nutzung oder der Aufenthalt in einem Krankenhaus."

Braun: "Ab Pfingsten können wir über Reisen und Freizeit reden"

Mehr Tempo beim Testen in Deutschland wollen alle. Doch wie soll es genau organisiert werden? Helge Braun verweist auf die Länder. Reisen an Ostern sieht der Kanzleramtschef "sehr skeptisch". Für Pfingsten sieht er allerdings Erleichterungen.

Heidelberger Chefvirologe: Teilimmunität könnte Mutationen fördern

Der Chefvirologe am Heidelberger Universitätsklinikum, Hans-Georg Kräusslich, hat Sorge, dass sich in der Phase zwischen Erst- und Zweitimpfung weitere Corona-Varianten bilden könnten. Mit Blick auf die von Bund und Ländern geplanten Lockerungen sagte er der "Rhein-Neckar-Zeitung" (Samstag): "Besorgniserregend wäre insbesondere, wenn wir in den nächsten Wochen in eine Situation kämen, dass zahlreiche Menschen nach der Erstimpfung einen inkompletten Schutz haben und gleichzeitig sehr viele Infektionen stattfinden. Das wäre eine Brutstätte für die Selektion von Varianten, die möglicherweise dem Impfstoff entkommen könnten."

Wenn sich viele Menschen infizieren würden, die teilimmun, aber noch nicht richtig immun sind, dann sei die Warscheinlichkeit, dass sich das Virus dort festsetzen kann und resistente Varianten auftreten, höher, sagte der Virologe.

Corona-Neuinfektionen sinken im Vergleich zur Vorwoche

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9.557 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 300 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI hervor.

Der israelische Künstler Ivri Lider tritt vor Zuschauern in Tel Aviv auf, die vorher eine Impfung oder überstandene Infektion nachweisen mussten. (Quelle: AP/dpa/Oded Balilty)Der israelische Künstler Ivri Lider tritt vor Zuschauern in Tel Aviv auf, die vorher eine Impfung oder überstandene Infektion nachweisen mussten. (Quelle: Oded Balilty/AP/dpa)

Hunderte kommen zu Live-Konzert in Israel

Dank der Massenimpfungen gegen das neuartige Coronavirus hat in Israel ein Konzert mit hunderten Zuschauern stattgefunden. Rund 500 gegen Covid-19 geimpfte Menschen mit Masken kamen am Freitag in Tel Aviv in einem Stadion zusammen, das Platz für bis zu 30.000 Zuschauer bietet. Sie durften sich ein Konzert des israelischen Popsängers Ivri Lider anhören.

"Das ist echt cool. Ich bin so froh", sagte Konzertbesucherin Reut Gofer bei ihrer Ankunft im Stadion. "Ich hoffe, das ist der Beginn einer Zeit, in der wir zu unserem normalen Leben zurückkehren." Das Konzert am Freitag war das erste von vier derartigen Musik-Veranstaltungen, die die Stadtverwaltung von Tel Aviv organisiert hat.

Nach einem dritten Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie hatte Israel im Februar mit schrittweisen Lockerungen der Restriktionen begonnen. So durften bereits Einkaufszentren, Fitnesstudios, Schwimmbäder, Hotels und einige kulturelle Einrichtungen wieder öffnen. In den meisten Fällen ist der Besuch aber Menschen vorbehalten, die gegen das neuartige Coronavirus immunisiert sind und daher ihre Einstufung in die Kategorie "grün" nachweisen können.

Pfizer-Chef wirbt für AstraZeneca

Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland, Peter Albiez, bricht eine Lanze für den von AstraZeneca entwickelten Konkurrenzimpfstoff. Im Live-Programm von "Bild" sagte Albiez auf eine entsprechende Frage: "Den würd' ich nehmen, den Impfstoff, ja." Man sollte nicht vergessen, dass jeder Impfstoff, der da sei, geprüft sei "von der EMA, also sicher und verträglich". Grundsätzlich hält Albiez in Deutschland "eine größere Dynamik" der Impf-Kampagne für nötig. "Da müssen wir in großen Schritten denken, in großen Dimensionen." Er forderte, mit Blick auf die kommenden Monate "alles" zu mobilisieren.

Italien registriert höchste Totenzahl seit dem Zweiten Weltkrieg

Italien hat im Pandemie-Jahr 2020 nach offiziellen Angaben die höchste Totenzahl seit dem Zweiten Weltkrieg verzeichnet. Insgesamt habe es im Vorjahr 746.146 Sterbefälle gegeben – und damit über 15 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019, teilte das Statistikamt Istat in Rom am Freitag mit.

Nachdem die erste große Corona-Welle das 60-Millionen-Einwohner-Land Ende Februar 2020 getroffen hatte, ermittelten die Fachleute auch die sogenannte Übersterblichkeit für die Monate März bis Dezember. In dieser Phase starben den Angaben zufolge gut 20 Prozent mehr Menschen als im Schnitt der Jahre 2015 bis 2019. Das waren mehr als 108.000 Tote. Wobei dieser Wert nicht bedeutet, dass dies die Zahl zusätzlicher direkter Covid-19-Opfer war. Experten hatten schon früher darauf hingewiesen, dass es auch vermehrt Tote unter anderem wegen der Überlastung des Krankenhaussystems gegeben haben könnte.

In Italien zählte das Gesundheitsministerium insgesamt bisher gut drei Millionen Menschen, die sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert haben. Offiziell wurde die Drei-Millionen-Schwelle am Freitagabend mit der täglichen Aktualisierung der Statistik überschritten. Nach Expertenangaben liegt die wirkliche Infizierten-Zahl allerdings höher. Denn manche Menschen merken nichts oder wenig von der Ansteckung und machen keinen Test.

Brasilien befürchtet 3.000 Tote pro Tag durch Corona

Eine von der Regierung eingesetzte Expertengruppe hält laut Insidern 3.000 Corona-Tote pro Tag in Brasilien für möglich. Sollten keine ernsthaften Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in dem südamerikanischen Land ergriffen werden, sei dieses Szenario möglich, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. In den vergangenen 14 Tagen starben durchschnittlich täglich rund 1.250 Menschen an oder mit dem Virus. Krankenhäuser stehen vor dem Kollaps. Brasilien ist weltweit eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder.

Nach zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit COVID-19-Rekordtoten in Brasilien forderte Präsident Jair Bolsonaro die Brasilianer am Donnerstag nach Agenturberichten auf, nicht mehr zu jammern und weiterzumachen. In seinen jüngsten Äußerungen griff er Distanzierungsmaßnahmen an und spielte die Schwere der Pandemie herunter.

Mehr als 2,7 Millionen Tote weltweit

Weltweit haben sich über 115,92 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. An oder mit dem Virus gestorben sind mehr als 2,70 Millionen, wie eine Erhebung der Nachrichtenegentur Reuters auf Basis offizieller Daten ergibt. Am stärksten betroffen sind die USA mit über 28,93 Millionen Infektionen und 521.403 Toten.

