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Ja, die Redaktion hat f├╝r diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Mehr Frauen in F├╝hrung ÔÇô wie bricht die gl├Ąserne Decke?

  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff

Aktualisiert am 18.03.2021Lesedauer: 9 Min.
Eine Managerin spricht mit ihrem Team (Symbolbild): Frauen sind in F├╝hrungspositionen unterrepr├Ąsentiert.
Eine Managerin spricht mit ihrem Team (Symbolbild): Frauen sind in F├╝hrungspositionen unterrepr├Ąsentiert. (Quelle: Tom Werner/getty-images-bilder)
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Nach jahrelangem Ringen soll nun auch in Vorst├Ąnden die Frauenquote greifen. Sorgt das endlich f├╝r mehr Geschlechtergerechtigkeit in den Chefetagen?

Das Wichtigste im ├ťberblick


  • Warum gibt es so wenige Chefinnen?
  • Warum gr├╝nden so wenige Frauen?
  • Wie schaffen es mehr Frauen in F├╝hrung?
  • Sorgt die Quote f├╝r mehr Gerechtigkeit?
  • Was tut sich schon?
  • Welche Ideen gibt es au├čer der Frauenquote?
  • Machen Frauen Unternehmen erfolgreicher?

In den Vorst├Ąnden deutscher Aktiengesellschaften treffen Sie eher auf Thomas oder Michael als auf Katrin oder Sandra. Und auch im Mittelstand wird es nicht diverser. Wie eine Untersuchung der Jobplattform Indeed j├╝ngst ergab, finden sich unter den 100 h├Ąufigsten Vornamen von GmbH-Gesch├Ąftsf├╝hrerinnen und Gesch├Ąftsf├╝hrern fast ausschlie├člich m├Ąnnliche.


Das sind die Top-Verdiener der Dax-Konzerne

Rice Powell, Vorstandsvorsitzender des Medizintechnikunternehmens Fresenius Medical Care: Er verdiente 2019 insgesamt 5,798 Millionen Euro und belegte damit den zehnten Platz der Dax-Top-Verdiener.
Werner Baumann, Bayer-Vorstandsvorsitzender: Der Vorstandschef des Chemiekonzerns belegte mit einem Gesamtgehalt von rund 6,2 Millionen Euro im Jahr 2019 den neunten Platz unter den Topverdienern der Dax-CEOs.
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In der Politik wird die Lage kaum besser. W├Ąhrend bei Gr├╝nen und Linken Frauen und M├Ąnner gleichauf und in der SPD Frauen immerhin zu 40 Prozent vertreten sind, finden sich in der FDP nur noch 24 Prozent, in der Union 20 Prozent und in der AfD 11 Prozent. Im Bundestag ist nur jeder dritte Platz von einer Frau besetzt und unter den 16 Chefs der Bundesl├Ąnder gibt es gerade einmal zwei Ministerpr├Ąsidentinnen.

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Woran liegt das? Und wie kann man das Muster durchbrechen? Eine Antwort ist die Frauenquote, die bald nicht mehr nur f├╝r Aufsichtsr├Ąte, sondern auch f├╝r Vorst├Ąnde gelten soll. Doch sorgt sie wirklich f├╝r mehr Gerechtigkeit?

Warum gibt es so wenige Chefinnen?

Das liege vor allem an zwei strukturellen Problemen, sagt Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Das erste: "Frauen ├╝bernehmen h├Ąufiger Familienaufgaben und steigen daf├╝r aus dem Job aus, reduzieren oder machen Pause. So verlieren sie den Anschluss an die M├Ąnner." Aufstieg habe in Deutschland noch immer viel mit Pr├Ąsenz zu tun. Und wer in Teilzeit arbeite, werde oft nur als halbe Kraft wahrgenommen.

Problem Nummer zwei: Selbst Frauen ohne Kinder klagen ├╝ber Aufstiegsschwierigkeiten; sie sto├čen an die sogenannte gl├Ąserne Decke. "Michael f├Ârdert Michael, nicht Michaela", sagt Hannack. Das liege daran, dass Menschen dazu tendierten, sich mit Leuten zu umgeben, die ihnen ├Ąhnlich sind. "Dabei wissen wir, dass gemischte Teams die besseren Ergebnisse liefern."

