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Das bedeutet ein starker Euro für Wirtschaft und Verbraucher


Euro steigt über 1,20 US-Dollar  

Das bedeutet ein starker Euro für Wirtschaft und Verbraucher

10.09.2017, 13:48 Uhr | Patricia Uhlig, Nadine Schimroszik, Reuters, ron

Das bedeutet ein starker Euro für Wirtschaft und Verbraucher. Er steigt und steigt und steigt: Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar in den vergangenen Monaten an Wert gewonnen.  (Quelle: dpa/Daniel Reinhardt)

Er steigt und steigt und steigt: Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar in den vergangenen Monaten an Wert gewonnen. (Quelle: Daniel Reinhardt/dpa)

Seit Jahresbeginn ist der Euro gegenüber dem US-Dollar um mehr als 15 Prozent gestiegen – auf aktuell über 1,2092 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit 2015. Dabei hatten zum Jahresbeginn viele Börsianer einen Euro/Dollar-Kurs von 1:1 auf dem Radar. Was steckt hinter dem Anstieg und was hat der Verbraucher davon? Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.

Wie hoch ist der Euro?

Der Euro steigt und steigt: Einen Tag nach den geldpolitischen Beschlüssen der Europäischen Zentralbank (EZB) kletterte er auf den höchsten Stand seit Januar 2015. Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung legte am 8. September 2017 bis auf 1,2092 US-Dollar zu. Zuletzt kostete ein Euro mit 1,2050 Dollar wieder etwas weniger. EZB-Präsident Mario Draghi äußerte sich zwar kritisch zur Euro-Stärke. Gleichzeitig sorgte er aber mit Signalen für einen baldigen Ausstiegsplan zum Wertpapierkaufprogramm für Auftrieb beim Euro.

Warum steigt der Euro?

Nach der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) Ende August 2017 hatte Notenbankchef Mario Draghi angekündigt, im Herbst über die Anleihenkäufe beraten zu wollen. An den Märkten wurde dies als Signal verstanden, das bislang auf ein Volumen von 2,28 Billionen Euro angelegte Programm auslaufen zu lassen.

Was ist so schlimm an einem hohen Eurokurs?

Für Exporteure verschlechtern sich die Wettbewerbschancen, da ihre Waren auf dem Weltmarkt teurer werden. Allerdings sichern sich Konzerne meist gegen solche Entwicklungen ab. Erst wenn der Trend nachhaltig dreht oder drastisch ausschlägt, sind Unternehmen wirklich unter Druck – wie beispielsweise beim Pfund Sterling nach der Brexit-Abstimmung.

War der Euro vor Kurzem nicht noch auf Talfahrt?

Ja. Denn bis zu den Präsidentschaftswahlen in Frankreich im Frühjahr hatten viele Anleger einen Sieg der Euro-Gegner befürchtet. Doch dann zog Emmanuel Macron – ein ausgesprochener Befürworter der gemeinsamen Währung – in den Elysee-Palast ein und nicht die EU-Gegnerin Marine Le Pen. Laut Devisenhändlern verstärkte dies die Eurokäufe.

Welche Rolle spielt Donald Trumps Politik?

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hatte zunächst Spekulationen auf steigende Inflationsraten in den USA ausgelöst, da er ein riesiges Konjunkturprogramm und radikale Steuersenkungen versprochen hatte. Dies hatte den Euro auf ein 14-Jahres-Tief von unter 1,04 Dollar gedrückt. Doch bislang wurde daraus nichts, da der Republikaner innenpolitisch unter anderem aufgrund der Russland-Affäre stark unter Druck steht.

Wie wirkt sich der Euro auf den Ölpreis aus?

Die Festigung des Euro zum US-Dollar ist für die europäischen Verbraucher im Prinzip eine gute Sache. Der starke Euro sorgt dafür, dass der Ölpreis vorerst niedrig bleibt, weil Öl in US-Dollar abgerechnet wird. Die Inlandspreise für Heizöl, Diesel und Benzin werden deshalb voraussichtlich auf dem bisherigen Niveau bleiben.

Was bringt ein starker Euro dem Verbraucher?

Ein steigender oder fallender Euro wirkt sich auf den Wechselkurs aus, zum Beispiel wenn Sie in Ländern ohne Eurowährung Urlaub machen. Dank des starken Euros bekommen USA-Reisende jetzt wieder mehr für ihr Geld. Entscheidend ist aber die Kaufkraft, denn: Ein Euro kann mehr wert sein als nur ein Euro. Weil die Kaufkraft im Ausland oft niedriger ist als in Deutschland, bekommen Sie auch entsprechend mehr für Ihr deutsches Geld, wenn Sie in den Urlaub fahren – zum Beispiel in den Herbstferien.

Welche Kaufkraft hat der Euro im Ausland?

Einen Kaufkraftvorteil gibt es zurzeit in Polen (1,87 Euro), der Türkei (1,83 Euro) oder Italien (1,01 Euro). In Großbritannien liegt die Kaufkraft des Euro bei 0,87 Euro, in Kanada sind es 0,91 Euro und in Frankreich 0,96 Euro. Schlechter sieht es in Skandinavien aus: Dänemark und Norwegen machen mit 0,74 Euro nicht gerade Lust auf einen preiswerten Urlaub.

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