Schweiz will landesweit gratis Corona-Tests anbieten

Nach langem Zögern und Preisen für Corona-Tests von umgerechnet mehr als 150 Euro vollzieht die Schweiz nun eine Kehrtwende: Ab Mitte März sollen sich alle Menschen gratis auf das Coronavirus testen lassen können, auch Grenzgänger. Diese Pläne stellte die Regierung am Freitag vor. Die endgültige Entscheidung soll am 12. März fallen.

Das Programm kostet bei 8,6 Millionen Einwohnern in diesem Jahr gut eine Milliarde Franken (900 Millionen Euro). Auch soll jede Person fünf Selbsttests für zuhause pro Monat gratis bekommen, sobald verlässliche Tests dieser Art zur Verfügung stehen.

Mit der massiven Ausweitung der Tests sollen weitere Öffnungsschritte möglich werden. In der Schweiz sind seit Anfang der Woche Geschäfte und Museen wieder offen, aber Restaurants weiterhin geschlossen. Auch bei Massentests seien Hygienemaßnahmen und Regeln wie Maske tragen oder Abstand halten weiter nötig, betonte die Regierung, denn ein Testresultat sei nur eine Momentaufnahme. Ein negativer Test dürfe nicht zu falscher Sicherheit und unvernünftigem Verhalten führen.

RKI: USA nicht mehr Hochinzidenzgebiet

Das Robert Koch-Institut stuft die USA nicht mehr als Hochinzidenzgebiet ein. In einer auf der Webseite des Instituts veröffentlichten Liste werden die Vereinigten Staaten nur noch als Risikogebiet geführt. Als Hochinzidenzgebiet gelten Regionen oder Länder mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern pro sieben Tagen. Zudem führt das RKI noch die Kategorie Mutationsgebiet für Regionen mit einer besonders hohen Verbreitung von Virus-Mutationen. 

Die Zahl der Neuinfektionen in den USA ist seit Anfang des Jahres stark zurückgegangen – von über 200.000 pro Tag auf durchschnittlich gut 60.000. Experten warnen jedoch, dass es auch wegen der neuen Varianten des Virus erneut zu einem Anstieg kommen könne. Die USA sind der Staat mit den weltweit höchsten Todes- und Infektionszahlen.

Einige Bundesstaaten wie Mississippi und Texas hatten bereits weitreichende Lockerungen veranlasst. Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hatte angekündigt, die Maskenpflicht und alle Kapazitätsgrenzen für Restaurants und andere Betriebe in seinem Bundesstaat aufzuheben. US-Präsident Joe Biden hatte die Lockerung kritisiert: "Ich glaube, dass es ein großer Fehler ist", sagte der Demokrat. Erst Ende Mai werde es genug Impfstoff geben, um alle erwachsenen Amerikaner impfen zu können. 

Eilantrag erfolglos – keine sofortige Corona-Impfung für Krebskranken

Das Bundesverfassungsgericht hat den Eilantrag eines älteren krebskranken Mannes aus Bayern abgewiesen, der vor seiner Chemotherapie sofort gegen das Coronavirus geimpft werden wollte. Der Mann, der eigentlich erst in der zweiten Impfgruppe an der Reihe ist, habe "nicht hinreichend nachvollziehbar vorgetragen", warum ihm durch das Abwarten ein schwerer Nachteil entstehe, heißt es in der Entscheidung. Der Beschluss vom 22. Februar wurde am Freitag in Karlsruhe veröffentlicht. 

Der Mann hatte sich zuvor schon vergeblich an die bayerischen Verwaltungsgerichte gewandt. Der Verwaltungsgerichtshof in München hatte seinen Eilantrag am 10. Februar mit der Begründung abgewiesen, dies sei "kein atypischer Einzelfall". Auch die Verfassungsrichter schreiben, der Mann habe nicht dargelegt, warum er nicht auch in Gruppe zwei eine erste Impfung "alsbald erhalten könne". Außerdem habe er "nicht hinreichend vorgetragen, dass ihm eine risikoverringernde Isolation unmöglich sei".

Schweden will Impfbescheinigung bis Sommer einführen

Die schwedische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Sommer ein digitales System für den Nachweis von Impfungen zu entwickeln. Digitalisierungsminister Anders Ygeman sagte am Freitag, jeder Schwede, der gegen das Covid-19-Virus geimpft wurde, soll dafür eine international gültige Bestätigung bekommen, entweder als App oder ein Dokument zum Herunterladen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Inzidenzwert in Thüringen weiter gestiegen

Thüringen bleibt das am härtesten von der Pandemie betroffene Bundesland. Die Zahl der neuen Corona-Fälle je 100.000 Einwohner der vergangenen sieben Tage lag am Freitag bei knapp 129, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Damit hat sich die Inzidenz zum Vortag (127,5) noch einmal erhöht. Thüringen ist damit weiterhin das einzige Bundesland, das den für Lockerungen der pandemiebedingten Einschränkungen wichtigen Schwellenwert von 100 überschreitet.

Von Donnerstag zu Freitag wurden 525 neue Infektionsfälle und 13 weitere Todesfälle gemeldet. Sei Pandemiebeginn hat sich damit die Zahl der Corona-Infektionen auf 78.325 erhöht. 2.930 Menschen starben seither im Freistaat mit oder an dem Virus.

WHO lehnt EU-Impfpass ab

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat "ernste Bedenken" gegen den von der EU geplanten Corona-Impfpass angemeldet. So sei unsicher, wie lange die Immunität nach einer Corona-Impfung anhalte, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge der Zeitung "Die Welt" vom Freitag. Auch könne die Impfung nicht unbedingt verhindern, dass der Empfänger andere Menschen anstecke. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten bei ihrem Gipfeltreffen vergangene Woche die Einführung eines europaweit gültigen Impfausweises bis zum Sommer beschlossen.

Kluge warnte zudem davor, Mutanten des Coronavirus nicht ernst genug zu nehmen, weil sich manche sehr schnell verbreiten könnten und schwere Krankheitsverläufe auslösten. "Wenn dies nun zusammenfällt mit einer nur langsamen Impfkampagne, dann verlieren wir Momentum. Dann kann das Virus wieder die Oberhand gewinnen." Jetzt sei noch nicht die Zeit für die Menschen in Europa, sich zurückzulehnen. Am Donnerstag hatte Kluge mitgeteilt, dass die Zahl der Neuansteckungen in Europa nach einem sechswöchigen Rückgang um neun Prozent auf mehr als eine Million gestiegen ist.

Noch im März sollen alle Schüler wieder in die Schule

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, kündigt an, dass alle Schüler in Deutschland noch im März wieder zur Schule gehen sollen. "Auch wenn wir durch die Virusmutation eine veränderte Situation haben, können wir nicht noch mal mehrere Wochen warten. Dafür haben die Schulschließungen einen zu hohen sozialen Preis", sagt die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Laut Ernst würden sich einige Bundesländer mit besonders niedrigen Inzidenzwerten wahrscheinlich sogar für Präsenzunterricht entscheiden. Ziel sei es, zusätzlich Schnelltests zur Verfügung zu stellen. "Das wollen wir in diesem Monat für die Lehrkräfte hinbekommen und dann möglichst schnell auch für die Schülerinnen und Schüler", so die Politikerin.