Hinzu komme, dass es als F├╝hrungsqualit├Ąt gelte, wenn man sich durchsetzen kann. "Diese F├Ąhigkeit wird bei M├Ąnnern gesch├Ątzt, bei Frauen hingegen abgewertet."

Monika Schnitzer, ├ľkonomin und Teil der Wirtschaftsweisen, sieht die Grundlage dieser Probleme in immer noch vorherrschenden Stereotypen. "Es gibt in Deutschland noch ein ganz klares gesellschaftliches Bild, wie die Rollen verteilt sein sollten", sagt sie im Interview mit t-online.

Wenn Frauen schon erwarteten, dass sie keine echte Chance bekommen, h├Ątten sie auch weniger Motivation, so Schnitzer. "Und wenn Chefs von Vorurteilen beeinflusst werden, werden sie Frauen weniger auf F├╝hrungspositionen vorbereiten."

Warum gr├╝nden so wenige Frauen?

Nicht nur unter Angestellten mangelt es an Frauen in F├╝hrung, auch Gr├╝nderinnen sind rar. So werden laut dem Bundesverband Deutsche Start-ups nur knapp 16 Prozent aller Start-ups von Frauen gegr├╝ndet.

"Es gibt viel mehr Frauen, die gr├╝nden wollen, als man glaubt, aber sie haben es schwerer, an Kapital zu kommen", sagt Nina W├Âss, Mitgr├╝nderin des Netzwerks "Female Founders", das es sich zum Ziel gesetzt hat, die Bedingungen f├╝r unternehmerisch denkende Frauen in Europa zu verbessern.

"Geld an diverse Teams geben"

Der fehlende Zugang zu Gr├╝ndungskapital wirke sich direkt auf die Motivation der Frauen aus. Zudem gebe es noch zu wenige Role Models, an denen sich angehende Gr├╝nderinnen orientieren k├Ânnten.

"Wir fordern daher, dass der Europ├Ąische Investitionsfonds einen Teil seines Geldes an diverse Teams gibt, nicht immer nur an wei├če m├Ąnnliche", sagt W├Âss. Geldgeber m├╝ssten bereit sein, auch au├čergew├Âhnlichen Ideen eine Chance zu geben.

Doch fehlendes Kapital ist nicht der einzige Grund, warum Frauen seltener gr├╝nden als M├Ąnner. Auch hier spielen Kinderbetreuungs- und Pflegezeiten eine Rolle. "Das ist einfach Zeit, die anderswo fehlt", sagt W├Âss.

Wie schaffen es mehr Frauen in F├╝hrung?

Die wohl prominenteste, aber lange umstrittene Antwort: per Frauenquote. Schon als 2015 das F├╝hrungspositionengesetz vorsah, 30 Prozent der Aufsichtsr├Ąte b├Ârsennotierter Unternehmen mit Frauen besetzen zu m├╝ssen, waren dem jahrelange Debatten vorausgegangen. Weitere sechs Jahre sp├Ąter soll nun der Bundestag im Mai ├╝ber den n├Ąchsten Schritt abstimmen: eine verbindliche "Mindestbeteiligung" von Frauen auch in Konzernvorst├Ąnden.

Der Gesetzentwurf der SPD-Ministerinnen Franziska Giffey und Christine Lambrecht sieht vor, dass in b├Ârsennotierten und parit├Ątisch mitbestimmten Unternehmen mit mehr als drei Vorstandsmitgliedern mindestens eines davon eine Frau sein muss. Bei Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes wie etwa der Deutschen Bahn soll das bereits ab zwei Vorstandsmitgliedern gelten.

Einer Studie der Organisation Fidar (Frauen in die Aufsichtsr├Ąte) zufolge hat fast die H├Ąlfte der Unternehmen (44 Prozent), f├╝r deren Vorst├Ąnde die Frauenquote k├╝nftig gelten soll, derzeit keine Managerin in dem F├╝hrungsgremium.

Sorgt die Quote f├╝r mehr Gerechtigkeit?

