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Opel startet Kurzarbeit im Stammwerk Rüsselsheim

Lohneinbußen für die Mitarbeiter  

Opel startet Kurzarbeit im Stammwerk Rüsselsheim

01.10.2019, 18:01 Uhr | dpa

Opel startet Kurzarbeit im Stammwerk Rüsselsheim. Zwei Männer in Sicherheitswesten gehen am Stammwerk von Opel vorbei: Der Autobauer Opel streicht in seinem Stammwerk Rüsselsheim für sechs Monate die Spätschicht. (Quelle: dpa/Andreas Arnold)

Zwei Männer in Sicherheitswesten gehen am Stammwerk von Opel vorbei: Der Autobauer Opel streicht in seinem Stammwerk Rüsselsheim für sechs Monate die Spätschicht. (Quelle: Andreas Arnold/dpa)

Der Verkauf des Insignias lahmt, der Zafira läuft aus und der Astra wird erst ab 2021 wieder produziert – in den kommenden Monaten müssen Beschäftigte des Opel-Stammwerks in Rüsselsheim mit weniger Arbeit rechnen. Das Unternehmen stellt auf Kurzarbeit um. Das hat Folgen für Tausende Mitarbeiter.

Der Autobauer Opel hat für sein Stammwerk Rüsselsheim ein halbes Jahr Kurzarbeit angemeldet. Betroffen ist die große Mehrheit der rund 2.600 Beschäftigten in dem Montagewerk des Standortes, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte. In Absprache mit dem Betriebsrat ist geplant, bereits im Oktober die Spätschicht für sechs Monate einzustellen.

Der grundsätzlich auf zwölf Monate beschränkten Kurzarbeit muss noch die Bundesagentur für Arbeit zustimmen. Sie prüft, ob die Voraussetzungen für eine konjunkturelle Hilfe erfüllt sind.

Zusatzleitungen für Mitarbeiter sind vorgesehen

Opel will die Beschäftigten halten, bis im Jahr 2021 mit der nächsten Astra-Generation wieder ein größeres Arbeitsvolumen anfällt. Derzeit wird in Rüsselsheim nur der Insignia aus dem allgemein schwächelnden Mittelklassen-Segment montiert.

Die Arbeitnehmer erhalten für die ausfallende Arbeitszeit Kurzarbeitergeld als Lohnersatzleistung sowie einen Zuschlag von Opel. Kinderlose erhalten aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung 60 Prozent ihres Nettoentgelts, das dann nicht mehr versteuert werden muss. Die Sozialbeiträge muss der Arbeitgeber komplett übernehmen, wie die Arbeitsagentur erläuterte. Mit Kindern auf der Lohnsteuerkarte gibt es 67 Prozent vom Netto.

Das Opel-Entwicklungszentrum und weitere zentrale Einheiten des Autobauers sind von den Einschnitten nicht betroffen. Opel hatte einen größeren Teil des Entwicklungszentrums an den Dienstleister Segula verkauft, der aktuell 200 Leute einstellen will.

Anreize zum Verlassen des Unternehmens

Die Opel-Beschäftigten an den deutschen Standorten sind tariflich bis Ende Juni 2023 vor betriebsbedingten Entlassungen geschützt. Opel hat unter PSA-Ägide daher umfangreiche Programme zu Abfindungen, Altersteilzeit und Vorruhestand gestartet, die bereits von mehr als 6.000 Beschäftigten in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern genutzt wurden. Auch im Rüsselsheimer Montagewerk sollen noch einmal bis zu 600 der 2.600 Beschäftigten gehen.

In dem Autowerk fehlt derzeit die Arbeit. So ist im Sommer die Produktion des Familienwagens Zafira ausgelaufen, und der Absatz des Mittelklasslers Insignia lahmt. Erst im Jahr 2021 kommt mit dem Kompaktwagen Astra ein zweites Modell ins Stammwerk und soll dieses den Plänen zufolge nachhaltig sichern.

Produktionsvolumen wird stetig angepasst

Nach internen Prognosen könnten im kommenden Jahr nur noch 42.000 Autos gebaut werden – das wäre ein Drittel des Volumens von 2018, als 123.000 Fahrzeuge vom Band liefen. Theoretisch sind bei Volllast sogar rund 180.000 Wagen möglich. Opel äußert sich nicht zu geplanten Produktionszahlen. Die Volumina seien abhängig von der Nachfrage am Markt. Man passe die Produktion laufend an, um die Leistung und Effizienz der Standorte zu sichern.

Derzeit wird der noch beim Alt-Eigentümer General Motors entwickelte Astra im polnischen Gliwice und im englischen Ellesmere Port gefertigt. Das Nachfolgemodell inklusive einer elektrischen Variante soll auf einer PSA-Plattform entstehen, um Kosten zu verringern.
 

 

Momentan hat Opel mit zwei Rückrufaktionen zu kämpfen. Betroffen sind dem Portal "kfz-Rückrufe.de" zufolge weltweit rund 70.000 Zafira mit schwarzen Dachrelings sowie knapp 18.000 SUVs vom Typ Crossland mit 1,2-Liter-Saugmotor, bei dem es Probleme in der Abgasbehandlung gibt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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