UN-Kommission: 22 Millionen neue Arme in Lateinamerika durch Corona

Rund 22 Millionen Menschen sind im vergangenen Jahr in Lateinamerika und der Karibik infolge der Coronavirus-Pandemie nach UN-Angaben in die Armut abgerutscht. Die Zahl der in Armut lebenden Menschen stieg dort auf rund 209 Millionen – gut ein Drittel der Gesamtbevölkerung der Region, wie aus einem Bericht hervorgeht, den die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) am Donnerstag vorstellte. Demnach lebten Ende des Jahres 78 Millionen Menschen in extremer Armut. Das entsprach 12,5 Prozent der Bevölkerung – die höchste Zahl seit 20 Jahren.

Außerdem nahm dem Bericht zufolge die Ungleichheit in der Region im Jahr 2020 zu. Vor allem sei die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt zurückgegangen. Der Anstieg der Arbeitslosenquote um 2,6 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent Ende 2020 im Vergleich zum Vorjahr wirke sich besonders auf Frauen und Arbeiter in der sogenannten informellen Wirtschaft ohne staatliche Regulierung und mit geringem Sozialschutz aus sowie auf junge Menschen und Migranten.

Altmaier verteidigt Corona-Beschlüsse als "angemessen"

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern verteidigt. "Wir haben einen Öffnungsplan beschlossen mit vielen stufenweise Lockerungen, die angemessen und am Gesundheitsschutz orientiert sind", sagte Altmaier der "Saarbrücker Zeitung" vom Freitag. Jetzt würden verstärkt andere wichtige Kriterien in den Blick genommen wie die Impfquote und Testkonzepte. Damit lasse die "Orientierung an der ungeeigneten 35er-Inzidenz" nach.

"Ich verstehe die Sorgen der kleinen Einzelhändler, Gastronomen oder Reisebüros gut, denn gerade diese Bereiche sind seit Monaten in einer sehr schweren Lage und viele Reserven sind aufgebraucht", sagte der Minister dem Blatt. Daher seien die Corona-Hilfen, die es seit Beginn der Pandemie gebe, nochmal erweitert worden. "Unsere Hilfsprogramme stehen bis Ende Juni 2021, teilweise länger, zur Verfügung", sagte Altmaier. Wenn sich zeige, dass weitere Hilfen notwendig seien, "stehen wir weiter fest an der Seite unserer Unternehmen".

Australien bittet EU-Kommission um Hilfe nach Impfstoff-Lieferstopp

Australien hat die Europäische Kommission um Hilfe gebeten, nachdem Italien eine Lieferung des AstraZeneca-Impfstoffs blockiert hat. "Australien hat das Thema bei der Europäischen Kommission über mehrere Kanäle angesprochen und wir haben darum gebeten, diese Entscheidung zu überprüfen", sagte der australische Gesundheitsminister Greg Hunt in Melbourne. Hier lesen Sie mehr.

Weniger Covid-19-Patienten – aber nicht mehr freie Intensivbetten

Trotz des rückläufigen Trends bei der Zahl der Covid-19-Patienten ist die Zahl freier Betten auf Intensivstationen in Deutschland seit Jahresbeginn ungefähr konstant geblieben. Operationen, die verschoben worden waren, würden derzeit wieder durchgeführt oder sogar verstärkt nachgeholt, erklärte eine Sprecherin der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) der Nachrichtenagentur dpa. "Entsprechend liegen die Patienten nach großen Herz-OPs oder schweren Tumor-Resektionen derzeit wieder in größerer Zahl auf den Intensivstationen."

Ohnehin sei die Behandlung der Vielzahl von Covid-19-Patienten Ende Dezember, Anfang Januar nur möglich geworden, weil andere Patienten früher als üblich auf andere Stationen verlegt worden seien. Die Bettenauslastung auf den Intensivstationen sei "nach wie vor sehr stabil hoch", so die Sprecherin. Im Divi-Intensivregister sind rund 3.700 freie Intensivbetten ausgewiesen (Stand Donnerstag). Rund 2.800 Covid-19-Fälle sind noch in Behandlung. Das ist weniger als halb so viel wie zu Jahresbeginn, aber nur etwas weniger als während der Hochphase der ersten Welle im Frühjahr 2020.

Wirtschaftsweise" verteidigt Corona-Kurs – Kritik von Verbänden

Die "Wirtschaftsweise" Monika Schnitzer hat vor einer Vorverurteilung der Bundesregierung für die jüngsten Beschlüsse im Kampf gegen die Corona-Krise gewarnt. "Wir halten das noch eine ganze Weile aus", sagte sie der "Rheinischen Post" mit Blick auf die Belastungen der Wirtschaft durch die Auswirkungen des Lockdowns.

Betroffen seien vor allem der geschlossene Einzelhandel und Unternehmen aus dem Freizeitbereich. "Im gesamten Wirtschaftsgefüge machen diese Bereiche aber nur einen kleinen Teil der Wertschöpfung aus." Wenn Corona-Hilfen nun sinnvoll eingesetzt würden, sei sie "sehr zuversichtlich, dass wir in einigen Jahren aus der Krise herausgewachsen sind, ohne dass es tiefe soziale Einschnitte für die Menschen oder Steuererhöhungen geben wird."

Schnitzer lobte zudem, dass Bund und Länder erstmals einen mehrwöchigen Stufenplan aufgestellt hätten. "Das haben sich viele lange gewünscht, weil man dann besser planen kann."

Bolsonaro zu Brasilianern: Hört auf zu jammern

Trotz rekordhoher Totenzahlen fordert Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro seine Landsleute auf, das Jammern zu unterlassen. "Wie lange soll das Geheule noch weiter gehen?", fragt Bolsonaro bei einer Versammlung. Die Bevölkerung könne sich nicht länger verkriechen. Keiner könne das mehr ertragen. Er bedauere die Todesfälle. Es müsse aber eine Lösung gefunden werden.

In Brasilien sterben derzeit so viele Menschen an Covid-19 wie noch nie. Krankenhäuser stehen vor dem Kollaps. Brasilien ist weltweit eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder.

Spahns Beliebtheitswerte stürzen ab

Die Unterstützung in der Bevölkerung für Gesundheitsminister Jens Spahn ist deutlich gesunken. Lediglich noch 39 Prozent der Befragten im ARD-"Deutschlandtrend" sagten, sie seien mit ihm zufrieden – das ist ein Minus von zwölf Prozentpunkten im Vergleich zu Februar und der schlechteste Wert seit November 2019. Spahn stand zuletzt nicht nur wegen der schleppenden Impfkampagne in der Kritik. Mehr dazu lesen Sie hier.