Nimmt man die Frauenquote f├╝r Aufsichtsr├Ąte als Blaupause, scheint eine positive Wirkung wahrscheinlich. Wie Daten des Familienministeriums zeigen, haben Unternehmen in der Privatwirtschaft das Ziel von 30 Prozent Frauen im Aufsichtsrat inzwischen sogar ├╝bererf├╝llt. Im Schnitt lag ihr Anteil 2020 bei 35,2 Prozent ÔÇô ein Plus von 13,3 Prozent, seit die Quote 2015 eingef├╝hrt worden war.

Was die Auswertung aber auch zeigt: Ohne verbindliche Vorgaben scheint es nicht zu gehen. Denn der Anteil von Frauen in Vorst├Ąnden, f├╝r die sich die gleichen Unternehmen freiwillige Ziele setzen sollten, lag nur bei 7,6 Prozent. Dazu passt, dass laut Ministerium rund 70 Prozent der Firmen die gleiche Zielgr├Â├če festlegten: null.

Dass die nun avisierte Mindestbeteiligung in Vorst├Ąnden ├Ąhnlich wirksam ist, halten Expertinnen nicht f├╝r abwegig. "Sie ist ein Hebel, mit dem sich Stereotype ├Ąndern lassen", sagt die Wirtschaftsweise Schnitzer. Ob die Regel, so wie sie jetzt geplant ist, reicht, m├╝sse man sehen. "Bleibt es bei der Alibi-Frau im Vorstand, kann das noch nicht das Ende vom Lied sein."

"Die Frauenquote ist ein wichtiges Signal"

Auch Katharina Wrohlich, Leiterin der Forschungsgruppe Gender Economics am Deutschen Institut f├╝r Wirtschaftsforschung (DIW), begr├╝├čt die Quote. "Allein die Tatsache, dass es diese Regelung geben soll, ist schon ein wichtiges Signal. Schlie├člich hat es jahrelang gehei├čen, eine Frauenquote sei gar nicht umsetzbar."

Wenn der Vorschlag so im Parlament durchgehe, werde das Gesetz zwar erst einmal nur 74 Unternehmen betreffen, andererseits seien das die 74 gr├Â├čten. "Meine Hoffnung ist, dass sich die Mindestbeteiligung auf die gesamte Kultur in den Unternehmen auswirkt", sagt Wrohlich. "Wenn die Konzerne nicht darauf angewiesen sein wollen, extern zu rekrutieren, m├╝ssen sie die Karrieren von Frauen auch unterhalb des Vorstands f├Ârdern."

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DGB: Gleichstellungsgesetz w├Ąre besser gewesen

Auch beim DGB hofft man auf Effekte f├╝r die gesamte Unternehmenskultur. "Wir begr├╝├čen die Frauenquote sehr. Allerdings w├Ąre schon vor 20 Jahren ein Gleichstellungsgesetz f├╝r Unternehmen m├Âglich gewesen", sagt Hannack. "Das h├Ątte den Prozess deutlich beschleunigt."

Die oft formulierte Kritik an der Frauenquote, F├╝hrungspositionen w├╝rden dadurch nicht mehr mit den Besten besetzt, h├Ąlt sie f├╝r Unsinn. "Frauen sind oft sogar besser ausgebildet als M├Ąnner. Trotzdem schaffen sie es nicht in gleichem Ma├č an die Spitze, weil sie nicht als potenzielle F├╝hrungskraft wahrgenommen oder gar nicht erst gesehen werden."

Je mehr Frauen Zugang bek├Ąmen, desto eher w├╝rden auch weitere Frauen gef├Ârdert. "Daf├╝r braucht es aber eine kritische Masse. Man ben├Âtigt etwa 30 Prozent, um Einfluss auf eine Gruppe aus├╝ben zu k├Ânnen", so die DGB-Vize. Umgekehrt gelte: Je vereinzelter Frauen in F├╝hrung sind, desto eher werden sie an m├Ąnnlichen Normen gemessen ÔÇô und wollen erst einmal durch Leistung ├╝berzeugen, statt direkt als Frauenf├Ârderin zu gelten.

