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GDL-Chef Weselsky verhält sich rücksichtslos: Erneuter Streik ab Mittwoch


GDL-Boss Weselsky
Unfair und rücksichtslos

  • Florian Schmidt
MeinungVon Florian Schmidt

Aktualisiert am 04.03.2024Lesedauer: 2 Min.
Meinung
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GDL-Boss Claus Weselsky: Die Rente naht – doch ehe er dieses Jahr abtritt, dreht er noch einmal richtig auf. (Quelle: IMAGO/snapshot-photography/F.Boillot/imago-images-bilder)

Neue Streikwellen, und das ohne viel Vorlauf: Was sich Claus Weselsky und die GDL jetzt ausgedacht haben, übersteigt jede Vorstellung. Es ist ein ebenso unfaires wie rücksichtsloses Vorgehen.

Wie in Worte fassen, was eigentlich unfassbar ist? Seit nunmehr vier Monaten verhandelt die Deutsche Bahn mit der Lokführergewerkschaft GDL über einen neuen Tarifvertrag. Seit 16 Wochen erzielen beide Seiten keinen Abschluss. Seit 116 Tagen müssen Bahnkunden deshalb vor jeder Reise bangen, ob ihr Zug fährt oder nicht.

Und das alles, weil GDL-Boss Claus Weselsky in den Gesprächen mit der Bahn auf Maximalforderungen beharrt – und weil er sich offensichtlich selbst ein Denkmal setzen will, ehe er als Chef der Spartengewerkschaft dieses Jahr abtritt.

Weselskys neuester Einfall, nachdem er die Gespräche vergangene Woche abermals hat platzen lassen: ein 35-Stunden-Streik ab Mittwochabend, gefolgt von einer Welle immer neuer Streiks, die – und das ist neu – die GDL nicht mehr wie gehabt mit genügend Vorlauf von 48 Stunden, sondern jeweils deutlich kurzfristiger ankündigen will.

Video | GDL-Chef Weselsky: So wird bei der Bahn jetzt gestreikt
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Quelle: reuters

Ich, ich, ich!

Damit ist klar: Weselsky will das absolute Chaos. Er will, dass niemand sich auf die Streiks einstellen kann. Auf die Bahn, so hat er es am Montagmorgen bei der Pressekonferenz selbst gesagt, soll kein Verlass mehr sein. Ein Land im Schwitzkasten eines 65-jährigen Mannes und der mehr als 10.000 Lokführer, die er vertritt.

Weselsky bricht auf diese Weise endgültig mit allen Konventionen des Arbeitskampfes bei der Bahn. Hauptsache mehr Geld, außerdem weniger arbeiten – ich, ich, ich: Einmal mehr beweisen er und seine Lokführer damit ein bislang ungeahntes Maß an Egoismus, und sie zeigen, dass ihnen die Millionen Zugreisenden völlig schnuppe sind.

Denn die werden die Streikwellen in den kommenden Wochen, womöglich Monaten ausbaden müssen. Sicher, manch Dienstreisender dürfte, so nicht wie am Donnerstag zugleich die Lufthansa bestreikt wird, für längere Strecken aufs Flugzeug ausweichen. Viele werden sich vielleicht ein Auto mieten oder den eigenen Wagen nehmen.

Tausende bangen vor der nächsten Reise

Doch was ist mit all jenen, die weder Auto noch Geld für den Flieger haben? Auf sie warten nun abermals Wochen des Bangens und Zitterns. Dank Claus Weselsky wird für Tausende Deutsche der lange geplante Urlaub an der Ostsee ebenso ungewiss wie die kurze Bahnfahrt zu Verwandten.

Zu Tarifstreits, zum Zwist über Löhne und Arbeitsstunden gehören Streiks, ganz klar. Mit dieser perfiden Art jedoch überzieht die GDL vollkommen. Streiks im Mobilitätssektor, die ohne viel Vorlauf beginnen können, sind nicht Ordnung. Sie sind unfair und rücksichtslos.

Zu wünschen bleibt jetzt nur, dass sich die ohnehin klamme Streikkasse der Lokführer bald gänzlich leert und die Lokführer gezwungen sind, ordentlich mit der Bahn zu verhandeln. Damit der Würgegriff für Deutschland endlich endet.

Verwendete Quellen
  • Eigene Überlegungen
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