Erstmals Export von Astrazeneca-Impfstoff aus der EU gestoppt

Erstmals ist die Ausfuhr von Corona-Impfstoff aus der Europäischen Union in einen Drittstaat gestoppt worden. Italien verhinderte die Lieferung von 250.000 Dosen Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca an Australien, wie EU-Kreise am Donnerstag bestätigten. Zuerst hatte die "Financial Times" darüber berichtet.

Grundlage ist ein Ende Januar eingeführtes System zur Exportkontrolle. Danach müssen Pharmakonzerne, die Lieferverpflichtungen für die EU haben, Ausfuhrgenehmigungen für in der EU produzierte Impfstoffe beantragen. Wenn Hersteller die EU bei Liefermengen unrechtmäßig benachteiligen, könnten Genehmigungen verweigert werden. Astrazeneca hatte die vertraglich zugesagte Liefermenge an die EU im ersten Quartal drastisch gesenkt und damit für großen Unmut gesorgt.

Ausgenommen von dem System sind Exporte in eine Reihe von Partnerländern und in Entwicklungsländer. Zu den Partnerländern zählen die Schweiz, Israel und die Ukraine – nicht aber Großbritannien und Kanada. Zuständig für die Ausfuhrgenehmigungen ist der EU-Mitgliedstaat, in dem die für den Export vorgesehenen Impfstoffe produziert wurden. Die EU-Staaten holen vor Entscheidungen die Stellungnahme der EU-Kommission ein. Im vorliegenden Fall waren sich Rom und Brüssel nach dpa-Informationen einig. Zuvor waren etliche andere Exportanträge anderer Firmen genehmigt worden, die meisten kamen von Biontech/Pfizer, das von Europa aus viele Länder beliefert.

Ausbruch in Edeka-Fleischwerk in Rheinstetten

In einem Fleischwerk von Edeka Südwest in Rheinstetten sind Dutzende Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Ein Sprecher des Landratsamts Karlsruhe berichtete am Donnerstag von 69 positiv Getesteten und 140 Kontaktpersonen, die in Quarantäne bleiben müssten. In einem Fall sei die zuerst in Großbritannien nachgewiesene mutierte Variante des Virus bestätigt worden.

Weil das Infektionsgeschehen nicht diffus sei und die Kontakte gut nachverfolgt werden könnten, habe der Ausbruch zunächst keine Folgen wie etwaige Ausgangsbeschränkungen, sagte der Sprecher. Zuerst hatten die "Badischen Neuesten Nachrichten" über den Fall berichtet.

Bundestag verlängert epidemischen Lage um weitere drei Monate

Die wegen der Corona-Pandemie ausgerufene epidemische Lage von nationaler Tragweite gilt für zusätzliche drei Monate bis Mitte des Jahres weiter. Der Bundestag beschloss am Donnerstag das Gesetz, mit dem die Notlage über Ende März hinaus bis zum 30. Juni verlängert wird. Die Regelungen stießen bei der Opposition auf heftige Kritik.

Für die Vorlage votierten in namentlicher Abstimmung 368 Abgeordnete, 293 stimmten dagegen. Sollte bis Ende Juni kein neuerlicher Beschluss zur Fortsetzung gefasst werden, läuft die Regelung dann aus. Die Ende März vergangenen Jahres erstmals beschlossene epidemische Notlage ist die Grundlage für die Kontaktbeschränkungen und Schließungen in der Corona-Pandemie, für die die Länder zuständig sind.

Das Gesetz enthält noch weitere Neuerungen unter anderem schreibt es fest, dass sich die Beschränkungen künftig nicht mehr nur am Inzidenzwert orientieren müssen, sondern auch andere Kennzahlen berücksichtigt werden können, etwa der R-Wert und der Fortschritt bei den Impfungen. Zusätzlich zum eigentlichen Gesetz stellte der Bundestag mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen sowie von Linken und Grünen das Fortbestehen der epidemischen Lage fest. Die AfD stimmte dagegen, die FDP enthielt sich.

Kretschmann kritisiert Spahn wegen Corona-Schnelltests

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wegen einer nicht ausreichenden Anzahl von Corona-Schnelltests kritisiert. "Was die Tests anbetrifft, bin ich doch sehr vom Bund enttäuscht", erklärte Kretschmann am Donnerstag in Stuttgart. Es habe "große Ankündigungen" für kostenlose Tests für alle gegeben. "Gestern zeigt sich: Der Ankündigung sind keine Taten gefolgt, es wurde noch nichts geordert", sagte Kretschmann mit Blick auf den Corona-Gipfel am Mittwoch.

Neben einem erhöhten Tempo bei Impfungen in den kommenden Wochen, Schutzkonzepten für den Handel und digitalen Hilfsmitteln habe das sogenannte Freitesten eine besondere Bedeutung für die Öffnungsschritte der kommenden Wochen. Er habe sich schon im Vorfeld des Corona-Gipfels für das Freitesten – also die Verknüpfung von Schnelltests, Selbsttests und Öffnungen – stark gemacht.

Bericht: Schnelltests könnten Bund monatlich über drei Milliarden Euro kosten

Das geplante breite Angebot von Corona-Schnelltests für alle Bürgerinnen und Bürger könnte den Bund einem Bericht zufolge monatlich mehr als drei Milliarden Euro kosten. Das Bundesgesundheitsministerium gehe davon aus, dass eine Million Tests den Bund 21 Millionen Euro kosten, berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Freitagsausgaben) unter Berufung auf eine neue Testverordnung des Ministeriums.

Da Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Bedarf auf bis zu 150 Millionen Tests pro Monat schätze, entstünden Kosten von monatlich bis zu 3,15 Milliarden Euro, schrieben die Zeitungen weiter. Das Gesundheitsministerium habe die erwarteten monatlichen Kosten dagegen bisher auf nur maximal 810 Millionen Euro geschätzt.

Bayern öffnet Schulen – Söder mahnt zur Vorsicht 

Bayern setzt den Lockdown im Kampf gegen die Corona-Pandemie bis zum 28. März fort, lockert die Bestimmungen jedoch an einigen Stellen. Knapp 9 von 10 Menschen in Bayern sollen von den Erleichterungen durch die neue Corona-Strategie profitieren. "87 Prozent erfahren schrittweise eine Verbesserung", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach der Kabinettssitzung in München.

Derzeit seien 76 Landkreise unter der für die beschlossenen Lockerungsschritte entscheidenden Inzidenz mit mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. 20 Landkreise seien aber weiter über einer Inzidenz von 100, hier lebten rund 13 Prozent der bayerischen Bevölkerung. In diesen Bereichen tue sich vorerst wenig.

So dürfen nach rund einem Vierteljahr Corona-Zwangspause ab dem 15. März auch alle weiterführenden Schulen in Bayern wieder öffnen – im Wechselunterricht und nur in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100. Zudem warnte Söder erneut zur Vorsicht: Es rolle aber die dritte Welle, mit der britischen Virus-Variante, sagte Söder Sitzung seines Kabinetts in München. Es müsse gesehen werden, wie kontrollierbar dies sein werde.