"Nicht das Geschlecht darf den Ausschlag geben"

Astrid Hamker, Pr├Ąsidentin des Wirtschaftsrats der CDU und selbst Unternehmerin, kritisiert die Frauenquote hingegen als Eingriff in die unternehmerische Freiheit. Sie sagt: "Nat├╝rlich brauchen wir mehr Frauen in F├╝hrungspositionen der Wirtschaft. Viele Frauenf├Ârderprogramme laufen auch gut. Unternehmen m├╝ssen dabei die besten Personen finden k├Ânnen, nicht das Geschlecht darf den Ausschlag geben."

In manchen Branchen seien Frauen f├╝r bestimmte Positionen au├čerdem gar nicht verf├╝gbar. "Was sollen viele Industrieunternehmen denn machen? Sie k├Ânnen sich ja keine Ingenieurinnen backen." Auch den Frauen selbst tue man keinen Gefallen, sagt Hamker. "Sie wollen auf Augenh├Âhe wahrgenommen werden und das werden sie nicht, wenn sie ihren Posten per Quote bekommen."

├ľkonom: Wir brauchen flexible Kita-├ľffnungszeiten

Auch J├Ârg Schmidt, ├ľkonom am arbeitgebernahen Institut der Deutschen Wirtschaft (IW), sieht das Problem fehlender Talente in bestimmten Branchen. "Wenn man ├╝ber den Anteil von Frauen in F├╝hrungspositionen spricht, sollte man sich zun├Ąchst den durchschnittlichen Frauenanteil an den Besch├Ąftigten in den jeweiligen Branchen bewusst machen", sagt er.

Statt auf der Quote sollte der Fokus auf einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Karriere liegen. "Wir brauchen nicht nur mehr Betreuungsangebote f├╝r Kleinkinder, sondern auch ├ľffnungszeiten, die mit den Anforderungen an die Arbeitszeiten in F├╝hrungspositionen kompatibel sind", sagt Schmidt.

Was tut sich schon?

Tats├Ąchlich machen erste Gro├čkonzerne bereits vor Einf├╝hrung der gesetzlichen Quote Anstalten, leitende Positionen st├Ąrker mit Frauen zu besetzen. So plant etwa Bayer, bis 2025 die H├Ąlfte der F├╝hrungspositionen an Frauen zu vergeben.

F├╝r die obersten 540 Manager soll die Frauenquote von 23 auf 33 Prozent steigen. Parit├Ąt soll bis 2030 erreicht sein. Bayer-Chef Werner Baumann sagte der "Welt am Sonntag": "Diverse Teams f├╝hren zu besseren Ergebnissen. Und echte Vielfalt geht nur mit klaren Vorgaben."

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Beim Pharmakonzern Merck wird die Spanierin Bel├ęn Garijo ab Mai 2021 die erste Frau sein, die alleine einen Dax-Konzern f├╝hrt. Und Volkswagen will in den n├Ąchsten vier Jahren den Frauenanteil in F├╝hrungspositionen auf mindestens 20 Prozent erh├Âhen. Gelingt das nicht, sollen die Boni der Vorst├Ąnde schrumpfen.

Siemens Energy hat bereits im November eine Frauenquote bei F├╝hrungspositionen beschlossen und die Finanzvorst├Ąndin Maria Ferraro auf die neu geschaffene Position einer Vorst├Ąndin f├╝r Inklusion und Diversit├Ąt berufen. Der Frauenanteil auf den ersten beiden F├╝hrungsebenen soll bis 2025 auf 25 Prozent und bis 2030 auf 30 Prozent steigen.

Welche Ideen gibt es au├čer der Frauenquote?

"Alles, was wir in den letzten 20 Jahren in Sachen Vereinbarkeit von Beruf und Familie erreicht haben, hat vor allem Frauen erreicht", sagt DGB-Vize Hannack. "Jetzt brauchen wir mehr Bewusstsein daf├╝r, dass auch M├Ąnner st├Ąrker in die Familienarbeit einsteigen m├╝ssen. Da brauchen wir jetzt Druck!" Sobald beide Geschlechter in gleichem Ma├č Sorgearbeit leisteten, w├╝rden sich die Chancen von Frauen auf F├╝hrungspositionen erh├Âhen.

