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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Zehn große IrrtĂŒmer ĂŒber die SteuererklĂ€rung

  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff

Aktualisiert am 08.12.2021Lesedauer: 4 Min.
Eine Frau macht ihre Steuern (Symbolbild): Rund um die SteuererklÀrung ranken sich viele Mythen.
Eine Frau macht ihre Steuern (Symbolbild): Rund um die SteuererklÀrung ranken sich viele Mythen. (Quelle: Benjamin Nolte/dpa-tmn-bilder)
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Mieter können keine Nebenkosten absetzen? Wer verheiratet ist, zahlt weniger Steuern? – Mythen wie diese halten sich hartnĂ€ckig. Wir rĂ€umen mit den gĂ€ngigsten auf.

Das Wichtigste im Überblick


Die SteuererklĂ€rung zu machen, ist fĂŒr viele eine lĂ€stige Pflicht. Das liegt auch daran, dass es oft an Wissen darĂŒber mangelt. Kein Wunder, dass es einige IrrtĂŒmer gibt.


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EinkommensteuererklÀrung: Hier erfahren Sie grundsÀtzliche Dinge, die Ihnen helfen, die SteuererklÀrung zu verstehen
MĂŒnzen und Geldscheine auf Lohn- und Gehaltsabrechnung: Nicht jeder ist steuererklĂ€rungspflichtig – kann die SteuererklĂ€rung aber trotzdem freiwillig abgeben
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In Zeiten von Corona sind zudem ein paar neue Mythen hinzugekommen. Kurzarbeit, Homeoffice-Pauschale – einiges ist neu bei der Steuer und fĂŒr viele noch verwirrend. Wir zeigen die grĂ¶ĂŸten IrrtĂŒmer ĂŒber die EinkommensteuererklĂ€rung – und was wirklich stimmt.

1. Kurzarbeiter mĂŒssen Steuern nachzahlen

Jein. "Es gibt viele FĂ€lle, in denen eine Nachzahlung ansteht – aber auch Bedingungen, die zu einer RĂŒckzahlung seitens des Finanzamtes fĂŒhren", sagt Dennis Konrad, GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Steuerservice "ExpressSteuer".

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Letzteres ist meist dann der Fall, wenn Sie einige Monate ausschließlich Kurzarbeitergeld erhalten haben, den Rest des Jahres aber voll beschĂ€ftigt waren. Haben Sie die Leistung hingegen zusĂ€tzlich zum Gehalt bekommen, mĂŒssen Sie oft nachzahlen.

Das ist möglich, weil das an sich steuerfreie Kurzarbeitergeld den Steuersatz fĂŒr den Rest des zu versteuernden Einkommens erhöht. Arbeitgeber dĂŒrfen das aber nicht beim monatlichen Lohnsteuerabzug berĂŒcksichtigen und geben deshalb eventuell zu wenig Steuern an das Finanzamt weiter. Das holt sich den Rest dann mit der SteuererklĂ€rung zurĂŒck.

GrundsĂ€tzlich gilt: "Wenn Sie im Jahr mindestens 410 Euro Kurzarbeitergeld erhalten haben, sind Sie zur Abgabe einer EinkommensteuererklĂ€rung im darauffolgenden Jahr verpflichtet", sagt Konrad. Ob Sie Steuern nachzahlen mĂŒssen, können Sie mit diesem Rechner prĂŒfen.

2. Die Homeoffice-Pauschale bringt mir 600 Euro

Nein. Die Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag können Sie fĂŒr maximal 120 Tage in Ihrer SteuererklĂ€rung ansetzen. "Das sind dann zwar 600 Euro, jedoch erhalten Sie nur eine RĂŒckerstattung, wenn Sie ĂŒber die Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 Euro kommen", erklĂ€rt Konrad.

3. Das Finanzamt möchte immer nur an mein Geld

Nein. Das Finanzamt verwaltet lediglich alle steuerlichen Angaben. Manch einer muss nachzahlen, ein anderer erhĂ€lt eine Erstattung. Im Schnitt belĂ€uft sich die RĂŒckzahlung auf mehr als 1.000 Euro. Es kann sich also durchaus lohnen, seine EinkomensteuererklĂ€rung zu machen, auch wenn man gar nicht dazu verpflichtet ist.