Schleswig-Holstein öffnet den Einzelhandel

In Schleswig-Holstein darf der Einzelhandel ab Montag wieder öffnen. In Geschäften bis 800 Quadratmeter werde dabei eine Beschränkung von zehn Quadratmetern pro Kunde gelten, kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag im Kieler Landtag an. Oberhalb dieser Größe gelten 20 Quadratmeter pro Kunde. Für einen solchen Schritt hatte die Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch den Weg geebnet.

Zahl der Corona-Infektionen in Europa steigt wieder

Mehr als die Hälfte der Länder in Europa haben in der vergangenen Woche einen Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Wie das Europabüro der Weltgesundheitsorganisation WHO am Donnerstag mitteilte, ist die Anzahl der Neuinfektionen um neun Prozent gestiegen. Damit habe der vielversprechende Rückgang der letzten sechs Wochen gestoppt.

Die Virusvariante B.1.1.7, die zuerst in Großbritannien auftrat, sei inzwischen in 43 der 53 europäischen Länder aufgetreten. Die südafrikanische Mutation B.1.351 sei in 26 Ländern, die brasilianische Variante in 15 Ländern gemeldet worden.

Der Regionaldirektor der WHO/Europe, Hans Kluge, rief die Länder zu mehr Wachsamkeit für Varianten auf, bei denen eine erhöhte Übertragbarkeit bestehe. "Wir müssen die Ausbreitung des Virus überall unterdrücken, indem wir die Mittel anwenden, von denen wir wissen, dass sie funktionieren", so Kluge. Besonders wichtig sei das Testen und Isolieren der erkranken Menschen sowie die Nachverfolgung ihrer Kontakte.

In 45 Ländern der europäischen Region habe man inzwischen mit dem Impfen begonnen und positive Auswirkungen registriert. So sei in Ländern wie Israel und Großbritannien, wo die Impfrate sehr hoch ist, die Zahl der Todesfälle und Krankenhausaufenthalte von Menschen in den Risikogruppen zurückgegangen.

EMA startet Prüfung von russischen Impfstoff 

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) beginnt mit der Prüfung einer Zulassung für den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V. Die in Den Haag ansässige Behörde teilte am Donnerstag mit, sie habe ein rollierendes Verfahren zur Zulassung des russischen Impfstoffs gestartet. Als Reaktion kündigte der an der Impfstoff-Entwicklung beteiligte souveräne russische Fonds an, bei einer Zulassung von Sputnik V könnten ab Juni 50 Millionen Europäer mit dem Impfstoff versorgt werden.

Beim so genannten Rolling Review werden erste Ergebnisse wissenschaftlicher und klinischer Tests nach und nach analysiert, bevor alle für eine Zulassung nötigen Daten vorliegen. Bei allen bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen war die EMA so vorgegangen. Die Verfahren dauerten einige Wochen, im Fall von Astrazeneca drei Monate. Dann erst stellten die Hersteller formell den Antrag auf Zulassung.

In Ungarn wird der vom russischen Gamaleja-Zentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie entwickelte Vektorviren-Impfstoff Sputnik V bereits eingesetzt. Auch andere EU-Länder planen dies unabhängig von der EMA-Entscheidung. Laut einer Anfang Februar in der renommierten britischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Studie hatte Sputnik V in der dritten und letzten Phase der klinischen Studien eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent.

Spahn: Mehr Schnelltest vorhanden als nötig

In Deutschland sind nach Aussage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bereits ausreichend Tests vorhanden. "Bei Schnelltests übersteigt das Angebot deutlich die Nachfrage", sagt Spahn im Bundestag. Spahn verweist zudem auf den Beschluss der Bund-Länder-Runde vom Mittwochabend, wonach der Bund ab kommendem Montag die Kosten für einen Schnelltest pro Person pro Woche übernimmt.

Spahns Aussagen stehen im Widerspruch zu Berichten in den vergangenen Tagen, wonach kostenlose Schnelltests noch immer nicht flächendeckend angeboten werden können, weil es nicht genug davon geben würde. 

Defizite aufholen – Kretschmann will Schulferien verkürzen

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat eine Verkürzung der Schulferien vorgeschlagen, um Bildungsdefizite wegen Corona-Schließungen aufzuholen. "Man könnte an den Ferien ein bisschen was abknapsen, um Unterrichtsstoff nachzuholen", sagte der Grünen-Regierungschef in einem Interview mit dem "Mannheimer Morgen". Eine Verkürzung der Sommerferien sei denkbar.

Er fürchte, dass tiefe Schäden in der Bildung und der Psyche der Kindern entstanden seien, sagte Kretschmann der Zeitung. "Wir müssen uns verstärkt um diese Kinder kümmern, wenn der Unterricht wieder normal läuft. Das wird eine große Aufgabe."

Die Lehrer müssen sich dem Ministerpräsidenten zufolge zunächst einen Überblick über die im Fernunterricht entstandenen Lücken verschaffen. "Zur Behebung der Defizite braucht es zusätzliche Betreuungsangebote und Sonderprogramme", sagte Kretschmann der Zeitung. Notwendig seien auch besondere Formen der Nachhilfe.

RKI: Ansteckendere Corona-Variante in 46 Prozent der positiven Proben

Die Verbreitung der zuerst in Großbritannien nachgewiesenen Corona-Variante B.1.1.7 in Deutschland hat laut Robert Koch-Institut (RKI) weiter zugenommen. Ihr Anteil an einer Stichprobe von knapp 25.000 positiven Fällen aus der vergangenen Woche betrage rund 46 Prozent, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten RKI-Bericht. Zu Beginn der Erhebung, vor rund einem Monat, hatte das RKI den Anteil der Mutante noch auf sechs Prozent beziffert, zwei Wochen später waren es 22 Prozent. Schätzungen, wonach nun ungefähr die Hälfte der Fälle auf B.1.1.7 zurückgehen, waren bereits am Dienstag bekannt geworden.

Der Anteil von 46 Prozent bezieht sich auf Nachtestungen mehrerer Laborverbünde auf Schlüsselmutationen der Variante. Er kann laut RKI "nicht sicher auf alle Sars-CoV-2-positiven Proben in Deutschland übertragen werden". Der Bericht stützt sich noch auf weitere Datenquellen: Blickt man etwa auf komplette Erbgutanalysen, die seltener durchgeführt werden, aber als eindeutiger Nachweis gelten, sind es rund 22 Prozent Mutante. Die rasch wachsende Tendenz des Variantenanteils wird aber unabhängig von der Methodik beobachtet.

Das RKI schreibt, es sei mit einer weiteren Zunahme des Anteils von B.1.1.7 zu rechnen. Es handelt sich um eine ansteckendere Variante, die ersten Studien zufolge auch häufiger schwere Verläufe verursacht. Erwartet wird, dass sich mit der Ausbreitung die Eindämmung der Pandemie erschwert.