Die wichtigste Stellschraube daf├╝r seien "atmende Arbeitszeiten im Lebensverlauf", sagt Hannack und verweist auf eine Idee des Juristinnenbundes. Dieser hat angeregt, Unternehmen gesetzlich in die Pflicht zu nehmen: Sie sollten ihre Besch├Ąftigten fragen, wie sie sich ihre Arbeitszeiten w├╝nschen. Was betrieblich m├Âglich sei, solle einger├Ąumt werden. "Das geht besonders gut in Unternehmen, in denen die Angestellten mitbestimmen k├Ânnen, weil es Tarifvertr├Ąge und einen Betriebsrat gibt."

IW-├ľkonom Schmidt weist darauf hin, dass der Anteil von Frauen in F├╝hrungspositionen auch deshalb so niedrig sei, weil viele Kleinstunternehmen von M├Ąnnern geleitet w├╝rden. "Das wirkt sich stark auf den durchschnittlichen Anteil von Frauen auf der obersten F├╝hrungsebene ├╝ber alle Betriebe aus." Wichtig sei es, auch mehr Frauen in die Selbstst├Ąndigkeit zu bringen. "Ein guter Anfang daf├╝r sind beispielsweise Sch├╝lerfirmen. So lernen Jugendliche schon fr├╝h, dass auch eine Unternehmensgr├╝ndung ein Weg f├╝r sie sein kann."

Familienzeit f├╝r Top-Manager soll kommen

Bisher ist es zudem so, dass Vorst├Ąnde weder schwanger werden noch in Elternzeit gehen oder die Pflege von Angeh├Ârigen ├╝bernehmen k├Ânnen, ohne Haftungsrisiken gegen├╝ber Gl├Ąubigern oder Anteilseignern einzugehen. Das will die Koalition ├Ąndern.

Einem Vorschlag von Justizministerin Lambrecht zufolge sollen Vorst├Ąnde, die das Unternehmen leiten und die strategischen Entscheidungen treffen, bei einer Pause von bis zu einem Jahr ein Recht auf eine erneute Bestellung in den Vorstand haben. Ein Anrecht auf eine Auszeit ist jedoch nicht vorgesehen.

Kritik kommt von der Union. Freiwillige Vereinbarungen k├Ânnten schon heute getroffen werden, es brauche aber einen "echten Anspruch auf eine Auszeit", sagte der rechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jan-Marco Luczak.

SPD-Rechtsexperte Johannes Fechner hingegen lobte den Vorschlag. Damit werde Vorst├Ąnden die M├Âglichkeit gegeben, "nach der Auszeit wieder voll einzusteigen als vollwertiges Vorstandsmitglied und keinen Karriereknick zu riskieren, weil sie sich um ihre Familie k├╝mmern oder eine Krankheit auskurieren."

Machen Frauen Unternehmen erfolgreicher?

Eine Vielzahl von Studien legt das nahe. Ob McKinsey, EY oder die Boston Consulting Group (BCG) ÔÇô Langzeit-Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen insgesamt besser werden, wenn Frauen zu mindestens 30 Prozent in den wichtigsten Gremien vertreten sind.

So waren die in Sachen Gleichstellung fortschrittlichsten 30 b├Ârsennotierten Unternehmen laut dem BCG Gender Diversity Index 2020 um zwei Prozentpunkte erfolgreicher an der B├Ârse als die Dax-Konzerne.

"Wirtschaftsweise" Schnitzer gibt allerdings zu bedenken, dass bei den bisherigen Studien unklar sei, ob diese Korrelation auch kausal ist. "Wom├Âglich ist es auch umgekehrt und die erfolgreichen Firmen sind zugleich so fortschrittlich, dass sie F├╝hrungspositionen st├Ąrker mit Frauen besetzen."

Gesichert sei hingegen die Erkenntnis, dass gemischte Teams kreativer seien und dank unterschiedlicher Perspektiven L├Âsungen entwickeln, die homogene Teams ├╝bersehen. Laut dem Managerinnen-Barometer 2021 des DIW f├╝hrt Diversit├Ąt dazu, dass Diskussionen umfassender und facettenreicher gef├╝hrt w├╝rden und auch die Atmosph├Ąre eine andere sei.

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