4. Mieter können keine Nebenkosten absetzen

Auch das stimmt nicht. Mieter dĂŒrfen Nebenkosten wie Hausreinigung, Winterdienste oder MĂŒllentsorgung als sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen. Darauf weist die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) hin. Die genaue Höhe Ihrer Nebenkosten können Sie der Betriebskostenabrechnung entnehmen, die Sie einmal im Jahr erhalten sollten.

5. Rentner mĂŒssen ihre Steuern nur auf Verlangen erklĂ€ren

Stimmt nicht. Jeder Rentner muss selbst in Erfahrung bringen, ob er steuerpflichtig ist oder nicht. Tun Sie das nicht und verpassen es, eine SteuererklĂ€rung abzugeben, obwohl Sie es hĂ€tten tun mĂŒssen, bekommen Sie Post vom Finanzamt – und es drohen VerspĂ€tungszuschlĂ€ge und Zwangsgelder.

Das Finanzamt verlangt erst dann eine SteuererklĂ€rung, wenn der steuerpflichtige Teil Ihrer Jahresbruttorente ĂŒber dem Grundfreibetrag liegt. Dieser liegt fĂŒr 2020 bei 9.408 Euro. Seit 2005 mĂŒssen Rentner einen immer grĂ¶ĂŸeren Teil ihrer Rente versteuern. Wie viel, hĂ€ngt vom Jahr des Renteneintritts ab.

Wer 2005 und frĂŒher in Rente gegangen ist, muss 50 Prozent seiner Rente versteuern, ab 2020 sind es 80 Prozent und ab 2040 wird jeder Rentner seine Rente zu 100 Prozent versteuern mĂŒssen. Gegen die Rentenbesteuerung wird derzeit aber geklagt. Wann ein Urteil fallen soll, lesen Sie hier.

6. Einmal SteuererklĂ€rung abgeben – immer SteuererklĂ€rung abgeben

Falsch. Nur wenn Sie beispielsweise Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld oder Kurzarbeitergeld erhalten haben oder zwei Jobs gleichzeitig hatten, können Sie zur EinkommensteuererklÀrung verpflichtet werden.

"In diesen FĂ€llen sollten Sie eher proaktiv eine SteuererklĂ€rung anfertigen, bevor Sie Gefahr laufen, erwischt zu werden und Zinsen nachzahlen mĂŒssen", sagt Steuerexperte Konrad.

7. Verheiratete zahlen weniger Steuern

Jein. Der Klassiker unter den Steuerspartipps funktioniert nur, wenn einer der Partner deutlich mehr verdient als der andere. "Dann sind erhebliche Ersparnisse aufs Jahr gerechnet möglich", sagt Konrad. "Verdienen beide ungefÀhr gleich viel, rechnen Sie eher mit keiner hohen Erstattung, um in die Flitterwochen zu starten."

8. Das Finanzamt hat immer recht

Nein. Sie sollten Ihren Steuerbescheid unbedingt prĂŒfen, denn es können sich durchaus Fehler eingeschlichen haben. FĂ€llt Ihnen etwas auf, haben Sie vier Wochen Zeit um Widerspruch einzulegen. Lesen Sie hier, wie Sie Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid einlegen.

9. Die Frist fĂŒr meine ErklĂ€rung ist schon abgelaufen

Viele Steuerzahler haben mehr Zeit dafĂŒr, als sie denken. Denn nur wer zu einer SteuererklĂ€rung verpflichtet ist, muss diese bis zum 31. Juli des darauffolgenden Jahres abgeben. Alle anderen haben vier Jahre Zeit, Studenten sogar sieben.

Wer 2020 in Kurzarbeit war und erstmals eine EinkommensteuererklÀrung anfertigen muss, sollte sich zunutze machen, dass er auch die vergangenen vier Jahre ansetzen darf.

"Verrechnet man die aktuelle ErklĂ€rung mit den Erstattungen aus den Jahren davor, verwandelt sich die potentielle Nachzahlung meist in eine RĂŒckzahlung", erklĂ€rt Konrad.

10. Elterngeld ist immer steuerfrei

Das stimmt, Elterngeld ist steuerfrei, es erhöht aber den sogenannten Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass der Steuersatz fĂŒr den Rest des zu versteuernden Einkommens steigt, weil das Elterngeld addiert wird. Familien mĂŒssen deshalb am Ende des Jahres oft Steuern nachzahlen. Idealerweise legen Sie deshalb schon wĂ€hrend des Jahres etwas Geld an die Seite.

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Von Christine Holthoff
FinanzamtSteuerSteuererklÀrung

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