Impfung beim Hausarzt soll ab Anfang April möglich sein

Bayerns Ministerpräsident Söder will beim Impfen gegen Corona die gesamte Ärzteschaft einbeziehen. Gesundheitsminister Spahn will Hausärzten noch weitere Kompetenzen einräumen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Massenimpfung gegen Südafrika-Variante in Tirol

Mit einer Massenimpfung im österreichischen Bundesland Tirol soll die südafrikanische Variante des Corona-Virus bekämpft werden. In einem wissenschaftlich begleiteten Pilotprojekt werde der Bezirk Schwaz mit 100.000 Dosen Impfstoff versorgt, die mit Hilfe der EU geliefert werden, gab die Regierung in Wien bekannt.

Für Tirol wurden im Februar Ausreisetests eingeführt, um die starke Verbreitung der ansteckenderen Virus-Variante einzudämmen. "Das ist sehr gut gelungen", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz. Von einem Spitzenwert von rund 200 aktiven Fällen sei man bei unter 100 Fällen angelangt. Trotzdem müsse man weiterhin daran arbeiten, die Zahl Richtung null zu senken. Für den Großteil Tirols wird die Ausreise auch weiterhin nur mit negativem Testergebnis möglich sein.

Nächste Woche soll die Impfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer unter Erwachsenen in Schwaz beginnen. Der Bezirk hat rund 84.000 Einwohner. Durch die Aktion sollen wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirksamkeit dieses Impfstoffs gegen die Variante gesammelt werden, die ursprünglich in Südafrika entdeckt wurde. Im Rest Österreichs werden vorerst weiterhin nur hochbetagte Menschen, Gesundheitspersonal und Lehrer geimpft.

Baufirma will Impfstoff für Mitarbeiter aufkaufen – Modellprojekt?

Der Münchner Baustoff- und Agrarhändler Baywa will der Bundesregierung liegen gebliebenen Corona-Impfstoff abkaufen und an die eigene Belegschaft verimpfen. "Wir dürfen nicht noch mehr wertvolle Zeit verlieren", schreibt Baywa-Vorstandschef Klaus Josef Lutz in einem Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der lahmenden deutschen Impfbereitschaft müsse ein Ende gesetzt werden. Die Baywa biete an, bisher ungenutzten Impfstoff "so bald als möglich als Vorsorgemaßnahme für unsere Mitarbeiter käuflich zu erwerben", heißt es in dem Schreiben. Daraus könne ein Pilotprojekt für eine künftige Impfstrategie für Unternehmen werden, schlägt Lutz vor. "Die Verabreichung des Impfstoffs garantiere ich professionell und schnell zu organisieren."

Der genossenschaftliche Konzern beschäftigt weltweit 22.000 Menschen. Der Impfstoff könne über die Baywa-Betriebsärzte an alle Freiwilligen verimpft werden, erklärte Lutz. Er sieht darin auch eine Chance auf schnellere Öffnungen im Handel. Zu langes Zögern verschlimmere unnötig die Lage für viele kleine und mittelgroße Unternehmen.

Vor allem vom Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Hersteller Astrazeneca wurde bisher nur ein kleiner Teil in Deutschland verimpft – zum einen, weil viele Bürger ihm skeptisch gegenüberstehen, zum anderen, weil er bisher nur für unter 65-Jährige zugelassen ist, die noch nicht mit Impfungen an der Reihe sind. 

So will Spahn mehr Erstimpfungen ermöglichen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die empfohlenen Intervalle zwischen erster und zweiter Impfung ausreizen, um mehr Menschen eine Erstimpfung zu ermöglichen. In Großbritannien haben mehr als 20 Millionen Menschen bereits die Erstimpfung erhalten. Mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer solle möglichst erst nach sechs Wochen eine Zweitimpfung erfolgen, mit dem von Astrazeneca nach zwölf Wochen, sagt er in der ARD. "Dann können wir mehr Erstimpfungen machen und, das ist das Spannende etwa bei Astrazeneca, die Wirksamkeit ist auch noch höher."

Zudem lägen inzwischen ermutigende Daten zur Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffs auch für Personen im Alter von über 65 Jahren vor. "Wenn wir die über 65-Jährigen mit Astrazeneca impfen könnten, würde das richtig Geschwindigkeit bringen." Er hoffe hier auf eine Entscheidung der Ständigen Impfkommission binnen Tagen.

Intensivmediziner: "Extreme Disziplin" bei Öffnungen nötig

Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis hat zur Vorsicht bei der Lockerung der Corona-Bestimmungen gewarnt. Die Intensivmediziner treibe die große Sorge um, "dass uns diese britische Mutante um die Ohren fliegt", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) am Mittwoch im WDR. "Wir können sicherlich zu einem gewissen Grad selbst so was wie Läden öffnen, aber was wir brauchen, ist eine extreme Disziplin."

Wichtig sei, dass Masken getragen würden, am besten medizinische Masken, und dies müsse von den Geschäften auch richtig kontrolliert werden. "Was man merkt, ist, dass wir eine Lockdown-Effektivität hatten jetzt nach Weihnachten, die ungefähr nur halb so gut war wie die im Frühjahr", sagte Karagiannidis. Durch die britische Mutante drohe man derzeit wieder in ein exponentielles Wachstum hineinzukommen, und das müsse unbedingt verhindert werden, um eine Überlastung der Intensivstationen zu vermeiden.

Haseloff wirbt für Einsatz von russischem Impfstoff Sputnik V

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat sich für den Einsatz des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V in Deutschland ausgesprochen. "Wir sollten alles tun, was möglich ist, um das Impfen in Deutschland zu beschleunigen", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch). Der Impfstoff Sputnik V müsste vorher jedoch von der europäischen Arzneimittelbehörde Ema für den Einsatz zugelassen werden; diese Zulassung steht noch aus.

Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, fordert eine schnelle Lockerung der Corona-Maßnahmen: Er glaube aber nicht, dass man zeitnah unter die Inzidenz von 50 kommen würde.  (Quelle: dpa)Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, fordert eine schnelle Lockerung der Corona-Maßnahmen: Er glaube aber nicht, dass man zeitnah unter die Inzidenz von 50 kommen würde. (Quelle: dpa)

Man sollte über mögliche Impfstoff-Lieferungen mit Russland reden, sagte Haseloff weiter. Im Osten Deutschlands habe man eine lange Erfahrung mit russischen Impfstoffen. "Wir haben kein Problem mit Sputnik V. Ich bin als Kind schon mit einem russischen Präparat erfolgreich gegen Kinderlähmung geimpft worden (...) Ich würde mich jederzeit mit Sputnik V impfen lassen", sagte er. Allerdings würde er sich nicht vorzeitig und öffentlichkeitswirksam impfen lassen. Politiker sollten in solch einer Situation zuletzt an sich selbst denken.

