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Was taugen Oldtimer als Geldanlage?

Von dpa
Aktualisiert am 05.09.2018Lesedauer: 3 Min.
Dieser alte Sportwagen war einem Bieter fast 50 Millionen Dollar wert.
Dieser alte Sportwagen war einem Bieter fast 50 Millionen Dollar wert. Der Ferrari 250 GTO von 1962 stellte damit einen neuen Rekord fĂŒr Auto-Auktionen auf. (Quelle: Darin Schnabel/© 2018 Courtesy of RM Sotheby’s./dpa)
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Monterey (dpa/tmn) - 48,405 Millionen Dollar. FĂŒr diese Rekordsumme hat ein Ferrari 250 GTO von 1962 bei der Versteigerung des Sammlerauto-Auktionshauses RM Sotheby’s im Convention Center von Monterey seinen Besitzer gewechselt.

Es ist Car Week, "Autowoche", im kalifornischen Monterey, und rund um den berĂŒhmten Oldtimer-Concours von Pebble Beach versteigern an diesen Tagen Ende August ein halbes Dutzend AuktionshĂ€user alte Autos im Akkord und brechen alle Rekorde.

Der Ferrari ist das teuerste je bei einer Auktion gehandelte Auto, meldet der Marktbeobachter Hagerty, und die Bilanz der Woche kann sich sehen lassen. Schließlich sind an drei Abenden knapp 1400 Autos fĂŒr zusammen rund 370 Millionen Dollar (umgerechnet rund 317 Millionen Euro) versteigert worden, so Hagerty weiter.

NatĂŒrlich ist die sogenannte Monterey Car Week ein Extrem. Denn nirgendwo kommen so viele Sammler zusammen und nirgendwo sitzt das Geld so locker wie bei diesem Hochamt der Automobilkultur. Doch zeigt die Bilanz, dass der Trend zum Oldtimer ungebrochen ist.

Zwar registriert der Verband der Automobilindustrie (VDA) eine leichte AbkĂŒhlung des ĂŒberhitzten Marktes und weist fĂŒr seinen auf 88 gĂ€ngigen Klassikern basierenden Oldtimer-Index fĂŒr das vergangene Jahr eine Steigerung aus, die mit 1,4 Prozent unterhalb der Inflationsrate liegt. Aber der Bestand an Fahrzeugen mit H-Kennzeichen - also Autos, die mindestens 30 Jahre alt sind - ist im vergangenen Jahr um 10,9 Prozent auf 477 386 Pkw gestiegen.

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Allein in Deutschland schĂ€tzt der Dienstleister Classic Car Analytics aus Bochum den Markt auf 16 Milliarden Euro im Jahr, von denen ein Viertel auf echte Oldtimer von mehr als 30 Jahren und drei Viertel auf jĂŒngere Liebhaberfahrzeuge entfallen.

Wer in das GeschĂ€ft einsteigen will, mĂŒsse allerdings einiges beachten, sagt der auf klassische Fahrzeuge spezialisierte Anlageberater Holger LĂŒttke aus Kelkheim. Das gelte fĂŒr die Fahrzeuge, bei denen es vor allem auf den Zustand, die Seltenheit, die OriginalitĂ€t, die Balance zwischen Patina und Restaurierung sowie den Deckungsgrad von Seriennummern und Lackierungen ankomme, genauso wie fĂŒr die Sammler selbst. "Wer keine Leidenschaft fĂŒr Oldtimer hat, der sollte auch nicht in klassische Autos investieren", sagt LĂŒttke. Und technisches VerstĂ€ndnis könne auch nicht schaden.

Die Rendite dagegen solle man besser nicht einplanen. Denn einen garantierten Gewinn gibt es nicht, warnt der Experte - selbst wenn das Angebot endlich ist und die StĂŒckzahlen eines Modells nicht mehr wachsen werden. "Bei anhaltender Nachfrage wird das zu weiteren Preissteigerungen fĂŒhren", ist LĂŒttke zwar sicher.

Aber wenn die Nachfrage wie aktuell etwa bei den Vorkriegsfahrzeugen wegbreche, weil es keinen aktiven Nachwuchs gibt, dann könne es auch herbe EnttĂ€uschungen mit der Rendite geben. Wer dieses Risiko minimieren möchte, kann sich auch an ersten Fonds beteiligen, die auf klassische Fahrzeuge fokussiert sind, rĂ€t LĂŒttke.

NatĂŒrlich sind alte Autos als Anlageobjekte genau wie Aktien Kursschwankungen ausgesetzt und nicht risikofrei, mahnen die Experten. Doch gegenĂŒber Wertpapieren haben sie einen entscheidenden Vorteil, sagt Dietrich Hatlapa, der mit seiner Hagi-Group Oldtimer in Indizes wie an der Börse beobachtet: Neben der monetĂ€ren gebe es auch eine emotionale Rendite, die frei von Kursschwankungen sei.

"Wir empfehlen, das Fahrzeug immer nach der persönlichen Neigung auszusuchen. Nur dann kann man auch mit Rendite in Form von Besitzerstolz und FahrvergnĂŒgen rechnen", sagt Hatlapa. "Haltungs-, Reparatur- oder Restaurierungskosten lasten nur auf der monetĂ€ren Rendite", so der Auto-Analyst. "Die emotionale Rendite ist davon unbenommen und deshalb völlig unabhĂ€ngig vom Fahrzeugwert."

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