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Impfen, Ukraine, Israel: Ist die Meinungsfreiheit in Deutschland in Gefahr?


Das wird man doch noch sagen dürfen – oder?

Von Florian Harms

02.12.2023Lesedauer: 2 Min.
Meinung
Was ist eine Meinung?

Die subjektive Sicht des Autors auf das Thema. Niemand muss diese Meinung übernehmen, aber sie kann zum Nachdenken anregen.

Was Meinungen von Nachrichten unterscheidet.
Thomas Gottschalk mit der Tennisspielerin Ana Ivanovic, Ehefrau von Bastian Schweinsteiger.Vergrößern des Bildes
Thomas Gottschalk mit der Tennisspielerin Ana Ivanovic, Ehefrau von Bastian Schweinsteiger. (Quelle: IMAGO/Ervin Monn)

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

"Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern", heißt es im Artikel 5 des Grundgesetzes. Toller Satz, wichtiger Satz. Aber stimmt er auch? Wie ist es dann zu erklären, dass nur die Hälfte aller Befragten in einer repräsentativen Allensbach-Umfrage angibt, dass man in Deutschland seine politische Meinung frei äußern könne? Was ist mit der anderen Hälfte, fühlt die sich gegängelt?

Die Impfdebatte während der Corona-Pandemie hat bei vielen Menschen Spuren hinterlassen. Auch die Diskussionen um den Ukraine-Krieg und nun über die Frage, wer am Konflikt im Nahen Osten mehr Schuld trägt, Israelis oder Palästinenser. Die Bruchlinien der Meinungen gehen quer durch unsere Gesellschaft und beschränken sich keineswegs auf politische Ansichten.

Dürfen Männer Witze auf Kosten von Frauen machen? Darf man flapsig über Behinderte sprechen, wie es Thomas Gottschalk in seiner letzten "Wetten, dass..?"-Sendung tat? Die Grenze zwischen Humor und Beleidigung ist schwer zu definieren, aber Sie werden mir wohl zustimmen, dass die meisten Menschen heute sensibler auf gesprochene und erst recht auf geschriebene Formulierungen reagieren als früher. Manche machen daraus eine regelrechte Wissenschaft, erfinden vermeintlich gerechte Konstrukte mit Sternchen und Doppelpunkten, die Sprache in Gestotter verwandeln. Und wer nicht mitstottert, den prangern sie an, in Universitäten ebenso wie in den sozialen Medien. So kommt es zu regelrechten Hexenjagden auf Anderssprechende.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir bereitet dieser Sprachfuror Sorgen. Ich rede (und schreibe) gern, wie mir der Schnabel gewachsen ist – will aber natürlich niemanden verletzen. Geht das überhaupt noch? Oder bin ich – wie es Thomas Gottschalk sagte – einfach ein Fossil und sollte lieber meine Klappe halten?

Sie merken: Für unseren Podcast haben wir uns ein heikles Thema ausgesucht, das viele Menschen beschäftigt. Eingeladen haben wir dafür den Journalisten Daniel Bax. Er sitzt im Vorstand des Vereins Neue deutsche Medienmacher*innen, der sich für mehr Vielfalt in der öffentlichen Debatte und in den Medien einsetzt. Ich sage es mal so: Er hat kein Blatt vor den Mund genommen. Ich aber auch nicht. Hören Sie bitte:

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Ihre Meinung zu unserer Diskussion interessiert uns; schreiben Sie uns gern an die Mailadresse t-online-newsletter@stroeer.de. Ich wünsche Ihnen ein gemütliches Adventswochenende. Der nächste Tagesanbruch kommt am Montag von Tim Kummert, von mir lesen Sie am Dienstag wieder.

Herzliche Grüße

Ihr
Florian Harms
Chefredakteur t-online
E-Mail: t-online-newsletter@stroeer.de

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Quelle für verwendeten Ton im Podcast von Thomas Gottschalk: ZDF "Wetten dass ...?"

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