Der CDU-Politiker geht mit zahlreichen Vorschlägen in die Bund-Länder-Beratungen am Mittwochnachmittag. Sein Ziel ist es, weitere Öffnungen auch für den Inzidenz-Bereich von 50 bis 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern und Woche durchzusetzen, wie Haseloff im Vorfeld ankündigte.

Brandbrief an Merkel – Unternehmen fordern Mittelstandsgipfel

Vor dem Bund-Länder-Treffen dringt der Mittelstand in einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einen Gipfel über einen Ausstieg aus dem Lockdown. "Für viele Mittelständler steht nichts weniger als die eigene Existenz auf dem Spiel", heißt es in dem Schreiben, aus dem die Zeitungen der "Funke Mediengruppe" vorab berichten.

Zu den Unterzeichnern gehören der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), sowie Inhaber und Vorstandsvorsitzende von 20 großen Mittelstands-Unternehmen. Sie fordern einen Maßnahmenkatalog zur Entbürokratisierung der Corona-Hilfsprogramme, einen Ausstiegsplan und eine Post-Corona-Agenda. "Sonst droht uns ein Ausverkauf des deutschen Mittelstandes durch chinesische Direktinvestitionen", mahnen die Unternehmer.

Australien verlängert Grenzschließung um mindestens drei Monate

Australien hat eine Verlängerung der coronabedingten Grenzschließung um mindestens drei Monate angekündigt. Die strikten Grenzkontrollen würden bis mindestens 17. Juni verlängert, erklärte Gesundheitsminister Greg Hunt am Dienstag. Australien ist seit rund einem Jahr weitgehend von der Außenwelt abgeschottet. Zu Pandemie-Beginn hatte die Regierung internationale Reisebeschränkungen verhängt, die Nicht-Australiern die Einreise in das Land nur in Ausnahmefällen ermöglicht.

Gesundheitsexperten hätten der Regierung zu der verlängerten Grenzschließung geraten, erklärte Hunt. Aus ihrer Sicht stelle "die Covid-19-Situation im Ausland eine inakzeptable Gefahr für die öffentliche Gesundheit in Australien dar", sagte der Minister. Er verwies dabei auch auf die Ausbreitung ansteckender Virusvarianten.

Mützenich warnt vor "eigensinnigem Maßnahmendurcheinander"

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hat die Bundesländer aufgefordert, keine chaotischen Zustände bei den Schritten aus dem Corona-Lockdown entstehen zu lassen. "Ich halte es für angezeigt, dass die Ministerpräsidentenkonferenz einen klaren, nachvollziehbaren Öffnungsplan entwickelt, der bundesweit die gleichen Schrittfolgen aufweist", sagte Mützenich der Nachrichtenagentur dpa vor der Bund-Länder-Runde an diesem Mittwoch.

"Die verständliche Pandemie-Frustration darf nicht noch verstärkt werden durch eigensinniges Maßnahmendurcheinander." Mützenich betonte: "Ich werbe sehr dafür, dass die Suche nach einem Kompromiss nicht dazu führt, dass die Verständlichkeit und die Umsetzung vor Ort zusätzlich erschwert werden." Die Länderchefs wollen an diesem Mittwochnachmittag über Schritte aus dem Lockdown beraten.

Günther hält Öffnungen im Tourismus zu Ostern für möglich

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat sich für klare Öffnungsschritte bereits bei einer landesweiten Inzidenz von unter 50 ausgesprochen. Er lehne es ab, bereits jetzt den innerdeutschen Osterurlaub abzusagen, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Kiel. Reisen ins Ausland seien ja auch möglich. "Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass wir in Schleswig-Holstein Beherbergungen früher als Ende März erlauben."

Klar ist für Günther, dass erste Lockerungen im Einzelhandel erfolgen sollen. Günther betonte, er halte nach Beratungen mit dem Expertengremium der Landesregierung nichts davon, Öffnungsschritte von einer Inzidenz von 35 Fällen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen abhängig zu machen. Dies würde dazu führen, erst in Monaten Lockerungen zu machen. "Wir sind aber in einer Situation, in der eine Inzidenz von 50 nicht zur Überlastung der Krankenhäuser führt."

Mehrheit der Deutschen fürchtet dritte Corona-Welle

Vor dem richtungsweisenden Corona-Gipfel von Bund und Ländern an diesem Mittwoch ist die Sorge in der Bevölkerung groß. Wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von t-online ergab, haben mehr als 63 Prozent der Deutschen "große Sorge" oder "sehr große Sorge" vor einer dritten Welle der Neuinfektionen. Nur rund 28 Prozent haben "weniger" oder "gar keine Sorge".

Zwischen den unterschiedlichen Altersgruppen gibt es dabei nur geringe Unterschiede. Die größte Sorge haben demnach über 65-Jährige mit 70 Prozent, die geringste Menschen zwischen 30 und 39 Jahren. Bei ihnen sprachen 57 Prozent von "großer" oder "sehr großer Sorge".

t-online und Civey hatten gefragt: "Wie groß ist Ihre Sorge, dass es in den kommenden Wochen zu einer dritten Corona-Infektionswelle kommen könnte?" Die Ergebnisse beruhen auf den Stimmen von 5.102 repräsentativ ausgewählten Befragten. Der statistische Fehler beträgt 2,5 Prozent.

Kretschmann bremst Öffnungsdebatte: "Erst mal nix"

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht kurz vor der Bund-Länder-Konferenz zum Corona-Lockdown keine schnellen Öffnungsschritte. Was bisher diskutiert wird, lesen Sie hier. Auf die Frage, was denn außer Baumärkten rasch geöffnet werden könne, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart: "Erst mal nix." Die Zahl der Infektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sei weiterhin der entscheidende Wert bei der Frage, wie stark man lockern könne – und die 7-Tage-Inzidenz steige wieder.

Zwar könne man mit massenhaften Schnell- und Selbsttests demnächst Öffnungen angehen, doch das funktioniere nicht von heute auf morgen. "Das ist ein großer organisatorischer Aufwand." Die Test-Infrastruktur müsse schon da sein, "damit man die Teststrategie mit der Öffnungsstrategie verbinden kann", erklärte der Grünen-Politiker.

Kretschmann sagte zu regional unterschiedlichen Öffnungen: "Das ist immer ein Ritt auf einem Grat." Eine regionale Herangehensweise sei zwar sinnvoll, aber kommunikativ schwierig. "Dem Problem kann ich nicht entrinnen."

Bundestag führt Corona-Kontrollgremium ein

Der Bundestag soll nach den Vorstellungen von Union und SPD mithilfe eines neuen Gremiums mehr Mitsprachemöglichkeiten beim Kampf gegen die Corona-Pandemie erhalten. Dazu soll ein "Parlamentarisches Begleitgremium Covid-19-Pandemie" eingesetzt werden, wie aus einem Antrag der Koalitionsfraktionen hervorgeht. Darin heißt es: "Das interdisziplinäre Gremium soll aktuelle sowie künftige gesundheitliche und soziale Fragen der Bewältigung der Covid-19-Pandemie behandeln und gibt auf wissenschaftlicher Grundlage Handlungsempfehlungen."

Zuerst hatte das Portal "ThePioneer" über das Vorhaben von Union und SPD berichtet. Der Antrag liegt auch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. Demnach soll das Gremium ein Unterausschuss des Gesundheitsausschusses werden, aus 21 Abgeordneten bestehen und externe Sachverständige einbeziehen. Zu seinen Themenfeldern soll die Erforschung und Bekämpfung von Virusmutationen ebenso gehören wie die Produktion und Beschaffung von Impfstoffen oder das Lernen und Lehren während der Pandemie.

Vor allem die Opposition im Bundestag hat immer wieder kritisiert, dass das Parlament bei den Maßnahmen gegen die Pandemie zu wenig mitzureden habe. Allerdings hatte der Bundestag selbst zum Beginn der Pandemie durch das Feststellen einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite der Regierung weitgehende Handlungsfreiheit gegeben. In dieser Woche will der Bundestag über das Fortgelten der Notlage entscheiden.

Entwurf für Corona-Gipfel: Kontaktbeschränkung könnte teilweise fallen

Beim Bund-Länder-Gipfel am Mittwoch könnten Kontaktbeschränkungen gelockert werden. Das geht aus einem Entwurf für das Treffen hervor, der t-online vorliegt. Bereits ab dem 8. März könnten wieder Zusammenkünfte von bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten möglich sein. Kinder sollen davon ausgenommen sein. Liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei unter 50 beziehungsweise unter 35, könnte es bei den Kontakten weitere Lockerungen geben. 

Grundsätzlich soll der Lockdown in Deutschland laut dem Entwurf aber bis Ende März fortgeführt werden. Über die Punkte des Papiers wird in der Ministerpräsidentenkonferenz debattiert. Sie stellen noch keine Beschlüsse dar. Ein weiterer Entwurf war bereits Montagmittag durchgesickert: Dort war von weiteren Öffnungsschritten die Rede. Mehr dazu lesen Sie hier.

WHO hält Ende der Corona-Pandemie in diesem Jahr für unrealistisch

Die Weltgesundheitsorganisation rechnet nicht mit einem baldigen Ende der Corona-Pandemie. "Es wäre sehr verfrüht und unrealistisch zu glauben, dass wir bis Ende des Jahres mit diesem Virus fertig werden", sagte WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Montagabend in Genf. Bei klugem Handeln könnten jedoch "die Krankenhauseinweisungen, die Todesfälle und die Tragödien beendet werden, die mit dieser Pandemie einhergehen".

Der Fokus der WHO sei weiter darauf gerichtet, die Infektionen so gering wie möglich zu halten und so viele Menschen wie möglich zu impfen. Im Vergleich zu vor zehn Wochen sei die Situation viel besser, sagte Ryan mit Blick auf die Auslieferung erster Impfstoffe gegen das Virus. "Noch stehen wir aber vor einer großen Herausforderung", betonte er.

Noch habe das Virus die Oberhand. Die Kontrolle über die Pandemie könne aber beschleunigt werden, wenn die Impfstoffe begännen, sich signifikant auf die Übertragungsdynamik und das Übertragungsrisiko auszuwirken.

Daniel Günther: "Jetzt haben wir schon, glaube ich, viele Menschen lange genug warten lassen." (Quelle: imago images/penofoto)Daniel Günther: "Jetzt haben wir schon, glaube ich, viele Menschen lange genug warten lassen." (Quelle: penofoto/imago images)

Daniel Günther: Morgen wird es einen Stufenplan geben

Schleswig Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, bei den Bund-Länder-Beratungen an diesem Mittwoch einen Stufen- und Perspektivplan für den Weg aus dem Corona-Lockdown zu beschließen. "Jetzt haben wir schon, glaube ich, viele Menschen lange genug warten lassen", sagte Günther am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin".

Nach der Ministerpräsidentenkonferenz vor drei Wochen, die keinen guten Eindruck in der Bevölkerung hinterlassen habe, sei bei den Länderchefs der Wille zu erkennen, endlich einen konkreten Plan vorzulegen. "Es ist für mich absolut unabdingbar, dass wir morgen einen solchen Stufen- und Perspektivplan verabschieden", sagte Günther. Damit müsse auch auf regionales Infektionsgeschehen angemessen reagiert werden können. Sobald bestimmte Werte wieder ansteigen sollten, müssten einige Öffnungsschritte wieder zurückgenommen werden.

Ähnlich wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert auch Günther, den Impfstoff von Astrazeneca ebenfalls von Hausärzten spritzen zu lassen. "Was wir uns im Moment gar nicht leisten können, ist ein Impfstoff, der nicht in der Geschwindigkeit verimpft wird, wie es möglich wäre."

Kurz will Impfallianz mit Israel – EU außen vor

Österreich und Dänemark wollen sich einem Medienbericht zufolge in der Bekämpfung der Pandemie nicht weiter allein auf die EU verlassen. Sie suchen daher eine neue Partnerschaft bei der Erforschung und Herstellung neuer Impfstoffe mit Israel, wie "Bild" vorab berichtet.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärte gegenüber dem Blatt: "Wir haben uns im Sommer gemeinsam darauf verständigt, dass Impfstoffe von der EU für die Mitgliedstaaten rechtzeitig beschafft und schnell zugelassen werden. Dieser Zugang war zwar grundsätzlich richtig, die Ema ist aber zu langsam bei den Zulassungen für Impfstoffe, und es kommt zu Lieferengpässen von Pharmaunternehmen. Wir müssen uns daher auf weitere Mutationen vorbereiten und sollten nicht mehr nur von der EU abhängig sein bei der Produktion von Impfungen der zweiten Generation."

SPD-Chef wirft Kanzlerin Versagen in der Corona-Krise vor

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans wirft CDU-Kanzlerin Angela Merkel und den Unionsministern im Bundeskabinett Versagen in der Corona-Krise vor. "Wir haben eine Regierungschefin, die in der Koordinierung in dieser Krise einiges vermissen lässt", kritisiert Walter-Borjans laut einem Vorabbericht der "Augsburger Allgemeinen".

Borjans attackierte auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU). "Vorsichtig formuliert" sei bei deren Leistung in der Corona-Pandemie "eine Menge Luft nach oben". Die Schwächen des Koalitionspartners müssten von SPD-Vizekanzler Olaf Scholz und anderen SPD-Ministern "ausgebügelt" werden.

Walter-Borjans kündigte in dem Interview zudem einen harten Wahlkampf an. "Unser Programm ist Ausdruck unserer Überzeugung, dass CDU und CSU eine Regenerationszeit auf der Oppositionsbank brauchen." Ohne einen "rot-grünen Kern" werde der nötige Wechsel nicht zustande kommen.

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